Immer mehr Gemeinden und Kommunen setzen auf digitale Werkzeuge, um Menschen miteinander zu vernetzen. Eine dieser Lösungen ist die Plattform „Communi“, die inzwischen hunderttausende Nutzer erreicht. Gegründet wurde „Communi“ 2014 aus einer Gemeinde in Würzburg heraus. Die Initiatoren wollten einen digitalen Raum schaffen, in dem Gemeinschaft leichter zugänglich wird – besonders für Menschen, die neu in einer Stadt sind oder bislang wenig Kontakt zu kirchlichen Angeboten hatten. Besonders Neuzugezogene oder Studierende sollen leichter Anschluss finden – an andere Menschen und an Gemeinden.
Ziel war es, eine Plattform zu bauen, auf der sich Menschen einfach verbinden können. So können Interessierte schon digital Gemeinschaft erleben, bevor sie ein Gemeindehaus betreten. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass jemand, der niemanden kennt in der Gemeinde, in ein Gemeindehaus reinläuft“, erklärt Sebastian Ortler, Mitgründer und Vorstand der Communi AG, am Rande des Willow-Creek-Kongresses 2026 in Dortmund. „Heute könnten Menschen sich vorab informieren, Kontakte knüpfen und einen ersten Eindruck gewinnen.“
Die Software ist auf große Gemeinschaften ausgelegt und bietet strukturierte Kommunikationsmöglichkeiten, die über klassische Messenger-Dienste hinausgehen. Gleichzeitig bleibt der Zugang niedrigschwellig: Inhalte können ohne Registrierung oder Angabe persönlicher Daten eingesehen werden.
2018 wurde die Plattform beim Willow-Creek-Kongress erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt und gewann in den folgenden Jahren zunehmend an Bekanntheit. Einen deutlichen Schub erhielt das Projekt während der Corona-Pandemie, als digitale Kommunikationswege für Gemeinden an Bedeutung gewannen. „Das war ein Booster“, sagt Ortler. Seinen Angaben zufolge nutzten im vergangenen Jahr mehr als 800.000 Geräte die Plattform. Statt einer zentralen Anwendung stellt Communi rund 800 individuell angepasste Apps für Gemeinden und Organisationen bereit.
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Inzwischen wird die Plattform auch von rund 50 Kommunen eingesetzt, um die Bürger in ihrer direkten Umgebung zu vernetzen. Digitale Nachbarschaftsräume sollen den Austausch fördern und lokale Initiativen sichtbarer machen. Für Ortler hat das eine klare gesellschaftliche Dimension: „Viele Konflikte, die wir haben, hätten wir nicht, wenn die Leute häufiger auf Augenhöhe miteinander sprechen würden.“ Digitale Werkzeuge könnten helfen, solche Begegnungen zu fördern.
Finanziert wurde Communi zunächst durch Eigenmittel des Gründerteams. 2022 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit mehr als 50 Anteilseignern. Heute arbeitet ein neunköpfiges Team an der Weiterentwicklung der Plattform. Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen weiteres Wachstum und eine deutliche Ausweitung seiner Reichweite.