Die Zahl der Deutschen, die an die leibhaftige Auferstehung Jesu Christi glauben, nimmt zu. Das teilt die Evangelische Nachrichtenagentur Idea in einer Pressemitteilung vom Mittwoch mit. Bei einer Umfrage im Auftrag von Idea stimmten demnach 28 Prozent der Deutschen der Aussage zu: „Jesus Christus ist leibhaftig von den Toten auferstanden.“ Im Jahr 2022 lag die Zustimmung zu dieser Aussage demnach bei 19 Prozent.
Die mitteldeutschen Kirchenzeitungen „Glaube+Heimat“ und „Der Sonntag“ kommen ebenfalls am Mittwoch bei der nahezu gleichen Frage auf 24 Prozent. Beide beauftragten dasselbe Institut: das Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere. Beide befragten rund 2.000 Menschen aus der Gesamtbevölkerung. Die Abweichung ist gering.
Anteil der Muslime höher als der von Protestanten
Dann die überraschende Zahl: In beiden Umfragen liegt der Anteil der Muslime, die an die leibliche Auferstehung Jesu glauben, über dem der landeskirchlichen Protestanten. Idea misst bei Muslimen 43 Prozent, „Glaube+Heimat“ knapp 33 Prozent – verglichen mit 35 beziehungsweise 29 Prozent bei den Landeskirchlichlern.
Idea teilt mit, dass 35 Prozent unter landeskirchlichen Protestanten „an Jesu körperliche Auferstehung glauben“, was einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten gegenüber 2022 entspreche. Idea vergleicht mit 2022 und zeigt klares Wachstum beim Auferstehungsglauben. Entsprechend ist der Titel der Mitteilung: „Ostern – Glaube an die leibhaftige Auferstehung nimmt zu“.
Anders die Kirchenzeitung. „Glaube+Heimat“ stellt zunächst fest, dass 29 Prozent der Mitglieder der evangelischen Landeskirchen an die leibliche Auferstehung Jesu Christi von den Toten glaubt, jedoch 49 Prozent dies nicht tun und titelt: „Evangelische Christen glauben mehrheitlich nicht mehr an die Auferstehung“. Das ist jedoch irreführend: Die Umfrage erfasste die Gesamtbevölkerung, nicht gezielt Kirchenmitglieder. „Glaube+Heimat“ liefert zudem keinen Zeitvergleich.
Woher die abweichenden Ergebnisse?
Betrachtet man beide Umfragen genau, sieht man: die Fragestellung ist leicht verschieden. Idea fragte „Wie stehen Sie zu folgender Aussage? Jesus Christus ist leibhaftig von den Toten auferstanden.“ Der Aussage stimmten 27,6 Prozent (gerundet 28 Prozent) der Befragten zu. „Glaube+Heimat“ will wissen: „Glauben Sie an die leibliche Auferstehtung von Jesus Christus von den Toten?“ und erhielt von 23,5 Prozent (gerundet 24 Prozent) der Beteiligten „(eher) ja“ zur Antwort.
Silke Zienicke, Leiterin Projekt- und Feldmanagement bei INSA teilt auf PRO-Anfrage die „wahrscheinlichste Erklärung für die abweichenden Ergebnisse“ mit: die Formulierung. Zienicke: „Die Idea-Formulierung ist faktisch formuliert, was den höheren „weiß nicht“-Anteil begünstigt haben mag. Die Glaube+Heimat-Formulierung war etwas weicher gestellt, sodass die Ablehnung hier leichter gefallen sein könnte.“
Idea gibt an, dass für die Erhebung im Zeitraum vom 27. bis 30. März 2.006 Bundesbürger online befragt wurden. „Glaube+Heimat“ gibt auf der Website an, dass „2.000 Personen aus ganz Deutschland“ an der Befragung teilgenommen hätten, sagt aber nichts über die Zeitraum der Erhebung.