„Manifesta“ macht leere Ruhr-Kirchen zu Kunstorten

Am Sonntag startet die Wanderbiennale „Manifesta 16 Ruhr“ in Essen, Gelsenkirchen, Bochum und Duisburg. Zwölf entweihte Kirchen werden dann zu Orten der Kunst.
Von Norbert Schäfer
St. Josef, Gelsenkirchen

Für die Dauer von 15 Wochen gastiert ab Sonntag die Kunstbiennale „Manifesta 16 Ruhr“ im Ruhrgebiet und verwandelt einstige Kirchengebäude in Ausstellungsräume. Neben Installationen ist Performancekunst von rund 100 Kunstschaffenden zu sehen.

Weil mit der fortschreitenden Säkularisierung im Ruhrgebiet immer mehr Kirchen ihre Pforten schließen, geht die „Manifesta 16“ der Frage nach, was mit den ungenutzten Gebäuden getan werden kann und wie sie als soziale Räume erhalten bleiben können. Das Motto der Kunstschau lautet daher: „This is not a church“ (Das ist keine Kirche).

Bis 4. Oktober geöffnet

„Anstatt leerstehende oder wenig genutzte Kirchen ausschließlich als architektonisches Erbe zu betrachten, untersucht die Biennale, wie diese Räume zu neuen zivilgesellschaftlichen Ankerpunkten werden oder dazu beitragen können, mehr Nähe und Zusammenhalt in ihren Nachbarschaften zu schaffen“, lautet es in einer Pressemitteilung. Die Kunstschau versteht sich nach eigenem Bekunden auch „als Inkubator für Wandel und als transdisziplinärer Mechanismus zur urbanen und kulturellen Reaktivierung“.

Die „Manifesta“ findet im Turnus von zwei Jahren an einem anderen europäischen Ort statt. Das Kunstevent rückt die Beziehung zwischen Kultur und Zivilgesellschaft durch zeitgenössische Kunst in den Fokus.

In diesem Jahr kehrt die Wanderbiennale nach 2002 erstmals wieder nach Deutschland zurück. Nach der offiziellen Eröffnung am Samstagabend auf dem Unesco-Welterbe „Zollverein“ ist die Kunstschau in Essen, Gelsenkirchen, Duisburg und Bochum dann ab Sonntag kostenfrei bis zum 4. Oktober für das Publikum geöffnet.

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