„Open Doors“ hat am Mittwoch den Weltverfolgungsindex 2026 vorgestellt. An der Spitze der Liste mit 50 Ländern stehen weiterhin Nordkorea, gefolgt von Somalia und Jemen.
In Nordkorea würden Christen als „Staatsfeinde Nummer eins“ gelten, teilte „Open Doors“ mit. „Zehntausende befinden sich in Arbeitslagern, wo ihnen systematische Folter und Hinrichtungen drohen. Der christliche Glaube wird als Gefahr für das Regime betrachtet und brutal unterdrückt.“
Syrien, das noch ein Jahr zuvor auf Platz 18 lag, verzeichnete die stärkste Verschlechterung der Glaubensfreiheit im Vergleich mit allen anderen Ländern. 2026 liegt es auf Platz 6. Ausschlaggebend sei der massive Anstieg der Gewalt gegen Christen. „Mindestens 27 Christen wurden im Berichtszeitraum wegen ihres Glaubens getötet.“ Christen würden von Einschüchterung im Alltag berichten, Lautsprecherwagen würden sie öffentlich zur Konversion aufrufen, an Kirchen geklebte Zettel verlangen die Zahlung einer Kopfsteuer.
Heute leben nach „Open Doors“-Angaben nur noch rund 300.000 Christen in Syrien. Hunderttausende hätten das Land in den vergangenen Jahren verlassen. Eine ähnliche Entwicklung sei im Irak zu beobachten: „Der Nahe Osten blutet durch anhaltende Christenverfolgung zunehmend aus.“
In Subsahara-Afrika, zu dem im Weltverfolgungsindex 2026 14 Länder gehören, liegt laut dem Hilfswerk ein besonders dramatischer Schwerpunkt der Christenverfolgung. Schwache staatliche Strukturen würden ein Machtvakuum schaffen, das islamistische Gruppen ausnutzen.
Die ersten 10 Länder des Weltverfolgungsindex
- Nordkorea
- Somalia
- Jemen
- Sudan
- Eritrea
- Syrien
- Nigeria
- Pakistan
- Libyen
- Iran
Nigeria liegt zwar nur auf Platz 7, dennoch bleibt es das tödlichste Land für Christen weltweit. Von den 4.849 dokumentierten Todesopfer christenfeindlicher Gewalt starben 3.490 in Nigeria.
„Hinter jeder Zahl des Weltverfolgungsindex stehen Menschen, die wegen ihres Glaubens leiden“, sagte Markus Rode, Geschäftsführer von „Open Doors Deutschland“. „Diese Rangliste ist ein Hilferuf. Die entscheidende Frage ist: Hören Kirchen, Zivilgesellschaft und Politik wirklich hin – und handeln sie? Handeln bedeutet, jetzt konkret helfen, Fürsprache leisten und Schutz einfordern; besonders für Christen in Subsahara-Afrika, für die wir eine weltweite Hilfskampagne gestartet haben.“
Der Weltverfolgungsindex basiert laut den Initiatoren wesentlich auf Informationen aus christlichen Netzwerken.