Die katholische Kirche hatte 2024 weltweit 1,42 Milliarden Mitglieder. Das entspricht einem Zuwachs von rund 1,14 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und damit ungefähr dem Wachstum der Weltbevölkerung insgesamt. Das zeigen die neuesten Daten aus dem Päpstlichen Jahrbuch 2026 und dem Statistischen Jahrbuch der Kirche, über die religion.ORF.at auf Basis einer Meldung der Katholischen Presseagentur (KAP) berichtet.
Demnach liegt der Anteil der getauften Katholiken an der Weltbevölkerung stabil bei 17,8 Prozent. Doch die Zahlen beschreiben auch einen Wandel.
Afrika überholt Europa
In Afrika stieg die Zahl der Katholiken demnach um 2,7 Prozent auf mehr als 288 Millionen. Das entspricht einem Anteil von 20,3 Prozent aller Katholiken weltweit. In Europa dagegen wächst die Zahl der Katholiken kaum noch. Mit einem Zuwachs von nur 0,8 Prozent fiel der Anteil europäischer Katholiken auf 20,1 Prozent – und liegt damit erstmals unter dem der afrikanischen Gläubigen. Nord- und Südamerika bleibt mit 47,7 Prozent der größte Block. Asien bleibt konstant bei 11 Prozent.
Beim Personal zeichnet sich eine Verlagerung ab. Die Gesamtzahl der Priester weltweit stieg 2024 leicht um 425 auf 407.421. Doch dieser Zuwachs kommt allein aus Afrika und Asien. In Europa sank die Zahl der Priester von 155.091 auf 152.608. Auch bei den Seminaristen – also den Priesteranwärtern – zeigt der Trend nach unten: von 106.495 im Jahr 2023 auf 103.604 im Jahr 2024, ein Rückgang von 2,72 Prozent. In Asien sanken die Zahlen um fast neun Prozent, in Europa um 5,5 Prozent. Einzig Afrika verzeichnet ein Plus von 2,25 Prozent.
Taufen, Ehen und Laien
Weltweit wurden 2024 in der katholischen Kirche rund 13,1 Millionen Taufen registriert – 40,7 Prozent davon in Amerika, 31,7 Prozent in Afrika. Die Zahl der Laienmissionare stieg um 4,2 Prozent. 86,8 Prozent von ihnen sind auf dem amerikanischen Kontinent tätig. Im Berichtszeitraum 2024 wurden insgesamt 1.818.998 katholische Trauungen vollzogen.