„Zeit“ trifft Hegseths Pastor: Kriegermentalität für die Kirche

US-Kriegsminister Pete Hegseth machte Schlagzeilen, weil er Gebetsveranstaltungen im Pentagon organisiert und ein Bibel- mit einem Filmzitat verwechselte. „Die Zeit“ hat seinen Pastor getroffen und gefragt: Was glaubt dieser Politiker eigentlich?
Von Anna Lutz

„Die Zeit“ hat sich auf die Spuren des Politikers Pete Hegseth begeben. Jenem Mann, der für die militärischen Aktionen der Trump-Regierung die Verantwortung trägt. Also auch für den Krieg im Iran. Und der zugleich von sich reden macht, weil er Gebetsveranstaltungen im Pentagon organisiert und mehrere christliche Tattoos am Körper trägt. 

Um mehr über den Glauben des von Donald Trump so genannten Kriegsministers zu erfahren, haben die Journalisten einen Pastor getroffen, der ihn stark beeinflusst hat und zu dem er noch heute Kontakte pflegt: Doug Wilson, Anfang 70, aus der Stadt Moscow in Idaho und Pastor der konservativen „Christ Church“.

Gottesstaat und Pandemie-Protest

Dort predige Wilson über einen christlichen Gottesstaat, „dass er das Wahlrecht von Frauen auf ihre Männer übertragen lassen will“ und darüber, „lieber keine Nichtchristen in Staatsämter zu befördern“, schreibt die „Zeit“. Während der Pandemie habe sich die Kirche den Regeln zum Infektionsschutz widersetzt und so Familien aus dem ganzen Land angezogen.

Über Hegseth erzählt der Pastor, dieser habe sich nach seiner zweiten Scheidung im Alkohol verloren, eine Frau warf ihm darüber hinaus einen sexuellen Übergriff vor. In einer konservativen Kirche in New Jersey, zu der er mit seiner dritten Frau Jennifer ging, sei ihm „die Botschaft Christi vom Kopf ins Herz gewandert“. Ohne seine Frau und Jesus hätte er die Zeit nicht überlebt, so der Pastor. 

„Ich bin Gott dankbar, dass Pete sich die richtigen Gedanken macht“, sagt er weiter. Darauf angesprochen, was das im Bezug auf den Irankrieg oder Äußerungen Hegseths, die Landesführung bestehe aus „barbarischen Wilden“ bedeute, reagiert Wilson eigenwillig: „Da führt Wilson die Hand zum Mund, formt einen Ring aus Zeigefinger und Daumen und macht ein langgezogenes Furzgeräusch“, ist in der „Zeit“ zu lesen. Über Hegseth sagt Wilson: „Er sagt, er will dem Militär die Kriegermentalität wieder einverleiben. Und genau das Gleiche haben wir hier mit unserer Kirche vor.“

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