Kommentar

Ewig leben? Ja, unbedingt!

Ostern erinnert immer wieder neu an die Perspektive auf ein ewiges Leben – ohne Gegenleistung. Was das mit dem Trend Longevity zu tun hat – oder eben gerade nicht.
Von Swanhild Brenneke
Ostern war für Journalist Nils Pickert der Anlass, sich Gedanken über seinen Umgang mit dem Christentum zu machen

Uralt werden, dabei gesund bleiben oder sogar der Versuch, ewig auf dieser Erde zu leben: Anhänger des Longevity-Trends versuchen vieles, um aus ihren Körpern das Optimum herauszuholen. Wahrscheinlich ist Ihnen der Trend auch schonmal begegnet – ob in den sozialen Medien, in TV-Dokumentationen oder in Form von Ratgeber-Büchern. Auch wir haben uns bei PRO schon kritisch mit dem Trend auseinandergesetzt.

Zu Ostern und in Verbindung mit der Osterbotschaft bekommt das Thema eine ganz aktuelle Dimension. Besonders, wenn man mit einer christlichen Sichtweise auf Longevity blickt.

Ich bin 37 Jahre alt. Ist das noch jung? Für manche markiert der 30. Geburtstag eine Grenze, an der sie traurig zurückblicken: Die jungen, unbeschwerten Jahre scheinen vorbei. In den Dreißigern warten oft neue Verantwortungen und Herausforderungen, sei es in Beruf oder Familie. Ich gehöre nicht zu der Sorte Mensch, die der 30. Geburtstag in eine Krise gestürzt hat. Auch wenn ich noch eher jung bin, kann ich sagen: Dem Älterwerden blicke ich gelassen entgegen – trotz einiger grauer Haare und erster Fältchen.

Abgesehen davon, dass Altern zum Leben dazugehört, sehe ich das auch positiv. In vielen Dingen des Lebens wird man reifer, manches kann man entspannter sehen, der Erfahrungsschatz wird größer und neue Verantwortungen bieten die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Meine Sichtweise steht im krassen Kontrast zu der der Longevity-Anhänger. Sie scheinen sich vor dem Altern zu fürchten. Und drehen sich vor allem um sich selbst: um die eigene Gesundheit, das eigene Wohlbefinden, das eigene Erscheinungsbild. Extrembeispiel ist Milliardär Bryan Johnson. Er will nicht nur langsamer altern, sondern gar nicht mehr. Johnson möchte ewig leben. Seinen Körper nutzt er als Versuchsobjekt für diverse Behandlungen, die oft nur an Tieren erprobt wurden. Dass er sich das Blut seines Sohnes injizieren ließ, ist noch das Harmloseste. Der Streaming-Dienst „Netflix“ widmete dem Milliardär, der den Tod überwinden möchte, sogar eine Doku.

Aber auch „gemäßigtere“ Longevity-Verfechter richten ihren ganzen Alltag oft danach aus, nur ja gesund und fit zu bleiben. Sie schlucken Pillen und Pulver, verzichten auf viele Arten von Genussmitteln, treiben exzessiv Sport und lassen ihren Körper genauestens medizinisch analysieren. Das einzige Ziel: So lange wie möglich leben und „jung“ bleiben.

Älter werden hat etwas Gutes

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde es auch gut, fit und gesund zu bleiben und wünsche mir ein langes und erfülltes Leben in dieser Welt. Aber abgesehen davon, dass mir der Longevity-Lebensstil ziemlich anstrengend zu sein scheint und das „Leben“ viel zu kurz kommt, denke ich: So funktioniert Gesellschaft nicht. Wenn jeder nur an sich selbst denkt, landen wir in einer Ellenbogengesellschaft, in der nur der Stärkere und Gesündere zählt. So möchte ich nicht leben und das passt auch nicht zu meinem christlichen Weltbild. „Liebe deinen Nächsten“ ist nur ein Beispiel aus der Bibel, was hier einen anderen Akzent setzt.

Älter und reifer zu werden, heißt im besten Fall auch, Vorbild für die jüngere Generation zu werden. Nicht umsonst gibt es auch den Begriff der „Altersweisheit“. Es braucht die Alten genauso wie die Jungen. Und das Altern darf sich auch ruhig im Äußeren widerspiegeln.

Der wichtigste Gedanke zu Longevity hängt für mich aber mit dem Thema „ewiges Leben“ und der Osterbotschaft zusammen: Ich kann das Älterwerden wahrscheinlich auch deshalb so entspannt sehen, weil ich weiß: Das ewige Leben gibt es wirklich. Aber zum Glück nicht hier, auf dieser Erde. Und anders, als Menschen wie Bryan Johnson es sich vorstellen.

Ostern macht Christen immer wieder neu bewusst: Es geht nicht um das Streben nach Perfektion und Leistung hier auf dieser Erde und in diesem Leben. Sondern darum, sein Leben nach dem auszurichten, der uns den Weg in die Ewigkeit durch seinen Tod am Kreuz schon bereitet hat – egal, ob wir jung und fit oder alt und krank sind.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostern und ein offenes Herz für die beste Botschaft der Welt.

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