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20.000 beten für Nordnigeria

Über 1.500 Jugendgruppen haben nach Angaben von Open Doors am Wochenende bei der Aktion „Shockwave“ („Stoßwelle“) für verfolgte Christen in Nigeria gebetet. Jetzt wirbt das Hilfswerk um weitere Unterstützung: Persönliche Kurzvideos als Ermutigung für die leidenden Gläubigen.
Von PRO

Foto: Screenshot pro

Die Organisation, die sich gegen Christenverfolgung einsetzt, schätzt die Teilnehmerzahl auf etwa 20.000 Jugendliche. Im Fokus der Gebetsaktion stand die Lage der verfolgten Christen in Nordnigeria.

Dazu lieferte Open Doors zum Beispiel einen Film, in dem sich die Jugendlichen Interviews mit verfolgten Christen in Nigeria anschauen konnten, um deren Lage besser nachempfinden zu können. In dem Film erzählen Nigerianer von ihren erschütternden Erfahrungen, die sie nur gemacht haben, weil sie Christen sind. Alle von ihnen sind aus Sicherheitsgründen nur verschwommen zu sehen, ihre Namen werden nicht genannt. „Sie greifen an und töten. Du rennst weg und dann brennen sie dein Haus nieder“, berichtet einer. Täglich würden Kirchen zerstört, sagt ein anderer. Von einem Mann erzählt ein Augenzeuge: „Bevor sie ihn erschossen, rief er ,Jesus, rette mich, Jesus, rette mich‘. Er fiel hin. Sie ließen ihn nicht einfach liegen, sondern zückten ihre Messer und stachen auf ihn ein. Auf seinen Körper, sein Gesicht.“ Verantwortlich für die meisten Übergriffe ist die islamistische Organisation Boko Haram.

Die Jugendgruppen, die den Film und andere Materialien zugeschickt bekamen, waren frei, den Gebetsabend selbst zu gestalten. Manche hätten eine reguläre Jugendstunde zu dem Thema vorbereitet, einen Jugendgottesdienst gefeiert und sogar eine Gebetsnacht gemacht, teilte Open Doors mit.

Weiter hieß es, Christen im Norden Nigerias stünden „seit Jahren unter konstantem Druck, der sich immer wieder auch in brutalen Gewaltakten gegen Kirchen und Einzelpersonen“ entlade. „Hunderte kamen allein im vergangenen Jahr bei Angriffen der islamistischen Boko Haram ums Leben. Die extremlistische Splittergruppe will den Norden des Landes vollständig dem Islam unterwerfen und dafür alle Nicht-Muslime vertreiben. Christliche Leiter und Pastoren berichten von wachsenden Schwierigkeiten, besonders Jugendliche von Racheakten gegen Muslime abzuhalten und zur Vergebung aufzurufen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Open Doors.

Ermutigungsvideos für Nigerianer

Die Gebetsaktion soll Solidarität der Christen in Deutschland mit den verfolgten Gläubigen in Nigeria signalisieren. Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, erklärte dazu: „In dieser Situation ist entscheidend, dass wir ihnen signalisieren: Wir stehen hinter euch, ihr könnt auf uns zählen!“ Dazu hat die Organisation mit Sitz in Kelkheim bei Frankfurt eine Aktion gestartet, bei der Jugendgruppen ein Kurzvideo einreichen können, in dem sie verfolgte Christen in Nigeria ermutigen. Der Clip solle am besten auf Englisch und nicht länger als 30 Sekunden sein. Unter den Einsendern wird eine Person ausgewählt, die zusammen mit Open Doors verfolgte Christen in Nigeria besuchen darf, um sie zu unterstützen.

Auch weiterhin wird das Thema Nigeria eine zentrale Rolle spielen. Für den 26. April im Kongress-Palais in Kassel plant Open Doors eine Großveranstaltung mit dem Namen „AfterShock – Hold on to Jesus“. Unter anderem wird ein nigerianischer Christ von der Situation in Nordnigeria berichten. Open Doors bietet zu dem Event auch einen Livestream an.

Open Doors schätzt, dass weltweit etwa 100 Millionen Menschen wegen ihres christlichen Glaubens bedrängt, diskriminiert und verfolgt werden. Der Grad der Verfolgung wird in einem jährlichen „Weltverfolgungsindex“ dokumentiert. Am schlimmsten werden Christen demnach seit Jahren in Nordkorea verfolgt. Auf den weiteren Plätzen finden sich fast ausschließlich islamisch dominierte Staaten. (pro)

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