„Der politische Islam ist eine Gefahr für Deutschland“, sagt „Arche“-Sprecher Wolfgang Büscher. Und sie habe sich in den letzten Jahren massiv verschärft. Mit einer zunehmenden Dichte geflüchteter Menschen aus Syrien, den palästinensischen Gebieten oder dem Irak seien auch immer mehr islamistisch geprägte Familien nach Deutschland gekommen. Das mache sich nicht nur in den Einrichtungen der „Arche“ selbst, sondern auch in Schulen bemerkbar. Büscher spricht von „religiösem Mobbing“.
Foto: ArcheDie „Arche“ betreut nach eigenen Angaben deutschlandweit an über 35 Standorten mehr als 9.000 Kinder und Jugendliche, etwa mit Hausaufgabenhilfe oder kreativen Angeboten. Gründer ist der Pastor Bernd Siggelkow. Jüngst wurde die „Arche“ 30 Jahre alt. Wegen mangelnder Integration vieler junger Menschen habe der Personalschlüssel aufgestockt werden müssen. Zudem erlebten Mitarbeiterinnen, dass sie von Jugendlichen mit islamistischem Hintergrund kaum akzeptiert würden.
„Das ist kein Berliner Problem“, stellt Büscher klar, „sondern eines aller großen deutschen Städte, in denen es Brennpunktschulen gibt.“ Seine Kritik: Weil Kinder mit Migrationshintergrund schulisch oft abseits bürgerlicher Milieus untergebracht seien, könne Integration nicht gelingen, stattdessen bildeten sich etwa islamistische Milieus. „Alle solidarisieren sich mit Geflüchteten, aber niemand will sie in seiner Nähe haben“, fasst er das Problem zusammen.
Koranschulen, Antisemitismus, Frauenhass
Viele Jugendliche der „Arche“, etwa in Berlin-Hellersdorf, besuchten am Wochenende Koranschulen, die sie radikalisierten. Büscher spricht in diesem Zusammenhang von einem Alleinvertretungsanspruch des Islam, von Sexismus, Antisemitismus und einem Hass auf alles Westliche.
Seine Einrichtung will dem entgegenwirken, indem sie etwa Deutsch als Pflichtsprache in den eigenen Räumen vorschreibt und klar auch über den christlichen Glauben mit den Jugendlichen spricht. „Wir zeigen als christliche Einrichtung da klare Kante“, sagt Büscher.
Seiner Meinung nach sind auch die Medien Schuld daran, dass junge Muslime immer radikaler aufträten. Er sieht den Islam dort als „überrepräsentiert“ und nennt ein aktuelles Beispiel. Als in diesem Jahr Ramadan und christliche Fastenzeit in denselben Zeitraum fielen, sei fast ausschließlich über die muslimische Tradition berichtet worden. Deshalb sei der Islam auch selbstbewusster im Auftreten geworden.
„Angst vor Papa und vor Allah“
„Unsere Jugendlichen sagen oft zwei Dinge, wenn ich sie frage, wovor sie Angst haben: Vor Papa und vor Allah“, erklärt Büscher. Viele junge Menschen, da ist er sich sicher, würden zuhause unter Druck gesetzt. „Wir müssen da gegensteuern“, fordert er in Richtung der Politik. „Deshalb benutze ich den Begriff Mini-Islamisten“, sagt Büscher weiter. Sie wüchsen gerade heran und die Politik habe kein Mittel dagegen.
Zum Hintergrund: Mitte des vergangenen Jahres machte der Fall eines schwulen Berliner Lehrers Schlagzeilen, der angab, von Schülern aus muslimischen Familien beleidigt und bedrängt worden zu sein. Er trug seinen Fall der zuständigen Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) vor. Nun ist eine Studie zum Thema geplant.