Krippenszene sorgt für „verletzte religiöse Gefühle“

Jesus als mit Schleim versehener Erwachsener: Die ARD-Übertragung einer Christmette an Heiligabend 2025 hatte großen Unmut hervorgerufen. Nun meldet sich die Diözese – mit Verständnis für die Kritiker.
Von Norbert Schäfer
Interpretation der Krippenszene der Künstlerin Milena Lorek. Auf Stroh liegt ein in nasses Reispapier gehüllter Mensch.

In einer Erklärung vom Montag hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart eingeräumt, dass die Christmette „viele kritische Reaktionen“ hervorgerufen hat. Die künstlerische Gestaltung der Krippe habe „polarisiert“.

Grund für den Unmut vieler Christen war eine von der Künstlerin Milena Lorek geschaffene Installation vor dem Altar der Kirche St. Maria in Stuttgart. Die zeigte im Rahmen des ARD-Fernsehgottesdienstes an Heiligabend einen Menschen in „nassem Reispapier“ auf Stroh liegend. Verantwortlich für Konzeption und Übertragung war die Katholische Rundfunkarbeit beim SWR.

„Bild“ spricht von „Schleim-Jesus“

Die Interpretation der Krippendarstellung in dem Gottesdienst hat in sozialen Medien, kirchlichen Kreisen und in der Presse scharfe Reaktionen hervorgerufen. Die „Bild“-Zeitung titelte zu dem Fernsehgottesdienst: „ARD zeigt Weihnachtsmesse mit Schleim-Jesus“ und schrieb von „Empörung“ zahlreicher Christen. Ein katholischer Priester bezeichnete auf Facebook die Darstellung als „Verletzung des christlichen Verständnisses menschlicher Würde“ und rief zu mehr Respekt auf – „auch und gerade gegenüber dem Heiligen des anderen“. Wie die „Welt“ am Montag berichtet, sind beim SWR rund 1.400 Emails mit Beschwerden zu dem Fernsehgottesdienst eingegangen.

Bischof Klaus Krämer und die Diözesanleitung erklärten nun, dass die Verantwortlichen die Verletzung „religiöser Gefühle“ bedauerten und zu „keinem Zeitpunkt eine Provokation oder eine Herabwürdigung zentraler Glaubensinhalte beabsichtigt“ hätten. Zugleich räumte die Diözese ein, dass es Abweichungen von der liturgischen Ordnung gegeben habe und diese bei künftigen Übertragungen vermieden werden sollen.

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