Männer, die in Ordensgemeinschaften leben, sterben im Schnitt deutlich später als Männer außerhalb von Klöstern – und gleichen damit den geschlechtsspezifischen Lebenserwartungs-Unterschied („Gender-Gap“) zwischen Frauen und Männern fast vollständig aus. Üblicherweise sterben Männer statistisch deutlich früher als Frauen.
Das zeigen Ergebnisse der „Deutsch-Österreichischen Klosterstudie“ unter Leitung des Demografen Marc Luy vom Institut für Demografie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Dass Männer im Allgemeinen jünger sterben als Frauen, liege stärker am Lebensstil als an genetischen Faktoren, erklärte Luy gegenüber den österreichischen Kirchenzeitungen.
Als Gründe für die höhere Lebenserwartung von Ordensleuten nennt Luy den geregelten Tagesablauf aus Arbeit und Gebet, das Leben in Gemeinschaft sowie eine klare spirituelle Mission. Die soziale Kontrolle im Konvent wirke stabilisierend und begünstige einen gesünderen Lebensstil mit weniger Sucht- und Rauchproblemen. Auch reduziere der strukturierte Alltag mit festen Gebets- und Meditationszeiten nachweislich Stress. Vom modernen „Longevity“-Trend unterscheide sich das Ordensleben dadurch, dass die Lebensverlängerung nur ein Nebeneffekt sei, nicht das Ziel.
Die Deutsch-Österreichische Klosterstudie ist eine seit 1997 laufende Langzeitstudie. Ihre Daten werden fortlaufend ausgewertet.