Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de Die aktuellen News bei Medienmagazin pro de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de 18 16 Die aktuellen News bei Medienmagazin pro TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Fri, 03 Apr 2020 01:06:27 +0200 <![CDATA[Die Osterbotschaft vom Balkon singen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2020/04/02/die-osterbotschaft-vom-balkon-singen/ Ein Kommentar von Jonathan Steinert]]> Mittwochabend, 18.15 Uhr, ein kleiner Abendspaziergang durch die Stadt. Eine ruhige Straße mit fünfgeschossigen Altbauten auf beiden Seiten, ein Grünstreifen mit knospenden Ahornbäumen in der Mitte, die Sonne schickt wärmende Strahlen über den Bürgersteig. Plötzlich erklingt aus allen Richtungen Musik: An den Fenstern und auf Balkonen stehen Menschen, teilweise mit Liedblättern in der Hand, und singen gemeinsam. „Bridge over troubled water“, Brücke über aufgewühltes Wasser, die Rockballade von Simon & Garfunkel. Wer gerade – natürlich im gebotenen Sicherheitsabstand – vorbeiläuft, bleibt stehen, stimmt ein, viele zücken ihr Smartphone und filmen die Szene, dann applaudieren sich alle gegenseitig. Danach tönen Flötenklänge von einem Balkon, wieder Applaus. Der besonderen Stimmung des Moments kann man sich kaum entziehen.

Jeden Abend um dieselbe Zeit gibt es in dieser Straße ein musikalisches Stelldichein. Es ist eine von unzähligen Formen, wie Menschen – vielleicht auf ganz neue Weise – in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten zueinander finden. Not macht erfinderisch, heißt es. Das lässt sich im Moment vielerorts beobachten. Eine ungeheure Kreativität bricht sich Bahn, um trotzdem Gemeinschaft erleben zu können. Auch christliche Gruppen und Kirchen entwickeln ganz neue Ideen für ihr Gemeindeleben und die Verkündigung: seien es Hauskreistreffen per Videokonferenz, Veranstaltungen im Livestream, Gottesdienste als Audio-Podcasts, Gebets-Chats, Bibelkreise per Instagram oder auch ganz analoge Formen: Pastor Gunnar Engel aus Wanderup fährt durch sein Dorf und gibt über Lautsprecher an verschiedenen Stellen einen Abendsegen weiter. Im schweizerischen St. Gallen lädt ein Pfarrer dazu ein, die Bibel von Hand abzuschreiben. Andernorts malen Pfarrer Bibelverse mit Kreide auf die Straße. Die Liste ließe sich fortsetzen. pro hat einige Ideen beispielhaft zusammengestellt.

Hoffnung braucht langen Atem

Es macht Mut und Freude, zu sehen, wie sich die frohe und hoffnungsvolle Botschaft des christlichen Glaubens ihren Weg zu den Menschen bahnt, auch wenn die Versammlungen der Gemeinde ausfallen. Das wird auch Ostern noch betreffen. Es ist bitter, nicht mit der ganzen Gemeinde in der Kirche „Christ ist erstanden“ singen zu können. Dann eben vom Balkon: Vielleicht ist es in den unsicheren Zeiten wie diesen umso wichtiger, die Botschaft vom Sieg von Jesus Christus über den Tod und von der Versöhnung mit Gott gerade nicht in, sondern außerhalb der Kirche zu singen.

Wie wird es sein, wenn das Virus seine Macht verloren hat und die Beschränkungen aufgehoben wurden? Werden wir Christen dann weiterhin so findig und motiviert sein, unseren Glauben in die Öffentlichkeit zu tragen? Die Krise wird nicht mit einem Mal vorbei sein. Die wirtschaftlichen Folgen etwa werden viele Menschen noch spüren, wenn vom Virus keiner mehr redet. Hoffnung braucht einen langen Atem.

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Thu, 02 Apr 2020 16:42:00 +0200
<![CDATA[Die Wege des Herrn sind kreativ]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2020/04/02/die-wege-des-herrn-sind-kreativ/ Wegen der Corona-Krise und der Schließung der Schulen finden derzeit auch keine Schülerbibelkreise statt. Deswegen hat die Schüler-SMD (Schüler- und Studentenmission Deutschland) einen Schülerbibelkreis auf Instagram gestartet. Immer mittwochs und freitags um 10.30 Uhr gibt es den „INSTA-SBK“ als Livestream. Daran beteiligt sind Schüler, FSJler und SMD-Hauptamtliche. „Auf jeden Fall werden wir zusammen Bibellesen, einen Input hören und gemeinsam beten“, so Daniel Seidel, Initiator des INSTA-SBK. Über @schueler.smd können sich Schülerinnen und Schüler bundesweit einklinken und durch ihre Nachrichten und Kommentare am interaktiven Geschehen teilnehmen.

Eine Woche Gebet & Fasten, dazu laden die Initiatoren des Projekts #hopewins ein. Jeden Tag gibt es für die Teilnehmer einen kurzen Input, Fragen zur Reflektion und konkrete Gebetsanliegen. Man kann sich in die Liste eintragen und für sich entscheiden, auf welche Dinge man sieben Tage lang verzichten möchte. Es handelt sich um ein Projekt der Hochschule „Momentum College“ in Gummersbach.

Auf YouTube erklärt der User Benedikt Heuer in seinem Kanal „Simplex Akademie“ in Videos, wie man Gottesdienste aufzeichnet oder im Internet streamt:

Pfarrerin Sarah Süselbeck und Pfarrer Michael Schurmann aus Duisburg wollen die Straßen wieder füllen: mit Hoffnung. Sie malen jeden Sonntag biblische Wochensprüche mit bunter Kreide auf die Gehwege. Süselbeck: „Beten ist nicht verboten. Und Hoffnung zu schenken auch nicht.“ Und so malen sie und ihr Kollege sinnstiftende Sprüche aufs Pflaster. Aber auch in Papierform gibt es „Hoffnung zum Mitnehmen“: die Sprüche hängen an einer Wäscheleine direkt neben den Kreidezeichnungen. So kann sich jeder Interessierte die Bibelzitate auch zu Hause noch einmal ansehen oder anderen Hoffnung schenken. Auch digital kann man sich die Motive ansehen, unter dem Hashtag #hoffnungtogo finden sich auf Instagram und auf Facebook mehrere Beispiele von Motiven der Aktion.

Auch die Konfirmationen, die in den kommenden Wochen und Monaten hätten stattfinden sollen, werden vielerorts auf spätere Termine verschoben. Deswegen wollten 45 evangelische Geistliche ihre eigenen Konfirmationssprüche in einem Video vortragen und so in diesen schweren Zeiten Mut machen, wie sie sagen. Die Idee dazu hatte Pfarrer Hannes Schott aus Bayreuth, der befreundete Kolleginnen und Kollegen anschrieb. „Nachts am Küchentisch habe ich das Video dann mit einem recht einfachen Schnittprogramm erstellt“, sagt Schott.

Eine besonders kreative Idee, um auch in Corona-Zeiten mit seinen Gemeindegliedern in Kontakt zu treten, hat Pastor Gunnar Engel aus dem Dorf Wanderup im Kreis Schleswig-Flensburg mit rund 2.500 Einwohnern gefunden. Der Pastor, der auch auf YouTube sehr aktiv ist, fährt mit dem „Hoffnungsmobil“ zu ihnen. „Wenn die Menschen nicht zur Kirche kommen können, dann gehe ich halt zu ihnen“, sagte sich Engel und lieh sich ein elektrischen Golfcaddy. Freitags um 18 Uhr zieht Pastor Engel los, die Route veröffentlicht er zwei Tage vorher im Facebook-Kanal seiner Gemeinde. Rund zehn Stopps legt er pro Runde ein. An jedem Haltepunkt gibt es dann jeweils einen Psalm, Kurzpredigt und Gebet.

Auch andere Pfarrerinnen und Pfarrer meldeten sich bei ihm und fragten, ob sie die Idee kopieren dürften. „Inzwischen habe ich Bilder aus anderen Kirchengemeinden gesehen, wo Pfarrer mit Bollerwagen, Roller oder auf dem Trecker unterwegs sind, erzählt Engel. Auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) wurde auf die Aktion aufmerksam und schickte ein Filmteam. Der Beitrag wurde unter dem Titel „Lautsprecher-Gottesdienst in Wanderup“ gesendet.

Von: Jörn Schumacher

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Thu, 02 Apr 2020 15:33:00 +0200
<![CDATA[„Gott hat das Leben geschenkt“: Osterbotschaft gerade jetzt wichtig]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/04/02/gott-hat-das-leben-geschenkt-osterbotschaft-gerade-jetzt-wichtig/ Vieles fällt in Corona-Zeiten aus. Das gelte aber nicht für das Osterfest, schreibt Bild-Redakteur Alfred Draxler in einem Kommentar. „An Ostern feiern wir Christen die Wiederauferstehung Jesu. Am 3. Tag ist er auferstanden von den Toten. So steht es in der Bibel“, schreibt er. Und das gelte unabhängig von den Einschränkungen, die die Coronakrise mit sich bringe.

Wer an die christliche Botschaft nicht glaube, der könne auch sagen: „Wir feiern das Leben.“ „Das Leben wurde uns von Gott geschenkt. Und das Leben ist schön“, meint der Bild-Redakteur. Wenn man sich das vor Augen führe, sei der Sinn von Ostern erfüllt. Noch nie sei die Osterbotschaft so wichtig wie jetzt gewesen.

Von: Swanhild Zacharias

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Thu, 02 Apr 2020 12:56:00 +0200
<![CDATA[„Jesushouse“ online erfolgreich]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2020/04/02/jesushouse-online-erfolgreich/ Wie geplant war „Jesushouse“ am 24. Februar gestartet. Bis zum 13. März konnten junge Menschen 60 fünftägige „Jesushouse“-Veranstaltungen feiern. Insgesamt waren 68 Evangelisten im Einsatz, teilen die Organisatoren mit. Diese hatten sich teilweise an ungewöhnliche Orte begeben, etwa in ein ehemaliges Schuhgeschäft, eine Zimmerei, eine Gesamtschule, ein ehemaliges Fitnessstudio und in eine alte Lederfabrik. Zu den 60 fünftägigen Veranstaltungen kamen insgesamt 27.000 Besucher.

Als aufgrund der Coronakrise durch Schulschließungen, Veranstaltungsverbote und die Einschränkungen im sozialen Leben weitere Treffen unmöglich wurden, entschieden die „Jesushouse“-Verantwortlichen, den Livestream für alle frei verfügbar im Internet zu senden. Dieses Angebot nutzten etwa 491.000 Zuschauer.

„Hoffnung, Halt in der Krise und Liebe vermittelt"

„Jesushouse“-Leiterin Julia Garschagen betonte, die direkte Beziehungsarbeit, die normalerweise bei den Events stattfindet, sei so leider weggefallen. „Aber viele Veranstalter haben super auf die Situation reagiert und Chatgruppen, Online-Angebote und andere Kommunikationswege als Ersatz für ihre Teenager auf die Beine gestellt“, so Garschagen. „Wir sind sehr dankbar, dass wir in dieser speziellen Situation durch Jesushouse so vielen Menschen von Hoffnung, Halt in der Krise, und Liebe, die durch alles trägt, erzählen konnten.“

„Jesushouse“ 2020 stand unter dem Motto „A new way to be human“. Mit Themen wie Sicherheit, Gerechtigkeit, Mut und Versöhnung habe die Jugendevangelisation den Nerv der Zeit getroffen, teilten die Veranstalter mit. Junge Leute hätten erzählt, wie sie Gott persönlich erlebt haben – mitten im Alltag, in schwierigen Situationen, in Angst, Mobbing, häuslicher Gewalt und Ablehnung. Dass diese Themen für die Zielgruppe relevant seien, habe die hohe Zahl an Fragen, Kommentaren und Chatbeiträgen gezeigt: Über 8.000 Zuschauer hätten sich im Live-Chat beteiligt, annähernd so viele Kontakt bei der Instagram-Seelsorge gesucht und über 30 riefen den Veranstaltern zufolge bei der Telefonhotline an. Der Stream wurde von den beiden Brüdern Maxi und Alex von der Band „O’Bros“ moderiert. Es gibt nun die Möglichkeit, die „Jesushouse“-Abende in der Mediathek auf www.Jesushouse.de nachträglich anzusehen.

„Jesushouse“ 2020 geht weiter

Aufgrund der besonderen Situation und der hohen Nachfrage wird das Online-Angebot von „Jesushouse“ bis auf Weiteres verlängert. Jeweils dienstags um 18:30 Uhr gibt es auf www.instagram.com/Jesushouse_official einen Live-Chat mit einem Studiogast. Donnerstags ab 18.30 Uhr beantwortet das „Jesushouse“-Team Fragen der Community zu Glaubensthemen auf YouTube. Darüber hinaus werden weitere Impulse auf YouTube und Instagram ergänzt. Einige Live-Veranstaltungen werden in den Herbst verschoben.

Das Jugendformat „Jesushouse“ ist eine überkonfessionelle Evangelisationsveranstaltung für Teenager und fand 2020 zum siebten Mal statt. Gastgeber waren evangelische Landeskirchen, Freikirchen, Landeskirchliche Gemeinschaften, Pfingstgemeinden, Jugendverbände und katholische Gemeinden. Der verantwortliche Verein proChrist ist seit 1993 eine überkonfessionelle, spendenfinanzierte Initiative von Christen, die Menschen mit dem christlichen Glauben bekannt machen wollen. Für den Verein proChrist e.V. sei die Coronakrise trotz des Erfolgs von „Jesushouse“ eine finanzielle Belastung, teilten die Verantwortlichen mit. Durch den Ausfall von Beteiligungsspenden aus den Veranstaltungsorten erwartet der Verein ein Defizit von rund 50.000 Euro. Michael Klitzke bleibt aber optimistisch: „Wir beten und hoffen, dass wir diese Lücke durch Spenden schließen können und auch dadurch ein Signal erhalten, dass ‚Jesushouse' weitergehen soll.“

Von: Jörn Schumacher

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Thu, 02 Apr 2020 12:15:00 +0200
<![CDATA[Friede Springer: „Ich habe Gottvertrauen!“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2020/04/01/friede-springer-ich-habe-gottvertrauen/ Friede Springer hat den christlichen Glauben von ihrer Mutter vermittelt bekommen. Das hat die Mehrheitsaktionärin der Axel Springer SE und Witwe des Verlegers Axel Springer in einem Interview der Mitteldeutschen Kirchenzeitung „Glaube+Heimat“ offenbart. Demnach hat die Mutter ihr den Satz: „Friede, vergiss nie zu danken“ mit auf den Weg gegeben.

Dankbarkeit ist für die Verleger-Witwe eine Grundhaltung geworden. „Ich finde Trost und Hilfe im Gebet. Jeden Tag beende ich damit“, erklärte Springer gegenüber der Kirchenzeitung. Die Bibel sei für sie ein wichtiger Begleiter. Als ihr Mann im Sterben lag, habe ein Bibelvers aus dem Johannesevangelium für sie eine wichtige Rolle gespielt: „Du bist (sic) die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe.“ (Johannes 11,25).

„Klare Linie gegen Antisemitismus“

Die Beziehungen zu Israel sind für Springer eine Herzensangelegenheit. Nach Informationen der Kirchenzeitung hat die Witwe des 1985 verstorbenen Verlegers Axel C. Springer bereits 57 Mal Israel bereist. In Jerusalem wurden ihr zwei Ehrendoktorwürden verliehen. Den wieder aufkeimenden Antisemitismus in Deutschland findet sie furchtbar. „Ich bin froh, dass unsere Zeitungen hier eine ganz klare Linie gegen Antisemitismus fahren“, sagt sie im Interview. Eigenen Angaben zufolge ist Springer deshalb Anfeindungen ausgesetzt. Angst habe sie nicht, erklärte die 77-Jährige in dem Gespräch: „Nein. Ich habe Gottvertrauen!“

Das Interview mit Springer veröffentlicht die in Weimar erscheinende Mitteldeutsche Kirchenzeitung in ihrer Ausgabe am 5. April. Darin schildert die überzeugte Lutheranerin zudem, wie sie 2009 stellvertretende Vorsitzende des „Freundeskreises Luther“ in Wittenberg wurde. Springer gehört der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) an. Für ihr Engagement im Reformationsjahr wurde sie 2019 mit dem Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Sie ist die Vorsitzende der gemeinnützigen Axel Springer Stiftung sowie Stifterin und Vorstand der Friede Springer Stiftung, die unter anderem Stiftungsprofessuren an Universitäten und junge Talente mit Stipendien fördert.

Von: Norbert Schäfer

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Wed, 01 Apr 2020 17:12:00 +0200
<![CDATA[Christliche Verlage melden Kurzarbeit an]]> https://www.pro-medienmagazin.de/wirtschaft/2020/04/01/christliche-verlage-melden-kurzarbeit-an/ Die Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg schickt ihre 30 hauptamtlichen Mitarbeiter in Kurzarbeit. Das gab der Verlag vergangene Woche bekannt. Ziel sei es, betriebsbedingten Kündigungen entgegenwirken, sagte Gesamtgeschäftsführer Hartmut Jaeger. Dies könne jedoch nur gelingen, wenn „alle an einem Strang“ ziehen.

Geschlossen werden mussten die mit der Verlagsgesellschaft verbundenen Christlichen Bücherstuben. Die Begegnungsstätten mit ihren 450 Mitarbeitern sind von der Anordnung des Kontaktverbotes der Bundesregierung betroffen.

Auch die SCM Verlagsgruppe reagierte mittlerweile auf zu erwartende Umsatzausfälle und beantragte für ihre fünf Buchhandlungen und die eigene Logistik (SCM-Verlagsauslieferung GmbH) Kurzarbeit. Ursache für das kleinere Auftragsvolumen sei ebenfalls, dass viele Büchertische in den Gemeinden geschlossen sind, erklärte der der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei SCM, Jürgen Asshoff.

Mit dem Bike zum Kunden

Einen besonderen Weg geht Fontis. Der Verlag musste zwar ebenfalls Kurzarbeit anmelden, da die Standorte in Deutschland und der Schweiz geschlossen wurden, setzt aber auf kreative Ideen, um seine Kunden weiterhin zu erreichen. So würden einige Bestellungen direkt per Motocross oder E-Bike ausgeliefert. Außerdem profitiere Fontis von lokalen WhatsApp-Kundengruppen. Mit deren Hilfe könnten die Beziehungen zu den Kunden aufrechterhalten werden, erklärt die Presseverantwortliche, Elisabeth Schoft. Mit Hilfe des Onlineangebots erlebe Fontis daher sogar einen Aufschwung – trotz Krise.

Von: Martin Schlorke

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Wed, 01 Apr 2020 16:59:00 +0200
<![CDATA[Oster-Gebetstreffen von Rick Warren per Livestream]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/04/01/oster-gebetstreffen-von-rick-warren-per-livestream/ Wie die Saddleback Church in Lake Forest im US-Bundesstaat Kalifornien mitteilte, will der leitende Pastor der Kirche, der Bestseller-Autor Rick Warren, in der Osterwoche einen Gottesdienst per Online-Streaming abhalten. Das „Global Easter Pastor Prayer Gathering“ veranstaltet Warren mit seiner Frau Kay am 6. April. Die beiden gründeten die Saddleback Church im Jahr 1980. Was als kleine Gemeinde mit sechs Personen begann, ist heute eine Kirche mit 40.000 Mitgliedern auf vier Kontinenten. Rick Warren ist hierzulande vor allem bekannt durch seinen Besteller „Leben mit Vision“, der weltweit etwa 30 Millionen Mal verkaufte wurde.

Eingeladen, den Gottesdienst mitzufeiern, seien Christen aus verschiedenen Denominationen in der Welt, hieß es in der Ankündigung: Evangelikale, Katholiken, Pfingstler und Charismatiker. Es soll ein gemeinsames Gebet für Familien, Kirchen und Länder sein. Zu sehen ist der Livestream auf der Webseite www.EasterPastorPrayer.com.

Bereits vor 30 Jahren initiierte Rick Warren jeweils zu Ostern ein Gebetsfrühstück in der Saddleback Church für alle Pastoren von Südkalifornien. In der Mitteilung der Gemeinde heißt es: „Das Virus Covid-19 hat die Art, wie wir dieses Jahr Ostern feiern werden, massiv beeinflusst. Das erste Mal seit 2.000 Jahren sind die Christen auf der ganzen Welt daran gehindert, Ostern vor Ort und persönlich zu feiern. Ungeachtet dieser Umstände bleibt die Botschaft von Ostern dieselbe: Jesus ist die Hoffnung für diese Welt.“

Herausforderungen und Chancen durch Corona

Das Virus stelle zwar einerseits eine Herausforderung für die Pastoren dar, sei aber zugleich auch eine Chance, „die Gemeinde in Einheit zu leiten, wo Liebe verdeutlicht wird, und dass Gottes Liebe eine Tür geöffnet wird in eine Welt, in der es mehr Schmerz gibt als je zuvor“.

Am Gottesdienst beteiligt sind Pastoren und Pastorinnen aus den USA, Brasilien, Singapur, Australien, Großbritannien und Ruanda. Das Englische wird übersetzt in die Sprachen Spanisch, Chinesisch, Hindi, Portugiesisch, Russisch, Arabisch, Französisch, Italienisch, Deutsch, Koreanisch, und Amerikanische Gebärdensprache.

Der Livestream beginnt am Montag, den 6. April 2020, um 8 Uhr morgens nach nordamerikanischer Zeit, was 17 Uhr europäischer Zeit entspricht.

Von: Jörn Schumacher

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Wed, 01 Apr 2020 16:21:00 +0200
<![CDATA[„Corona ist keine Strafe Gottes“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/04/01/corona-ist-keine-strafe-gottes/ Das Coronavirus ist eine Strafe Gottes. Diese Sichtweise vertreten evangelikale Christen in den USA. Zu diesem Ergebnis kommt ein Beitrag der ARD Tagesthemen vom Sonntag. Darin wird unter anderem der amerikanische Pastor Ralph Drollinger erwähnt, der einen wöchentlichen Bibelkreis für Kabinettsmitglieder veranstaltet. Drollinger sehe in China, Umweltschützern und Homosexuellen die „verantwortlichen Sünder“, die den tödlichen Virus hervorriefen. Neben der spirituellen Beraterin von US-Präsident Donald Trump, Paula White, nennt die ARD weitere führende evangelikale Pastoren, die ähnliche Deutungen verträten.

Dieser Ansicht widersprechen verschiedene deutsche Theologen deutlich. In einem Videointerview der Bild-Zeitung sagt der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, dass die Coronakrise ganz klar keine Strafe Gottes sei. Jesus Christus, als menschgewordener Gott, habe Menschen geheilt und nicht getötet. Jesus stehe für das Leben. Der christliche Gott sei ein Gott des Lebens. Das zeige ganz deutlich Ostern, erklärte Bedford-Strohm. Der Tod habe nicht das letzte Wort. Alle Menschen, die in der Krise helfen, seien „sowas wie die Hände Gottes“.

Dem stimmt die ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Margot Käßmann, zu. Gott werde in der Bibel nicht als Marionettenspieler beschrieben, der persönliche oder globale Katastrophen so hervorruft, wie ihm gerade ist. Die Sintflutgeschichte steht beispielhaft dafür, dass Gott seine Schöpfung nie wieder zerstören werde.

Die Pfarrerin vermutet in ihrer Bild-Kolumne vielmehr, dass Menschen ein schlechtes Gewissen wegen ihres Umgangs mit der Umwelt und ihren Mitmenschen haben und daher nach einer Strafe Gottes Ausschau hielten.

In einem Gastkommentar auf pro äußert sich der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), Ekkehart Vetter, ähnlich. Gleichzeitig rät er zum Nachdenken. Gott strafe die Menschen nicht, dennoch könnte das Virus eine „globale Einladung Gottes sein, menschliches Leben weltweit auf das Fundament zu gründen, das schon gelegt ist – Jesus Christus“.

„Fundamentalismus führt zu furchtbaren Fehlern“

Dass auch andere religiöse Überzeugungen und Rituale in Zeiten der Pandemie problematisch sein können, zeigt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel an verschiedenen Beispielen. Etwa dann, wenn Prediger behaupten, der Glaube schütze vor einer Ansteckung, wie das teilweise in Nigeria geschehe, oder wenn orthodoxe Gemeinden wieterhin das Abendmahl mit einem Löffel austeilen.

Der Religionswissenschaftler Michael Blume erklärte gegenüber dem Spiegel: „Die instinktive menschliche Reaktion auf eine Krise ist das Zusammenrücken. In der Geschichte war dies immer das Beste, was man tun konnte.“ In der jetzigen Krise sei allerdings genau das Gegenteil das Gebot der Stunde – Abstand. Das setze „eine gewisse Bildung voraus, auch von den Religionsgelehrten. Aus Fundamentalismus oder Nichtwissen erleben wir furchtbare Fehler.“

Von: Martin Schlorke

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Wed, 01 Apr 2020 15:32:00 +0200
<![CDATA[Corona: „Männer haben nun noch mehr Macht über Prostituierte“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/04/01/corona-maenner-haben-nun-noch-mehr-macht-ueber-prostituierte/ Normalerweise finden Prostituierte am Straßenstrich in der Kurfürstenstraße im „Café Neustart“ Zuflucht, können sich bei einer Tasse Kaffee ausruhen und mit den Mitarbeitern sprechen. Seit auch Berlin das öffentliche Leben weitgehend eingeschränkt hat, musste das Café ebenfalls schließen. Gerhard Schönborn, Leiter des Hilfsprojektes, stellt nun einen Biertisch auf den Bürgersteig und verteilt mit seinen Mitarbeitern Lebensmittel, Kaffee und Süßigkeiten.

300 bis 400 Prostituierte sind in normalen Zeiten an der Kurfürstenstraße und Parallelstraßen unterwegs, meist bis zu 50 gleichzeitig. Als die neuen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Sars-CoV2-Virus in Berlin in Kraft getreten seien, seien ganze Gruppen von Frauen innerhalb weniger Stunden verschwunden, sagt Schönborn gegenüber pro. „Die meisten von ihnen gehören zu Zuhältern und Menschenhändlern. Sie haben die Frauen vom einem auf den anderen Moment eingepackt und weggebracht.“

„Verrichtungsboxen“ statt Ausstiegsprogrammen

Trotzdem läuft das Geschäft weiter, denn gerade die Armutsprostituierten sind auf jeden Euro angewiesen. Am Dienstag hat Schönborn noch mit einigen Prostituierten gesprochen. Unter ihnen herrsche noch größere Verzweiflung als ohnehin schon. „Die Frauen werden aggressiv, sie schreien. Sie wissen nicht, wie sie die nächsten Wochen überleben sollen.“ Die Stundenhotels und Sexkinos haben geschlossen, also müssen die Frauen auf Autos und die vom Senat aufgestellten Ökotoiletten ausweichen, die nun als „Verrichtungsboxen“ dienen. Eine steht vor einer Kirche, die andere vor einem Spielplatz. Manche der Frauen bedienen Männer für zehn Euro – weil sie keine andere Wahl haben.

Viele der Frauen seien nun de facto obdachlos, weil viele Einrichtungen, die sonst wenigstens eine Übernachtungsmöglichkeiten bieten, geschlossen sind. Wohnungslosigkeit sei schon vor der Coronakrise ein großes Problem gewesen. Nun habe es sich deutlich verschärft. Immerhin, so Schönborn, gebe es noch „die Pumpe“, eine Einrichtung der Kältehilfe, wo einige Frauen schlafen könnten. Für die, die dort keinen Platz gefunden haben, verschärfe sich die Lage. Manche Männer böten Prostituierten an, bei ihnen zu Hause auf einer Matratze zu schlafen. Im Gegenzug müssten sie ihnen aber sexuell zu Diensten stehen. „Dadurch haben die Männer nun noch mehr Macht über Prostituierte.“ Zusammen mit den beiden Organisationen „Ella“ und „Sisters“ sammelt das Café Neustart in einem Notfonds Spenden für Frauen in der Prostitution.

Die meisten Prostituierten arbeiten nicht freiwillig

Die Zahl der Frauen, die Drogen wie Chrystal Meth konsumieren, um ihre Situation zu ertragen, wachse, sagt Schönborn. Da die meisten von ihnen aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien kämen, hätten sie in der Regel keine Krankenversicherung – und damit auch keine Aussicht auf einen medizinisch betreuten Entzug. „Sie sind in einer Zwickmühle, aus der sie ohne Hilfe nicht rauskommen.“

Zudem würden immer noch manche Verbände so tun, als würden sich Frauen freiwillig prostituieren. Tatsächlich handle es sich bei den meisten Frauen im Rotlichtmilieu um Armuts- und Zwangsprostitutierte, so Schönborn. Diese wollten eigentlich eine normale Arbeit und ihren Platz in der Gesellschaft finden. Der Berliner Senat habe sich aber nicht ernsthaft für Ausstiegswege aus der Prostitution eingesetzt. Statt in entsprechende Programme zu investieren, habe er lediglich Verrichtungsboxen aufgestellt, die das Leid der Prostituierten nur etablierten. „Das rächt sich jetzt.“

Von: Nicolai Franz

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Wed, 01 Apr 2020 14:12:00 +0200
<![CDATA[Schuhhändler Deichmann verteidigt Aussetzung von Mietzahlungen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/04/01/schuhhaendler-deichmann-verteidigt-aussetzung-von-mietzahlungen/ Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat vergangene Woche ein Gesetz durchgebracht, das in der wirtschaftsschwachen Zeit der Coronakrise Mieter vor einer Kündigung ihres Mietverhältnisses schützt. Mehrere große deutsche Unternehmen kündigten an, vorerst ihre Mietzahlungen für ihre Ladenflächen auszusetzen. Auch Deichmann, Europas größter Schuhhändler, sah sich Kritik ausgesetzt, nun im Zuge der Krise Mietzahlungen zu verweigern und das Gesetz auszunutzen.

Gegenüber dem Handelsblatt verteidigte der Unternehmenschef Heinrich Deichmann das Vorgehen. „Nach den staatlich verordneten Schließungen sind wir schlicht nicht mehr in der Lage, unseren Betriebszweck zu erfüllen“, sagte Deichmann. Man befinde sich derzeit mit den Vermietern in Verhandlungen darüber, inwiefern Stundungen möglich seien. „Wir wollen das partnerschaftlich machen und werden verhindern, dass Vermieter in eine Notlage kommen“, betonte er. Ähnlich heißt es auch in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

„Ab 6. April gehen unsere Mitarbeiter hierzulande in Kurzarbeit. Dazu kommen aber ja auch die Ausfälle in all den anderen Ländern“, sagte Deichmann. Allein in den USA gebe es 600 Filialen. „96 Prozent des Gesamtumsatzes fehlen uns gerade“, erklärte Deichmann. Monatlich erleide die Firma derzeit einen Mittelabfluss in der Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages. „Wenn man gezwungen wird, seine Geschäfte zu schließen, und die Kosten weiterlaufen, dann geht zwangsläufig irgendwann das Geld aus. Wann dies genau passiert, hängt davon ab, wie es uns jetzt gelingt, die Kosten anzupassen und zu sparen.“ Wenn die Einschränkungen mehr als drei Monate anhielten, werde es für das Unternehmen „ernst“.

Ein Unternehmenssprecher stellte gegenüber pro klar, dass Stundungen nicht bedeuteten, die Miete nicht mehr zu zahlen. Da es nicht klar sei, wie lang die Coronakrise und die angeordneten Schließungen von Geschäften anhielten, sei es notwendig, frühzeitig eine möglicherweise drohende Insolvenz abzuwenden und Arbeitsplätze zu sichern. Bereits vor dem neuen Gesetz habe das Unternehmen erwogen, mit Vermietern über die Zahlungen zu verhandeln.

Unternehmerfamilie „eng orientiert an der Bibel“

Das Unternehmen Deichmann betreibt über 4.000 Filialen in 30 Ländern und beschäftigt weltweit rund 40.000 Mitarbeiter. In Deutschland gibt es 1.461 Filialen. Der Umsatz beträgt über sechs Milliarden Euro pro Jahr. Damit ist Deichmann der größte Schuhhändler Europas. Heinrich Deichmann übernahm die Firma von seinem Vater 1999. Der gläubige Christ ist nicht nur Betriebswirt, sondern hat auch Geschichte, Philosophie und Theologie studiert. Über die Deichmann-Stiftung unterstützen die Familie und das Unternehmen seit Jahrzehnten viele diakonische sowie soziale Projekte. Bereits im Jahr 1977 gründete Heinz-Horst Deichmann den Verein „Wort und Tat“, um Leprakranken in Indien zu helfen. Mittlerweile hilft der Verein nach eigener Aussage über 250.000 Menschen in Indien, Tansania, Moldawien, Griechenland und Deutschland.

„Die Firma muss dem Menschen dienen“, so lautet schon seit Jahrzehnten der Leitspruch der Unternehmerfamilie Deichmann. Auch das Handelsblatt greift diesen Aspekt der Firma auf: „Eng orientiert an der Bibel und der protestantischen Ethik“ sei die Unternehmerfamilie aus Essen. Sie verknüpfe „modernen Kapitalismus mit sozialem Verantwortungsbewusstsein“.

Adidas und H&M ebenfalls in Kritik

Die Unternehmen Adidas (23,6 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr, fast zwei Milliarden Euro Gewinn), der Modehändler H&M und andere mussten sich mit demselben Vorwurf bezüglich der Mieten auseinandersetzen. Adidas veröffentlichte eine Entschuldigung als offnen Brief und kündigte an, die Miete für April doch zu zahlen. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, kam die Deutsche Bahn ihren Mietern in den Bahnhöfen entgegen: Vorübergehend brauchen Unternehmen ihre Miete nicht zu zahlen – selbst wenn sie noch geöffnet haben. Die Regelung gelte zunächst für April.

Justizministerin Lambrecht sieht ihr Gesetz laut der Süddeutschen Zeitung (SZ) missbraucht. „Der vorübergehende Kündigungsschutz soll Mietern helfen, die durch die Corona-Krise in Existenznot geraten“, sagte Lambrecht der SZ. Es gehe um Menschen, die durch die Pandemie hart getroffen werden, aber große Unternehmen oder Ladenketten sollten mit der Regelung eigentlich nicht in die Lage versetzt werden, Mieten zu einsparen.

Von: Jörn Schumacher

In einer früheren Version des Artikels hieß es, Deichmann mache von dem neuen Gesetz der Regierung Gebrauch und setze auf dieser Basis seine Mietzahlungen aus. Das trifft aber nach Angaben des Unternehmens nicht zu.

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Wed, 01 Apr 2020 12:43:00 +0200
<![CDATA[Medienfonds der EKD wird 2020 fortgesetzt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/04/01/medienfonds-der-ekd-wird-2020-fortgesetzt/ Ab sofort können sich kirchliche Stellen, Verbände, Medieninitiativen und andere Einrichtungen evangelikaler Prägung mit Projekten für den Innovationsfonds der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bewerben. Die EKD lobt die Mittel für neue, digitale Medienprojekte sowie zur Unterstützung bereits etablierter evangelisch-evangelikaler Medienprodukte aus. Die Förderanträge 2020 können bis zum 5. Mai eingereicht werden.

Die EKD hat die Verwaltung des Innovationsfonds dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main übertragen. Über die Bewilligung der Projekte entscheidet ein vom GEP-Aufsichtsrat eingesetzter Fachausschuss. Dieser wird seine Entscheidung am 2. Juni treffen.

Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Oberkirchenrätin Karin Kessel. Außerdem gehören dem Gremium Principal Tim Arnold, von der Boston Consulting Group, Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Friedrich Schneider, vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der EKD und Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland an. Mit der Geschäftsführung des Fonds wurde die Justiziarin des GEP, Suzanne Hein-Hoffmann, betraut.

Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) mit Sitz in Frankfurt am Main ist das Mediendienstleistungsunternehmen der EKD, ihrer Gliedkirchen, Werke und Einrichtungen. Es trägt neben der Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes unter anderem die Redaktionen des evangelischen Magazins chrismon und des Internetportals evangelisch.de und organisiert die Rundfunkarbeit der EKD sowie das evangelische Contentnetzwerk yeet.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Wed, 01 Apr 2020 12:02:00 +0200
<![CDATA[Priester öffnet Kirche zum Gebet – Polizei schreitet ein]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/04/01/priester-oeffnet-kirche-zum-gebet-polizei-schreitet-ein/ Der Priester der Polnischen Missionskirche „Maria Frieden“ in Hannover, Tadeusz Kluba, hat „seine“ Kirche am Sonntag für zwei Stunden für das private Gebet geöffnet. Weil etwa drei Dutzend Gläubige zusammenkamen, drohen dem Theologen nun Konsequenzen.

Die Polizei löste die Versammlung auf, weil sie gegen die Corona-Bestimmungen verstieß. Die 30 bis 40 Personen seien beim Eintreffen der Beamten im Begriff gewesen, die Örtlichkeit zu verlassen. Wie lokale Medien berichten, wurde gegen den Pfarrer nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Das Öffnen der Kirche verstößt gegen die niedersächsische Verordnung zur Corona-Pandemie. Das Ordnungsamt prüft nun, ob der Pfarrer tatsächlich ein gemeinsames Gebet ermöglicht hat. Eine Messe oder ein Gottesdienst habe nicht stattgefunden.

Unterstützung in schwieriger Lage

Kluba erklärte gegenüber der Tagespost, dass er die Kirche zum privaten Gebet geöffnet habe. Dieses Angebot hätten 50 Personen genutzt. Er unterstütze die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus. Für viele seiner Gemeindemitglieder sei es jedoch „unverständlich, dass Supermärkte von vielen Menschen besucht werden können und vollbesetzte Straßenbahnen die Menschen zur Arbeit bringen, aber große Kirchen für das private Gebet geschlossen werden“. Gerade in einer so schwierigen psychologischen Lage suchten sie Unterstützung.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Wed, 01 Apr 2020 11:37:00 +0200
<![CDATA[Wie Gott durch Corona spricht]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2020/04/01/wie-gott-durch-corona-spricht/ Ein Gastbeitrag von Ekkehart Vetter]]> Warum kommen wir eigentlich angesichts der Coronakrise darauf, diese Frage zu stellen: Ist das Coronavirus mit all seinen Folgen eine Strafe Gottes? Täglich (!) sterben tausende Kinder an Hunger und Mangelernährung, ebenso viele Menschen, insbesondere in der sogenannten Dritten Welt, werden durch tödliche Krankheiten aller Art dahingerafft – nur geschieht das alles nicht in unseren Breitengraden. Wer oder was soll denn dadurch gestraft werden? Jemand hat mal gesagt: „Wir nehmen die Weltbrände nicht zur Kenntnis, bevor nicht unser eigenes Fleisch anfängt zu kohlen.“ Jetzt, wo es uns betreffen könnte, suchen wir Schuldige, natürlich sind es immer „die anderen“.

Aber mal ehrlich: Wer im Alten Testament auf die Suche geht, der findet dieses Konzept durchaus: Gott straft – die Ägypter zum Beispiel durch Plagen, Naturkatastrophen und Krankheiten. An manch anderen Stellen werden ähnliche Zusammenhänge geschildert. Das Alte Testament kennt diesen Tun-Ergehen-Zusammenhang von falschem Handeln und folgender Strafe.

Angesichts dessen die biblische Sicht im Zeitraffer: Die Menschen, „wir“, mussten das Paradies verlassen, die Bibel nennt das den Sündenfall. Theologisch gesprochen: Sünde zieht Konsequenzen nach sich. In die Welt ist Unheil eingezogen. Wer die Augen aufmacht, sieht es an so vielen Stellen.

Einen Schritt auf dem Weg zum Neuen Testament geht das biblische Buch Hiob: Hiob erfährt, als Rechtschaffener, unermessliches Leid. Er bekommt letztlich keine echte Antwort auf die Warum-Frage, lernt aber mitten im Leid auf seinen Erlöser zu vertrauen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“ (Hiob 19,25)

Gottes Megaphon

Durch Jesus geschieht schließlich entscheidend Neues. Er distanziert sich von diesem uralten Schuldverschiebespiel angesichts eines Unglücks in Jerusalem (Lukas 13,4-5): „Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle anderen Menschen, die in Jerusalem wohnen?“ Vielmehr macht er seinen Zuhörern klar, dass sie in keiner anderen Lage vor Gott sind, als die, die ums Leben gekommen sind: „Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.“

Die Schuld der Menschen ist ein Riesenproblem, aber durch Jesus wird alles anders: Jesus kommt, in eine unheilvolle Welt, um den Menschen zurückzuführen ins Heil, in eine vertrauensvolle, liebende Beziehung zu Gott. Wie geschieht das? Jesus nimmt alles Böse, alles Unheil, ja selbst den Tod auf sich. Der Weg zum Heil der Menschen kostet ihn das Leben. Straft der Vater seinen Sohn? Nein, der Vater leidet mit. Der Sohn, der Sündlose, erleidet die Konsequenzen einer unheil-vollen Welt, die „der Mensch“ insgesamt verursacht hat. Jesus macht den Unterschied: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja 53,5).

Bin ich als Christ dadurch immun gegen Corona-Ansteckung? Nein, ich bin und bleibe Teil der gefallenen Schöpfung. Krankheit kann mich genauso treffen. Gleichzeitig bin ich eingeladen und aufgefordert zu beten, wie ein Kind zum Vater kommt. Wenn Gott Bewahrung oder Heilung schenkt, dann ist das wunderbar, ein Ausdruck seiner Gnade, aber ich habe keinerlei Anspruch darauf.

Aber will Gott angesichts Corona mit seinen Menschen reden? Ja, da bin ich sicher. Der Schriftsteller C.S. Lewis hat es so auf den Punkt gebracht: „Gott flüstert in unseren Freuden, … in unseren Schmerzen aber ruft er laut. Sie sind sein Megaphon, eine taube Welt aufzuwecken.“ Die große Verunsicherung, die dieser kleine Virus auslöst, kann doch ein Hinweis Gottes sein, dass nicht wir in dieser Welt alles unter Kontrolle haben.

Könnten diese Tage nicht eine globale Einladung Gottes sein, menschliches Leben weltweit auf das Fundament zu gründen, das schon gelegt ist – Jesus Christus? (1. Korinther 3,11).

Ekkehart Vetter ist Präses des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden und Erster Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz

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Wed, 01 Apr 2020 11:29:00 +0200
<![CDATA[Christliches Magazin wegen Corona kostenlos digital lesen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2020/03/31/christliches-magazin-wegen-corona-kostenlos-digital-lesen/ Die bisherigen Ausgaben des christlichen Magazins „go – take the lead“ stehen wegen der Coronakrise derzeit kostenlos digital zur Verfügung. Das Magazin richtet sich an Führungskräfte. Die Ausgaben können gratis aus den App-Stores heruntergeladen werden. Das Angebot gilt bis zum 29. Mai – dann erscheint die nächste Ausgabe.

Thomas Aerni, Leiter des Verlags IVCG Publikationen, sagte laut einer Pressemitteilung, er sei überzeugt, dass man selbst in der Krise „positiv“ bleiben dürfe – mit Blick auf Jesus, der sein Leben vor 2.000 Jahren freiwillig gegeben habe, um die Welt zu retten. Er hoffe, dass sich viele Menschen „von unserer Hoffnung anstecken lassen“. Das Magazin wird herausgegeben vom Verlag der Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute (IVCG) und erscheint viermal im Jahr.

Von: Jonathan Steinert

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Tue, 31 Mar 2020 16:07:00 +0200
<![CDATA[„Medien dürfen nicht Teil des Systems werden“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2020/03/31/medien-duerfen-nicht-teil-des-systems-werden/ Der Medienwissenschaftler Otfried Jarren stellt in einem Essay der aktuellen Ausgabe von epd-Medien, einer Publikation des Evangelischen Pressedienstes (epd), fest, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Rolle in der Coronakrise noch nicht gefunden habe. Die Sender sähen sich als Teil des Systems. Stattdessen sollten sie aber die politischen Entscheidungen kritischer begleiten und hinterfragen – vor allem, wenn bei diesen fast kein Raum mehr für Debatten bleibe und von den geteilten staatlichen Gewalten die Exekutive, also die Regierung, mehr Macht ausübe.

„Die für Talksendungen und Unterhaltung zuständigen Personen haben eine einfache Programmplanung: Corona. In möglichst vielen Sendungen, zu allen Zeiten, mit allen Moderatorinnen und Moderatoren, die man aufzubieten hat. Die Inszenierung von Bedrohung und exekutiver Macht dominiert“, schreibt Jarren in dem epd-Heft. Auffällig sei, dass sich Journalisten auf einen kleinen Kreis von Experten fokussierten und vor allem Politiker mit Regierungsfunktion zu Wort kommen ließen – in Nachrichten ebenso wie in Talkshows. Auch Politiker beriefen sich bei ihren Entscheidungen auf Experten. Jarren, Präsident der Eidgenössischen Medienkommission und bis 2018 Professor an der Universität Zürich, betont: „Medien wie Journalismus dürfen nicht Teil eines Exekutiv-Experten-Systems sein oder werden.“ Ihre Aufgabe sei es vielmehr, unabhängig zu handeln. „Die eigenständige Position der Medien gilt es stets zu verdeutlichen.“

Zudem müssten Medien deutlich machen, welcher Akteur welche Kompetenz hat und wofür zuständig ist. Jarren vermisst auch in den Medien weiterführende Debatten zwischen verschiedenen Experten. Gerade wenn das öffentliche Leben und somit Formen der demokratischen Kontrolle eingeschränkt seien, dürfe Journalismus nicht „im Homeoffice verschwinden“, sondern müsse öffentlich präsent sein und vor Ort recherchieren. Unabhängigkeit und Kompetenz seien wichtig dafür, dass öffentlich-rechtlicher Journalismus auch über die Krise hinaus als relevant angesehen wird.

Kritik auch von Medienjournalisten

Der Medienjournalist Christoph Sterz kritisierte im öffentlich-rechtlichen Deutschlandfunk einige seiner Kollegen aus ähnlichen Gründen. Es mache ihn „fassungslos“, wie manche Journalisten „einfach nur die Statements der führenden Politikerinnen und Politiker eins zu eins“ wiedergeben – „ohne Einordnung, ohne kritische Fragen“. Die Diskussion zu den verhängten Maßnahmen würden nicht überall in der nötigen Breite geführt. „Stattdessen übernehmen einige Medienmacher sogar selbst die Rolle des Mahners und Handlungs-Empfehlers“, kommentierte er im Deutschlandfunk.

Er stellt infrage, dass Journalisten selbst zum Akteur werden sollten. Statt sich einer Corona-Kampagne anzuschließen, sei es die Aufgabe von Journalisten, Folgendes zu liefern: „nüchterne Informationen, fachkundige Einordnung, das Stellen kritischer Fragen, auch mal das Artikulieren von Zweifeln – oder von dem, was wir bis jetzt einfach noch nicht wissen“. Andere Medienjournalisten äußerten sich ähnlich. Auf dem Portal Übermedien etwa schrieb Andrej Reisin Mitte März: „Es ist aber auch in Krisenzeiten nicht die eigentliche Aufgabe der Medien, den verlängerten Arm der Regierung zu spielen.“

Journalismus unter Druck

Der politische Journalismus stehe momentan unter besonderem Druck, heißt es in einem Beitrag des NDR-Magazins „zapp“. Denn das hohe Tempo der Entwicklung und die Fülle an Gesetzen, die etwa in der vorigen Woche innerhab kürzester Zeit verabschiedet wurden, ließen auch Journalisten wenig Zeit, das umfassend zu reflektieren. Der ARD-Journalist Michael Stempfle erklärte gegenüber dem Sender, dass Journalisten in den sonst monatelangen Gesetzgebungsverfahren Möglichkeiten hätten, Kritikpunte von Opposition und Experten zu sammeln, Vor- und Nachteile eines Vorhabens zu verstehen. „Das machen wir jetzt auch, aber bei der Fülle von Maßnahmen in so kurzer Zeit kommt am Schluss weniger pro Gesetz in die Berichterstattung“, zitiert ihn der NDR. Und er gesteht ein: Vielleicht werde im Moment ein Ticken weniger hinterfragt als normalerweise, „was das Ganze auch ein bisschen problematisch macht“.

Der Virologe Christian Drosten, mit dem der NDR einen Podcast zur Coronakrise produziert, kritisierte indes seinerseits die Medien: Sie würden Wissenschaftler teilweise als diejenigen darstellen, die über Maßnahmen gegen das Virus entscheiden. Das sei aber nicht der Fall. „Die Wissenschaft hat kein demokratisches Mandat. Ein Wissenschaftler ist kein Politiker, der wurde nicht gewählt und der muss nicht zurücktreten“, betonte er in Folge 24 vom Montag. „Es gibt Zeitungen, die malen inzwischen nicht nur in den Wörtern, sondern in Bildern, Karikaturen von Virologen. Ich sehe mich selber als Comicfigur gezeichnet und mir wird schlecht dabei. Ich bin wirklich wütend darüber, wie hier Personen für ein Bild missbraucht werden, das Medien zeichnen wollen, um zu kontrastieren“, sagte er und unterstrich: „Das muss wirklich aufhören.“

Von: Jonathan Steinert

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Tue, 31 Mar 2020 15:18:00 +0200
<![CDATA[Mönche kennen sie schon lange: Tipps zur Quarantäne]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2020/03/31/moenche-kennen-sie-schon-lange-tipps-zur-quarantaene/ Eine Rezension von Jörn Schumacher]]> „Quarantäne!“ – so steht der Titel, mit einem Ausrufezeichen versehen, auf dem Buchcover. Passend zu dem Ausruf, der bei vielen derzeit zu einem Hilferuf wird, bietet Pater Anselm Grün von der Benediktinerabtei Münsterschwarzach eine „Gebrauchsanweisung: So gelingt friedliches Zusammenleben zu Hause“, erschienen bei Herder.

Was tun in Zeiten der Corona-Krise, in der Menschen zu Hause bleiben müssen und nicht wie gewöhnlich ihre sozialen Kontakte pflegen können? Ein Pater wie Pater Anselm Grün kann aus einem reichen und sehr alten Schatz der Erfahrung schöpfen: Denn wenn jemand Experte für das Leben in Abgeschiedenheit und für das Zusammenleben auf engstem Raum ist, dann Mönche. „Damit kennen wir uns aus“, so Grün. Er schrieb die Lebenshilfe gemeinsam mit Simon Biallowons, Absolvent der katholischen Journalistenschule ifp und Cheflektor des Herder Verlages.

Die Autoren erinnern daran, dass der Begriff „Quarantäne“ selbst im Zusammenhang mit den 40 Tagen steht, die in der Bibel bei Fastenzeiten erwähnt werden. „Dass die Corona-Quarantäne mit der Fastenzeit zusammenfällt, ist dabei ein bemerkenswerter Zufall.“ Um Gott und die Bibel geht es in dem Buch ansonsten eher weniger, das Buch gibt zahlreiche Tipps für das zwischenmenschliche Miteinander, das für manche in Zeiten von Corona auf eine Probe gestellt wird. Es sei daher für alle gedacht, „die durch die Corona-Krise aus dem Gleichgewicht geraten sind“. Aber weil das Leben auch sonst durchzogen ist von Situationen, die von Krankheit, Tod und Leid bestimmt sind, ist das Buch auch für Zeiten nach der Krise durchaus ein guter Ratgeber. Wie schnell sind die Probleme der Quarantäne da, wenn sich eine Familie wegen schlechten Wetters für längere Zeit in einer Hütte „auf die Pelle rückt“?

Aufeinander hören

Benedikt von Nursia (480–547) habe klare Weisungen für ein gelingendes Leben in Quarantäne gegeben, so Grün. Dazu gehöre etwa das Aufeinanderhören. „Wir können das Hören neu einüben, gerade jetzt, es ist eine Chance.“ Das bedeute keineswegs, dass nun alle ständig reden, sondern es bedürfe gerade der Stille, damit sich die Menschen „nicht auf die Nerven gehen“. Das Hören aufeinander bedeute auch Gehorsam, so Grün. Beim Leben in einem Kloster existentiell für den Frieden. Und „Gottesdienst“ heiße bei Benedikt im Übrigen auch Dienst am anderen Menschen.

Es gehöre aber ebenso dazu, Widerstände auszuhalten. „Die Klostergemeinschaft ist eben nicht nur eine heile Welt, sondern es gibt auch hier Konflikte, die ausgehalten und gelöst werden sollen.“ Wenn beispielsweise jemand in der Gemeinschaft „sich eine schöne Zeit macht“ und anderen das Arbeiten überlässt, kann das zum Gefühl der Überforderung bei anderen führen – und krank machen. Ebenso seien Untätigkeit und Langeweile in Zeiten der Quarantäne eine Gefahr. Grün schlägt zum Kampf gegen die Behäbigkeit auch Sport vor. Der Mönch betont zudem die Bedeutung von Ritualen: „Es geht darum, in Freiheit seine eigenen Rituale zu finden, die zu einem passen.“ Denn: „Rituale sind Geländer für die Seele.“ Diesem Thema widmen die Autoren ein längeres Kapitel.

Quarantäne als Chance, nach Gott zu suchen

Selbstverständlich ist Grün auch Lagerkoller bekannt, der sich durch Aggressivität, Empfindlichkeit, Gereiztheit, Unzufriedenheit ausdrücke. Im Grunde sei eine Ziellosigkeit daran schuld, so Grün. Daher gibt er als Tipp: ein neues Ziel setzen. Das lenke den Blick aus der aktuellen Situation hinaus aus dem Lager.

Schließlich diene die Zeit der Zurückgezogenheit der Suche nach Gott. Er finde es schade, dass es nicht mehr wie früher in vielen Häusern einen „Herrgottswinkel“ gebe, ein Kreuz, vielleicht davor eine Bibel. Dort habe man sich zurückziehen können. In der Zelle lerne ein Mönch, von Gott angenommen zu werden, schreibt der Benediktinerabt. Und wer sich angenommen wisse, könne mit sich und anderen auskommen. Schon der gläubige französische Mathematiker Blaise Pascal habe erkannt: Das Problem des modernen Menschen bestehe darin, dass keiner mehr allein in seinem Zimmer bleiben könne. Grün fügt hinzu: „Wenn ich mich vor Gott in meiner Zelle, in meiner Nische aushalte, dann wird die Nische zu einer ‚Zelle des Friedens‘“.

Anselm Grüns Anregungen auch im Fernsehen

Die „Gebrauchsanweisung“ in Zeit der Corona-Krise bleibt mit geistlichen Ratschlägen erstaunlich dezent – ist der Autor doch selbste in Geistlicher. Die Ratschläge könnten weitestgehend auch von einem säkularen Lebensratgeber stammen, etwa von einem Psychologen. Dennoch spürt man die Quelle der jahrhundertealten Weisheiten durch. Der Mönch in der Zelle hat sich freiwillig auf die Suche nach innerem Frieden, und nach Gott, begeben. In der Corona-Krise tun dies viele Menschen derzeit vielleicht eher gezwungenermaßen. Die Gebrauchsanweisung von Anselm Grün und Simon Biallowons gibt es als gebundenes Buch, und – passend zur Zeiten der Quarantäne – auch als eBook.

Im Fernsehsender ARD-alpha gibt Anselm Grün ab Donnerstag, den 2. April 2020, immer werktags um 22.15 Uhr in kurzen Filmen Anregungen zum Umgang mit der Corona-Krise. Wie der Bayerische Rundfunk mitteilte, sind die Sendungen ab sofort auch in der BR-Mediathek unter dem Namen „Krisen und Chancen in Corona-Zeiten“ zu sehen. In kurzen Filmen spricht er über die Ratschläge, die er auch in seinem Buch gibt.

Anselm Grün: „Quarantäne! Eine Gebrauchsanweisung: So gelingt friedliches Zusammenleben zu Hause“, Herder, 96 Seiten, 14 Euro (gebundene Ausgabe), 9,99 Euro (eBook), ISBN 9783451388699

Von: Jörn Schumacher

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Tue, 31 Mar 2020 13:15:00 +0200
<![CDATA[Gratis hören und einbinden: Ostertexte gelesen von Rufus Beck]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2020/03/31/gratis-hoeren-und-einbinden-ostertexte-gelesen-von-rufus-beck/ Die Texte der Oster- und Passionsgeschichte aus der von Rufus Beck eingesprochenen Hörbibel stellt die Deutsche Bibelgesellschaft bis zum Pfingstfest dieses Jahres kostenlos zum Anhören zur Verfügung. In der aktuell besonderen Situation rund um das Coronavirus soll den Hörern dadurch Kraft und Zuversicht geschenkt werden, heißt es in einer Mitteilung. Das Besondere: Die vorgelesenen Texte dürfen auch in digitale Medienformate wie Webseiten, Newsletter, YouTube oder Online-Gottesdienste eingebunden werden. Die Dateien könnten ohne vorherige Anfrage genutzt werden. Die Genehmigung gelte für Kirchengemeinden, Werke, Verbände und Privatpersonen. Ein Copyright-Vermerk sei aber notwendig.

Darüber hinaus dürfen ab sofort auch alle Texte der Bibelübersetzungen der Deutsche Bibelgesellschaft (Lutherbibel, Gute Nachricht Bibel, BasisBibel) kostenfrei genutzt und ebenso wie die Audiodateien in andere Produkte eingebunden werden. Auch hier ist ein Copyright-Vermerk nötig.

Von: Swanild Zacharias

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Tue, 31 Mar 2020 11:37:00 +0200
<![CDATA[„Messiah“ kommt doch nicht wieder]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2020/03/31/messiah-kommt-doch-nicht-wieder/ Die Dramaserie „Messiah“ wird nicht um eine weitere Staffel verlängert. Das verkündete der Schauspieler Will Traval, der in der Serie die Rolle eines FBI-Agenten spielt, auf Instagram. Über die genauen Hintergründe gibt es bis jetzt keine offizielle Stellungnahme. Das Branchenmagazin The Wrap vermutet das Coronavirus als Grund und beruft sich dabei auf Insiderinformationen. Demnach hätten sich die Dreharbeiten zur zweiten Staffel zu lange verzögert, da die Serie international besetzt ist und an verschiedenen Drehorten produziert wird. Eine andere Ursache könnten zu niedrige Zugriffszahlen sein.

In der Serie geht es um einen jungen Mann, der im Nahen Osten auftaucht und behauptet, der Messias zu sein. Tatsächlich übt der Mann offenbar eine große Faszination auf andere Menschen aus, und immer mehr Menschen folgen ihm.

Die erste Staffel endet mit einem Cliffhanger. Ob es sich bei dem mysteriösen Mann tatsächlich um den Sohn Gottes handelt, werden die Fans der Serie daher wohl nie erfahren.

Von: Martin Schlorke

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Tue, 31 Mar 2020 11:25:00 +0200
<![CDATA[Kirche startet Hackathon]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2020/03/31/kirche-startet-hackathon/ Die Jugenddelegierten der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) organisieren vom 3. bis 5. April einen Online-Hackathon. Unter dem Hashtag #glaubengemeinsam planen die Initiatoren eine 48-stündige Videokonferenz. Ziel ist es, „gemeinsam Ideen und Träume für die Zukunft der Kirche“ auszutauschen und einen „Prototyp von Glauben in Gemeinschaft“ zu entwickeln.

Der Begriff Hackathon stammt aus der Soft- und Hardwareentwicklung und beschreibt dort zeitlich begrenzte Meetings, bei denen die Teilnehmer gemeinsam an Problemen arbeiten und Lösungsstrategien entwickeln. Bei #glaubengemeinsam bedarf es allerdings keiner bestimmten Informatikkenntnisse. Mitmachen könne jeder, der „schon lange mal Kirche verändern und einfach alte Bilder von kirchlichen Formaten sprengen“ wollte.

„Überall im Land entstehen derzeit neue Formen von Gemeinde und Glaube wird täglich auf vielfältige Weise gelebt“, heißt es auf der Homepage der Initiative. „Und das nicht nur in Zeiten von Corona, nicht nur digital, sondern im Alltag und vor Ort.“ Der Hackathon habe das Ziel diese Bereiche zu fördern und zu vernetzen.

Der Startschuss für die Aktion fällt am Freitagabend. Zuerst sollen die Teilnehmer sich in verschiedenen Teams zusammenfinden, bevor dann eine erste Kreativphase startet. Unterstützt werden die Teams von verschiedenen Mentoren, die sowohl bei inhaltlichen, als auch bei technischen Fragen helfen.

Ein genauer Umgang mit den Ergebnissen ist noch nicht festgelegt. Derzeit würden verschiedene Strategien und Möglichkeiten entwickelt, damit „möglichst viele Netzwerke, Vereine, Verbände, Kirchen und Einzelpersonen auf die Ergebnisse zugreifen können“, um die während des Hackathon entstandenen Ideen umzusetzen.

Von: Martin Schlorke

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Tue, 31 Mar 2020 10:00:00 +0200
<![CDATA[„Die Stimme des Meisters“: Rufus Beck über seine Bibel-Lesung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2020/03/30/die-stimme-des-meisters-rufus-beck-ueber-seine-bibel-lesung/ Der Sprecher und Schauspieler Rufus Beck hat in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) erklärt, wie er bei der Aufnahme der Bibel als Hörbuch vorgegangen ist. „Flapsig ausgedrückt: Ich könnte mich nach den Aufnahmen im wahrsten Sinne des Wortes ‚His Master’s Voice‘ nennen“ – die Stimme des Meisters. Das Anhören des Werkes sei „eine sinnstiftende, einmalige Gelegenheit, das Buch der Bücher, dieses literarische Jahrtausendwerk, intensiv kennenzulernen und zu interpretieren“. Es sei zunächst einschüchternd gewesen, die Bibel vor sich zu haben. „Ich wage zu behaupten, dass der durchschnittliche Christ von der Bibel nur maximal zehn Prozent kennt.“ Für das Einsprechen habe er sich ein halbes Jahr Zeit genommen, Tag für Tag bereitete er sich auf ein neues Kapitel vor.

Die Aufnahme mit dem Text nach der revidierten Luther-Übersetzung 2017 ist vergangenes Jahr bei der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen. Hördauer: 98 Stunden und 19 Minuten. Beck las alle 1.189 Kapitel der Bibel vor, alle 31.171 Verse, 738.765 Wörter, bestehend aus 4,5 Millionen Buchstaben, rechnet die NZZ vor. Das Ergebnis kann man auf CD oder als mp3-Download anhören. Doch für den Schauspieler sei es noch nicht einmal die längste Aufnahme gewesen: ein „Harry Potter“-Buch, von ihm gelesen, bringe es auf 138 CDs mit einer Dauer von 137 Stunden.

Er selbst sei vorher nicht „bibelfest“ gewesen, sagt Beck im Interview. „Natürlich kannte ich vieles aus dem Neuen Testament, aber aus dem Alten waren mir von den fünf Büchern Mose mehr oder weniger nur Genesis und Exodus geläufig. Ich bin völlig areligiös erzogen worden. Trotzdem habe ich die Bibel mit einer großen Neugier gelesen. Ich muss nicht Christ sein, um sie so vorzutragen, dass man sie versteht.“ Der Schauspieler und Sprecher fügt hinzu, er habe eine vorsichtige, neutrale Annäherung versucht, ohne Sendungsbewusstsein, ohne zu drohen und zu ermahnen oder auch sanft Trost zu spenden.

Bibel ohne unterschiedliche Stimmen vorgelesen

Er habe hier nicht mit unterschiedlichen Stimmen agieren wollen, wie er es etwa bei „Harry Potter“ gemacht habe. Daher spreche Gott in dieser Hörbibel auch nicht mit einer besonders „göttlichen“ Stimme. Beck: „Ich sah es als meine Aufgabe an, die Bibel so zu interpretieren, dass man zuallererst die Bilder, die Handlungen, die Gedanken dahinter versteht. Ich habe diese mythischen Geschichten sozusagen mir selbst als naivem Zuhörer vorgelesen.“

Manche Passagen seien ihm besonders nahe gegangen, dazu gehörten das Hohelied Salomons sowie das Hohelied auf die Liebe im ersten Korintherbrief des Apostels Paulus. Andere Stellen, in denen von Gewalt, Krieg und Rache die Rede ist, habe er als erschreckend empfunden, sagt Beck der Zeitung. Vor allem gegenüber den nichtgläubigen Völkern, die mehr als einen Gott anbeteten und nicht den monotheistischen jüdischen Gott, sei da nichts von Toleranz, geschweige denn Gnade zu spüren.

Er habe mit seiner Arbeit den Zuhörern auch ein wenig die Angst vor diesem monumentalen Text nehmen wollen. „Die gesamte Bibel besteht nicht aus großen Sequenzen, sondern aus kleinen Aussageeinheiten. So hat man Zeit, den Sätzen nachzuspüren, ihnen nachzuhören und sie zu verstehen."

Rufus Beck agierte zunächst als Schauspieler fürs Theater sowie für Film- und Fernsehproduktionen. Beck, der Islamistik, Philosophie und Ethnologie studiert hat, wirkte später als Interpret, Regisseur und Produzent an vielen erfolgreichen Hörbuch-Produktionen mit. Bekannt ist er vor allem als die Stimme von Harry Potter.

Von: Jörn Schumacher

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Mon, 30 Mar 2020 15:49:00 +0200
<![CDATA[Per App für Christen weltweit beten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2020/03/30/per-app-fuer-christen-weltweit-beten/ Das Buch „Gebet für die Welt“ oder auf Englisch „Operation World“ gilt als ein relevantes Buch für Christen, die für ihre Glaubensgeschwister in aller Welt beten wollen. Der Missionswissenschaftler Patrick Johnstone gründete im Jahr 1956 die Organisation „Operation World“, die seitdem länderspezifische Inhalte zur Ausbreitung des Christentums und dazugehörige Gebetsanliegen sammelt. Mitarbeiter der Organisation erhalten die Daten zum Beispiel aufgrund von Missions- und Medienberichten.

Jetzt sind die Gebetsanliegen auch digital verfügbar. Android- und Apple-Nutzer können sich die App „Operation World“ auf ihr Smartphone laden und täglich für die Welt beten. Auf Englisch gibt es die App schon länger, jetzt ist sie auch auf Deutsch verfügbar. In der Anwendung lässt sich jedes Land einzeln aufrufen. Sie liefert einen allgemeinen Überblick über jedes Land, dann folgen statistische Daten zur Bevölkerung und der Lage des Christentums. Außerdem finden sich dort vertiefende Informationen, zum Beispiel über aktuelle soziale Herausforderungen des jeweiligen Landes.

Von: Swanhild Zacharias

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Mon, 30 Mar 2020 14:04:00 +0200
<![CDATA[Ethikrat warnt vor Folgen des Lockdowns]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/03/30/ethikrat-warnt-vor-folgen-des-lockdowns/ In seiner Stellungnahme „Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise“ mahnt der Deutsche Ethikrat, dass es beim politischen Krisenmanagement bereits jetzt darum gehen müsse, wie die Gesellschaft einen Weg zurück in einigermaßen normale Abläufe des öffentlichen und privaten Lebens finden könne. Um die Maßnahmen des sogenannten Lockdowns, also des Herunterfahrens des öffentlichen Lebens, zu rechtfertigen, müsse immer abgewogen werden: zwischen dem erhofften Nutzen der ausgegebenen Kontaktsperren einerseits und den befürchteten Schäden für das politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Geschehen. „Auch der gebotene Schutz menschlichen Lebens gilt nicht absolut. Ihm dürfen nicht alle anderen Freiheits- und Partizipationsrechte sowie Wirtschafts-, Sozial- und Kulturrechte bedingungslos nach- bzw. untergeordnet werden“, heißt es in der Ad-hoc-Stellungnahme. „Ein allgemeines Lebensrisiko ist von jedem zu akzeptieren.“

Das ethische Dilemma der aktuellen Krise bestehe darin, dass das Gesundheitssystem leistungsfähig und stabil gehalten werden und gleichzeitig negative Nebenfolgen für die Gesellschaft und die Bevölkerung aufgefangen werden müssten. Auf befristete Zeit seien Einschränkungen der Freiheitsrechte daher hinnehmbar. Doch je länger, desto schwerwiegender seien die sozialen und politischen Folgelasten. Der Ethikrat betont, dass die dafür notwendigen Entscheidungen nicht allein nach wissenschaftlichen Kriterien getroffen werden dürften. Es widerspreche „dem Grundgedanken demokratischer Legitimation, würden politische Entscheidungen umfassend an die Wissenschaft delegiert“. Die Krise betreffe die ganze Gesellschaft, deshalb müssten die verschiedenen politischen Organe und vielfältige gesellschaftliche und wissenschaftliche Stimmen zusammenwirken, um die Krise zu bewältigen. Sie sei nicht die „Stunde der Exekutive“, sondern „der demokratisch legitimierten Politik“.

Staat muss „Öffnungsperspektive“ bieten

Der Ethikrat warnte vor allem vor den Folgen in drei Bereichen: In sozialpsychologischer Hinsicht drohten durch die Kontaktbeschränkungen Vereinsamung und häusliche Gewalt. Auch Menschen, die auf bestimmte Therapien oder Freizeit- und Betreuungsangebote angewiesen seien – etwa in der Kinder- und Jugendhilfe oder Menschen mit Behinderung –, würden durch die Maßnahmen besonders getroffen. Auch die ökonomischen Folgen müssten berücksichtigt werden: Es brauche mittelfristig eine funktionierende Marktwirtschaft, um die Krise zu bewältigen. Ein Zusammenbruch der gesamten Marktwirtschaft stehe zu befürchten, wenn zu viele große und kleine Unternehmen Insolvenz anmeldeten. Daher sei es notwendig, Insolvenzen nicht nur zu verhindern, sondern auch das operative Geschäft und den Konsumkreislauf wieder zu ermöglichen. Eine weltweite Rezession, geringere Wirtschaftsleistung und höhere Belastung der öffentlichen Haushalte „haben Auswirkungen auf existenzielle Funktionsbedingungen eines Gemeinwesens, dessen sozialstaatliche Solidarität auf wirtschaftliche Leistungsfähigkeit angewiesen ist“.

Mit Blick auf die politische Lage mahnt der Ethikrat, nicht in ein Denken in „Kategorien des Ausnahmezustands“ zu verfallen. Auf längere Sicht sei es für die demokratische Kultur problematisch, in einem Zustand zu verharren, in dem Grundrechte außer Kraft gesetzt sind. Es sei wichtig, dass der Staat „Öffnungsperspektiven“ biete, also den Bürgern erkläre, warum und wie lang bestimmte Einschränkungen erlassen werden und wie der Weg zurück zur Normalität aussehen kann. Wenn die Menschen eine zeitliche Frist für die Maßnahmen absehen könnten, steige ihre Akzeptanz für die gegenwärtige Situation. Sei ein solcher Horizont nicht in Sicht, führe das auf Dauer zu Entsolidarisierung und Demotivation.

Staat darf menschliches Leben nicht bewerten

Der Ethikrat äußerte sich auch zu möglichen ethisch-medizinischen Dilemmata der Coronakrise. Mediziner könnten vor der Frage stehen, ob sie wegen mangelnder Kapazitäten manchen Patienten die Behandlung verweigern, um anderen das Leben zu retten – einer sogenannten Triage. Dazu stellte der Ethikrat klar: „Der Staat darf menschliches Leben nicht bewerten, und deshalb auch nicht vorschreiben, welches Leben in einer Konfliktsituation vorrangig zu retten ist.“ Diese Entscheidung müssten Mediziner treffen.

Der Ethikrat unterscheidet zwei Szenarien: Wenn es weniger freie Plätze mit Beatmungsgeräten gibt und Ärzte die zu behandelnden Patienten auswählen müssen, könne bei dem Abgewiesenen nicht von einer Tötung durch Unterlassung gesprochen werden. In dem Fall hätte der Arzt das krankheitsbedingte Sterben nicht verhindert. Schwieriger ist es aus Sicht des Ethikrates, wenn alle Behandlungsplätze bereits belegt sind. Eine lebenserhaltende Maßnahme für einen Patienten beenden, um das Leben eines anderen zu retten, sei nicht rechtens. Der Mediziner könne zwar mit der „entschuldigenden Nachsicht der Rechtsordnung“ rechnen. Aber der Staat müsse deren Fundamente sichern.

Der Deutsche Ethikrat hat die Stellungnahme am Freitag veröffentlicht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung druckte Auszüge daraus am Montag ab.

Von: Jonathan Steinert

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Mon, 30 Mar 2020 14:02:00 +0200
<![CDATA[Komponist Krzysztof Penderecki gestorben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2020/03/30/komponist-krzysztof-penderecki-gestorben/ Krzysztof Penderecki wurde am 23. November 1933 in Dębica geboren. Schon früh bekam er Unterricht in Violine und Klavier. Später studierte er an der Musikakademie sowie an der Universität Krakau Philosophie, Kunst- und Literaturgeschichte. Bereits im Alter von 25 wurde er selbst Professor für Komposition. Zwischen 1966 und 1968 war Penderecki, der fließend Deutsch sprach, Dozent an der Folkwang-Hochschule in Essen. Im Jahr 1988 wurde er Gastdirigent des NDR-Sinfonieorchesters in Hamburg.

Bereits Ende der 1950er Jahre komponierte er geistliche Stücke im damals sozialistischen Polen. Sein Orchesterwerk „Anaklasis“ wurde 1960 bejubelt und sicherte ihm einen festen Platz unter den Vertretern der Neuen Musik. Penderecki selbst gab den Kampfruf aus: „Ich will den Klang von jeglicher Tradition befreien.“ Neben Pierre Boulez, Luigi Nono oder Karlheinz Stockhausen war der Pole einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Musik.

Lukas-Passion in Deutschland uraufgeführt

Dass er überzeugter Katholik war, schien immer wieder in seinem Werk durch. Laut der Wochenzeitung Die Zeit nannten ihn in Polen viele „den frommsten Menschen nach Karol Wojtyla“ – also nach Papst Johannes Paul II.. Die Tageszeitung Die Welt schreibt zum Anlass des Todes: „Da huldigte ein bisher für gefestigt gehaltener Moderner aus dem kommunistischen Osteuropa den uralten Formen des Katholizismus, tänzelte auf einem sehr schmalen Grat zwischen religiöser Devotion und immer noch avantgardistischer Sprache, die allerdings auch schon deutlich die Auseinandersetzung mit barocken Formen zeigte.“ Im Dom zu Münster wurde 1966 seine Lukas-Passion uraufgeführt.

Penderecki komponierte vier Opern, acht Sinfonien und vielfältige Orchesterstücke, eine große Anzahl von Instrumentalkonzerten, darunter immer wieder mit biblischen Anleihen, etwa das Vokalopus „Als Jakob erwachte aus dem Schlaf, sah er, dass Gott dagewesen war. Er hat es aber nicht bemerkt“ (1974) oder die Symphonie „Sieben Tore Jerusalems“ (1996).

Seine Musik wurde in zahlreichen Filmen verwendet, darunter in Gruselklassikern wie „Shining“ und „Der Exorzist“. Auch David Lynch in „Wild at Heart“ und „Twin Peaks“, Peter Weir in „Fearless“ und Martin Scorsese in „Shutter Island“ griffen gern auf Penderecki-Stücke zurück.

Krzysztof Penderecki lebte zuletzt im Krakauer Vorort Wola Justowska. Dort starb er nach langer Krankheit am Sonntag. Krzysztof Penderecki wurde 86 Jahre alt.

Von: Jörn Schumacher

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Mon, 30 Mar 2020 12:49:00 +0200
<![CDATA[Heinrich Bedford-Strohm wird 60]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2020/03/30/heinrich-bedford-strohm-wird-60/ Heinrich Bedford-Strohm feiert am Montag seinen 60. Geburtstag. Der Theologe ist aktuell Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Der Jubilar wurde 1960 in Memmingen geboren, wo sein Vater Albert Pfarrer war.

Nach Abitur und Grundwehrdienst studierte er Evangelische Theologie in Erlangen, Heidelberg und Berkeley. Später war er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Systematische Theologie in Heidelberg beim späteren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber. Nach seiner Promotion 1992 absolvierte Bedford-Strohm sein Vikariat in Heddesheim und wurde als Pfarrer ordiniert. Danach nahm er eine Gastprofessur für Sozialethik in den USA an.

Seit 2014 EKD-Ratsvorsitzender

1998 habilitierte er sich in Heidelberg mit einer theologischen Arbeit zum „Sozialen Zusammenhalt in der modernen Gesellschaft“. Es folgten Stationen als Gemeindepfarrer in Coburg und als Professor an der Universität Gießen. 2004 folgte er einem Ruf an die Universität Bamberg als Professor für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen.

2011 wurde der Theologe Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Seit November 2013 ist er Mitglied im Rat der EKD. Die Mitglieder der Synode wählten ihn im November 2014 außerplanmäßig zum Nachfolger von Nikolaus Schneider als EKD-Ratsvorsitzender, nachdem dieser zurückgetreten war. Im November 2015 wurde Bedford-Strohm für sechs Jahre im Amt bestätigt.

Ein Herz für Flüchtlinge

Als Landesbischof verbrachte Bedford-Strohm den Heiligabend 2011 in der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber in München. In der Folge forderte der Theologe immer wieder einen humanen Umgang und mehr Respekt vor Flüchtlingen. Die politische Kultur müsse sich ihrer Verantwortung für die Schwachen bewusst sein, sagte Bedford-Strohm.

Der EKD-Ratsvorsitzende plädierte auch für den Sonntagsschutz. Der Mensch brauche Tage der Ruhe, die nicht der Kommerzialisierung dienen. Insofern sei der Sonntag als arbeitsfreier Tag wichtiges, um schließlich dem „Druck, der Wirtschaft alles unterzuordnen, zu begegnen“. In den Gottesdiensten könnten Menschen „Kraft schöpfen“ und „Grundorientierung“ gewinnen.

In der Ökumene betonte Bedford-Strohm, nicht nur das Trennende, sondern auch das Verbindende zu sehen. Er forderte alle Konfessionen auf, „eine authentische öffentliche Kirche zu sein, die leidenschaftlich ökumenisch denkt und fühlt“. Sein Engagement geht über die nationalen Grenzen hinaus: Der Theologe gehört der Internationalen Arbeitsgruppe für Bioethik des Weltkirchenrates an.

Kritik wegen des abgelegten Kreuzes

Seit seiner Wahl zum Landesbischof lässt Bedford-Strohm seine Mitgliedschaft in der SPD ruhen. Scharf kritisiert wurde der Theologe im Oktober 2016. Bei einem gemeinsamen Besuch mit Reinhard Kardinal Marx auf den Tempelberg legte er auf Bitten der Gastgeber sein Brustkreuz ab. Das wurde ihm von vielen als „Verleugnung des Kreuzes“ ausgelegt.

In den vergangenen Jahren hat Bedford-Strohm sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Mittelmeerraum stark gemacht. Für sein Engagement in diesem Bereich erhielt er Anfang Januar 2020 Morddrohungen. Die sizilianische Stadt Palermo ernannte ihn zum Ehrenbürger. Seit 1985 ist Bedford-Strohm mit der amerikanischen Psychotherapeutin Deborah Bedford verheiratet. Das Paar hat drei erwachsene Söhne. Sein Bruder Christoph ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Heidelberg.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Mon, 30 Mar 2020 09:54:00 +0200
<![CDATA[Journalismus, Social Media und ein omnipräsentes Virus]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2020/03/29/journalismus-social-media-und-ein-omnipraesentes-virus/ Eine Analyse von Raffael Reithofer]]> Letzten Donnerstag um halb zwei Uhr nachts postete der wohl bekannteste Fernsehjournalist Österreichs, Armin Wolf, auf Twitter ein Foto von seiner Zahnbürste. Der ungewöhnliche Hintergrund des Bildes: der menschenleere Newsroom des ORF-Zentrums am Wiener Küniglberg. Denn gemeinsam mit über 50 anderen ORF-Mitarbeitern aus Redaktion und Technik übernachtet der Mittfünfziger Wolf, der für seine kritischen Interviews als Moderator der Spätnachrichtensendung ZIB 2 beim Publikum beliebt und von Politikern manchmal gefürchtet ist, in den nächsten vierzehn Tagen in einem provisorisch eingerichteten Isolationsbereich im ORF-Zentrum. Der Sinn dahinter, dass sich eine ganze Sendemannschaft in die von Wolf mit Augenzwinkern „Corona-WG“ genannte freiwillige Selbstisolation begibt, liegt darin, dass der ORF seinen Sendebetrieb auf Biegen und Brechen aufrecht erhalten möchte und nicht etwa schließen müssen, weil sich ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert und somit mitsamt alle seine Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt werden. Seriöse Medien, das zeigt sich an diesem Beispiel nämlich besonders eindringlich, gehören genauso wie Supermärkte, Energieversorger und Internetprovider zur kritischen Infrastruktur eines Landes – gerade auch in Zeiten von Social Media, wo sich seit Ausbruch der Krise eine bemerkenswerte Häufung von Gerüchten, kruden Verschwörungstheorien und Fake News verschiedenster Art bemerkt gemacht hat. Aber mehr dazu später.

Insgesamt ergeben sich für den kritischen Nachrichtenkonsumenten bei der Verfolgung der Berichterstattung zur Coronakrise durchaus neue Erkenntnisse über die Rolle der Medien in Zeiten einer großen internationalen Krise. Dazu im Folgenden die fünf Erkenntnisse zu Medien und Corona. Diese verstehen sich jedoch nicht als allgemeingültige Wahrheiten, sondern vielmehr als erste Anknüpfungspunkte mitten in einer dynamischen Situation.

Erste Erkenntnis: Drei gesellschaftliche Funktionen des Journalismus

Gerade in einer so großen Ausnahmesituation wie der jetzigen, die nach allem, was wir bisher wissen, zudem nur mit starken Einschränkungen der persönlichen Freiheit überwunden werden kann, braucht es neben handlungsfähigen Politikern und vertrauenswürdigen Experten vor allem auch seriöse Medien. Diese dienen nämlich dazu, die Krise begreifbar zu machen, die Maßnahmen der Politik kritisch, aber fair zu beobachten und den Bürgern klarzumachen, wie wir der Krise Herr werden können. Laut dem deutschen Medienwissenschaftler Stephan Ruß-Mohl hat der Journalismus in einer Demokratie unter anderem die folgenden drei Funktionen: Erstens, die Bevölkerung zu informieren, „damit wir alle unseren Alltag bewältigen und insbesondere in unserer Doppelrolle als Marktteilnehmer und Staatsbürger die nötigen Entscheidungen sachgerecht treffen können“. Zweitens Sachverhalte zu artikulieren, um idealerweise „als ‚Frühwarnsystem’ der Gesellschaft zu dienen“. Und drittens, das Geschehen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft kritisch zu hinterfragen, Ruß-Mohl nennt das „Kritik- und Kontrollfunktion“. Alle drei journalistischen Funktionen sind gerade in der Berichterstattung zur Coronakrise unabdingbar. Ein gutes Beispiel für die Informationsfunktion ist etwa der tägliche Coronavirus-Podcast auf NDR Info mit Christian Drosten, der die neuesten Fachinformationen zum Virus, zur Pandemie und zu adäquaten Gegenmaßnahmen einem medizinischen Laien verständlich macht, auf die Artikulationsfunktion und auf die Kritik- und Kontrollfunktion kommen wir in den Erfahrungen vier und fünf noch einmal zurück.

Zweite Erkenntnis: Mangelnde Qualitätskontrolle auf Social Media

Journalistische Medien unterliegen einer redaktionellen Qualitätskontrolle, einerseits dadurch, dass ihre Autoren dazu angehalten sind, sachgerecht zu recherchieren und insbesondere heikle Information lieber noch ein zweites oder gar drittes Mal zu prüfen, andererseits dadurch, dass Kollegen ihre Texte vor der Veröffentlichung noch einmal sprachlich und inhaltlich redigieren, also gegenlesen – in Printmedien geschieht das oft mehrmals und zuletzt von der Chefredaktion. Bei sozialen Medien, die von Computern aggregiert werden, fehlt eine effektive Qualitätskontrolle hingegen völlig. Verschwörungstheorien, Gerüchte und Fake News verbreiten sich dort häufig unkontrolliert, emotionalisierende Inhalte werden von den Algorithmen, die die Nutzer möglichst lange auf der Seite halten möchten, zudem oft auch noch verstärkt – auch wenn sie falsch sind. Bemühungen der Plattformbetreiber, Fake News einzudämmen ändern daran im Großen eher wenig.

Der Chef der Faktencheckerplattform Mimikama, Tom Wannenmacher, spricht im Telefoninterview mit pro von einer zwischenzeitlichen Welle an Fake News, die zwischen dem 13. und dem 16. März ihren Höhepunkt fand und sich an hunderten E-Mail-Anfragen in seinem Postfach und einem stark erhöhten Zugriff auf die Website zeigte. Inzwischen hat sich die Lage bei Mimikama quantitativ wieder beruhigt, allerdings sei Corona weiterhin mit Abstand das wichtigste Thema der Website. Wannenmachers Interpretation im Nachhinein: „Die Leute haben Angst gehabt und haben daher Schutz und Hilfe gesucht.“ Die Richtigstellung von Falschnachrichten scheint also mitunter durchaus einen psychologischen Beruhigungseffekt zu haben, so jedenfalls die Interpretation eines erfahrenen Faktencheckers. Dass Falschmeldungen in der Krise zu irrationalen Handlungen führen können, zeigt das Gerücht von Supermarktsperren, das sich in Österreich im Vorfeld des 13. März verbreitete – jenes Freitags, an dem die Regierung des Landes weitgehende Ausgangsbeschränkungen verkündet hat. Wegen dieses Gerüchts kam es nämlich zu Hamsterkäufen in den Supermärkten, vorübergehend war etwa das Toilettenpapier ausverkauft. Wegen des Ansturms mussten zwischenzeitlich sogar Soldaten den Handelsketten dabei helfen, die weitgehend vollen (!) Lagerbestände wieder in die einzelnen Supermärkte zu karren. Diese Aufregung hätte man sich sparen können, hätten sich mehr Bürger auf seriöse Nachrichten verlassen, denn die Regale in den Supermärkten sind trotz Krise weiterhin prall gefüllt.

Dritte Erkenntnis: Publizistische Hochkonjunktur trifft auf ökonomische Krise

Gerade in einer Zeit, wo das Handeln der Regierungspolitik ungewohnt viele direkte Auswirkungen auf das Leben aller Bürger hat, steigt das Informationsbedürfnis der Bevölkerung enorm an. Das zeigt sich daran, dass neben unseriösen Informationen derzeit auch seriöse Nachrichten Hochkonjunktur haben und dass sich selbst die meisten privaten Gespräche jedenfalls nach den Erfahrungen des Autors in fast schon erschreckendem Ausmaß um Corona drehen. Die journalistische Hochkonjunktur seriöser Nachrichten geht paradoxerweise aber vielfach mit einer ökonomischen Krise jedenfalls der privaten Medienhäuser Hand in Hand, denn das Inseratengeschäft bricht etwa aufgrund der geschlossenen Läden vielfach weg, zudem bieten mehrere Medien ihre Berichterstattung zur Coronakrise vorübergehend gratis an, da sie ihre publizistische Verantwortung ernst nehmen. Von politischer Seite werden daher in Deutschland und Österreich erste Rufe nach Hilfspaketen speziell für Medien laut. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zeigt sich das starke Informationsbedürfnis im Übrigen an geradezu astronomischen Quoten: In Deutschland sahen am 15. März fast 17 Millionen Bürgerinnen und Bürger die Tagesschau, im knapp zehn mal kleineren Österreich sahen am selben Tag gar 2,77 Millionen das hiesige Pendant dazu namens Zeit im Bild 1: die beste Quote seit Beginn der Messungen im Jahre 1991, wie die Zeitung Die Presse bemerkt.

Vierte Erkenntnis: „Journalistische Medien hui, Social Media pfui“ ist aber auch nicht haltbar

Dennoch wäre das Urteil „Journalistische Medien hui, Social Media pfui“ eine unzulässige Verkürzung des bisher Gesagten. Denn einerseits machen auch journalistische Medien Fehler, während gute Social-Media-Beiträge in ihrer Niederschwelligkeit eine wichtige und gute Ergänzung, seltener auch Korrektur der klassischen Berichterstattung sein können. Einige Beispiele: Vor allem Boulevard-Medien wie die deutsche Bild-Zeitung oder die Zeitung ÖSTERREICH neigen zur Überdramatisierung und müssen sich in Krisenzeiten den Vorwurf der Panikmache gefallen lassen. So titelte ÖSTERREICH am 27. Februar, zu einem Zeitpunkt, wo es gerade einmal drei bestätigte Erkrankungsfälle gab: „Die totale Corona-Panik!“.

Den wesentlich nüchterner agierenden Qualitätsmedien ist ein solches Spiel mit der Angst kaum vorzuwerfen, doch auch hier kam es in der Anfangszeit der Krise zu deutlichen Fehleinschätzungen, wenn auch in umgekehrter Richtung. Die für ihre kritische Berichterstattung bekannte Wiener Wochenzeitung FALTER spielte die Angst vor Corona etwa noch am 4. März in einem als „Geschichte einer Panikmache auf unsere Gesellschaft“ bezeichneten Aufmacher herunter. Die Zeitung räumte darin zwar ein, man dürfe das Coronavirus nicht kleinreden, schrieb im Absatz davor aber etwas, das sich wenigstens aus heutiger Sicht sehr nach Kleinreden liest: „Weltweit erkranken von rund 7,8 Millionen Menschen 87.137 am Coronavirus, darunter sind 2.977 Todesopfer zu beklagen. Damit wir das ins rechte Licht rücken: Allein im Verkehr sterben im kleinen Österreich jährlich mehr als 400 Menschen und mehr 2.000 an der Grippe.“ Der exponentiellen Ausbreitung des Virus hat der FALTER in dieser Einschätzung offenkundig viel zu wenig Beachtung geschenkt. Diese hat die Süddeutsche Zeitung eine knappe Woche später im viel beachteten Online-Feature „Die Wucht der großen Zahl“ deutlich gemacht – übrigens ein exzellentes Beispiel für die im ersten Learning erwähnte Artikulationsfunktion des Journalismus.

Dass Social-Media-Beiträge wiederum eine wichtige Ergänzung zur journalistischen Berichterstattung sein können, zeigt sich etwa an den drastischen Twitter-Berichten von Ärzten aus Italiens Krankenhäusern, die Anfang März dazu beigetragen haben, die europäische Öffentlichkeit über die vom Coronavirus ausgehende Gefahr wachzurütteln und sogar vom österreichischen Gesundheitsminister Rudolf Anschober in einer Pressekonferenz erwähnt wurden. Auch ein viel beachteter Blogbeitrag namens „Coronavirus: Why We Must Act Now“ von Tomas Pueyo, inhaltlich dem Text der SZ durchaus ähnlich, hat international zur Aufklärung über die Ausbreitung des Coronavirus und zur Akzeptanz der Gegenmaßnahmen beigetragen. Viel kleiner, aber trotzdem wichtig sind zudem Beiträge von Hausärzten, die über mangelnde Schutzmasken klagen, von Juristen, die sich Gedanken zur Legalität der gegenwärtigen Maßnahmen machen, von Krankenschwestern, die die Bevölkerung dazu aufrufen, zuhause zu bleiben, von Supermarktmitarbeitern, die sich mehr Verständnis von ihren Kunden wünschen – allesamt leisten derart bedachte und durchdachte Postings einen Beitrag zur ausgewogenen Betrachtung der aktuellen Pandemie.

Fünfte Erkenntnis: Krisenjournalismus zwischen Kritik und Schulterschluss

Es ist ein Gemeinplatz der Sozialpsychologie, dass ein gemeinsamer Außenfeind den inneren Zusammenhalt innerhalb einer Gruppe massiv steigert – auch in einer ansonsten zerstrittenen Gruppe. Die aktuelle Situation zeigt uns jedenfalls in Österreich, dass dieses Prinzip auch dann zu gelten scheint, wenn der „Feind“ ein unsichtbares Virus und die Gruppe ein Staat mitsamt seinen Bürgern, Politikern und Journalisten ist. Tatsächlich kam es in Österreich nicht nur zu ansonsten kaum denkbaren Solidaritätskundgebungen, etwa dass viele Bürger und auch die Streifenwagen der Polizei in den vergangenen Tagen jeweils um 18 Uhr die heimliche Bundeshymne „I am from Austria“ von Rainhard Fendrich gesungen bzw. abgespielt haben, sondern auch zu einem ungewohntem Zusammenhalt innerhalb der unterschiedlichen politischen Parteien. So wurde etwa das eilig erarbeitete COVID-19 Gesetz, das eine rechtliche Basis für die aktuelle Situation schaffen soll, am 15. März in beiden Kammern des österreichischen Parlaments jeweils einstimmig beschlossen und auch kommunikativ ist die üblicherweise höchst laute Regierungskritik vonseiten der Oppositionsparteien zwar nicht verstummt, aber deutlich leiser geworden. Beispielsweise sah die Chefin der oppositionellen SPÖ, Pamela Rendi-Wagner – selbst Ärztin und Epidemologin –, an den von der ÖVP-Grünen-Regierung beschlossenen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens „aus medizinischer Sicht keine Alternative“, kritische Anmerkungen gibt es von ihr und von anderen Oppositionspolitikern vor allem zu verschiedenen Teilaspekten des Krisenmanagements, nicht jedoch zu den wichtigsten Maßnahmen im Ganzen.

Die Kritik an den politisch Verantwortlichen wird dieser Tage jedenfalls in Österreich also leiser, immer wieder ist auch von einem nationalen Schulterschluss die Rede. Für Medien stellt sich hier die Frage, wie sie damit umgehen sollen – gerade angesichts der im ersten Learning erwähnten Kritik- und Kontrollfunktion. Wo sollen sie die Regierungspolitik mittragen, wo kritisieren? Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht; faktisch wenigstens scheint die Regierungskritik auch vonseiten der österreichischen Medien leiser und auf konkrete Missstände fokussierter geworden zu sein, wie etwa dem Verdacht auf Behördenversagen im Tiroler Skiort Ischgl. Der Gründer und Herausgeber des FALTER, Armin Thurnher, empfiehlt Jorunalisten in seinen „Zehn Gedanken zum Krisenjournalismus“ unter anderem Folgendes: „Es gibt keine Pflicht zum Schulterschluss. Es gibt nur die Pflicht, dem zu dienen, was man für öffentliches Wohl hält. Das wird eine gewisse Selbstmäßigung einschließen, ebenso ein Misstrauen gegenüber dem Willen zu Durchschaltung und Gleichschaltung.“

Nachtrag: Ein Gedanke aus christlicher Sicht

Ein kurzes Bibelwort aus dem Neuen Testament mag dabei helfen, die Essenz der fünf Erkenntnisse abschließend zusammenzufassen. Paulus schließt seinen ersten Brief an die Thessalonicher unter anderem mit der Aufforderung „Prüft alles und behaltet das Gute!“ ab. Um diesen Gedanken besser auf die aktuelle Situation anwenden zu können, könnte man ihn wie folgend abwandeln: Prüft alle wesentlichen Informationen und behaltet das, was sich als seriös erweist. Das ist zugebenermaßen eine sehr freie Interpretation des biblischen Gedankens, hilft uns aber vielleicht dabei, gerade in Zeiten der globalen Gesundheitskrise einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn insgesamt kommt es gerade jetzt darauf an, gut recherchierte Informationen von Fake News und dergleichen unterscheiden zu können.

Von: Raffael Reithofer

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Sun, 29 Mar 2020 16:58:00 +0200
<![CDATA[„Wir sollten mit Aggressionen in nächster Zeit behutsam umgehen“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/03/29/wir-sollten-mit-aggressionen-in-naechster-zeit-behutsam-umgehen/ Die Debatten nach einer gesellschaftlichen Krise wie der Coronakrise werden substantieller werden, erwartet der Theologe und Psychiater Manfred Lütz. In der Frankfurter Allgemeinenen Sonntagszeitung sprach er darüber, wie die Menschen mit der aktuellen Situation umgehen können und was jetzt wichtig ist. Zwar werde es nach der Krise auch weiter Spaß und Unterhaltung geben. „Aber der grenzenlose Zynismus dieses ‚Dieter Bohlen, Heidi Klum, Oliver Pocher‘-Kartells wird es wohl dann schwerer haben“, sagte Lütz im Interview.

Auch die derzeit nötige körperliche Distanz mache den Menschen bewusst, dass sie soziale Wesen seien und dass soziale Kontakte wichtig seien. Lütz nannte den Benediktinerorden als Beispiel für einen möglichen Umgang mit dem Thema Quarantäne im Alltag. Schon seit 1.500 Jahren lebten diese Mönche auf engstem Raum zusammen. Der bekannte Benediktiner Anselm Grün habe dazu sogar ein Buch mit dem Titel „Quarantäne – Eine Gebrauchsanweisung“ geschrieben. Der Lebensstil der Benediktiner zeige zum Beispiel, dass man nicht den ganzen Tag miteinander kommunizieren könne, wenn man sich gemeinsam auf engstem Raum befindet. Deshalb gebe es bei dem Orden tagsüber das Schweigegebot. Lütz empfahl auch Familien, die jetzt mehr Zeit als vorher zuhause verbringen, sich daran zu orientieren. Es sei vielleicht gut, wenn man sich nicht den ganzen Tag über immer wieder anspreche, sondern sich auf bestimmte Zeiten einige, in denen alle miteinander reden könnten. Außerdem sei es wichtig, den Tagen Struktur und Rituale zu geben.

Panik ernst nehmen

Der Theologe sprach auch über die Bedeutung des Glaubens in der aktuellen Krise. „In der Corona-Pandemie kommt man mit einem Schönwettergott nicht weiter. Als Christ glaube ich aber an einen mitleidenden Gott, der mir gerade im Leid nahe ist, und ich glaube, dass es über den Tod hinaus ein ewiges Leben gibt und einen Sinn des Ganzen“, sagte er. Wenn man keine Perspektive habe und glaube, dass das Leben letzten Endes sinnlos sei, dann sei die aktuelle Situation „völlig trostlos“. „Denn was interessiert das Weltall schon, wenn irgendwo auf einem peripheren Planeten eine ganze Menschheit an einem Virus verreckt.“ Christen glaubten jedoch, dass alles einen Sinn habe. Der lasse sich zum Beispiel „in der Liebe zu Menschen, in ergreifender Musik und begeisternder Kunst“ ahnen. Wer mit dieser Perspektive die aktuelle Lage betrachte, der könne dem „sinnlosen Virus“ etwas entgegen setzen.

Lütz empfahl außerdem, behutsam miteinander umzugehen und Menschen ernst zu nehmen, bei denen die Corokakrise tatsächlich Angst und Panik auslöse – was vielleicht in Hamsterkäufen mündete. Man müsse ihnen erklärten, warum es keinen Grund zur Panik gebe und verständnisvoll reagieren. „Wir sollten ohnehin mit unseren Aggressionen in der nächsten Zeit behutsam umgehen", sagte der Psychiater.

Von: Swanhild Zacharias

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Sun, 29 Mar 2020 13:33:00 +0200
<![CDATA[Gott ist da]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2020/03/29/gott-ist-da/ Teil 2 der Video-Kolumne mit Pastor Gunnar Engel]]> Von: Gunnar Engel

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Sun, 29 Mar 2020 09:00:00 +0200
<![CDATA[Hier können Sie Gottesdienste online verfolgen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/03/21/hier-koennen-sie-gottesdienste-online-verfolgen/
  • Der Sender Bibel TV bietet verschiedenste Live-Gottesdienste an. Ob evangelisch, katholisch oder für junge Menschen – die Abwechslung ist groß. Der Sender hat sein Angebot zudem ausgebaut. Ab sofort können Gemeinden auf der Webseite nun auch eigene Gottesdienste kostenfrei einstellen. Das erweiterte Angebot von Bibel TV gilt bis einschließlich Ostern.

  • Deutschlandfunk bietet auf der Webseite rundfunk.evangelisch.de jeden Sonntag evangelische Gottesdienste im Livestream zum Hören an. An diesem Sonntag, dem 22. März, hält die Predigt der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

  • Das ZDF streamt seine Fernsehgottesdienste zusätzlich live bei Facebook, YouTube und Twitter. Den Fernsehgottesdienst am 29. März um 9.30 Uhr gestaltet unter anderem der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung.

  • NDR.de streamt am Sonntag, den 29. März, um 10 Uhr einen einstündigen Live-Gottesdienst aus der leeren Flussschifferkirche im Hamburger Hafen.

  • Der katholische Sender kirche.tv bietet verschiedene katholische Gottesdienste im Livestream an.

  • Bereits aufgezeichnete Gottesdienste aus Frei- und Landeskirchen sind bei ERF Medien zu finden.

  • Das christliche Gästezentrum Schönblick streamt sonntags um 10 Uhr einen Live-Gottesdienst.

  • Hillsong Berlin streamt seine Gottesdienste jeden Sonntag online.

  • Die Evangelische Kirche Baden bietet sonntags um 10.15 Uhr jeweils einen Livestream an.

  • Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Matthäus in Augsburg streamt den Sonntagsgottesdienst ebenfalls live.

  • Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Katharinen in Braunschweig überträgt sonntags um 11 Uhr ihre Gottesdienste online auf TV38 und sind anschließend auch auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde zu sehen. Das Angebot gilt vorerst bis Ostern.

  • Der katholische Pfarrer Lukas Szafera aus Hanau überträgt seinen Gottesdienst aus der Steinheimer Kreuzkirche jeden Sonntag um 10 Uhr via Facebook.

  • Die Thomaskirchengemeinde in Bad Godesberg veröffentlicht den aktuellen Gottesdienst in Kurzform per Video auf ihrer Webseite.

  • Auch die Kirchengemeinde Süderhastedt (Kreis Dithmarschen) setzt ihre Gottesdienste und derzeit täglich eine Kurzandacht ins Netz.

  • Auf dem YouTube-Kanal der Evangelischen Kirche in Österreich gibt es jeden Mittag um 12 Uhr einen kurzen Impuls zu sehen.

  • Der evangelische Pfarrer Kai-Uwe Schröter aus Borgenteich überträgt seine Gottesdienste aus seiner Kirche sonntags auf onlinepredigten.de.

  • Die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal in der Eifel überträgt jeweils donnerstags um 19.30 Uhr eine Andacht und sonntags um 10 Uhr einen Gottesdienst bei YouTube.

  • Die Gesamtkirchengemeinde Backnang (Diözese Rottenburg-Stuttgart) stellt täglich um 18 Uhr ein kurzes Video mit dem Tagesevangelium, Musik und einem Segen auf ihrem YouTube-Kanal ein.

  • Auf der Webseite des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FEG) findet sich eine Übersicht über alle Livestreaming-Angebote der zugehörigen Ortsgemeinden.

  • Auch der Bund Evangelisch freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) bietet auf seiner Webseite eine Übersicht über verschiedene Live-Gottesdienste an.

  • Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) listet online Möglichkeiten auf, auch in Zeiten der Quarantäne Gottesdienste und Seelsorgedienste über das Internet in Anspruch zu nehmen.

  • Eine umfangreiche Liste mit Gemeinden, die Gottesdienst-Livestreams in Deutschland, der Schweiz und Österreich anbieten, ist auf der Webseite www.kirchenland.com/livestreams zu finden.

  • Von: Swanhild Zacharias

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    Sat, 28 Mar 2020 11:34:00 +0100
    <![CDATA[Iranische Konvertitin Mahsa darf bleiben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2020/03/28/iranische-konvertitin-mahsa-darf-bleiben/ Am 27. März erhielt die iranische Christin Mahsa (Name zum Schutz von der Redaktion geändert) Bescheid, dass sie doch in Deutschland bleiben darf. Das teilten die Initiatoren der Petition für die junge Frau und Mitglieder der „Christlichen Initiative Herborn“ pro mit. Am 12. März habe Mahsa noch einmal einen Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im mittelhessischen Gießen gehabt. Dort sei die Iranerin noch einmal befragt worden. Daraufhin entschied das Amt, Mahsa als Flüchtling anzuerkennen und ihr Bleiberecht in Deutschland zu gewähren.

    In den vergangenen Monaten hatten sich viele Christen in Hessen für das Schicksal der jungen Frau stark gemacht. Im November 2015 floh die damals 34-Jährige aus dem Iran nach Deutschland und stellte hier einen Asylantrag. Der Grund: In ihrer Heimat hatte sich die junge Frau dem Christentum zugewandt und war deshalb angezeigt worden. Folter und Tod hätten vermutlich vor ihr gelegen. Mahsa vermutet heute rückblickend, dass Angehörige der eigenen, ihren Angaben zufolge sehr wohlhabenden, Familie dahinter stecken. Einer der Brüder ist im Iran Mitarbeiter der Religionspolizei, ein weiterer Bruder arbeitet in der Regierung des Landes. Die Brüder und der eigene Vater bedrohten die junge Frau mit dem Tod.

    Doch Mahsas Antrag auf Asyl im Jahr 2016 wurde vom BAMF abgelehnt, auch eine Berufung hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof im März 2019 abgelehnt. Der Versuch, eine Verfassungsbeschwerde einzulegen, blieb ebenfalls erfolglos. Die Christen aus dem Lahn-Dill-Kreis hatten sich daraufhin als „Christliche Initiative Herborn“ für Mahsas Verbleib in Deutschland stark gemacht. Am 15. Juni vergangenen Jahres organisierten sie einen Gebetsmarsch, um auf den Fall aufmerksam zu machen. Anschließend startete die Initiative eine Petition an den Hessischen Landtag. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder hatte sich im Rahmen der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg für einen Abschiebestopp christlicher Flüchtlinge ausgesprochen. Die Mitglieder der „Christlichen Initative Herborn“ bezeichneten den positiven Ausgang des Falls gegenüber pro als „Eingreifen Gottes“. Mahsa freue sich sehr, nun in Deutschland bleiben zu können.

    Von: Swanhild Zacharias

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    Sat, 28 Mar 2020 11:22:00 +0100
    <![CDATA[Die Bibel mit allen Sinnen erfahren]]> https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/2020/03/27/die-bibel-mit-allen-sinnen-erfahren/ Die Idee, ganzheitlich, sinnlich erfahrbare Führungen über das Leiden, den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus in christlichen Gemeinden durchzuführen, hat Kreise gezogen. Ostergärten und Sinnenparks sind hundertfach kopiert worden. Der Religionspädagoge Lutz Barth und seine Frau Annette haben das Konzept dazu vor 20 Jahren gemeinsam entwickelt. Auf Kopierschutz haben sie dabei bewusst verzichtet.

    pro: Wie ist die Arbeit des Sinnenparks entstanden?

    Lutz Barth: Eine kleine Osterschale mit Kreuz und Garten weckte bei uns den Wunsch, die Ereignisse der Passion und der Auferstehung auch im Großen im wahrsten Sinn der Worte „anschaulich“ und „begreifbar“ zu machen. Meine Frau und ich haben uns für die „große Lösung“ entschieden. Die Menschen sollten die biblischen Geschichten hautnah erleben. Der erste Ostergarten im Jahr 2000 war als einmalige Aktion gedacht. Wir hatten auf Anhieb 1.700 Besucher, die Zahl ist im folgenden Jahr auf 2.400 Besucher gestiegen und dann kontinuierlich in die Höhe geklettert.

    Das stieß auch auf Medieninteresse?

    Jeder Ostergarten in Deutschland oder der Schweiz hat für ein großes Interesse der Medien gesorgt. Sie waren froh, dass sie nicht nur über Osterhasen und Eier berichten mussten. Außerdem konnten sie hier Kameraszenen und Stimmen einfangen. Dadurch haben wir vermutlich noch mehr Evangelium durch die Medien zu den Menschen gebracht als durch unsere Ausstellung selbst. Auch wenn wir mit unseren 30 bis 40 Ausstellungen im Jahr insgesamt eine Million Besucher erreicht haben.

    Warum funktioniert das Konzept noch, in einer Zeit, in der alles sonst digital sein soll?

    Der Mensch ist einfach ein sinnliches Wesen, selbst wenn er noch so viel vor dem Bildschirm sitzt. Wir riechen, fühlen und schmecken. Wenn der Mensch diese Bodenhaftung verliert, dann verkümmert er. Deswegen soll das Konzept die Sinne ansprechen und bei den Besuchern wohltuende Schwingungen auslösen. Wenn das nicht gelingen würde, kämen die Menschen nicht so massenhaft.

    Wie ist das Evangelium andockfähig im 21. Jahrhundert?

    Da hat sich seit dem Beginn meiner Tätigkeit nichts verändert. Das Evangelium entfaltet sich am besten in der Freundschaft und indem ich jemandem Vertrauen schenke. Das bleibt die wirksamste Möglichkeit, einen Menschen für Jesus anzusprechen. Und das ja auch mit allen Sinnen. Wenn ich merke, dass ich gefragt und ernstgenommen bin, dann habe ich eine ganz andere Empathie für den anderen. Und dann muss ich mit Liebe gestalten, was ich erzähle. Ein muffiges und dreckiges Gemeindehaus atmet nicht die Schönheit und Wertschätzung des Evangeliums. Die Menschen spüren, wenn sie gemeint und angesprochen sind. Ich darf sie aber nicht als Opfer sehen, die nur dazu dienen, eine Kirchenbank zu füllen. Das funktioniert nicht.

    Steht der Sinnlichkeit nicht die reformatorische Theologie entgegen?

    Der reformatorische Ansatz besteht darin, nicht zu sehr vom Wesentlichen abgelenkt zu sein. Bei unserer Arbeit nehmen wir die Kulissen als selbsterklärende Predigt. Sie sollen die Worte des Erzählers und der Hörbeispiele unterstreichen und ergänzen. Bei Jesu Verhaftung haben wir einen Knüppel in die Kulisse gelegt. Hinterher haben mich die Menschen angesprochen, dass sie die Knüppel in der Bibelstelle bisher immer überlesen hatten. Sie wurden angesprochen und wollten die Bibel noch aufmerksamer lesen und genauer hinhören.

    Können Gemeinden ihre Predigten so umgestalten, dass mehr Sinne angesprochen werden?

    In unserer Gemeinde erlebe ich, dass der Pfarrer immer wieder in die Rolle einer biblischen Person schlüpft und predigt. Vielen Gemeinden haben Theater und Anspielgruppen, wo kreative Elemente eingebracht werden. Ich selbst gestalte Gottesdienste, in denen ich als Martin Luther oder Bewohner von Nazareth auftrete. Die Leute hören anders hin und nehmen es anders wahr. Ich verlasse den vorderen Bereich der Kirche, komme zu ihnen und spreche sie bewusst an. Dieses Format setze ich aber dosiert ein. Die Sinnen-Arbeit steht immer in der Gefahr, kitschig zu sein. Das war uns immer bewusst und das haben wir versucht zu berücksichtigen.

    Wie planen Sie weiter?

    Über die Zukunft müssen wir im Herbst sprechen. 2023 gehe ich in den Ruhestand. Wenn es nicht weitergeht, möchte ich die vorhandenen Kulissen für offene Kirchen und Gemeindehäuser anbieten. Etliches davon wurde mit enormem Aufwand gebaut, viele Ideen wurden investiert. Das in die Tonne zu klopfen, würde mir schwerfallen.

    Vielen Dank für das Gespräch!

    Die Fragen stellte Norbert Schäfer

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    Fri, 27 Mar 2020 16:42:00 +0100
    <![CDATA[„Das Krankenhaus ist von Gebet umhüllt“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2020/03/27/das-krankenhaus-ist-von-gebet-umhuellt/ pro: Wie kam es dazu, dass „Samaritan’s Purse“ in Cremona ein Notfallkrankenhaus eingerichtet hat?

    Alyssa Benson: „Samaritan’s Purse“ beobachtet immer, wo Seuchen oder Naturkatastrophen ausbrechen. Wir haben auch ein Team von Spezialisten für Infektionskrankheiten und Erfahrung im Umgang mit Seuchen. Unser mobiles Notfallkrankenhaus ist immer einsatzbereit. Bei der Ebola-Epidemie in Afrika waren wir auch vor Ort. Als die Lage durch das Coronavirus jetzt in Italien immer schlimmer wurde, hat uns die Regierung um Hilfe gebeten. Wir unterstützen hier das örtliche Krankenhaus.

    Wer gehört zu Ihrem Team?

    Zu unserem Team gehören rund 70 Personen aus den USA, Kanada und Großbritannien. Es sind Logistiker dabei, die unter anderem die Abstimmungen mit dem Krankenhaus organisieren; und Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern, die sich um die medizinische Versorgung kümmern. Zum Teil sind das Angestellte unserer Organisation, die meisten haben aber für den Einsatz befristete Verträge.

    Sie sind seit einer Woche vor Ort. Wie erleben Sie die Situation?

    Vorigen Freitag haben wir unsere Notfallklinik aufgebaut und hatten auch gleich die ersten Patienten. Es ist eine verzweifelte Situation. Die Krankenhäuser sind überlaufen, die Menschen sind voller Angst. Deshalb wollen wir auch Hoffnung geben im Namen von Jesus. Das geht über die medizinische Hilfe für das örtliche Krankenhaus hinaus. Viele Menschen in den USA unterstützen unseren Einsatz, indem sie dafür beten. Das ganze Krankenhaus ist von Gebet umhüllt. Wir erleben, wie Menschen darum kämpfen, zu leben, und wie sie Hilfe im Gebet finden. Gott tut auch hier Wunder.

    Wie geht es den italienischen Ärzten und Pflegern?

    Leider ist das eine Seuche, die sich sehr schnell ausbreitet. Deshalb waren die Krankenhäuser bald überlaufen. Das Krankenhaus hier in Cremona hat 600 Betten, 500 davon sind allein von Corona-Patienten belegt. Von ihnen gehört ein Teil selbst zum medizinischen Personal. Diese Menschen fehlen dann bei der Betreuung der anderen Patienten. Wer hier im Gesundheitswesen arbeitet, ist gerade rund um die Uhr beschäftigt, um diejenigen zu versorgen, die mit dem Virus infiziert sind. Unsere eigenen Mitarbeiter arbeiten auch so gut wie ohne Pause.

    Es gibt Berichte davon, dass Ärzte Menschen mit geringen Überlebenschancen sterben lassen müssen, weil es nicht genügend Beatmungsgeräte gibt. Sind Ihre Ärzte auch schon in so eine Situation gekommen?

    So eine harte Entscheidung mussten wir bisher noch nicht treffen. Dafür sind wir sehr dankbar.

    Wie zeigt „Samaritan’s Purse“ vor Ort, dass es eine christliche Organisation ist?

    Wir verstecken nicht, wer wir sind. Auf den Zelten für das Notfallkrankenhaus ist unser Logo zu sehen mit einem Kreuz. Wenn uns Menschen darauf ansprechen, sagen wir ihnen, dass wir nicht nur da sind, um medizinisch im Kampf gegen das Virus zu helfen, sondern auch um auf ihre geistlichen Bedürfnisse einzugehen und die Hoffnung von Jesus Christus weiterzugeben. Wenn Patienten kommen, will unser Team auch menschlich für sie da sein, nachfragen, wie es ihnen geht, mit ihnen erzählen, auch miteinander lachen oder zusammen beten. Viele wollen auch einfach mit jemandem über das reden, was sie gerade durchmachen müssen. Manche haben Familienmitglieder verloren oder fragen sich, was jetzt kommt, wo sie hingehen, wenn sie sterben. Auch Mitarbeiter des Krankenhauses brauchen ein offenes Ohr für ihre Sorgen. So wollen wir die Liebe von Jesus weitergeben, auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen.

    Wie arbeiten Sie mit den örtlichen Kirchen zusammen?

    Vor allem in dem Sinne, dass wir von ihnen italienische Bibeln bekommen. Und dass wir sie bitten, für uns und die Patienten zu beten. Aber auch wenn Beter weit weg von uns sind – wir spüren, dass für uns gebetet wird.

    Wie lang plant Ihre Organisation, im Land zu bleiben?

    Unser Einsatz und die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus ist erst einmal für 90 Tage geplant. Wir hoffen natürlich, dass wir nicht so lange gebraucht werden und sich die Lage bis dahin gebessert hat. Aber die Epidemie entwickelt sich sehr schnell, die Situation ändert sich laufend. Daher müssen wir zu gegebener Zeit prüfen, wie wir den Einsatz an die Situation anpassen und ob wir ihn ausweiten.

    Ihre Organisation hat ihren Sitz in North Carolina in den USA, viele Ihrer Mitarbeiter kommen aus den Vereinigten Staaten. Auch dort breitet sich das Virus gerade sehr schnell aus. Was bedetet das für Sie?

    Es tut im Herzen weh, zu sehen, was das Virus hier in Italien anrichtet, und gleichzeitig zu wissen, dass unsere Freunde und Familien zu Hause von demselben Virus betroffen sind. Eine unserer Krankenschwestern sagte: „Es ist hart, ein Desaster zu verlassen und in ein anderes zu kommen.“ Für uns als „Samaritan’s Purse“ ist es auch eine neue Situation, dass wir es mit einer globalen Pandemie zu tun haben, die unsere Heimatländer genauso betrifft wie die Länder in Übersee, wo wir helfen, sie zu bekämpfen. Wir sehen, welche Verwüstung das Virus in Italien hinterlässt und beten täglich, stündlich dafür, dass es in unserem Land nicht so schlimm wird. Diese Seuche ist resistent gegen Antibiotika und andere Medikamente, die wir derzeit haben. Deshalb müssen wir dafür beten, dass schnell ein Mittel gefunden wird, um die Krankheit heilen und die Ausbreitung des Virus eindämmen zu können.

    Vielen Dank für das Gespräch!

    Die Fragen stellte Jonathan Steinert

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    Fri, 27 Mar 2020 16:39:00 +0100
    <![CDATA[Angst vor dem Virus in Flüchtlingslagern]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2020/03/27/angst-vor-dem-virus-in-fluechtlingslagern/ Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm hat am Dienstag eine sofortige Aufnahme von Flüchtlingskindern aus den Lagern auf den griechischen Inseln gefordert. „Den Schutzsuchenden in den Flüchtlingslagern droht eine Katastrophe, sobald die Erkrankung Covid-19 dort ausbricht. Sie müssen sofort an einen sicheren Ort gebracht werden.“

    Diesem Aufruf schloss sich am Mittwoch die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) an: „Europa und Deutschland dürfen ihre Verantwortung für diese Menschen inmitten der Corona-Krise nicht vergessen.“ Die VEF unterstütze daher die Bemühungen, Flüchtlinge schnellstmöglich zu evakuieren. Menschen in den griechischen Flüchtlingscamps seien dem Coronavirus schutzlos ausgesetzt.

    Diese Einschätzung bestätigt Sarah Bauer (Name aus Sicherheitsgründen geändert), die gerade als freiwillige Helferin auf Lesbos arbeitet, gegenüber pro. Es fehle an allem. Hauptsächlich mangele es an Zugang zu Wasser, genügend sanitären Anlagen, Seife und Desinfektionsmittel. Eine ärztliche Versorgung sei ohnehin kaum gewährleistet. Mittlerweile drücke die Angst vor dem Coronavirus die Stimmung zusätzlich. Insgesamt seien zwar weniger Menschen im Camp unterwegs, dennoch gebe es vor Ort kaum Rückzugsmöglichkeiten. „Social Distancing“, also Abstand zueinander zu halten, sei nahezu unmöglich.

    „Corona-Ausbruch wäre eine Katastrophe“

    Aus Angst vor dem Coronavirus, internationalen Reisebeschränkungen und der grundsätzlichen Sicherheitslage hätten einige Organisationen bereits weniger Helfer vor Ort. Wirkliche Notfallpläne gebe es aber nicht. So bestehe keine Möglichkeit, sich in Quarantänebereiche zurückzuziehen. Den Mitarbeitern bleibe nichts anderes übrig, als die Bewohner des Camps immer wieder vor größeren Menschenansammlungen zu warnen. Ein Corona-Ausbruch würde die humanitäre Situation in den Flüchtlingslagern in unvorstellbarem Maße verschlimmern. Das käme einer Katastrophe gleich, befürchtet Bauer.

    Mittlerweile hingen überall Plakate, die in mehreren Sprachen über das Virus informieren. „Anfangs gab es nur einige, aber mittlerweile ist das Camp regelrecht zutapeziert.“ Einige der Flüchtlinge würden sogar selbst Mundschutze herstellen, um sich und andere vor möglichen Infektionen zu schützen.

    Mit seiner Forderung, Kinder aus den Camps nach Deutschland zu holen, stützen sich Bedford-Strohm und die Freikirchen auf eine Entscheidung des Koalitionsausschusses von Anfang März. Dieser hatte entschieden, einen „angemessenen Anteil“ besonders schutzbedürftiger Kinder und Jugendlicher mit Hilfe einer „Koalition der Willigen“ innerhalb der Europäischen Union aufzunehmen. Angepeilt sind dabei 1.000 bis 1.500 Kinder, die wegen schweren Erkrankungen behandlungsbedürftig oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre alt sind. Die Bundesregierung hatte sich bereiterklärt, einen Teil der Kinder selbst aufzunehmen.

    Von: Martin Schlorke

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    Fri, 27 Mar 2020 16:04:00 +0100
    <![CDATA[Graham verschiebt England-Tour]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2020/03/27/graham-verschiebt-england-tour/ Der amerikanische Evangelist und Sohn von Billy Graham, Franklin Graham, wollte im Frühjahr dieses Jahres in Großbritannien auf Tour gehen. Diese musste er nun auf unbestimmte Zeit verschieben. Laut einer Mitteilung der Billiy Graham Evangelistic Association (BGEA) befindet sich Graham im Rechtsstreit mit mehreren Betreibern der geplanten Veranstaltungsorte. Diese hatten der BGEA die vertraglich zugesicherten Termine der Auftritte gekündigt, nachdem es von der LGBTI-Bewegung, von politischen Parteien und der anglikanischen Kirche zu Protesten gegen die Auftritte gekommen war aufgrund von Grahams Sündenverständnis in Zusammenhang mit Homosexualität.

    „Sie haben ihre Verträge mit uns gebrochen, weil wir die Botschaft von Gottes Liebe predigen“, sagte Graham. Und weil diese Botschaft „kompromisslos“ auf biblischen Inhalten über menschliche Sexualität gründe. Alle Menschen sollten wissen, dass Jesus Christus der einzige Weg zur Vergebung der Sünde sei und dass es auf die richtige Beziehung mit Gott ankomme. Die Tour werde verschoben, bis der Rechtsstreit mit den Veranstaltern geklärt sei, so Graham.

    Die BGEA rief in ihrer Mitteilung außerdem dazu auf, sich in der Coronakrise darauf zu konzentrieren, Menschen in Not zu helfen und die hoffnungsvolle Botschaft von Jesus Christus zu verbreiten.

    Von: Swanhild Zacharias

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    Fri, 27 Mar 2020 11:09:00 +0100
    <![CDATA[Bernhard Felmberg neuer EKD-Militärbischof]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/03/26/bernhard-felmberg-neuer-ekd-militaerbischof/ Zum 1. Oktober dieses Jahres übernimmt Bernhard Felmberg das Amt des Bischofs für die Seelsorge in der Bundeswehr seitens der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Felmberg ist derzeit noch Abteilungsleiter im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der 56-jährige Theologe sei vom Rat und der Kirchenkonferenz der EKD einstimmig ernannt worden, teilte die Kirche mit.

    Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte, Felmberg vertrete „biblisch gegründete Positionen“ und bringe „zudem reiche theologische Leitungserfahrungen mit“. Man habe die Entscheidung für Felmberg getroffen in dem Bewusstsein, dass es auch Brüche in seiner Biografie gegeben habe. Felmberg hatte im Jahr 2013 sein Amt als Bevollmächtigter des Rates der EKD niedergelegt, weil er intime Beziehungen zu kirchlichen Mitarbeiterinnen geführt haben soll. Der Theologe arbeitete vor seiner Zeit im Ministerium als Oberkonsistorialrat in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und war Prälat der Evangelischen Kirche in Berlin und Brüssel.

    Felmberg selbst sagte, er verstehe seine neue Aufgabe als Dienst an Soldaten und Soldatinnen und deren Familien. Sein Ziel sei es, die Positionen der evangelischen Friedensethik in die Gesellschaft hineinzutragen. „Wir wollen unseren Teil zum gerechten Frieden beitragen.“

    Der 56-Jährige ist der zweite Amtsinhaber, der die Aufgabe vollzeitlich wahrnimmt. Sein Vorgänger war Sigurd Rink. „In den vergangenen Jahren ist deutlich geworden, dass die evangelische Seelsorge in der Bundeswehr eine klare Leitungsstruktur und eine gute Kooperation mit dem Bundesministerium der Verteidigung braucht. Es gilt, notwendige Klärungen herbeizuführen und Zuständigkeiten einvernehmlich zu definieren“, sagte Bedford-Strohm dazu.

    Im Jahr 1957 schlossen die EKD und die Bundesrepublik Deutschland einen Militärseelsorgevertrag, auf dessen Grundlage das Amt ausgeführt wird. Die Seelsorge wird zum Beispiel als Teil der kirchlichen Arbeit gesehen und unter Aufsicht der Kirche ausgeübt. Der Staat sorgt für den organisatorischen Aufbau der Arbeit und trägt die Kosten.

    Von: Swanhild Zacharias

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    Thu, 26 Mar 2020 17:21:00 +0100
    <![CDATA[Uneingeschränkt beten – gerade jetzt!]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2020/03/26/uneingeschraenkt-beten-gerade-jetzt/ Ein Kommentar von Norbert Schäfer]]> Am vergangenen Freitag hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Landtag in München eine Regierungserklärung über die Situation und die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie abgegeben. Die Lage sei ernst – sehr ernst, sagte Söder und sprach von einer historischen Bewährungsprobe, dem „härtesten Stresstest“ für Medizin, Wirtschaft und Gesellschaft. Seine Regierungsansprache im Landtag beendete der Ministerpräsident mit den Worten: „Bleiben Sie gesund! Und für alle, die beten und gläubig sind, so wie ich: Gott schütze unsere Heimat!“

    Der Chefredakteur von Bild Digital, Julian Reichelt, wollte es in einem Interview mit Söder noch einmal genau wissen: „Beten Sie in diesen Tagen für Deutschland?“ – „Ja natürlich“, gab der ihm zur Antwort. Schließlich wiederholte er bei Anne Will vor laufender Kamera in der ARD seinen Appell: Wer gläubig sei, solle dafür beten, „dass es Deutschland nicht so hart trifft“. Deutliche Worte des Politikers.

    Der Grünen-Politiker Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, bemerkte: „Das Beten wird nicht eingeschränkt, sondern es wird nur das Beten in Gemeinschaft eingeschränkt.“ Und er fügte hinzu: „Aber der liebe Gott weiß ja auch, dass wir jetzt in einer Krise sind."

    Gebet ist das Pfund der Christen

    Auch die Kirchen haben sich in der Krise zu Wort gemeldet. Am Freitag äußerten sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, in einem gemeinsamen Wort dazu. Darin lautet es: „Gerade in schweren Zeiten ist es für uns Christen eigentlich unabdingbar, die Nähe Gottes zu suchen, indem wir uns zu gemeinsamen Gebeten und Gottesdiensten versammeln.“ Ein Aufruf zum Gebet, ein Appell, sich an Gott zu wenden in der Not, hört sich anders an. Hier wäre eine klare Ansage an die Gläubigen von Nöten gewesen. Etwa: „Beten Sie für Ärzte, Krankenschwestern, Wissenschaftler, Verantwortungsträger.“ Gerade das Gebet, das Vertrauen in Gottes Kraft ist doch das Pfund, mit dem Christen wuchern können. Warum nur tun sich Kirchenobere manchmal so schwer, dafür klare Worte zu finden?

    Gerade in dieser Krisenzeit suchen Menschen Mut, Trost und Hoffnung im christlichen Glauben. Das zeigt sich an den Programmen der Kirchen in Funk und Fernsehen. Die verzeichnen derzeit enormen Zulauf. Nach Angaben des Ratsvorsitzenden hätten sich die Zuschauerzahlen bei TV-Gottesdiensten und dem „Wort zum Sonntag“ durchschnittlich um 70 Prozent erhöht. Auch Online-Gottesdienste, Live-Konzerte christlicher Künstler im Internet und sinnstiftende oder mutmachende Beiträge christlicher Influencer in den Sozialen Medien erfreuen sich steigender Beliebtheit.

    Einmal mehr bewahrheitet sich die Volksweisheit: „Not lehrt beten.“ Gut, dass unsere Politiker darum wissen. Besser, wenn die Kirche als Institution und als Gemeinschaft der Gläubigen davon genauso selbstverständlich Gebrauch macht und die Not der Welt vor Gott bringt. Das ist ein wichtiger Dienst, den Christen für andere tun können. Darauf liegt Gottes Verheißung.

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    Thu, 26 Mar 2020 14:29:00 +0100
    <![CDATA[Oxfam entfernt „Protokolle der Weisen von Zion“ aus Online-Shop]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/03/26/oxfam-entfernt-protokolle-der-weisen-von-zion-aus-online-shop/ Die Wohltätigkeitsorganisation Oxfam hat für den Handel mit der antisemitischen Schrift „Protokolle der Weisen von Zion“ um Entschuldigung gebeten. Sie entfernte die Bücher aus ihrem Online-Shop. Dort war eine Ausgabe von 1936 für umgerechnet 110 Euro und eine Ausgabe von 2002 für 14 Euro angeboten worden.

    Der israelische Botschafter für Großbritannien, Mark Regev, hatte am 13. März auf die Angebote bei Twitter mit einem Screenshot aufmerksam gemacht und geschrieben: „Warum verkauft @OxfamGB antisemitische Literatur?“ Der Geschäftsführer von Oxfam Großbritannien, Danny Sriskandarajah, entschuldigte sich per Telefon bei dem Botschafter und twitterte: „Die Bücher wurden vernichtet & wir wollen daraus eine Lektion lernen. Das hätte nicht passieren sollen. Es tut uns leid, dass es passiert ist, und für die Beleidigung, die es verursacht hat.“ Regev twitterte später, dass er den Anruf und die Bitte um Entschuldigung schätze. Laut Oxfam hatten freiwillige Mitarbeiter die Bücher fotografiert und eingestellt.

    Im Jahr 2014 war Oxfam mit einer seiner Botschafterinnen, der amerikanischen Schauspielerin Scarlett Johansson, aneinandergeraten. Diese machte Werbung für das israelische Getränkeunternehmen „SodaStream“, das zu der Zeit auch im Westjordanland produzierte. Oxfam beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit Johansson.

    Die „Protokolle der Weisen von Zion“ sind ein antisemitisches Pamphlet, das auf Fälschungen beruht. Es erschien zuerst 1903 im russischen Zarenreich und gibt vor, Aufzeichnungen eines Treffens von jüdischen Weltverschwörern zu enthalten. In den fiktionalen Reden wird angestrebt, Staaten zu zerstören und eine jüdische Weltherrschaft zu errichten. Bereits im Jahr 1921 entlarvte die britische Zeitung The Times die „Protokolle“ als Fälschung. Auch der Berner Prozess von 1933 bis 1935 kam zu dem Ergebnis, dass es sich um Schundliteratur handelt. Trotzdem glauben noch heute viele Antisemiten und Verschwörungstheoretiker, besonders in islamischen Ländern, an deren Echtheit.

    Von: Timo König

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    Thu, 26 Mar 2020 12:58:00 +0100
    <![CDATA[Vom Segen der Corona-Pandemie]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2020/03/25/vom-segen-der-corona-pandemie/ pro-Kolumnist Jürgen Mette. Er teilt seine persönlichen Erfahrungen.]]> Vorab bitte ich um Entschuldigung für den verwegen klingenden Titel meines Beitrages. Ich weiß um viele Menschen, die vor der privaten oder geschäftlichen Insolvenz stehen. Mir ist auch bewusst, dass ich als Hausbesitzer und Ruheständler nicht das Maß aller Dinge bin.

    Zwei Fragen sind es, die uns in diesen Tagen umtreiben: Werde ich persönlich und meine Lieben die Krise überleben? Und: Wie lange müssen wir in der häuslichen Isolation bleiben? Dabei ist der Alltag bis jetzt noch ziemlich komfortabel: Wir haben frische Luft zum Atmen, wir haben sauberes Wasser und eine funktionierende Müll- und Abwasserentsorgung, wir haben genug zu Essen, wir haben ein Dach über dem Kopf und eine funktionierende Heizung, wir können mit der Außenwelt kommunizieren, die Telefonie und digitale Kommunikation funktionieren. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung kann von diesem Lebenskomfort nur träumen.

    Und wir haben Zeit. Zeit zum Lesen, Zeit zum Sortieren, Zeit für all das, was wir immer vor uns her geschoben haben. Auf einmal gewinnt das Gespräch mit den Nachbarn über den Gartenzaun eine ganz neue Bedeutung von Gemeinschaft, zwar auf räumlicher Distanz, aber doch herzlicher als je zuvor. So haben wir uns am Sonntagabend auf den Terrassen und Balkonen der Nachbarschaft getroffen und mit einander der „Mond ist aufgegangen“ gesungen. Bei der Strophe „Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch“ musste ich kurz mit den Tränen kämpfen. Aber ich war der Vorsänger und musste tapfer bleiben.

    Gute-Nacht-Geschichte per Skype

    Als unsere Kinder noch klein waren, habe ich ihnen eine frei erfundene Endlosgeschichte erzählt. Ich hatte damals versäumt, ein Diktiergerät mitlaufen zu lassen oder mir Notizen zu machen. Als unsere Enkel heranwuchsen, fragte mich eines Tages einer meiner Söhne nach dem schriftlichen Manuskript der Geschichtenserie von vor 25 Jahren. Da musste ich passen. Aber jetzt bietet die moderne Kommunikationstechnik mir die Möglichkeit, unseren sechs Enkelkindern an zwei unterschiedlichen Wohnorten jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen.

    Die Geschichte spielt, wie damals, als ich sie unseren Söhnen erzählte, im Oberallgäu. Hauptdarsteller ist ein Hirtenjunge, der am Ende des Oberstdorfer Oytals eine große Viehherde zu hüten hat. Mehr wird nicht verraten. Zum Schluss singen wir ein Abendlied und ich bete für eine bewahrte Nacht und ein gesundes Aufstehen am nächsten Tag. Mal sehen, wie lange die Enkelkinder und ich das durchhalten.

    So gewinnen wir der Pandemie noch etwas Gutes ab. Uns wird bewusst, wie kostbar Gemeinschaft ist, sich zu besuchen und gegenseitig einzuladen, sich zu berühren, auf Augenhöhe zu begegnen, sich zu umarmen. Wir sind zur Gemeinschaft geschaffen. Und wir beten darum, dass das bald wieder ohne Limit möglich sein wird.

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    Wed, 25 Mar 2020 16:55:00 +0100
    <![CDATA[Corona: Priester spendet sein Beatmungsgerät – und stirbt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2020/03/25/corona-priester-spendet-sein-beatmungsgeraet-und-stirbt/ Priester Guiseppe Berardelli aus Casigno in der italienischen Region Lombardei, die am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen ist, soll sein eigenes Leben für einen anderen Menschen geopfert haben. Der 72-Jährige sei an dem Coronavirus erkrankt gewesen und habe im Krankenhaus gelegen, berichtet die britische Tageszeitung Daily Mail. Die Gemeinde des Geistlichen habe ihm ein Beatmungsgerät organisiert. Die Geräte seien in Italien derzeit sehr knapp und nur schwer zu bekommen. Doch der Priester habe den Respirator an einen jüngeren Patienten im Krankenhaus weitergegeben, der über keinen verfügt und unter Atemnot gelitten habe. Berardelli selbst sei kurz darauf an dem Virus gestorben.

    Mittlerweile gibt es Zweifel an dieser Version der Geschichte, die durch die Medien ging und über die unter anderem auch der britische Sender BBC berichtet hatte. Das katholische Nachrichtenportal Crux berichtete zum Beispiel unter Berufung auf einen Kirchendiener aus Casigno, dass der Priester das Beatmungsgerät nicht vertragen und deshalb abgelehnt habe. James Martin, der die Geschichte zuvor bei Twitter geteilt hatte, habe inzwischen unter Berufung auf Quellen aus dem Bistum Bergamo geschrieben, dass die Geschichte über das Beatmungsgerät ungenau sei. Das berichtet Spiegel Online. Laut der italienischen Zeitung Republicca, habe die Kurie die ursprüngliche Geschichte mittlerweile dementiert.

    Der Geistliche sei in seiner Gemeinde sehr beliebt gewesen. Besonders bekannt sei er für seine Nächstenliebe und seine Liebe zum Motorradfahren gewesen. Der amerikanische Priester und Autor James Martin, der im Vatikan auch als Berater für das Dikasterium für die Kommunikation – also für die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Heiligen Stuhls – arbeitet, habe den Fall von Berardelli öffentlich gemacht, berichtet Daily Mail. Martin bezeichnete den Verstorbenen auf Twitter als „Märtyrer der Nächstenliebe“.

    Berardelli sei einer von 60 Priestern in Italien, die an den Coronavirus starben, nachdem Papst Franziskus Anfang März die italienischen Geistlichen dazu aufgerufen habe, „mutig zu sein“ und trotz allem für die Kranken da zu sein. Die Mehrzahl der verstorbenen Priester sei über 70 Jahre alt gewesen, berichtet die britische katholische Nachrichtenseite Catholic Herald. „Wir bitten Gott für unsere Priester, dass sie den Mut haben, zu den Kranken zu gehen und ihnen das Wort Gottes und das Abendmahl zu bringen“, zitiert der Catholic Herald den Papst. Einige der verstorbenen Priester hätten Vorerkrankungen gehabt.

    Von: Swanhild Zacharias

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    Wed, 25 Mar 2020 12:08:00 +0100
    <![CDATA[Was Corona für Beerdigungen bedeutet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/03/24/was-corona-fuer-beerdigungen-bedeutet/ Um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen, gelten seit Tagen drastische Maßnahmen. Das öffentliche Leben ist stark eingeschränkt, Gottesdienste sind verboten. Auch Beerdigungen sind von den Verordnungen betroffen. Trauerfeiern in der Friedhofskapelle, ein Trauerzug zum Grab, Beileidsbekundungen – all das entfällt. Erlaubt sind nur noch kurze Zeremonien am Grab. Pfarrer müssen nun Wege finden, Angehörige trotzdem seelsorgerlich zu begleiten und einen angemessenen Abschied zu ermöglichen.

    Einer von ihnen ist Eckhard Dierig. Er ist evangelischer Pfarrer im rheinland-pfälzischen Kirchen. Für Mittwoch, Donnerstag und Samstag stehen für ihn Beerdigungen auf dem Plan. Normalerweise besucht Dierig, seit 35 Jahren im Dienst, trauernde Angehörige zu Hause zum Trauergespräch. Er sitzt mit ihnen am Tisch, trinkt mit ihnen eine Tasse Kaffee, er hört zu. Manchmal sind auch mehrere Angehörige dabei, wenn der Pfarrer zu Besuch kommt. Eineinhalb Stunden bleibt er meistens da. In der Coronakrise ist das anders. Trauergespräche muss er nun telefonisch führen. „Das ist schon etwas anderes als ein echter Besuch“, sagt der Pfarrer gegenüber pro. „Bei einem Besuch zu Hause sehe ich, ob mein Gegenüber lacht oder weint, ich kann die Atmosphäre einschätzen.“ Automatisch werden die Telefonate kürzer als echte Besuche.

    Das gilt auch für die Trauerzeremonien. „Unsere Trauerfeiern dauern ohnehin nur 20 Minuten, die werden jetzt wahrscheinlich noch etwas verkürzt.“ Nur zehn Personen dürfen am Grab stehen. Wenn Verstorbene viele Kinder hatten, ist diese Zahl schon mit dem engsten Familienkreis erreicht. Manche Freunde oder Bekannte werden dadurch an Beerdigungen nicht mehr teilnehmen können. „Es tut den Angehörigen gut, wenn Menschen zur Beerdigung kommen, die ihnen etwas bedeuten.“ Auf großes Unverständnis oder gar Ärger ist Dierig bisher nicht gestoßen. Doch manche Trauernden seien schon enttäuscht, wenn der Pfarrer sie nicht persönlich besuchen kann.

    Trotzdem kann Dierig den Zeremonien am Grab etwas Positives abgewinnen. Dort gibt es eine Ansprache, eine Psalmlesung und das Vaterunser. „Man muss es auch mal so sehen: Diese Zeremonien am Grab sind die letzten Gottesdienste, die überhaupt noch erlaubt sind.“

    Von: Nicolai Franz

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    Tue, 24 Mar 2020 15:34:00 +0100
    <![CDATA[Ärzte und Vereine fordern Lockerung bei Schwangerschaftsabbrüchen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/03/24/aerzte-und-vereine-fordern-lockerung-bei-schwangerschaftsabbruechen/ Wegen des Coronavirus drängt ein Netzwerk aus Ärzten und Verbänden wie „Pro Familia“ auf eine Lockerung der Regeln für Schwangerschaftsabbrüche und der zugehörigen Beratungen. Durch das Virus gebe es weniger Beratungstermine und längere Wartezeiten. Außerdem könnten Krankenhäuser Schwangerschaftsabbrüche als nicht nötige Eingriffe ansehen und daher aussetzen. In einem am Montag veröffentlichten Schreiben an die Bundes- und Landesregierungen sowie die Krankenkassen fordert das Netzwerk daher, Beratungen per Video oder Telefon zu ermöglichen.

    Eine solche Beratungsmöglichkeit gebe es bereits in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Bayern. Sollte diese in den anderen Bundesländern nicht umgesetzt werden oder wegen der Coronakrise nicht mehr durchführbar sein, müsste die Pflichtberatung und die Wartepflicht ausgesetzt werden. Weiterhin fordern die Unterzeichner des Schreibens, den „medikamentösen Abbruch mit telemedizinischer Begleitung“ bis zur neunten Schwangerschaftswoche zuzulassen.

    Christliche Beratungsstelle übt Kritik

    Kritik daran äußert der Vorstandsvorsitzende des chrisltichen Vereins „Pro Femina“ Kristijan Aufiero. „Es war angesichts der aktuellen Coronakrise zu erwarten, dass Verbände wie ‚Pro Familia‘ eine Lockerung der Beratungsregeln fordern würden.“ Die Stoßrichtung dieser Forderung liege auf der Hand: Das Netzwerk habe das Ziel, die gegenwärtige Situation zu missbrauchen, „um die seitens der Abtreibungslobby ohnehin ungeliebte Beratungsregelung auszuhöhlen und den Zugang zu Abtreibungen grundsätzlich zu beschleunigen“.

    In Deutschland dürfen Schwangerschaftsabbrüche erst nach einer Beratung erfolgen. Für diese gelten bestimmte Fristen.

    Die Forderungen wurden von den Vereinen „Pro Familia“, „Doctors for Choice Germany“, „Pro Choice Deutschland“ und dem Arbeitskreis „Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft“ gestellt.

    Von: Martin Schlorke

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    Tue, 24 Mar 2020 15:30:00 +0100
    <![CDATA[Not lehrt alleine beten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/03/24/not-lehrt-alleine-beten/ In Krisenzeiten füllen sich normalerweise Synagogen, Kirchen und Moscheen, damit Menschen beten. In der aktuellen Coronakrise bedeuten die Ansammlungen in Gotteshäusern eine Gefahr. Der Papst muss den Segen „Urbi et orbi“ vor leeren Rängen sprechen. Nicht alle religiösen Führer möchten aber auf ihr geistliches Leben verzichten, meldet die Süddeutsche Zeitung – und reagieren nicht gerade schlau.

    In Deutschland werden viele religiöse Inhalte jetzt im Internet angeboten. Sogar der französische Wallfahrtsort Lourdes hat seine Pforten geschlossen. Aber es gibt auch Theologen, die weniger Angst vor einer Ansteckung haben. Christus sei in der Eucharistie gegenwärtig. Deswegen habe er keine Angst, sagt der Schweizer Weihbischof Marian Eleganti. Ein Land wie Brasilien spiele die Gefahr des Virus herunter, schreibt die Süddeutsche. Viele Pfingstkirchen und evangelikale Glaubensgemeinschaften veranstalteten weiterhin ihre Gottesdienste.

    Kontinent könnten den Kampf gegen das Virus verlieren

    Der brasilianische Kirchengründer Edir Macedo teilte per Videobotschaft mit, dass der Satan hinter der Pandemie stecke. Das Virus sei nicht gefährlich. Beten helfe garantiert. Die Süddeutsche Zeitung nennt Nigeria als weiteres Beispiel für den zu sorglosen Umgang. Es gehöre „zu den gläubigsten Ländern der Welt“. Nur wenige würden ihre Gottesdienste absagen. Die Redeemed Christian Church mit fünf Millionen Mitgliedern teilte mit, wenn nur genug Vergebung von Gott gesucht wird, ist das Virus eine Angelegenheit der Vergangenheit.“

    Vor allem für den afrikanischen Kontinent – mit 630 Millionen Christen und hunderten Millionen Muslimen – könnte die Unachtsamkeit fatale Konsequenzen haben. Der Kontinent drohe den Kampf gegen Corona zu verlieren. Auch Russland habe erst sehr spät mit Vorschriften für Kommunion und das richtige Verhalten im Umgang mit Reliquien und Ikonen reagiert.

    Gewaltsame Auseinandersetzungen in Jerusalem

    Streit gebe es auch in Israel. Vor allem ultraorthodoxe Juden, die den Staat Israel nicht anerkennen, widersetzten sich den staatlichen Anordnungen. Am Sonntag sei es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und streng religiösen Juden gekommen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schrecke aber vor weiteren Maßnahmen zurück, weil er für die Regierungsbildung auf die Zusammenarbeit mit ultraorthodoxen Parteien angewiesen sei.

    Auch muslimischen Ländern falle es schwer, das religiöse Leben zu beschränken. Trotzdem seien die Freitagsmoscheen für die Gebete geschlossen. Auch die Pilgerstätten in Mekka und Medina seien zu und komplett desinfiziert. Laut Süddeutscher Zeitung war das Heiligtum „bis zur Schließung eine Corona-Drehscheibe für die gesamte muslimische Welt“.

    Von: Johannes Blöcher-Weil

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    Tue, 24 Mar 2020 12:14:00 +0100
    <![CDATA[Kardinal Schönborn: Umdenken beim Lebensstil]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/03/23/kardinal-schoenborn-umdenken-beim-lebensstil/ Warum lässt ein guter Gott Krisen zu? Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn erkennt in der gegenwärtigen Coronakrise keine Strafe Gottes. Er plädierte in einem Interview des ORF vom Sonntag dafür, die Gottesfrage nicht in Verbindung mit dem Coronavirus zu bringen.

    Bereits in früheren Jahrhunderten hätten Menschen in Krisenzeiten eine Strafe Gottes erkannt. Beispielsweise hätten Menschen die Pest als eine „Geißel Gottes“ gesehen. Dagegen wandte sich der Kardinal. „Ich würde da zuerst einmal die Gottesfrage herauslassen“, erklärte Schönborn in der Pressestunde mit Simone Stribl vom ORF und Doris Helmberger-Fleckl von der Wochenzeitung Die Furche, die am Sonntag im ORF ausgestrahlt wurde.

    „Globalisierung korrigieren“

    Die gegenwärtige Situation wertete Schönborn vielmehr als „eine Zeit der Besinnung“. Die Menschen sollten sich seiner Ansicht nach fragen, ob der derzeitige „Lebensstil angepasst ist für die Welt". Der Kardinal stellte die Frage, ob Menschen unter anderem zum Shoppen am Wochenende nach London fliegen müssten oder über Weihnachten auf die Malediven. Die Frage nach einem angemessenen Lebensstil stelle sich und die Menschen sollten sich fragen, ob Gott dadurch etwas sagen wolle. „Will Gott uns etwas sagen dadurch? Will er uns vielleicht daran erinnern, dass er uns die Schöpfung anvertraut hat und nicht zur Verwüstung gegeben hat?“ Der Kardinal erwartet ein Umdenken nach der Krise.

    Nach Schönborns Ansicht werde die Krise „das Angesicht der Erde verändern“. In dem Interview stellte der Kardinal zudem infrage, ob in Zukunft weltweit agierende Unternehmen weiterhin „Gewinne abgrasen" könnten, ohne dafür Steuern zu entrichten. Dies werde nach Überwindung der Krise so hoffentlich nicht weitergehen. „Wir werden die Globalisierung korrigieren müssen", sagte der Erzbischof.

    Online-Messen sind „Notmodell“

    Es sei schmerzlich, dass das Osterfest in diesem Jahr nicht wie üblich gefeiert werden könne. Der Glaube werde gestärkt durch die Feiern, hänge aber nicht davon ab. „Ostern kommt auf jeden Fall. [...| Jedes Jahr zu Ostern erinnern wir uns daran, dass Jesus Christus gestorben ist für uns Menschen“, sagte Schönborn in dem Interview, und weiter: „Und, dass er auferstanden ist und dass er lebt. Und, dass das Leben stärker ist als der Tod. Und das Gute stärker ist als das Böse, und die Gnade stärker ist als die Sünde.“ Das sei die Osterbotschaft.

    Dass derzeit vielerorts Messen online gefeiert werden, bezeichnete Schönborn in dem Gespräch als „Notmodell“. Außerordentliche Situationen erforderten seiner Ansicht nach außerordentliche Mittel. Er freue sich jedoch über die vielen Menschen, die über das Radio an Gottesdiensten teilnehmen könnten, sagte der Kardinal. Seinen Angaben zufolge erlebten in Österreich mehr als 700.000 Gläubige die Sonntagsmesse über den Rundfunk. Schönborn: „Das ist durchaus eine große Chance der heutigen Medien, dass Menschen in Einsamkeit doch diese Verbindung haben.“

    Von: Norbert Schäfer

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    Mon, 23 Mar 2020 17:21:00 +0100
    <![CDATA[Liedtexte für Online-Gottesdienste legal streamen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2020/03/23/liedtexte-fuer-online-gottesdienste-legal-streamen/ Wegen der Coronakrise und dem damit einhergehenden Versammlungsverbot bieten viele Gemeinden ihre Gottesdienste derzeit online per Videostream an. Wegen der Lizenzierung war es bisher schwierig, Texte von Lobpreismusik oder ähnlichem christlichen Liedgut in den Stream einzubinden.

    Christian Copyright Licensing International (CCLI), größter Anbieter von Lizenzen für christliches Liedgut, bietet deshalb jetzt eine Streaming-Lizenz an, sodass die gewohnte Musik während des Gottesdienstes auch online verwendet werden kann. Unter store.ccli.com können Kirchen und Gemeinden das Streaming-Angebot bestellen. CCLI möchte damit auch die christlichen Künstler unterstützen, die wegen der Krise gerade ohne Einkommen dastehen, weil Auftritte abgesagt wurden. Durch den Kauf der Lizenz könnten die Gemeinden die Liedtexte im Stream nicht nur legal verwenden, die Künstler erhielten auch eine angemessene Vergütung. Die CCLI-Streaming-Lizenz gelte auch für aufgezeichnete Gottesdienste, die auf YouTube zu Verfügung gestellt werden, erklärte das Unternehmen auf Anfrage. Darüberhinaus sei die Nutzung von YouTube als Plattform für das Streamen zu empfehlen, weil dann keine GEMA Lizenz notwendig werde, da YouTube und GEMA direkt miteinander abrechneten. Dieses gelte aber nicht, wenn die Gemeinde einen eigenen Webserver oder einen sonstigen Streaming-Anbieter nutze.

    Weitere Informationen finden sich in Kürze unter de.ccli.com/streaming. Für Rückfragen steht der Anbieter per E-Mail zur Verfügung.

    Von: Swanhild Zacharias

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    Mon, 23 Mar 2020 12:43:00 +0100
    <![CDATA[Was Luther uns zum Coronavirus lehren kann]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/03/22/was-luther-uns-zum-coronavirus-lehren-kann/ von Mirjam Schilling, Joel Gamble und Nathan Gamble]]> Wenige Phasen deutscher Geschichte haben uns so sehr an unsere menschliche Verletzlichkeit erinnert, wie die aktuelle Coronavirus-Pandemie. Angela Merkel sagte: „Es ist ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt.“

    In der Angst und Unsicherheit, wie und warum bestimmte Maßnahmen gerade getroffen werden, kann es helfen, das Virus und die Wissenschaft hinter der Pandemie besser zu verstehen; und uns als Christen daran zu erinnern, wie Gläubige vor uns mit den Herausforderungen umgegangen sind.

    Was Medizinern und Forschern Sorgen macht

    Drei Sorgen sind es, die Mediziner und Mitarbeiter des Gesundheitswesens zur Zeit hauptsächlich in ihren Entscheidungen leiten: die Unsicherheit, der Schweregrad und die Schnelligkeit des Virus.

    • Zunächst zur Unsicherheit: Wir kennen das Virus noch nicht gut genug. Am 31. Dezember 2019 wurde in Wuhan in der chinesischen Hubei Provinz eine Epidemie von Atemwegserkrankungen unbekannter Ursache gemeldet. Da das Virus zu 82 Prozent mit dem humanen Sars-CoV (Severe Acute Respiratory Syndrome CoronaVirus) identisch ist, wurde das Virus SARS-CoV-2 genannt und die ausgelöste Krankheit Covid-19 (COronaVIrus Disease 2019). Coronaviren infizieren den Menschen regelmäßig. Infektionen verlaufen jedoch in der Regel harmlos (grippaler Infekt). Ausnahmen stellen die 2002/3 durch Sars-CoV (ca. 8.000 Fälle, 800 Tote), sowie die 2012 durch Mers-CoV (ca. 2.500 Fälle, 800 Tote) verursachten Epidemien dar.

    • Obwohl Coronaviren den Forschern als Virusfamilie vertraut sind, besitzt jedes Virus auch individuelle Besonderheiten. Das macht es schwer, vorherzusehen, wie verschiedene Maßnahmen die Ausbreitung beeinflussen. Erschwerend kommt hinzu, dass erste Daten vermuten lassen, dass ein Infizierter das Virus schon über Tage ausscheidet, bevor er überhaupt Symptome bemerkt, getestet und isoliert werden kann. Asymptomatische Ausbreitung ist nur schwer zu kontrollieren und so steckt jeder infizierte im Durchschnitt zwei bis vier weitere Personen an (bei Grippe nur einen bis zwei).

    • Die zweite Hauptsorge für Mediziner ist die Schwere der Verläufe und der Mangel an Behandlungsmöglichkeiten. Während circa 80 Prozent der Infektionen mild verlaufen, besteht bei den schweren Fällen das Risiko von Lungenversagen, Septischem Schock oder Multiorganversagen. Für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen ist das Risiko besonders hoch: Eine Studie veröffentlichte eine Sterblichkeitsrate von acht Prozent für 70- bis 79-Jährige und 14,8 Prozent für die Altersgruppe ab 80. Aber auch Jüngere können unerwartet sterben – in den USA waren bisher 38 Prozent der hospitalisierten Erkrankten zwischen 20 und 54 Jahre alt. Für Grippe können antivirale Medikamente und die Impfung das Risiko einer Infektion sowie die Schwere des Verlaufs senken. Für Covid-19 stehen nur unterstützende Maßnahmen, wie Sauerstoff und künstliche Beatmung zur Verfügung. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht.

    • Am beunruhigendsten für die Gesundheitsexperten ist jedoch die exponentiell schnelle Ausbreitung, der Hauptgrund für die aktuell so drastischen Maßnahmen. Ohne Intervention wird sich Sars-CoV-2 nach aktuellen Schätzungen ausbreiten, bis ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung infiziert sind, und die aufgebaute Herd-Immunität die übrigen 30 Prozent schützt. Das heißt: Je mehr Menschen sich infiziert haben und immun geworden sind, desto schlechter kann sich das Virus noch weiter ausbreiten, weil es dafür einen empfänglichen Wirt benötigt.

    Abstand zwischen Menschen hilft

    Das ist der Haken: Wenn sich zu viele Menschen innerhalb kurzer Zeit infizieren, kann das kein Gesundheitssystem der Welt stemmen. Berichte aus China und Italien haben das auf dramatische Art und Weise verdeutlicht. Deutschland besitzt europaweit zwar die höchste Zahl an Intensivbetten pro Einwohner, wird aber mit medizinischem Personal auch schnell an seine Grenzen kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Ärzte und Pflegepersonal trotz Schutzmaßnahmen selbst infizieren, was den Personalmangel weiter verschärft.

    Ein Schlüssel zur Bewerkstelligung der Pandemie ist daher das Abflachen der Kurve. Anstatt eines steilen täglichen Anstiegs der Fallzahlen, der das Gesundheitssystem überfordern würde, ist das Ziel, einen langsamen Anstieg und insgesamt weniger Fälle zu erwirken. Denn dann kann jeder Patient die optimale Versorgung bekommen.

    Um die Kurve abzuflachen, muss die Anzahl derer reduziert werden, die ein Infizierter ansteckt. Wir persönlich tragen dazu bei, indem wir Hände waschen und zuhause bleiben. Die Absage von Veranstaltungen und Schließung von öffentlichen Einrichtungen helfen zusätzlich. Die persönlichen Einschränkungen durch solche Maßnahmen sind zum Teil groß. Dennoch ist es ratsam, diese Maßnahmen frühzeitig konsequent umzusetzen, bevor Intensivstationen an ihre Kapazitätsgrenze kommen.

    Abschließend: Die Inkubationszeit von Covid-19 liegt bei fünf bis 14 Tagen. Dadurch erfahren wir zwangsläufig erst mit einer Woche Verspätung, wie viele Menschen aktuell infiziert sind und inwiefern Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation führen können.

    Luther flieht nicht vor der Pest

    Wie können uns nun die Erfahrungen von Christen anderer Jahrhunderte in diesen Herausforderungen helfen?

    Laut dem Medizinhistoriker Vivan Nutton wurde eine Stadt zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert ungefähr alle zehn Jahre von einer Pestepidemie heimgesucht. Krankheiten waren natürlicher Teil des Lebensrhythmus, aber die Pest mit einer Sterblichkeitsrate von 60 bis 90 Prozent (ein bis drei Prozent bei Covid-19) besonders schrecklich.

    Als Reaktion auf diese Ausbrüche haben Christen durch die Jahrhunderte hinweg gefragt, ob es vertretbar ist, als Christ zu fliehen. Die wohl berühmteste Antwort auf diese Frage stammt aus Martin Luthers Brief an seinen Kollegen Johann Hess: 1527 wurde die Universitätsstadt Wittenberg von der Pest getroffen und Vorlesungen in eine nicht betroffene Stadt verlegt. Dennoch weigerte Luther sich, zu gehen. Stattdessen entschied er sich, für Kranke und Sterbende zu sorgen, und verwandelte sein Zuhause in ein provisorisches Krankenhaus. Er erlebte den Tod vieler Familienmitglieder und Freunde, sogar einiger eigener Kinder mit; und war selbst von Krankheiten geplagt. Hess musste sogar einen zweiten Briefe verfassen, weil Luther zu krank war, um auf den ersten zu antworten.

    Die Folgen und Ängste, die mit seinen Ratschlägen einhergehen, kannte Luther. Aber er war überzeugt, dass Gott zu unserem Besten handelt; auch dort, wo wir es nicht erwarten, inmitten des Übels einer tödlichen Epidemie. Die Angst vor Krankheit und Tod sollte uns vielmehr dazu antreiben, zu beten und für unsere Seelen zu sorgen. Wir sollten uns daran erinnern, dass diese Welt nicht unser bleibendes Zuhause ist. Eine Epidemie ist eines von vielen Übeln, denen wir ausgesetzt sind, und wir müssen sie ernst nehmen; aber das größere Übel ist das Böse in uns (Matthäus 10,28; Lukas 12,4). Deshalb muss jede Antwort auf eine Epidemie oder andere Krise die Umkehr von unseren Sünden beinhalten; allen voran der egoistischen Liebe, die zuerst an sich selbst denkt und erst in zweiter Instanz, wenn wir unsere eigene Gesundheit und Sicherheit gewährleistet haben, an andere.

    Trost in den Zusagen Gottes

    Luther betrachtet die Epidemie als Versuchung, die unseren Glauben und unsere Liebe testet: „Den Glauben, auf dass wir sehen und erfahren, wie wir uns gegen Gott stellen wollen, die Liebe aber, auf dass man sehe, wie wir uns gegen den Nächsten stellen wollen.“ Durch Glauben an Gott und aus Liebe zum Nächsten sollten Christen zuerst daran denken, wie sie zur physischen und geistlichen Fürsorge der Schwachen, Selbst-Isolierten, Kranken oder Sterbenden beitragen können. Erst danach erlaubte Luther Christen private Entscheidungen darüber zu treffen, ob sie fliehen wollen. In einer Zeit ohne institutionalisiertes Gesundheitssystem, sieht es Luther als göttliche Aufgabe der Christen, diese Lücke zu schließen.

    Luther ermutigt Christen in Lebensgefahr, Trost in den Zusagen Gottes zu finden: Der Teufel versucht uns, aber Gottes Zusage tritt dem entgegen und ermutigt uns, uns der Bedürftigen anzunehmen. Psalm 41 sagt: „Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der Herr erretten zur bösen Zeit.“ Deshalb: „Wer aber einen Kranken versorgt, (…) wer auf diese tröstliche Verheißung solches tut, (...) derselbe hat hier wiederum einen großen Trost. (…) Gott selbst will sein Wärter, dazu auch sein Arzt sein.“

    Was wir für die Coronakrise daraus lernen können

    Was bedeutet das für uns und Covid-19? Unsere Haltung gegenüber Covid-19 sollte von gemäßigter Vorsicht geprägt sein. Gemäßigt, nicht in Panik, der Maxime aus der Bergpredigt folgend: „Sorgt euch nicht um euer Leben (…) Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können“ (Matthäus 6,25; 10,28); und Vorsicht, die das Böse als das erkennt, was es ist, und nicht mit Lügen abtut. Statt in Panik zu verfallen und in Hamsterkäufen so viele Schutzmasken zu kaufen, dass sie nicht mehr für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen ausreichen, oder so viel Toilettenpapier, dass alle anderen leer ausgehen, sollten wir fragen: Was können wir als Kirche und Einzelne für die in Not tun?

    Diejenigen, die in der Forschung oder im Gesundheitswesen arbeiten, sollen mutig ihrer Berufung folgen, Forschung vorantreiben, Wahrheit suchen und für Kranke sorgen. Viele von uns im Gesundheitswesen haben einen Eid geschworen, der uns der Gesundheit unserer Patienten verpflichtet. Not hebt diesen Eid nicht auf, sondern betont seine heilige und unantastbare Natur. Als Christen haben wir eine besondere Verpflichtung, unseren Eid zu erfüllen, denn Jesus fordert dazu auf: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.“ (Matthäus 5,37).

    Die von uns, die keine spezielle medizinische Ausbildung haben, sind in gleichem Maße dazu berufen, Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen: In unseren Jobs, die die Wirtschaft am Laufen halten; in unseren Familien; in der Art und Weise, wie wir kommunizieren, Nachrichten hören und darauf reagieren; oder wie wir für unsere Nachbarn, Städte und Gemeinden sorgen.

    Wir sind der Wahrheit verpflichtet und stehen in der Verantwortung, sorgfältig recherchierte Informationsquellen zu konsultieren, wie die des Robert-Koch-Instituts oder des Bundesministeriums für Gesundheit. Wir sollten den Empfehlungen zuhören und diese mit der Erwartung respektieren, dass sie zwangsläufig unvollkommen sind. Aber statt zu kritisieren, sind wir berufen, täglich zu beten: für Behörden, guten Journalismus, Forschung und medizinische Hilfe. Covid-19 erinnert uns daran, dass wir langfristiges Glück und Sicherheit nicht in der gegenwärtigen Welt, sondern in der zukünftigen finden. Kirchenvater Augustinus sagte: „Wie das Heil, so halten wir auch die Glückseligkeit nicht jetzt schon in Händen, sondern erwarten sie in der Zukunft, und dies ‚in Geduld‘; denn wir stecken in Übeln, und die müssen wir geduldig ertragen, bis wir zu jenen Gütern gelangen, wo alles von der Art sein wird, dass wir uns daran unsagbar erfreuen.“

    Dies ist die überarbeitete Version eines ursprünglich auf Englisch verfassten Artikels auf der Webseite der Australian Broadcasting Coproration (ABC).

    Dr. Mirjam Schilling arbeitet als Virologin an der University of Oxford und promoviert in Theologie (Fachbereich Science and Religion) bei Alister McGrath. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die theologischen Aspekte von Viren und Virusforschung. Joel Gamble ist Medizinstudent an der University of Toronto und studiert im Masterstudiengang Theologie (Fachbereich Science and Religion) an der University of Oxford. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Philosophie und historische Theologie der Medizin. Nathan Gamble MD MA ist Bioethiker and Mediziner an der University of Alberta.

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    Sun, 22 Mar 2020 12:33:00 +0100
    <![CDATA[Mehr sperlingen, weniger hamstern]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2020/03/22/mehr-sperlingen-weniger-hamstern/ Teil 1 der pro-Videokolumne mit Pastor Gunnar Engel]]> Von: Gunnar Engel

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    Sun, 22 Mar 2020 10:00:00 +0100
    <![CDATA[„Das Volk Gottes sammelt sich gerade online“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2020/03/21/das-volk-gottes-sammelt-sich-gerade-online/ Die Coronakrise zeige, dass es viele Möglichkeiten gebe, das Wort Gottes digital zu verkünden, sagte Ludwig Martin Jetschke. Er betreibt den YouTube-Kanal „Lingualpfeife“. Dort beschäftigt sich der katholische Theologe und Organist mit Kirchenmusik, Spiritualität und Theologie. „Im Netz ist nämlich echte Interaktion möglich – und das ist eine große Chance“, sagte er in einem Interview von katholisch.de.

    „Ein Livestream ist besser als kein Livestream“, sagte Jetschke im Hinblick auf die vielen Gemeinden, die in der aktuellen Situation ihre Gottesdienste im Internet streamen. Doch oft finde sich hier viel Aktionismus und es sei nicht klar, in welche Richtung der Weg gehen solle. „Auf der anderen Seite: Wir sind in einer Krisensituation, und zu Krisen gehört auch ein gewisser Aktionismus dazu.“ Der YouTuber bemängelt jedoch das Fehlen von „theologischer Grundsatzarbeit“ und ein Nachdenken darüber, warum man was genau mache.

    Menschen digital in Gottesdienste einbinden

    Jetschke betreibt die „LinguCommunity“, eine aktive digitale Gemeinschaft, bei der theologische Fragen diskutiert werden. „Das ist das große Defizit bei vielen Streaming-Formaten, bei denen die Leute als Zuschauer passiv zugeschaltet werden, während ein Priester allein oder in einer Kleingruppe die Messe feiert“, bemängelt der Katholik. In seiner Community werde das Ziel verfolgt, alle aktiv teilhaben zu lassen. „Alles was wir machen, wird gemeinsam organisiert, und es findet nur statt, wozu es auch wirklich einen Bedarf gibt. Wenn einige die Vesper oder die Laudes oder mitten in der Nacht die Lesehore beten wollen, dann binden wir aktiv die Leute ein, etwa in Konferenzschaltungen.“

    Als Tipp, um digital Menschen in Gottesdienste einzubinden, empfiehlt der YouTuber, zum Beispiel Fürbitten gemeinsam online zu formulieren, die dann vor Ort am Altar vorgetragen würden. Außerdem brauche es einen Live-Chat und der Gottesdienst müsse auch in Echtzeit verfolgt werden können. Eine weitere Möglichkeit sei auch ein Livegespräch per Chat im Anschluss des Gottesdienstes.

    Knowhow weiterentwickeln

    Die schlichte Live-Übertragung eines Gottesdienstes habe angesichts des aktuellen Versammlungsverbots aufgrund von Corona aber weiterhin eine Berechtigung. Wichtig sei es aber, die Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren, die nicht die Möglichkeit hätten, den Gottesdienst der Gemeinde im Internet zu verfolgen. Jetschke wünscht sich daher, dass noch viel mehr Seelsorger für Gespräche zur Verfügung ständen – nicht nur online. Man denke zum Beispiel beim Stichwort „digitale Kirche“ selten an Telefonkonferenzen. Das sei aber für viele Menschen eine gute Möglichkeit der Teilhabe.

    Die große Chance der aktuellen Lage sei, dass sich „das Volk Gottes gerade online sammelt“. Man müsse schauen, wie man diese Gemeinschaft stärkt, damit sie nach der Krise weiter erhalten bleibe. „Alle sammeln gerade viel Knowhow, das sollten wir nutzen und weiterentwickeln.“ Zum Beispiel, indem für diesen Arbeitsbereich mehr hauptamtliches Personal eingestellt werde. „Das Internet ist ein Raum der Pastoral – und den gut und professionell zu bestellen, kann man nicht nebenher machen.“

    Von: Swanhild Zacharias

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    Sat, 21 Mar 2020 15:21:00 +0100
    <![CDATA[Bischöfe zu Corona-Krise: „Gott ist ein Freund des Lebens“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/03/21/bischoefe-zu-corona-krise-gott-ist-ein-freund-des-lebens/ Die Spitzen der evangelischen, katholischen und orthodoxen Kirche haben sich in einer gemeinsamen Erklärung zum Thema Corona an die Öffentlichkeit gewandt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz, Metropolit Augoustinos, rufen darin zum Gebet auf und bitten um Solidarität untereinander.

    Die Aussetzung der Gottesdienste sei bedauerlich, weil es für Christen besonders in dieser schweren Zeit wichtig sei, die Nähe Gottes zu suchen. Um die Pandemie einzugrenzen, sei ein Verzicht aber unabdingbar. Die Bischöfe fordern dazu auf, füreinander einzustehen: „Sie (die Not, Anm. d. Red) trifft die einen nur ganz am Rande, die anderen, oft genug die Schwachen, aber mit aller Härte." Besonderer Dank gelte allen, die derzeit für die Versorgung der Bevölkerung im Dienst seien, sagte Bätzing. Nicht vergessen dürfe man die Situation der Menschen in Krisengebieten, denen der Schutz vor der Pandemie oft fehle.

    Krankheit keine Strafe Gottes

    „Es kommt auf jeden Einzelnen an“, sagte Bedford-Strohm. Jede helfende Hand werde jetzt gebraucht. Es tue gut zu sehen, dass es an vielen Orten zu gelebter Humanität komme und die Menschen sich gegenseitig unterstützten. Dazu gehörten auch viele Gebetsgruppen im Internet.

    Krankheit sei keine Strafe Gottes, betonte Metropolit Augoustinos. Krankheiten gehörten zur Natur des Menschen und könnten seinen Glauben an die Güte Gottes erschüttern. Krankheiten und Krisen stellten die Menschen vor Fragen, über die man nicht leicht hinwegsehen könne. „Auch Christen sind mit der Frage nach dem Sinn menschlichen Leids konfrontiert", sagte er. Die biblische Botschaft und der christliche Erlösungsglaube sagten den Menschen jedoch zu: „Gott ist ein Freund des Lebens. Er liebt uns Menschen und leidet mit uns. Gott will das Unheil nicht. Nicht das Unheil hat darum das letzte Wort, sondern das Heil, das uns von Gott verheißen ist.“

    Von: Swanhild Zacharias

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    Sat, 21 Mar 2020 14:33:00 +0100
    <![CDATA[Musiker singen weltweit gemeinsam Bach-Choral gegen Corona]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2020/03/21/musiker-singen-weltweit-gemeinsam-bach-choral-gegen-corona/ Musiker und Sänger aus aller Welt des Bachfests Malaysia singen und spielen in einem Videoprojekt gegen die Corona-Krise an. Die Handy-Einspieler von Musikern aus Boston, Delaware, Hongkong oder auch Leipzig wurden über Nacht zu einem bewegenden Video zusammengeschnitten. Zu hören ist der Choral „Befiehl du deine Wege“ aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Der Text stammt von dem Kirchenlieddichter Paul Gerhardt. Der evangelische Pfarrer hatte im 17. Jahrhundert den Dreißigjährigen Krieg und die Pest erlebt.

    „Wir werden trotz der vor uns liegenden Herausforderungen weiterhin Musik machen“, schreiben die Initiatoren vom Bachfest Malaysia zu dem Video bei Facebook. „Wir hoffen, dass dies eine Ermutigung für uns alle sein wird, die derzeit die Epidemie auf verschiedenen Ebenen erleben.“

    Das Bachfest Malaysia wurde 2015 zu Johann Sebastian Bachs 330. Geburtstag vom künstlerischen Leiter David Chin ins Leben gerufen.

    Von: Swanhild Zacharias

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    Sat, 21 Mar 2020 13:31:00 +0100
    <![CDATA[Schauspieler Jon Voight betet: „Gott segne die Nation und alle Geschöpfe“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2020/03/20/schauspieler-jon-voight-betet-gott-segne-die-nation-und-alle-geschoepfe/ Der 81-jährige amerikanische Schauspieler Jon Voight veröffentlichte am Mittwoch ein Video über seinen Twitter-Account. Unter der Überschrift „This Nation Is Under God“ (Diese Nation steht unter Gott) sprach er für seine rund 260.000 Follower ein Gebet in Zeiten der Coronakrise. Voight ist als Schauspieler bekannt für Filme wie „Asphalt-Cowboy“ (1969), „Heat“ (1995) oder „Der Staatsfeind Nr. 1“ (1998), aber auch als Vater der bekannten Schauspielerin Angelina Jolie. Voight erhielt 1979 den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle im Film „Coming Home – Sie kehren heim“. Der 1938 in New York geborene Voight wurde katholisch erzogen und besuchte eine katholische Schule. Später studierte er an der „Katholischen Universität von Amerika“ in Washington, D.C.

    „Diese Nation steht unter Gott, in Freiheit“, sagt Voight zu Beginn des Videos in die Kamera. „Josua hat seinen Bogen gespannt und er wird seinem Königreich zeigen, das dieses Virus seine Menschen nicht auslöschen wird. Er wird bis zum Schluss kämpfen, und er wird Jesus sein Gebet zeigen.“ Dann betet der Schauspieler: „Oh mächtiger Herr, bring uns auf unsere Füße, damit wir dich noch mehr lieben. Oh Herr, unser Erlöser, lehre uns noch mehr, aber hebe den Schleier von unserem Angesicht und nimm den Fluch von uns, der uns in Angst hält. Herr, gib uns Frieden auf unserem heiligen Boden, gib unseren Kindern und den Älteren Frieden. Schein mit deinem Licht auf unsere Seelen, damit wir tapfer sind zu kämpfen. Oh Herr, wir sind eins mit dir.“

    An seine Zuschauer gerichtet, sagt er: „Meine lieben Mit-Amerikaner, wir werden diesen Virus wieder los. Wir werden stark sein, weil wir das größte Geschenk an die Menschheit sind. Wir sind Gottes Kinder. Gott segne die Nation und alle Geschöpfe. Und möge Gott unseren Präsidenten und seine Familie beschützen. Liebe euch allen!“

    Voight hat US-Präsident Donald Trump von dessen Wahlkampf im Jahr 2016 an unterstützt. Erst im Mai hatte Voight Trump als den „großartigsten Präsidenten seit Abraham Lincoln“ bezeichnet. Auf Twitter postete der Schauspieler in der Vergangenheit mehrere Videos, in denen er manchmal auch die politische Linke im Land kritisierte.

    Von: Jörn Schumacher

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    Fri, 20 Mar 2020 15:53:00 +0100
    <![CDATA[Coronakrise: Theologen sind gefragt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2020/03/20/coronakrise-theologen-sind-gefragt/ „Das geistige Leben verändert sich, wenn Gottesdienste und Gemeindearbeit wegfallen“, stellt der Deutschlandfunk fest. Für den Sender befragte die Journalistin Christiane Florin den katholischen Theologen Magnus Striet, Professor für Fundamentaltheologie an der Uni Freiburg.

    Im Gespräch stellen die beiden fest, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Fernsehansprache am Mittwochabend das religiöse Leben in Deutschland nicht erwähnt habe. „Weder die Kirchen noch die Synagogen noch die Moscheen – was für die Tochter eines Pfarrers schon erstaunlich ist“, so Florin. Ihm sei das auch aufgefallen, sagte Striet und ergänzte: „Religionsfreiheit ist auch ein hohes Gut, aber im Moment gilt eine andere Priorisierung. Deshalb wird eingeschränkt.“ Dass sich weder der Zentralrat der Muslime noch die Kirchen gegen das Gottesdienstverbot zur Wehr gesetzt haben, erklärt er sich damit, dass alle „einen Lernprozess durchgemacht“ und „naturwissenschaftliche Kenntnisse, Wissenskomplexe schlicht und einfach akzeptiert“ hätten. „Ich hoffe, dass sich hier ein Sieg der Vernunft andeutet.“ Die Kirchen und die Theologien akzeptierten, dass die Systeme, innerhalb derer sie lebten, ihre eigenen Rationalität verfolgten.

    Striet findet es „zynisch“ zu sagen, Gott schicke physisches Übel und Naturkatastrophen als Strafe. Es zeuge „nicht gerade von einer intellektuellen Anstrengung“. Solche Übel seien natürlichen Prozessen geschuldet und hätten nichts mit einem Wirken Gottes zu tun. Der Theologe spricht angesichts von Leid, etwa durch einen Virus, „das berühmte Theodizee-Problem“ an: „Man wird auch Gottgläubige nicht von der Frage entlasten können: Warum überhaupt dieses Elend?“ Striet: „Ich empfehle Theologie-Studierenden immer als Grundlektüre von Albert Camus ‚Die Pest‘. In diesem Buch, 1947 erschienen, werden ja bereits alle Fragen durchgespielt.“ Camus verabschiede sich hier von einem Kinderglauben, dass Gott straft.

    Von der Kritik daran, dass die Religionsausübung derzeit eingeschränkt werde, halte er wenig. „Natürlich ist es gläubigen Menschen sehr wichtig, ihre Gottesdienste feiern zu können. Aber wir sind im Moment an einem anderen Punkt. Es gibt eine riesige Gesundheitskrise (...).“ Gemäß etwa der jüdischen Religionsphilosophie des ausgehenden 19. Jahrhunderts sei der Gottesdienst definiert als ethische Praxis. Striet ergänzt eine Aussage Jesu: „Wenn du beten willst, geh in deine Kammer.“ Gottesdienst könne auch bedeuten, nachbarschaftliche Hilfe zu leisten oder still zu beten.

    Videos einer Pfarrerin: „Habt Zuversicht!“

    Auch die Süddeutsche Zeitung wandte sich zum Thema „Coronavirus und Glaube“ an eine Geistliche: Pfarrerin Theresa Brückner berichtet der Zeitung, dass sie seit Freitag auf Bitten ihres Arbeitgebers, der Evangelischen Kirche in Deutschland, in Quarantäne sei, weil sie auf einer Konferenz war, an der auch jemand aus einem Risikogebiet teilgenommen hat. Die 33-Jährige ist Pfarrerin im digitalen Raum im Berliner Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg. Unter dem Namen „Theresaliebt“ erzählt sie auf YouTube und Instagram vom Glauben und ihrem Beruf – und im Moment vor allem von Corona. „Da ist der Bedarf natürlich im Moment riesig“, so Brückner.

    Die Botschaft in ihren Videos laute vor allem: „Habt Zuversicht. Weil ich daran glaube, dass es irgendwann wieder besser wird. Aber ich will auch Mut machen, dass diese Einschränkungen jetzt auch Teil dessen sind, dass wir aufeinander Rücksicht nehmen und uns in Nächstenliebe begegnen müssen. Und dass das eben auch bedeutet, dass man auf körperlichen Abstand geht, aber trotzdem noch in Kontakt sein kann.“

    Für die Pfarrerin ist klar: „Christsein und Glauben feiern geht eben auch online und digital. Und das wird jetzt umso mehr gebraucht. Es gab ja auch vorher schon Menschen, denen es aus verschiedenen Gründen nicht möglich war, zur Kirche zu gehen.“ Der Süddeutschen Zeitung erklärte sie, dass sie in ihren Videos Gebete spreche, Abendgesänge vertone und aus der Bibel vorlese. „Meine Follower können mir Nachrichten schicken und ich antworte ihnen. Damit fühlt man sich in dieser Isolation eben nicht so alleine.“

    „Benediktiner sind seit 1.500 Jahren in Quarantäne“

    Der Radiosender WDR 5 befragte den katholischen Theologen und Psychotherapeuten Manfred Lütz zur Coronakrise. Die könne auch zwischenmenschliche Beziehungen vertiefen, sagte Lütz. Die Menschen müssten jetzt aktiv werden „und sich nicht einfach nur passiv nach Hause zurückziehen und gucken, wie viele Todesfälle es wieder gibt“. Mit der Reduzierung von sozialen Kontakte seien die körperlichen und nicht die geistigen gemeint. „Man muss jetzt Menschen, die einsam sind, anrufen und nicht denken, es stört“, so Lütz. Auch die sozialen Netzwerke könnten genutzt werden.

    Der ehemalige Chefarzt des Kölner Alexianer-Krankenhauses sieht in der Quarantänesituation aber auch Gefahren für zwischenmenschliche Kontakte. Wichtig sei es, „dass man nicht dauernd miteinander quatscht“. Lütz schlägt verabredete abendliche Gespräche von etwa einer Dreiviertelstunde vor. Als gutes Beispiel für das Verhältnis von Kontakt und Rückzug nannte er den Benediktinerorden, der „seit 1.500 Jahren Quarantäne“ verfolge. Die Benediktregel gebe einen guten Weg vor, das Alleinsein des Mönches mit dem Leben in Gemeinschaft zu verbinden, so Lütz.

    Die Frankfurter Allgemeine Zeitung besuchte den katholischen Pfarrer Łukasz Szafera aus Hanau und fragte ihn nach den neuen Wegen, auch in Zeiten der Coronakrise Menschen weiterhin Zugang zur Religion zu ermöglichen. Im Video erklärt er, wie seine Gemeinde mit der neuen Situation kreativ umgeht:

    Von: Jörn Schumacher

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    Fri, 20 Mar 2020 14:51:00 +0100