Der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG) hat am Freitag in Kassel eine Resolution verabschiedet, in der er sich zu Menschenrechten, Schöpfungsbewahrung und Gewaltlosigkeit bekennt. Das Kirchenparlament reagiert damit auf globale Krisen wie Kriege, Klimawandel, Rassismus und zunehmende politische Polarisierung.
In der Erklärung warnt der BEFG vor einer „destruktiven Machtpolitik“, die weltweit auf Gewalt und Vernichtung setze. Besonders kritisch sieht der Bund die zunehmende Aufrüstung sowie Angriffe auf das Völkerrecht und die internationale Rechtsordnung. Ressourcen, die eigentlich zum Schutz der Lebensgrundlagen benötigt würden, flössen stattdessen in Rüstungsgüter.
„Recht der Umwelt auf Schutz und Bewahrung“
Die Delegierten bekannten sich zu den „unveräußerlichen Menschenrechten, dem Recht kommender Generationen auf den Erhalt der Lebensgrundlagen und dem Recht unserer Umwelt auf Schutz und Bewahrung“. Christen stünden in der Verantwortung, sich „für das Globalwohl und die Menschenrechte“ einzusetzen. Grundlage dafür sei der Glaube an einen Gott, dessen Geist Liebe sei und für den jedes menschliche Leben denselben Wert habe.
Zugleich distanzierte sich der Bundesrat ausdrücklich von antidemokratischem Extremismus und Ideologien der Ungleichheit. Der BEFG lehne jede Form der Ausgrenzung ab – etwa gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte, Jüdinnen und Juden, religiösen Minderheiten, queeren Menschen oder Menschen mit Behinderungen.
Der Bundesrat ruft Gemeinden, Werke und Christen dazu auf, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, wachsam zu bleiben und sich mit „Menschen guten Willens“ zu vernetzen. Die Resolution wurde im Rahmen der Bundesratstagung 2026 in Kassel verabschiedet, zu der nach Angaben des Veranstalters rund 1.000 Teilnehmende erwartet wurden. Der Bundesrat, das höchste Entscheidungsgremium des BEFG, tagt in diesem Jahr vom 13. bis zum 16. Mai.