Rezension

Dokumentarfilm: Ist Glaube sinnvoll?

Ist es sinnvoll, an Gott zu glauben? Wie logisch ist der Glaube an Jesus? Eine Dokumentation will Skeptiker an die Hand nehmen und kritische Fragen dazu beantworten, ob die Wissenschaft für oder gegen einen Glauben an Gott spricht.
Von Jörn Schumacher
Erde, Weltall, Universum

Einfach nur ein Gefühl zu haben, reicht kritischen Geistern nicht aus. Erst recht, wenn es um die Frage geht, ob es Gott gibt oder nicht. Der amerikanische Filmemacher Michael Ray Lewis war früher selbst Atheist, doch eine intensive Auseinandersetzung mit den Argumenten für den Glauben machte ihn zu einem Christen. In seinem Debütfilm „Universe Designed“, der seit Kurzem im amerikanischen Angebot der Streamingportale Apple, Amazon und Google zu sehen ist, konfrontiert er Skeptiker mit rationalen Argumenten, die am Ende für einen Glauben sprechen sollen.

Für seinen Dokumentarfilm hat Lewis einige namhafte Forscher, Wissenschaftsphilosophen, Theologen und christliche Apologeten vor die Kamera bekommen. Zunächst legt die Dokumentation den Fokus auf die großen Fragen nach dem Universum und der Physik dahinter. Der Astrophysiker Hugh Ross fasziniert mit der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass alles, was man im Kosmos sehen kann, eigentlich nur 0,27 Prozent der Materie ausmacht; der Rest sind Dunkle Energie (70 Prozent) und Dunkle Materie (30 Prozent).

Spätestens beim Blick in den Sternenhimmel und angesichts der schier unfassbaren Größe des Kosmos müsste dem Biochemiker Fazale Rana zufolge eigentlich jeder denkende Mensch früher oder später die Frage stellen: Warum gibt es eigentlich etwas, und nicht vielmehr nichts? „Leider stellen viele Menschen heutzutage diese Frage nicht mehr“, sagt Rana. Kaum noch jemand nehme sich die Zeit dafür.

Michael Licona, Dozent für das Neue Testament, gibt ihm Recht: Der Materialismus sei zum Teil schuld daran, dass der moderne Mensch zu sehr abgelenkt sei, etwa durch die Medien. Der Autor und Apologet Eric Hernandez sagt: Kaum noch jemand verbringe die Nacht draußen und sehe den Sternenhimmel; vielmehr seien die meisten Menschen nur in der Wohnung und schauten auf den Fernseher oder auf andere Displays.

Das Multiversen-Argument besagt nichts

Dann sprechen die Geistesgrößen des Films über Fragen wie: Was ist Wissen, was ist Glaube?

Was ist persönliche Meinung, was gut begründete Überzeugung? Forscher wie Albert Einstein konnten zeigen, dass Raum und Zeit zusammengehören und als Raumzeit eine Einheit bilden, und dass diese einen Anfang hatte. Die Frage ist: Was hat den Beginn des Universums ausgelöst? Es könne nur dann etwas vor der Entstehung der Materie gegeben haben, wenn dieser Auslöser selber nicht Materie, sondern Geist gewesen ist, stellen die Experten des Films fest.

Daraufhin geht die Dokumentation auf den faszinierenden Umstand ein, dass die Erde wie gemacht zu sein scheint dafür, dass Leben auf ihr entstand und sich erhalten kann. Sehr viele Parameter in der Natur müssen exakt darauf abgestimmt sein. Würde man nur ein Parameter ändern, gäbe es kein Leben oder kein Universum. Atheisten bleibe im Grunde nichts anderes übrig, als eine unendliche Anzahl an Universen anzunehmen, die so lange entstanden und vergingen, bis „unser“ Universum entstand, oder aber unendlich viele Parallel-Universen.

Dagegen spricht allerdings, dass eigentlich nichts unendlich ist. Warum sollte es dann die Anzahl an Universen sein? Der Physiker Leonard Susskind – selbst kein Theist – warnte: Atheisten sollten aufhören, das Multiversen-Argument zu benutzen, weil es alles erklären könne – und damit eigentlich nichts. Der Biochemiker Fazale Rana, der noch als Student Agnostiker war, kam zu dem Schluss, dass nur eine höhere Intelligenz hinter dieser „Erfindung“ stecken könne. Was Biologen „Evolution“ nennen, sei bei genauerer Betrachtung „nur“ Mikroevolution.

Schließlich sprechen die Interviewten über die Frage, ob es Gott gibt, was dafür spricht, und wie man diese Frage rein rational angehen kann. Immerhin hängen an dieser Frage viele weitere, die unser Leben betreffen, so Sean McDowell, etwa: „Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt es so etwas wie Menschenwürde? Gibt es einen Sinn?“ Der Theologe fasst zusammen: „Diese Frage nach Gott formt alle anderen.“

Am Ende ergibt der Glaube an Jesus Sinn

Die Theologen betonen, dass auch nach strengen historischen Methoden, mit der die Zuverlässigkeit historischer Berichte analysiert werden, vieles für die Historizität der biblischen Berichte spricht. Angesichts der vielen unterschiedlichen Berichte, die in den wichtigsten Punkten übereinstimmen, stehe das Neue Testament sogar teilweise besser da als viele andere historische Quellen.

Außerdem kommen Besonderheiten des christlichen Glaubens zur Sprache, etwa dass Jesus der einzige religiöse Führer war, der nicht nur anerkannt und geliebt werden wollte, sondern der den exklusiven Anspruch hatte, der einzige Weg zu Gott zu sein. Ebenso sei außergewöhnlich, dass der Gott der Bibel der einzige Gott sei, der Mensch wurde und menschliches Leid auf sich nehmen wollte.

Bringt man alle Argumente des Films zusammen, ergibt sich laut den interviewten Experten: Der christliche Glaube ist die Weltsicht, die am sinnvollsten ist – angesichts aller logischer Schlüsse, denen man folgt. Doch abgesehen davon, spüre jeder Mensch in seinem Inneren eine Sehnsucht, die eigentlich nur in einer anderen Welt gestillt werden könne; jeder Mensch spüre, dass er nicht das sündlose Leben führt, das er führen sollte, und er verspüre Schuld. Am Ende ruft der gläubige Kosmologe Hugh Ross auf: „Legt eure Smartphones und Computer beiseite und geht hinaus in die Natur. Genießt, was ihr dort seht. Diese Schönheit spricht für Gott.“

Der Film „Universe Designed“ reiht eine Vielzahl tiefgründiger Fragen fast im Schnelldurchgang aneinander; und das fast permanent untermalt von dramatischer Musik. Manchem theologischen, naturwissenschaftlichen oder philosophischen Aspekt hätte man eine detailliertere Betrachtung gewünscht. Dennoch gelingt es Lewis, dem Streaming-verwöhnten Konsumverhalten entsprechend alle wichtigen Fragen zu Glaube und Wissenschaft auf den Punkt und in 86 Minuten unterzubringen.

„Universe Designed“, 86 Minuten, Regie: Michael Ray Lewis, im amerikanischen Angebot von Apple, Amazon und Google, Webseite: universedesigned.com

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Ihre Nachricht an die Redaktion

Sie haben Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen? Dann schreiben Sie gerne eine Nachricht direkt an die PRO-Redaktion.

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen