1978 wechselte ein 19-jähriger Koreaner in die Fußball-Bundesliga: Bum-kun Cha. Über Darmstadt führte sein Weg zu Eintracht Frankfurt und später zu Bayer Leverkusen, mit denen er internationale und nationale Titel errang. Keinen Hehl machte der Profi aus seinem christlichen Glauben und dem gemeindlichen Engagement.
Bei Eintracht Frankfurt wurde er schnell Stammspieler und gewann in der ersten Saison den UEFA-Pokal und ein Jahr später den DFB-Pokal. Die „Sportschau“ hat in einem zweiminütigen Video nicht nur dessen sportliche Verdienste, sondern auch seinen christlichen Glauben gewürdigt: „Der Glaube ist die Basis seines Könnens“, heißt es darin.
Zu Wort kommt dabei auch „Mr. Eintracht Frankfurt“ Karl-Heinz Körbel, der den gläubigen Fußballer als einen der vielseitigsten Stürmer seiner Zeit charakterisiert. Obwohl die gegnerischen Abwehrspieler Cha oft übel gefoult hätte, habe dieser immer die Fassung behalten. In dem Beitrag wird auch sein gemeindliches Engagement erwähnt, das er sich nicht habe nehmen lassen.
Lange Weltrekordhalter
Für positive Schlagzeilen sorgte Bum-Kun Cha noch einmal, als ihn sein Mitspieler Jürgen Gelsdorf schlimm foulte. Während sich Gelsdorf danach schweren Vorwürfen ausgesetzt sah, nahm ihn Cha in Schutz, da er ihm keine Absicht unterstellte. 1989 beendete Cha nach 185 Spielen und 52 Toren für Leverkusen seine Karriere und ging in seine Heimat zurück.
Für Südkorea bestritt Bum-kun Cha 127 Länderspiele und erzielte 55 Tore. Als Nationalspieler nahm er an der Weltmeisterschaft 1986 teil und schoss ein Tor. Bum-kun Cha war lange Zeit, der Nationalspieler mit den weltweit meisten Länderspielen. Vom asiatischen Verband wurde er zu Asiens Fußballer des 20. Jahrhunderts gekürt.
Nach seiner Zeit als Profi wurde er Trainer. Als Vereinstrainer gewann er nationale Titel. Später qualifizierte er sich als Nationaltrainer für die Weltmeisterschaft 1998, wurde aber während des Turniers entlassen. Weil er Korruption und Bestechung im südkoreanischen Fußball kritisierte, wurde er mit einem fünfjährigen Arbeitsverbot belegt.
Später spielte auch sein Sohn Du-ri Cha für verschiedene Vereine in der Bundesliga. Im November 2019 erhielt Bum-kun Cha das Verdienstkreuz am Bande.