Kinder, die früh Social Media nutzen, bleiben häufiger sitzen

Wer schon in jungen Jahren Instagram, Tiktok und Co. nutzt, ist oft schlechter in der Schule, zeigt eine Studie aus Italien. Im Extremfall gefährdet das sogar die Versetzung ins nächste Schuljahr.
Von Swanhild Brenneke
Kinder im Klassenzimmer, sitzend auf ihrem Schreibtisch, schauen auf ihr Handy

Kinder, die schon im Alter von elf oder zwölf Jahren soziale Medien nutzen, laufen Gefahr, in der Schule sitzen zu bleiben. Das ist ein Ergebnis, zu dem eine Forschergruppe von der Universität Milano-Bicocca in Italien kommt. Die Wissenschaftler haben untersucht, wie sich ein Aktivsein bei Social Media auf schulische Leistungen auswirkt. Ergebnis: Je früher Kinder Instagram, Tiktok und Co. nutzen, desto schlechter schneiden sie in der Schule ab.

Die Forscher hatten mehr als 5.000 Schüler ab elf Jahren von 28 Schulen in der Lombardei befragt, in welchem Alter sie ihr erstes Social-Media-Konto bei einem gängigen Anbieter wie Instagram, Facebook oder Tiktok eingerichtet hatten. Außerdem analysierten die Wissenschaftler die späteren schulischen Leistungen dieser Kinder. Dabei lag der Fokus besonders auf den Fächern Mathematik, Englisch und der Muttersprache Italienisch.

Die Ergebnisse zeigen: Kinder, die schon im Alter von elf oder zwölf Jahren Social Media nutzten, schnitten bei Tests deutlich schlechter ab als Jugendliche, die erst mit 14 oder 15 Jahren in die sozialen Medien starteten. In den extremen Fällen lag der Unterschied beim Lernfortschritt sogar bei einem halben Schuljahr. Zudem mussten Schüler, die schon sehr früh mit Social Media begonnen hatten, öfter ein Schuljahr wiederholen als jene, die erst später Instagram und Co. nutzten.

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Die einzige Ausnahme: In Englisch waren die Kinder, die früh Social Media nutzten, genauso gut wie die restlichen. Die Forscher führen das darauf zurück, dass englischsprachige Inhalte auf den Plattformen allgegenwärtig sind. Das könne helfen, Englisch zu lernen.

In der Studie berücksichtigten die Wissenschaftler das Bildungsniveau und den wirtschaftlichen und sozialen Hintergrund der Eltern, sodass diese Faktoren die Studienergebnisse nicht verfälschen sollten.

Der Grund für das schlechte Lernen der Schüler könne sein, dass sie zu früh von digitalen Medien abgelenkt würden. Wer gerade auf Social Media unterwegs sei, könne sich nicht gleichzeitig mit der Schule beschäftigen, erklärten die Wissenschaftler. Auch eine kognitive Überlastung könnte eine Rolle spielen. Das kindliche Gehirn könne die vielen angebotenen Informationen möglicherweise nicht ausreichend verarbeiten.

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