Papst Leo XIV. hat sich ablehnend zu den Segensfeiern für homosexuelle Paare in Deutschland geäußert. Der Heilige Stuhl habe in einem Gespräch mit den deutschen Bischöfen klargestellt, „dass wir die förmlichen Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren nicht billigen“, sagte der Papst auf dem Rückflug von seiner Afrikareise am Donnerstagabend.
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx und andere deutsche Bischöfe erlauben eine förmliche Segnung homosexueller Paare. Leo betonte in seiner Einlassung vor Journalisten, dass der Segen eines Priesters oder des Papstes am Ende einer Messe für alle Menschen gelte. Fragen zur Sexualmoral sollten nicht über Einheit oder Spaltung der Kirche entscheiden, sagte Leo zu dem Thema außerdem.
Papst sieht wichtigere Themen als Sexualmoral
„Wir neigen dazu zu glauben, dass, wenn die Kirche von Moral spricht, das einzige moralische Thema die Sexualität ist“, sagte der Papst. Tatsächlich gebe es aus seiner Sicht weitaus größere und wichtigere Themen, „wie Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, die Freiheit von Männern und Frauen sowie Religionsfreiheit“. Diese Themen sollten Vorrang vor „dieser speziellen Frage“ haben.
Auf das Thema Migration angesprochen sagte Papst Leo XIV., er sehe im Anliegen, Grenzen zu schützen, nichts Falsches. „Ich glaube, dass ein Staat das Recht hat, Regeln an seinen Grenzen festzulegen“, sagte er. Ungeordnete Einreisen führten an den Orten, an denen Migranten ankommen, manchmal zu Situationen, „die ungerechter sind als jene, die sie hinter sich gelassen haben“. Dennoch frage er sich: „Was tun wir in den reicheren Ländern, um die Lage in den ärmeren Ländern zu verbessern?“
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Leo wie auf die Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen in ihren Herkunftsländern hin. „Heute finden die Jugendlichen keine Zukunft und leben deshalb diesen Traum, in den Norden zu gehen“, sagte der Papst. Der Norden aber habe oft keine Antworten darauf, wie man ihnen Möglichkeiten bieten könne.
Papst Leo kehrte am Donnerstagabend von seiner Afrikareise wieder nach Rom zurück. Er hatte in elf Tagen Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea besucht.