Kommentar

Was der Karsamstag lehrt

Oft ignoriert, doch so wichtig: Der Karsamstag ist nicht nur der Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag. Wenn man ihn richtig versteht.
Von Nicolai Franz
Holzkreuz

Würde man eine Umfrage machen, welche Feiertage zu Ostern gehören, würden die meisten wohl antworten: Ostersonntag und Karfreitag. Am meisten unterschätzt wird für mich der Tag dazwischen.

Der Karsamstag ist nicht einfach nur der Zeitraum zwischen zwei wichtigen Ereignissen, auch wenn das nicht ganz falsch ist. Es ist auch der Tag, an dem man sehr viel lernen kann.

Der Schock für die Jünger am Karfreitag muss groß gewesen sein. Jesus ist tot, alle Hoffnungen mit ihm begraben. Vielleicht erinnerten sich einige Wenige an seine Verheißungen, aber der Karfreitag markierte eine solche Zäsur, dass jeder Glaube an das Gute unterdrückt wird.

Umso größer der Ostersonntag: Das Auferstehungsfest überstrahlt alles Menschenerhoffte. Dass Jesus auferstehen würde, war für die Jünger eine noch größere Überraschung als der Karfreitagsschock.

Dazwischen liegt das Tal der Tränen. Der Karsamstag.

Ich lade Sie dazu ein, liebe PRO-Leser, diesen Karsamstag bewusst zu erleben. Gerade angesichts der Weltlage, mit der wir uns jeden Tag beschäftigen. Wir hegen Hoffnungen auf bessere Zeiten, wirtschaftlich oder politisch – und natürlich auch geistlich. Wo steuert die Kirche hin? Ist der Rückzug des Christentums in unserem Land unvermeidbar?

Ich glaube, wir befinden uns im Moment in einer Karsamstags-Phase. Manche sind entmutigt, hoffnungslos, desillusioniert darüber, dass weder Individualismus noch der Glaube an immer mehr Konsum uns irgendwie erfüllt und weiterbringt.

Aber es glimmt auch Hoffnung auf. Unsere Aufgabe als Christen ist, diese Hoffnung weiterzutragen.

Wir als PRO-Redaktion wollen mit unserer Berichterstattung einen kleinen Teil dazu beitragen. Weil Karfreitag nicht das Ende ist. Weil wir wissen, dass Ostersonntag kommt.

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