Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de Die aktuellen News bei Medienmagazin pro de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de 18 16 Die aktuellen News bei Medienmagazin pro TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 21 Aug 2017 17:58:59 +0200 <![CDATA[Film über iranischen Rapper: „Wenn Gott schläft“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2017/08/21/film-ueber-iranischen-rapper-wenn-gott-schlaeft/ Im Jahr 2012 veröffentlichte der iranische Sänger Shahin Najafi den satirischen Rap „Naghi“ über Ali al-Naghi, einen der zwölf Imame, die von den Schiiten verehrt werden, im Internet. Das führte dazu, dass Tausende seine Hinrichtung forderten. Am 8. Mai 2012 sprach der iranische Großayatollah Lotfollah Safi Golpaygani eine Fatwa gegen den Musiker aus. Außerdem wurde auf Najafi ein Kopfgeld in Höhe von 100.000 Dollar ausgerufen.

Der Fall sorgte für Aufsehen, die nationale und internationale Presse, von der New York Times über den Guardian bis zum Spiegel und der FAZ, berichteten. Najafi, der1980 in Bandar-e Anzali im Iran geboren wurde, flüchtete nach Deutschland, wo er Unterschlupf bei Günter Wallraff fand. Wenn er Konzete gab, stand immer sein Leben auf dem Spiel.

In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit sagte Najafi 2013: „Aufgrund ihrer religiösen Prinzipien lässt die iranische Regierung es nicht zu, dass du machst, was du möchtest. Es gibt Vorschriften und Gesetze für deine Kleidung, es gibt Gesetze für dein Essen und dein Trinken. Es gibt Gesetze für deine Beziehungen und Kontakte.“ Er forderte: „Die Menschen müssen, was die Religion angeht, tolerant werden. Die entscheidende Frage ist: Kann jemand wie ich, der nicht an Religion glaubt, frei im Iran leben?“ Religion könne etwas Schönes sein, sei aber eine private Angelegenheit, sagte der Rapper.

Bereits 2012 Film über den Iran

Der Filmemacher Till Schauder porträtiert den iranischen Sänger nun in seiner Dokumentation „Wenn Gott schläft“, die am 12. Oktober 2017 in einigen deutschen Kinos startet. Schauder wurde in Seattle im US-Bundesstaat Washington geboren und ist Sohn deutscher Einwanderer. Im Alter von zwei Jahren zog er nach Göttingen, wo er aufwuchs. Heute lebt er in New York, wo er an der Universität Film unterrichtet.

Bereits im Jahr 2012 veröffentlichte er die Dokumentation „The Iran Job“ über den amerikanischen Basketballspieler Kevin Sheppard, der im Iran spielte. Schon damals verwendete Schauder die Musik Najafis. (pro)

Von: js

]]>
Mon, 21 Aug 2017 14:16:00 +0200
<![CDATA[Die Schöpfung im U-Bahn-Schacht]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2017/08/21/die-schoepfung-im-u-bahn-schacht/ Der Künstler Markus Lüpertz hat der Stadt Karlsruhe ein Angebot gemacht. Er möchte die neu zu bauende U-Bahn-Stationen in Karlsruhe mit Keramikreliefs versehen. Dies führt zu einem Disput. Lüpertz hat die Gremien der Stadt kaum beteiligt, sagen Kritiker aus der Künstlerszene. Außerdem sorgen für den Zoff auch die Bilder, die aus dem biblischen Kontext stammen.

Damit hat Lüpertz wieder einmal den Stein des Anstoßes gegeben für eine Debatte über Kunst im öffentlichen Raum. Mäzen Anton Goll sammelt schon Gelder für das Kunstprojekt „Genesis – Die Sieben Tage des Herrn“. Die beiden möchten gemeinsam sieben Stationen der derzeit geplanten „U-Strab“ in Karlsruhe mit den Kunstwerken ausstatten.

Neue Stufe der Entdemokratisierung

Kritiker bemängeln, dass das Verfahren nicht transparent umgesetzt wird. Es habe keine öffentliche Ausschreibung gegeben. In einem Bericht des Deutschlandfunks wünschen sich die Gegner, dass alte Männer keine biblischen Themen umsetzen sollten. Außerdem sei fraglich, ob wohlhabende Bürger ohne Absprache mit der Öffentlichkeit beschließen dürften, was an Haltestellen zu sehen ist.

Der Direktor des Kunst- und Medienzentrums, Peter Weibel, sieht in der Aktion einen Eingriff in den öffentlichen Raum. Weibel sprach gegenüber der Süddeutschen Zeitung von einer neuen Stufe der „Entdemokratisierung“, weil die politischen Gremien nicht beteiligt waren. Zudem stört er sich an den religiösen Motive der Kachelwände. Sie seien eine allergische Reaktionen „auf die von Paranoikern gefürchtete, vermeintlich drohende Islamisierung des Abendlandes“. Das Projekt sei rückwärtsgewandt und die biblischen Themen „letztendlich falsche Fabeln“. Aus seiner Sicht gehöre konfessionelle Kunst in die Kirchen, aber nicht in den öffentlichen Raum.

Bedenkenswerte Geschichte

Bisher sind außer Ankündigungen des Künstlers keine weiteren Details bekannt. Welt-Reporter Hans-Joachim Müller sieht keine Gefahr, „wenn der U-Strab-Nutzer seine Wartezeit im Schacht vor einer Szene aus der Schöpfungsgeschichte verbringen würde“. Die Schöpfungsgeschichte sei allen Kreationisten zum Trotz die konkurrenzlos schönste Poetisierung der Evolutionstheorie geblieben.

Zudem sei der Rausschmiss aus dem Paradies auch der Beginn der zähen Emanzipationsgeschichte der paradiesfernen Erdbewohner. „Das ist ja doch eine ziemlich bedenkenswerte Geschichte.“ Sie sei jedenfalls mindestens so gut wie der Check der Facebook-Nachrichten auf dem Bahnsteig. (pro)

Von: jw

]]>
Mon, 21 Aug 2017 13:46:00 +0200
<![CDATA[Der Theologe von Schloss Bellevue]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/08/21/der-theologe-von-schloss-bellevue/ Ein Porträt von Anna Lutz]]> Es gab eine Zeit, da hat Stephan Steinlein mit groben Arbeitshandschuhen glühenden Stahl gewalzt. Mithilfe von Zangen hat er die meterlangen rot-gelb glimmenden Stangen in überdimensionale Maschinen befördert, wo sie plattgedrückt und für den Bau vorbereitet wurden. Steinlein ist Kran gefahren und hat mit Schneidbrennern Stahl zerschnitten. Drei Jahre lang lernte er als Teenager den Beruf des Walzwerkers, stand täglich in lauten und dreckigen Bauhallen, schwitzte und sah am Ende des Tages wohl meistens aus, als hätte er einen Brand gelöscht: Voll Ruß, geschafft und müde von der Arbeit mit dem schweren Gerät. Heute trägt Steinlein graue Maßanzüge und verbringt seine Tage in einem klimatisierten Büro mitten im Berliner Tiergarten. Gleich neben Schloss Bellevue liegt das Bundespräsidialamt. Hier entstehen die Reden Frank-Walter Steinmeiers, hier entscheidet sich, wo er wann auftritt und ob er als nächstes Donald Trump oder Emmanuel Macron die Hand schüttelt. Stephan Steinlein ist Chef dieses Amtes – und damit der engste Berater des Bundespräsidenten.

pro trifft Steinlein kurz vor der Eröffnung des Evangelischen Kirchentags in Berlin. Wären da nicht die vielen Bäume, könnte der gebürtige Ostdeutsche das Spektakel rund um Reichstag und Brandenburger Tor von seinem Arbeitsplatz aus beobachten. Nur, dass es ihn nicht sonderlich interessiert. Zwar ist der 56-Jährige gläubiger Protestant, hat sogar Theologie studiert. Doch groß inszenierte Gottesdienste mit lauter Musik und buntem Programm sind ihm zuwider. Strenge Liturgie, alte Kirchenlieder, klare Textexegese – das ist Stephan Steinleins Welt. „Ich brauche keinen Pfarrer, der mir sein Herz ausschüttet“, sagt er und beklagt die „spirituelle Entleerung“ seiner Kirche.

Man sagt Steinlein nach, er gleiche seinem Chef, dem Bundespräsidenten, und das nicht nur wegen des Nachnamens. Nur so erkläre sich, dass die beiden es seit 18 Jahren miteinander aushielten. „So ähnlich sind wir uns nicht“, sagt er selbst, und wer beide Männer schon erlebt hat, weiß, dass das stimmt. Steinmeier ist im Umgang mit Journalisten oft sperrig und schwer greifbar. Steinlein hingegen gibt sich nahbar, kommt ins Plaudern, lacht während des Gesprächs, wirkt entspannt. Ihn verbinde vor allem die Neugierde mit seinem Vorgesetzten. Und der Wunsch, Frieden herzustellen in einer vielfältigen Welt. Steinlein berät Steinmeier, seit dieser Chef des Bundeskanzleramtes war, folgte ihm ins Bundesaußenministerium, in die Bundestagsfraktion, zurück ins Auswärtige Amt und nun ins Schloss Bellevue. Dass der Mann, der einst Stahl verarbeitete, eine solche Karriere hinlegen würde, mag selbst er kaum geglaubt haben. Denn die Voraussetzungen waren denkbar schlecht: Als Sohn eines systemkritischen Superintendenten in der DDR.

Steinlein wächst im brandenburgischen Finsterwalde auf. Er hat drei Geschwister, alle werden sich in ihrem künftigen Leben auf die ein oder andere Weise der Theologie widmen. „Man war nicht normal, man war anders als die anderen als Pfarrerskind“, erinnert sich Steinlein. Einerseits sei da die Erwartung gewesen, dass man sich vorbildlich benimmt, andererseits die Skepsis vor allem der Schulleiter gegenüber dem frommen Elternhaus. „Meine Mutter hat manchmal Angst gehabt, dass die Männer mit den Kleppermänteln unten klingeln und meinen Vater abholen“, erinnert sich Steinlein an seine Kindheit. Das sei nie passiert, aber die Angst immer da gewesen. „Man lebte in einem Land, wo jeder Polizist und jeder Lehrer ein potentieller Feind ist“, sagt er mit Blick auf die DDR. Seine Strategie gegen Angst und Misstrauen: Gut sein. Steinlein ist ein vorbildlicher Schüler und später ein hervorragender Student der Theologie am staatsunabhängigen evangelischen Berliner Sprachenkonvikt. Die Hochschule gilt als eine der Institutionen, an denen die Friedliche Revolution vorbereitet wurde.

Weg zum Glauben

„Ein weiter Weg“ sei es gewesen, vom mopedfahrenden, langhaarigen, rauchenden Hippie, als den sich Steinlein rückblickend beschreibt, hin zum ambitionierten Wissenschaftler, der das Neue Testament bis heute nur in Originalsprache liest. „Ich wollte mit dem Glauben nichts zu tun haben“, erinnert er sich. Nietzsche und Freud habe er als 16-Jähriger verschlungen, „Camus war meine Bibel“. Steinlein verweigert den Wehrdienst. Spätestens an diesem Punkt ist klar, dass ihm in der DDR eine normale berufliche Karriere nicht mehr offensteht. Nachdem er als Pfarrerskind schon nicht die reguläre Oberschule besuchen durfte und nur durch die Walzwerkerlehre zum Abitur kam, sind ihm nun auch die meisten akademischen Wege verwehrt. Walzwerktechnik hätte er studieren können und Ingenieur werden. Steinlein lacht heute bei dem Gedanken daran.

Später wird er sich für die Theologie entscheiden, auch das ist eine Option für den systemkritischen jungen Mann. Denn in dieser Zeit baut er Kontakte zu einer Jungen Gemeinde in Berlin auf. Die Kirche war Heimat der alternativen Szene in Pankow und später im Prenzlauer Berg. „Wir haben Kirchenlieder gesungen, aber jeder konnte leben, wie er wollte, ob gläubig oder nicht“, erinnert er sich. Mit bis zu 40 Gleichgesinnten sitzt er damals regelmäßig im Keller der Gemeinde, diskutiert die Ausweisung des Liedermachers Wolf Biermann oder entsorgt symbolisch Kriegsspielzeug. „Wir wurden beobachtet“, sagt er. Und dennoch bot die Kirche ihm einen Raum, um Freiheit zu erleben. „Es gab keinen anderen.“

Mit dieser Erfahrung im Hintergrund beginnt er sein Theologiestudium. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Opportunismus. „Es war für mich der einzige Weg, zu studieren“, sagt er. Einer seiner Lehrer am Sprachenkonvikt ist ausgerechnet der DDR-Kritiker Wolfgang Ullmann, Teil der späteren Bürgerbewegung und in den Neunzigern Abgeordneter der Grünen im Bundestag. Für Steinlein ist er bis heute eine Schlüsselfigur. Durch ihn kommt er zum Glauben. „Weil er uns beigebracht hat, dass Glaube und Vernunft kein Widerspruch sind“, sagt Steinlein. Fragt man ihn nach einem lebensverändernden Moment, winkt er ab: „Keine Bekehrung.“ Seine Evolution in Glaubensfragen habe sich schleichend abgespielt, sie sei ein Kontinuum. „Ich habe erkannt: Es gibt Wahrheit. Die Skepsis hat nicht das letzte Wort“, sagt er. Von diesem Punkt aus erobert der junge Steinlein sich die Welt neu, studiert Schriften von Aristoteles oder den Kirchenvätern im griechischen Original und diskutiert sie bei Kaffee oder Tee gemeinsam mit anderen Studenten im Wohnzimmer seines Lehrers.

Versöhnt mit der Vergangenheit

Mithilfe eines Stipendiums des Ökumenischen Rates darf Steinlein ein Jahr lang in Straßburg studieren. Dort lernt er seine Frau und das Leben im Westen kennen. Als die DDR zusammenbricht, gehört er längst zum Kreis derer, die sich bereits als Westdeutsche fühlen und den Niedergang des SED-Regimes gleichermaßen erhofft und erahnt haben. Das macht ihn zum Vertrauten der neuen Führung und auch zum Anwärter für politische Ämter im revolutionierten Staat. Zudem spricht er Französisch. Sechs Wochen lang ist er deshalb der letzte Botschafter der DDR in Paris. In der Botschaft erwartet ihn „die ganze alte Mannschaft“, wie er heute sagt. Mit 29 Jahren ist Steinlein plötzlich Vorgesetzter von ausschließlich systemtreuen Auslandsmitarbeitern. Vielleicht entdeckt er gerade hier, dass Vielfalt funktionieren kann. Über seine Mitarbeiter sagt er: „Wir wären uns in der DDR nie begegnet.“ Im Nachhinein ist er dankbar für die Begegnung und das Miteinander. „Ich habe den einzelnen Menschen nichts vorzuwerfen“, sagt er mit Blick auf die DDR. „Keine Bitterkeit.“

Im vereinten Deutschland absolviert er die Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amtes. Steinlein war in seiner Karriere vieles: Theologe, Pressereferent, Diplomat und Gestalter von Politik – nur im Vordergrund stand er nie. „Ich habe kein Kamera-Gen“, sagt er. Tatsächlich scheint er es eher zu genießen, im Hintergrund die Fäden zu ziehen und sich nicht mit allzu vielen Interviews oder repräsentativen Auftritten herumschlagen zu müssen. Ist das Büro im Tiergarten die Endstation seiner Karriere? „Neinneinnein!“, sagt er eilig und lacht. „Auf keinen Fall!“ Im Grunde sei er ewiger Theologe, auch wenn er nicht als solcher arbeite: „Ich bin immer unterwegs und ich suche immer nach der Wahrheit.“ (pro)

Dieser Text ist der aktuellen Ausgabe 4/2017 des Christlichen Medienmagazins pro entnommen. Bestellen Sie pro kostenlos und unverbindlich unter Telefon 06441-915-151, per E-Mail an info@kep.de oder online.

Von: al

]]>
Mon, 21 Aug 2017 10:58:00 +0200
<![CDATA[„Unglaublich, was für einen guten Ruf die christliche Musikszene genießt“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2017/08/20/unglaublich-was-fuer-einen-guten-ruf-die-christliche-musikszene-geniesst/

pro: Ihr Debütalbum „Alle guten Dinge“ erschien am 18. August. Inwiefern haben Sie Ihren christlichen Glauben in die Texte einfließen lassen?

Jonar Monar: Ich habe keinen explizit christlichen Song eingebaut. Das ist auch ganz bewusst so: Ich versuche mich erst einmal musikalisch zu finden. Ich schreibe über Dinge, die mir oder Menschen aus meinem Umfeld widerfahren. Ob das dann christlich ist oder nicht, darauf achte ich nicht bewusst. Das wird auch so bleiben.

Im Titelsong des Albums heißt es: „Mit dir passieren alle guten Dinge.“ Was sind diese guten Dinge im Leben für Sie?

Liebe, Freundschaft und Vertrauen sind wahnsinnig wichtig. Eine gute Zeit haben und lachen auch. Das sorgt dafür, dass man mit viel Energie durch den Tag kommen kann. Außerdem genieße ich Sport und Musik sehr. Ich habe unglaublich viele gute Dinge in meinem Leben, für die ich dankbar bin.

Inwiefern haben Ihre Eltern Ihren Glauben geprägt?

Meine drei Brüder und ich sind sehr christlich erzogen worden. Wir waren anfangs in der Evangelisch­methodistischen Kirche in Wetzlar. Später sind wir in die Landeskirche gegangen. Der beste Freund meines Vaters ist der Pfarrer.

Was ist Ihnen an der Religion wichtig?

Ich bin überzeugter Christ. Das ist ein ganz wichtiger Eckpfeiler und die Basis meines Lebens. Es ist der Grund, warum ich so bin, wie ich bin. Ich glaube schon, dass es so sein soll, was ich gerade mache, und dass es ein Weg ist, der von Gott vorgegeben ist. Ich schöpfe daraus eine Menge Kraft.

Spiegelt sich das auch in Ihren Tätowierungen wider?

Ich habe insgesamt drei Tattoos. Auf der Hand habe ich ein Kreuz. Ich verstecke das nicht. Und wenn mich jemand fragt, erzähle ich auch gerne davon. Dann habe ich drei Ringe, die für meine Brüder stehen. Auf dem Arm habe ich noch den Psalmvers 34,19: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ Der hat mir mal über einen krassen Herzschmerz hinweggeholfen. Das nächste Tattoo wird ein ziemlich großer Löwe, der für Mut steht. In die Löwenmähne ragt dann der besagte Psalm.

Wie stehen Sie zu moderner christlicher Musik?

Ich finde die super. Das ist hochklassige Musik. Übergreifend in der Musikszene lobt jeder die christlichen Musiker als die besten. Es ist unglaublich, was für einen guten Ruf die christliche Musikszene genießt. Gerade die australische Lobpreisband „Hillsong“ liebe ich. Ich habe selbst eine Zeit lang eine christliche Lobpreisband gecoacht.

Aber Sie machen nicht selbst christliche Musik?

Ich möchte mit meiner Musik nicht missionieren. Ganz bewusst bin ich nicht in der christlichen Musikszene verortet. Ich versuche erst einmal selbst, als Musiker in der deutschsprachigen Popszene Fuß zu fassen. Ich finde es schade, dass die christliche und die säkulare Musikszene nichts miteinander zu tun haben. So machen Christen für Christen Musik und die anderen bekommen nichts davon mit.

Warum ist das so?

Das Schwierige in der christlichen Musikszene ist, dass man, sobald man als Künstler Fuß gefasst hat, ganz viel innerhalb der christlichen Szene gebucht wird. So kommt man gar nicht mehr an ein anderes Publikum. Das ist doch widersprüchlich. Wenn man sich als christliche Band bezeichnet, muss man doch auch Menschen erreichen, die keine Christen sind.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Michael Müller. (pro)

Dieser Text ist der aktuellen Ausgabe 4/2017 des Christlichen Medienmagazins pro entnommen. Bestellen Sie pro kostenlos und unverbindlich unter Telefon 06441-915-151, per E-Mail an info@kep.de oder online.

mm

]]>
Sun, 20 Aug 2017 14:03:00 +0200
<![CDATA[Kein Hühnchen am Sonntag]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/19/kein-huehnchen-am-sonntag/ Die Freude der Football-Fans in Atlanta (USA) über das neue Mercedes-Benz-Stadion ist getrübt: Sonntags gibt es nichts zu essen. Zumindest nicht bei zwei großen Stadion-eigenenen Fastfood-Läden. Der Grund: Betrieben werden die beiden großen Chicken-Restaurants im neuen Stadion von der Firma „Chick-fil A“. Einer bibeltreuen Fastfoodkette, die sich zum Grundsatzu gemacht hat, an Sonntagen nicht zu arbeiten.

In der kommenden Saison fallen acht Spiele der Atlanta Falcons auf einen Sonntag. Die Fastfoodkette erklärte, ihrem Unternehmensgrundsatz trotzdem treu zu bleiben, berichtet Bild.de. Hungern müssen die Zuschauer scheinbar trotzdem nicht: Es gebe noch andere Imbissstände im Stadion, versicherte der Klub der Falcons in einem Tweet. Nur auf Hühnchen müssen die Fans wohl verzichten.

Die amerikanische Fastfood-Kette „Chick-fil A“ versucht, biblische Leitlinien in den Geschäften umzusetzen. Landesweit sind an Sonntagn alle Filialen geschlossen, damit die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Gottesdienste zu besuchen. (pro)

Von: sz

]]>
Sat, 19 Aug 2017 12:32:00 +0200
<![CDATA[Zusammenhang zwischen Terrorismus und Islam nicht leugnen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/19/zusammenhang-zwischen-terrorismus-und-islam-nicht-leugnen/ Es gebe einen „ganz klaren Zusammenhang zwischen Fundamentalismus, Terror und Grundannahmen der islamischen Orthodoxie“, sagte Kyai Haji Yahya Cholil Staquf im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Er ist Generalsekretär von Nahdlatul Ulama, der größten Muslim-Vereinigung in Indonesien. „So lange wir darüber keinen Konsens erzielen, werden wir keinen endgültigen Sieg über die fundamentalistische Gewalt des Islam erreichen“, sagte der gläubige Muslim.

Drei Grundannahmen des traditionellen Islam seien problematisch. Erstens das Verhältnis von Muslimen zu Nichtmuslimen. Die Lehre, dass Nichtmuslime für Muslime als Feinde gelten, bezeichnete Yahya Cholil Staquf in der heutigen Zeit als „unvernünftig". Ein friedliches Leben in einer multikulturellen Gesellschaft werde damit unmöglich. Das zweite Problem sei das traditionelle Verhältnis des Islam zum Staat. Dieser gelte dort als universal und einheitlich, „mit einem Einzelherrscher an der Spitze, der die muslimische gegen die nichtmuslimische Welt vereinigt".

Diese Bestreben sei bei der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu finden und führe zu „Chaos und Gewalt". Das dritte Problem sei das traditionelle muslimische Verhältnis zum Recht. Viele Muslime setzten voraus, dass es „eine Gruppe fester, unveränderlicher Gesetze“ gebe, auch bekannt als Scharia. Das stehe zwar im Einklang mit ihrer Tradition, führe aber zu Konflikten mit Gesetzen säkularer Nationalstaaten. „Wir müssen dahin kommen, dass ein Verständnis, das die traditionellen Normen der islamischen Rechtslehre absolut setzt, als falsch gilt“, sagte der Islamgelehrte. Religiöse Werte und soziale Realität müssten zueinander passen. Es müsse „glasklar sein“, dass die staatlichen Gesetze Vorrang haben.

Probleme nicht verleugnen

Yahya Cholil Staquf plädierte dafür, dass bestimmte Grundannahmen des Islam „im Kontext ihrer Entstehungszeit“ verstanden werden und nicht zwangsläufig als Handlungsanweisung für die Gegenwart. Zu viele Muslime weltweit sähen das friedliche Zusammenleben von verschiedenen Glaubensrichtungen als etwas an, das bekämpft werden müsse. Viele Europäer spürten das, und das führe zu einer „steigenden Furcht“ vor dem Islam. „In diesem Sinne sind auch einige westliche Freunde von mir islamophob“, sagte er. Sie hätten Angst vor dem Islam und das könne er verstehen, sagte Yahya Cholil Staquf.

Westliche Politiker müssten aufhören zu erzählen, dass Fundamentalismus und Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hätten. Er verstehe, dass das Ziel dieser Äußerungen sei, Spaltungen zu vermeiden. Aber „wenn man ein Problem leugnet, kann man es nicht lösen“, sagte Yahya Cholil Staquf. Er forderte außerdem den Westen auf, Saudi-Arabien ernsthaft unter Druck zu setzen. Denn dieser und andere Golfstaaten „verteilen überall in der Welt massenhaft Geld, um ihre ultrakonservative Sicht des Islam zu verbreiten".

Er bewundere, dass westliche Politiker „so wunderbar humanitär“ dächten. Der Gelehrte gab jedoch zu bedenken: „Wir leben in einer Zeit, in der man realistisch denken und handeln muss.“ Europa habe aus seinen Fehlern in der Vergangenheit noch nicht gelernt. Zwar sei es löblich, dass Deutschland helfen wolle und „massenhaft Flüchtlinge“ aufnehme. Man dürfe die Augen vor der Not nicht verschließen. „Extremisten sind aber nicht dumm“, sagte Yahya Cholil Staquf. Der „harte linksliberale Rand im Westen", der jedes Nachdenken über Zusammenhänge zwischen traditionellem Islam und Gewalt als „islamophob“ denunziere, müsse damit aufhören. (pro)

Von: sz

]]>
Sat, 19 Aug 2017 11:42:00 +0200
<![CDATA[Harald Schmidt wird 60]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/08/18/harald-schmidt-wird-60/ Geboren wurde Harald Schmidt am 18. August 1957 in Neu-Ulm. Er ist Schauspieler, Kabarettist, Kolumnist, Schriftsteller und Moderator. Bekannt wurde er vor allem durch seine nach ihm benannte Late-Night-Show, die er von 1995 bis 2014 moderierte.

Er bete regelmäßig, sagte der Entertainer in einem Interview mit dem Domradio vor zwei Jahren. Der sonntägliche Kirchgang gehöre in seinem Leben wie selbstverständlich dazu. Nach Taufe, Kommunion und Firmung habe er im Kirchenchor gesungen, erzählte er im Domradio. Außerdem bildete er sich als Organist fort und war Mitglied der Pfadfinder. Zum Pfarrer habe es wegen „der Weiber“ nicht gereicht.

Dabei könne er sogar Parallelen zwischen dem Beruf des Schauspielers und dem Pfarrberuf sehen. Die Moderation einer Show und eine Liturgie hätten durchaus Ähnlichkeiten, wenn auch nicht unbedingt inhaltlich, sagte Schmidt. Seine Karriere habe ein hohes Maß an Disziplin gefordert, erinnert sich Schmidt. Seinen Akku tanke er durch Nichtstun auf: „Das Selbstgespräch ist für mich doch mit das Allerwichtigste und da stehe ich, glaube ich, auch in der Tradition des Alten Testaments. Also, das war doch diese Abteilung, wo man dann in die Wüste zurückging und erleuchtet zurückkam, nicht?“

Er glaube daran, „dass es etwas gibt, was größer ist als wir, und das gibt mir doch eine große Gelassenheit und Beruhigung“. Dazu gehöre auch der Glaube an das ewige Leben. Wenn man von Ewigkeit zu Ewigkeit denke, „sollte man sich nicht mit allzu viel belasten, für die Jährchen, die wir hier auf Erden wandeln“. Beim regelmäßigen Gebet versuche er, neben dem „Vaterunser“, in den Dialog mit Gott zu treten, sagte Schmidt. Das Schöne sei, dass „im Haus des Herrn“ viele Menschen Platz hätten und die Türen offen seien.

Keine Witze über den Islam

In einem Interview mit dem österreichischen Magazin profil sagte der Schauspieler im Juli, er würde nie Witze über den Islam machen. „Weil mir früh klar war, dass Satire etwas für eine gewisse westliche Klientel ist, und dass es sinnlos ist, da zu missionieren. Ich lasse mir auch sofort Feigheit vorwerfen, aber ich meine, ich bin Conférencier und kein Heldendarsteller.“ Auf die Frage, ob er eine Autobiografie plant, sagt Schmidt: „Um Gottes willen! Meine Autobiografie liegt elektronisch vor. Ich behaupte, meine 2.000 Shows sind meine Autobiografie. Da habe ich unglaublich viel verheizt.“ (pro)

Von: js

]]>
Fri, 18 Aug 2017 15:51:00 +0200
<![CDATA[Deutsche Unternehmerin erhält die LutherRose 2017]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/18/deutsche-unternehmerin-erhaelt-die-lutherrose-2017/ Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der TRUMPF GmbH + Co. KG, erhält in diesem Jahr die LutherRose für gesellschaftliche Verantwortung und UnternehmerCourage der Internationalen Martin-Luther-Stiftung (IMLS). Dies gab die Stiftung in einer Pressemitteilung bekannt. Die Preisträgerin habe sich „in beispielgebender Weise mit ihrem Leben und beruflichen Wirken die reformatorische Tradition von Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl eingesetzt“, begründet IMLS die Entscheidung.

Leibinger-Kammüller habe den führenden Hersteller von Werkzeugmaschinen erfolgreich durch die Weltwirtschaftskrise geführt und dabei auf jegliche Entlassungen verzichtet. Auch für die Einführung innovativer Arbeitszeitmodelle, welche gezielt auf die persönlichen, beruflichen wie privaten Bedürfnisse der Angestellten eingehen, würdigt IMLS die Preisträgerin. „Werteorientierung und wirtschaftliches Denken sollten auch heute so miteinander verbunden sein, wie dies einmal dem Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft entsprach“, meint die Unternehmerin selbst. Sie sei durch den christlichen Glauben geprägt und inspiriert.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Jubiläumskonferenz zum zehnjährigen Bestehen der Internationalen-Martin-Luther-Stiftung am 22. und 23. Oktober auf der Wartburg bei Eisenach statt. Seit 2008 vergibt IMLS den Preis, eine Nachbildung eines Details aus einem mittelalterlichen Glasfenster der Erfurter Augustinerkirche, an Menschen, die sich im Sinne der reformatorischen Tradition besonders für die Gesellschaft einsetzen. (pro)

Von: dem

]]>
Fri, 18 Aug 2017 15:46:00 +0200
<![CDATA[Regierung sperrt Internetseite der Deutschen Welle]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/08/18/regierung-sperrt-internetseite-der-deutschen-welle/ Die Deutsche Welle muss aktuell auf ihr Informationsportal „Qantara.de“ verzichten. Ägyptens Regierung hat die Seite gesperrt, auf der politische, kulturelle und gesellschaftliche Fragen diskutiert werden. Laut einer Pressemitteilung der Deutschen Welle prüfe und verifiziere die Regierung seit zwei Monaten alle Internetportale in Ägypten.

Der Vorsitzende des Medienausschusses des ägyptischen Parlamentes, Osama Heikal, erklärte auf telefonische Anfrage der Deutschen Welle, dass seither viele Portale wegen Verstößen gegen die Vorschriften gesperrt worden seien. Dies könne durchaus auch Portale aus dem Ausland betreffen, die sich mit ägyptischen Angelegenheiten beschäftigen.

Ägyptische Regierung zunehmend hysterisch

Die deutsche Übersetzung der Internetseite bedeutet Brücke. Ziel der Initiatoren ist es, offen und mit gegenseitigem Respekt den Dialog zu suchen und dabei strittige Themen nicht auszuklammern. Eine Datenbank informiert über wichtige Projekte zum Islam-Dialog. Für den Menschenrechtler und Direktor des „Arabic Network for Human Rights Information“, Gamal Eid, wird „das Vorgehen der ägyptischen Sicherheitsbehörden gegen kritische Medien zunehmend hysterisch“.

Der Sprecher der Deutschen Welle, Christoph Jumpelt, fordert die Regierung dazu auf, die Seite unverzüglich in allen drei Sprachen freizuschalten. Er sieht in der Maßnahme der Regierung den Teil einer „fortgesetzten Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit“. 2015 war der Sender schon einmal ins Visier der ägyptischen Behörden geraten. Damals hatte die Regierung Druck auf den Sender ONTV ausgeübt. Er wurde gezwungen, die gemeinsam mit der Deutschen Welle produzierte gesellschaftskritische Sendung „Women at a Turning Point“ abzusetzen, die von der ägyptischen Journalistin Reem Maged moderiert wurde.

Wie der Sender in seiner Pressemitteilung schreibt, betreiben von der Regierung gelenkte Medien in Ägypten eine gezielte Kampagne. In Zeitungsartikeln und TV-Sendungen würden immer wieder absolut haltlose Vorwürfe gegen den deutschen Auslandssender erhoben und sogar einzelne seiner Mitarbeiter diffamiert. Die ägyptische Regierung hat seit Mai 2017 inzwischen über 120 kritische Internetportale gesperrt.

Neben der Deutschen Welle verantworten das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Bundeszentrale für politische Bildung die Seite, die seit 2003 auch vom Auswärtigen Amt gefördert wird. (pro)

Von: jw

]]>
Fri, 18 Aug 2017 14:43:00 +0200
<![CDATA[Gut besetzter Spielfilm zum Völkermord an den Armeniern]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2017/08/18/gut-besetzter-spielfilm-zum-voelkermord-an-den-armeniern/ Eine Filmkritik von Jörn Schumacher]]> Die damalige osmanische Regierung in Istanbul hatte am 24. April 1915 mit der Vertreibung und Vernichtung des armenischen Volkes begonnen, bei der bis zu 1,5 Millionen Menschen starben. Die Armenier bildeten nach den Griechen die zweitgrößte christliche Minderheit im Osmanischen Reich. Bis heute lehnt es die türkische Regierung ab, dies als Völkermord zu bezeichnen. Zum Gedenken des Verbrechens 100 Jahre später gedachte der Deutsche Bundestag im Jahr 2015 den Armeniern und erklärte das Geschehen im Juni 2016 offiziell als Völkermord.

Doch wenigen sind die Hintergründe des Genozids bekannt. Nun bringt der Film „The Promise: Die Erinnerung bleibt“ Licht ins Dunkel. Er erzählt in teilweise romantischer Art die Geschichte einer Frau, in die zwei Männer verliebt sind. Der junge Armenier Mikael will in Istanbul Medizin studieren. Als der Weltkrieg ausbricht, werden Armenier wie Mikael und seine Familie wie Aussätzige behandelt. Mikael wird gespielt von Oscar Isaac, der aus „Inside Llewyn Davis“ und „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ bekannt ist.

Mikael verliebt sich in die Tanzlehrerin Ana, gespielt von Charlotte Lebon („The Walk“). Doch Ana ist bereits verlobt, und zwar mit dem amerikanischen Journalisten Chris Meyers, der für die Associated Press aus der Türkei und schließlich intensiv über den Genozid an den Armeniern berichtet. Gespielt wird die Rolle von Christian Bale („The Dark Knight“, „American Hustle“). Als Regisseur konnte Terry George gewonnen werden, der für den dreifach Oscar-nominierten Film „Hotel Ruanda“ (2004) verantwortlich ist.

Filmproduzent mit armenischer Abstammung

Die Liebesgeschichte wird als Leitfaden verwendet, um die furchtbaren Vorkommnisse des Jahres 1915 nachzuzeichnen. Das gelingt auch exzellent, doch leider tritt die verwickelte Dreiecksbeziehung zu sehr in den Vordergrund. Wirklich historische Hintergründe werden in „The Promise“ dem Zuschauer nicht aufgezeigt, etwa inwiefern der Hass auf die Armenier im türkischen Volk verwurzelt war, oder welche politischen Entscheidungen gegen sie getroffen wurden. Der Glaube, der muslimische bei den Türken, und der christlichen bei den Armeniern, wird so gut wie nicht thematisiert. Lediglich ein armenischer Gottesdienst in einer Kirche wird gezeigt, der auf die weitere Handlung des Films aber keinen Einfluss hat.

Einer der wenigen historischen Bezugspunkte ist der amerikanische Botschafter im Osmanischen Reich, Henry Morgenthau. Verkörpert wird der durchsetzungsfähige Retter in der Not und die moralische Instanz in Zeiten der Ungerechtigkeiten vom amerikanischen Schauspieler James Cromwell, der aus vielen Nebenrollen bekannt ist („Ein Schweinchen namens Babe“ oder „Star Trek: Enterprise“) – allerdings nur in einigen wenigen Szenen. Ebenso erscheint plötzlich an zwei kurzen Stellen Jean Reno, immerhin einer der bestbezahlten Schauspieler Frankreichs.

Wer eine geschichtlich Einordnung des Völkermords an den Armeniern bekommen möchte, wird bei „The Promise“ eher enttäuscht. Dafür tritt die Liebesgeschichte, die man am ehesten mit einem Hin und Her zusammenfassen könnte, zu sehr in den Vordergrund. Außerdem werden die Armenier etwas zu sehr romantisiert dargestellt und in den Himmel gehoben, während die meisten Türken verteufelt werden. Der Charakter des amerikanischen Journalisten Chris wirkt leider etwas unrealistisch, überhöht als an allen Orten selbstaufopfernder Held, den es so wohl nie gegeben hat. Offenbar war es notwendig, dass seine (armenische) Frau fremdgeht, um zu zeigen, dass Chris selbst dann noch zum armenischen Volk (und zu seiner Frau) hält, obwohl er selbst kein Armenier, nur Gast im Land ist und jederzeit wieder zurück ins sichere Amerika reisen könnte.

Die 100 Millionen Dollar teure Produktion ist technisch gut gemacht und kann das Publikum auch als Liebesfilm überzeugen, allerdings zieht sich der 133 Minuten lange Film an einigen Stellen. Dennoch wird der Film wohl in seiner Nische bleiben. Am ersten Wochenende nach dem Start spielte er in den USA nur magere 4,1 Millionen Dollar ein. Doch die Geschichte des Völkermordes an den Armeniern muss weitererzählt werden, und daher ist „The Promise“ ein wichtiger Film, der das verhältnismäßig hohe Budget verdient hat.

Treibende Kraft hinter der Produktion war der Multimilliardär Kirk Kerkorian. Er wurde 1917 in Kalifornien als Sohn armenischer Immigranten geboren, war Besitzer zahlreicher Hotels in Las Vegas und einer der wichtigsten Investoren der Film- und Automobilindustrie. 1969 übernahm Kerkorian Metro-Goldwyn-Mayer (MGM). Kurz vor seinem Tod verwirklichte er seinen Wunsch, einen Film über den Völkermord zu finanzieren. Er starb im Juni 2015 im Alter von 98 Jahren. Zu seinem Vermächtnis gehört, dass durch „The Promise - Die Erinnerung bleibt“ noch viel mehr Menschen erfahren, welche Grausamkeit die Armenier durch die Türken erleiden mussten. (pro)

„The Promise - Die Erinnerung bleibt“, 133 Minuten, Kinostart: 17. August 2017, Regie: Terry George

Von: js

]]>
Fri, 18 Aug 2017 14:11:00 +0200
<![CDATA[Trump enttäuscht, Obama lässt hoffen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/08/18/trump-enttaeuscht-obama-laesst-hoffen/ Ein Zwischenruf von Stefanie Ramsperger]]> In der amerikanischen Stadt Charlottesville im Bundesstaat Virginia ist ein Neonazi bei rechtsextremen Ausschreitungen in eine Menschengruppe gefahren. Eine Frau starb dadurch.

Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, reagierte über Twitter mit einem Zitat Nelson Mandelas: „Niemand hasst von Geburt an jemanden aufgrund dessen Hautfarbe, dessen Herkunft oder dessen Religion.“ Der amtierende Präsident, Donald Trump, teilte sich ebenfalls über Twitter mit: Er teilte ein Bild von einem Zug, der einen Mann auf den Gleisen rammt. Auf dem Zug steht „Trump“, der Kopf des Mannes ist vom CNN-Logo überdeckt.

Als wir in der Redaktion darüber diskutierten, ob wir diese Aktion des Präsidenten auf unserer Webseite melden sollten, argumentierte eine Kollegin, dass davon doch wohl kaum jemand überrascht sei. Vor einigen Wochen hatte Trump ein Video von einem Wrestlingkampf aus dem Jahr 2007 getwittert, an dem er teilgenommen hatte. Den Kopf des Mannes, den er dort verprügelt, hatte er ebenfalls vom CNN-Logo überdeckt. Der Sender damals sinngemäß: ‚Es ist ein trauriger Tag, wenn der US-Präsident zu Gewalt gegen Reporter ermuntert.’ Und überhaupt, so die Kollegin, sei es doch mittlerweile außergewöhnlich, wenn der Präsident NICHT durch Aktionen auffalle, die taktlos und unangemessen seien.

Sie hat recht. Seit Trump an der politischen Spitze der USA steht, sind viele Dinge normal geworden, die vorher undenkbar gewesen wären. Aber gerade deswegen ist es umso wichtiger, sich immer wieder deutlich zu distanzieren: Die rechte Gewalt von Charlottesville ist schrecklich. Sie muss als solche benannt und verurteilt werden, und es ist schlimm, dass der Präsident es zunächst versäumt hat, dies zu tun. Dass er darüber hinaus noch mit vermeintlich lustigen Twitter-Bildchen Gewaltassoziationen provoziert, ist ein absolutes No-go.

Was Hoffnung macht, ist, dass Barack Obamas und nicht Donald Trumps Tweet alle Rekorde auf Twitter gebrochen hat: Deutlich über drei Millionen Menschen haben ihm mit einem „Like“ ihre Zustimmung ausgedrückt. (pro)

Von: str

]]>
Fri, 18 Aug 2017 12:16:00 +0200
<![CDATA[Kirchen reagieren auf Terroranschlag in Barcelona]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/18/kirchen-reagieren-auf-terroranschlag-in-barcelona/ „Der Papst betet für die Opfer dieses Attentates und möchte dem ganzen spanischen Volk seine Nähe ausdrücken, besonders den Verletzten und den Familien der Opfer.“ Mit diesen Worten hat der Vatikan-Sprecher Greg Burke für den Vatikan auf den Terroranschlag in Barcelona reagiert.

Annette Kurschus, stellvertretende Vorsitzende des Rates der EKD und Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, zeigte sich enttäuscht: „Wieder wurde wahllos gemordet, wieder schreien Schmerz und Hass zum Himmel. Erschreckend sind die Parallelen: Aus dem gleichen Ungeist abgründiger Menschenverachtung und mit der gleichen Methode blindwütiger Gewalt wurde gemordet – Paris, Berlin, London und jetzt in Barcelona und Cambrils. Angst und Wut greifen auch nach uns. Darauf setzen die Attentäter. Lassen wir die Saat nicht aufgehen! Beten wir für die Toten und alle, die um ihr Leben kämpfen, für die Angehörigen, die Rettungs- und Sicherheitskräfte, für Politiker und Wähler. Worte und Taten der Menschlichkeit zählen - gerade jetzt!.“ Bezogen auf die Jahreslosung 2017 sagte sie: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Jesus sagt: „Fürchtet euch nicht!“

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) nahm Anteil an der Tat. Der Zweite Vorsitzende Siegfried Winkler erklärte: „Wir beten für die Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und den Medien, dass sie weise Entscheidungen treffen, die den verunsicherten Menschen zur Hilfe werden.Der Anschlag in Barcelona lässt uns erneut bewusst werden, dass wir in einer zerbrechlichen Welt leben. Umso wichtiger ist die Gewissheit, dass Gott diese Welt und jeden einzelnen Menschen in seiner Hand hat.“ Zugleich wolle die DEA Christen ermutigen, „sich bewusst zu sein, dass wir Gottes Hoffnungsträger in dieser Welt sind und dies in Wort und Tat zu leben“, sagte Winkler.

Der Autor und Theologe Martin Dreyer erlebte den Anschlag hautnah. Er ist mit seiner Familie in Barcelona im Urlaub. Mehrere Stunden nach der Tat seien Hubschrauber über der Unterkunft der Familie gekreist. „Am nächsten Morgen waren die Straßen gespenstisch leer, sogar im sonst gut besuchten Supermercado war ich der einzige Besucher“, berichtet Dreyer. Die Familie hätte jedoch beschlossen, sich nicht den Urlaub „von diesen hirnlosen IS-Attentätern“ verderben zu lassen. „Die wollen doch nur Angst verbreiten, da machen wir nicht mit. Jesus sagt schließlich auch: ‚Fürchtet Euch nicht!‘ Darum sind wir am nächsten Tag ganz normal ins Aquarium gefahren und hatten eine gute Zeit“, sagt er.

Auf der berühmten Flaniermeile Las Ramblas, mitten in der Innenstadt der katalanischen Metropole, war ein Lieferwagen am Donnerstagnachmittag in die Menschenmenge gerast. Bisher bestätigte der katalanische Innenminister Joaquim Forn 13 Tote und mehr als 50 Verletzte. Die katalanische Polizei teilte am Abend auf Twitter mit, ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

Schulz: Feiger Anschlag auf unsere Werte

Die Bundesregierung hat sich erschüttert gezeigt. „In tiefer Trauer sind wir bei den Opfern des widerwärtigen Anschlags in #Barcelona - in Solidarität + Freundschaft an d. Seite der Spanier“, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat ebenfalls entsetzt auf den Terroranschlag in Barcelona reagiert. Er bezeichnete die Ereignisse als einen „feigen Anschlag auf unsere Werte! Meine Gedanken sind bei Opfern und Angehörigen.“

Nach dem Terroranschlag haben die Bürgermeister von Paris und Nizza ihre Solidarität mit der spanischen Stadt bekundet. Fußball-Profi Ronaldo schrieb: „Bin bestürzt über die Nachrichten, die aus Barcelona kommen. Alle Unterstützung und Solidarität den Familien und Freunden der Opfer!“

EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb: „Ganz Europa steht an der Seite Barcelonas. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und allen, die von diesem feigen Angriff auf Unschuldige betroffen sind.“ (pro)

Von: jw

]]>
Fri, 18 Aug 2017 11:36:00 +0200
<![CDATA[Thomas Rachel: Konservative dürfen nicht heimatlos werden]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/08/17/thomas-rachel-konservative-duerfen-nicht-heimatlos-werden/ Konservative finden in der Kirche „vielleicht nicht immer genug“ Gehör. Das hat Thomas Rachel, CDU-Politiker und Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland, am Donnerstag in einem Interview mit der Zeit-Beilage Christ & Welt geäußert. Dabei stellten Konservative in den Gemeinden vor Ort oft die Mehrheit dar. In einigen kirchlichen Gremien seien konservative Meinungen allerdings häufig unterrepräsentiert.

Diejenigen, die sich in Gemeinden „aus einem frommen oder konservativen Weltbild engagieren“, hält Rachel für wertvoll für die Kirche. Sie dürften auf keinen Fall in eine Position der Rechtfertigung gedrängt werden. „Dass die frommen und bürgerlichen Gemeindemitglieder nicht heimatlos werden, wird vielleicht eine der größten Herausforderungen der evangelischen Kirche in den nächsten Jahren“, meint der parlamentarische Staatssekretär für Bildung und Forschung.

Deshalb ist Rachel gegen die „Ehe für alle“

Im Interview äußerte sich Rachel außerdem zu seiner Ablehnung der „Ehe für alle“. Als einziges Mitglied im fünfzehnköpfigen EKD-Rat hatte sich der Politiker vor der Bundestagsabstimmung öffentlich gegen die Umdefinierung der Ehe ausgesprochen. „Für mich ist wichtig, dass aus einer Ehe auch Kinder erwachsen können. Sie ist seit Jahrtausenden eine christliche Tradition und eine auf Lebenszeit angelegte Verbindung von Mann und Frau", erklärte Rachel nun gegenüber Christ & Welt.

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der Union deutete an, dass er nicht der Einzige im Rat der EKD sei, der diese Auffassung vertrete. Die Meinungsvielfalt sieht er als Spiegel des Pluralismus, der den Protestantismus auszeichne. „Entscheidend ist, wie wir mit unterschiedlichen Meinungen umgehen“, meint Rachel. Er warnt die Kirche allerdings davor, sich dabei nicht in Gruppen und Lager aufzuspalten.

An konservative Gemeindemitglieder appelliert er: „Engagiert euch in unserer Kirche, damit auch eure Art, den Glauben zu leben oder die Bibel in den Mittelpunkt zu stellen, in der evangelischen Kirche Gewicht erhält!“ (pro)

Von: dem

]]>
Thu, 17 Aug 2017 16:28:00 +0200
<![CDATA[Drei DVDs von „Die Hütte“ zu gewinnen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2017/08/17/drei-dvds-von-die-huette-zu-gewinnen/ Mack (Sam Worthington) und Nan (Radha Mitchell) betrauern den Tod ihrer Tochter Missy (Amélie Eve). Missy ist auf einer Kanutour entführt worden. Spuren in einer Schutzhütte, unweit des Camping-Ortes der Familie, deuten deutlich auf ihre Ermordung hin. Einige Jahre später erhält der schwer vom Schicksal gebeutelte Vater Mack einen Brief. Der unbekannte Absender, der ihn in die Hütte des wahrscheinlichen Verbrechens einlädt, stellt sich als Gott (Octavia Spencer) heraus. Jesus (Aviv Alush) und der Heilige Geist (Sumire Matsubara) sind auch zugegen. Das Treffen von Mack mit Gott spendet dem trauernden Vater Trost.

Der Film „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“, der im englischen Original „The Shack“ heißt, basiert auf dem gleichnamigen Roman, der 2007 erschien. Der kanadische Autor William Paul Young führte damit 70 Wochen lang die Bestsellerliste der New York Times an. Namhafte Hollywooddarsteller brachten das weltweit über 10 Millionen Mal verkaufte Buch Anfang dieses Jahres auf die Leinwand. Jetzt ist der Film auch auf DVD erhältlich.

Wir verlosen drei DVDs von „Die Hütte“. Wer gewinnen möchte, schreibt uns bis zum 18. August, um 23 Uhr, eine E-Mail mit dem Betreff „Die Hütte“ und seiner/ihrer Postadresse. Die Gewinner werden in der kommenden Woche benachrichtigt. (pro)

Von: sz

]]>
Thu, 17 Aug 2017 15:17:00 +0200
<![CDATA[Islamkritisches YouTube-Video gelöscht]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/08/17/islamkritisches-youtube-video-geloescht/ Das Videoportal YouTube hat ein Video, das sich kritisch mit dem Islam befasst, gelöscht. Bis zum 8. August hatten fast 50.000 Nutzer das Video gesehen. Seit dem 14. August steht es nicht mehr online. Die Islamkritiker Hamed Abdel-Samad und Henryk M. Broder besuchen in dem Film die Frauenrechtlerin Seyran Ateş in ihrer liberalen Moschee. Der Anwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel veröffentlichte das gelöschte Video auf seiner Facebook-Seite.

Der Islamist Eyad Hadrous hatte das Video des Kanals „Achgut.Pogo“ bei YouTube gemeldet. Er sieht Verstöße gegen das Urheberrecht. Das Video zeigt ihn bei einer seiner Reden. Diese „Stellen sind offiziell als Zitate mit Quelle gekennzeichnet – mit dem eindeutigen Hinweis auf eine Predigt, die bei YouTube abrufbar war“, schreibt die Bild-Zeitung. Das Video mit der Predigt selbst ist weiterhin abrufbar.

Broder und Abdel-Samad stellen in dem Video die liberalen Moschee von Ateş vor. Dort müssen Frauen keine Kopftücher tragen und dürfen gemeinsam mit Männern beten. Ateş selbst ist Imamin. Weil dies vielen Islamisten zu liberal ist, wird sie ständig bedroht. Die Bild-Zeitung ist verwundert, dass derselbe Inhalt, nur in anderer Verpackung in einem anderen Video weiterhin zu sehen ist. Konsequenterweise müsse Hadrous dieses Video dann auch sperren lassen, schreibt das Blatt.

„YouTube macht sich freiwillig zum Vollstrecker“

In seiner Rede kritisiert er nicht nur Ateş als weibliche Hadrous. In der Religion seien Frauen den Männern überlegen und Gleichberechtigung nicht gewünscht. Ein Mann dürfe auch nicht von seiner Frau im Gebet geführt werden, sagt er. YouTube selbst bestätigt, dass Hadrous gefordert hat, dass das Video deaktiviert wird.

Das Bild-Zeitung kritisiert, warum Hadrous sich nicht zitieren lassen möchte. Für Broder ist der Fall klar. In einem Beitrag für „Die Achse des Guten“ bemängelt er, dass in Deutschland zuerst gelöscht und dann geprüft werde: „Wenn es Islamisten so leicht gemacht wird, denen einen Maulkorb umzuhängen, die ihr Denken und Handeln öffentlich machen, dann nutzen sie das natürlich aus. Und YouTube macht sich bereitwillig zum Vollstrecker.“

Um das Video entsperren zu lassen, müsste „Achgut.Pogo“ mit einer Gegendarstellung alle seine persönlichen Daten an den Beschwerdesteller übermitteln und preisgeben. Die Konsequenzen dieses Schritts bekam die Konvertitin Sabatina James zu spüren. Ihre persönlichen Daten wurden mit einem Bild im Fernsehen und auf den Webseiten von Al Kaida veröffentlicht. In den Beiträgen war der eindeutige Hinweis enthalten, dass sie sich um ihr Leben fürchten müsse. Seitdem steht sie unter Begleitschutz - wie Seyran Ateş und Hamed Abdel-Samad auch. (pro)

Von: jw

]]>
Thu, 17 Aug 2017 15:06:00 +0200
<![CDATA[Hoffnungsbotschaften aus Guam]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/08/17/hoffnungsbotschaften-aus-guam/ Guam, eine kleine Insel im Pazifik, ist zurzeit Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Nordkorea und den USA. Sie ist außerdem Standort einer Station des Radio-Missionswerks „Trans World Radio“ (TWR). Und dieses lässt sich von den politischen Spannungen nicht unterkriegen. „Auf den Notfall sind wir vorbereitet. Ansonsten machen wir weiter Radio“, erklärt Grant Hodgins, der zuständige Leiter der Station von TWR in Guam.

27 Menschen unterschiedlicher Herkunft arbeiten momentan in der Sendestation. Sie sorgen dafür, dass das Evangelium die Menschen in Asien erreicht. „Guam spielt eine entscheidenden Rolle, da dessen Lage es TWR ermöglicht, Christi Stimme der Hoffnung, des Lebens und der Barmherzigkeit überall in einer Region zu verbreiten, die unter der Konstanz von Tsunamis, Erdbeben, Armut, starkem Drogenhandel und -konsum und Menschenhandel leidet“, heißt es auf der Webseite des Missionswerks. Seit mehr als 40 Jahren sendet TWR von der Insel aus Nachrichten und Glaubensbotschaften in 18 verschiedenen Sprachen.

Trotz Bedrohung Vertrauen auf Gott

Angesichts der aktuellen heiklen Lage zeigt sich das Team entspannt. „Auch wenn wir derzeit etwas besorgt sind, wissen wir doch, dass alles unter Gottes Kontrolle ist. Darauf verlassen wir uns und bleiben ruhig“, sagt Hodgins im Interview mit ERF Medien, Partner der Radiomission. Alle Mitarbeiter gingen wie immer ihrer Arbeit nach und versuchten, den Alltag möglichst normal zu gestalten.

Auf globale Vorfälle, egal ob Naturkatastrophen wie Taifune und Erdbeben oder militärische Angriffe, ist die Sendestation nach eigenen Angaben gut vorbereitet. Für den Fall, dass die Stromversorgung ausfällt, besitzt sie beispielsweise Generatoren, mit denen sie weitersenden kann. Außerdem gibt es eine spezielle Frequenz, über die TWR in Notfällen sendet, um die Bevölkerung zu informieren, etwa um ihnen zu sagen, wie sie sich verhalten sollen und wohin sie gehen können. Den Sender am Laufen zu halten, habe immer Priorität. „Wir tun alles, was wir tun können und müssen. Wir erledigen unseren Auftrag und vertrauen auf Gott“, beschreibt der Leiter die Arbeit des Radios.

Sendungen stärken verfolgte Christen

Immer wieder erhält TWR dankbare Rückmeldungen – auch von verfolgten Christen in Nordkorea, die den Sender heimlich empfangen. „Trotz Verfolgung und Unterdrückung schreiben sie uns, dass die täglichen Radiobotschaften sie im Glauben stärken und ihnen helfen, den Drangsalen zu widerstehen und an der Hoffnung festzuhalten“, erzählt Claudia Schmidt, Vorstandsreferentin International von ERF Medien. Die christlichen Sendungen zu hören, ist in unfreien Ländern oftmals die einzige Möglichkeit für Gläubige, das Evangelium zu hören. So schreibt ein Hörer beispielsweise: „Wir haben keine Kirche oder Gemeinschaftsraum. Das Radio gibt uns die Möglichkeit, Gottesdienste zu feiern.“

Der Leiter auf Guam, Hodgins, bittet um Gebete für die Menschen im Pazifik, die mit der schwierigen Situation zu kämpfen haben: „Betet, dass sie friedlich hier weiterleben und auf Gott schauen können, dass sie wissen, dass er sich um die Belange kümmert.“ Aber er betont, dass nicht nur die Inselbewohner Gebet brauchen, sondern auch die Länder China, Indien, Japan, Nord- und Südkorea sowie ihre Staatschefs.

Die Vereinigten Staaten unterhalten auf Guam einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt mit etwa 6.000 stationierten Soldaten. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hatte in der vergangenen Woche gedroht, bis Mitte August Pläne für einen Raketenangriff auf die Halbinsel fertigzustellen. Diese Aussage hat der Staatschef laut Zeit Online vorerst wieder zurückgenommen, Anspannungen bleiben allerdings weiterhin bestehen. Laut ERF Medien will TWR seine Mission erfüllen und die Menschen weiterhin mit notwendigen, aber auch mutmachenden Informationen versorgen. (pro)

Von: dem

]]>
Thu, 17 Aug 2017 14:52:00 +0200
<![CDATA[Strafrechtler: Migranten müssen Autorität von Richterinnen akzeptieren]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/17/strafrechtler-migranten-muessen-autoritaet-von-richterinnen-akzeptieren/ Der Strafrechtsexperte Eric Hilgendorf sieht beim Umgang von Flüchtlingen mit der hiesigen Rechtskunde Probleme, da sie in anderen Kulturen und Rechtsordnungen aufgewachsen sind. Der Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht an der Universität Würzburg führt im Interview mit der Zeitung Die Welt unterschiedliche Herausforderungen an, wie etwa das Verhältnis von Männern und Frauen. „Es ist ein riesiges Problem, wenn Migranten gerade aus dem muslimischen Bereich die Autorität von Richterinnen, Polizistinnen, Staatsanwältinnen nicht akzeptieren.“

Zudem sieht Hilgendorf „eine gewisse Tendenz zu Antisemitismus unter einigen Neuankömmlingen“ als ein Problem. Dies passe nicht zu Deutschland. Auch die Haltung zu Homosexuellen sei für manche Flüchtlinge eine Herausforderung in Europa. „Für so etwas haben viele Menschen aus dem arabischen Kulturraum gar kein Verständnis“, erklärt der Strafrechtsexperte.

Problem: Beschimpfung von Juden

Ein Problem sieht der Jurist auch im „ablehnende[n] Verhältnis einiger muslimischer Migranten zu Menschen, die per se ungläubig sind, also Religion ablehnen“. Dies seien „grundlegende Hinternisse, mit unserer Sozialmoral zurechtzukommen“. Ein Kleines sei im Verhältnis dagegen die Frage, ob Frauen im öffentlichen Raum ein Kopftuch tragen dürfen.

Hilgendorf beschreibt unterschiedliche Mentalitäten, die nicht gleich strafrechtlich relevant seien. „Aber sie könnten leicht dazu werden.“ Schwierig werde es, wenn Juden beschimpft oder Anweisungen von Polizistinnen nicht folge geleistet würden. „Die strafrechtlich relevanten Fälle kommen nur von einer kleinen Zahl von Migranten. Aber das reicht aus, um Ärger zu machen.“

Lösung: Kontakt mit selbstbewussten Frauen aus dem Westen

Der Strafrechtler sieht eine Lösung für das Problem in einem „verpflichtenden Werteunterricht in Schulen, in dem auch kritisch über Religion gesprochen wird, aber Religion nicht gepredigt wird, einen Unterricht, der von allen – Muslimen, Christen, Atheisten, Jungen und Mädchen besucht werden muss“. Es brauche Ausbildung, Aufklärung und „Kontakt mit selbstbewussten jüngeren Frauen aus dem Westen, die ihre Position deutlich machen“. (pro)

Von: mab

]]>
Thu, 17 Aug 2017 14:29:00 +0200
<![CDATA[Späte Bruderliebe nach Bergen-Belsen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/08/16/spaete-bruderliebe-nach-bergen-belsen/ Eine Rezension von Michael Müller]]> Izak Szewelewicz kommt im Überlebenden-Lager von Bergen-Belsen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zur Welt. Seine polnische Mutter Aida, welche die Nazis als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppten, schickt ihn als Kleinkind nach Israel. Dort wird er adoptiert. Bis ins Rentenalter erfährt er nicht, wer sein Vater ist und dass er einen jüngeren Bruder hat. Erst durch die Recherche seines Neffen Alon Schwarz, der den Dokumentarfilm „Aidas Geheimnisse“ darüber gedreht hat, kommen bislang unbekannte Tatsachen ans Licht. Die ARD hat den Film am Mittwochabend ausgestrahlt.

Es ist schon eine verzwickte, tief bewegende Familiengeschichte um den Israeli Izak. Seine eigene Familie wusste durch die Besuche der Mutter in Israel um das Schicksal seines jüngeren Bruders Shep. Sie hatte aber ihr Versprechen gegeben, es ihm nicht zu erzählen. Durch die Recherche des Dokumentarfilms erfährt Izak nun von seinem blinden Bruder, der in Kanada lebt. Es kommt dort zu einem bewegenden Wiedersehen. Aber das Treffen wirft viele neue Fragen auf: Warum gab ihre Mutter die beiden Kinder damals im Lager getrennt voneinander weg? Warum bemühte sie sich nicht später, als sie selbst nach Kanada ausgewandert war, um eine Familienzusammenführung? Haben die Brüder überhaupt den selben leiblichen Vater?

Wie beim Häuten einer Zwiebel

„Aidas Geheimnisse“ ist eine liebevoll inszenierte und technisch perfekt gemachte Dokumentation, die zu Tränen anrührt. Sie hat einen wundervoll orchestrierten Soundtrack, der leicht jazzig angehaucht ist und trotz der ernsten Thematik die Lebensfreude der Protagonisten betont. Es ist dabei nicht nur das späte Wiedersehen der Brüder, das bewegt. Vor allem der leidenschaftliche Einsatz der ganzen Familie, die Puzzleteile der lückenhaften Lebensgeschichten zusammenzusetzen, ist mitreißend. Wie beim Häuten einer Zwiebel legt der Film Schicht für Schicht die Hintergründe um die Ereignisse im Lager Bergen-Belsen frei, soweit sie noch recherchierbar sind.

„An dieses Kleine-Bruder-Ding muss ich mich erst noch gewöhnen“, scherzt Shep, der sofort mit seinem älteren Bruder Izak auf einer Wellenlänge kommuniziert. „Du hast das Glück, ihre Stimme zu hören“, motiviert Izak seinen blinden Bruder, der zögert, ihre Mutter zu treffen, weil er Angst vor Zurückweisung hat. Als die beiden sie in einem kanadischen Altenheim besuchen, brechen auch die Familienmitglieder hinter der Kamera in Tränen aus. Es ist der vielleicht größte Glücksmoment des Films, wenn die Brüder mit ihren Familien nach dem Besuch im Whirlpool des Hotels sitzen. Sie lassen den Tag Revue passieren, während es zu schneien beginnt.

Im KZ ein Stück der Seele verloren

Aber „Aidas Geheimnisse“ ist mehr als eine Familienzusammenführung. Der Film hinterfragt allgemein die Identität des Menschen, die sich natürlicherweise stark aus dem Leben der Eltern speist. Wie viel weiß man schon wirklich über deren Leben? Was ist wahr, was wurde weggelassen oder beschönigt? „Vater und Mutter haben in den Konzentrationslagern ein Stück ihrer Seele verloren“, sagt einmal Shep. Es sind schon außergewöhnliche Umstände, unter denen die beiden Söhne zur Welt kommen. Anhand von alten Filmaufnahmen amerikanischer Soldaten und verschollen geglaubten Fotoalben rekonstruiert die Dokumentation das Leben im Überlebenden-Lager in Bergen-Belsen. „Displaced Persons“ hießen diese Personen nach dem Zweiten Weltkrieg, Menschen ohne Heimat.

Der Film kann nicht alle Antworten geben, weil es für Mutter Aida zu schmerzhaft wäre, die ganze Wahrheit zu erzählen. Aber Regisseur Alon Schwarz befragt zusammen mit seinem Bruder Saul Schwarz viele Zeitzeugen, sichtet große Materialmengen in den Recherchezentren Europas und Israels. Einmal fantasiert er auch sehr wild und schön herum, wie es gewesen sein könnte. Was bleibt, ist die Erkenntnis, wie wertvoll und inspirierend auch eine so späte Familienzusammenführung für alle Beteiligten sein kann. (pro)

„Aidas Geheimnisse“, 88 Minuten, Alon und Saul Schwarz, läuft am Mittwoch, 16. August, um 22.45 Uhr in der ARD

Von: mm

]]>
Wed, 16 Aug 2017 16:27:00 +0200
<![CDATA[Pastor zu Freilassung: „Es ist ein Wunder, hier zu sein“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/08/16/pastor-zu-freilassung-es-ist-ein-wunder-hier-zu-sein/ Der kanadische Pastor Hyeon Soo Lim war zwei Jahre und sieben Monate in nordkoreanischer Haft. Vergangene Woche wurde der 62-Jährige aufgrund seines Gesundheitszustands überraschend freigelassen. Zurück in Kanada hat er von seiner Haft und der Freilassung berichtet. „Es ist für mich ein Wunder, hier zu sein“, sagte Lim laut der Zeitung The Guardian.

Der Geistliche vermutet, dass Pjöngjang ihn freiließ, um die zunehmenden Spannungen zwischen Nordkorea und den USA zu verringern. „Ich glaube, [Nordkoreas Machthaber] Kim Jong-un hat mich als eine Geste des guten Willens gehen gelassen, angesichts so vieler Rhetorik“, erklärte Lim.

Mehr als 2.000 Mahlzeiten in Isolation

Das Oberste Gericht warf Lim „staatsfeindliche Umtriebe“ und Missionierung vor und verurteilte ihn im Dezember 2015 zu lebenslanger Haft und Zwangsarbeit. Letztere sei körperliche Schwerstarbeit gewesen. Der Geistliche musste etwa im Winter Löcher aus dem gefrorenen Boden ausheben, die einen Meter tief und breit waren. Im Sommer musste er unter der brennenden Hitze arbeiten. Die harte Arbeit wirkte sich auf seinen Körper aus. Im Rahmen der Haft war er vier Mal im Krankenhaus, einmal davon zwei Monate lang.

Sein Essen nahm Lim stets alleine zu sich. „Vom ersten Tag meiner Inhaftierung bis zu dem Tag, an dem ich freigelassen wurde, aß ich 2.757 Mahlzeiten in Isolation.“ Für ihn war es schwer absehbar, wann und ob seine Haft ende.

Bibel und Propaganda

Lim habe im ersten Jahr seiner Gefangenschaft mehr als 100 Bücher gelesen und rund 300 Filme über Nordkorea gesehen. „Ich habe zudem die Bibel gelesen – sowohl in Englisch, als auch in Koreanisch, – fünf Mal – und mir mehr als 700 Verse eingeprägt.“ Und weiter: „Ich hatte Momente der Entmutigung, der Verbitterung und des Gemurres, die sich bald in Mut, Freude und Danksagung verwandelt haben.“

In dem Bericht heißt es, dass sich Kanada seit 2015 dauerhaft für Lims Freilassung eingesetzt hatte. Der Pastor dankte dafür. Er merkte an, dass die schwedische Botschaft eine wichtige Rolle bei seiner Freilassung gespielt habe, da Kanada selbst kein Büro und keine Vertretung in Nordkorea habe.

Für humanitäre Hilfsaktion ins Land gereist

Über 100 Mal war der kanadische Pastor vor seiner Festnahme in Nordkorea, um dort humanitäre Hilfe zu leisten. Im Januar vor zwei Jahren war er als Teil einer regulären humanitären Hilfsaktion in das Land eingereist.

Sechs Monate später bekannte er sich bei einer Pressekonferenz in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zu vermeintlich staatsfeindlichen Aktivitäten. Kritiker sprachen schon damals von einem erzwungenen Geständnis. „Sein Geständnis folgt dem typischen Muster. Es war inszeniert. Er wurde gezwungen, Dinge zuzugeben, die er nicht getan hat“, sagte Jan Vermeer von Open Doors damals gegenüber pro zur Verurteilung Lims.

Lim ist Pastor einer evangelischen koreanischen Gemeinde in Toronto. Er ist gebürtiger Südkoreaner und hat einen kanadischem Pass. (pro)

Von: mab

]]>
Wed, 16 Aug 2017 15:17:00 +0200
<![CDATA[Die neue pro ist da!]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/08/15/die-neue-pro-ist-da/ Im Wahlkampf ist den Politikern jedes Mittel recht – könnte man meinen, wenn man den letzten US-Wahlkampf verfolgt hat. Ist das auch hierzulande so? Im Christlichen Medienmagazin pro, das am Dienstag erscheint, gehen wir dieser Frage nach: Wie genau können automatisierte Programme anhand unserer Datenspuren im Internet analysieren, wie wir ticken? Wie effektiv sind passgenaue Wähleransprachen? Welche Mittel setzen die Parteien ein, um Stimmen zu gewinnen?

Parteien wollen auch offline überzeugen. pro-Redakteure haben deswegen über 600 Seiten Wahlprogramm gelesen und ausgewertet: Mit welchen Positionen wollen die Politiker punkten?

Terroristen vergeben

Frederick Gitonga ist 23 Jahre alt. Mit 21 Jahren hat er einen Terrorangriff überlebt, bei dem 148 andere Menschen ermordet wurden. Der Kenianer hatte sich unter seinem Bett versteckt und blieb von den Terroristen unentdeckt. Sein Überleben betrachtet er als Geschenk Gottes. Wie er trotz des schlimmen Erlebens vertrauensvoll und getröstet in die Zukunft schaut, können Sie ebenfalls in der aktuellen Ausgabe von pro lesen.

500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag an der Schlosskirche von Wittenberg ist viel über die Reformation zu lesen: Lutherjahr eben. Einen ganz besonderen Aspekt des damaligen Geschehens beleuchtet die neue pro: Martin Luther hatte so etwas wie einen „PR-Manager“. Dieser illustrierte und veröffentlichte dessen erste Übersetzung des Neuen Testaments und gab die neue Lehre auch in anderen Gemälden weiter. Dieser gute Freund Luthers hielt sich mit Polemik und deftigen Sprüchen nicht zurück – ebenso wenig wie Luther dies tat. In der pro erfahren Sie, wer dieser Mann ist und warum er auch privat eng mit Luther verbunden war.

Mehr aus dem Inhalt:

  • Ehe für alle: Ein Ausblick von Uwe Heimowski

  • Der Thologe von Schloss Bellevue: Chef des Bundespräsidialamtes Stephan Steinlein

  • „Christen können die Agenda rocken“: EU-Parlamentarier Manfred Weber

  • „Ich bin ein Journalist, der gern Bibel liest“: Kirchentagspräsident Hans Leyendecker

Dies und noch viel mehr können Sie in der vierten Ausgabe dieses Jahres im Christlichen Medienmagazin pro lesen. Bestellen Sie sich Ihr Exemplar kostenlos und unverbindlich unter der Telefonnummer 06441/915151, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online. (pro)

Von: pro

]]>
Tue, 15 Aug 2017 16:57:00 +0200
<![CDATA[Rassenhass in Amerika: Wie viel Schuld tragen weiße Christen?]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/08/15/rassenhass-in-amerika-wie-viel-schuld-tragen-weisse-christen/ Ausgangspunkt für die Unruhen in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia waren Pläne der Stadt, eine Statue von Robert E. Lee zu entfernen. Lee war Befehlshaber der Truppen der Südstaaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg für den Fortbestand der Sklaverei kämpften. Mehrere rechtsextreme Gruppierungen hatten sich um das Denkmal versammelt, um gegen den Abriss zu demonstrieren. Am Samstag gab es eine Gegendemonstration gegen die Rechten, von denen sich viele als „Alt Right“ bezeichnen. Viele von ihnen propagieren eine Ideologie der „white supremacy“, einer Höherstellung der Weißen über Schwarze. Der 20-jährige James Alex Fields Jr., fuhr – offenbar willentlich – am Samstag sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten. Dabei tötete er die 32-jährige Heather Heyer und verletzte 19 andere.

„Wie geht die Kirche mit Charlottesville um?“, fragte die Autorin Emma Green von der renommierten amerikanischen Zeitschrift The Atlantic. „Religionsgemeinschaften in Amerika kämpfen schon lange mit Rassismus innerhalb und außerhalb ihrer Reihen“, schreibt Green.

Nach der Gewalttat von Charlottesville erhoben viele christliche Leiter ihre Stimme gegen Gewalt, schreibt Green. „Doch auch viele Menschen wurden wütend auf weiße Christen, die mitschuldig sind an einer Kultur des systematischen Rassenhasses.“ Und dazu gehörten weiße sowie schwarze Christen, Liberale und Konservative. Ihnen erschienen zu viele Menschen zu passiv angesichts des um sich greifenden Fanatismus. „So wie man oft von Muslimen erwartet, dass sie Verantwortung übernehmen für Terror- und Gewaltakte von Glaubensgenossen, sehen viele Menschen auch bei weißen Christen eine Verantwortung für gewaltsatsame Rassisten, die von sich behaupten, den selben Glauben wie sie zu praktizieren.“

Lange keine deutliche Distanzierung Trumps

US-Präsident Donald Trump konnte sich zunächst zu keiner klaren Verurteilung der Gewalttat durchringen. Er verurteilte am Samstag allgemein „Hass und Fanatismus auf vielen Seiten“, wofür er stark kritisiert wurde. Erst am Montag berief er eine Pressekonferenz ein, auf der er eine Erklärung verlas, in der es heißt: „Rassismus ist böse.“ Darin nahm er auch Bezug auf den Glauben an Gott. „Egal, welche Hautfarbe man hat, wir leben alle unter dem selben Gesetz, und wir wurden alle vom selben allmächtigen Gott erschaffen.“ Weiter sagte Trump: „Wir sind vor den Augen unseres Schöpfer alle gleich.“

Cardinal Blase Cupich, Leiter der Erzdiözese von Chicago, der als enger Vertrauter von Papst Franziskus gilt, kritisierte, dass Trump in seiner ersten öffentlichen Reaktion lediglich allgemein Hass und Gewalt verurteilte, ohne die Neonazis in Charlottesville anzusprechen. „Wenn es um Rassismus geht, gibt es nur eins: dagegen stehen“, schrieb Cupich auf Twitter.

Russell Moore von der Southern Baptist Convention, die größte protestantische Konfession in den USA, twitterte: „Die so genannte Alt-Right-Bewegung und die Ideologie der 'white supremacy' sind anti-christlich und im Kern satanisch. Das sollten wir auch so sagen.“ Andere weiße christliche Leiter blieben eher vage in ihren Reaktionen, kritisiert Green. Der Evangelist Franklin Graham, Sohn des bekannten Billy Graham, schrieb auf Facebook, man solle für den Governeur von Virginia, Terry McAuliffe, und die Polizei beten, dass sie mit dem „Chaos und der Gewalt“ zurecht kommen. „Er sprach weder Rassismus noch white supremacy an“, stellt die Journalistin fest.

„Weist die Ideologie der white supremacy im Namen Jesu zurück!“

Die Pastorin Traci Blackmon von der Gemeinde „Christ The King“ in Florissant, die bei der Demonstration am Samstag vor Ort war, rief auf Facebook ihre Kollegen auf: „Wollt ihr nicht morgen den Gottesdienst mit einem Gebet für unsere Nation und speziell für die Menschen von Charlottesville beginnen? Betet ihr für die Verwundeten und die Familie der Angehörigen? Und werdet ihr die Ideologie der white supremacy beim Namen nennen und sie im Namen Jesu zurückweisen?“

Green schreibt, in dem Gottesdienst, den sie selbst am Sonntag in New Jersey besuchte, habe der Pastor einige Minuten vor der eigentlichen Predigt über die Vorfälle in Charlottesville gesprochen. Es habe ihn erschüttert, dass Amerikaner durch die Straßen gegangen seien und „Heil Hitler“ gerufen hätten. Der Pastor fügte hinzu: „Wir leben in einem politisch sehr geteilten Land, aber als Nachfolger Jesu müssen wir klarstellen, dass wir, egal, wie wir politisch denken, eine Ideologie zurückweisen, die Fanatismus, Hass, Gewalt und Diskriminierung verbreitet.“

Die Autorin schreibt: „Wie andere Religionen auch sind die amerikanischen Kirchen durch Rasse, Klassen und Bildung sehr verschieden. Diese de facto Trennung in den Gemeinden ist ein Grund dafür, warum sie weiterhin Probleme mit Rassismus haben.“ Jemar Tisby, Präsident des Reformierten Afroamerikanischen Netzwerks, schrieb in der Washington Post, manche weiße Pastoren seien am Sonntag nach den Unruhen still geblieben. „Sie machen aus dem Problem des Rassismus ein 'soziales' Problem und nicht zu einem Problem des Evangeliums.“ Er stellt fest, dass die meisten Leiter in christlichen Gemeinden weiterhin Weiße seien. „Evangelikale, die ihren Glauben für politische Zwecke missbrauchen, bleiben in der Kanzel und ihnen wird die Möglichkeit gegeben, rassistische Feindseligkeiten aufzubringen, verkleidet in 'rassisch neutraler' Sprache.“

Green schreibt, viele der Christen, auf die sich die Kritik bezieht, seien Anhänger Trumps. „Viele glauben, seine Wahl habe die Gruppen der white supremacy-Ideologie erst gestärkt. Sie machen weiße Christen dafür verantwortlich, dass so etwas passieren konnte. Über 80 Prozent der weißen Evangelikalen haben diesen Präsidenten gewählt, und 60 Prozent der weißen Katholiken. Im besten Fall haben Trumps Wirkung auf diese rassstischen Gruppen ignoriert.“

Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, hatten allerdings auch viele evangelikale Vertreter, darunter Berater von Präsident Trump, gegen die rechte Gewalt ihre Stimme erhoben. Pastor Samuel Rodriguez, der bei der Amtseinführung Trumps dabei war, sagte: „Ich verurteile die Kräfte des weißen Nationalismus, der 'white supremacy' und des Antisemitismus, die unser Land teilt. Und ich verurteile jeden, der sie für eine politischen Ziele missbraucht.“

Ronnie Floyd, ein leitender Pastor der Gemeinde Cross Church in Arkansas, der zu den evangelikalen Beratern Trumps gehört, erklärte, die Vorfälle in Charlottesville spiegelten in keiner Weise den christlichen Glauben nach seinem Verständnis wider „oder die Werte, für die die Nachfolger Jesu stehen“. Die Ideologie eines Höhergestelltsein einer weißen Rasse sei das Gegenteil von Jesu Lehre. „Er ruft uns dazu auf, einander zu lieben und zu dienen – unabhängig von der Hautfarbe, dem Geschlecht oder der Religion. Wir sollen unser Leben geben für unsere Freunde und sogar unsere Feinde lieben.“ (pro)

Von: js

]]>
Tue, 15 Aug 2017 15:22:00 +0200
<![CDATA[Juden fürchten Anstieg von Antisemitismus]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/15/juden-fuerchten-anstieg-von-antisemitismus/ Noch heute begegnen Juden Anfeindungen und Vorurteilen im Alltag. Viele von ihnen befürchten, dass der Antisemitismus in Deutschland in den kommenden Jahren noch zunehmen wird. Das geht aus der Studie „Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus“, die am Montag in Frankfurt am Main vorgestellt wurde, hervor.

Die Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) und das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld hatten eine Onlinebefragung mit 553 jüdischen Personen durchgeführt. Dabei beabsichtigten die Wissenschaftler, mehr über deren Wahrnehmung und Bewertung des Antisemitismus in Deutschland herausfinden. 85 Prozent der Befragten schätzen die Entwicklungen pessimistisch ein – sie äußerten Befürchtungen einer Zunahme der Judenfeindlichkeit. Ein Großteil ist vor allem angesichts der Zuwanderung von Flüchtlingen mit antijüdischen Einstellungen besorgt.

Diskriminierung in vielen Lebensbereichen

Von den Teilnehmern haben 62 Prozent im vergangenen Jahr Antisemitismus in Form „versteckter Andeutungen“ erlebt. Knapp ein Drittel hat Erfahrungen mit Beleidigungen und Belästigung gemacht. Wenige berichteten außerdem von körperlichen Angriffen aufgrund ihrer jüdischen Zugehörigkeit. „Viele der befragten Jüdinnen und Juden fühlen sich in unserer Gesellschaft verunsichert, denn Diskriminierung findet in vielen Lebenslagen statt – sei es in der Schule, dem Job oder bei Behördengängen“, erklärte die Frankfurter Diskriminierungsforscherin Julia Bernstein, eine der Autorinnen. Besonders aggressiven Formen des Antisemitismus begegnen Juden laut der Studie in Schulen. 91 Prozent wünschen sich, dass diese verstärkt über das Problem aufklären.

Am häufigsten haben die Befragten Anfeindungen im Internet und in sozialen Netzwerken, beispielsweise in Form von medialen Bildern, erfahren. Um sich vor Angriffen zu schützen, verschweigen sie oft ihre religiöse Identität – sowohl im Internet als auch im öffentlichen Leben.

Sollte der Antisemitismus in Zukunft tatsächlich weiter zunehmen, befürchten viele, damit allein gelassen zu werden. 71 Prozent der Berfragten fordern von der Bundesrepublik, mehr für die Sicherheit der in Deutschland lebenden Juden zu tun. „Die meisten Angehörigen der jüdischen Bevölkerung in Deutschland trauen sich nicht, ihren Glauben in der Öffentlichkeit auszuleben – die Angst ist zu groß, Opfer von psychischer und physischer Gewalt zu werden“, stellen die Autoren der Studie fest. (pro)

Von: dem

]]>
Tue, 15 Aug 2017 15:18:00 +0200
<![CDATA[„In den vergangenen zehn Jahren hat sich viel verändert“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/2017/08/15/in-den-vergangenen-zehn-jahren-hat-sich-viel-veraendert/ Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hat einen Artikel über den christlichen Erziehungsratgeber „Kinder Herzen erziehen“ des amerikanischen Pastors Tedd Tripp geschrieben. Sie wirft dem Buch vor, dass es sich um eine bis auf minimale Änderungen identische Neuauflage des Buches „Eltern, Hirten des Herzens“ handelt, das die Prüfstelle für jugendgefährdende Medien wegen Aufforderung zur körperlichen Züchtigung indiziert hat. Im Artikel stehen auch evangelikale Eltern kritisch im Fokus.

Ein Infokasten behauptet zum Beispiel, dass das Risiko, als Kind körperlich misshandelt zu werden, bei evangelikalen Eltern in Deutschland am höchsten sei. Der Artikel beruft sich dabei auf eine Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer, wonach jeder fünfte misshandelte Schüler aus einem evangelikalen Elternhaus komme. pro hat zu den Behauptungen der Süddeutschen Zeitung den evangelischen Theologen Tobias Faix befragt, der im Februar seine Studie über christliche Erziehung vorgestellt hat.

Differenzierung ist wichtig

Faix rät bei einem so wichtigen Thema, genau auf die Zahlen zu schauen. Die von der SZ zitierte Studie von Pfeiffer unterscheide zwischen evangelischer und katholischer Kirche sowie Freikirchen. Auch differenziere sie zwischen leichter Gewalt (etwa einem Klaps auf den Po) und schwerer Gewalt (Prügelstrafe wie den Po zu versohlen) in der Kindererziehung. „In der leichten Gewalt gibt es kaum signifikante Unterschiede zwischen den drei untersuchten Gruppen“, sagt Faix. Bei der schweren Gewalt sei das anders, da lägen die Freikirchler mit 14,8 Prozent vor den Protestanten (11 Prozent) und den Katholiken (10,9 Prozent).

Pfeiffer habe auch den „Grad der Religiosität“ gemessen und eine Kausalität zwischen einer steigenden Religiosität und der Zunahme von schwerer Gewalt bei Freikirchlern festgestellt. „Das Problem ist, dass hier zum Beispiel bei den Freikirchen nicht differenziert wird“, sagt Faix. Bei seiner Studie zur christlichen Erziehung, die er mit dem Kollegen Tobias Künkler unter 1.752 Elternteilen gemacht hat, unterschieden sich die großen Freikirchen wie Baptisten und Freien evangelischen Gemeinden von kleinen Freikirchen oder einzelnen Freikirchen, die körperliche Strafe häufiger einsetzten und auch oft biblisch begründeten.

„Wir reden hier von einer Minderheit“

Es gebe laut Faix konservative Eltern, welche die Bibel wörtlich nehmen und deshalb „zur Rute“ greifen und ihr Kind züchtigen. „Aber wir reden hier von einer Minderheit“, sagt er. Seiner Studie unter christlichen Eltern nach befürworten sieben Prozent der Befragten, dass körperliche Strafe biblisch und deshalb einzusetzen ist. „Das sind meiner Meinung nach immer noch sieben Prozent zu viel“, sagt Faix. Das zeige schon, dass Christen über das Thema Bibelauslegung reden müssten. Da seien auch die Pastoren gefragt. „Es ist ein schrecklicher Irrtum, wenn Eltern ihre Kinder misshandeln und dann noch denken, dass sie es im Namen Gottes tun“, sagt der Theologe.

Nach Erziehungsratgebern aus den USA gefragt, die Anleitungen für Prügelstrafen geben, sagt Faix: „Ja, das ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der christlichen Erziehung.“ In seiner Studie wurden 21 evangelikale Erziehungsratgeber aus den 1990er- und 2000er-Jahren ausgewertet. „Das Ergebnis war teilweise erschreckend“, sagt Faix. Vor allem bei den aus den USA kommenden Erziehungsratgebern dominierte ein dogmatisch-machtorientiertes Erziehungsverständnis, das auch zu körperlichen Züchtigungen rate. Der Einfluss dieser Ratgeber sei nicht zu unterschätzen.

„Aber es hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel verändert“, sagt Faix. Viele dieser Ratgeber seien in ihren Neuauflagen überarbeitet, manche auch ganz verboten worden. Seine Umfrage zeige, dass sich der Erziehungsstil in christlichen Familien immer mehr hin zu einem liebevoll-demokratischen Erziehungsstil verändert habe. Trotzdem sagten 38 Prozent der Befragten, dass sich körperliche Strafen nicht ganz vermeiden ließen, obwohl sie es eigentlich nicht gut fänden. Dieser Wert liege leicht unter dem Bundesdurchschnitt, der in einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2012 40 Prozent betragen habe. (pro)

Von: mm

]]>
Tue, 15 Aug 2017 12:06:00 +0200
<![CDATA[Österreich: Boulevardposse um einen Handschlag]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/08/14/oesterreich-boulevardposse-um-einen-handschlag/ Eine Analyse von Raffael Reithofer]]> Die Moschee im Bild steht nicht im saudi-arabischen Riad, nicht in Teheran, ja nicht einmal im bosnischen Sarajewo, sondern mitten in Wien-Floridsdorf – und das schon seit den 1970er-Jahren. Es handelt sich dabei um das Islamische Zentrum Wien, das vor vielen Jahren von Promi-Baumeister Richard Lugner im Auftrag des saudischen Königs errichtet wurde. Im Vordergrund: Burkaträgerinnen, sechs an der Zahl. Photoshop natürlich. Die Schlagzeile der Kronen-Zeitung schreit dem Leser entgegen: „Hälfte der Flüchtlinge verweigert Handschlag“! Das zeige eine neue Studie von Flooh Perlot und Peter Filzmaier – dem vielleicht bekanntesten Politikwissenschaftler Österreichs, der sich als Fernseh-Analyst einen Namen gemacht hat.

Wer das journalistische Handwerk kennt, weiß, dass es sich bei dieser Schlagzeile um einen Knüller handelt. In alten Zeiten, als noch kleine Jungen großformatige Zeitungen am Straßenboulevard feilboten, wäre diese Titelzeile ein Verkaufsschlager gewesen. Vom Straßenboulevard leitet sich der „Zeitungsboulevard“ ab. Die Kronen-Zeitung ist Österreichs legendärster wie berüchtigtster Vertreter dieser Zeitungsgattung und erreicht in etwa ein Drittel der Bevölkerung – und hat damit relativ zur Bevölkerung eine doppelt so große Reichweite wie die Bild-Zeitung in Deutschland. Einseitige Berichterstattung gehört hier zum Programm. Diese vollmundige Titelzeile der Kronen-Zeitung, die im Übrigen auch im Revolverblatt „Österreich“, aber auch auf dem frommen Nachrichtenportal kath.net zu finden ist, entpuppt sich bei näherem Hinsehen aber nicht nur als einseitig, sondern gar als Übertreibung an der an Grenze zur Lüge.

Studie wollte Muslime differenziert betrachten

Filzmaier und Perlot haben für den staatlichen Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), der mit dem Ministerium von Sebastian Kurz verbunden ist, gut 1.000 Muslime aus unterschiedlichen Herkunftsländern zu kontroversen Themen rund um Religion und Integration mit Bezug auf das Alltagsleben interviewen lassen. Vergangene Woche wurde ihr Forschungsbericht veröffentlicht. Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die Wertvorstellungen einzelner muslimischer Gruppen voneinander unterscheiden. Denn: „Nur allzu oft werden ‚die Muslime‘ in Politik, Medien und nicht zuletzt im gesellschaftlichen Diskurs über einen Kamm geschoren“, wie es die renommierte Wiener Zeitung in ihrem Artikel über die Studie formuliert. Daher lautete das hehre Ziel der beiden Wissenschaftler: „Die Studie soll einen Beitrag zur Versachlichung der emotionalen Debatte liefern“.

Absolute Daten zur Integration von Muslimen herauszufinden, war dabei von vorneherein nicht der Anspruch der Untersuchung und auf Basis der verwendeten Methoden laut Aussage der Autoren auch gar nicht möglich. Vielmehr ging es darum, einen relativen Vergleich herauszuarbeiten, beispielsweise über die Fragestellung: Wie unterscheidet sich die Werthaltung von Bosniern bzw. Türken, die teils schon seit Jahrzenten im Land leben von jener der muslimischen Flüchtlinge aus unterschiedlichen Herkunftsländern, die großteils erst seit wenigen Jahren im Land leben? Das wurde von der Kronen-Zeitung leider ignoriert.

Aussage der Kronen-Zeitung geht nicht aus dem Bericht hervor

Tatsächlich hat eine der vielen Teilfragen der Untersuchung ergeben, dass knapp über 50 Prozent der befragten Flüchtlinge Verständnis dafür haben, wenn Männer Frauen nicht die Hand schütteln. Soweit steht es im Kronen-Bericht in der Unterüberschrift. Doch „befragt“ ist hier das Schlüsselwort, denn die Studienautoren betonten mit Nachdruck: „ein repräsentativer Querschnitt war nicht das Ziel. Aussagen wie ‚XXX Prozent der Muslime in Österreich sagen…‘ können nicht getroffen werden.“ Noch dazu gelte, dass sich die Daten ausschließlich auf Muslime beziehen: „Sie können daher nicht kollektiv auf bestimmte ethnische Gruppen projiziert werden, die auch andere Glaubensgemeinschaften oder Personen ohne religiöses Bekenntnis umfassen.“

Zusammengefasst heißt das: Erstens ist die Verweigerung eines Handschlags nicht dasselbe wie Verständnis dafür, dass Männer Frauen nicht die Hand geben. Zweitens macht der Forschungsbericht keine absoluten Aussagen und drittens schon gar nicht über Flüchtlinge – die nicht nur Muslime, sondern etwa auch Christen und Atheisten umfassen. Wenn man den zweiten Punkt schon ignoriert, kann man genauso gut aus der Studie herauslesen, dass die relative Mehrheit der befragten Muslime erklären, dass eine Frau „nur wenn sie das selber möchte“ ein Kopftuch tragen solle oder auch, dass über 60 Prozent der Befragten das Recht der Frau anerkennen, sich gegen den Willen ihres Ehemannes scheiden zu lassen. Es ist aber zu befürchten, dass sich mit solchen Informationen keine Schlagzeilen machen lassen – zumindest keine negativen.

Versachlichung ins Gegenteil verkehrt

Deutlich zeigt die Untersuchung andererseits, dass Bosnier und Türken, die oft bereits seit Jahrzehnten in Österreich wohnen oder als Kinder von Einwandern sogar dort geboren sind, liberalere Ansichten pflegen als Flüchtlinge, die erst seit kurzem in Österreich sind. Abgesehen von der Tatsache, dass der Islam in Bosnien grundsätzlich eher liberal interpretiert wird, lässt sich daraus schließen, dass sich die Zuwanderer aus Bosnien und der Türkei über die Jahre in die österreichische Gesellschaft integriert und heimische Werte angenommen haben. „Türken und Bosnier gut integriert“ ist aber ebenfalls keine Headline, mit der sich gut wahlkämpfen lässt.

Die Studie von Filzmaier und Perlot und vor allem ihre mediale Interpretation sollte nämlich auch im Kontext des (Vor-)Wahlkampfes gesehen werden. Denn drei Wochen nach der deutschen Bundestagswahl wählt am 15. Oktober Österreich sein neues Parlament – und die Wahlkampfmaschinerie läuft langsam an. Symptomatisch dafür steht, dass (nicht nur) die Kronen-Zeitung Sebastian Kurz gewissermaßen das „Nachwort“ ihres Artikels gegeben hat, in dem dieser unter anderem fordert: „Migration massiv reduzieren, insbesondere von bildungsfernen Menschen aus anderen Kulturkreisen“. Der erst 30-jährige Spitzenkandidat der christdemokratischen ÖVP hat sich ganz im Gegensatz zu seiner Fraktionskollegin Angela Merkel in letzter Zeit immer mehr zum Hardliner in Flüchtlings- und Migrationsfragen entwickelt, die mediale Interpretation „seiner“ Studie kommt ihm im Wahlkampf zugute.

Dabei leugnet der Forschungsbericht keineswegs Integrationsprobleme von Muslimen in Österreich und zeigt auch: Religiösere Muslime können etwa Gewalt zur Verteidigung des Glaubens eher etwas abgewinnen und pflegen insgesamt extremere Ansichten als weniger religiöse Glaubensgenossen. Das ist genauso erwartbar wie problematisch. Den verkürzten Schluss, dass Flüchtlinge problematische Wertvorstellungen hätten, lässt die Untersuchung aber gerade nicht zu. Das wollte der österreichische Boulevard in seinem Hunger nach Schlagzeilen offenbar nicht wahrhaben – und hat damit die von Studienautor Filzmaier gewünschte „Versachlichung“ der Flüchtlingsdebatte ins Gegenteil verkehrt. (pro)

Von: Raffael Reithofer

]]>
Mon, 14 Aug 2017 14:18:00 +0200
<![CDATA[Erzbischof: Mehr Kirche in der Öffentlichkeit]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/08/14/erzbischof-mehr-kirche-in-der-oeffentlichkeit/ Christen zeigen ihren Glauben in der Öffentlichkeit nur selten und wenn, dann sehr verschämt. Das sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Samstag auf einer Veranstaltung in Auerbach. „Christen sollen Zeugnis geben“, forderte der Geistliche. Dabei könnten die Christen von Muslimen und Buddhisten lernen, zitiert ihn die Webseite des Erzbistums: Sie zeigten sich in der Öffentlichkeit durch Gebet, Symbole und Kleidung.

Schick nannte als Beispiele für sichtbares Christentum im öffentlichen Raum Tischgebete in Restaurants, Prozessionen oder auch Segnungen von Gebäuden. Christen sollten ihre Überzeugungen in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Politik zeigen, damit die „Werte des Evangeliums präsent bleiben“. Die Kirchen müssten im öffentlichen Leben präsent sein mit der „Verkündigung vom gütigen Gott, der allen Menschen die gleiche Würde und die gleichen Rechte garantiert und alle zum Frieden und Heil führen will.“ (pro)

Von: mb

]]>
Mon, 14 Aug 2017 11:45:00 +0200
<![CDATA[Fifa: Knallhart beobachtet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/08/14/fifa-knallhart-beobachtet/ Ein Kommentar von Stefanie Ramsperger]]> Große Worte, nichts dahinter. Aktuell noch nicht mal mehr große Worte. So lässt sich das Verhalten des Weltfußballverbandes Fifa beschreiben, wenn es um dessen Reaktion auf Menschenrechtsverletzungen, Antisemitismus und andere Missstände geht.

Offenen Antisemitismus hat jüngst das iranische Sportministerium zur Schau gestellt, als es zwei Spieler von der Nationalmannschaft ausschloss. Ihr Vergehen: Sie hatten mit ihrem (griechischen) Klub in der Europa League gegen eine Mannschaft aus Israel gespielt. Deswegen dürfen sie nun nicht mehr mit der Nationalmannschaft ihres Heimatlandes antreten.

Das iranische Sportministerium hatte schon länger von Fußballprofis gefordert, vertraglich sicherzustellen, dass sie nicht gegen israelische Mannschaften spielen müssten. Damals wollte sich die Fifa nicht mit hypothetischen Szenarien beschäftigen.

Die Suspendierung der Profis ist ein klarer Bruch mit den Fifa-Statuten, die eine Einmischung der Politik in Angelegenheiten der nationalen Verbände verbieten. Demnach könnte die Fifa die iranische Nationalmannschaft von der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr ausschließen, für die sich die Islamische Republik Iran bereits qualifiziert hatte.

So groß ist der Israelhass

Stattdessen heißt es aus Zürich, man beobachte die Situation. Was genau da noch beobachtet werden soll, ist rätselhaft. Offener könnten die Fakten ja kaum auf dem Tisch liegen: So groß ist der Israelhass des Iran, dass er es in Kauf nimmt, auf seinen Kapitän und dessen Stellvertreter zu verzichten; und öffentlichkeitswirksam über das staatliche Fernsehen verbreiten lässt, die beiden hätten „Irans rote Linie“ überschritten.

Die Fifa brüstet sich damit, die Situation in einigen Ländern durch Interventionen „deutlich verbessert“ zu haben und führt als Beispiele Äthiopien und das Sultanat Brunei an, deren Verbände für einige Zeit suspendiert waren. Abgesehen davon, dass Brunei nicht direkt zum Favoritenkreis einer WM zählt, stellt sich auch die Frage, in welchen Bereichen sich die Situation im Land verbessert haben soll.

Zugegeben, die Aussagen traf der damalige Fifa-Direktor für Mitgliedsverbände und Entwicklung, Thierry Regenass, schon vor fast sechs Jahren. Aber auch seither ist dem Fifa-Punktekonto nichts zuzuschreiben, im Gegenteil: Die WM-Vergaben nach Russland und Katar stehen wegen der jeweiligen dortigen Menschenrechtslage in höchster Kritik. Nur nicht bei der Fifa. Die hat in Russland „momentan kein Problem“, wie Ex-Fifa-Präsident Blatter 2014 äußerte. Dessen Nachfolger Infantino vertritt keine abweichende Ansicht.

Es ist schlimm, dass der Weltfußballverband die Augen vor Menschenrechtsverletzungen verschließt. Und ärgerlich ist es auch, weil der Verband so mächtig ist, dass er tatsächlich Gutes erreichen könnte – wenn er wollte. Thierry Regenass selbst betonte: „Die Fifa ist eine starke und einflussreiche Organisation, nicht nur in Sachen Fußball, sondern auch in der politischen und sozio-ökonomischen Welt. Diese Stärke können und müssen wir nutzen, um unseren Mitgliedern zu helfen.“ Und Blatter später: „Ich werde den Kongress in die Lage bringen, dass er auch die soziale, kulturelle, sagen wir die Menschenrechtssituation, anschaut.“ Große Worte. Im Fall Iran gab es noch nicht mal die. Da beobachtet man. Knallhart. (pro)

Von: str

]]>
Mon, 14 Aug 2017 11:00:00 +0200
<![CDATA[Nordkorea lässt kanadischen Pastor frei]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/08/13/nordkorea-laesst-kanadischen-pastor-frei/ Nach mehr als zwei Jahren Haft hat Nordkorea den kanadischen Pastor Hyeon Soo Lim freigelassen. Pjöngjang gab an, den Geistlichen wegen seines schlechten Gesundheitszustandes zu entlassen. Laut Medienberichten war zuvor eine kanadische Regierungsdelegation in das asiatische Land gereist, um sich für den Mann einzusetzen.

Das Oberste Gericht warf dem heute 62-Jährigen „staatsfeindliche Umtriebe“ und Missionierung vor. Dafür verurteilte ihn das Oberste Gericht in Nordkorea im Dezember 2015 zu lebenslanger Haft und Zwangsarbeit.

Über 100 Mal war der kanadische Pastor zuvor in Nordkorea, um dort humanitäre Hilfe zu leisten. Im Januar vor zwei Jahren war er als Teil einer regulären humanitären Hilfsaktion in das Land eingereist.

Inszeniertes Geständnis

Sechs Monate später bekannte er sich bei einer Pressekonferenz in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zu vermeintlich staatsfeindlichen Aktivitäten. Kritiker sprachen schon damals von einem erzwungenen Geständnis. „Sein Geständnis folgt dem typischen Muster. Es war inszeniert. Er wurde gezwungen, Dinge zuzugeben, die er nicht getan hat“, sagte Jan Vermeer von Open Doors damals gegenüber pro zur Verurteilung Lims.

Die Bild-Zeitung zitiert aktuell den Sohn des Geistlichen, James Lim: „Er hat sich noch nie mehr als Kanadier gefühlt, wie heute“, sagte er über seinen Vater. Weiter heißt es, sein Lim ruhe sich nach seiner Ankunft in Kanada aus und wolle dann am Sonntag in der Kirche erscheinen.

Lim ist Pastor einer evangelischen koreanischen Gemeinde in Toronto. Er ist gebürtiger Südkoreaner und hat einen kanadischem Pass. (pro)

Von: mab

]]>
Sun, 13 Aug 2017 12:56:00 +0200
<![CDATA[Brille, Bike und Buxtehude]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/08/13/brille-bike-und-buxtehude/ Lesen Sie das Porträt über den Fahrradkantor Martin Schulze in der Ausgabe 5/2017 des Christlichen Medienmagazins pro. Bestellen Sie pro kostenlos und unverbindlich unter Telefon 06441-915-151, per E-Mail an info@kep.de oder online.

Von: jw/nob

]]>
Sun, 13 Aug 2017 07:36:00 +0200
<![CDATA[„Scharfer Denker“: Geistliche gratulieren Wolfgang Huber]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/08/12/scharfer-denker-geistliche-gratulieren-wolfgang-huber/ Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat seinem Amtsvorgänger der Jahre 2003 bis 2009, dem früheren Berliner Bischof Wolfgang Huber, zu dessen 75. Geburtstag gratuliert. Bedford-Strohm würdigte Huber als herausragenden Theologen und wichtigen Wegbegleiter.

„Huber ist nicht nur wegen seines langjährigen Wirkens als Bischof und Ratsvorsitzender ein Segen für unsere Kirche, sondern auch wegen seiner vielen treffenden Beiträge zu den großen Fragen unserer heutigen Zeit“, sagte Bedford-Strohm. In einzigartiger Weise verbinde Huber wache Zeitgenossenschaft und gründlich reflektierte Perspektiven ethischer Orientierung.

Für Hubers Zeit als Ratsvorsitzender seien dessen kirchenreformerischen Anstrengungen „Kirche der Freiheit“ und seine sozialethische Positionierung der Kirche prägend gewesen. Die EKD hebt in einer Pressemitteilung zudem Hubers ökumenische Klärungen und Bemühungen um Stärkung von Theologie und Mission hervor.

„Geschenk für Kirche und Gesellschaft“

Der Berliner Bischof Markus Dröge würdigte den Altbischof Huber in einem persönlichen Brief als scharfen Denker und als „Christenmensch, der die Freiheit aus dem Glauben immer als Auftrag zum Diskurs und zur aktiven Wahrnehmung der Verantwortung für das Gemeinwohl versteht“. Der nun 75-Jährige verfolge und reflektiere die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse, beziehe Stellung und gebe seine Erfahrungen, Einsichten und Ideen als Lehrender in Wort und Schrift weiter, hieß es weiter. „Das ist ein Geschenk für die Kirche und für die Gesellschaft.“

In der gegenwärtigen Zeit, die von vielen wegen vielfältiger Veränderungen als beunruhigend wahrgenommen wird, sei es umso wichtiger, dass Protestanten die frohe Botschaft verkündigen und mit nüchterner Stimme in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit Position beziehen. Dröge dankte Huber im Namen der Kirche, dass dieser darin vielen Menschen ein Vorbild geworden sei.

Neue Gastprofessur mit renommierten Wissenschaftlern

Huber wurde 1942 in Straßburg geboren. Von 1994 bis 2009 war er Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg und nach 2003 als Nachfolger von Manfred Kock zugleich Vorsitzender des Rates der EKD. Nach seiner ersten Pfarrtätigkeit 1966 bis 1968 in Württemberg habilitierte sich Huber 1972 in Heidelberg in Systematischer Theologie.

Von 1968 bis 1980 war er Mitarbeiter und stellvertretender Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studien-gemeinschaft (FEST) in Heidelberg. Von 1980 bis 1984 hatte er eine Professur für Sozialethik an der Universität Marburg inne; anschließend war er Professor für Systematische Theologie in Heidelberg, bevor er 1993 zum Bischof gewählt wurde.

Zu Ehren des ehemaligen Ratsvorsitzenden richtet die Universität Heidelberg eine „Wolfgang Huber Lecture Gastprofessur“ ein. Durch sie sollen künftig renommierte Wissenschaftler aus dem Ausland nach Heidelberg eingeladen werden. (pro)

Von: mab

]]>
Sat, 12 Aug 2017 07:30:00 +0200
<![CDATA[AfD – Wir müssen reden!]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/08/11/afd-wir-muessen-reden/ Eine Rezension von Norbert Schäfer]]> „Dieses Buch möchte Kirchen, Gemeinden und Gruppen helfen, sich mit der AfD auseinanderzusetzen, aber das Gespräch nicht aufzugeben." Das sagt Wolfgang Thielmann, freier Journalist und Theologe, im Vorwort zu seinem Buch „Alternative für Christen?" über das gespaltene Verhältnis der Alternative für Deutschland (AfD) zur Religion.

Thielmann zeigt, dass die AfD-Programmatik auf das Christentum angewiesen ist. „Es steht im Parteiprogramm als eine Quelle der deutschen Leitkultur. Auch dient es als Begründung dafür, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört." Für den Islam wolle die Partei die Religionsfreiheit einschränken. „Das Christentum ist eine Basis der Partei, der Islam ihr Feindbild. Und die Kirchen entwickeln sich neben der etablierten Politik und den Medien zur Reibungsfläche, an der die AfD ihr Licht zum Leuchten bringen will", schreibt Thielmann.

In dem Sammelband „Alternative für Christen?" von Herausgeber und Mitautor Wolfgang Thielmann beleuchten ein AfD-Politiker, evangelische Kirchenobere, Theologen, Juristen und Journalisten aus verschiedenen Blickwinkeln ihre Erfahrungen mit und die Haltung zur Alternative für Deutschland (AfD). Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU (EAK), Thomas Rachel, lobte bei der Vorstellung am 2. August im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz in Berlin den Sammelband, in dem „nicht geschimpft oder geschwiegen, sondern miteinander gesprochen werde“. Rachel würdigte den „freiheitlich-demokratischen und ausgesprochen christlichen Ethos des Dialogs".

Superintendentin: „AfD nicht vereinbar mit Gottes Gebot“

Aufschlussreich sind zwei Beiträge, die in direktem Zusammenhang stehen und die die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Akteure erkennen lassen. Zum einen ist da der Beitrag des Juristen Hartmut Beucker. Er kandidierte 2017 erfolglos für die AfD bei der NRW-Landtagswahl. Als seine Kandidatur jedoch bekannt wurde, trat das Presbyterium, dem er angehörte, aus Protest geschlossen zurück. Beucker schildert aus seiner Sicht den Hergang, seine Enttäuschung und die erlebte Anfeindung.

Zum anderen der Beitrag von Ilka Federschmidt, der zuständigen Superintendentin des Kirchenkreises, dem Beucker angehört. Über Beucker sagt Federschmidt, dass er persönlich sich nicht rassistisch oder in anderer Weise dem Evangelium widersprechend geäußert habe. Schärfer jedoch ist ihr Urteil über die Partei insgesamt. Federschmidt hält es „nicht für vereinbar mit Gottes Gebot“, die AfD zu wählen. „Ich würde allen Christinnen und Christen empfehlen, sie nicht zu wählen. Denn ich glaube: Am Ende ist diese Partei der Wolf im Schafspelz."

Dem Herausgeber ist wichtig, dass weder polarisiert noch stigmatisiert wird, sondern im Dialog Argumente ausgetauscht werden. Während die Publizistin und Juristin Liane Bednarz in ihrem Beitrag behauptet, dass „fromm und rechts" zusammenpassten und konservative Christen, Protestanten wie Katholiken, zugänglich für rechte Parolen seien, gelangt Superintendentin Federschmidt zu einem anderen Urteil. Sie schreibt: „Ich nehme die angeblich größere Nähe von Freikirchen zu AfD-Positionen mehr durch Berichte in evangelikalen Medien wahr."

„AfD bedient rechtskonservative Filterblase“

Welche Wichtigkeit Thielmann dem Gespräch und der Urteilskraft der Leser beimisst, lässt eine rund 30-seitige Dokumentation erkennen, die eine Diskussion zwischen Anette Schultner, der Vorsitzenden der Gruppe „Christen in der AfD“, mit Liane Bednarz und Bischof Markus Dröge auf dem Kirchentag in Berlin 2017, wiedergibt. Schultner ließ nach Angaben Thielmanns Anfragen zur Mitwirkung an dem Buch unbeantwortet.

Der freie Journalist Benjamin Lassiwe schildert in seinem Beitrag, wie er als Vorsitzender der brandenburgischen Landespressekonferenz die Arbeit der AfD im brandenburgischen Landtag wahrgenommen hat. Lassiwe offenbart den mangelnden Willen der Partei zu konstruktiver Mitarbeit im Parlament. Er schreibt: „Sie [Anmerkung: die AfD] bedient nur die Leib- und Magenthemen der rechtskonservativen Filterblase. Die Fachlichkeit ihrer Abgeordneten hält sich in Grenzen."

Die ehemalige Kirchentagspräsidentin, Christina Aus der Au, plädiert für den Dialog, selbst bei unvereinbaren Positionen. Den Zugang zur Wahrheit hält sie für vielfältig, „fragmentarisch" die Erkenntnis. Sie schreibt, dass „in einer christlichen Ethik die eindeutige Unterscheidung zwischen Gut und Böse in die Geschichte des Sündenfalls gehört und nicht ins Paradies". Insgesamt elf Autoren kommen zu Wort, darunter auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski und Sven Petry, der bis 2016 mit Frauke Petry verheiratet war, der Bundessprecherin der AfD.

Hilfe zum Dialog

Leider ist kein katholischer Kirchenvertreter unter den Autoren des Bandes. Der Deutsche Katholikentag 2016 hatte beispielsweise beschlossen, die AfD nicht zu Gesprächen einzuladen. Dementsprechend kann das Buch nur für eine Hälfte der Christen in Deutschland sprechen. Die Sicht der Katholischen Kirche fehlt. Thielmann ist fair, wenn er dem AfD-Landtagskandidaten und ehemaligen Presbyteriumsmitglied Breucker Raum im Buch gibt. Ausgewogen ist das Verhältnis zwischen Befürwortern der Partei und ihren Gegnern dadurch nicht. Dass die Vorsitzende der Gruppe „Christen in der AfD“, Anette Schultner, auf Mitwirkung an dem Buch verzichtet hat, ist schade, hätte sie doch gerade für eine Klientel an AfD-nahen Christen sprechen und deren Argumente vortragen können.

Die einzelnen Beiträge spiegeln jedoch vielfältig und schlüssig Meinungen und Haltungen von Christen zur AfD wider, sind kurzweilig, aber tiefgründig. Entgegen der Ankündigung im Titel, ist das Buch jedoch weniger eine Reflexion über das Verhältnis der AfD zu Religion allgemein, sondern weitgehend eine Auseinandersetzung mit dem Christentum. Insgesamt ist der Sammelband eine lohnenswerte, gelungene Lektüre für politisch interessierte Christen, die sich kritisch mit der AfD beschäftigen wollen und offen sind für den Dialog mit deren Vertretern. (pro)

Von: nob

]]>
Fri, 11 Aug 2017 15:37:00 +0200
<![CDATA[Design-Preis für zwei christliche Projekte]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/design-preis-fuer-zwei-christliche-projekte/ Die Schmuckschuber-Edition der Lutherbibel sorgt nicht zum ersten Mal in diesem Jahr für Aufsehen. Nachdem vor allem die von Designer Harald Glööckler gestaltete Ausgabe für Diskussionen gesorgt hatte, hat die Agentur „Gute Botschafter“ mit der Deutschen Bibelgesellschaft nun den Red Dot Design Award 2017 bekommen. Anlässlich des Reformationsjubiläums hatte die Deutsche Bibelgesellschaft die revidierte Ausgabe der Lutherbibel im vergangenen Jahr auf der Buchmesse in Frankfurt am Main präsentiert.

„Neben der Herausforderung, die theologische Welt dafür zu interessieren, war unser Anliegen, insbesondere die ,Überraschten‘, die morgens noch nicht wissen, dass sie mit der Lutherbibel 2017 in Kontakt kommen würden, zu erreichen“, sagte Wolfram Heidenreich von der Agentur „Gute Botschafter“ gegenüber pro. „Das ist offenbar nun auch bei der Jury des Red Dot gelungen und die dadurch gewonnene öffentliche Aufmerksamkeit wird ein weiterer Puzzlestein sein, damit Menschen auf die Bibel aufmerksam werden und sie lesen.“

Heidenreich, der auch Vorstandsmitglied des Christlichen Medienverbunds KEP ist, ist mit seiner Agentur für das Kommunikationsdesign der Schmuckschuber-Edition verantwortlich. Prominente wie der kirchenkritische Illustrator Janosch, der Fußballtrainer Jürgen Klopp, die Schauspielerin Uschi Glas, Angelika und Produzent Dieter Falk sowie der Musiker Klaus Meine („Die Scorpions“) haben exklusive Sammlereditionen im Schmuckschuber gestaltet, die jeweils 39 Euro kosten.

Preis für „Familienangelegenheiten“

Auch die Werbeagentur „Gobasil“ unter Leitung von Eva Jung ist für ihr Projekt zusammen mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet worden. In dem prämierten Animationsvideo „Familienangelegenheiten“ stellt die kleine Ella ihre Familie vor. Die familiäre Situation ist kompliziert, aber sie möchte sie nicht missen. Denn sie ist überzeugt – und das ist die Botschaft, die die EKHN senden will: „Wir sind nicht allein – wir haben einander.“ „Der Film war sozusagen das ,Bewegtbild-Sahnehäubchen’ zur ,Impulspost’ im Frühjahr 2016 – einem Brief, den die EKHN zweimal im Jahr an alle ihre Mitglieder versendet“, sagte Kommunikations-Designerin Jung gegenüber pro.

„Das Thema ,Familie und Beziehungen’ war gar nicht leicht zu bearbeiten – es ist extrem vielschichtig und in Kirche und Gesellschaft vieldiskutiert und emotional sehr aufgeladen“, findet die Agenturleiterin rückblickend. „Wir freuen uns sehr, dass dieser Film, der schon viele Menschen positiv berührt hat, jetzt auch noch mit einem Red Dot ausgezeichnet wurde. Eine tolle Bestätigung – für die Kirche, für uns als Kreativagentur und für die ganze Gesellschaft: Denn das Thema ist ja auch noch ein Jahr später topaktuell. Dank der Auszeichnung wird die Sicht der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zu diesem wichtigen Thema noch einmal weiter verbreitet.“

Der renommierte Design-Preis wird jährlich vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen e.V. verliehen. Dafür bewerten 24 Experten Kommunikations- und Kreativarbeiten von Agenturen, Designern und Unternehmen aus 50 Ländern. Die Preisverleihung findet am 27. Oktober in Berlin statt. Die Sieger stellen die ausgezeichneten Arbeiten schließlich für mindestens ein Jahr im Red Dot Design Museum in Essen aus. (pro)

Von: ak

]]>
Fri, 11 Aug 2017 12:49:00 +0200
<![CDATA[„Mein Reformationsjubiläum“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/08/11/mein-reformationsjubilaeum/ „Wie erlebst Du das Reformationsjubiläum?“ – Das möchte die Staatliche Geschäftsstelle „Luther 2017“ wissen und veranstaltet einen Fotowettbewerb rund um die Feierlichkeiten zu 500 Jahre Reformation. Interessierte können bis zum 17. September Bilder aller Art einreichen, die persönliche Erlebnisse und besondere Momente dokumentieren, etwa bei musikalischen Veranstaltungen oder an einem der authentischen Lutherorte.

„Die Lutherdekade hat so viele Menschen inspiriert, sich mit eigenen Projekten am Reformationsjubiläum zu beteiligen. Deshalb bietet dieses Jahr ein so buntes und reichhaltiges Programm. Jetzt wollen wir natürlich wissen, wie die Gäste das erleben – ganz persönlich“, sagte Astrid Mühlmann, die Leiterin der Staatlichen Geschäftsstelle.

Teilnehmer können ihre Beiträge auf luther2017.de hochladen. Nach Einsendeschluss wird es ein Voting geben, um die drei Gewinnerfotos zu bestimmen. Die Gewinner dürfen sich auf eine Spiegelreflexkamera, ein Tablet oder eine Digitalkamera freuen.

Zur Inspiration bietet die Geschäftsstelle außerdem vier „InstaWalks“ an. Dafür öffnen Anfang September die drei Nationalen Sonderausstellungen in Berlin, Eisenach und Wittenberg nach den offiziellen Öffnungszeiten ihre Tore für zehn Instagram-Nutzer je Austellung. Auch die Reformationsstadt Marburg kann auf einer Foto-Tour erkundet werden.

Die Teilnahmebedingungen und weitere Informationen gibt es auf luther2017.de. (pro)

Von: dem

]]>
Fri, 11 Aug 2017 12:02:00 +0200
<![CDATA[Sprint-Weltmeisterin: „Danke, Jesus!“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/08/10/sprint-weltmeisterin-danke-jesus/ Mit 10,58 Sekunden hat die Amerikanerin Tori Bowie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London Gold über 100 Meter gewonnen. Als im Vorfeld des Wettkampfes klar war, dass die 26-Jährige sowohl über 100 als auch über 200 Meter würde antreten können, hat sie im Kurznachrichtendienst Twitter „Danke, Jesus!“ geschrieben.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Profi-Sportlerin öffentlich zu ihrem Glauben bekennt. Nach ihrem Silber-Sieg bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr hatte Bowie in einem Interview verraten, sie wolle die Plattform ihrer Erfolge nutzen, um den Menschen zu zeigen, „dass alles nach Gottes Willen und Zeitplan läuft“. Sie versuche, ein gutes Beispiel im Glauben, in Dankbarkeit und in Gehorsam zu sein. Um sich auf einen Start vorzubereiten, spricht die schnellste Frau der Welt Gebete.

Nach ihrem jüngsten WM-Sieg erklärte Bowie, sie bete, dass sich ihr Leben durch den Erfolg nicht verändere. Die Athletin will auch weiterhin demütig bleiben. (pro)

Von: dem

]]>
Thu, 10 Aug 2017 16:09:00 +0200
<![CDATA[Wegschauen hilft bei antisemitischen Hasskommentaren nicht]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/08/10/wegschauen-hilft-bei-antisemitischen-hasskommentaren-nicht/ Ein Kommentar von Michael Müller]]> „Sone Leute wie dich sollte man vergasen du Missgeburt!“ Was würden Sie denken, wenn vor Ihrer Haustür dieser Satz auf die Straße gesprayt stände? Oder dieser Satz: „Lass mal wieder zusammen Juden vergasen. Die Zeiten damals waren schön.“ Das wäre nichts, was auch nur kurz dort stehen bleiben sollte, oder? Diese Aussagen sind antisemitisch und menschenverachtend. Sie standen auf der Straße vor der deutschen Twitter-Zentrale in Hamburg. Dorthin gesprayt hat sie – mit Hilfe von Unterstützern – der israelische Schriftsteller Shahak Shapira, der in Deutschland lebt.

Die Nacht-und-Nebel-Aktion, zu der sich Shapira am Montag bekannte, macht auf originelle Weise auf die Missstände aufmerksam, die sich in sozialen Netzwerken wie Twitter abspielen. Denn dort sind die Hasskommentare, die der Schriftsteller auf die Straße schrieb, ursprünglich erschienen. In einem Video erklärt Shapira, er habe in den vergangenen sechs Monaten 300 antisemitische, homophobe, ausländer- oder frauenfeindliche Tweets gemeldet. In den spärlichen Reaktionen von Twitter habe es stets geheißen, dass kein Verstoß gegen die Regeln vorliege.

Wenn Twitter sich weigert, ist Zivilcourage gefragt

Shapiras Hintergedanke beim Sprayen der 30 ausgewählten Tweets in Hamburg war, dass die Mitarbeiter von Twitter zur Arbeit kommen und die Hasskommentare sehen müssen, die sie ansonsten ignorieren. Seine Graffiti sind abwaschbar, die Anfeindungen im Internet dagegen können tiefere Spuren hinterlassen. Wenn sich Twitter weigert, solche Aussagen zu löschen, müssen die Nutzer aktiv werden und sich mit Zivilcourage gegen Hasskommentare zur Wehr setzen.

Viele Menschen bewegen sich heutzutage selbstverständlich im Internet und tauschen sich über dortige Kommunikationskanäle aus. Bildlich vorgestellt, sind diese Kanäle einem Straßennetz nicht unähnlich. Allerdings: Hetze auf der Straße lässt sich vergleichsweise leicht wegputzen. Mit verbalem Müll über die Sozialen Medien ist es nicht so leicht. Im Fall von Twitter kann nur die Firma selbst Posts auf ihrer Plattform löschen. Nutzer können, so Twitter, andere Accounts selbstständig stummschalten oder blockieren. Selbstschutz vor dem verbalen Dreck ist also möglich. Das hieße auf der Straße: Ich vermeide den zugemüllten Weg und wähle einen anderen. Dadurch sind die Schmierereien aber immer noch da, selbst wenn ich nicht gezwungen werde, sie mir anzuschauen. Diese Option darf aber nicht mal eine kurzfristige Notlösung sein.

Es besteht die Gefahr, dass Internetkonzerne eine Deutungshoheit in Diskussionen bekämen, die ihnen nicht zusteht, wenn sie im großen Maße Beiträge im Internet löschen. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas schaltete sich bei der Aktion von Shapira ein und verwies darauf, dass nur ein Prozent der von Nutzern gemeldeten Hasskriminalität auf Twitter gelöscht werde. Tatsächlich ist es nicht die Aufgabe von Twitter, durch penetrantes Eingreifen Diskussionen zu beeinflussen. Aber das Unternehmen sollte verantwortungsvoller auf seine Nutzer achten. Es gibt einfach Aussagen, die man weder im Netz, noch auf der Straße unwidersprochen stehen lassen darf. (pro)

Von: mm

]]>
Thu, 10 Aug 2017 15:52:00 +0200
<![CDATA[Psychiater: Gelassen mit Smartphones umgehen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/2017/08/10/psychiater-gelassen-mit-smartphones-umgehen/ Dass Jugendliche und bereits Kinder gern und häufig Smartphones nutzen, ist bekannt. Uneinig sind sich Experten aber noch über die Konsequenzen: Machen die schlauen Handys dumm und einsam, oder sind sie einfach nur ein modernes Mittel der Kommunikation? Der Psychiater Jan Kalbitzer hat in der Süddeutschen Zeitung die Debatte aufgegriffen und mahnt zur Gelassenheit.

Kalbitzer greift einen viel beachteten Aufsatz der amerikanischen Psychologin Jean Twenge aus dem Atlantic auf, in dem die Autorin behauptet, durch Smartphones verlören Jugendliche ihre sozialen Fähigkeiten, würden einsamer und depressiver. Kalbitzer widerspricht: „Das Dramatische an Warnungen solch charismatischer Wissenschaftler ist, dass sie so verführerisch sind, weil sich viele Eltern in ihren anekdotischen Erzählungen sofort wiedererkennen.“ Schließlich habe jeder schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Kinder das Handy ungern wieder abgeben. „Aber es ist ein Fehler, die Schuld daran der Technologie zu geben“, erklärt Kambitzer.

Der Autor des Buches „Digitale Paranoia – Online bleiben, ohne den Verstand zu verlieren“ rät Eltern, mit Kindern über relevante Aspekte wie Datenschutz und Privatsphäre im Zusammenhang mit sozialen Medien und Messengerdiensten zu sprechen. Autoren, die nur negative Konsequenzen der Handy-Nutzung anprangern, widerspricht er, und zitiert die jüngste „Kinder-Medien-Studie“: Kinder seien nach wie vor am liebsten mit ihren Freunden zusammen und läsen genau so gerne, wie sie das Smartphone nutzten. „Nur lesen solche Studien wahrscheinlich deutlich weniger Eltern als dramatische Essays ehrlich besorgt wirkender Wissenschaftler in Medien mit weiter öffentlicher Verbreitung“, bilanziert Kalbitzer. (pro)

Von: mb

]]>
Thu, 10 Aug 2017 15:39:00 +0200
<![CDATA[David Alaba: Mit Gott zum Training]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/08/09/david-alaba-mit-gott-zum-training/ Für öffentliche Glaubensbekenntnisse ist der Fußballer David Alaba bereits bekannt. Am Mittwoch hat er seinen Facebook-Abonnenten ein für sich besonderes Kapitel der Bibel ans Herz gelegt: Psalm 23. In einem Video liest er die Verse laut vor, mit der Ankündigung: „Ich möchte euch einfach etwas mitgeben, um gut in den Tag zu starten.“

David Alaba auf Facebook:

Er glaube fest daran, dass es der gute Weg sei, Gott in sein Leben zu lassen, erklärt der Österreicher anschließend. Die Gewissheit, immer zu Gott kommen zu können, gebe ihm selbst sehr viel Kraft. „Er wird für euch da sein, wenn ihr ihn ruft. Wenn ihr an seine Tür klopft, wird die Tür auch geöffnet“, versichert Alaba.

„Ich bin nicht perfekt“

Der Spieler des FC-Bayern München gibt zu, dass er selbst nicht perfekt sei, aber immer versuche, seine Probleme in Gottes Hand zu legen und jeden Tag den Weg mit ihm zu gehen. „Ich fahre jetzt ins Training und gehe mit Gott. Und das möchte ich euch einfach weitergeben: den Weg zu Gott zu suchen und den Weg mit ihm zu gehen“, ermutigt der 25-Jährige zum Schluss seine Fans. (pro)

Von: dem

]]>
Wed, 09 Aug 2017 15:18:00 +0200
<![CDATA[Jim Carrey predigt Gnade und Vergebung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/08/09/jim-carrey-predigt-gnade-und-vergebung/ In einem vor wenigen Tagen auf der Plattform Vimeo veröffentlichten Video spricht der Hollywood-Schauspieler Jim Carrey über seine Faszination für das Malen. Es habe ihm geholfen, Krisen zu überwinden. Besonders gern portraitiert er Christus: „Die Energie, die Jesus umgibt, ist elektrisch. Ich weiß nicht, ob Jesus real ist. Ich weiß nicht, ob er gelebt hat, ich weiß nicht, was er bedeutet", sagt Carrey. Mit seinen Bildern wolle er dennoch ein Bewusstsein für Jesus schaffen. „Ich wollte, dass du, wenn du in seine Augen siehst, das Gefühl hast, dass er dich als den akzeptiert, der du bist. Ich wollte, dass er in der Lage ist, auf dich zu schauen und dich zu heilen.“

Carrey wurde in den 90er Jahren mit seiner Komödie „Ace Ventura – in tierischer Detektiv“ bekannt und zählt seitdem zu den prominentesten Schauspielern Hollywoods. Für seine Filme „Die Truman Show“ und „Der Mondmann" gewann er Golden Globes. Nach mehreren gescheiterten Ehen und Beziehungen nahm sich 2015 Carreys damalige Partnerin Cathriona White das Leben. Das Paar soll sich wenige Tage zuvor getrennt haben. Wegen einer mutmaßlichen Mitschuld an ihrem Tod soll Carrey 2018 vor Gericht stehen.

„Leiden führt zu Erlösung“

Auch in einem im Juli veröffentlichten Youtube-Video äußert der Star sich zum Glauben. Bei einer Rede in einer Einrichtung für ehemalige Straftäter und Gangmitglieder sagte er, er glaube, der Raum sei mit der Gegenwart Gottes gefüllt. Er selbst habe in den vergangenen Jahren einige Rückschläge erlitten und erfahren, dass „Leiden zu Erlösung führt“.

Der einzige Weg, die Dunkelheit zu verlassen, sei es, sich trotz Leids für den Weg der Gnade und Vergebung zu entscheiden: „So wie Christus es am Kreuz tat. Er litt schrecklich und wurde davon zerbrochen“, sagt Carrey. Dann aber habe Jesus sich dazu entschieden, die Menschen um ihn herum, die sein Leiden herbeigeführt hätten, mit Mitgefühl und Vergebung zu betrachten. „Das ist es, was die Tore des Himmels öffnet“, fährt der Schauspieler fort. (pro)

Von: al

]]>
Wed, 09 Aug 2017 14:12:00 +0200
<![CDATA[Neue Medien prägen neue Wörter]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/09/neue-medien-praegen-neue-woerter/ Die neue Ausgabe des Rechtschreibe-Dudens, die am Mittwoch erschienen ist, ist um 5.000 Wörter reicher. Die ergänzten Wörter spiegeln wider, was unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahren geprägt hat. „Gerade der technische, innovative Bereich ist prädestiniert für neue Wörter“, erklärt Nicole Weiffen, Pressesprecherin des Dudenverlags, auf Anfrage von pro.

Etwa Begriffe aus dem amerikanischen Sprachraum, die rund um das Smartphone und um Soziale Medien entstanden sind, etablierten sich auch im deutschen Sprachgebrauch. Neu im Duden sind jetzt beispielsweise „Selfie“ und „Tablet“, „facebooken“ oder „liken“. Wörter wie diese prägten die Kommunikation heute viel stärker als noch vor zehn Jahren, als es manche Begriffe noch gar nicht gab, sagt Weiffen. Durch die Sozialen Medien würden auch Wörter, die bisher eher als Jugend- oder Umgangssprache bekannt waren, auch in der Erwachsenensprache ankommen.

Schlagworte gesellschaftlicher Debatten im Duden

Auch die Zeitgeschichte bringt neue Wörter hervor, die ihren Weg in den Duden finden. „Hasskriminalität“, „Lügenpresse“, „Willkommenskultur“ oder auch „postfaktisch“ und „Fake News“ sowie „Kopftuchstreit“ und „Drohnenangriff“ können jetzt nachgeschlagen werden. Sie alle sind Schlagworte der gesellschaftlichen und politischen Diskussionen der vergangenen zwei, drei Jahre.

Damit ein Wort in den Duden kommt, muss es mit einer gewissen Häufigkeit über längere Zeit im Sprachgebrauch verschiedener Medien auftauchen. Um das zu prüfen, werden täglich maschinell Tageszeitungen und Magazine durchforstet und Wörter nach ihrer Häufigkeit erfasst. So kann festgestellt werden, ob ein Wort langfristig verwendet wird, oder ob es nur vorübergehend auftaucht und dann wieder weitgehend verschwindet – wie etwa „Groko“, das Wort des Jahres 2013.

Aus einem Korpus von vier Milliarden Wortformen sind so 20.000 als potenzielle neue Kandidaten für den Duden übrig geblieben. 5.000 hat die Duden-Redaktion dann ausgewählt. Ob ein Wort in der Rechtschreibung schwierig ist, ist ein weiterer Aspekt, nach dem die Redakteure entscheiden. Denn der Rechtschreibe-Duden ist ein Nachschlagewerk für die korrekte Schreibung – kein Wörterbuch, das die Bedeutung von Begriffen erklärt. Nur in Einzelfällen, wo die Bedeutung eines Wortes unklar ist, steht sie auch im Duden dabei.

Insgesamt 145.000 Stichwörter hat die neue, 27. Auflage des Rechtschreibe-Dudens. Damit ist er nach Angaben des Verlags „der umfangreichste und aktuellste, den es je gab“. Die vorige Auflage erschien 2013. (pro)

Von: jst

]]>
Wed, 09 Aug 2017 12:04:00 +0200
<![CDATA[Heinrich-Böll-Stiftung bedauert „Agent*In“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/08/08/heinrich-boell-stiftung-bedauert-agentin/ „Wir bedauern sehr, dass durch die gewählte Form manche an antidemokratische Methoden erinnert werden und entschuldigen uns bei denjenigen, die sich möglicherweise persönlich verletzt fühlen“, schreiben Barbara Unmüßig und Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, auf der Webseite der Stiftung.

Die Internetseite Agentin.org war am Dienstag offline gestellt worden. Die Initiatoren sahen die Seite im Wiki-Stil als „Antifeminismus-kritisches Online-Lexikon“. Das Portal hatte Artikel zu Personen und Verbänden gesammelt, die sich mit angeblich antifeministischem Denken hervortun. Darunter waren auch etliche konservative Christen. Die Mittel für das Portal stellte das Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung bereit. Genannt waren unter anderem der Rektor der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Stephan Holthaus, der Evangelist Ulrich Parzany, der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, Christoph Raedel, sowie der Pädagoge und Theologe Philip Kiril von Preußen. Das Christliche Medienmagazin pro wurde als „Kirchenpolitische Vertretung“ gelistet.

Debatte gewünscht

Ziel der Initiatoren war es, dass unterschiedliche Lebensentwürfe selbstbestimmt und in Freiheit gelebt werden können. „Bedauerlicherweise hat die gewählte Form die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus überlagert“, heißt es von der Stiftung. In dem Netzwerk arbeiten 180 Ehrenamtliche, die sich wissenschaftlich mit Antifeminismus beschäftigen.

In der Stellungnahme erklären die Verantwortlichen: „Die Heinrich-Böll-Stiftung steht im In- und Ausland für eine Bildungsarbeit, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzt und dabei in ihrer Arbeit vom Respekt für Andersdenkende geprägt ist, aber auch die Meinungsäußerungs- und Wissenschaftsfreiheit verteidigt.“ Die Kritik am Portal „Agent*In“ nähmen sie zum Anlass, „die bisherige Veröffentlichung zu überprüfen“. Es solle „zeitnah intern“ eine Beratung stattfinden und eine öffentliche Debatte geführt werden. „Das Ergebnis werden wir mitteilen. Solange ruht das Projekt.“ (pro)

Von: js

]]>
Tue, 08 Aug 2017 15:55:00 +0200
<![CDATA[„Die Bibel verbindet uns“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/08/08/die-bibel-verbindet-uns/ Lesen Sie das Interview mit Hans Leyendecker in der aktuellen Ausgabe 4/2017 des Christlichen Medienmagazins pro. Bestellen Sie pro kostenlos und unverbindlich unter Telefon 06441-915-151, per E-Mail an info@kep.de oder online.

Von: jst

]]>
Tue, 08 Aug 2017 13:42:00 +0200
<![CDATA[Kleine Kinder leben offline]]> https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/2017/08/08/kleine-kinder-leben-offline/ Wenn Kinder zwischen vier und 13 Jahren Medien nutzen, dann schauen sie vor allem fern, gefolgt vom Musik hören und dem Lesen. Schon 93 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen schauen mehrmals pro Woche TV – je älter sie sind, desto häufiger. 77 Prozent der Jüngsten lesen alleine oder gemeinsam mit den Eltern, hier nimmt die Zahl mit zunehmendem Alter leicht ab. Gelesen wird meist von Papier und nicht vom Tablet. Besonders Kinderzeitschriften erscheinen den Eltern vertrauenswürdig, weniger vertrauen Väter und Mütter dem Radio und dem Internet. Trotz aller Medienangebote verbringen über 80 Prozent aller Kinder ihre Freizeit gerne draußen. Erst mit zwölf Jahren nimmt das Interesse an Aktivität im Freien ab. Apps, YouTube oder Internet spielen im Freizeitleben der Vier- und Fünfjährigen so gut wie keine Rolle.

Freizeitbeschäftigung mit Medien (mindestens mehrmals pro Woche)

Das hat eine Studie sechs großer Verlage ergeben, unter ihnen Spiegel- und Zeitverlag sowie Gruner und Jahr. Sie untersucht das Medienverhalten der Vier- bis 13-Jährigen. Dazu haben die Verantwortlichen über 2.000 Interviews mit Kindern und Eltern geführt. Die Ergebnisse wurden am Dienstag in Berlin vorgestellt.

Puppe statt Konsole

Unter den liebsten Spielzeugen rangieren Medien erst auf den hinteren Plätzen. Die Liste führen Kuscheltiere, Fahrrad oder Puppen an. Erst an zehnter Stelle bei den Mädchen und elfter Stelle bei den Jungen folgt die Spielekonsole. Knapp 60 Prozent der 13-Jährigen besitzen einen Computer, über 90 Prozent ein Smartphone. Auch hier gilt: Mit wachsendem Alter steigt die Zahl der Handybesitzer. Unter den den Sechsjährigen sind es 23 Prozent.

Bevorzugte Kommunikationskanäle

Besitz von elektronischen Geräten mit Internetzugang

Um zu kommunizieren, telefonieren Kinder am liebsten. An zweiter Stelle folgt SMS schreiben. Facebook nutzen unter den Zehn- bis 13-Jährigen nur knapp 30 Prozent, von den Jüngeren sind es noch weniger. Die Eltern setzen laut Studie hohes Vertrauen in ihre Kinder. Im Durchschnitt lassen 40 Prozent ihre Sechs- bis 13-jährigen Kinder ohne Aufsicht im Internet surfen oder Apps benutzen. Je älter die Kinder sind, desto unabhängiger sind sie beim Medienkonsum. Fast die Hälfte der befragten Eltern lässt die Kleinen selbst bestimmen, was sie im Fernsehen ansehen. Knapp 70 Prozent der Kinder dürfen ihre Bücher selbst auswählen. (pro)

Von: al

]]>
Tue, 08 Aug 2017 12:42:00 +0200
<![CDATA[Rolf Krüger gibt Leitung von Jesus.de und amen.de ab]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/08/07/rolf-krueger-gibt-leitung-von-jesusde-und-amende-ab/ Wie der SCM Bundes-Verlag am Montag mitteilte, bekommen die Online-Portale Jesus.de und amen.de, die von dem Verlag getragen werden, einen neuen Leiter. Gegründet wurden die beiden christlichen Plattformen von Rolf Krüger, der sie bis jetzt auch leitete. Im Jahr 1994 rief er mit der „Jesus Web Page“ das erste deutschsprachige Verzeichnis christlicher Webseiten ins Leben. Zwei Jahre später wurde es zu „Jesus.de“ umbenannt. Krüger übernahm anschließend den Ausbau der Internetaktivitäten des Verlags.

Unter seiner Leitung entwickelte sich Jesus.de zum Informations- und Diskussionsportal rund um den christlichen Glauben, das mittlerweile als größte christliche Online-Community in Deutschland gilt. Ebenfalls unter Krügers Leitung gründete der SCM Bundes-Verlag 2014 das Gebetsportal amen.de, das im Juli die Zwei-Millionen-Marke registrierter Gebete geknackt hat.

Wildraut will „lebendige Diskussionsplattform“ weiterführen

Ab dem 1. September 2017 wird der Journalist Daniel Wildraut (48) Krügers Aufgabe übernehmen. Nach einem Studium in Geschichte, Politikwissenschaft und Theologie hatte Wildraut zunächst freiberuflich bei einer Tageszeitung gearbeitet, bevor er im Jahr 2001 zum SCM Bundes-Verlag kam. Dort wurde der zweifache Familienvater 2010 Mitglied im Team von Jesus.de. Als neuer Leiter wird er den Kurs Krügers weiter verfolgen: „Wir werden auf Jesus.de auch in Zukunft über Glaubensthemen informieren und eine lebendige Diskussionsplattform rund um alle Aspekte der Jesus-Nachfolge bieten.“

Nach Angaben des Verlags wird sich Rolf Krüger nach dem Leitungswechsel als Fotograf, Designer, Texter und Konzepter selbstständig machen. Er gehöre zu den christlichen Internetpionieren und habe „mit seiner Arbeit Spuren für eine zeitgemäße Präsentation des Evangeliums gelegt“, so Ulrich Eggers, verlegerischer Geschäftsführer bei SCM. (pro)

Von: dem

]]>
Mon, 07 Aug 2017 16:32:00 +0200
<![CDATA[Atheisten halten Gläubige für moralischer]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/07/atheisten-halten-glaeubige-fuer-moralischer/ In den meisten Ländern verbinden die Menschen mit Atheismus eher eine moralisch verwerfliche Haltung. Sogar Atheisten selbst äußerten diese Vorurteile gegenüber Atheisten. Es gebe offenbar ein fest verankertes Misstrauen gegenüber Atheisten, wenn es um moralisches Verhalten geht, und ebenso ein Vertrauensvorschuss gegenüber Gläubigen, teilten die Autoren der Studie von der amerikanischen John Templeton Foundation mit.

Die Forscher befragten über eine Internetseite mehr als 3.000 Personen aus 13 Ländern auf fünf Kontinenten. Die Teilnehmer kamen unter anderem aus Finnland, Neuseeland, Großbritannien, Holland, Tschechien, Australien, Amerika, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien. Deutsche waren nicht darunter.

Die Studienteilnehmer lasen einen Text über einen Mann, der als Kind Tiere quälte und als Erwachsener fünf Obdachlose tötete. Sie sollten angeben, für wie hoch sie die Wahrscheinlichkeit einschätzen, dass dieser Mann „ein Lehrer“ oder „ein Lehrer, der an Gott oder Götter glaubt“ ist. Die Studienteilnehmer trauten einem atheistischen Lehrer die Straftat doppelt so häufig zu wie dem religiösen Lehrer. Dabei trauten auch die selbst nicht-religiösen Teilnehmer dem Atheisten die Tat eher zu als dem Gläubigen.

Zeche prellen eher typisch atheistisch

Eine Mehrheit nahm zudem an, dass ein Priester, der ein Jahrzehnt lang Kinder missbrauchte, eher ein ungläubiger Priester sein müsse als ein gläubiger. Den Wissenschaftlern zufolge zeigt die Studie, wie stark Menschen moralisches Verhalten mit Religion verknüpfen, unabhängig davon, wie religiös oder wie atheistisch die Gesellschaft in ihrem Land ist.

Bei einer anderen erfundenen Geschichte, bei der eine 42-jährige Urlauberin ein Restaurant verlässt, ohne die Rechnung zu bezahlen, gab eine signifikante Mehrheit der Befragten an, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass diese Frau keiner Religion angehört, als dass sie ein gläubiger Mensch wäre.

Wie die Tageszeitung Die Welt berichtet, gibt der Wissenschaftler Adam B. Cohen zu bedenken, dass sich aus der Studie nicht eindeutig ablesen lasse, wie stark Vorurteile gegenüber Atheisten im realen Leben tatsächlich sind. Während sich der Eindruck über eine Person im echten Leben aus vielen verschiedenen Aspekten zusammensetzt, hättem die Wissenschaftler den Teilnehmern nur zwei bis drei Informationen über einen fiktiven Fall gegeben, darunter die Information, ob jemand Atheist ist oder nicht. Ob die Teilnehmer auch bei echten Personen davon ausgehen würden, dass ein Atheist eher eine Straftat begeht als ein religiöser Mensch, sei deshalb unklar.

Die John Templeton Foundation ist eine amerikanische Organisation, die unter anderem viele Forschungen zu religiösen und philosophischen Themenbereichen durchführt und unterstützt. Sie wurde 1987 von dem Investoren und Philantropen Sir John Templeton gegründet. (pro)

Von: js

]]>
Mon, 07 Aug 2017 15:03:00 +0200
<![CDATA[Viel Dschihad, wenig Religion]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/08/07/viel-dschihad-wenig-religion/ Terroristen, die nach Syrien ziehen, um im Dschihad zu kämpfen, haben wenig Ahnung vom Islam und sehen die Religion auch selten als wesentlichen Grund für ihre Reise ins Kriegsgebiet an. Das hat eine aktuelle Studie der Vereinen Nationen ergeben. Dafür haben Forscher 43 Rückkehrer aus Syrien nach ihren Motiven befragt. Die Islamisten waren ins Ausland gereist, um dort den Dschihad zu unterstützen, sind dann aber entweder aus freien Stücken zurückgekommen, oder wurden von Behörden unterwegs aufgehalten. Die Befragten stammen aus 12 verschiedenen Ländern, darunter sind Staaten der EU, des Nahen Ostens und Nordafrikas.

So gaben knapp 40 Prozent der Befragten an, sie fühlten sich verpflichtet, Mitmuslime vor der syrischen Regierung zu schützen. Die religiöse Bedeutung des Begriffs Dschihad und den Koran selbst hingegen kennen offenbar wenige. So zitiert die Studie einen Befragten mit den Worten: „Wir kennen den Dschihad aus Intuition heraus. Jeder Moslem kennt das intuitiv. Man muss das nicht studieren." Das Gefühl der Gemeinschaft spiele für junge Dschihadisten eine wichtigere Rolle als die Religion an sich, folgert die Studie. Belege dafür sehen die Forscher auch darin, dass lediglich sieben der Befragten angaben, in Syrien ein Kalifat errichten zu wollen. Die Idee eines Gottesstaates erscheint einem Großteil fremd.

Gruppengefühl statt Koranstudium

Die meisten Befragten verbindet ein geringer sozialer Status und ein geringer Bildungsgrad. Viele stammen aus angespannten Familienverhältnissen. Das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist den Forschern zufolge ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung, in den Dschihad zu ziehen. Entsprechend relevant ist das persönliche Umfeld: Wer ins Ausland geht, habe in der Regel Kontakt zu islamistischen Netzwerken in Moscheen, auf der Arbeit, im Gefängnis oder an der Universität. Die Entscheidung zur Rückkehr hingegen beeinflusst den Angaben der Befragten nach am stärksten die Familie zuhause.

Die Macher der Studie legen Wert auf die Feststellung, dass die Erhebung nicht repräsentativ ist. Dies begründe sich vor allem darin, dass es schwer sei, geeignete Interviewpartner zu finden. Spannend ist dennoch, dass die Ergebnisse einer weiteren aktuellen Studie aus Wien widerspechen. Die nämlich hatte aufgrund einer Befragung unter islamistischen Straftätern festgestellt, dass die Religion für die meisten eine wesentliche Rolle bei der Radikalisierung spiele und viele Terroristen sich gut mit klassischen islamischen Quellen auskannten. (pro)

Von: al

]]>
Mon, 07 Aug 2017 12:56:00 +0200
<![CDATA[Agentin.org geht offline]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/08/07/agentinorg-geht-offline/ Die Internetseite Agentin.org ist offline. Das Portal hat Artikel zu Personen und Verbänden gesammelt, die sich mit angeblich antifeministischem Denken hervortun. Darunter waren auch etliche konservative Christen. Die Mittel für das Portal stellte das Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung bereit. Die Böll-Stiftung bezeichnet sich selbst als parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen.

Das Online-Lexikon war unterteilt in die Kategorien Personen, Organisationen, Ideologien und Kampagnen. Aufgelistet waren Personen, die hinter vermeintlichen Angriffen gegen Feminismus, sexuelle Selbstbestimmung und gleichgeschlechtliche Lebensweisen steckten. Genannt waren unter anderem der Rektor der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Stephan Holthaus, der Evangelist Ulrich Parzany, der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, Christoph Raedel sowie der Pädagoge und Theologe Philip Kiril von Preußen.

Bald verständlicher und vielfältiger?

Auch Lebensrechtsorganisationen wie die „Christdemokraten für das Leben“ und die „Stiftung Ja zum Leben“, die Beratungsorganisation „Team.F – Neues Leben für Familien“, „proChrist“ und das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ wurden aufgeführt. Über den katholischen Journalisten Matthias Matussek schrieben die Autoren, dass er „immer wieder mit seinen antifeministisch, homophob oder islamfeindlich ausgerichteten Äußerungen“ aufgefallen sei. Alexander Kissler vom politischen Magazin Cicero wurde als ein dem Ultrakatholizismus nahestehender Journalist bezeichnet.

Ziel der Initiatoren war es, dass unterschiedliche Lebensentwürfe selbstbestimmt und in Freiheit gelebt werden können. „Bedauerlicherweise hat die gewählte Form die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus überlagert. Deshalb werden wir die Seite erweitern und überarbeiten. Wir werden sie verständlicher und vielfältiger machen“, schreiben sie auf ihrer Seite. In dem Netzwerk arbeiten 180 Ehrenamtliche, die sich wissenschaftlich mit Antifeminismus beschäftigen.

Die Seite hatte zwar Artikel zum christlichen, aber nicht zum islamischen Fundamentalismus. Als „christliche Fundamentalisten“ wurde unter anderem die christliche Kleinstpartei „Bündnis C“, das Werk „Jugend mit einer Mission“ und das Bündnis „Demo für alle“ zugeordnet, das für eine Stärkung von Ehe und Familie eintritt. Einträge aber noch keine Texte gab es über die Deutsche Evangelische Allianz und deren Generalsekretär Hartmut Steeb. Das Christliche Medienmagazin pro wird als „Kirchenpolitische Vertretung“ gelistet.

Der Publizist Henryk Broder hatte die Plattform als „Online-Pranger“ bezeichnet, der wie ein „Geheimdienst der Guten, bestimmte Ansichten durchsetzen und andere in Verruf bringen will“. Auf eine Anfrage des Christlichen Medienmagazins pro reagierte die Redaktion trotz Nachfragens bisher nicht. (pro)

Von: jw

]]>
Mon, 07 Aug 2017 12:26:00 +0200
<![CDATA[Papst fordert Verzicht auf Umsturzpläne]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/05/papst-fordert-verzicht-auf-umsturzplaene/ Es sind deutliche Worte des Papstes: Mit einer ungewöhnlichen Stellungnahme hat das Oberhaupt der Katholischen Kirche Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro zum Verzicht auf Pläne aufgerufen, die das Land in eine Diktatur stürzen könnten. Der Heilige Stuhl bitte darum, dass die geplante Verfassungsgebende Versammlung gestoppt und ausgesetzt werde, teilte der Vatikan am Freitag mit.

95 Prozent der 30 Millionen Venezolaner sind katholisch. Deswegen hat das Wort von Franziskus Gewicht. Maduro bezeichnet sich als Freund des Papstes. Am Freitag sicherten sich Soldaten und Nationalgarde das Parlamentsgebäude, das als Symbol für den Kampf um Venezuelas Demokratie gilt. Mit dem Einzug von 545 Mitgliedern der Verfassungsgebenden Versammlung könnte eine neue politische Zeitrechnung beginnen.

Kritiker befürchten, dass die mit allen Vollmachten ausgestattete Versammlung den Weg in eine Diktatur wie in Kuba ebnen könnte. Sie soll de facto an die Stelle des bisherigen Parlaments treten und eine neue Verfassung erarbeiten. Diese könnte auch die Immunität der bisherigen Abgeordneten aufheben. Unklar ist, ob und wo nun die bisherigen Abgeordneten tagen werden.

Zahlreiche Tote, Verletzte und Festgenommene sorgten für eine „Radikalisierung und Verschärfung der Krise“. Dies beobachte der Vatikan mit „großer Sorge“. Nach Betrugsvorwürfen bei der Wahl der 545 Delegierten und scharfer internationaler Kritik ist das eine weitere Hypothek für Maduro. Er selbst spricht von einer „Versammlung des Friedens“, um nach über 120 Toten wieder Ruhe und Ordnung im Land herzustellen.

Der seit 2014 stark gefallene Ölpreis, Misswirtschaft und Korruption haben das Land ruiniert. Die Menschen suchen häufig im Müll nach Essensresten. Maduro sieht die Gründe für den Niedergang beim Ölpreis und einem Wirtschaftskrieg des Auslands. Das Parlament war schon längere Zeit weitgehend wirkungslos, da Maduro mit Dekreten daran vorbeiregierte. Die Versammlung wird eine Art Parallel-Parlament. (pro/dpa)

Von: jw/dpa

]]>
Sat, 05 Aug 2017 15:25:00 +0200
<![CDATA[Radikalisierung hat mit dem Islam zu tun]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/04/radikalisierung-hat-mit-dem-islam-zu-tun/ Warum werden Menschen zu radikalen Muslimen und welche Rolle spielt die Religion dabei? Diese Frage hat der Islamwissenschaftler Ednan Aslan von der Universität Wien untersucht. Seine Ergebnisse räumen mit Klischees über die Gründe für die Radikalisierung junger Menschen auf. Denn seine Studie zeigt: Radikalisierung hat durchaus mit dem Islam zu tun, auch wenn muslimische Verbände und Institutionen dies immer wieder verneinen. Religion ist seiner Meinung nach sogar einer der wichtigsten Faktoren im Radikalisierungsprozess.

Klassische islamische Lehre als Basis

So fand Aslan etwa heraus, dass sich junge Radikale aktiv mit Normen und Wertvorstellungen der islamischen Lehre auseinandersetzen. Durch das Studium theologischer Inhalte erleben sie nach eigenen Angaben einen positiven Wendepunkt in ihrem Leben. Der Großteil der Befragten stammt aus einem gläubigen Elternhaus und kannte die Grundlagen des Islam bereits vor der Radikalisierung. Im Salafismus entdecken die jungen Menschen ein Konzept, das in der Folge ihr ganzes Leben bestimmt und das sie auch als politisches Konstrukt für die Gesellschaft verstehen. Wichtig ist Aslan auch, dass diesen Ansichten „allgemein anerkannte klassische Werke der islamischen Lehre“ zugrunde liegen.

Aslan hat für seine Untersuchung im Frühjahr 2016 insgesamt 29 Interviews mit straffälligen und überwiegend jungen Muslimen in Gefängnissen und Jugendeinrichtungen geführt. 15 von ihnen waren zum Zeitpunkt der Befragung wegen terroristischer Straftaten inhaftiert. Er fand heraus, dass sich die Islamisten für gewöhnlich nicht isoliert radikalisieren, sondern in einem sozialen Umfeld wie in bestimmten Moscheen und durch religiöse Autoritäten. Direkte Beziehungen spielten eine wichtige Rolle, das Internet eher eine untergeordnete, schreibt Aslan. Teil der Lehre solcher radikalen Gruppen sei die Ablehnung der Demokratie und der Wunsch nach der Einführung der Scharia als Gesellschaftsgrundlage. Identitätsstiftend ist vor allem die Abgrenzung zum Rest der Gesellschaft und anderen Muslimen. Diskriminierungserfahrungen aufgrund des eigenen Glaubens verstärkten die islamistische Identität noch. Fehlende Perspektive und die Entfremdung von der Mehrheitsgesellschaft machten die meist sozial schwachen jungen Menschen zugänglich für radikale Inhalte.

Abwehrhaltung von Muslimen verhindert Prävention

Aslan kritisiert bei der Auseinandersetzung mit dem Islamismus eine Abwehrhaltung auf muslimischer Seite. Wer dem Terror vorbeugen wolle, müsse sich offen mit den Gründen für Radikalisierung auseinandersetzen, anstatt alles kategorisch zu verneinen, was die eigene Religion kritisiere. Denn auch islamistische Gruppen beanspruchten das islamisch-theologische Erbe für sich. Ein fruchtbarer Diskurs über die Inhalte des Islam sei nur in Offenheit möglich. „Die alleinige Aussage ,All das hat mit dem Islam nichts zu tun‘ verhindert leider in der islamischen Community die dringend notwendige Auseinandersetzung mit einer radikalisierenden Theologie und verleiht den radikalisierten Gruppen nicht nur Legitimation, sondern stärkt sogar deren theologische Positionen“, schreibt Aslan in seinem Fazit.

Von: al

]]>
Fri, 04 Aug 2017 15:27:00 +0200
<![CDATA[Herzensangelegenheit Syrien]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/08/04/herzensangelegenheit-syrien/ Eine Buchrezension von Johannes Weil]]> Aleppo gilt als das Sinnbild des Syrienkriegs. Die Stadt liegt in Trümmern. „Überall ist Hass und Blut.“ Mit diesen Worten beschreibt der Franziskaner-Priester Ibrahim Alsabagh die Situation. Er macht die dortige Situation zu seiner Herzensangelegenheit. Wie Alsabagh seine Arbeit erlebt, was schwierig ist und wo er Hoffnungsschimmer sieht, beschreibt er in dem Buch „Hoffnung in der Hölle“, das bei Herder erschienen ist.

Das Buch ist zweigeteilt. Der erste Teil enthält Alsabaghs Briefe, die er zwischen 2015 und 2017 aus Aleppo geschrieben hat. Im zweiten Teil stehen Interviews, Begegnungen und Zeugnisse des Priesters mit den Menschen vor Ort. Daraus wird klar, mit welchen Herausforderungen Alsabagh und seine Franziskaner-Brüder kämpfen.

Was der Autor schreibt, gibt nur einen ungefähren Eindruck davon wieder, wie es den Menschen vor Ort tatsächlich geht. Aber es reicht, um den Leser zu ernüchtern. Armut, Wasserknappheit und kein Strom sind die grundlegenden Probleme. Keiner weiß, wann der nächste Raketenangriff droht. In dieser Hoffnungslosigkeit versucht der Orden ein Anker der Hoffnung zu sein.

„Als Christ in Aleppo zu sein, hat einen tiefen Sinn“

Doch die Probleme in der Kriegsregion sind noch vielschichtiger. Das Land verwaist immer mehr. Mitglieder der Gemeinden sterben durch Bombenangriffe. Der Anblick von toten, verletzten und verstümmelten Menschen ist Alltag. Durch die Arbeitslosigkeit können viele ihre Schulden nicht bezahlen. Krankheiten breiten sich aus.

Trotzdem sind Hoffnungszeichen für den Autor wichtig. Als Christ in Aleppo zu sein, hat für ihn einen tieferen Sinn. „Je mehr wir uns dem Leben Jesu gleich gestalten, umso mehr legt sein Geist Zeugnis ab“, schreibt er. Auch er zweifelt natürlich. Trotzdem will er neben dem geistlichen auch das materielle Leid lindern. Für viele ist es wie ein nicht endend wollender Albtraum.

Alsabagh ist aber auch Ansprechpartner für alltägliche Fragen. Oft wünschen und erwarten die Menschen eine Antwort von ihm: Wie lange noch? Was passiert, wenn der Krieg tatsächlich vorbei ist? Ihr tut so viel für uns, aber könnt ihr noch mehr tun? Alsabagh möchte die keimende Bitterkeit eindämmen und seine Mission nicht aufgeben. Er sieht in der gigantischen Krise auch eine Chance für Christen.

Liebe Jesu wirkt Wunder

Wenn Christen handelten und Nächstenliebe lebten, könne dies die Gesellschaft verändern. „Die Liebe Jesu, die wir bekommen, wirkt Wunder. Wenn man Jesus in den Menschen hier erkennt, wird es viel einfacher, auf sie zuzugehen und sie zu trösten“, schreibt er. Ganz praktisch setzen Alsabagh und seine Helfer dies vor Ort durch die pastorale Arbeit um, aber auch eine Schule für Taubstumme haben sie gegründet.

Der Priester sei froh, wenn ein unverkrampfter Umgang mit Muslimen möglich ist, selbst wenn Rachegefühle vorhanden sind. Sein Buch beschreibt im gewissen Sinn den Traum von einer besseren Welt. Er möchte helfen, diese mit umzusetzen. Selbst in der tiefsten Krise möchte er alles tun, damit sich der Wille Gottes erfüllen könne. Der Autor ist davon überzeugt, dass Gott auch aus dem Bösen Gutes erwachsen lassen kann. Dies erlebe er mit den Christen vor Ort, „Kleinprojekte im Bereich des Möglichen“ und durch eine Hingabe ohne Hintergedanken.

Beim Lesen entsteht der Eindruck, dass der Autor so voller Hoffnung aufgesogen ist, dass er gar nicht anders kann, als diese weiterzugeben. Trotz der vielen Erschütterungen und Tiefschläge ist das Buch ein starkes Plädoyer gegen den Hass, dem der Autor mit seinem festen Glauben entgegentritt. In allen Ungewissheiten versucht er mit seinen Brüdern „Propheten der Hoffnung“ zu sein. (pro)

Ibrahim Alsabagh: „Hoffnung in der Hölle – Als Franziskaner in Aleppo“, Herder-Verlag, 18 Euro, ISBN 9783451378638.

Von: jw

]]>
Fri, 04 Aug 2017 14:38:00 +0200
<![CDATA[„Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ ist keine Religionsgemeinschaft]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/08/03/kirche-des-fliegenden-spaghettimonsters-ist-keine-religionsgemeinschaft/ Das Oberlandesgericht Brandenburg hat entschieden. Das Land darf dem Verein „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ (FSM) verbieten, an den Ortseingängen von Templin (Uckermark) mit Hinweisschildern für seine wöchentlichen „Nudelmessen“ zu werben. Die Richter begründeten das Urteil damit, dass es dem Verein an einer „gemeinsamen Weltanschauung“ fehle.

2014 hatte der Verein erstmals mit Schildern am Ortseingang für seine Messen geworben. Es kam zu einer juristischen Auseinandersetzung, weil der Landesbetrieb Straßenwesen die Schilder entfernt hatte. Beide Parteien konnte sich nicht einigen. Im April im vergangenen Jahr untersagte das Landgericht Frankfurt/Oder die Installation der Schilder. Gegen das Urteil hatte die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ Berufung eingelegt, die nun vom Oberlandesgericht abgewiesen wurde.

Gottesbezug fehlt

Das Gericht berief sich auf die Satzung des eingetragenen Vereins. Dieser fehle es an einem für Religionsgemeinschaften charakteristischen Gottesbezug. Stattdessen imitiere der Verein als Mittel der Satire Texte und Symbole der christlichen Religion. Der Verein bezeichnete die Entscheidung als „sehr merkwürdig“. Er möchte nun die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.

In Deutschland kämpft die Spaghettimonster-Kirche seit Langem um ihre Anerkennung. Die juristische Auseinandersetzung solle helfen, dass sie als eine Weltanschauungsgemeinschaft das gleiche Recht haben müsse wie die christlichen Kirchen. Das Gericht sollte sich intensiv mit der Problematik Weltanschauung auseinander setzen.

Das Gericht begründete seine Ablehnung, dass der Verein FSM keine Weltanschauungsgemeinschaft sei, da sie keine gemeinsame Sicht auf die Welt habe, aus der sie Werte ableite, sondern nur Kirche parodiere. „Die darin geäußerte Kritik an Überzeugungen Anderer stelle kein umfassend auf die Welt bezogenes Gedankensystem im Sinne einer Weltanschauung dar“, heißt es in dem Urteil.

Notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht

Die Anhänger der satirischen Organisation sehen das anders. Sie bezeichnen sich als Humanisten, sagte der Vereinsvorsitzende Rüdiger Weida. Humanismus sei eindeutig eine Weltanschauung. Weida kann sich weitere juristische Schritte vorstellen. Gegebenenfalls ziehe der Verein bis zum Bundesgerichtshof oder weiter zum Bundesverfassungsgericht.

Der US-Physiker Bobby Henderson hat die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ 2005 gegründet. Er wollte damit auch den zunehmenden Einfluss des Kreationismus auf den Schulunterricht kritisieren. Die Anhänger der satirischen Religionsgemeinschaft heißen Pastafari. Sie verehren das Spaghettimonster als ihre Gottheit. (pro)

Von: jw

]]>
Thu, 03 Aug 2017 12:11:00 +0200
<![CDATA[Vom Umgang mit Einwanderern]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/08/03/vom-umgang-mit-einwanderern/ Eine Buchrezension von Dana Nowak]]> „Die Bialik-Rogozin-Schule, die im brodelnden Süden von Tel Aviv liegt, ist ein Leuchtturm, der im aufgewühlten Meer der Migration in die ganze Welt ausstrahlt.“ Es sind große Worte, mit denen der Autor Norbert Kron eine Schule in einem Teil der Mittelmeermetropole beschreibt, der von Armut und Obdachlosigkeit geprägt ist, und in dem Drogenhandel und Prostitution zum Alltag gehören. Laut Kron gilt die Bialik-Rogozin-Schule weltweit als Vorbild für ihre Leitlinien und Methoden im Umgang mit Kindern aus fremden Ländern. Die Schüler dort stammen aus mehr als 50 verschiedenen Staaten. Sie alle haben Migrationshintergrund, viele tragen Flüchtlingsschicksale mit sich.

Auch die deutsche Gesellschaft steht angesichts der anhaltenden Zuwanderungsströme vor großen Herausforderungen. Wie Schulen zu einer gelungenen Integrationen beitragen können, zeigt Kron anhand der Bialik-Rogozin-Schule in seinem Buch „Ein Zuhause in der Fremde“. Aus den Ähnlichkeiten und Unterschieden der Geschichte Deutschlands und Israels zieht der Autor Schlüsse für die Integration von Einwandererkindern in Deutschland.

Zwölf Thesen stellt Kron in seinem Buch auf. Ihnen liegen die Lebensgeschichten von Einwandererkindern in Israel und Deutschland zugrunde. Es sind erschütternde Schicksale. Herzergreifend ist, was diese jungen Menschen erleben mussten. Da ist Berhe Gonetse aus Eritrea, der bei seiner Flucht nach Israel entführt und gefoltert wurde. Oder Johnson Blay aus Liberia, der die Schreie seiner im Bürgerkrieg getöteten Mutter nicht mehr aus dem Kopf bekommt. „Es sind diese Geschichten, die wir in diesen Tagen brauchen, um zu verstehen, dass die Entwicklungen, die uns alle überfordern, keine abstrakten Massenereignisse sind, sondern dass es hier um Einzelschicksale geht, deren Herausforderung man nur mit individueller Menschlichkeit begegnen kann“, schreibt Norbert Kron. Seine Themen sollen Menschen in der Integrationsarbeit neue Anregungen geben. So müsse eine Schule „ein echtes Zuhause in der Fremde“ sein, auch Eltern sollten an den Schulen Sprach- und Wertebildungsangebote erhalten. Lehrer müssten Einwandererkindern eine stärkere emotionale Identifikation mit Deutschland ermöglichen – um drei der Thesen zu nennen.

Ein gebrochenes Verhältnis zum Nationalstolz

Doch gerade beim Thema „Nationalstolz“ unterscheiden sich Deutschland und Israel fundamental. Während nationale Symbole, der Armeedienst und Feiertage im israelischen Leben eine selbstverständliche Rolle spielten, hätten die Deutschen „aufgrund der Geschichte des Dritten Reichs ein höchst gebrochenes Verhältnis“ dazu. „In Punkto Nationalgefühl hält man sich an einen recht nüchternen Verfassungspatriotismus“, schreibt Kron. Es stelle sich die Frage, ob es nicht daran liege, dass Einwanderer sich häufig schwertun, eine emotionale Bindung zu Deutschland aufzubauen, sich mit dem Land zu identifizieren. „Fühlen sich viele Muslime nicht deshalb so leidenschaftlich mit dem Islam verbunden, weil diese Verbindung ihnen auf viel emotionalere Weise eine Identität stiftet?“

Kron kommt in seinem Buch zu dem Ergebnis, dass es kein Widerspruch sein muss, dass es der Integration nicht schadet, Unterricht zunächst in den Herkunftssprachen der Schüler anzubieten und die Feiertage aller Kulturen zu begehen. Und dabei dennoch den israelischen Feiertagen und Symbolen, wie der Flagge, eine große Rolle im Schulleben beizumessen. Grundsätzlich gehe es dabei nicht um einen „Hurra-Patriotismus, sondern um ein emotionales Zuhause-Gefühl“. Die Erfahrungen der Bialik-Rogozin-Schule hätten gezeigt, dass es die Identität der Einwandererkinder stärkt, wenn die Schüler auch ihre Muttersprache lernen und ihre Wurzeln nicht verlieren.

Den Kindern „ein Zuhause in der Fremde“ zu geben ist das Credo, dem sich der Schulleiter Eli Nechama verschrieben hat. Deswegen ist die Bialik-Rogozin-Schule auch den ganzen Tag für die Kinder geöffnet, und bis abends 22 Uhr Anlaufstelle für Eltern. Wer Sorgen hat, kann den Direktor und die Lehrer jederzeit anrufen. „Emotionale Unterstützung“ ist eines der fünf Prinzipien, nach denen Nechama seine Schule leitet, die übrigens nach dem hebräischen Nationaldichter Chaim Nachman Bialik benannt ist

Die UNESCO-Schule in Essen profitiert bereits von den Erfahrungen der Einrichtung in Tel Aviv. Sie unterhält eine Partnerschaft mit der Bialik-Rogozin-Schule. In Deutschland hat sie eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Integration inne.

Menschlichkeit wichtiger als Mathematik

In seiner zwölften These zitiert Kron den Schuldirektor Eli Nechama: „Sei ein Mensch. Ein Mensch zu sein ist wichtiger als Mathematik.“ Eine Diskussion dieser Thesen von Eltern, Lehrern und Schülern ist ausdrücklich erwünscht. Auf der Internetseite www.ein-zuhause-in-der-fremde.de wurde zu diesem Zweck ein Blog eingerichtet, an dem sich Interessierte beteiligen können.

Für Kron ist die Bialik-Rogozin-Schule nicht nur ein Vorbild für Bildungsarbeit, sondern auch eines für politisches Bewusstseinsbildung. Sein Buch richtet sich keinesfalls nur an Mitwirkende von Schulen oder Flüchtlingshilfeeinrichtungen. Es ist ein Werk für die gesamte Gesellschaft. Es erinnert daran, „welch Glück es ist, eine echte Heimat zu besitzen“. (pro)

Norbert Kron, „Ein Zuhause in der Fremde, Was wir in Deutschland von der besten Schule für Einwanderer lernen können“, Gütersloher Verlagshaus, 240 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-579-08673-6.

Von: Dana Nowak

]]>
Thu, 03 Aug 2017 08:51:00 +0200