Der Torwarttrainer mit dem festen Rückhalt im Glauben

Andreas Kronenberg ist für die Torhüter in der deutschen Nationalmannschaft zuständig. Durch die Höhen und Tiefen des Profigeschäfts begleitet ihn sein christlicher Glaube. In einer persönlichen Krise habe er gespürt, dass Gott sich für ihn interessiert.
Von Johannes Blöcher-Weil
DFB-Towarttrainer Andreas Kronenberg findet Halt im christlichen Glauben

Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft am Sonntag ins WM-Turnier startet, sitzt Andreas Kronenberg mit auf der Trainerbank. Er ist Torwarttrainer des Nationalteams – und Christ.

Jeden Tag beginne er mit einer „stillen Zeit“, spreche ein Gebet und lese in der Bibel: „Ich empfinde sehr häufig in diesen stillen Momenten eine tiefe Dankbarkeit für all das, was Gott mir geschenkt hat“, sagte er vor dem Turnier gegenüber der Zeitung „Kirche und Leben“. Der Kern des christlichen Glaubens sei für ihn, die „Gnade, aus der ich lebe“. Beruflich wolle er Werte wie Fairness und Respekt vermitteln. Als Torwarttrainer sehe er seine Aufgabe darin, „den Cheftrainer für die Sichtweise eines Torwarts zu sensibilisieren und ihn bestmöglich zu beraten“.

Als Kronenberg als junger Fußball-Profi mit Anfang 20 arbeitslos wurde, begann er über den Sinn des Lebens nachzudenken. Er spüre dabei, „dass Gott wirklich lebendig ist und nicht irgendetwas Abstraktes“, so erzählt es der heute 51-Jährige.

Durch die Beschäftigung mit den biblischen Inhalten habe er gemerkt, „dass die auch mich persönlich betreffen“. Ihn beeindrucke immer wieder, wie Jesus mit Menschen am Rand der Gesellschaft umgegangen sei. Kaum zu begreifen sei, dass „er dann sogar sein Leben für uns gegeben hat“.

„Keine Niederlage, wenn der Durchbruch misslingt“

Auch im Interview des Christlichen Medienmagazins PRO vor vier Jahren erzählte Kronenberg, wie ihm sein Glaube bei Misserfolgen hilft. Aufgewachsen in einem katholisch geprägten Elternhaus, habe er im christlichen Glauben die Antwort auf die Frage erhalten „Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt?“.

In der Zeit der Unsicherheit sei er neugierig geworden auf das, was in der Bibel stehe. Vor allem seinen damaligen Trainer bei Rot-Weiß Erfurt, René Müller, habe er als großen Segen empfunden, „mit dem ich über diese Fragen reden konnte“.

Der Glaube erde ihn und gebe ihm Halt. Er wisse, dass es neben dem Fußball noch wichtigere Sachen gebe und vermittele seinen Schützlingen, dass „es keine Niederlage ist, wenn der Durchbruch misslingt“. Ein Gott, der selbst Mensch wurde, kenne die Gefühlswelt nach Misserfolgen bestens: „Unsere menschlichen Schwächen sind für ihn kein Hinderungsgrund, uns in seine Nachfolge zu rufen.“ Auch wenn Jesu Auferstehung für viele Menschen nicht nachvollziehbar sei, lasse sie die christliche Hoffnung erst richtig lebendig werden.

Kronenberg ist seit 2021 Torwarttrainer beim Deutschen Fußball-Bund und Nachfolger von Andreas Köpke. Zuvor war er seit 2011 als Torwarttrainer beim SC Freiburg tätig. Der gebürtige Schweizer war früher selbst Profi-Fußballer.

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