Rezension

So ist der neue „David“-Animationsfilm

Der unterhaltsame Spielfilm „David“ erzählt die biblische Geschichte Davids, der als Hirtenjunge König von Israel wird. Optisch erinnert das an Pixar-Produktionen, inhaltlich bleibt aber alles eher brav.
Von Jörn Schumacher

Die „Angel Studios“ haben einen Animationsfilm über König David produziert. Vergangenes Jahr lief er in den USA an, ab Mitte September kommt er auch in die deutschen Kinos. Der Film von Regisseur Phil Cunningham sei „ein episches Abenteuer über Glauben, Bestimmung und den Mut, seinem Herzen zu folgen“, verspricht die Ankündigung. Inhaltlich hält sich der Film mehr oder weniger eng an die biblische Vorgabe. Optisch kann „David“ mit vergleichbaren Pixar-Produktionen mithalten; dafür steht es in Sachen Humor aber ein wenig hinter den Produktionen des bekannten Animationsstudios zurück.

Eigentlich ist die biblische Geschichte von David wie gemacht für einen Kinderfilm: Ein junger Held, der kaum geeignet erscheint für seine Aufgabe und viel zu bescheiden ist, wird für das höchste Amt vorgeschlagen. Nur durch Gottes Hilfe gelingt es ihm, seine Angst und schließlich auch einen der schlimmsten Feinde zu besiegen.

Für amerikanische Animationsproduktionen legen die Macher für gewöhnlich großen Wert auf bekannte Schauspieler für die Synchronstimmen. David spricht im amerikanischen Original – das hier als Grundlage der Rezension dient – etwa Phil Wickham, ein mehrfach ausgezeichneter christlicher Musiker.

Eine Prise Humor

David wird zunächst als Hirtenjunge gezeigt, der sich für seine Schafe einsetzt. Er findet die Idee, dass ein Hirte König von Israel wird, nicht besonders gut. Am Hofe Sauls reiht er sich ein in die Schlange derer, die vorspielen wollen, um sich als neuer Unterhaltungskünstler anzupreisen – wie bei einem Casting. Wie erwartet, singt David einen etwas kitschig geratenen christlichen Popsong, aber er erweicht Sauls Herz. Sogar alle Konkurrenten im Casting stimmen in Davids Lied ein, und es wird daraus ein großer Film-Song.

Als es dann zum Kampf gegen Goliath kommt, haben sich die Macher einen schönen Gag einfallen lassen, denn der Riese, der zunächst auftaucht, entpuppt sich nur als „Vorhut“ für den eigentlichen Goliath. Der sieht dann tatsächlich sehr furchterregend aus. Und sein Kampf gegen den Hirtenjungen David macht er dann kurzerhand zu einem Kampf gegen den Gott der Israeliten höchstselbst. Goliath wird übrigens, wie in der Bibel erwähnt, mit sechs Fingern und sechs Fußzehen dargestellt. Immer wieder sind Songs eingestreut, die die Figuren selber singen – das ist dann meistens klassischer amerikanisch-christlicher Pop.

Der deutsche Trailer zu „David“

Die Animation kommt an Pixar-Qualität heran. Das sieht man beispielsweise an der Technik, wie menschliche Haare oder tierische Felle animiert wurden. Die Tiere sind in diesem Film vielleicht sogar noch besser animiert als die Menschen. Menschliche Mimik hingegen – für gewöhnlich die schwierigste Aufgabe für Animationskünstler – ist bei Pixar dann doch noch eine Spur glaubwürdiger.

„David“-Film: Anleihen an Pixar

Nicht auszuschließen, dass sich Pixar-Produzenten inhaltlich die eine oder andere witzige Abweichung von der bekannten Story oder eine skurrile Ergänzung erlaubt hätten. Erstaunlicherweise hat hier die Liebe zu Michal, der Tochter von König Saul, keine Bedeutung. Es gibt ansonsten durchaus Anleihen an das berühmte Animationsstudio. So erinnert etwa Davids kleine Schwester stark an Boo aus dem Pixar-Film „Monster AG“.

Nach einem Zeitsprung ist David ein junger Mann. Um das zu betonen, singt er selbst, schnell auf einem Pferd reitend: „Ich bin jetzt ein Mann. Mit dem Herz eines Löwen und dem Geist eines Lammes.“ Der Film endet damit, dass David König wird. So erfährt der (kindliche) Zuschauer also nichts von dessen späteren Vergehen, von der Affäre mit Batseba oder wie er deren Mann Uria in den sicheren Tod an der Front schickt.

„David“ zeigt durchaus eine Prise Humor. Auch wenn der Humor bei Pixar vielleicht noch ein wenig spitzer ist, was die Filme gerade für die Eltern unterhaltsam macht, die ihre Kinder ins Kino begleiten. Hier bleibt alles eher brav, es reicht in jedem Fall für den unbesorgten Ausflug einer christlichen Familie ins Kino. Für Kinder ist „David“ gut geeignet. Allerdings ist zu hoffen, dass er mit über 110 Minuten nicht etwas zu langatmig für sie ist.

„David“, Animationsfilm, 115 Minuten, Regie: Phil Cunningham, ab 17. September 2026 Kino

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