„Sinnkubator“ stellt den Betrieb ein

„Sinnkubator“ wollte Unternehmensgründungen im christlichen Umfeld fördern und begleiten. Doch das Geschäftsmodell erwies sich nicht als tragfähig. Daher stellt das Unternehmen seinen Betrieb ein.
Von Jonathan Steinert
Jörg Dechert

14 Monate nach seiner Gründung stellt „Sinnkubator“ seinen Betrieb ein. Die gemeinnützige GmbH hatte sich zum Ziel gesetzt, Startup-Gründungen mit einem christlichen Anliegen beratend zu fördern und zu begleiten. Das Träger- und Finanzierungsmodell habe sich „in der Praxis als zu schmale Basis erwiesen“, heißt es in einer Mitteilung der Gesellschafter. Daher werde das Unternehmen aufgelöst und in die „geordnete Liquidation“ überführt.

Für insgesamt 16 Projekte haben sich Gründer um eine Unterstützung durch „Sinnkubator“ beworben. Drei Gründungen davon wurden schließlich in den vergangenen Monaten begleitet, sagt Jörg Dechert, geschäftsführender Gesellschafter. Die Begleitung wäre auf zwei Jahre ausgelegt gewesen. Die Projekte hätten im Laufe der Monate ausreichend eigenes Vermögen aufbauen müssen, damit sich auch die Arbeit von „Sinnkubator“ finanziell trägt. Das sei nicht gelungen, sagt Dechert.

Christlich motiviertes Unternehmertum werde dringend gebraucht, da es eine Brücke zwischen Glauben, gesellschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlicher Innovation sei, heißt es in der Mitteilung von „Sinnkubator“ weiter. Eine „Kultur des unternehmerischen Denkens und Gründens im kirchlichen und gemeinnützigen Raum“ müsse aber noch wachsen. Dazu zählt für Dechert die Bereitschaft, etwas auszuprobieren, zu experimentieren und auch Fehler zu machen. Gerade im Umfeld von Gemeinden herrsche jedoch eine Mentalität vor, die eher nicht zum Experimentieren ermutige und im Fall von Rückschlägen schnell die Schuldfrage stelle.

In einer offenen Online-„Learning Session“ lädt „Sinnkubator“ am 24. März dazu ein, sich über die Erfahrungen der vergangenen Monate sowie Erkenntnisse über Finanzierungsmodelle und die Begleitung von Startups im christlichen Kontext auszutauschen. Davon verspricht sich Dechert auch Impulse dafür, wie das Anliegen, das „Sinnkubator“ verfolgte, weitergetragen werden kann.

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