Foto: PRO

Das christliche Medienmagazin

Weniger Kirchenaustritte im Corona-Jahr 2020

Im Jahr 2020 sind weniger Menschen aus der EKD ausgetreten als im Jahr zuvor. Der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm interpretierte das als positives Signal für die Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft.
Von dpa
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm Foto: epd/mck
Heinrich Bedford-Strohm ist EKD-Ratsvorsitzender und bayerischer Landesbischof

Im Corona-Jahr 2020 sind deutlich weniger Menschen aus der evangelischen Kirche ausgetreten als im Jahr zuvor. Nach vorläufigen Zahlen hätten 10 bis 20 Prozent weniger Mitglieder der Kirche den Rücken gekehrt, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der Deutschen Presse-Agentur.

„Vielleicht ist es tatsächlich so, dass viele Menschen so ein Gefühl hatten: In dieser Pandemie ist es doch ein Glück, dass wir die Kirche mit allen ihren Einrichtungen haben, so fehlbar sie auch sein mag.“ Die Kirchensteuereinnahmen seien aufgrund der niedrigeren Einkommen in der Corona-Krise allerdings deutlich geringer ausgefallen.

„In unserer bayerischen Landeskirche haben wir 2020 zum Beispiel bei einem Haushaltsvolumen von 960 Millionen einen Rückgang der Erträge von 110 Millionen gehabt, der wesentlich durch Kirchensteuerausfälle verursacht war“, sagte der bayerische Landesbischof. Das mache schmerzhafte Einsparungen unumgänglich.

Bätzing zeigt Verständnis für Kirchenaustritte

Der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, äußerte sich vor kurzem ebenfalls zu Kirchenaustritten aus der Katholischen Kirche und kritisierte zu Ostern den mangelnden Reformwillen der katholischen Kirche. Er leide an der Kirche, „wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt oder durch erstarrte Strukturen und mangelnde Veränderungsbereitschaft vielen den Zugang zum Glauben blockiert“, sagte Bätzing in seiner Predigt im Limburger Dom.

Bätzing zitierte einen jungen Mann, der ihm zur Begründung für seinen Kirchenaustritt geschrieben habe: „Was man nicht verändern kann und was selbst nicht in der Lage ist, umzukehren, sollte man verlassen.“ Er könne das nachvollziehen sagte Bätzing. „Und ich bedaure es, dass wir als Kirche ein solches Bild abgeben.“

Schreiben Sie einen Kommentar

3 Antworten

  1. Könnte das eventuell damit zusammenhängen, dass es gar nicht genug Termine für Kirchenaustritte gibt?
    Man konnte doch neulich in der Presse lesen, das es einen regelrechten “Stau” von Austrittswilligen gibt, die aber keine Termine bekommen.

    1. Max hat vollkommen recht. Über einige Zeit bekam man überhaupt keine Termine und jetzt nur eingeschränkt.
      Davon abgesehen sehen die Aussage “In dieser Pandemie ist es doch ein Glück, dass wir die Kirche mit allen ihren Einrichtungen haben” – viele Bürger incl. Prominente und Bürger doch deutlich anders. Ich erinnere an die heißen Diskussionen der letzten Monate.

  2. Kirche ist Gemeinschaft der Gläubigen. Ich als Christ (evangelische Kirche Bayern) darf doch nicht einfach
    diese Gemeinschaft verlassen. Natürlich kann jeder Einzelne Veränderungen in dieser Gemeinschaft “ankurbeln”, fehlerhaftes Verhalten von kirchlichen Mitarbeitern muss angesprochen und beseitigt werden.
    Wir sind alle nur Schafe der Herde des Herrn. Wenn ich im Leben zulasse, das Gott mich verändert, gilt dies
    ebenso für alle. Ich muss es wollen und den Weg konsequent beschreiten, wenn ich stolpere werde ich gestützt, wenn ich falle werde ich getragen und bin viele Glaubenserfahrungen reicher geworden. Deswegen lest Gottes Wort und lebt danach, vor allem liebt die Menschen, so differenziert sie auch sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell