Paderborn
Im Einsatz seit: 2023
Größe: 8,10 m x 2,50 m x 3,75 m
Standort: Kolping Gutshof
in Großeneder
Träger: Kolping-Bildungswerk Paderborn/Kolping-Schulwerk
Unsere Tiny Church ist minimalistisch gestaltet, bietet Stille und Ruhe sowie die Möglichkeit, eine virtuelle Kerze von überall auf der Welt anzuzünden (kolping-tinychurch.de). Sie ist so mobil, dass sie zu den Menschen kommen kann („Geh-hin-Kirche“). Wir haben sie gebaut, weil wir einen örtlich flexiblen Begegnungs- und Rückzugsort schaffen wollten, von dem die Menschen im spirituellen Sinne profitieren können. Relevant für die Menschen ist sie, weil sie verschiedenste Möglichkeiten bietet, die Gottesbegegnung in die je eigene Lebenswirklichkeit zu transportieren. Die große Chance dieses Formats liegt in dem niedrigschwelligen Zugang insbesondere für Kinder und Jugendliche, die ihre spirituellen Erfahrungen „mal anders“ erleben möchten. Zudem verfügt die Tiny Church über eine Friedensglocke, die aus einem Kunstprojekt von Michael Patrick Kelly stammt.
Ahrtal
Im Einsatz seit: 2021
Größe: ca. 17,5 qm
Standort: Altenahr (Ahrtal)
Träger: Hoffnungswerk e.V.
Mitten im vom Hochwasser gezeichneten Ahrtal ist ein Ort entstanden, an dem Menschen zur Ruhe kommen und Gott begegnen können. Seit fast drei Jahren steht die mobile Kapelle neben dem Friedhof in Altenahr, direkt gegenüber dem Begegnungs-Café „nur mut“. Sie ist rund um die Uhr geöffnet. Die Kapelle ist als „Raum der Stille“ konzipiert. In ihr finden keine Veranstaltungen statt. Sie wird von Anwohnern und Touristen genutzt, um zu beten, LED-Kerzen aufzustellen, zu lesen und Gebetsanliegen zu hinterlassen. Der Text an der Veranda bringt die Zielsetzung auf den Punkt: „Ein Ort des Friedens und der Trauer. Der Stille, der Meditation, des Gebets. Des Gedenkens und des Ausblicks. Des Schmerzes und der Hoffnung. Kommen Sie gerne herein. Hier sind Sie willkommen. Sie und jede Ihrer Emotionen.“
Unsere Tiny Church ist deswegen relevant, weil sie Menschen mitten im Katastrophengebiet einen liebevollen, geschützten und friedlichen Ort bietet, an dem sie Gott begegnen können. Wir haben uns für diese Form entschieden, weil es nach der Flutkatastrophe 2021 eine schnelle, offene und unbürokratische Lösung – ohne Baugenehmigung – brauchte. Die große Chance dieses Formats liegt in dem niedrigschwelligen Zugang. Tiny Churches ergänzen das Format anderer Kirchen, weil sie innovativ, mobil und einladend sind.
Friedersdorf-Kablow
Im Einsatz seit: 31.10.2025
Größe: 2 m x 4 m
Standort: Heidesee, OT Friedersdorf (im Sommer auf dem Pfarrhof – wenn sie nicht unterwegs ist – und im Winter in einer großen Scheune)
Träger: Evangelische Kirchengemeinde Friedersdorf-Kablow (Ev. Kirchenkreis Oderland-Spree – Landeskirche EKBO)
Die Kirche erinnert an ein schwedisches Holzhaus und verströmt „Bullerbü-Charme“. Sie hat einen von uns entworfenen Altar mit auswechselbaren Altarbildern, die die Kinder der Christenlehre gestaltet haben. Wir haben sie gebaut, weil wir etwas schaffen und gemeinsam unterwegs sein wollen. Wir wollen damit Generationen verbinden und voneinander lernen. Gottesdienste können an ungewöhnlichen Orten stattfinden und Kirche muss nicht nur im Dorf bleiben. Es soll Gemeindenachmittage geben, wo schon lange nichts mehr war. Ausgangspunkt war, dass wir den Menschen zeigen möchten, dass wir für sie da sein wollen. Unsere Tiny Church ist relevant für die Menschen, weil Kirche sichtbar werden kann, wo sie es nicht mehr ist.
Viele Menschen besuchen kaum noch die steinernen Kirchengebäude. Manche von ihnen haben ein veraltetes Bild von Kirche im Kopf und lehnen sie ab. Indem wir zu den Menschen fahren, eröffnen sich neue Beziehungsräume und es ergeben sich Möglichkeiten für Gespräche und Miteinander. Das kann am Badestrand, am Fußballplatz oder als Ort der Stille bei Volksfesten sein. Mit ihr tauchen immer Menschen auf, die sich auf den Weg gemacht haben und Gottes guten Geist an die ungewöhnlichen Orte bringen möchten. Die große Chance dieses Formats liegt in Zusammenhalt und Neuorientierung innerhalb der Stammgemeinde sowie in Öffnung, Strukturwandel und Gemeindeaufbau. Während das Projekt „gewachsen“ ist, stellte sich immer mal wieder die Frage, wieviel Kirche die Menschen, die wir erreichen wollen, brauchen? So konnten wir auch über die Generationen hinweg ins Gespräch kommen und Diskussionen anstoßen. Die mobile Kirche ist für uns eine Möglichkeit des religiösen Aufbruchs in einer sich wandelnden Gesellschaft. Sie bleibt aber auch ein Stück Experimentierfeld.
Offenburg
In Betrieb seit: 2023
Größe: 7,5 m x 2,4 m x 3,4 m
Standort: Offenburg
Träger: Freie evangelische Gemeinde Offenburg
Die Tiny Church wurde in Eigenleistung der Gemeindemitglieder auf der Basis eines Bootsanhängers gebaut und der Bau wurde nur durch Spenden finanziert. Es ist ein Glaubensprojekt unserer Gemeinde gewesen. Gebaut haben wir mitten in der Stadt an einem öffentlichen Ort. So haben viele den Bau mitbekommen und mitgemacht: sowohl Schulklassen als auch Menschen aus dem Stadtteil. Wir haben jeden Baufortschritt angemessen gefeiert. Das hat uns als Gemeinde zusammengeschweißt, um im Gebet die nächsten Schritte zu gehen. Denn wir hatten weder das Geld, noch die fachliche Expertise. Das hat uns Gott alles geschenkt.
Als kleinste Kirche Offenburgs hat unsere Tiny Church einen ganz besonderen Charme. Wir haben sie gebaut, weil wir nach einer Möglichkeit gesucht haben, zu den Menschen zu kommen. Wir wollten nicht nur zu Jesus einladen, sondern den Menschen in den unterschiedlichen Stadtteilen zeigen, dass Gott zu ihnen kommt. Relevant ist sie, weil Menschen dadurch Jesus kennenlernen. Mehrere sind durch die Tiny Church in unsere Gemeinde gekommen und haben Jesus als Herrn angenommen. Die große Chance dieses Formats liegt in der Flexibilität und der Beweglichkeit. Und die Tiny Church ist der absolute Blickfang. |
Hoerstgen
In Betrieb seit: Sommer 2024
Größe: ca. 9 qm
Standort: Kamp-Lintfort/Hoerstgen
Träger: Freie evangelische Gemeinde Hoerstgen
Die Kapelle ist keine „klassische“ Tiny Church, mit der man an Orte und Plätze fährt, um Menschen dort zu begegnen, sondern hat einen festen Standort. Wir haben sie gebaut, weil uns in der Gemeinde und im Dorf ein öffentlicher Ort für Stille und persönliches Gebet gefehlt hat. Diesen Ort wollten wir für Menschen in- und außerhalb unserer Gemeinde rund um die Uhr ermöglichen. Unsere Tiny Church ist relevant für die Menschen, weil sie in einer oft hektischen und lauten Welt einen Ort der Ruhe und des Gebetes bietet, einen Ort, an dem man einfach „sein“ darf und vielleicht einen Raum erlebt, in dem Gottesbegegnungen möglich sind. Werbung für Gemeindeveranstaltungen oder andere Aktionen gibt es her nicht – sondern lediglich Kreuz, Bibel und Sitzmöglichkeiten. Die große Chance dieses Formats liegt in der Tatsache, dass wir als Betreiber nichts von den Menschen „wollen“, sondern ihnen einfach etwas anbieten, was ihnen guttun könnte. Der Raum liegt an einem von Radwanderern viel befahrenen Wegenetz am Niederrhein, sodass wir nicht nur Anwohnern, sondern auch Radfahrern auf ihren Touren ein Angebot der Einkehr ermögliche
Der Artikel ist erstmals in der Ausgabe 2/2026 des Christlichen Medienmagazins PRO erschienen. Das Heft können Sie hier kostenlos bestellen.