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95 Thesen – 95 Radiosendungen

Alle 95 Thesen Martin Luthers werden in der Sendung „Tag für Tag“ im Deutschlandfunk von verschiedenen Menschen kommentiert. Darunter sind mehr oder weniger Prominente, Journalisten, Theologen und Buchautoren.
Von Jörn Schumacher
Im Radiosender Deutschlandfunk kommentieren unterschiedliche Personen montags bis freitags jeden Tag eine These Martin Luthers

Foto: Deutschlandfunk / public domain

Im Radiosender Deutschlandfunk kommentieren unterschiedliche Personen montags bis freitags jeden Tag eine These Martin Luthers

Seit dem 19. Juni 2017 ist die Reihe „Luthers Thesen – neu gelesen“ montags bis freitags um 9:35 Uhr im Deutschlandfunk zu hören. Bis Oktober sollen in 95 Sendungen alle Thesen behandelt sein. Unter den Personen, welche die Sätze Luthers kommentieren, sind etwa der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen, der Journalist Peter Hahne, eine buddhistische Nonne und ein Islamwissenschaftler, oder die Schriftstellerin und „Ex-Protestantin“ Thea Dorn. Auch ein Mechanikermeister, der Martin Luther heißt, kommt zu Wort.

Die Sendung sei eine „Interpretation mit Augenzwinkern, klug und kritisch, kein klassischer Kirchenfunk“, teilte einer der verantwortlichen Redakteure, Andreas Main, mit. „Die Interpretationen gehen weit auseinander, so weit, dass man oft nicht merkt, dass da dieselbe These kommentiert wird“, ergänzt Christiane Florin, die die Sendung mit ins Leben gerufen hat. „Alles andere würde Luther nicht gerecht.“

Zur ersten These Luthers etwa meinte der Schriftsteller Feridun Zaimoglu, der Reformator habe kritisiert, „dass Pfaffen und Priester den Christen einfach von Sündenschuld freisprechen“. ZDF-Moderatorin Gundula Gause kommentierte: „Buße tun heißt ‘umkehren in die offenen Arme Gottes’. Wer Buße tut, ändert sein Denken und seine Einstellung zum Leben – weil er Gottes Liebe erfahren hat. Das ist Luthers grundsätzliches Anliegen.“

Peter Hahne sagte anlässlich der 4. These: „Gläubige sind keine Heiligen, die makellos dem Himmel entgegen wandern. Sie können sich nicht selbst erlösen von Unvollkommenheit, von Fehltritten, von Selbstverachtung. Denn das ist für Luther wahre Buße, die erst im Himmel vollendet wird. Also: keine Selbstdarstellung des Menschen, sondern Erlösung durch Christus. Das ist bei Luther Buße.“ Eckart von Hirschhausen merkt zu These 14 an: „Jesus konnte Wasser zu Wein verwandeln – aber ich finde, der Mensch ist eh ein Wunder.“ (pro)


„Luthers Thesen – neu gelesen“ in der Sendung „Tag für Tag“, Deutschlandfunk, montags bis freitags, 9:35 Uhr

Von: js

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