Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de Die aktuellen News bei Medienmagazin pro de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de 18 16 Die aktuellen News bei Medienmagazin pro TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 20 Mar 2019 08:49:27 +0100 <![CDATA[Jesus-Comic soll doch erscheinen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/03/19/jesus-comic-soll-doch-erscheinen/ Das Unternehmen Ahoy Comics will ab Juli dieses Jahres die umstrittene Comic-Reihe „Second Coming“ zu Jesus veröffentlichen, meldet die Zeitung New York Times. Ursprünglich war der Comic im Juli vergangenen Jahres auf der Messe San Diego Comic-Con angekündigt worden. Der Verlag DC Comics zog die Reihe jedoch im vergangenen Monat nach Protesten zurück.

Im Comic geht es um Jesus Christus als Heldenfigur. Gott schickt Jesus Christus erneut auf die Welt, da er mit dessen erstem Auftritt und dem Kreuzestod unzufrieden war. Jesus möchte die Welt, in der die Menschen alle seine Lehren missachtet haben, wieder in Ordnung bringen. Dafür erhält er Unterstützung von seinem Freund Sun-Man.

Die geplante Veröffentlichung von „Second Coming“ durch DC Comics, einen der größten amerikanischen Comicverlage, war zahlreichen Protesten ausgesetzt. Daraufhin gab es eine Petition auf der Plattform CitizenGo. Darin missbilligten mehr als 230.000 Personen die Inhalte als blasphemisch. Unter anderem kritisierten sie, es sei unangemessen, sich über die Geschichte Jesu Christi lustig zu machen. Der Ursprungsverlag nannte keine konkreten Gründe für den Rückzug des Comics.

Autor Mark Russel zeigte wenig Verständnis für die Kritik. In einem Interview der Internetnachrichtenseite Bleedingcool sagte er, Jesus Christus werde häufig falsch dargestellt. „Second Coming“ verhalte sich dem Glauben gegenüber respektvoll. Der Comic hinterfrage auf satirische Weise weniger die Botschaft Jesu Christi als die Art, wie Christen mit ihr umgehen. Besonders sei diese Ansicht in evangelikalen Großkirchen zu beobachten. Dort sei Jesus mehr ein Maskottchen. Mit seinem Comic versuche Russel, die Rolle Jesu Christi als Erretter der Menschen hervorzuheben, der auf friedliche Lösungen setze.

Von: Djordje Cenic

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Tue, 19 Mar 2019 09:00:00 +0100
<![CDATA[Steeb: Einheit der Christen ist „heilige Verpflichtung“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/18/steeb-einheit-der-christen-ist-heilige-verpflichtung/ Nach 31 Jahren im Amt des Generalsekretärs der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) geht Hartmut Steeb im Herbst in den Ruhestand. Anlässlich der 56. Sitzung des DEA-Hauptvorstands in Bad Blankenburg in der vergangenen Woche hat Steeb seinen abschließenden Bericht vorgelegt. Darin betonte Steeb die „Kernanliegen der Allianz: Einheit, Gebet, Bibel, Evangelisation und Mission und gesellschaftliche Verantwortung."

„Einheit der Christen entspricht dem Willen von Jesus Christus", erklärte Steeb. Nach seinen Worten sei es die „ernste heilige Verpflichtung, dieses Geschenk der Einheit auszupacken, zu nutzen, zu gestalten“. Steeb weiter: „Wenn wir unseren Ansatz der persönlichen Glaubensübereinstimmung in Jesus Christus, unsere Glaubensbasis und ein allianzverträgliches Verhalten weiterhin als die drei einzig notwendigen Kriterien ernst nehmen, dann darf uns die Entscheidung einzelner Christen, in einer Konfession zu bleiben, die andere nicht für akzeptabel halten, nicht zu einer Grenze unserer Allianzgemeinschaft werden.“ Von einer „alle" mitnehmen wollenden theologischen und ethischen Pluralisierung will er hingegen nichts wissen. „Die ‚Glaubensbasis‘ darf nicht angetastet werden", erklärte Steeb.

Brückenschlag zur Pfingstbewegung

Steeb sei der Überzeugung, dass „Menschen sich bekehren, aber auch ganze Gemeinden und Kirchen sich reformieren könnten“, heißt es in einer Pressemeldung der DEA vom Montag. Dem scheidenden Generalsekretär sei immer daran gelegen gewesen, „gegenüber Institutionen und Kirchen, speziell den Evangelischen Landeskirchen, das Verhältnis zu verbessern und kontinuierlich das Gespräch zu suchen".

Unter Steebs Ägide wurde 1996 die „Kasseler Erklärung“ unterzeichnet, eine Vereinbarung zwischen dem Präsidium des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden und dem DEA-Hauptvorstand, ein „Brückenschlag zwischen Pfingstlern und Nicht-Pfingstlern“. Unter Steebs Federführung baute die DEA ihre evangelistischen Aktivitäten aus. Steeb war beispielsweise Mitbegründer der Evangelisationsbewegung proChrist, er beförderte die Micha-Initiative und den Willow-Creek-Kongress sowie das GemeindeFerienFestival Spring in Deutschland.

Die Deutsche Evangelische Allianz ist ein Netzwerk verschiedener evangelisch gesinnter Organisationen und Gemeinden. Sie wurde 1846 in London als interkonfessionelle Einigungsbewegung gegründet. Ehrenamtlicher Vorsitzender der DEA ist Pastor Ekkehart Vetter, der Präses des freikirchlichen Mülheimer Verbandes. Vetter sprach Steeb im Namen der DEA seinen tief empfundenen Respekt und Dank aus und würdigte die in „überaus großer Treue und Einsatzbereitschaft geleistete Arbeit im Amt des Generalsekretärs". Steebs Nachfolger ist Reinhardt Schink aus München. Er tritt am 12. Juni 2019 sein Amt an.

Von: Norbert Schäfer

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Mon, 18 Mar 2019 14:55:00 +0100
<![CDATA[(Sprich-)Wörter für die Ewigkeit]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/03/18/sprich-woerter-fuer-die-ewigkeit/ Eine Rezension von Jörn Schumacher]]> „Nichts ist schwerer, nichts erfordert mehr Arbeit, mehr Kultur, mehr Zucht, als einfache Sätze unvergesslich zu machen.“ Dieser Satz stammt zwar nicht aus der Bibel, sondern vom Schriftsteller Kurt Tucholsky, aber er zeigt, welche Bedeutung die Bibel nach wie vor hat. Denn ob man sie nun liest oder nicht: Die meisten Menschen kennen Ausdrücke wie „jemanden auf den Händen tragen“, etwas „wie unseren Augapfel“ hüten oder „im Schweiße unseres Angesichts“ arbeiten. Dabei sind sie teilweise Tausende Jahre alt.

Petra Gerster, Fernsehjournalistin und Moderatorin, vor allem bekannt aus den heute-Nachrichten im ZDF, und ihr Mann Christian Nürnberger haben bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Mit „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“, erschienen in der Edition Chrismon, haben sie die Texte von drei Theologen herausgebracht, die sich mit Sprichwörtern aus der Bibel beschäftigen. Nürnberger ist Theologe und Journalist, der bereits für das Wirtschaftsmagazin Capital, die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit arbeitete. Die Autoren sind Klaus Jürgen Diehl, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, Ruprecht Veigel, der bis 2016 Mitarbeiter der Deutschen Bibelgesellschaft war, sowie Stefan Wittig, Pfarrer der Landeskirche Württemberg.

„Schwerter zu Pflugscharen“

Der biblische Ursprung der Redewendungen sind mal mehr, mal weniger bekannt. Gerster und Nürnberger schreiben in ihrem Vorwort: „Würde man in einer x-beliebigen Fußgängerzone x-beliebige Menschen raten lassen, seit wann das Sprachbild ‚Schwerter zu Pflugscharen‘ in Deutschland in Gebrauch ist, würden vermutlich die meisten Passanten auf die friedensbewegten Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts tippen.“ Nur wenigen sei bewusst, dass wir den Ausdruck der Bibel zu verdanken haben. In Jesaja 2,4 kündigt der Prophet so das himmlische Reich Gottes an. Doch würden nicht die meisten denken, ein Sprichwort wie „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“, entstamme dem Volksmund? In Wirklichkeit stammt es aus der apokryphen Schrift Jesus Sirach (Kapitel 27, Vers 26).

In jedem Kapitel wird ein Bibelwort kurz vorgestellt, wie es verstanden wird und wie es ursprünglich in der Bibel verwendet wurde. Dazu gibt es ein Foto, das thematisch passt. Das titelgebende Zitat „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“ stammt aus 2. Mose 7,3. Dort kündigt Gott an: „Aber ich will das Herz des Pharao verhärten und viele Zeichen und Wunder tun in Ägyptenland.“ Ebenso stammt der Ausdruck „Ein Land, wo Milch und Honig fließt“ aus demselben Buch und kündigt hier das Ende der Sklaverei für das Volk Israel an. Er wird in der Bibel zweiundzwanzigmal verwendet, klären die Autoren auf.

Im Kapitel „Wie die Jungfrau zum Kind“ schreiben die Autoren: „Der biblische Bericht von der Jungfrauengeburt der Maria ist bis heute für viele Menschen so unglaubwürdig, dass sie ihn nicht fassen können. Daher spielen wir mit dem Spruch bis heute überrascht und erstaunt auf ein Ereignis an, gegen das eigentlich jede menschliche Erfahrung spricht und das dann trotzdem wahr ist. Es ist zu wünschen, dass auch wir vernunftorientierten Menschen immer wieder einmal ein überraschendes Wunder Gottes erleben können.“

„Das Herz ausschütten“

Ein Ausdruck wie „Wer’s glaubt, wird selig“ wird heute meistens völlig anders verwendet als zu biblischer Zeit. Jesus sagte diese Wort im Zusammenhang mit seiner Auferstehung. Jesus nennt an der Stelle den Glauben als Voraussetzung dafür, selig zu werden (Markus 16,16). Heute reagiere man damit „meist ironisch oder spöttisch auf eine Nachricht, die total unglaubwürdig erscheint“, schreiben die Autoren.

Oft sei Luther von der wortwörtlichen Übersetzung abgewichen, erklären die Autoren. Wenn im Original etwa die Rede davon ist, dass das Wort Gottes die Kraft habe, „Gelenk und Knochenmark“ zu durchdringen, so machte Luther daraus „durch Mark und Bein“ wegen des sprachlichen Klangs – wissend, dass hier die Reihenfolge umgedreht ist im Vergleich zum Originaltext. Im Kapitel „Sein Herz ausschütten“ schreiben die Autoren: „Unser menschliches Herz ist ein sonderbares Ding. Mal ist es verschlossen wie eine gut gesicherte Burg, in die niemand eindringen kann, ein anderes Mal offen wie ein Scheunentor, so dass jeder in sein Innerstes Einblick nimmt. Schließlich kann es vor anderen ausgeschüttet werden.“ Das etwa tat Hanna, eine Frau aus dem Alten Testament, die großen Kummer hatte, weil ihr Herzenswunsch nach einem eigenen Kind nicht in Erfüllung ging. Daraufhin schüttete sie ihr Herz vor Gott aus, heißt es in 1. Samuel 1,15.

„Es geschehen noch Zeichen und Wunder“ ist eine nette Lektüre, das Büchlein passt daher gut auf den Kaffeetisch, um darin ab und zu zu schmökern. Einen theologischen Tiefgang hat es eher nicht, die 120 Seiten mit ganzseitigen Illustrationen hat man schnell durchgelesen. Dennoch dürfte so mancher verblüfft sein, was ein Sprichwort im Original einmal bedeutete, oder dass es überhaupt aus der Bibel stammt.

Petra Gerster, Christian Nürnberger (Hrsg.): „Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die fünfzig schönsten Redewendungen der Bibel“, Edition Chrismon, 120 Seiten, 14,90 Euro, ISBN: 978-3-96038-189-1

Von: Jörn Schumacher

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Mon, 18 Mar 2019 14:44:00 +0100
<![CDATA[„Bibel ist das beste Seelsorge-Buch der Welt“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/03/18/bibel-ist-das-beste-seelsorge-buch-der-welt/ Die Bibel hat 66 Bücher. Je nach Übertragung sind es etwa 31.171 Verse und 4,4 Millionen Buchstaben. Annette Hesmert kennt sie alle. Nicht auswendig. Aber die pharmazeutisch-technische Assistentin aus Hüttenberg in Mittelhessen hat sie alle per Hand abgeschrieben. Sie wollte damit keine Rekorde aufstellen, sondern die Bibel „schreibend“ lesen – vom ersten bis zum letzten Wort.

Der Gedanke kam ihr in einer schwierigen Lebensphase. „Als Kind haben mich die Kalligraphen in den Klöstern fasziniert“, erklärt sie. Hesmert wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Schon als Jugendliche nahm sie sich bewusst Zeit, um in der Bibel zu lesen: „Oft habe ich Gottes Fingerzeige für mein Leben darin entdeckt.“

Den jungen Menschen die Bibel schmackhaft machen

2009 erlebte Hesmert eine Zeit des persönlichen Umbruchs. Mit ihrem Mann Michael zog sie nach Hüttenberg. Bei ihrem Arbeitgeber gab es Veränderungen, die sie stark beschäftigten. Zudem bekam ihr Mann zunehmend gesundheitliche Probleme. Er kam mit einer Körperbehinderung zur Welt und ist seit vielen Jahren Dialysepatient. Bei ihr selbst wurde eine seltene Hormonerkrankung diagnostiziert.

Beide Ehepartner engagierten sich ehrenamtlich im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM). Den Jugendlichen wollten sie die Bibel schmackhaft machen, weil sie selbst in allen Lebenslagen von ihr profitierten. Die Mischung aus all dem führte zu ihrem Bibel-Projekt. Bevor sie zu schreiben begann, betete sie jedes Mal, dass sie die Texte verstehen würde. Buchstabe für Buchstabe und Wort für Wort wuchs ihr Werk. Sie wollte die Geschichten lesen, schreiben und die Inhalte reflektieren.

Depressionen: Gott half

Viele biblische Personen kannte sie von klein auf. Doch sie entdeckte sie wieder neu. Auch weniger bekannte Figuren hinterließen einen bleibenden Eindruck. Am wichtigsten wurden ihr Menschen, die Gott ihre Fragen stellten und dann mit ihm Wunder erlebten. Vor allem Hiob, der alles verloren hatte, und dessen tiefe Treue zu Gott beeindruckten Hesmert: „Er hatte alles unverschuldet verloren, was ihm irdische Sicherheit gab.“

Phasen der Rat- und Machtlosigkeit kannte das Ehepaar Hesmert sehr gut. Infolge einer komplizierten Operation entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit bei Michael Hesmert eine schwere Depression. Für den sonst so lebensfrohen und zuversichtlichen Mann kam dies völlig unvorbereitet. Innerhalb weniger Tage rutschte er in ein tiefes Loch und wollte nicht mehr leben. „Wir haben nach dem Warum gefragt. Wir durften wie Hiob erleben, dass Gott lebt und alles vermag.“ Sie hatten in dieser Phase Seelsorger und Beter. „Wir wurden vor Schlimmerem bewahrt und Gott half uns aus einer schweren Zeit heraus.“

Tiefe Spuren hinterließen bei Hesmert auch die Psalmen. Vielleicht, weil die Verfasser genau ihre Fragen stellten: „Und wir dürfen sie auch stellen“, sagt sie. Gemeinsam mit Zachäus erlebte sie, dass sie auch alle Belastungen bei Jesus abladen kann und dieser jedem Menschen Vergebung schenkt, der sich auf ihn einlässt. An manchen Passagen biss sie sich die Zähne aus und verstand sie nicht. Aber auch aus den trockenen Geburtsregistern konnte sie etwas mitnehmen. „Kein Volk der Erde hat eine so detaillierte Beschreibung seiner Historie wie Israel.“ In den Schreibphasen konnte Hesmert zur Ruhe kommen, auch wenn es manchmal recht monoton war: „Gerade in Krisenzeiten war der Schreibtisch mein Zufluchtsort.“

Mit Feder und Tinte

Von der „Bittenden Witwe“ konnte sie lernen, dass es manchmal gut ist, für sein Recht zu kämpfen, auch wenn es aussichtslos scheint. Aber vor allem entdeckte sie in jedem einzelnen Buch der Bibel die große Liebe Gottes zu seinen Menschen. Das Schreiben habe ihr geholfen, historische Zusammenhänge neu zu verstehen. Ihr Projekt hat sie jetzt in 13 karierten „Herlitz-Heften“ vollendet. Viele Kugelschreiber verbrauchte sie. Als Nebenprodukt ihrer Studien ist ein Dossier über die Frauen der Bibel entstanden.

In Erinnerung an die alten Kalligraphen hat sie manche Verse kalligraphisch mit Feder und Tinte gestaltet. Das Projekt konnte viele Lebensfragen beantworten, andere sind geblieben, neue dazugekommen. Ihre Entdeckungen wünscht sie auch anderen Bibellesern: „Gerade in Krisenzeiten habe ich gelernt wie gut es ist, Gott zu vertrauen. Und ich lerne es immer wieder neu. Mein Schreib-Streifzug durch die Bibel ist somit ein wunderbares therapeutisch und seelsorgerlich wertvolles Projekt geworden“.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Mon, 18 Mar 2019 13:38:00 +0100
<![CDATA[„Grammatik entstellt, um politische Ziele durchzusetzen“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/03/18/grammatik-entstellt-um-politische-ziele-durchzusetzen/

pro: Herr Sick, Sie haben die Petition „Schluss mit dem Gender-Unfug!“ gegen gendergerechte Sprache als einer der Ersten unterzeichnet. Wieso?

Bastian Sick: Weil ich von einem der Initiatoren, Professor Walter Krämer, darum gebeten wurde. Und weil ich in der Vergangenheit schon mehrfach gegen die Auswüchse der „Genderisierung“ protestiert habe. Vor fünf Jahren gab es zum Beispiel einen ähnlichen Aufruf in Österreich. Dort hatte die Regierung verfügt, dass alle Texte für den Schulunterricht konsequent „gegendert“ werden müssen. Will ein Schulbuchautor als Arbeitsanleitung schreiben: „Jeder, dem dazu etwas einfällt, schreibt seine Ideen auf einen Zettel und gibt ihn an seinen Nachbarn weiter“, so muss er dies nun, um für sein Werk die Zulassung als österreichisches Schulbuch zu bekommen, in folgender Form tun: „Jede/r, der/m dazu etwas einfällt, schreibt ihre/seine Ideen auf einen Zettel und gibt ihn an ihre/ihren/seine/seinen Nachbarin/Nachbarn weiter.“ Das macht die Texte unleserlich und erschwert das Verständnis.

Welche „Eingriffe in die deutsche Sprache“ empfinden Sie als besonders „zerstörerisch“, wie die Petition des Vereins Deutsche Sprache formuliert?

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn von Bürgerinnen und Bürgern, von Wählerinnen und Wählern und von Steuerzahlern und Steuerzahlerinnen die Rede ist. Ich bin nur dagegen, dass staatliche Institutionen dies per Gesetz verordnen wollen, wie zuletzt in der Stadt Hannover geschehen. Und es behagt mir nicht, wenn die Grammatik dabei verbogen wird. Anstelle von „Studenten und Studentinnen“ spricht man ja schon seit geraumer Zeit von „Studierenden“. Das ist ein substantiviertes Partizip. Ein Studierender ist aber nicht dasselbe wie ein Student. Ein Studierender ist jemand, der gerade studiert. Sowie er sich mit etwas anderem beschäftigt, ist er kein Studierender mehr. Im Unterschied zum Studenten, der auch dann noch ein Student ist, wenn er schläft oder Party macht. Ein Zeitunglesender ist auch kein Zeitunglesender mehr, wenn er die Zeitung aus der Hand gelegt hat. Im Unterschied zum Zeitungsleser, der auch dann noch ein Zeitungsleser ist, wenn er Kaffee trinkt oder auf die Toilette geht. Die Grammatik wurde hier kurzerhand entstellt, um politische Ziele durchzusetzen.

Diejenigen, die den Gebrauch gendergerechter Sprache vorantreiben, möchten dadurch die Gleichstellung der Geschlechter fördern. Was ist daran verkehrt?

Am Ziel ist gar nichts verkehrt, aber am Weg. Die Sprache wird hier als Nebenkriegsschauplatz missbraucht. In Wahrheit geht es doch um etwas ganz anderes. Zum Beispiel um die Anpassung der Gehälter von Männern und Frauen in gleichrangigen Positionen. Noch immer verdienen die Frauen weniger. Und warum ist das so? Weil die Wirtschaft es so will. Und die Politik tut immer, was die Wirtschaft will. In jedem Ministerium gibt es Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte. Die können sich aber mit diesen Forderungen, zum Beispiel gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, nicht durchsetzen. Um ihre Funktion dennoch zu rechtfertigen, weichen sie auf Nebenkriegsschauplätze auf, wo man sie gewähren lässt.

Das „generische Maskulinum“, also wenn man die maskuline Form eines Substantivs verwendet, wenn das tatsächliche Geschlecht unbekannt oder egal erscheint, ist für Befürworter gendergerechter Sprache traditionell problematisch. Es markiere die männliche Form als Norm und die weibliche als Abweichung von dieser Norm. Deswegen ist vielen eine explizite „weibliche“ Markierung wichtig. Ist das kein berechtigtes Anliegen?

Wenn es im Supermarkt oder im Kaufhaus heißt „Liebe Kunden, unsere Geschäft schließt in wenigen Minuten. Bitte begeben Sie sich zu den Kassen“, dann kann doch niemand ernsthaft behaupten, dieser Aufruf gälte nur für Männer. Als Showmaster wie Kulenkampff und Frankenfeld sagten: „Ich begrüße auch unsere Zuschauer in Österreich und in der Schweiz“, waren damit selbstverständlich auch die Frauen gemeint. Wenn ich auf einem Schild lese „Fußgänger bitte andere Straßenseite benutzen“, ist es doch herzlich egal, ob ich Männlein oder Weiblein bin. Übrigens hat der BGH erst vor Kurzem in einem Urteil entschieden, dass der Begriff „Kontoinhaber“ die Frauen nicht ausschließe. Eine Frau hatte gegen ihre Bank geklagt und verlangt, dass es auf den Formularen auch „Kontoinhaberinnen“ heißen müssen. Ihre Klage wurde abgeschmettert. Wer trotzdem etwas anderes verlangt, stellt damit eine Entscheidung unseres oberstes Gerichts in Frage.

Die Petition besagt, dass „kein fester Zusammenhang zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe“. Die angegebenen Beispiele sind zwar korrekt, aber sprachwissenschaftliche Experimente haben auch immer wieder gezeigt, dass Sprache das Denken von Menschen lenkt. Insofern übt Sprache große Macht aus. Wie bewerten Sie diesen Sachverhalt?

Ich stimme Ihnen zu, dass Sprache ein Instrument der Machtausübung sein kann. Das sehen wir ja jeden Tag im Fernsehen, wenn Politiker sich hinter Wortungetümen verschanzen, um sich dadurch wichtiger und unangreifbar zu machen. Oder die Wirtschaftsleute mit all ihren lächerlichen Anglizismen. Klar und verständlich zu sprechen, ohne dabei abgehoben oder vulgär zu klingen, das ist die wahre Kunst der Rede. Ob über Jahrhunderte die Frau in der Sprache bewusst unterdrückt wurde, indem nur Formen auf „-er“ – also Bürger, Bewohner, Käufer etc. – verwendet wurden, darüber lässt sich trefflich streiten. Die Endung -er findet man schließlich auch bei der „Mutter“ und der „Schwester“. Das ist doch ein klarer Beweis, dass die Endung „-er“ nicht zwangsläufig nur Vertreter des männlichen Geschlechts beschreibt

Das Binnen-I gibt es seit 1981. Der vielleicht bekannteste Journalist, Wolf Schneider, hat schon vor Jahren öffentlich der gendergerechten Sprache den Kampf erklärt. Wie erklären Sie es sich, dass die Bewegung gerade jetzt so viel Fahrt aufnimmt, wo die Dinge doch schon seit Jahrzehnten bekannt sind?

Das liegt, wie schon erwähnt, am Vorstoß der Stadt Hannover, die zu Jahresbeginn per Erlass eine geschlechtsneutrale Amtssprache durchgesetzt hat. Damit folgte sie übrigens nur dem Beispiel der Stadt Bern, die eine solche geschlechtsneutrale Sprache schon vor neun Jahren verordnet hat. Statt „Fußgänger“ soll man dort von „Passanten“ schreiben, der Führerschein – beziehungsweise Führerausweis, wie man in der Schweiz bis dahin sagte – wurde zum „Fahrausweis“, der „Besucher“ zum „Gast“, die „Mannschaft“ zur „Gruppe“. Welch ein Krampf! In Bezug auf das „Innen“ bei Schreibweisen wie „StudentInnen“ oder „SoldatInnen“ erinnere ich an die amtlichen Regeln der Rechtschreibung, die nur eine weibliche Form mit großgeschriebenem „Innen“ zulassen, und zwar bei dem Wort „Innenarchitektinnen“.

Viele Unterzeichner haben ihrer Sorge Ausdruck verliehen, von der Politik bevormundet zu werden. Auch in anderen Lebensbereichen lässt sich eine solche Sorge beobachten. Warum glauben sich so viele Bürger bevormundet?

Weil sie dazu gar nicht befragt wurden. Der Mehrheit der Deutschen, die Frauen eingeschlossen, ist dieses Thema nämlich herzlich egal. Sie empfinden Wörter wie „Kunde“, „Fußgänger“ oder „Radfahrer“ nicht als frauenfeindlich, nur weil die Endung auf „-innen“ fehlt. Diese ganze Debatte ist schließlich nur der Versuch einiger Politiker, männlich wie weiblich, sich zu profilieren. Die Politik aber darf die Sprache nicht instrumentalisieren, zumal die Geschichte voller grausiger Beispiele steckt, in denen Regierungen die Sprache manipuliert oder zensiert haben, um ihre Ziele durchzusetzen. Jede staatliche Vorschrift im Sinne von „Ihr müsst jetzt alle A statt B sagen“ ist ein Akt der Freiheitsberaubung.

Es gibt auch eine Bibelübersetzung in geschlechterneutraler Sprache. Was halten Sie davon?

Die Bibel gibt es in allen Sprachen und in den unterschiedlichsten Bearbeitungen. Von der Bibel für Kinder – ich habe sie geliebt! – über die Bibel in leichter Sprache bis zur gendergerechten Bibel. All das ist völlig in Ordnung. Die Worte Gottes und Jesu kann man auf tausenderlei Arten wiedergeben, jede Predigt ist schließlich eine neue Interpretation der Bibel. Es sollte nur jedem Gläubigen die Freiheit der Wahl überlassen bleiben, welche Textform er bevorzugt. Schriebe die Kirche eines Tages vor, dass nur noch die Bibel in leichter oder in gendergerechter Sprache verlesen werden dürfe, wäre das für mich der Zeitpunkt, ihr den Rücken zu kehren.

Auf dem Kirchentag 2017 wurde Matthias Claudius’ Lied „Der Mond ist aufgegangen“ gegendert gesungen, und auch die „Schwestern“ spielen in dem Text eine Rolle. Würden Sie das Lied in der Fassung gern mitsingen?

Nein. Denn dabei handelt es sich um ein Kunstwerk, und ein solches nachträglich zu verändern, wäre Frevel. Wenn Kunst aus politischen Gründen verfälscht wird, ist das ein Eingriff in die Freiheit der Kunst. Von mir aus kann man einen neuen Text auf die Melodie schreiben, aber der Claudius-Text bleibt bitte so, wie er ist. Im vergangenen Jahr hatte übrigens die Gleichstellungsbeauftragte des Familienministeriums allen Ernstes vorgeschlagen, die dritte Strophe unserer Nationalhymne zu ändern und die Worte „Vaterland“ und „brüderlich“ durch andere zu ersetzen. Auch das war nur ein verzweifelter Akt der Gleichstellungsbeauftragten, Aufmerksamkeit zu erzeugen und somit ihre Funktion zu rechtfertigen. Zum Glück ist sie von Angela Merkel sofort zurückgepfiffen worden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Bastian Sick, Jahrgang 1965, begann 1995 als Dokumentationsjournalist beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Vier Jahre später wechselte er als Schlussredakteur in die Online-Redaktion. 2003 bekam er die Kolumne „Zwiebelfisch“, in der er humorvoll über häufige sprachliche Fehler und die grammatischen Hintergründe schreibt. Daraus wurde schließlich die Buchreihe „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ mit mittlerweile sechs Folgen. Seit 2006 ist er auch mit Bühnenprogrammen unterwegs.

Die Fragen stellte Stefanie Ramsperger

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Mon, 18 Mar 2019 12:44:00 +0100
<![CDATA[Kassen sollen für Bluttest auf Down-Syndrom zahlen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/kassen-sollen-fuer-bluttest-auf-down-syndrom-zahlen/ Im Streit um vorgeburtliche Bluttests auf Down-Syndrom zeichnet sich nach Spiegel-Informationen eine Lösung ab. Demnach sollen künftig die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Das wolle der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vorschlagen, dem Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und Patientenvertreter angehören.

Patientenvertreter fordern laut Spiegel, dass die Kosten für den Test erst nach der zwölften Schwangerschaftswoche übernommen werden. Innerhalb dieses Zeitraums ist eine Abtreibung straffrei, wenn die Schwangere eine Beratung in Anspruch genommen hat.

Kritik von Behindertenverbänden

Die bisherigen diagnostischen, sogenannten „invasiven“ Methoden, sind mit Risiken verbunden: Sowohl die Fruchtwasseruntersuchung als auch die Plazenta-Punktion bergen Gefahren, bis hin zur Frühgeburt. Bei dem Bluttest ist kein solcher Eingriff notwendig. Eine simple Entnahme von 20 Millilitern Blut der Mutter genügt. Denn selbst in dieser geringen Blutmenge befindet sich die DNA des ungeborenen Kindes, die über die Plazenta in den Blutkreislauf der Mutter gelangt. Die DNA wird isoliert und anschließend untersucht. Der Test ist ab der zehnten Schwangerschaftswoche möglich und kostet bisher zwischen 200 und 400 Euro.

Neun von zehn Frauen treiben bei Trisomie-Diagnose ab

Zwar sollen die Kosten nur bei Risikoschwangerschaften übernommen werden. Diese sind aber nicht gerade selten, wie Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen. Demnach wurden 2013 bei 76,3 Prozent aller Schwangerschaften Risikofaktoren angegeben, auch wenn nur bei 34,9 Prozent der Schwangerschaften tatsächlich eine Risikoschwangerschaft vom Arzt in den Mutterpass eingetragen wurde. Gab es früher nur 17 anerkannte Risikofaktoren, sind es heute 52. Dazu zählen etwa Schwangerschaften, bei denen die Mutter älter als 35 oder jünger als 17 ist, wenn sie bereits einen Kaiserschnitt hatte oder übergewichtig ist. Selbst Heuschnupfen zählt als Risikofaktor. Fallen zwei der Faktoren zusammen, kann eine Risikoschwangerschaft eingetragen werden. Der neue Test könnte also nicht die Ausnahme bleiben, sondern zum Regelfall werden. Bisher werden bereits etwa 90 Prozent aller Embryonen abgetrieben, bei denen Down-Syndrom festgestellt wurde.

Behindertenverbände hatten gegen die Kostenübernahme schon früh protestiert. Mit dem Test würden künftig immer mehr Embryonen mit Down-Syndrom abgetrieben. „Die pränatale Suche nach genetischen Merkmalen ist eben keine Schwangerenvorsorgeuntersuchung, sondern eine selektive Fahnung nach unerwünschten Abweichungen“, hatte etwa das „gen-ethische Netzwerk“ kritisiert.

Von: Nicolai Franz

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Mon, 18 Mar 2019 09:27:00 +0100
<![CDATA[Kirchenpräsident Jung: Keine Gottesliebe ohne Menschenliebe]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/kirchenpraesident-jung-keine-gottesliebe-ohne-menschenliebe/ „Was in den beiden Moscheen in Neuseeland vor wenigen Tagen geschehen ist, bewegt weltweit viele Menschen“, sagte Volker Jung, wie die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Sonntag mitteilte. „Es ist grauenhaft und entsetzlich, wenn Menschen durch menschliche Gewalt sterben.“ Besonders bewegend sei es, wenn sich die Gewalt gegen Menschen richte, die zum Gottesdienst versammelt seien.

Am Freitag waren bei einem Anschlag auf zwei neuseeländische Moscheen 49 Menschen getötet und 48 verletzt worden. Tatverdächtiger ist ein australischer Rechtsextremist.

In seiner Predigt bezog sich der Kirchenpräsident auf einen Text im zwölften Kapitel des Markusevangeliums, in dem ein Schriftgelehrter Jesus nach dem höchsten Gebot fragt. „Es ist das Gebot, den einen Gott zu lieben. Und es ist das Gebot, den Nächsten zu lieben wie sich selbst“, fasste Jung die Antwort von Jesus zusammen. Bei der Anfrage der Schriftgelehrten habe es sich um ein Streitgespräch gehandelt. Streit sei aufgrund verschiedener Positionen manchmal nötig. Entscheidend sei aber, wie Menschen den Streit miteinander austrügen. Christentum, Judentum und Islam vereine eine Aussage über „den einen Gott“: „Von diesem einen Gott geht die Botschaft aus: Es gibt keine Gottesliebe ohne Menschenliebe!“

Antirassismus-Aktion „Europa wählt die Menschenwürde“

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident predigte im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus. In diesem Jahr steht die Aktion mit Blick auf die Europawahl im Mai unter dem Motto „Europa wählt die Menschenwürde“. Im Gottesdienst in Seeheim bei Darmstadt sprachen auch der Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, und der Generalsekretär des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Abdassamad El Yazidi, Grußworte.

1.802 Veranstaltungen sind für die internationalen Wochen gegen Rassismus geplant. Am Samstag versammelten sich laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in ganz Deutschland mehrere Tausend Menschen, um gegen Rassismus und rechte Parteien zu demonstrieren. In verschiedenen Fußballstadien sind solidarische Durchsagen geplant.

Von: Nicolai Franz

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Sun, 17 Mar 2019 15:25:00 +0100
<![CDATA[„Generalverdacht trotz Missbrauchsskandal nicht angebracht“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/17/generalverdacht-trotz-missbrauchsskandal-nicht-angebracht/ Können Eltern angesichts der jüngst veröffentlichten Zahlen über sexuellen Missbrauch in den Kirchen noch guten Gewissens ihre Kinder in die Obhut der Kirchen geben? „Ja", sagt die stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, Martina Huxoll-von Ahn: „Eltern sollten das nach wie vor tun. Sie sollten aber durchaus auch kritisch und aufmerksam sein." Sie rät Eltern prinzipiell dazu, nachzufragen, was aktiv zum Schutz der Kinder getan werde. Dies gelte für sämtliche Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche betreut oder gefördert werden.

Ein Generalverdacht gegenüber den Kirchen sei nicht angebracht, aber „immer und überall ein kritisches Hinterfragen". Huxoll-von Ahn: „An den Angeboten der Kirche haben die Kinder Spaß, sie profitieren davon. Diese positiven Seiten dürfen nicht durch die Vorfälle aus dem Blick geraten. Eltern zu verängstigen ist daher der falsche Weg.“ Grundsätzlich würden alle Organisationen, die Berührungspunkte mit Kindern und Jugendlichen haben, das Risiko tragen, dass sich bei ihnen Menschen ehrenamtlich oder bezahlt engagieren, die Interessen an Kindern haben, die ihnen schaden. Wenn eine Organisation über ein Präventions- und Schutzkonzept zur Vermeidung von Gewalt gegen Kinder verfüge, sei das ein wichtiges Indiz dafür, dass man sich dort mit der Thematik intensiv beschäftigt habe und so schädigendes Verhalten gegenüber Kindern verhindern wolle.

Huxoll-von Ahn erkennt in dieser Richtung starke Bemühungen der Katholischen Kirche in den letzten Jahren. „Seit 2010 hat die Katholische Kirche vielfältige Maßnahmen in Form von Präventionsleitlinien, Schulungen gerade auch für alle ehrenamtlich Engagierten, einer Hotline und Ähnliches ergriffen. Da ist sehr viel in Gang gebracht worden", sagt sie im Gespräch mit pro. Alle Bistümer verfügten mittlerweile über Präventionsbeauftragte. „Ich finde, dass gerade die Katholische Kirche – was hilfreiches Material angeht, das auch im Internet verfügbar ist – sich sehr viel Mühe gegeben hat", sagt Huxoll-von Ahn. Dass Opferverbände insbesondere bei der Aufarbeitung jedoch weitgehend außen vor bleiben, bedauert sie. Deren Drängen auf umfassende und vor allem zügige Aufarbeitung sei „vollkommen nachvollziehbar“.

Rechtslage ist schwierig

Defizite sieht Huxoll-von Ahn vor allem im Umgang mit Verdächtigten oder Beschuldigten. Die Kirchen hätten in der Vergangenheit nur „sehr zögerlich oder gar nicht die staatlichen Instanzen eingeschaltet". Die meisten Fälle seien in der Vergangenheit „mit Kirchenrecht" behandelt worden. „Das genügt aber nicht", sagt Huxoll-von Ahn. „Wir sprechen über Straftatbestände, die in die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaften gehören.“

Ein Rechtsanwalt ergänzt, dass die Opfer zunächst vom Täter - oder bei Kirchenbeamten direkt von der Kirche – Schadensersatz verlangen könnten, auch Schmerzensgeld. Bis 2013 sei jedoch die Rechtslage so gewesen, dass der Anspruch nach drei Jahren verjährte, wenn das Opfer den Täter kannte. „Man hat sich dann eine Weile damit beholfen, dass diese Dreijahresfrist aber wenigstens erst mit dem achtzehnten Geburtstag beginnen soll–e, wenn das Opfer volljährig und in der Lage ist, seine Ansprüche durchzusetzen", sagt Rechtsanwalt Klaus Schultze-Rhonhof, der die Debatte um die Missbrauchsfälle verfolgt. 2013 sei dann eine 30-jährige Verjährungsfrist eingeführt worden, die auch überhaupt erst dann zu laufen beginne, wenn das Opfer 21 Jahre alt wird. „Eine gute Regelung. Diese Änderung gilt aber nur für Taten, die 2013 nicht schon verjährt waren – und das sind leider sehr viele", sagt Schultze-Rhonhof. Auch im Strafrecht hätten sich die Fristen der Verjährung mehrfach geändert. „Gerade sexuelle Straftaten werden ganz oft nicht angezeigt, weil sich das Opfer schämt oder Angst hat, wegen falscher Verdächtigung selbst bestraft zu werden, wenn es die Tat nicht beweisen kann", sagt der Rechtsanwalt. Erst wenn sich im Erwachsenenleben psychische Probleme auftäten, werde oft wieder nach Tat und Täter gefragt. „Dann waren die Taten zumindest in der Vergangenheit oft schon verjährt."

Gefahr liegt in den Strukturen

Allein im Zölibat nach dem Grund für den Missbrauch zu suchen, hält Huxoll-von Ahn für schwierig. „Es ist so, dass es Menschen mit pädosexuellen Neigungen gibt. Die suchen die sich entweder hauptamtlich oder ehrenamtlich Möglichkeiten, in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen zu kommen. Das kann in der Kirche sein, das kann im Fußballverein sein, das kann in einer Heimeinrichtung sein." Die Personen versuchten, sich die Zugänge zu den Kindern und Jugendlichen zu erschließen. Das Spezifische der Kirche sei, dass dort Glaubensfragen, ihre Auslegung oder vermeintlich religiöse Rituale zur Manipulation von Kindern und Jugendlichen benutzt würden.

Huxoll-von Ahn rät, die Strukturen von Organisationen stärker in den Blick zu nehmen und vor allem ausgeprägte Hierarchien. „Alle Organisationen, die streng hierarchisch organisiert sind und in denen sich an bestimmten Stellen Macht konzentriert, sind anfälliger für Missbrauch und Gewalt. Dazu muss man nicht Kirche sein, auch wenn Macht und Hierarchie ein zentrales Thema in der katholischen Kirche sind", sagt sie. „Daher ist es zu kurz gegriffen, nur kräftig gegen die Katholische Kirche auszuteilen. Denn überall da, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, betreut oder gefördert werden, gibt es die Verpflichtung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und die vorhandenen Strukturen, gerade was Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse angeht, gehören dazu zwingend auf den Prüfstand." Dabei hat sie auch die eigene Organisation im Blick. „Wir sind genauso wenig davor gefeit wie andere. Daher müssen auch unsere über 400 Orts- und Kreisverbände Präventions- und Schutzkonzepte entwickeln.“

Der Hintergrund

Eines der Hauptthemen beim jährlichen Frühjahrstreffen der Katholischen Bischöfe in Lingen diese Woche war die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der Katholischen Kirche. Das Entsetzen über das Ausmaß der Vergehen, offengelegt in der MHG-Studie, ist groß. Demnach sollen mehr als 3.600 Minderjährige von 1.670 katholischen Klerikern im Zeitraum von 70 Jahren missbraucht worden sein.

Kardinal Reinhard Marx sieht seine Kirche auf einem guten Weg. „Wir sind entschlossen, alles zu tun, um sexuellen Missbrauch in der Kirche zu überwinden und auch den Betroffenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“, sagte er am Donnerstag. „Wir werden gutmachen, was möglich ist auf Erden." Opferverbände äußerten sich kritischer. Sie vermissten vor allem klare Aussagen zu Entschädigungsleistungen für die Opfern.

Anfang der Woche hat die Zeitung Die Welt mit dem Artikel „Das wahre Ausmaß sexuellen Kindesmissbrauchs" neuen Zündstoff in der Debatte über sexuellen Missbrauch in den Kirchen geliefert. Der Artikel weist auf eine Untersuchung der Universität Ulm hin, die demnächst in der Fachzeitschrift Journal of Child Sexual Abuse veröffentlicht werden soll und offenlegt, dass „von etwa 114.000 Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester und noch einmal so vielen durch Pfarrer und Mitarbeiter in evangelischen Kirchen auszugehen“ sei. Mit anderen Worten: Die Zahl der Missbrauchsfälle in der Evangelischen Kirche dürfte der Studie zufolge ebenso groß sein wie bei der Katholischen Kirche.

Von: Norbert Schäfer

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Sun, 17 Mar 2019 11:09:00 +0100
<![CDATA[Der Vatikan, die Mafia und das Ende der Welt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/03/16/der-vatikan-die-mafia-und-das-ende-der-welt/ Eine Rezension von Jörn Schumacher]]> Bereits mit den Bestsellern „Das Einstein Enigma“ (2017) und „Der Schlüssel des Salomon“ (2018) hat der portugiesische Journalist und Nachrichtensprecher J.R. Dos Santos bewiesen, dass er spannende Romane schreiben kann. Im ersten ging es um die die Verknüpfung von Glaube und Wissenschaft mit der „Gottesformel“, im letzteren um das menschliche Bewusstsein, und wie es naturwissenschaftlich erklärt werden könnte.

Mit „Vaticanum“ verlässt Dos Santos sein bisheriges Spezialgebiet Naturwissenschaft und lässt seinen Romanhelden Tomás Noronha, den wir bereits aus den früheren Büchern kennen, auf den Vatikan los. Hier, in Rom, deckt der Historiker und Kryptologe Machenschaften auf, bei denen nicht nur tiefgläubige Katholiken schwer zu schlucken haben.

Das Schöne an den Romanen des Portugiesen ist, dass sie stets auf wahren Begebenheiten beruhen, so dass der Leser jedes Mal nicht nur auf fantastische Weise unterhalten wird, sondern auch eine Menge lernen kann. Wer bisher noch nichts über die Finanz-Affären des Vatikan in Milliardenhöhe wusste, über Geldwäsche, Schmiergeld, Steuer- und Spendenbetrug und Erpressung, dem wird hier ungläubig der Mund offenstehen. Dos Santos nennt in einem Schlussteil seine zahlreichen Quellen und stellt klar, dass die beschriebenen „moralischen, finanzwirtschaftlichen und juristischen Verstöße“ des Heiligen Stuhls nicht seiner Fantasie entsprangen, sondern „pure Fakten“ sind. Der ehemalige Dozent für Journalistik an der Neuen Universität Lissabon gehört als TV-Moderator und Sprecher der Abendnachrichten des Senders RTP1 in Portugal zu den bekanntesten Gesichtern der Nation.

Vatikan und Mafia

Noronha, der entfernt an den Romanhelden Robert Langdon des amerikanischen Schriftstellers Dan Brown erinnert, gerät im Buch in den Sumpf um die Finanzmachenschaften des Vatikan, und, noch viel schlimmer, in die Entführung des Papstes Franziskus, der eben jenem kriminellen Tun des Vatikans ein Ende zu setzen versprochen hatte. „Wie könnte ich predigen, dass wir den Armen helfen müssen, und selbst in einem solchen Überfluss leben?“, lässt der Autor den Papst sagen, und das Zitat könnte ebensogut vom echten Papst Franziskus stammen.

Im Zentrum des Geschehens steht das „Istituto per le Opere di Religione“, kurz IOR, allgemein bekannt als die Vatikanbank. Das IOR wurde immer wieder in Verbindung mit Geldwäsche für die Mafia und Steuerhinterziehung gebracht, es stellt sozusagen ein Offshore-Paradies mitten in Europa dar. Der Vatikanstaat untersteht nicht der selben Rechtssprechung wie andere Staaten, kriminelle Geistliche in Rom können fast nicht belangt werden, und die Vatikanbank untersteht keiner Bankenaufsicht oder einer Zentralbank. Dabei genießt sie hohes Ansehen weltweit – schließlich wird sie von der Katholischen Kirche geführt! Gerade das macht sie zu einem perfekten Schauplatz für Finanzverbrechen. Deshalb bedarf es in „Vaticanum“ auch einer Wirtschaftsprüferin an der Seite des Historikers Noronha, um Licht ins Dunkel rund um den Petersdom in Rom zu bringen. Dass es sich dabei um eine attraktive Französin handelt, schließt an das romantische Geschäker der Vorgängerromane an, bringt Noronha aber auch in Verlegenheit, weil er mittlerweile verlobt ist.

Spannung baut der Roman dadurch auf, dass der Papst Opfer einer Entführung wurde und um Punkt Mitternacht vor laufender Kamera enthauptet werden soll. Dahinter stecken Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS). Dies löst wiederum gewaltsame Konflikte zwischen Muslimen und Christen auf der ganzen Welt aus und könnte sogar zu einem Weltkrieg führen. Tomás Noronha und seiner hübschen Gehilfen Catherine bleiben nur wenige Stunden Zeit, um herauszufinden, wo der Papst versteckt ist. Hinweise liefern Akten über die zahlreichen Finanzdelikte des Vatikanstaates. Natürlich geht es wie in den Vorgängerromanen auch hier nicht ohne ordentliche Codes und historische Rätsel vonstatten, an denen Noronha sein Können beweisen kann. Ganz nebenbei entdeckt der Experte noch das Grab des Petrus, dem „Fels“, auf den die Katholische Kirche ihre Existenz gründet.

Der letzte Papst

Wie im Roman hat Papst Franziskus tatsächlich angekündigt, die kriminellen Machenschaften innerhalb des Vatikans aufzudecken und zu beenden. Ob Franziskus im echten Leben auch der Gefahr einer Ermordung ausgesetzt ist? In der Tat hat der IS bereits mit der Ermordung des Pontifex gedroht, und auch die Mafia hat ein Interesse daran, die Aufklärung über ihre Verstrickungen mit dem Vatikan zu verhindern. Dem Autor kommt eine uralte Weissagung über die Päpste zugute, die ein irischer Bischof namens Malachias im 12. Jahrhundert gemacht hat. Die Malachias-Prophezeiung hat für 112 zukünftige Päpste teilweise überraschend gut zutreffende Weissagungen gemacht. Der letzte Papst auf der Liste wäre demzufolge tatsächlich unser jetziger Papst, Franziskus.

Der spannend geschriebene Kriminalfall „Vaticanum“ führt dem Leser die unfassbaren Machenschaften des Heiligen Stuhls vor Augen, die tatsächlich so passiert sind. Als sich etwa die Kurie öffentlich gegen Verhütungsmitteln aussprach, verdiente sie gleichzeitig an einem Pharmakonzern, der die Pille verkaufte. Als sie die Gläubigen vor dem Rauchen warnte, verdiente sie gleichzeitig am Zigaretten-Schmuggel. Im Gegenzug für Seligsprechungen verlangt der Vatikan ordentlich Geld, findet Noronha heraus. Kardinäle predigen die Armut, leben aber selbst in den teuersten Luxusvillen Roms. Kollekten der Gläubigen werden für „obszön luxuriöse Wohnungen und die teuersten Autos“ verprasst, stellt die Wirtschaftsprüferin Catherine fest, viele Finanzgeschäfte in der Geschichte des Kirchenstaates sind mit der Mafia und Auftragsmorden verknüpft. Man kann nur hoffen, dass die geplante Ermordung des Papstes Fiktion bleibt. Doch der Romanheld Tomás Noronha sagt über Franziskus: „Die Entscheidung des Papstes, endlich Ordnung in die Finanzen des Vatikans zu bringen, hat ihm viele Feinde eingebracht.“ Ob sich die Weissagung des Malachias, dass Franziskus der letzte Papst sein wird, Rom zerstört und der Weltenrichter auftreten wird, erfüllen wird? Dos Santos schreibt dazu nur: „Die Zeit wird es zeigen.“

J.R. Dos Santos: „Vaticanum“, Luzar Publishing, 512 Seiten, 18,50 Euro, erscheint am 21. März 2019

Von: Jörn Schumacher

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Sat, 16 Mar 2019 13:21:00 +0100
<![CDATA[ARD zeigt „Kloster der Ex-Junkies“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2019/03/16/ard-zeigt-kloster-der-ex-junkies/ Die Bewohner der „Fazenda da Esperanca“ (Hof der Hoffnung) bekommen ein Kontrastprogramm zu ihrem bisherigen Leben. Standen vorher Partys, Drogen und Alkohol auf der Agenda, sollen hier Gott und spirituelle Elemente den Entzug erleichtern. Die ARD zeigt die Einrichtung in einer 30-minütigen Dokumentation mit dem Titel „Gott statt Drogen“.

​In einer familären Gemeinschaft möchte die christliche Suchthilfe Männern, Frauen und Jugendlichen einen Weg aus der Sucht ebnen. Gegründet von Franziskanern in Brasilien gibt es mittlerweile auch etliche Einrichtungen davon in Deutschland. Die Autoren des Films begleiten die beiden Protagonisten Rainer und Sebastian auf ihrem langen und schweren Weg des Entzugs.

Normalerweise dauert ein Aufenthalt dort zwölf Monate. Es herrschen strenge Regeln und die Bewohner nehmen an verpflichtenden Gebeten und Gottesdiensten teil. Die Dokumentation fragt anhand der Lebensgeschichte von zwei Protagonisten danach, ob der Glaube die innere Leere, die die Drogen hinterlassen haben, füllen kann: mit unterschiedlichem Ergebnis.

Eltern beklaut, um Drogen zu finanzieren

Der 17-jährige Rainer betont, dass er vor dem Aufenthalt auf der Fazenda nur noch egoistisch gewesen sei. Bevor er in die Einrichtung ins niedersächsische Freren einzog, hat er seine Eltern und Geschwister beklaut, und die Eheringe seiner Eltern verkauft, um sich seine Drogen zu finanzieren. Kirche kannte er nur durch den Religionsunterricht.

Hier in der Fazenda sind die Regeln streng, der Tagesablauf vorgegeben. Rainers Leben beginnt morgens um sechs Uhr mit einem Gebet und spirituellen Einheiten, in denen sich die Bewohner etwa Geschichten von Jesus aus dem Neuen Testament anschauen. Die Bewohner dürfen das Gelände nicht verlassen. Auch seine Familie darf ihn in den ersten drei Monaten nicht sehen. Es gibt keine Therapeuten und Psychologen. Die Betreuer wollen den Bewohnern helfen, ihren Selbstwert und eine Beziehung zu Gott und zum Glauben zu finden. Dies passiert mit Gottesdiensten, aber auch beim gemeinsamen Holzhacken.

Rainer lernt dort in den zwölf Monaten, Gott neu und den Menschen wieder zu vertrauen. Statt Partys und Drogen lernt er hier Nächstenliebe und geistliches Leben. Er möchte seine körperlichen und seelischen Kräfte sowie sein Selbstbewusstsein zurückgewinnen. Die Dokumentation verschweigt aber auch nicht seine Zweifel, die dabei aufkommen.

Radikaler Neuanfang möglich?

Heroinabhängig war der 36-jährige Sebastian aus München. Er ist zum zweiten Mal auf der Fazenda. Nach seinem ersten Aufenthalt hatte er einen Rückfall. Die Gründer der Fazenda sind davon überzeugt, dass Religion dabei helfen kann, eine Drogensucht zu bekämpfen. Hier sollen Betroffene einen radikalen Neuanfang wagen mit Hilfe eines klosterähnliches Lebens.

Während Sebastian auch seinen zweiten Aufenthalt nach acht Monaten abbricht, hält Rainer zwölf Monate durch. Beide haben auf der Fazenda viel gelernt und sind nicht mehr so impulsiv und aggressiv. Sebastian hat für sich begriffen, dass es nur wenig im Leben braucht, um glücklich zu sein. Auch Rainer geht verändert zurück ins Leben. Seinen Eltern möchte er etwas von seinem neu gewonnen Glauben weitergeben.

„Gott statt Drogen – Das Kloster der Ex-Junkies“, 17. März 2019, 17:30 Uhr, ARD

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Sat, 16 Mar 2019 13:19:00 +0100
<![CDATA[Klaus Göttler wird neuer EC-Bundespfarrer]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/03/15/klaus-goettler-wird-neuer-ec-bundespfarrer/ Klaus Göttler folgt auf Rudolf Westerheide als EC-Bundespfarrer. Die Vertreter des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC) wählten ihn in diese Position. Der 53-Jährige war schon einmal als Referent beim Deutschen EC-Verband tätig. Er tritt seinen Dienst am 1. Januar 2020 an. Rudolf Westerheide war im vergangenen Jahr aus der Position ausgeschieden.

„Wir sind überzeugt davon, dass Klaus Göttler die richtige Person, zur richtigen Zeit für die Aufgaben ist, die jetzt im Deutschen EC-Verband, aber auch in der EC-Bewegung in Deutschland anstehen“, erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Hartmut Kämpfer, während der Vertreterversammlung im Freizeit- und Schulungszentrum Dobel.

Junge Menschen im hauptamtlichen Dienst begleiten

Klaus Göttler lebt aktuell mit seiner Familie in Wuppertal. Er bildet an der Evangelistenschule Johanneum als Dozent junge Menschen für den hauptamtlichen Dienst innerhalb der Evangelischen Kirche aus. Darüber hinaus ist er als stellvertretender Direktor in der Gesamtverantwortung für das Johanneum eingebunden. Von 1988 bis 1991 studierte er dort selbst Theologie.

Vor seinem Dienst im Johanneum war Klaus Göttler von 1991 bis 2007 Referent beim Deutschen EC-Verband in Kassel. Zunächst war er als Evangelist und Referent für die Musik- und Sportarbeit zuständig. 1998 übernahm er die Leitung der Abteilung Missionarische Jugendarbeit und wurde 2002 Mitglied in der Geschäftsführung sowie im Vorstand. Nach dem Weggang von Volker Steinhoff hatte er zwei Jahre die Stelle des EC-Bundespfarrers kommissarisch inne, bis Rudolf Westerheide in diese Aufgabe berufen wurde.

Leidenschaft für Evangelisation

Göttler selbst möchte, laut Pressemitteilung, als EC-Bundespfarrer seine Leidenschaft für Evangelisation einbringen. Junge Menschen sollen zu einem lebendigen und tragfähigen Glauben an Jesus Christus finden. „Dieses Thema ist und bleibt für mich eines der wesentlichen Themen der Jugendarbeit.“ Göttler ist unter anderem Mitinitiator der Jugendevangelisation „JesusHouse".

Weiterhin möchte er auch seine vielfältige Erfahrung in der Begleitung und Förderung von Leitern einbringen. „Das ist eine der Kernaufgaben meiner derzeitigen Arbeit. Darin sehe ich auch eine Kernaufgabe für den Dienst als EC-Bundespfarrer.“

Der Deutsche Jugendverband EC mit Sitz in Kassel engagiert sich seit mehr als 100 Jahren in Deutschland für christliche Kinder- und Jugendarbeit. Er erreicht mit seinen wöchentlichen Gruppen 40.000 junge Menschen. Zu den weiteren Arbeitsbereichen gehören die Missionarische Abteilung, die EC-Indienhilfe mit 150 Projekten, der Born-Verlag, das EC-Seelsorgezentrum in Kassel sowie das Diakoniezentrum in Woltersdorf bei Berlin mit Fachklinik für Geriatrie und dem EC-Begegnungs- und Bildungszentrum.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Fri, 15 Mar 2019 16:40:00 +0100
<![CDATA[Trauer bei Twitter über #christchurch]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/trauer-bei-twitter-ueber-christchurch/ Bei bewaffneten Angriffen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind nach Angaben der Regierung am Freitag 49 Menschen getötet worden. Die ersten Schüsse fielen nach Augenzeugenberichten gegen 13.45 Uhr Ortszeit (01.45 Uhr MEZ). In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50.000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Christen machen rund 49 Prozent der Bevölkerung aus.

Jacinda Ardern, die Premierministerin Neuseelands, schrieb auf Twitter, solch eine „Tat beispielloser Gewalt“ dürfe in ihrem Land keinen Platz haben. Betroffen seien vor allem Migranten, die Neuseeland ihre Heimat nennten und wie selbstverständlich dazugehörten:

Scott Morrison, der Premierminister von Australien, teilte mit, alle Staatsflaggen in seinem Land auf Halbmast zu setzen:

Außerdem betonte er, Neuseeland sei ebenso wie Australien die Heimat von Menschen jedes Glaubens und jedes kulturellen Hintergrundes:

Die britische Premierministerin Theresa May verurteilte den Anschlag auf Twitter. Ihre Gedanken seien bei den Opfern dieses entsetzlichen Gewaltaktes.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert teilte mit, Bundeskanzlerin Angela Merkel sei „tief erschüttert“:

Die traditionsreiche Rugby-Nationalmannschaft „All Blacks“ nahm ebenfalls Anteil mit einem Gruß aus der Sprache der Maori: „Sei stark!“:

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) wies darauf hin, dass der Anschlag „friedlich betende Muslime“ getroffen habe:

Die CDU-Bundesvorsitzende Kramp-Karrenbauer machte auf die furchtbaren Folgen eines solchen Anschlags aufmerksam:

Die israelische Botschaft in Deutschland verband ihre Beileidsbekundung mit dem Appell gegen Terror und Hass:

Die Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Andreas Nahles, twitterte: „Wer Muslime angreift, greift uns alle an“

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir verknüpfte seinen Tweet zum Anschlag mit dem Hashtag #NoHate

Die deutsche Journalistin Esther Schapira mahnte per Twitter: „Hass und Fanatismus zerstören die Grundlage unseres Miteinanders“.

Mehrere Twitter-User warnten davor, Namen und Botschaft des Attentäters im Netz zu verbreiten, da dies genau das Ziel der Fanatiker sei, wie etwa der amerikanische Autor Ben Shapiro:

Ebenso diese Twitter-Nutzerin:

Viele Nutzer brachten mit einem schlichten Bild ihre Trauer zum Ausdruck:

Mehrere User teilten ein Bild, das Anteilnahme gegenüber der muslimischen Bevölkerung Neuseelands ausdrücken soll:

Von: Jörn Schumacher

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Fri, 15 Mar 2019 13:52:00 +0100
<![CDATA[Angeblich riesige Jesus-Statue in Russland geplant]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/03/15/angeblich-riesige-jesus-statue-in-russland-geplant/ Die Behörden im russischen Wladiwostok planen angeblich, eine riesige Jesus-Statue auf einem großen Hügel mit Blick auf den Pazifischen Ozean zu errichten. Die Statue solle die Einheit des russischen Volkes demonstrieren und Schiffe segnen, die in den Hafen einfahren oder auslaufen, berichtet Religion News Service. Katholisch.de beruft sich auf den Bericht eines orthodoxen Zentrums, in dem es heißt, das Bildnis werde auf dem Kreuzhügel am Japanischen Meer erbaut. Die Statue würde an der Stelle stehen, die einst für ein großes Denkmal des russischen Diktators Wladimir Lenin geplant war. 1972 ließen die damaligen Machthaber die Häuser dort abreißen, um eine Lenin-Statue zu errichten. Als symbolischer Beginn der Bauarbeiten wurde ein Gedenkstein aufgestellt. Der Bau der Statue wurde jedoch nie begonnen und der Stein 1990 entfernt.

Details zum Bau der Jesus-Statue sind noch nicht bekannt. Religion News Service berichtet, das Bildnis solle so hoch werden wie die Christus-Statue in Rio de Janeiro. Katholisch.de spricht von einer 68 Meter hohen Statue, mehr als 30 Meter höher als die in Südamerika. Dann wäre es die höchste Jesus-Statue der Welt. Der Bürgermeister von Wladiwostok habe laut der russischen Nachrichtenagentur Federal Press jedoch erklärt, ein solches Projekt liege ihm noch nicht vor.

Von: Swanhild Zacharias

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Fri, 15 Mar 2019 12:51:00 +0100
<![CDATA[Bollywood verfilmt Mutter Teresas Leben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2019/03/15/bollywood-verfilmt-mutter-teresas-leben/ Offenbar arbeitet Bollywood an einer Verfilmung der Biografie von Mutter Teresa. Am Montag twitterte einer der indischen Produzenten, Girish Johar, die Nachricht. Mitarbeiten sollen sowohl Hollywood-, als auch Bollywood-Persönlichkeiten.

Die Regie führt Seema Upadhyay, neben Johar zählen zu den Produzenten Pradeep Sharam, Nitin Manmohan und Prachi Manmohan. Das Team war Medienberichten zufolge bereits in Kalkutta, dem indischen Wirkungsort von Mutter Teresa. Dort traf es sich mit Weggefährten der Friedensnobelpreisträgerin.

Laut dem Nachrichtendienst MSN Entertainment erklärten die Produzenten in einem gemeinsamen Statement: „Wir hoffen, wir werden der Aufgabe gerecht und sind in der Lage, die Botschaft des Friedens, der Liebe und der Menschlichkeit zu verbreiten, für die Mutter Teresa gestanden hat.“

Demnach ist das Skript bereits fertig, das Filmteam wird gerade zusammengestellt. Anschließend soll es ein Casting geben, sodass die Dreharbeiten Ende dieses Jahres beginnen können. Der Öffentlichkeit wollen die Macher den Film 2020 vorstellen.

Von: Anna Lutz

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Fri, 15 Mar 2019 12:45:00 +0100
<![CDATA[Gläubig, glücklich, gesund]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/03/15/glaeubig-gluecklich-gesund/ Die aktuelle Ausgabe von GEOkompakt beschäftigt sich mit dem Thema Glück. Religion spielt dafür eine wichtige Rolle, zeigt ein Beitrag. Laut wissenschaftlicher Studien seien Gläubige tendenziell gesünder und mit ihrem Leben zufriedener.

„Kaum etwas spendet mehr Zuversicht, stiftet so viel Sinn und Halt wie der Glaube an höhere Mächte“, schreiben die Autoren des Beitrags, der online abrufbar ist. Die Menschen hätten die Hoffnung auf etwas Größeres, eine undurchschaubare, absolute Ordnung der Dinge. Dies könne allem Unbekannten und Unverständlichen den Schrecken nehmen. „Nichts ist dann bedeutungslos, und jeder hat seinen festen Platz in der Welt – weil alles einem göttlichen Plan folgt.“

Tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer

Häufig kämen spirituelle Menschen auch besser mit Tiefschlägen zurecht, weil sie über eine große psychische Widerstandskraft verfügten. Viele Menschen hätten in Notsituationen im Glauben Trost gefunden, weil sie sich aufgehoben fühlten. Christen und Muslime verspürten eine „meist tiefe Dankbarkeit ihrem Schöpfer gegenüber“, heißt es in dem Beitrag.

Mit dem Glauben sei auch oft ein besonderer Lebensstil verbunden. In ihrem Umfeld erlebten die Gläubigen Gemeinschaft, die eine Stütze für den Alltag darstelle. Rituale und Traditionen sorgten zudem für Struktur und Stabilität. „Oft schöpfen Gläubige auch Kraft aus regelmäßigen Gebeten oder Meditationen.“

„Qual monströser Fragen mildern“

Der Glaube könne Menschen helfen, die „Qual mitunter monströser Fragen nach dem ‚Warum‘ zu mildern”: „Anhänger vieler Glaubensrichtungen, von kleinen Stammesreligionen bis zu den großen christlichen Konfessionen, finden besonderen Trost in der Vorstellung, dass Verfall, Krankheit und gar der Tod nicht von Dauer sind.“ Der Glaube vermittele die Gewissheit, dass das „Schlechte in dieser Welt von Genesung, Wiedergeburt oder ewigem Leben in einer anderen Welt abgelöst werden“ wird. Dies sei „ein Quell der Hoffnung“ im Hier und Jetzt.

Allerdings könne der Glaube seine wohltuende Macht nur entfalten, wenn er aus eigenem Antrieb empfunden werde. Wenn der Glaube nur durch die Gemeinschaft aufgezwungen werde, seien Menschen „intoleranter, engstirniger, unbarmherziger“. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Glaube ambivalent ist: Er könne Menschen beglücken und quälen.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Fri, 15 Mar 2019 12:34:00 +0100
<![CDATA[Die Witwe des Märtyrers]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/03/15/die-witwe-des-maertyrers/ Eine Rezension von Johannes Blöcher-Weil]]> Margarete Schneider war eine imponierende Frau. Dieser Eindruck festigt sich nach der Lektüre des Buches „Die Frau des Predigers von Buchenwald“, das im SCM-Verlag erschienen ist. Sie gehörte zu den Mutigen des Dritten Reiches. Schneider musste nicht nur den Tod ihres Mannes im Konzentrationslager verarbeiten, sondern auch nach 1945 einige Tiefschläge verkraften. Dabei half ihr das eigene Lebensmotto „Versöhnung“ enorm.

„Gretel“ kam 1904 zur Welt und wuchs als neuntes von zehn Kindern in einer Pfarrersfamilie in Baden-Württemberg auf. Sie erlebte eine unbeschwerte Kindheit. Zuhause wurden keine Unterschiede zwischen Arm und Reich gemacht. Das Mädchen war mittendrin im Gemeindegeschehen, mit einem Vater, der sich sozial und diakonisch engagierte und ein offenes Haus für die Gemeinde hatte. Getrübt wurde die Situation lediglich durch den Ersten Weltkrieg und die „Schande von Versailles“.

Aus dem Pfarrhaus wird ein Gasthaus

Paul Schneider begegnete die junge Frau das erste Mal, als der Theologiestudent Obdach im Pfarrhaus fand. Schneider verliebte sich „in das bildhübsche Mädchen“. Sie fühlte sich mit knapp 17 Jahren (noch) zu jung für eine Verlobung. Später heiratete sie den Mann, der in dieser Phase seine theologische Ausrichtung suchte. Paul Schneider übernahm nach dem Tod seines Vaters dessen Pfarrstelle im hessischen Hüttenberg. Er zweifelte da jedoch noch, ob dies der richtige Beruf für ihn sei.

Margarete Schneider musste in die Rolle der Pfarrersfrau schlüpfen. Sie nahm die Aufgabe an und hatte einen hohen Anspruch an sich. Nicht nur hier, auch später half sie ihrem Mann, die Gemeinde zu beleben, gestaltete Bibelkreise, halt in der Kinder. und Jugendarbeit und machte das Pfarrhaus zu einer Art Gasthaus für viele Fremde. Vieles in ihrem Leben drehte sich um die Kinder, aber deren Existenz gaben Margarete Kraft und Hoffnung.

Diener des Wortes Gottes

Es mag verwundern, dass sie und der spätere „Prediger von Buchenwald“ zunächst an Hitlers Bewegung hingen. Die sozialpolitischen Pläne Hitlers bewirkten bei Paul Schneider, dass er sich zunächst „mit ganzem Vertrauen innerlich hinter Hitler“ stellen konnte. Doch das Ehepaar merkte nach wenigen Monaten, dass Deutschland in die falsche Richtung steuerte. Schneider kritisierte von der Kanzel herab den Nationalsozialismus. Er wurde in den Hunsrück versetzt, blieb aber seiner klaren Linie als „Diener des Wortes Gottes“ treu. Gretel stärkte ihm den Rücken.

Paul Schneider wusste, dass er hier „um des Evangeliums willens“ standhaft bleiben musste. Beide fragten sich, wie weit sie bei ihrem Christusbekenntnis gehen sollten. Das Buch beschreibt eindrücklich, dass sie sehr weit gingen in ihrem Bekenntnis und Paul Schneider von der Kanzel klare Worte predigte. Dabei lagen die Nerven manchmal blank und beide empfanden die Ehe als sehr belastend. Margaretes Mann war kompromisslos, wenn er die gute Botschaft verkündete. Er kam in „Schutzhaft“ und Gretel bat ihn, in allem Tun an seine sechs Kinder zu denken.

In diesem Spagat stand die Familie, und das beschreibt das Buch gut: standhalten und Repressionen in Kauf nehmen. Das alles ging auch an Schneiders Frau nicht spurlos vorüber. Der Autor Paul Dieterich arbeitet aus den Quellen heraus, dass sie in dieser Zeit sehr lebensmüde gewesen sei. Sie konnte aber ihren Mann auch nicht in etwas zurückhalten, „wenn er es als seine Berufung ansieht“.

Eine Quelle des Trostes

Der klare und konsequente Widerstand brachte Paul Schneider ins Konzentrationslager nach Buchenwald. Die Arrestaufseher lebten ihre krankhaften und sadistischen Neigungen an den wehrlosen Häftlingen aus und verprügelten sie grundlos. Dies ließ seine Frau häufig verzagen. Ihren tiefsten Schmerz behielt sie für sich. Paul Schneider blieb in Glaubensfragen konsequent und, wie Zeitzeugen berichten, eine „Quelle des Trostes“. Seine Frau tat in ihren Briefen alles, ihn auf seinem Weg zu stärken.

Rückhalt erlebte Gretel in der eigenen Gemeinde. Vom Tod ihres Mannes erfuhr sie am 18. Juli 1939. Der Staat überführte seinen Leichnam und erlaubte eine kirchliche Beerdigung, die zu einer „eindrucksvollen Protestdemonstration der Bekennende Kirche“ wurde. Trotz dieser schweren Situation erschien Margarete Schneider als Frau, die anderen Menschen Mut und Kraft vermittelte. Auch an allen anderen Orten, an denen sie später noch wirkte, etwa im Hunsrück und in Wuppertal, setzte sie Akzente im Gemeindeleben: Frauenkreise, Bibelkreise und musikalische Gruppen trafen sich häufig bei ihr zu Hause.

Während des Krieges wusste sie sich in der Bekennenden Kirche geborgen. Der Neuanfang für die „Witwe des Märtyrers“ war jedoch schwer. Im Zweiten Weltkrieg starb nicht nur ihr Mann sondern auch weitere Familienmitglieder. Als alleinerziehende Mutter war das Leben mit der Erziehung der Kinder und durch die ehrenamtliche Arbeit ausgefüllt. Doch die tägliche Andacht durfte nicht fehlen. Zudem war das Haus ein wichtiger Anlaufpunkt für die große Verwandtschaft.

Lebensfreude bis ins hohe Alter bewahrt

Autor Paul Dieterich zeichnet die Biographie einer starken Frau, die nach außen hin wenig emotional erscheint. Sie schöpfte ihre Kraft aus der Bibel und öffnete sich den theologischen Fragen ihrer Kinder. Diese wollten vor allem wissen, warum sie und ihr Mann in ihrem Bekenntnis so weit gegangen waren - und machten es ihnen sogar zum Vorwurf. Stark musste Margarete Schneider auch sein, als zwei ihrer Söhne bei einem Autounfall starben. Sie versank dabei aber nicht in Trauer, sondern kümmerte sich um ihre Schwiegertöchter und die Enkel.

Ihre Lebensfreude bewahrte sie sich bis ins hohe Alter. Es ist ihr gelungen, ihren Mann nicht zum „Übermenschen“ zu stilisieren. Auch im hohen Alter reiste sie viel. Sie besuchte nicht nur ihre Kinder – ein Sohn lebte in Amerika – sondern investierte auch Zeit, um anderen die Geschichte ihres Mannes zu erzählen. „Sie war kein Mensch, der in der Masse aufblüht“, schreibt der Biograph. Dass dieser gleichzeitig ihr Neffe ist, fällt in dem detailreichen Buch nicht auf. Er wahrt die Distanz zur Protagonistin.

Dem Staat gegenüber frei und mutig auftreten

Margarete Schneider selbst arbeitete in ihrem Buch „Der Prediger von Buchenwald“ noch einmal das Leben ihres Mannes auf. Wegen dessen Rolle im Nationalsozialismus und die von ihr erlebte deutsche Teilung setzte sie sich mit Vorträgen für das Thema Versöhnung ein. Praktisch ließ sie es werden, als sie das Gespräch mit dem Arrestaufseher Sommer aus Buchenwald suchte, der allerdings nicht zu einem Gespräch bereit war. Sie wollte Menschen ermutigen, auch ihrem Staat gegenüber freier und mutiger aufzutreten.

Für die Paul-Schneider-Gesellschaft, die das geistige Erbe ihres Mannes verwaltete, engagierte sie sich intensiv. Ihre zahlreichen Ehrungen hielt Schneider für „kropfunnötig“. Mit 99 Jahren starb sie 2002 und wurde auf dem Friedhof in Dickenschied beerdigt. Margarete Schneider erscheint in dem Buch als eine Frau, die Gräben zwischen verfeindeten Lagern schließen wollte. Viele persönliche Rückschläge haben sie nicht davon abgehalten, Gottes Liebe zu vertrauen. Es war ein Leben mit dem Blick für die Mitmenschen in ihrer Umgebung.

Margarete Schneider konnte in aller Stille viel bewirken. Das macht das Buch deutlich. Die über 1.100 Fußnoten sind der Beweis für eine gründliche Recherche. Natürlich liegt ein Schwerpunkt auch auf der Geschichte ihres Mannes, aber das lenkt nicht von ihrer eigenen Geschichte ab, weil die beiden Biographien eng miteinander verwoben sind. Die über 500 Seiten sind eine interessante Geschichtseinheit.

Margarete Schneider - Die Frau des Predigers von Buchenwald, SCM Hänssler, 17,99 €, 9783775156462, 544 Seiten.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Fri, 15 Mar 2019 10:58:00 +0100
<![CDATA[Die Geister der Vergangenheit besiegen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2019/03/14/die-geister-der-vergangenheit-besiegen/ Eine Rezension von Jörn Schumacher]]> Der Amerikaner Louis Zamperini trat für die USA als Leichtathlet bei den Olympischen Sommerspielen 1936 an. Beim 5000-Meter-Lauf war Zamperini der jüngste Teilnehmer. Seine letzte Runde lief er dabei in 56 Sekunden, was unter anderem dazu führte, dass Adolf Hitler ihn später persönlich zu seinem Lauf beglückwünschte. Kurz darauf ging er als Soldat in den Zweiten Weltkrieg und diente an Bord eines Bombers im Pazifikkrieg, der 1943 abstürzte. Daraufhin musste er 47 Tage in einem Rettungsboot ausharren. Japaner nahmen ihn gefangen, und er erlitt durch sie schwere Folter. Er überlebte die Gefangenschaft und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen.

Angelina Jolie drehte mit „Unbroken“ einen Film über den Kriegs- und Sporthelden. Und sie konnte dem 97-jährigen Zamperini vor seinem Tod im Juli 2014 noch eine Rohfassung des Films zeigen, für den die Brüder Joel und Ethan Coen das Drehbuch schrieben. Christliche Kritiker warfen Jolie vor, der Bekehrung der Hauptperson zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken.

Zamperinis Frau ist gläubig

Dieses Manko soll der neue Film „Unbroken 2 – Weg der Vergebung“ wieder gutmachen. Denn der Streifen, der in Deutschland am 14. März 2019 auf DVD erschien, befasst sich besonders mit diesem Aspekt aus dem Leben Zamperinis. Der Sportler und Kriegsheld hat nach dem Krieg geheiratet, und seine Frau hat ein Kind bekommen. Doch eine Familienidylle ist Zamperinis Leben nicht.

Der Kriegsversehrte wird immer wieder von den dramatischen Erinnerungen aus der Gefangenschaft heimgesucht. Heute würde man wohl von einer posttraumatischen Belastungsstörung sprechen, wie sie viele Soldaten haben. Er versucht, das Leid in Alkohol zu ertränken, was es nicht besser macht.

Zwar streift das Thema Glaube den Lebensweg Zamperinis immer wieder, aber meistens ohne dass es fruchtet oder er es überhaupt bemerkt. Dem gerade aus dem Krieg Heimgekehrten sagt ein katholischer Priester: „Der ganze Ort hat für deine sichere Rückkehr gebetet. Es ist ein Wunder, dass du überlebt hast.“ Doch Zamperini will davon nichts wissen: „Wunder haben mir nicht den Hintern gerettet, sondern die Atombomben.“ Auch wenn ihn der Priester noch ermahnt: „Vergiss Gottes Anteil dabei aber nicht“, und: „Gott war in deinem Leid immer bei dir“, fallen seine Worte bei Zamperini nicht auf fruchtbaren Boden. An einer Stelle läuft als leise Vorankündigung auf einem Fernseher im Hintergrund ein Film über die Erweckungsbewegung von Billy Graham, doch selbst der Zuschauer bekommt es kaum mit, geschweige denn Zamperini.

Zamperinis Frau geht in die Kirche und betet. Doch auch hier springt ihr Glaube nicht auf ihn über. Als Zamperini beim Training stürzt, macht das die Aussicht, es nochmals als Läufer zu den Olympischen Spielen zu schaffen, zunichte. Nachdem diese letzte Hoffnung auf Verbesserung in seinem Leben erloschen ist, ist er noch verzweifelter. Die psychischen Störungen belasten nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und die Ehe. „Ich habe gedacht, ich könnte das alles vergessen“, sagt er über die Erlebnisse der Vergangenheit, aber die Quälereien, die ihm vor allem ein japanischer Offizier angetan hat, gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf.

Zamperini hegt einen Groll gegen Gott: „Gott ist mein Feind“, ist er überzeugt. Seine Frau überzeugt ihn dennoch, mit zu einer Evangelisationsveranstaltung von Billy Graham zu gehen. Der trifft bei seiner Zeltevangelisation mit seinen Worten genau die Gefühle Zamperinis.

Hinter „Unbroken 2 – Weg der Vergebung“ steht die christliche Produktionsfirma „Pure Flix“, die auch „Gott ist nicht tot“ und „Gott ist nicht tot 2“ zu verantworten hat. Ursprünglich als Streamingdienst gegründet, um familienfreundliche Filme ohne Sex, Gewalt oder Fluchworte anzubieten, produziert das Unternehmen auch selbst Filme. Regie führte Harold Cronk, der bereits bei beiden genannten Filmen die Regie übernahm. Aber anders als diese Filme wirkt „Unbroken 2“ nicht hölzern, sondern kann mit großen Mainstream-Produktionen aus Hollywood mithalten. Einen Oscar hätte der Streifen vielleicht nicht verdient, aber die Schauspieler machen ihre Arbeit gut, der Schnitt, das Tempo und die Dialoge funktionieren.

Der Film nimmt erst zum Ende hin Geschwindigkeit auf, kann den Zuschauer dann aber auch mitreißen. Vor allem die Flashbacks, in denen Zamperini die Qualen der Vergangenheit immer wieder durchleidet, ebenso wie die Bekehrung zu Gott sind glaubwürdig dargestellt.

Das Leiden Zamperinis ist in besonderem Maße unerträglich nach allem, was er durchlitten hat; aber am Ende stehen seine Kämpfe auch exemplarisch für die Probleme, die jeder Mensch in seinem Leben hat. Der japanische Offizier, der ihn in der Gefangenschaft so quälte und bis heute regelmäßig in Erinnerung in Panikattacken heimsucht, kann symbolisch für Ängste betrachtet werden, die Menschen auf unterschiedlichste Weise mit sich herumtragen. Am Ende gelingt es Zamperini, seinen Stolz und seine Angst zu überwinden und sich in seiner Not Gott anzuvertrauen.

„Unbroken 2 – Weg der Vergebung“, Universal Pictures Germany, DVD, 98 Minuten, 15 Euro, FSK ab 12 Jahre

Von: Jörn Schumacher

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Thu, 14 Mar 2019 16:12:00 +0100
<![CDATA[Es gibt wichtigere Gerechtigkeitsbaustellen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/03/14/es-gibt-wichtigere-gerechtigkeitsbaustellen/ Ein Kommentar von Johannes Blöcher-Weil]]> Normalerweise bin ich ein Mensch, der wenig Emotionen zeigt. Richtig aufbrausend werde ich fast nur bei Spielen meiner Lieblingssportvereine. Aber auch die Debatte über eine gendergerechte Sprache in der vergangenen Woche trägt bei mir nicht zu einem ruhigen Puls bei.

An der Universität haben ich mich mit meinen Kommilitonen immer lustig gemacht, wenn unsere Politik-Professorin großen Wert auf das Binnen-I gelegt hat. Die Sprache sollte gendergerecht sein. Sie fand, das weibliche Geschlecht könnte sich diskriminiert fühlen, wenn lediglich von Studenten die Rede ist. Deswegen sprach sie von StudentInnen und WissenschaftlerInnen. Das ist jetzt fast 20 Jahre her. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass Frauen sich eingeschlossen fühlen dürfen, wenn ich die Sammelbezeichnung wähle und von Studenten rede. Die deutsche Grammatik ist da ebenfalls auf meiner Seite.

Es gibt größere Probleme

In meiner Lokalzeitung durfte ich diese Woche lesen, dass die Verwaltung der hiesigen Universitätsstadt jetzt in ihren amtlichen Schreiben den Genderstern nutzt. Mein Puls steigt. Ich glaube, wir haben größere Probleme auf der Welt als die Nutzung dieses sprachlichen Mittels, was in der deutschen Grammatik nicht vorgesehen ist. Ich will nicht in Hysterie verfallen, aber mir spricht der Aufruf des Vereins Deutsche Sprache gegen den „Gender-Unfug“ aus der Seele.

Die Wortwahl des Aufrufs ist an machen Stellen diskussionswürdig. Häufig braucht es aber auch eine klare Sprache, um seine Aussagen verständlich an den Mann - und natürlich auch die Frau - zu bringen. Die Mahner zum Widerstand gegen „gendergerechte Sprache“ sehen darin einen „zerstörerischen Eingriff“ in die deutsche Sprache. Unterzeichnet haben den Appell unter anderem „Sprachpapst“ Wolf Schneider, aber auch der Schauspieler Dieter Hallervorden und der Evangelist Theo Lehmann.

Debatte nervt

Eine Umsetzung erzeuge „eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde“ und leiste „keinen Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft“. Der Staat dürfe nicht von oben in die Sprache eingreifen und zum Spielball politischer Interessen werden. Ich gebe zu: Mich nervt diese Debatte und ich glaube, sie ist auch nur für wenige Menschen relevant. Ich bin für eine kurze und effektive Sprache. Gendergerechte Sprache ist umständlich und viel schwerer lesbar. Ohne Binnen-I und Genderstern wären manche Bücher, amtliche Dokumente und wissenschaftliche Hausarbeiten nicht nur besser lesbar, sondern manchmal auch deutlich dünner - ohne den Inhalt zu verfälschen.

Für mich gibt es andere Möglichkeiten und Chancen, die Welt „gerechter“ zu machen, die Sprache wäre dabei nicht das allererste Mittel der Wahl. Wir können uns für Gerechtigkeit einsetzen gegenüber Menschen, Männern und Frauen, die in der Gefahr stehen missbraucht, diskriminiert und unterdrückt zu werden. Vielleicht können Sie sich an das letzte gute Wort oder eine helfende Hand aus Ihrem Umfeld erinnern. Wenn ich wertgeschätzt werde und Unterstützung erfahre, tut mir das gut. Dann steigt mein Puls, aber nicht vor Ärger, sondern vor Freude. Wenn wir es schaffen, das dem anderen zu zeigen, ist das wichtiger als ein Genderstern oder das Binnen-I.

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Thu, 14 Mar 2019 15:58:00 +0100
<![CDATA[Tägliche Bibellese mit Smartphone oder Tablet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2019/03/14/taegliche-bibellese-mit-smartphone-oder-tablet/ Der Bibellesebund (BLB) erweitert sein Digitalangebot und bietet eine neue App zum Bibellesen an. Mit der App „Bibelzeit“ lassen sich drei BLB-Zeitschriften künftig auf Smartphone oder Tablet lesen. Das hat das internationale christliche Werk am Donnerstag mitgeteilt. Die Zeitschriften Orientierung, Atempause und Klartext können demnach mit der „Bibelzeit" abonniert werden.

„Bei der Entwicklung haben wir vor allem die Stille Zeit, das tägliche Bibellesen, im Blick gehabt“, erklärt Benjamin Carstens, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des BLB, auf Anfrage von pro. „Deshalb stehen das komfortable Lesen der Erklärungen und Impulse aus den drei Bibellese-Zeitschriften im Vordergrund, und man kann die Bibel in der App in drei verschiedenen Übersetzungen lesen“, sagt Carstens. Die App liefere eine Übersetzung nach Luther, die Gute Nachricht und die Elberfelder Bibelübersetzung. Weitere Übersetzungen sollen nach BLB-Angaben noch folgen. „Wenn einen Texte aus den Bibellese-Zeitschriften besonders ansprechen, kann man sich Lesezeichen setzen oder eigene Notizen hinzufügen – und weil das tägliche Bibellesen eine wunderbare Gewohnheit ist, kann man sich von der App zu einer eingestellten Zeit täglich daran erinnern lassen“, erklärt Carstens.

Die App ist kostenlos, ein zehntägiges Probeabo der drei digitalen Bibellese-Zeitschriften ebenfalls. Für Leser, die bereits die aktuelle Ausgabe einer der Zeitschriften vorliegen haben, ist auch die Nutzung der Ausgabe in der App kostenlos. „So kann man je nach Ort und Situation entscheiden, ob man die Stille Zeit lieber mit Bibel und Bibellese-Zeitschrift oder nur mit Smartphone oder Tablet macht", sagt Carstens. Die App ist für iOS-Geräte im AppStore und für Android-Geräte bei GooglePlay erhältlich. Entwickelt wurde die App im Auftrag des Bibellesebundes in Deutschland, Österreich und der Schweiz von einer Agentur in Siegen.

Der BLB will eigenen Angaben zufolge in Zusammenarbeit mit christlichen Gemeinden Kinder, Jugendliche und Familien mit Gottes guter Nachricht bekannt machen. Durch Bibel und Gebet möchte der BLB Menschen aller Altersstufen ermutigen, Gott täglich zu begegnen. Der BLB ist über den Fachverband Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste auch Mitglied im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung und gehört als Mitglied der Deutschen Bibelgesellschaft dem Ring Missionarischer Jugendbewegungen an.

Von: Norbert Schäfer

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Thu, 14 Mar 2019 15:13:00 +0100
<![CDATA[Gesetzesvorhaben: Zwei Mütter für ein Kind]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/03/14/gesetzesvorhaben-zwei-muetter-fuer-ein-kind/ Zwei miteinander verheiratete oder verpartnerte Frauen sollen künftig nach einer künstlichen Befruchtung das Recht haben, als Mutter und Mit-Mutter eingetragen zu werden. Bundesjustizministerin Katarina Barley will auf diesem Wege „gleichgeschlechtliche Elternschaft“ mit der verschiedengeschlechtlicher Eltern gleichstellen, wie es in einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Gesetzesvorschlag heißt.

Demnach stoße die „alleinige Ausrichtung des Rechts auf das traditionelle Familienbild“ vor dem Hintergrund moderner Fortpflanzungsmedizin und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften auf wachsende Kritik. Die moderne Fortpflanzungsmedizin mache neue Familienkonstellationen möglich und es stelle sich heute die Frage, wer neben der gebärenden Mutter der zweite rechtliche Elternteil eines Kindes sein solle, etwa im Fall von Samen-, Eizell- oder Embryospenden. Derzeit können Ehepartnerinnen einer Mutter deren Kinder nur anerkennen, indem sie sie adoptieren – auch innerhalb einer geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehe.

„Am Zwei-Eltern-Prinzip festhalten"

Mit Blick auf mögliche Konflikte will das Ministerium am „Zwei-Eltern-Prinzip“ festhalten, auch wenn die Möglichkeiten der modernen Fortpflanzungsmedizin dazu führten, dass einem Kind mehr als zwei Personen genetisch oder sozial verbunden sein könnten und somit als Eltern in Betracht kämen.

Der Entwurf sieht auch Änderungen im Fall bereits verheirateter schwangerer Frauen vor, die mit einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner leben. Nach derzeitiger Regelung würde ein Kind automatisch dem Ehepartner zugeordnet. Künftig soll es mit Zustimmung aller drei Parteien möglich sein, einen nicht verheirateten Partner als Vater oder Mutter anerkennen zu lassen, der „statt des Ehegatten oder der Ehegattin wahrscheinlich an der Entstehung des Kindes beteiligt war“.

Von: Anna Lutz

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Thu, 14 Mar 2019 14:07:00 +0100
<![CDATA[Gesetz ohne PID-Regelung verabschiedet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/03/14/gesetz-ohne-pid-regelung-verabschiedet/ Am Donnerstag wurde im Deutschen Bundestag ein neues knapp 200 Seiten langes Gesetz zur Gesundheitspolitik verabschiedet. Im Kern geht es darin um eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit medizinischen Leistungen. Für Aufsehen hatte im Vorfeld unter anderem ein Aspekt der Neuregelung gesorgt: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlug darin vor, die Präimplantationsdiagnistik (PID), also Gentests an Embryonen, zu einer gesetzlichen Kassenleistung zu machen.

Die Präimplantationsdiagnostik ist umstritten. In Deutschland ist sie eingeschränkt erlaubt, wenn Paare eine Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder mit einer Tot- oder Fehlgeburt zu rechnen ist. Die Paare müssen bislang die Untersuchung selber zahlen.

Kirchen kritisierten Spahn

Spahns PID-Vorschlag war erst mit zeitlicher Verzögerung Inhalt der öffentlichen Debatte geworden. Nachdem der Gesetzesvorschlag im Dezember öffentlich wurde, kritisierten die Kirchen den Minister Ende Januar scharf. Sie warfen ihm laut dem Magazin Focus vor, die PID-Regelung „als Zusatz unbemerkt im Terminservice- und Versorgungsgesetz“ unterbringen zu wollen. In einem Schreiben der Kirchen an die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD hieß es: „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet eine so folgenreiche Entscheidung (...) praktisch im parlamentarischen Hauruckverfahren getroffen werden soll.“

Auf Nachfrage von pro stellte sich auch die Deutsche Evangelische Allianz gegen PID als Kassenleistung. Das evangelikale Netzwerk habe sich immer für ein gänzliches Verbot der Methode ausgesprochen und sei nun auch gegen die Finanzierung, erklärte Generalsekretär Hartmut Steeb.

Bereits Ende Januar räumte Spahn deshalb ein, es seien zur Regelung der PID ausführlichere Beratungen nötig. Auf pro-Nachfrage erklärte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Donnerstag, PID sei nicht länger Gegenstand aktueller Gesetzgebungsverfahren. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass das Ministerium das Thema in einem anderen Gesetz erneut einbringe. Am Donnerstag wurde das ursprüngliche Gesetz mit den Stimmen der Großen Koalition verabschiedet. Die Opposition kritisierte in der vorangehenden Debatte unter anderem die vielen notwendigen Änderungen am Gesetz nach der ersten Lesung im Deutschen Bundestag.

Zur Kassenleistung wird nun aber die sogenannte Kryokonservierung für junge Erwachsene, die an Krebs erkrankt sind. Durch die Konservierung von Keimzellgewebe, Ei- und Samenzellen soll es ihnen auch nach einer Krebsbehandlung möglich sein, Kinder zu bekommen.

Von: Anna Lutz

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Thu, 14 Mar 2019 10:43:00 +0100
<![CDATA[Kinder vor Pornos zu schützen, ist nicht genug]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/03/13/kinder-vor-pornos-zu-schuetzen-ist-nicht-genug/ Eine Rezension von Nicolai Franz]]> Noch nie war es so einfach, an Pornografie zu gelangen, wie heute. In Zeiten von Smartphone-Flatrates und einer riesigen Auswahl an Pornoangeboten im Internet genügen wenige Klicks, um jederzeit auf Inhalte zuzugreifen, für die vorangegangene Generationen noch verschämt durch Erwachsenenvideotheken schleichen mussten.

Das betrifft nicht nur Erwachsene und Jugendliche, sondern – oft ignoriert – auch Kinder. Mit „Einfach mal anklicken!?“ ist nun ein Buch im fontis-Verlag erschienen, das Eltern helfen soll, mit dem Thema verantwortungsvoll umzugehen.

Den ersten Teil des Buches, geschrieben vom Norweger Chris Duwe, sollen Eltern mit ihren Kindern gemeinsam lesen. Duwe, selbst vierfacher Vater, erzählt die Geschichte von Thomas, der in der Chatgruppe seiner Mitschüler auf Porno-Material stößt. Als er verschämt die Gruppe verlässt, setzen ihn seine Mitschüler unter Druck. Das Tablet des Vaters geht zu Bruch, der Junge ist am Ende. Er leidet unter den Bildern, die sich in sein Gedächtnis eingebrannt haben. Schließlich öffnet er sich seinem Vater, der sehr verständnisvoll reagiert. Es entwickelt sich ein Gespräch über Pornografie, in dem Thomas lernt, dass Sexualität ein Gottesgeschenk ist, Pornos hingegen schlicht „Müll“, der Herzen vergiftet. Auch der christliche Glaube spielt eine Rolle. Dabei weckt der Vater in seinem Sohn keine Schuldgefühle, sondern lobt ihn dafür, dass er die Chatgruppe mit den schlüpfrigen Inhalten verlassen hat. Dass sein Tablet zu Bruch ging? Zweitrangig.

Eltern haben eine Verantwortung

Der zweite Teil richtet sich an die Eltern. Anhand von Studien wird deutlich, dass Pornografie der Entwicklung Heranwachsender schadet, wie weit sie verbreitet ist – und wie man sich davor schützen kann. Darunter fallen technische Lösungen für iOS und Android und Internetangebote, die helfen können, über Pornografie zu sprechen. Dass viele Erwachsene ebenfalls Pornos konsumieren, blenden die Autoren nicht aus. Das ist für sie aber kein Grund dafür, sich nicht trotzdem um dieses Thema zu kümmern.

Der Autor Chris Duwe betont im Vorwort, es sei nicht genug, Kinder nur vor Pornos schützen zu wollen. „Wir müssen sie lehren, die digitalen Angebote, die täglich auf uns alle einstürmen, so zu bewältigen, dass sie selbständig gute Entscheidungen treffen können.“ Eltern sollten ihre Kinder dazu befähigen, bevor sie in Situationen geraten, in denen sie sich für oder gegen den Pornokonsum entscheiden müssen.

„Einfach mal anklicken!?“ richtet sich an Eltern von noch nicht allzu großen Kindern. Für den Umgang mit Teenagern und Jugendlichen ist das Buch eher nicht geeignet. Thomas aus der Geschichte ist zehn Jahre alt. Er könnte auch jünger sein. Selbst Kinder, die keinen regelmäßigen Zugang zum Smartphone haben, können mit Pornografie, etwa auf den Bildschirmen der Freunde, in Berührung kommen. Kinder komplett von Pornografie abzuschirmen, dürfte daher unmöglich sein. Umso wichtiger ist es, darauf vorbereitet zu sein.

Alleine daher ist es zu begrüßen, dass der fontis-Verlag einen mit 48 Seiten sehr schlanken, gut lesbaren und gehaltvollen Ratgeber veröffentlicht. Denn Eltern haben die Verantwortung, auch in diesem schwierigen Bereich Vertrauenspersonen und liebevolle Ansprechpartner für ihre Kinder zu sein. Dafür bietet der Ratgeber hilfreiche Gedankenanstöße und konkrete Tipps. Er sei allen christlichen Eltern als Herz gelegt, die ihre Kinder auf dem Weg zu reflektierten und verantwortungsvollen Entscheidungen begleiten wollen.

Chris Duwe: „Einfach mal anklicken!? Kinder und die Internetpornografie – und wie wir ihnen helfen können“, fontis, 48 Seiten, 12 Euro, ISBN 9783038481669

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Wed, 13 Mar 2019 17:47:00 +0100
<![CDATA[Jemen: Immer mehr Muslime werden Christen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/03/13/jemen-immer-mehr-muslime-werden-christen/ Christen im Jemen stehen massiv unter Druck. Der Weltverfolgungsindex der Hilfsorganisation Open Doors listet das Land auf Platz acht der weltweit schlimmsten Christenverfolger, die Menschenrechtler sprechen von Verhaftungen, körperlicher und seelischer Misshandlung und Vertreibung. Dennoch scheinen immer mehr Jemeniten vom Islam zum Christentum zu konvertieren. Das teilte der Stephanuskreis der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag am Dienstagabend mit.

Die Abgeordneten des Kreises setzen sich für verfolgte Christen ein. Im Rahmen einer Sitzung am Montag hörten sie die Berichte von zwei extra angereisten jemenitischen Christen über zunehmende Konversionen im Land. Die Identität der beiden muss geheim bleiben, weil sie aufgrund ihres Glaubens in ihrer Heimat in Gefahr sind. Ihren Berichten zufolge steigt die Zahl der Christen im Land, obwohl Konvertiten durch extremistische Gruppierungen wie den „Islamischen Staat“ (IS) oder Al Kaida bedroht werden. Christen im Jemen könnten sich ausschließlich im Untergrund treffen, erklärte ein Sprecher des Stephanuskreises. Die letzten vier noch existierenden Kirchengebäude im Land dienten ausschließlich ausländischen Gläubigen. Die einheimischen Christen organisierten sich via Social Media. Ihre Zahl werde auf 5.000 bis 10.000 geschätzt.

Anlässlich dieser Erkenntnisse ruft der Vorsitzende des Kreises, Heribert Hirte (CDU), zu mehr Einsatz für die Christen im Jemen auf: „Als ersten Schritt müssen wir die Mauer der Gleichgültigkeit durchbrechen. Die Christen im Jemen brauchen Schutz: Wir müssen ihr Engagement im Bereich humanitärer Hilfe mit internationaler Hilfe unterstützen“, teilte er mit. Der Jemen solle auch durch deutsche Entwicklungszusammenarbeit beim Wiederaufbau unterstützt werden. Der Stephanuskreis fordert zudem mehr öffentliche Aufmerksamkeit für das Leid der Jemeniten. Derzeit litten 82 Prozent der Bevölkerung an Hunger, etwa 24 von 29 Millionen Menschen seien von humanitären Hilfsleistungen abhängig.

Von: Anna Lutz

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Wed, 13 Mar 2019 13:47:00 +0100
<![CDATA[Über 200.000 Opfer von Missbrauch in Kirche]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/13/ueber-200000-opfer-von-missbrauch-in-kirche/ 114.000 Menschen haben in Deutschland in ihrer Kindheit und Jugendzeit sexuellen Missbrauch durch katholische Priester erlebt – und ebenso viele von evangelischen Pfarrern und anderen Kirchenmitarbeitern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Jörg Fegert, dem Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Ulm, und Kollegen. Sie haben im vorigen Jahr 2.500 Personen dazu befragt und das Ergebnis auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Die Studie wird in der Fachzeitschrift Journal of Child Sexual Abuse veröffentlicht, die Tageszeitung Die Welt berichtete bereits darüber.

Zwischen den Konfessionen gab es demnach keine Unterschiede. Von den Befragten gaben gleich viele an, in einer katholischen oder evangelischen Einrichtung missbraucht worden zu sein. „Damit lässt sich nun das wahre Ausmaß des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in den Kirchen besser einschätzen“, sagte Fegert der Zeitung. Die Studie, die die Katholische Kirche in Auftrag gegeben hatte, habe „tatsächlich nur die ‚Spitze des Eisbergs‘“ gezeigt.

Das hatten die Wissenschaftler der sogenannten MHG-Studie auch so festgestellt, nachdem sie ihre Erkenntnisse aus Kirchenakten zusammengetragen hatten. Nach ihren Angaben wurden zwischen 1946 und 2014 3.677 vor allem männliche Jugendliche von Klerikern missbraucht. Schon bei der Vorstellung der Studie im September vorigen Jahres sprachen die Wissenschaftler von einer „unteren Schätzgröße“, da zahlreiche Quellen nicht vollständig oder nicht vorhanden gewesen seien.

Einblick ins Dunkelfeld

Die jetzige Erhebung der Universität Ulm kommt auf eine dreißigmal höhere Zahl. Vor allem in konfessionellen Schulen kam es demnach zu Missbrauch. Bei massiven Formen des Missbrauchs, die Penetration mit einschließen, sind Priester als Täter überrepräsentiert. Allerdings seien tiefergehende Schlussfolgerungen aus den Daten nicht besonders belastbar, da dafür mehr Menschen hätten befragt werden müssen, geben die Autoren zu bedenken.

Die Studie liefere einen ersten Einblick in das Dunkelfeld des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Kontext, schreibt die Welt. Fegert empfiehlt, dass beide Kirchen eine gemeinsame Studie in Auftrag geben, um genauere Erkenntnisse zu gewinnen.

Seit Montag tagt die Deutsche Bischofskonferenz zu ihrer Vollversammlung in Lingen. Dabei geht es auch um den sexuellen Missbrauch in der Kirche.

Von: Jonathan Steinert

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Wed, 13 Mar 2019 09:12:00 +0100
<![CDATA[Eine „Non-Profit-Evangelisation“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/03/12/eine-non-profit-evangelisation/ Alkoholisierte Männer geraten auf dem Marktplatz aneinander. Der nachts immer patrouillierende städtische Sicherheitsdienst ist schnell zur Stelle, kann die Situation aber nicht wirklich entschärfen. Wenig später greifen Beamte der Polizei ein und treiben die streitenden Parteien auseinander. So weit nicht ungewöhnlich für eine Großstadt, noch dazu an einem Wochenende. Auf der Straße, die den Marktplatz teilt, kommen vereinzelt Passanten vorbei. Regen setzt ein und die Szenerie wird deprimierend. Wäre da nicht lautes Gelächter zu hören, nur einen Steinwurf vom Polizeieinsatz entfernt, auf der anderen Straßenseite. Unter dem Bahnwartehäuschen hat sich, geschützt vor dem Regen, eine Menschentraube um einen großen Wagen versammelt. Dort verteilen junge Leute, die „Nightbirds“, kostenlos heißen Kaffee, Tee, Wasser und saure Glühwürmchen.

Nächtlicher Gottesdienst im Herzen der Stadt

Die „Nightbirds“ haben sich im Juli 2016 privat gegründet. Ihr Ziel ist es, die Atmosphäre in Halle zu prägen und den Menschen etwas Gutes zu tun. „Viele Leute leben einfach aneinander vorbei“, sagt Daniel Bierbaum, der Gründer der „Nightbirds“. Die Idee hinter dem Projekt hätte daher auch ohne christliche Inhalte einen hohen Mehrwert, mit Jesus jedoch umso mehr. Es sei aber nicht das Ziel, „die Bibel zu nehmen und den Leuten vor den Schädel zu kloppen“, beschreibt Maik Wegener die Idee. Nächstenliebe ohne Bedingung und Gegenleistung ist die Devise. Kommt das Gespräch auf den Glauben, erzählen die „Nightbirds“ gern von Jesus. Aber sie zwingen niemandem etwas auf. Tobi Hammelmann spricht von einer „Non-Profit-Evangelisation“. „Wir feiern Jesus und deshalb jeden einzelnen Menschen, dem wir begegnen“, sagen die „Nightbirds“, für die ihre Einsätze ein Dienst für Gott sind. Ein Gottesdienst eben. Nachts und mitten auf dem Halleschen Marktplatz.

Um 21 Uhr hatten Bierbaum, Wegener, Julia Kolbe und Udo Graue ihren Einsatz vorbereitet: Wasserflaschen einladen, Becher mit dem Logo der „Nightbirds“ bekleben, Kaffee und Tee kochen. Es ist ein gemütliches Beisammensein unter Freunden. Es wird viel gelacht, ein bisschen geraucht und ein erster Kaffee gegen die drohende Müdigkeit und die Kälte getrunken. Bei den letzten Handgriffen schließen die Freunde eine Wette ab: Wie oft wird Graue heute Nacht auf seine Ähnlichkeit mit Ed Sheeran angesprochen? Bevor die Truppe aufbricht, nehmen sie sich noch ein paar Minuten für eine Gebetsgemeinschaft. Es ist ihnen wichtig, die kommenden Stunden, das Ungewisse und alle Begegnungen bewusst in Gottes Hände zu legen.

Wenn Kaffee entwaffnet

Von dem Gemeindegelände der halleschen Evangeliumsgemeinde aus ist es nicht mal ein Kilometer bis zum Marktplatz. Doch mit 180 Wasserflaschen befüllt, ist das Wagenschieben extrem anstrengend. Umso besser, dass sich auf halbem Weg zum Roten Turm auf dem Marktplatz noch Helge Eisenberg und Lukas Gotter, der Pastor der Evangeliumsgemeinde, anschließen. Nach exakt 27 Sekunden ist bereits der Erste mit einer Wasserflasche versorgt. Einen Moment später ist der erste Kaffee ausgeteilt. Langsam breitet sich ein wohltuender Kaffeeduft aus und das Treiben um den Wagen wird größer.

Während zwei „Nightbirds“ den Wagen bedienen, verteilen sich die andern auf dem Marktplatz, um den Passanten Getränke anzubieten. Immer zu zweit, man weiß ja nie, wem man nachts begegnet. Es gab auch schonmal brenzlige Situationen. Umso positiver ist da eine Begegnung aus einer anderen Nacht: Ein kräftiger Mann überquerte, laut über Ausländer fluchend, den Marktplatz. Sie hätten ihm Geld und Handy geklaut. Voller Frust traf er auf die „Nightbirds“. Diese boten ihm einen Kaffee an. Von der Geste völlig überrumpelt, verflog die Aggressivität. Der Mann half anschließend sogar beim Verteilen der Getränke und schloss sich dem gemeinsamen Gebet an. Wegen Begegnungen wie dieser hat das Land Sachsen-Anhalt die „Nightbirds“ mit dem Landespräventionspreis ausgezeichnet.

Zurück zum nächtlichen Einsatz: An den Taxiplätzen fragt ein älterer Fahrer, ob es zum Kaffee auch Zucker gebe: „Ohne bekomme ich immer Kopfschmerzen.“ Während der eine verneint, kramt die andere in ihrer Jackentasche und findet tatsächlich eine Packung Zucker. „Warum ich ausgerechnet heute welchen dabei habe, weiß ich nicht“, meint sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

„Licht am Ende der Nacht“

In dieser Nacht begegnen die „Nightbirds“ einem betrunkenen Obdachlosen, der gemeinsam mit einem Wirtschaftsstudenten ein Weihnachtslied lallt. Sie treffen einen jungen Mann, der seinen Schreibtisch durch die Stadt trägt, und eine Reihe Arabisch sprechende Studenten. Auf Ed Sheeran sprechen Udo Graue in dieser Nacht nur zwei Passanten an. So unterschiedlich die äußeren Umstände und Menschen auch sind, ihre Reaktionen auf das Gratisgetränk sind ähnlich: Kaum einer kann das Getränk einfach annehmen. Viele vermuten, dass eine Gegenleistung von ihnen erwartet wird. Sie seien es nicht gewohnt, dass „es so etwas in unserer Gesellschaft noch gibt“, fasst ein älterer Mann das in Worte.

Gegen 1.15 Uhr wird der Regen so stark, dass die „Nightbirds“ zu ihrer „Base“, der Evangeliumsgemeinde, zurückkehren. Auch wenn sie heute wegen des schlechten Wetters nicht bis zum Sonnenaufgang unterwegs waren, passt ihr Motto „Licht am Ende der Nacht“ dennoch: Ihr Einsatz ist für viele Bürger wie ein unerwartetes Licht. Nicht nur, weil sie Getränke verschenken. Vielmehr scheint es so, als sei die Geste an sich für viele wohltuend.

Von: Martin Schlorke

Dieser Text ist in der Ausgabe 1/2019 des Christlichen Medienmagazins pro erschienen. Sie können es kostenlos online bestellen oder telefonisch unter 06441 5 66 77 00.

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Tue, 12 Mar 2019 16:08:00 +0100
<![CDATA[Nikolaus Schneider: Kirchen verlieren im „Turbo-Modus“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/12/nikolaus-schneider-kirchen-verlieren-im-turbo-modus/ Nikolaus Schneider, der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), erkennt einen „massiven Einflussverlust der Kirchen“ als Folge des Missbrauchsskandals. „Wir verlieren im Turbo-Modus“, erklärte der ehemalige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland am Dienstag gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Kirche hält eigene Maßstäbe nicht ein

Nach Schneiders Ansicht hat der Missbrauchsskandal zu einer einschneidenden Änderung der Einstellung der Menschen gegenüber den Kirchen geführt. Selbst „unter den Bedingungen einer fortschreitenden Säkularisierung“ hätten sich Menschen „zumindest interessiert“, welche Ansichten „die Kirchen zu wichtigen Fragen des Zusammenlebens“ vertreten hätten.

Der Missbrauchsskandal habe jedoch dazu geführt, dass niemand mehr hören wolle. Die Menschen sagten den Kirchen: „Ihr solltet besser mal die Klappe halten! Ihr genügt ja bis in die höchsten Hierarchiestufen hinauf nicht einmal euren eigenen Normen!“, sagte Schneider der Tageszeitung. Nach Schneiders Auffassung sei die Reaktion „sehr nachvollziehbar“.

Von: Norbert Schäfer

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Tue, 12 Mar 2019 16:02:00 +0100
<![CDATA[Evangelischer Pfarrer unter den Absturzopfern]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/03/11/evangelischer-pfarrer-unter-den-absturzopfern/ Beim Absturz eines Flugzeugs in Äthiopien sind am Sonntag alle 157 Passagiere ums Leben gekommen. Auch ein evangelischer Pfarrer ist unter den Opfern. Nach Angaben von katholisch.de handelt es sich bei dem Opfern um den 51-jährigen Norman Tendis. Der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Sankt Ruprecht bei Villach in Österreich sei im Auftrag des Weltkirchenrates unterwegs zu einer Konferenz in Nairobi gewesen, berichtet katholisch.de am Montag unter Berufung auf eine Kirchenmitteilung. Dem Bericht zufolge hinterlässt der Pfarrer eine Frau und drei Kinder.

Fünf Deutsche unter den Opfern

Demnach war Tendis im Auftrag des weltweiten Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) auf der Reise zu einer UN-Umweltkonferenz, die bis 15. März in Nairobi tagt. Der Pfarrer war demnach als Referent eingeladen und sollte zum Thema „Wirtschaft des Lebens“ und wirtschaftlicher Gerechtigkeit sprechen. Das Auswärtige Amt hat am Montag in Berlin mitgeteilt, dass unter den Opfern auch fünf Deutsche sind. Nähere Angaben sind derzeit nicht bekannt.

Das Flugzeug vom Typ Boeing 737 der Ethiopian Airlines war am Sonntag nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt. Nach Angaben von katholisch.de waren auch zahlreiche Mitarbeiter von UN-Einrichtungen, Hilfswerken und Kirchenvertreter an Bord der Unglücksmaschine. Neben einem katholischen Ordenspriester der Mariannhiller Missionare aus Kenia und vier Mitarbeitern der amerikanischen Organisation Caritas Catholic Relief Services starben nach Angaben von katholisch.de noch eine Journalistin und eine Afrika-Projektmanagerin der slowakischen Sternsinger-Hilfsaktion. Die Ursachen, die zum Absturz der Maschine führten, sind noch unklar.

Von: Norbert Schäfer

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Mon, 11 Mar 2019 17:07:00 +0100
<![CDATA[Hatte Jesus Humor?]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/03/11/hatte-jesus-humor/ Eine Rezension von Jörn Schumacher]]> Wenn Jesus von Sünde, Gnade, Gottes Reich und Hölle spricht, ist das zunächst nicht witzig. Und das Neue Testament berichtet von keinem Lachen Jesu, stellt der emeritierte Professor für Neutestamentliche Theologie der Universität Heidelberg Klaus Berger fest. Berger ist einer der bekanntesten deutschen Bibelwissenschaftler und Autor zahlreicher Publikationen. In seinem Buch „Ein Kamel durchs Nadelöhr? Der Humor Jesu“ stellt er viele humorvolle Äußerungen Jesu heraus und kommt zu der Erkenntnis: „Jesu Humor ist der Vater aller seiner Weisheit.“

Der Theologe überlegt: „Ist es wirklich vorstellbar, dass Jesus mit den Jüngerinnen und Jüngern durch die Lande zog, gemeinsam aß und Wein trank, dass dabei aber Lachen verboten war?“ Wohl kaum. Und in der Tat finden sich in den Zitaten Jesu viele Hinweise darauf, dass er karikiert, verzerrt, gespottet und sich lustig gemacht hat. „Jesus bringt Menschen zum Lachen und befreit sie dadurch aus dem Labyrinth ihrer Abwege“, schreibt Berger. Jesus zeige sich „bisweilen grotesk, aber nie verletzend, manchmal spöttisch, doch nicht zerstörend, sondern aufklärend“. In einem Kapitel vergleicht Berger Jesu Humor mit der Haltung der Kyniker, von denen wir den „Zynismus“ kennen.

Berger bringt viele Beispiele für Jesus-Worte, die vielleicht nicht wie ein üblicher Treppenwitz von heute funktionieren, aber mit Sicherheit viele Menschen auch zum Lachen gebracht haben. Selbsterklärend streift man bei alledem stets auch die theologische – und damit strengere – Variante der Auslegung von Jesu Worten. Manchmal ist es eine Gradwanderung. Ist es ein Witz, wenn Jesus sagt: „Lazarus schläft nur“, obwohl er eigentlich tot ist? Ist Jesu Aufforderung, nötigenfalls Auge, Hand oder Fuß zu amputieren, ernst gemeint oder halb im Scherz? Berger ist überzeugt, dass man bei manchen Worten Jesu besser ein Schild aufstellen sollte mit den Worten: „Bitte nicht wörtlich nehmen.“ Er schreibt: „Die gute Aussageabsicht (z.B. dass Jesus nahelegt, auf Reichtum zu verzichten oder eine Frau nicht geil anzustarren) verschwindet nahezu hinter einem mitunter zirkusreifen Aufwand.“ Selbst die größte Sünde dürfe doch wohl im Sinn Jesu nicht zur Selbstverstümmelung führen, „abgesehen davon, dass diese wahrscheinlich tödliche Folgen zeitigen würden“.

„Er ist verrückt“

Eines der berühmtesten scherzhaften Äußerungen ist vielleicht Jesu Aussage, die auch Titelgeber für Bergers Buch war: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ (Markus 10,25). Im Grunde sei Jesus jemand, der althergebrachte Begebenheiten umdreht und Autoritäten nicht so ernst nimmt, stellt der Theologe fest. Vielleicht versteht man die Linie zwischen Humor und ernster Theologie besser, wenn man sich mit Berger bewusst wird: „Berechtigtes Lachen setzte Souveränität voraus.“ Denn: „Der quasi-göttliche Anspruch von Scheinriesen wird unterminiert, seien es nun Scheinriesen als Menschen oder Scheinriesen als Besitz, Prestige, Macht.“ Grundsätzlich schramme Humor absichtlich häufig knapp an Blasphemie vorbei und werde mitunter dadurch erst spannend, schreibt Berger.

Berger gelingt es sehr gut, diese eher unbekannte Seite Jesu zu beleuchten. Auch wenn man eventuell vorher skeptisch war, ob man wirklich Humor in der Bibel suchen sollte, ist Bergers Argumentation schlüssig. Am Ende kann man sich Jesus sehr gut als einen humorvollen Menschen vorstellen, der zwar nie über Menschen lachte, aber mit Sicherheit die eine oder andere lustige Geschichte erzählen und auch herzhaft lachen konnte. In den Verdacht, aus der Bibel ein Witzebuch zu machen, kommt Berger damit keinesfalls.

So sei vieles, was Jesus sagte, offensichtlich metaphorisch oder als Provokation gemeint. Sein Fleisch essen und sein Blut trinken, habe nichts mit Kannibalismus zu tun, so Berger. Und immerhin: Jesu eigene Verwandte sagten über ihn (Markus 3,21): „Er ist verrückt.“

Klaus Berger: „Ein Kamel durchs Nadelöhr? Der Humor Jesu“, Verlag Herder, 208 Seiten, 22 Euro, ISBN 9783451383304

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Mon, 11 Mar 2019 17:00:00 +0100
<![CDATA[FeG-Präses: „Homosexualität muss nicht wegtherapiert werden“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/11/feg-praeses-homosexualitaet-muss-nicht-wegtherapiert-werden/ In einem Interview der Welt am Sonntag (WamS) hat der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting, erklärt, dass die Freien evangelischen Gemeinden (FeG) keine Konversionstherapien empfehlen. „Wir stellen lediglich fest, dass ein Mensch, der seine sexuelle Orientierung als unsicher und konflikthaft erfährt, das nicht im Rahmen unserer Gemeindeseelsorge angehen sollte. Bei diesen Fragen braucht man therapeutische Begleitung durch Profis", erklärt Hörsting.

In dem Papier werde „das seit Jahrtausenden bekannte biblische Leitbild der Ehe zwischen Mann und Frau auf Lebenszeit" verkündet. Doch auch wer diesem Ideal nicht folge, solle Liebe und Annahme erfahren. Hörsting verwehrt sich in dem Interview dagegen, der Begriff „Heilung" im Zusammenhang mit dem FeG-Papier zu gebrauchen. „Wir bezeichnen Homosexualität nicht als Krankheit oder als etwas, das wegtherapiert werden müsste. Damit würden wir schweren Schaden anrichten“, sagte Hörsting.

Grenzen der Seelsorge zeigen

In nahezu allen Lebensbereichen werde das Recht auf „einen frei gewählten Lebensentwurf stark betont", erklärte Hörsting in dem WamS-Interview. „Sogar sein Geschlecht darf man per Operation wechseln. Da verstehe ich nicht, warum die Freiheit, an seiner sexuellen Orientierung zu arbeiten, verschwinden soll", sagte der Präses des FeG-Bundes. Nach seiner Einschätzung enthalte die „Bibel keine positiven, wohl aber kritische Aussagen über homosexuelle Praktiken". Hörsting: „Wenn jemand diese biblische Botschaft beleidigend findet, tut mir das sehr leid. Doch gleichzeitig lehrt die Bibel, jedem Menschen mit Liebe und Respekt zu begegnen."

Mit dem Papier würden „den Gemeindeleitungen die Grenzen kirchlicher Seelsorge" aufgezeigt. Homosexuelle, die aus freien Stücken ihre als „konflikthaft erlebte sexuelle Orientierung zu klären oder zu verändern" suchten, sollten sich dazu an „eine professionelle therapeutische Begleitung" wenden. Dies dürfe niemals unter Druck erfolgen und soll nach Hörstings Aussage „ergebnis- und zieloffen" geführt werden.

Der Hintergrund: Die Leitung des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) hatte im Dezember eine Orientierungshilfe unter dem Titel „Mit Spannungen umgehen – Zur Homosexualität in Freien evangelischen Gemeinden“ veröffentlicht. Darüber war es zu einer öffentlichen Debatte gekommen. Das Papier hatten unter anderem menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) kritisiert. Hinweise in dem FeG-Papier auf Therapien im Zusammenhang mit Homosexualität hatte Beck als „unredlich" und „unverantwortlich“ bezeichnet. Dem Bericht der WamS zufolge war die Debatte für Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) „eine Provokation zu viel" und der Anlass, in Zukunft Therapieangebote verbieten zu lassen. Bis zum Sommer will er eine gesetzliche Regelung dafür vorlegen.

Zum Bund Freier evangelischer Gemeinden gehören eigenen Angaben zufolge rund 480 Gemeinden mit etwa 42.000 Mitgliedern in Deutschland. Bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) verfügt der Gemeindebund über einen Gaststatus.

Von: Norbert Schäfer

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Mon, 11 Mar 2019 15:59:00 +0100
<![CDATA[Zeitungen zeichnen christliches Ehepaar aus]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/03/11/zeitungen-zeichnen-christliches-ehepaar-aus/ „Wir sind Christen, und als Christen waren wir vom Moment der Todesnachricht an gewiss, dass es Maria gut geht, dass sie gut aufgehoben und bewahrt ist“, sagte Friederike Ladenburger jüngst in einem Interview der Badischen Zeitung. Sie machte auch klar, dass sie nach dem Tod ihrer Tochter Maria im Jahr 2016 Halt im Glauben gefunden hat. Der Fall Maria L. ging durch die Medien. Die damals 19-jährige Medizinstudentin wurde in Freiburg von einem Mann vergewaltigt und ermordet, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen war und in seinem Asylantrag fälschlicherweise angegeben hatte, minderjährig zu sein. Mittlerweile ist er inhaftiert und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Als Reaktion auf den Mord gründeten die Eltern 2018 die Maria-Ladenburger-Stiftung, die benachteiligte Studierende der Universität Freiburg unterstützt und die Integration ausländischer Kommilitonen fördert. Auf der hauseigenen Internetseite heißt es mit Bezug auf die Getötete: „Die Stiftung will das Geschenk ihres Lebens an die Studierenden weitergeben und in ihrem Sinne ein Zeichen der Mitmenschlichkeit setzen.“ Dafür zeichnet der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger das Ehepaar Ladenburger am Mittwoch mit seinem Bürgerpreis aus. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und geht an Menschen, die herausragend bürgerschaftlich engagieren.

„Unser Gott steht uns zur Seite“

Die Wurzeln dieses Engagemants liegen bei den Ladenburgers offenbar auch in ihrem christlichen Glauben. Auch nach dem Tod ihrer Tochter seien sie sich sicher, dass sie weiterlebe, sagte Clemens Ladenburger im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Er freue sich auf ein Wiedersehen. Und weiter: „Wir haben gespürt, Gott gibt uns die Kraft, dieses Schicksal zu meistern. Er ist bei uns, er begleitet uns. Wir haben gemerkt: Es ist uns jetzt eine neue Lebensaufgabe zugewachsen, mit dem gewaltsamen Tod unserer Tochter zu leben, und wir können das schaffen.“ Seine Ehefrau fügte hinzu: „Dankbarkeit, das ist unsere Erfahrung, gibt uns Halt. Aber daraus kann auch eine Haltung werden – ein Perspektivwechsel, der es erlaubt, auf das Positive zu schauen.“

Clemens Ladenburger ist sich sicher, dass Gott den Tod seiner Tochter nicht gewollt habe: „Gott will das Böse nicht. Aber er hat uns als freie Menschen erschaffen – und uns damit auch die Möglichkeit gegeben, Böses zu tun.“ Er könne nicht alles Böse fernhalten. „Aber er ist im Leid gegenwärtig, und er teilt unser Leid. Das haben wir seit Marias Tod sehr wohl erfahren. Unser Gott steht uns zur Seite. Genau wie er Maria zur Seite steht.“ Einen Sinn will er im Tod seiner Tochter nicht erkennen. „Die Frage muss vielmehr sein: Was erwächst daraus für uns als Aufgabe, als Auftrag?“

Medienberichten zufolge engagierte Maria Ladenburger selbst sich in der Flüchtlingshilfe und besuchte unter anderem Gottesdienste der katholischen Kirchengemeinde in Freiburg.

Von: Anna Lutz

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Mon, 11 Mar 2019 12:59:00 +0100
<![CDATA[Abschaffung des Zölibats: „Eine der schönsten Gaben Gottes muss ausgelebt werden“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/10/abschaffung-des-zoelibats-eine-der-schoensten-gaben-gottes-muss-ausgelebt-werden/ Die Katholische Kirche könne sich nur erneuern und Missbrauch beenden, wenn sie das Zölibat abschafft. Diese Position vertritt Steffen Reiche, evangelischer Pfarrer der Kirchengemeinde Berlin-Nikolassee, in seinem Beitrag „Der Zölibat ist ruinös“ in der Zeitung Welt am Sonntag. „Die erzwungene Ehelosigkeit zwingt Menschen, sich andere Wege als den einer festen Beziehung, einer festen Partnerschaft zu suchen, eine der wichtigsten und schönsten Gaben Gottes auszuleben“, schreibt er. Somit ist das Zölibat laut Reiche eine der Hauptursache für Kindesmissbrauch.

Der Pfarrer fragt: „Ist es nicht ein Missbrauch ohnegleichen, dass einer der schönsten Berufe, den es auf der Welt gibt, Priester, Pfarrer oder Pastor zu sein, […] verbindlich daran gebunden ist, auf eine der schönsten Gaben Gottes an den Menschen zu verzichten? Sie in sich zu unterdrücken?“ Aus diesem Grund entschieden sich im Westen immer mehr Männer bewusst dagegen, die geistliche Laufbahn zum Priesteramt zu verfolgen.

„Eine Sünde an der ganzen Kirche“

Die Kirche komme ihrer wichtigsten Aufgabe nicht genug nach: das Evangelium glaubhaft zu verkünden. Um diesen zentralen Punkt wieder „besser, also glaubwürdiger erfüllen zu können“, müsse sich die Kirche selbst befreien.

Reiche, der von 2005 bis 2009 für die SPD im Bundestag saß, schreibt weiter, dass die Ausbreitung des Islam durch Zeugung und durch Bezeugung „in einem bisher nie für möglich gehaltenen Tempo voran“ geht. Auch aus diesem Grund sollte die Kirche umdenken und sich befreien. „So kann sie besser und glaubwürdiger mit dem Evangelium Menschen in der ganzen Welt begeistern.“ Der Pfarrer macht am Ende seines Essays noch einmal seine Überzeugung deutlich: Die erzwungene Ehelosigkeit sei „eine Sünde an der ganzen Kirche“. Und weiter: „Evangelium aber ist die Freiheit, zu der die Frohe Botschaft uns vor 2000 Jahren berufen hat.“

Von: Martina Blatt

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Sun, 10 Mar 2019 13:32:00 +0100
<![CDATA[Nachfahre von William Booth übernimmt Heilsarmee-Leitung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/10/nachfahre-von-william-booth-uebernimmt-heilsarmee-leitung/ Bei der Heilsarmee in Deutschland steht eine personelle Veränderung an. Im Juli übernimmt Oberstleutnant Hervé Cachelin als Territorialleiter die Arbeit der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen. Das hat die Heilsarmee am Donnerstag in Köln mitgeteilt. Cachelins Ehefrau Deborah Cachelin wird dann Territoriale Präsidentin für Frauenarbeit. Den Dienst werden die beiden Heilsarmee-Offiziere jeweils im Rang eines Obersts antreten.

Die aktuelle Leiterin der Arbeit in Deutschland, Litauen und Polen, Kommandeurin Marie Willermark, wird im Juli zurück in ihr Heimatland Schweden gehen. Dort wird sie bis zum Erreichen der Altersgrenze und der damit verbundenen Versetzung in den Ruhestand als Korpsoffizierin im Korps Linköping dienen.

Ururenkel des Gründers

Die Oberstleutnants Hervé und Deborah Cachelin arbeiten bereits seit Januar 2017 als Chefsekretär beziehungsweise als Territoriale Sekretärin für Erwachsenen- und Familienarbeit am Territorialen Hauptquartier der Heilsarmee in Köln. Zuvor hatten sie gemeinsam in der Schweiz, in Australien und England als Korpsoffiziere (Gemeindeleiter), Jugendsekretäre, in der Offiziersausbildung sowie an zwei Divisionshauptquartieren gedient.

Der 62-jährige Hervé Cachelin führt eine Art Familientradition fort: Bereits sein Vater, Kommandeur Francy Cachelin, war von 1979 bis 1984 Leiter der Heilsarmee in Deutschland. Cachelin ist der Ururenkel des Heilsarmee-Gründers William Booth.

Die Heilsarmee ist eine internationale evangelische Freikirche, die sich als Hilfsorganisation für sozial schwache Menschen in 131 Ländern engagiert. Zu der Freikirche gehören nach eigenen Angaben rund drei Millionen Mitglieder und freiwillige Helfer. In Deutschland, Litauen und Polen gibt es 45 Gemeinden mit rund 1.400 Mitgliedern und 18 soziale Einrichtungen.

Von: Norbert Schäfer

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Sun, 10 Mar 2019 08:57:00 +0100
<![CDATA[Erfurt wird Gastgeber für Christival 2022]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/09/erfurt-wird-gastgeber-fuer-christival-2022/ Der nächste christliche Jugendkongress Christival wird 2022 in Erfurt stattfinden. Das hat der Verein am Freitag in einer Presseinformation mitgeteilt. Die Veranstaltung soll dann nach Informationen des 1. Vorsitzenden des Trägervereins, Karsten Hüttmann, vom 25. bis zum 29. Mai in der thüringischen Landeshauptstadt stattfinden und Jugendliche aus dem ganzen Bundesgebiet nach Mitteldeutschland führen.

Ziel der Veranstaltung ist es nach Angaben des Veranstalters, junge Christen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren im christlichen Glauben zu stärken und sie zu ermutigen, diesen in Kirche und Gesellschaft zu leben.

Neben Erfurt hatte der Verein eigenen Angaben zufolge noch andere Veranstaltungsorte erworgen. „Die gute Erreichbarkeit, die Erfahrung der Messe mit christlichen Veranstaltungen und eine große Offenheit der Christen und Kirchen in ihrer Stadt präsent zu sein“, hätten letztlich für Erfurt gesprochen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag. Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM), die Evangelische Allianz Erfurt und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) hatten die Veranstaltung nach Erfurt eingeladen.

Freude auf ein „fröhliches Glaubensfest"

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) würdigte die Offenheit der jungen Kongress-Teilnehmer, sich mit religiösen Fragen zu beschäftigen. „Für den Freistaat Thüringen ist es eine große Freude, diese jungen Menschen in Erfurt zu Ihrem Begegnungstreffen willkommen zu heißen", erklärte Ramelow. Erfurt werde dafür ein guter Ort sein. Thüringen könne in religiöser Hinsicht auf eine große Geschichte im Umgang mit religiösen Fragen zurückschauen, erklärte Ramelow im Rückblick auf das 500-jährige Gedenken an die Reformation 2017.

Die EMK-Landesbischöfin Ilse Junkermann freute sich darüber, dass das Christival nach Erfurt kommt. Junkermann hofft auf „gute Begegnungen zwischen Gästen und Einheimischen, zwischen Christen und denjenigen, die neugierig auf den christlichen Glauben sind“. Auch der Oberbürgermeister der Stadt, Andreas Bausewein (SPD), sieht die Chance auf „ein fröhliches Glaubensfest“.

Seit dem Start 1976 in Essen hat das Christival bisher sechsmal stattgefunden, zuletzt 2016 in Karlsruhe. Dort hatten nach Christival-Angaben mehr als 13.000 Jugendliche an Veranstaltungen in der Stadt teilgenommen. Getragen und organisiert wird der christliche Jugendkongress von mehr als 50 christlichen Organisationen, Jugendverbänden und Kirchen. Die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) unterstützt das Christival, das nach eigenen Angaben „mittlerweile eine ökumenische Ausrichtung hat". Zum Veranstaltungskonzept gehören Gottesdienste, Gesprächsgruppen, Konzerte, Workshops und kreative Angebote, die verteilt über das Stadtgebiet stattfinden.

Von: Norbert Schäfer

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Sat, 09 Mar 2019 09:18:00 +0100
<![CDATA[Auftischen verboten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/03/08/auftischen-verboten/ Ein Kommentar von Nicolai Franz]]> Die evangelische Kirche will, dass die Menschen nicht mehr lügen. Das ist in etwa so überraschend, wie wenn Greenpeace zum Umweltschutz aufruft oder die Feststellung, dass der Sommer auf den Frühling folgt. Interessant wird der kirchliche Appell erst durch seine zeitliche Begrenztheit: Die diesjährige Fastenaktion heißt nämlich „7 Wochen ohne Lügen“. Um den Verzicht auf die Lüge als Fasten zu verstehen, braucht es zwar einige gedankliche Pirouetten, doch die Geschichte zeigt: Die Fastenzeit sorgt seit Jahrhunderten nicht nur für knurrende Mägen, sondern auch für kreative Ideen.

„Liquida non frangunt ieunum“, „Flüssiges bricht das Fasten nicht“, wussten schon darbende Mönche, die deshalb zwischen Aschermittwoch und Ostern wochenlang in Genuss des kalorien- und alkoholreichen Fastenbieres kamen. Über Schwaben hält sich die Erzählung, sie würden Maultaschen deswegen „Herrgottsbescheißerle“ nennen, weil dank blickdichter Teigtaschen die köstliche, aber in der Fastenzeit verbotene Fleischfüllung vorzüglich versteckt blieb.

Was folgt auf „7 Wochen ohne Lügen“?

Ob im Ländle wirklich die Überzeugung herrscht, man könne Gott mit zwei Lagen Nudelteig betrügen, darf ebenso bezweifelt werden wie die Annahme, literweiser Bierkonsum auf nüchternem Magen trage zur ernsten Fokussierung auf das Gebet bei. Belege fehlen ebenfalls für das Sprichwort, Betrunkene würden wie kleine Kinder immer die Wahrheit sagen, auch wenn damit dem siebenwöchigen Lügenverbot automatisch entsprochen wäre.

War es früher also die Entsagung von Fleisch oder fester Nahrung überhaupt, später auch der Verzicht auf Luxusgüter bis hin zum Facebook-Fasten, gilt es heute als herausfordernde geistliche Übung, das achte Gebot zu befolgen. Unklar bleibt, was auf „7 Wochen ohne Lügen“ folgen wird. „Sieben Wochen ohne Ehebruch“ oder „Sieben Wochen ohne Mord“ wären jedenfalls noch schwerer vermittelbar.

„Im Alltag umgeben wir uns mit vielen kleinen Lügen und Schummeleien, Wahres und Unwahres ist kaum zu trennen“, erklären die Verantwortlichen die Aktion. Es gehe nicht um schonungslose Ehrlichkeit, sondern darum, herauszufinden, was die Wahrheit eigentlich ist. Das ist freilich reichlich unambitioniert: Nur sieben Wochen nicht lügen, und dann geht es nicht mal schonungslos ehrlich sein?

Gingen notorische Lügner tatsächlich auf kalten Entzug, es wäre ein Segen für die Menschheit. Gerichtsverhandlungen wären rasch beendet, weil Rechts- und Staatsanwalt in trauter Einigkeit gleichlautende Erklärungen vortrügen. Der Finanzminister würde brusthoch in nicht hinterzogenen Steuergeldern schwimmen, und ginge es tatsächlich um schonungslose Ehrlichkeit, könnten Journalisten darauf hoffen, dass Politiker auf die Frage nach beruflichen Ambitionen nicht ein „Ich fühle mich im Moment am richtigen Platz“, sondern ein entwaffnend ehrliches „Natürlich will ich Kanzler werden“ erhalten würden.

Bleibt die Frage: Was kommt nach Ostern? Wer weiß, vielleicht erhöht sich die Leidensbereitschaft der Kirche ja derart, dass das Lügenverbot – zunächst testweise – auf 52 Wochen ausgedehnt wird. Das wäre mal kreativ.

Von: Nicolai Franz

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Fri, 08 Mar 2019 16:30:00 +0100
<![CDATA[„Unser Bestes für guten Journalismus“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/03/08/unser-bestes-fuer-guten-journalismus/ pro: Die amerikanische Zeitschrift Christianity Today (CT) richtet sich einerseits an christliche Führungskräfte, andererseits mischt sie in den gesellschaftlichen Debatten in Amerika mit – welchen Einfluss hat Ihre Stimme in Amerika und darüber hinaus?

Mark Galli: Wir beeinflussen evangelikale Leiter in den Kirchen, überkonfessionellen Gemeinden, Unternehmen und Non-Profit-Organisationen. Wir helfen, sie sprachfähig zu machen. Und sie wiederum wirken in ihrer Umgebung, wo sie leben, arbeiten, ihren Dienst verrichten – somit gestalten sie Amerika mit und sogar ein bisschen die Welt. Früher hatten wir einen Slogan, dass CT „die Menschen verändern möchte, die die Welt verändern“. Wir wollen einen Beitrag leisten zu einem guten Wandel in dieser Welt.

Geht das heute überhaupt noch, christliche Werte in die Medien zu bringen?

Die journalistische Ethik gründet auf der jüdisch-christlichen Ethik. Wenn wir also guten Journalismus praktizieren – faire, akkurate Berichterstattung, wenn wir Interessenkonflikte vermeiden, ehrlich sind –, dann wenden wir einige christliche Werte an. Darüber hinaus loben uns viele Menschen dafür, dass wir unseren Kritikern und ideologischen Gegnern höflich und nicht mit Angriffen und Beleidigungen begegnen. Ich denke, das wird letztendlich einen Unterschied machen, wenn nicht überall, dann doch in einigen Bereichen.

Was bedeutet das konkret für Sie und Ihr Team?

Ganz einfach: Wir müssen der Versuchung widerstehen, auszuholen oder zurückzuschlagen. Insbesondere dann, wenn unsere Ansichten falsch dargestellt oder verunglimpft werden. Als Team stärken wir uns gegenseitig den Rücken. Das heißt: Jeder Redakteur hat im Produktions­prozess einen Redakteur an der Seite. Jederzeit kann sich jemand einschalten und sagen: „Ich denke, das können wir wohlwollender ausdrücken.“

Immer wieder wird berichtet, dass Präsident Trump auch deshalb gewählt wurde, weil so viele konservative und evangelikale Christen ihn gewählt haben. CT sieht sich als christlich-konservative Stimme in den USA. Aber wenn man Sie liest, hat man nicht den Eindruck, Sie seien die größten Fans von Trump ...

CT-Leser zählen eher zu den gemäßigten amerikanischen Evangelikalen, die insgesamt überwiegend politisch konservativ sind. Etwa 70 Prozent der Evangelikalen unterstützen Trump weiterhin, was nicht wirklich überraschend ist. Denn ungefähr der gleiche Prozentsatz hat bei früheren Präsidentschaftswahlen die Republikaner gewählt. Und in etlichen Politikfeldern erscheint Trump wie ein „normaler“ Republikaner. Aber viele, die seine Politik unterstützen, sind in der Tat besorgt über seine Charakterschwächen. Und darüber, wie er sich gegenüber dem Kongress und der ganzen Welt verhält.

Was genau meinen Sie?

Er versucht Menschen zu schikanieren, er ist eine Quelle von Fehlinformationen, und er ist über viele entscheidende Themen nicht gut informiert. Diese Charaktereigenschaften sind keine Ermessenssache, sondern offenkundige Tatsachen. CT findet diese Art von Verhalten schlecht für das Land und für die Welt – daher die fehlende Begeisterung für unseren derzeitigen Präsidenten.

Die Medienforschung hat analysiert, dass gerade in deutschen Medien Trump und die US-Politik in bis zu 98 Prozent der Berichte ausschließlich negativ dargestellt werden. Falls wir es nicht mitbekommen haben: Hat Trump auch schon mal etwas richtig gemacht?

Sicherlich. Viele hoffen, dass er zwei konservative Richter am Obersten Gerichtshof durchsetzen wird und somit einen Teil des moralischen Progressivismus, der unsere Gesellschaft sehr prägt, in Schach halten wird. Ebenso macht er sich stark für die pro-life-Initiative, wo es um unseren Umgang mit dem Beginn und dem Ende des Lebens geht. Er und Vizepräsident Mike Pence haben konkrete Schritte unternommen, um die Verfolgung der Christen in der ganzen Welt stärker in den Blick zu rücken – das ist überfällig.

Eines der größten Streitthemen in Amerika ist die Mauer, die Donald Trump an der Grenze zu Mexiko hochziehen will. Sie selbst haben als Pastor in Mexiko gelebt. Wie denken Sie über eine solche Mauer – gibt es bessere Wege, um unkontrollierte Einreise einzudämmen und Drogenschmuggel zu verhindern?

Ich glaube, es ist ein schwerwiegendes Problem, wenn ein Land eine Mauer bauen muss. Egal, ob es darum geht, Menschen im Land zu halten oder Menschen davon fernzuhalten. Mit der „Trump-Mauer“ senden die USA ein armseliges Signal im Hinblick auf die grundsätzlich großzügige Haltung des Volkes und einen wichtigen Grundwert unseres Landes: Immigranten willkommen zu heißen.

Dass es Probleme an dieser Grenze gibt, sagen auch viele Demokraten ...

Sichere Grenzen zu schaffen ist in der Tat eine entscheidende Aufgabe jedes Staates. Ebenso wie eine vernünftige und effektive Einwanderungspolitik. Sie hat nicht nur Kriminelle und Terroristen auszusortieren, sondern viele, viele Menschen willkommen zu heißen und sie in die amerikanische Gesellschaft zu integrieren. Ich bin kein Experte, aber angesichts des technologischen Know-hows Amerikas vermute ich, dass es effektive Möglichkeiten gibt, unsere Grenzen zu kontrollieren, ohne eine Mauer zu errichten. Und angesichts unseres Reichtums kann ich kaum glauben, dass wir nicht das Geld für solche Maßnahmen hätten, wenn dies wirklich eine nationale Priorität hätte.

Bei einer Tagung des Obama-Instituts der Universität Mainz haben Sie mit Journalisten und Wissenschaftlern über die Gefahren von Fake News diskutiert. Wie geht CT mit dieser Herausforderung um?

Indem wir unser Bestes geben, um guten Journalismus zu praktizieren. Das heißt auch, gefälschte Nachrichten zu widerlegen, besonders dann, wenn sie Christen und christliche Organisationen betreffen. Wichtig ist uns auch, einfühlsam zu sein und zu verstehen, warum viele Menschen gefälschten Nachrichten glauben wollen. Es geht darum, diese Menschen nicht als ignorant abzustempeln, sondern deren Beweggründe zu verstehen.

Das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel hat ein Desaster erlebt. Einer seiner Autoren hatte viele seiner Reportagen frei oder teilweise erfunden. Ein schlimmer Einzelfall oder ein Krisen-Symptom des seriösen Journalismus?

In der Welt des Journalismus, mit diesem gewaltigen Druck und Wettbewerb, ist dies eine ernsthafte Versuchung. Um es sinngemäß mit Jesus zu sagen: Betrügerisches wird immer in eurer Nähe sein. Aber das ist kein Grund zu resignieren. Wir sind mehr denn je dazu aufgerufen, in unserem Journalismus gewissenhaft zu sein. Das heißt, dass wir so viel wie möglich in die Überprüfung der Fakten inves­tieren, um solch einen Betrug auf ein Minimum zu reduzieren. Fehler, die passieren, müssen wir korrigieren.

Was sind im Zeitalter der Datenflut, der beschleunigten Kommunikation und der Fake-News-Bedrohung die wichtigsten Werte, Ziele und Aufgaben für Journalisten und für Christen, die als Medienprofis arbeiten?

Die Leser immer wieder daran zu erinnern, dass wir einem Gott dienen, der die Geschichte kontrolliert. Dass alle Dinge dem zum Besten dienen, der glaubt. Dass, egal, wie verwirrend und konfus das Leben wird, unser Auftrag grundlegend einfach ist: Gott zu lieben und uns an ihm zu erfreuen. Und unseren Nächs­ten lieben wie uns selbst. Auch wenn wir manchmal nicht wissen, was die richtige Position in konfessionellen oder religiösen Debatten ist – wichtig ist doch: Wir alle kennen Menschen in unseren Netzwerken, die die Liebe und Hoffnung von Jesus Christus brauchen.

Lohnt es sich heute noch für junge Talente, die Christen sind, in die Medien zu gehen?

Ja! Aber sie müssen wissen, dass es eine Berufung ist, die anspruchsvoller denn je ist. Es erfordert außergewöhnliche Fähigkeiten: kritisches Denken, Schreiben und exzellentes Editieren „on demand“ – also den Bedürfnissen unserer Leser folgend. Man benötigt auch die Kenntnis, wie alle Medien funktionieren: eine fast unmögliche Kombination. Aber dies alles kann man lernen. Dazu muss man nicht nur Talent mitbringen, sondern auch ein überdurchschnittliches Engagement.

Die Fragen stellte Christoph Irion

Dieser Text ist in der Ausgabe 1/2019 des Christlichen Medienmagazins pro erschienen. Sie können es kostenlos online bestellen oder telefonisch unter 06441 5 66 77 00.

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Fri, 08 Mar 2019 14:58:00 +0100
<![CDATA[Verein wehrt sich gegen „Gender-Unfug“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/03/08/verein-wehrt-sich-gegen-gender-unfug/ Am Mittwoch hat sich der „Verein Deutsche Sprache“ auf seiner Internetseite mit einem Aufruf zum Widerstand gegen „gendergerechte Sprache“ an die Öffentlichkeit gewandt. Darin fordern die Initiatoren von Politikern, Behörden, Firmen, Gewerkschaften, Betriebsräten und Journalisten: „Setzt die deutsche Sprache gegen diesen Gender-Unfug wieder durch!“

Zu den Urhebern des Appells gehören neben der Schriftstellerin Monika Maron und dem Journalisten Wolf Schneider auch der Vorsitzende des Vereins Walter Krämer und der frühere Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus. Die Autoren treibt die „Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache“. Die „sogenannte gendergerechte Sprache“ beruht nach Ansicht der Autoren auf einem „Generalirrtum“ und erzeuge „eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde“. Die Anwendung gendergerechter Sprache sei zudem nicht konsequent durchzuhalten. Zudem sehen die Initiatoren darin keinen „Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft“.

Kritik an den Unterzeichnern

Nach mehr als „zwanzig Jahren Geschlechter-Gleichstellung (Gender Mainstreaming)“ würden die „Vorstöße der Gender-Lobby immer dreister“, lautet es in der Petition. Die Unterzeichner „verbitten“ sich „den Eingriff von oben in unsere Sprache“. Eine „staatlich verordnete Indoktrinierung“ dürfe „nicht Schule machen“. Sprache dürfe nach Worten der Petition „kein Spielball politischer Interessen werden“. Nach Ansicht der Urheber sind „fundamentalistische Feministinnen und Queer-Theoretiker“ dafür verantwortlich, dass „die Gender-Ideologie auf dem Vormarsch zur Staatsdoktrin ist“.

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) vom Freitag bedauert, dass „einige respektable Gelehrte und Persönlichkeiten“ den Appell unterzeichnet haben und sich „damit in eine trübe Gesellschaft“ begeben hätten. „Gemein aber machen sich diese Leute auf der Liste der Erstunterzeichner mit dem dubiosen Fernsehprediger Peter Hahne; (...) und nicht zuletzt dem wegen Verschwörungstheorien in den Ruhestand versetzten früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen“, schreibt die Zeitung.

Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufes gehören unter anderem der politische Analyst Asfa-Wossen Asserate, der Kabarettist Dieter Hallervorden, der Evangelist und Buchautor Theo Lehmann, der frühere Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Christoph Morgner, sowie der ehemalige Chefredakteur der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, der Theologe Helmut Matthies.

Auslöser der Petition war die Stadt Hannover. Die hat als erste Stadt in Deutschland in amtlichen Schreiben geschlechtsneutrale Begriffe eingeführt. So werden beispielsweise aus „Mitarbeitern“ in der gendergerechten Fassung „Mitarbeitende“. Dort, wo das nicht möglich ist, wird bei der Stadt der sogenannte Genderstern „*“ verwendet.

Von: Norbert Schäfer

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Fri, 08 Mar 2019 12:49:00 +0100
<![CDATA[Frau, du hast Wertschätzung verdient!]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/03/08/frau-du-hast-wertschaetzung-verdient/ Martin Luther hat genau hingeschaut. „Eine Frau“, so soll er gesagt haben, „hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.“

Stille sitzen! Als ob bei den Luthers irgendwas funktioniert hätte, wenn seine Käthe den ganzen Tag herumgesessen hätte, statt den kinderreichen Haushalt zu schmeißen und die Gäste zu bekochen, die regelmäßig bei ihnen zu Tische saßen, um sich seine klugen Reden anzuhören.

Stille sitzen! Dahinter steckt nicht nur die Missachtung hausfraulicher Leistungen. Mit seiner Forderung, „häuslich zu sein“, bekräftigte Luther auch die traditionelle Vorstellung von einer anständigen Frau, die ihren Platz in der Küche hatte und im Kindbett, und die sich nur nicht anmaßen sollte, irgendwelche anderen Ämter für sich zu beanspruchen. Es ist eine Vorstellung, für die Paulus mit seiner Beschreibung der Frau als eines „schweigenden“, dem Mann untergeordneten Wesena bis heute zahllosen Christen die biblische Rechtfertigung gibt. Doch wer sich die Frauen in der Bibel genauer anschaut, der begegnet Persönlichkeiten, die alles andere tun, als „stille zu sitzen“, die weder angepasst noch schweigend sind: Frauen, die sich die Freiheit nehmen, Traditionen in Frage zu stellen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und umzusetzen. Frauen, die gerade aufgrund ihrer Mobilität sowie ihres Mutes, den Mund aufzumachen, Heldinnen des Glaubens waren – Frauen, deren Beispiele heute aktueller sind denn je.

Die Rolle der Frau verändert sich radikal. Frauen wollen alles: Eine gute Ausbildung, Kinder, einen Beruf, mit dem sie sich verwirklichen können. Kein Wunder, dass sie häufig an ihre Grenzen stoßen. Das Müttergenesungswerk registrierte allein zwischen 2011 und 2015 einen Anstieg der Anträge auf eine Mutter-Kind-Kur von 39.000 auf 49.000. Jede fünfte Mutter soll kurz vor dem Burnout stehen. Psychologen und Ärzte führen das vor allem auf eine „weibliche Schwäche“ zurück: Frauen wollen nicht nur alles gut machen, sie wollen es auch allen recht machen. Dem Partner, dem Arbeitgeber, den Kindern. Frauen, so der Appell der Experten, sollten sich wieder mehr auf das besinnen, was ihnen guttut. Dann können sie auch gute Mütter, Partnerinnen, Mitarbeiterinnen und Chefinnen sein.

Frauen nicht an ihren hausfraulichen Fähigkeiten messen

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ – Jesus hat schon vor 2.000 Jahren auf den Punkt gebracht, dass wir bei aller Liebe für die Anderen auch für uns sorgen müssen. Jesus hat auch seine Freundin Maria in Schutz genommen, als sich ihre Schwester Marta so darüber aufgeregt hat, dass diese ihr nicht bei der Bewirtung des Gastes half, sondern einfach nur dasaß, um ihm zuzuhören. „Marta, Marta“, hatte er gesagt, „du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.“ (Lukas 10,38–42).

Wie schön, zu wissen, dass Jesus den Wert einer Frau nicht nach ihren hausfraulichen Fähigkeiten bemessen hat, wie beruhigend für alle, die in diesen Aufgaben nicht ihre Erfüllung finden. Wie wertvoll die andere Botschaft: Zum richtigen Zeitpunkt die Bremse ziehen, Kraft schöpfen, der Seele Gutes tun – das ist wichtiger, als eine vollkommene Gastgeberin zu sein. Es ist eine Lektion, die Frauen gar nicht oft genug umsetzen können. In Zeiten wie diesen, in denen sie vor allem als Multi-Tasking-Talente gefragt sind, allemal.

Frauen im Spagat zwischen Beruf und Familie finden vor allem in ihr ein gutes Beispiel: In der „tüchtigen Frau“, die im Buch der Sprüche (31,10–31) einen Ehrenplatz hat. Einen Namen hat sie nicht. Sie ist ein Ideal, das zeigt, welche Wertschätzung im alten Israel einer selbstbestimmten Frau entgegengebracht wurde. Die Frau, die hier geschildert wird, ist gleichberechtigt. Unterordnung, Gehorsam gegen den Ehemann – kein Wort davon. Sie ist furchtlos und klug – und ungeheuer geschäftstüchtig. Sie hat Mägde, die sie im Haushalt entlasten, damit sie aus ihrem Weinberg Kapital schlagen und mit Kleidern und kostbaren Gürteln handeln kann. „Sie ist wie ein Kaufmannsschiff“, heißt es, „ihren Unterhalt bringt sie von ferne.“

Und der Mann? Die Kinder? Die finden ihre Super-Mami toll. „Es sind wohl viele tüchtige Frauen“, sagt der Gatte, ohne eine Spur von Neid und Nörgelei, „du aber übertriffst sie alle." Was wir von ihr lernen können? Hab kein schlechtes Gewissen, wenn dein Alltag nicht nur darin besteht, deiner Familie das Leben schön zu machen! Du hast Wertschätzung verdient!

Anerkennung, positive Bestärkung brauchen Frauen auch heute ebenso wie Kooperation. Nach Männern, die ihren Frauen im Haushalt zur Hand gehen, muss man in der Bibel allerdings lange suchen. Einen Mann am Herd gibt es aber schon: Jakob, Isaaks Sohn und Zwillingsbruder von Esau. Er war der Liebling seiner Mutter Rebekka. Sie hat ihn gut erzogen. Er konnte jedenfalls so gut kochen, dass Esau für ein Essen von ihm sogar sein Erstgeburtsrecht hergab.

Die Frauen in der Bibel verhätscheln ihren Nachwuchs nicht. Sie lieben ihre Kinder über alles, aber sie lassen sich nicht von ihnen aussaugen, sondern trauen ihnen viel zu, sorgen dafür, dass sie selbstständig und lebenstüchtig werden. Wie viel Kreativität sie dabei entwickeln können, zeigt Jochebeds Tochter Mirjam. Sie hatte am Ufer gewartet, nachdem der kleine, von den Schergen des Pharao bedrohte Mose beim letzten Rettungsversuch in einem Körbchen aufs Wasser gelegt worden war. Als die Tochter des Pharao ihn fand, hatte Mirjam die geniale Idee, der Prinzessin Jochebed als Amme vorzuschlagen, sodass der kleine Bruder erst mal wieder bei seiner Familie leben konnte.

Paulus setzte auf weibliche Unterstützung bei der Mission

Die Heldinnen der Bibel lassen sich nicht unterkriegen. Sie verlieren nie den Mut. Sie lassen sich nichts sagen, was sie nicht selbst für richtig halten. Sie fügen sich nicht in unerträgliche Verhältnisse, sondern finden Wege aus der Krise. Und wenn es sein muss, treffen sie ihre Entscheidungen auch gegen den Willen des Ehemanns. So wie Abigail, die Frau des reichen Nabal, der sich geweigert hatte, David und sein Gefolge als Dank für den Schutz seiner Herden zu bewirten. Als Abigail erfuhr, dass David sich dafür rächen wollte, zog sie ihm mit Speisen entgegen und bat ihn für die Abweisung ihres Mannes um Vergebung. Mit ihrem Mut und ihrer Tatkraft rettete sie nicht nur ihre Familie, sondern eröffnete sich auch eine völlig neue und spannende Welt. David verliebte sich nämlich in sie. Nach Nabals baldigem Tod wurde Abigail die Frau des künftigen Königs von Israel.

Abigail gilt in der jüdischen Tradition als Prophetin. So wie Deborah, die auch Richterin war. Oder Hulda, die mit ihren unangenehmen Wahrheiten vor Königen und Priestern nicht hinterm Berg hielt. Die Frauen in der Bibel haben Visionen, denken in die Zukunft und nehmen manchmal Dinge wahr, für die andere blind sind. Hanna zum Beispiel, die 84-Jährige, die im Tempel war, als Maria und Josef mit ihrem Neugeborenen kamen. Sie erkannte kurz nach Simeon als eine der ersten Personen überhaupt in dem Baby den Messias – und verbreitete die Nachricht. Einige Jahre später waren es wieder Frauen, die etwas Wesentliches erkannt und weitergetragen haben: Die Jüngerinnen, die am Ostermorgen am leeren Grab standen, verkündeten die wichtigste Botschaft des Christentums – die Auferstehung.

Und dennoch sind Frauen bis heute in der Katholischen Kirche vom Pfarramt ausgeschlossen. Paulus muss als Beleg herhalten. Aber ob der Apostel das wirklich so gemeint hat, als er im Ersten Korintherbrief die Frauen aufforderte, in Versammlungen nicht das Wort zu ergreifen und sich generell dem Mann unterzuordnen? Manche Theologen halten es für möglich, dass er sich den Sitten der hellenistischen Welt anpassen wollte, um die ohnehin mit Argwohn betrachteten Christen nicht mehr als nötig in Misskredit zu bringen, indem er den Frauen eine größere Bedeutung zumaß als in der übrigen Gesellschaft. Tatsächlich hatten Frauen in den ersten Gemeinden eine Bedeutung, die bei Nichtchristen mit Sicherheit für kritisches Erstaunen, wenn nicht für Unmut sorgte. „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen“, heißt es im Galater-Brief (3,27): „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Wie sonst, wenn nicht mit dieser Einsicht, ließe sich erklären, dass der Apostel bei der Missionierung auf weibliche Hilfe ebenso setzte wie auf männliche? Die erste Person, die in Europa getauft wurde, war übrigens eine Frau. Keine Hausfrau, sondern eine erfolgreiche Purpurhändlerin: Lydia aus Philippi. Ihr Haus wurde zum Treffpunkt der Getauften.

Und Martin Luther? Der große Reformator, für den die weiblichen Kurven als Beleg dafür herhalten mussten, dass eine Frau immer schön zu Hause bleiben sollte – der war selber ganz schön mollig.

Dieser Artikel ist erstmals am 13. November 2017 bei pro erschienen. Zum Anlass des Weltfreuentags am 8. März veröffentlichen wir diesen Artikel erneut.

Der Artikel ist im Christlichen Medienmagazin pro erschienen, das Sie kostenlos unter der Telefonnummer 06441/915-151, per E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online bestellen können.

Von: Claudia Becker

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Fri, 08 Mar 2019 10:24:00 +0100
<![CDATA[Diese App hilft Saudis, ihre Frauen zu kontrollieren]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2019/03/07/diese-app-hilft-saudis-ihre-frauen-zu-kontrollieren/ Das saudische Innenministerium bietet mit „Absher“ eine App an, die viele Behördengänge und Schriftverkehr überflüssig machen soll. Laut Kritikern bietet sie Männern aber auch die Möglichkeit, ihre Frauen zu überwachen, für die sie nach saudischem Recht „verantwortlich“ sind. Das berichtet die Tageszeitung Die Welt.

Demnach könnten Männer über die App festlegen, wann die ihnen anvertrauten Frauen ihre Pässe nutzen und zum Beispiel ins Ausland verreisen können.

Amerikanische Unternehmen sollen nicht zu Komplizen werden

Dass die beiden US-Unternehmen Google und Apple die App in ihren Stores anbieten, sorgte in den vergangenen Wochen für heftige Kritik. Der demokratische Senator Ron Wyden wandte sich laut dem Online-Magazin Businessinsider am 11. Februar in einem offenen Brief an Apple-Chef Tim Cook und den Google-CEO Sundar Pichai und forderte die Unternehmen auf, „Absher“ unverzüglich aus dem Angebot zu nehmen.

Saudische Männer könnten mithilfe der App verhindern, dass ihre Frauen das Land verlassen. „Es ist nichts Neues, dass die saudische Monarchie Frauen in ihren Rechten einschränken und unterdrücken will, aber amerikanische Unternehmen sollten das Patriarchat der saudischen Regierung weder ermöglichen noch unterstützen“, schrieb Wyden. In der Folge schlossen sich mehrere US-Politiker dem Protest an.

Google und Apple versprachen eine Untersuchung der Vorwürfe. Anfang März verkündete Google, „Absher“ werde nicht aus dem Play Store genommen, da es nicht gegen die Richtlinien verstoße. Eine Erklärung von Apple steht noch aus.

Die Rezensionen im Play Store und App Store sind neben wenigen kritischen Beiträgen überwiegend positiv. Saudische Frauen gaben an, in Wahrheit erleichtere die App ihr Leben, da ihr Vormund nun nicht mehr wie früher in derselben Stadt wie sie selbst sein müsse, wenn sie das Land verlassen wollten. Eine Nutzerin schreibt: „Wir Frauen nutzen diese App, und sie macht alles einfacher für uns und nicht umgekehrt."

Von: Nicolai Franz

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Thu, 07 Mar 2019 17:32:00 +0100
<![CDATA[Islam-Aussage von Brinkhaus provoziert]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/03/07/islam-aussage-von-brinkhaus-provoziert/ „Kann ein Muslim im Jahr 2030 für die CDU Bundeskanzler werden?", fragte idea in seiner vorletzten Ausgabe den Unions-Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus. „Warum nicht, wenn er ein guter Politiker ist und er unsere Werte und politischen Ansichten vertritt", antwortete dieser. Diese Anwort sorgt derzeit deutschlandweit für Schlagzeilen, spätestens seit die Bild-Zeitung am Montag online titelte: „Brinkhaus kann sich Muslim als CDU-Kanzler vorstellen".

Kurze Zeit später konterte Bild-Redakteur Daniel Böcking: „‚Christlich‘ ist nicht nur ein moralischer Wert, sondern auch ein Glaube – und zwar an Jesus CHRISTus. Das mag nicht hip klingen, ist aber so." Diesen Glauben teilten Muslime nicht. Weiter schreibt Böcking: „Nicht nur beim Pfarrer setze ich voraus, dass er hinter dem steht, was er da predigt – auch ein Chef der Christ-Demokraten sollte zum Christentum (und selbstverständlich zur Demokratie) stehen." Sein Vorwurf: Brinkhaus biedere sich an. Das C sei für ihn eine Altlast bei immer mehr nichtchristlichen Wählern in Deutschland.

AfD: CDU soll C aufgeben

Am späteren Montag und frühen Dienstag meldete sich auch die Politik anlässlich Brinkhaus’ Aussage zu Wort. Der religionspolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Volker Münz, widersprach scharf: „Die CDU sollte ehrlicherweise das C im Namen aufgeben“, forderte er, und weiter: „Der zentrale Wert der Menschenwürde resultiert aus der jüdisch-christlichen Vorstellung vom Menschen als Ebenbild Gottes. Dieses Menschenbild kennt der Islam nicht.“

Auch parteiintern ist der Streit um einen muslimischen Kanzler in vollem Gange. CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte der Passauer Neuen Presse, er halte einen muslimischen Kanzler mit CDU-Parteibuch ebenfalls für denkbar, aber auch für sehr unwahrscheinlich. „Denn mir ist nicht bekannt, dass AKK, Friedrich Merz oder Jens Spahn beabsichtigen, zum Islam überzutreten“, sagte er. Der religionspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Hermann Gröhe, schwieg am Dienstag zunächst auf Anfrage von pro zu dem Interview.

Rückendeckung kam aber von Schleswig-Holsteins CDU-Bildungsministerin Karin Prien (CDU): „Selbstverständlich könnte auch ein muslimischer Christdemokrat, ein Hindu oder ein Atheist für die CDU Bundeskanzlerin werden", sagte sie gegenüber der Bild-Zeitung. Die nordrhein-westfälische Integrationsstaatssekretärin Serap Güler, abenfalls CDU, sagte: „Ralph Brinkhaus hat mit seiner Antwort lediglich klargestellt, dass bei uns in der CDU niemand aufgrund seines Glaubens benachteiligt wird, solange er unsere Werte und politischen Ansichten vertritt.“ CDU-Bundesvorstand Elisabeth Motschmann warnte: „Wir verunsichern unsere Stammwähler mit dieser Diskussion." Und CDU-Innenexperte Christoph de Vries erklärte: „Wer für die Union als Kanzler antritt, muss nicht christlich sein, aber christdemokratische Werte vertreten und sich Deutschland zugehörig fühlen.“ Dies gelte leider nicht für einen größeren Teil von Muslimen.

Zustimmung aus der Opposition

Der ehemalige Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, sagte gegenüber der Passauer Neuen Presse: „Entscheidend ist doch, ob jemand die Ärmel hochkrempelt und für unser Land anpackt. Solange sie oder er fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht.“ In einem Artikel für die Deutsche Welle findet auch der Journalist Christoph Strack nichts Schlimmes an der Brinkhaus-Äußerung: Er sage das rechtlich Korrekte. „Das Grundgesetz benennt keine besonderen Vorgaben für den Einzug ins Bundeskanzleramt.“ Dass ein Muslim Kanzler werden könnte, sei eigentlich selbstverständlich. „Längst tragen in der deutschen Politik auch Muslime Verantwortung.“

Von: Anna Lutz

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Thu, 07 Mar 2019 16:18:00 +0100
<![CDATA[Indie-Pop mit Tiefgang: Adina Mitchell im pro-Interview]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2019/03/07/indie-pop-mit-tiefgang-adina-mitchell-im-pro-interview/ Der persönliche Glaube spielt in ihrer Musik eine wichtige Rolle, erklärt die Sängerin Adina Mitchell im Gespräch mit pro. Wo gleichaltrige Künstler über Liebeskummer oder Verlust singen, hätten ihre Texte der 20-Jährigen noch eine weitere Dimension: „Es ist ein großer Teil meines Lebens, dass Jesus an meiner Seite ist.“ Sie glaube an die Bibel als Gottes Wort: „Es ist die Grundlage meines Lebens, dass ich daraus unglaublich viel Weisheit lesen kann.“

Ihr Debütalbum „Eine Welt erfinden“ erscheint am Freitag bei Gerth Medien. Die Texte auf der Indie-Pop-Platte stammen sowohl von Mitchell selbst als auch aus der Feder von Florian Sitzmann. Er ist Keyboarder der „Söhne Mannheims“ und produzierte die CD mit 14 Liedern. In dem Song „Letzte Zeilen“ verarbeitet die Sängerin den überraschenden Tod ihrer besten Freundin.

„Wenn sie singt, kommt immer etwas an“

Sitzmann entdeckte Mitchell vor ein paar Jahren. Sie spielte die Hauptrolle im Weihnachtsmusical „Weihnachten neu erleben“ der Gemeinde ICF Karlsruhe. Danach kam es schnell dazu, dass sich „Interessen und Vorstellungen“ einer Zusammenarbeit überschnitten, erklärt Sitzmann. Es habe musikalisch „Klick gemacht“: „Wenn sie singt, kommt bei mir immer etwas an“, sagt der Produzent. Er ist seit mehreren Jahrzehnten im christlichen und säkularen Musikbusiness tätig und feiert 2020 25-jähriges Jubiläum mit den „Söhnen Mannheims“.

Von: Martina Blatt/Jörn Schumacher

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Thu, 07 Mar 2019 11:29:00 +0100
<![CDATA[Studie: Medien werden ihrem Publikum fremd]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/03/06/studie-medien-werden-ihrem-publikum-fremd/ Das Vertrauen der Deutschen in die etablierten Nachrichtenmedien hat sich in den vergangenen Jahren wieder stabilisiert. Das ist einer der Befunde, die Mainzer Kommunikationswissenschaftler in einer Langzeitstudie beobachtet haben. 44 Prozent der Befragten vertrauen den Medien, wenn es um wichtige Fragen geht, wie etwa Gefahren für die Gesundheit oder die Umwelt oder auch um politische Skandale. Das ist der höchste Wert, der seit Beginn der Studie 2008 gemessen wurde.

Das meiste Vertrauen – das von zwei von drei Deutschen – genießt nach wie vor das öffentlich-rechtliche Fernsehen, auch wenn es einige Einbußen im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen musste. Direkt dahinter liegen die regionalen und mit etwas Abstand die überregionalen Tageszeitungen. Boulevardzeitungen werden für am wenigsten vertrauenswürdig gehalten. Auch gegenüber Informationen in den Sozialen Medien, auf Videoplattformen oder Weblogs sind die Befragten sehr skeptisch. Weniger als sechs von hundert Deutschen schenken diesen Quellen weitgehendes Vertrauen.

Es zeigt sich in der Studie aber ebenso, dass immer mehr Menschen das Gefühl haben, die Berichterstattung der Medien habe nur noch wenig mit dem eigenen Leben und Positionen zu tun. 42 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass sie die gesellschaftliche Lage anders wahrnehmen, als es die Medien berichten. 27 Prozent sind der Meinung, dass die Medien Themen und Meinungen nicht ausreichend berücksichtigen, die ihnen wichtig sind – wobei nicht danach gefragt wurde, um welche Themen es sich dabei handelt. Alle Werte, die in diesem Fragekomplex in diese Richtung weisen, sind im Vergleich zu 2017 gestiegen.

Weiterhin gibt es einen festen Kern von Menschen, die die etablierten Medien pauschal und polemisch kritisieren, stellten die Forscher fest: „Jeder vierte Bürger in Deutschland hält die Medien nicht für vertrauenswürdig und wirft ihnen gezielte Manipulation vor.“ Zudem fällt das Vertrauen in die Berichterstattung über verschiedene Themen unterschiedlich aus. Wenn es um Flüchtlinge, den Islam oder Ausländerkriminalität geht, wollen sich weniger Bürger auf die Medien verlassen als etwa zur Berichterstattung über den Dieselskandal. Auch nehmen mehr Menschen bei diesen Themen ein Redeverbot wahr: Jeder Dritte ist der Ansicht, dass man öffentlich nicht sagen dürfe, dass durch Flüchtlinge die Kriminalität in Deutschland zunimmt.

„Insgesamt legen die Befunde nahe, dass das Vertrauen in die etablierten Medien im Zuge der Lügenpresse-Debatte keineswegs in großem Stil erodiert ist. Dennoch hat sich ein relevanter Kern an Kritikern herausgebildet, der die etablierten Medien pauschal verurteilt“, resümieren die Forscher. Diese Kritiker neigten häufig dem linken oder rechten politischen Rand zu, seien tendenziell formal weniger gebildet und blickten auch pessimistischer auf die eigene wirtschaftliche Zukunft als jene, die Medien nicht pauschal verurteilten.

Für die Studie zum Thema Medienvertrauen befragen die Forscher der Universität Mainz seit 2008 in mehreren Wellen repräsentativ Menschen in Deutschland. Für die aktuelle, fünfte Erhebung wurden im Oktober und November 2018 1.200 Bürger befragt. Im Herbst dieses Jahres ist eine weitere Erhebung geplant.

Von: Jonathan Steinert

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Wed, 06 Mar 2019 18:28:00 +0100
<![CDATA[Seehofers Imam-Schranke trifft Migrationskirchen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/03/06/seehofers-imam-schranke-trifft-migrationskirchen/ Die Bundesregierung plant, dass ausländische Geistliche, die hier arbeiten wollen, einen Nachweis über ihre Deutschkenntnisse erbringen müssen. Die Einreisevoraussetzungen sollen dazu entsprechend geändert werden.

Nach Ansicht des Evangelischen Presse-Dienstes (epd) zielt die Gesetzesverschärfung auf türkische „Imame, die nicht Deutsch sprechen". Die seien dem Bundesinnenministerium „schon lange ein Dorn im Auge". Dem Artikel auf evanglisch.de vom Mittwoch zufolge sind katholische und internationale christliche Gemeinden besorgt über die Regierungspläne, weil auch „christliches Personal aus aller Herren Länder" hier tätig sei.

Gesetzesverschärfung bedeutet Erschwernis für christliche Gemeinden

Der epd hat beim Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg nachgefragt. In Berlin kooperieren demnach alt-katholische, armenisch-apostolische, finnisch-lutherische bis hin zu serbisch- und syrisch-orthodox geprägten christlichen Gemeinden. Dem Artikel zufolge begrüßt der Rat grundsätzlich das Anliegen. Er betone aber ausdrücklich, „dass den Seelsorgern der aus dem Ausland stammenden Gläubigen eine wichtige Brückenfunktion" zur Vermittlung der deutschen Kultur zukomme.

„Die äthiopisch-orthodoxe Gemeinde in Berlin wäre mit dieser Regelung in Schwierigkeiten geraten“, erklärt Hans-Joachim Ditz, Geschäftsführer des Ökumenischen Rats Berlin-Brandenburg, im Hinblick auf die geplante Verschärfung. In der Gemeinde sei erst kürzlich ein Seelsorger in den Ruhestand gegangen. Die Stelle habe die äthiopische Gemeinde mit einem Landsmann neu besetzt. Der äthiopische Seelsorger habe zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland verständlicherweise kaum über Deutschkenntnisse verfügt. „Ein erheblicher Teil der Geistlichen und Seelsorger in fremdsprachlichen christlichen Gemeinden stammten aus dem Ausland", sagt Ditz auf Anfrage von pro. „Ich plädiere daher für mehr Augenmaß.“

Muttersprachler sind wichtig für Migrationskirchen

Für fremdsprachige christliche Gemeinden könne die Gesetzesverschärfung eine Erschwernis bedeuten – etwa wenn sie Pastoren aus dem Heimatland nach Deutschland holen wollten. Das erklärte Claudia Währisch-Oblau, Leiterin der Abteilung Evangelisation der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), auf Anfrage von pro. Sie findet es aber grundsätzlich positiv, von einreisenden Geistlichen zumindest Grundkenntnisse in der deutschen Sprache zu verlangen. Es sei ein Problem von Migrationskirchen, dass ihre Pastoren oft nur ganz wenig Deutsch könnten und darum tendenziell schlechter integriert seien als die Mitglieder ihrer Gemeinden. „Es wird ja nicht verlangt, dass die Geistlichen jetzt nur noch auf Deutsch predigen sollen", erklärt Währisch-Oblau. Diese Forderung würde sie nicht unterstützen. „Aber ich denke, dass es den Gemeinden gut täte, wenn ihre Pastoren auch Deutsch sprechen könnten."

Für Migrationskirchen sei es wichtig, dass sie Gottesdienste in der Muttersprache oder einer vertrauten Zweitsprache wie Englisch oder Französisch feiern könnten. Spätestens ab der zweiten Generation seien jedoch auch deutsche Sprachkenntnisse wichtig. „Es entstehen starke Spannungen, wenn die Elterngeneration in der Kirche eine Heimat fern der Heimat sucht, Kinder und Jugendliche diese Heimat aber kaum kennen und sich eher in Deutschland verwurzelt fühlen", erklärt Währisch-Oblau. Migrationskirchen, die die zweite Generation halten wollten, müssten irgendwann anfangen, auch Angebote in deutscher Sprache anzubieten. Sonst würden die Jugendlichen wegbleiben.

Um einer Radikalisierung von Muslimen entgegenzuwirken, hält sie andere Dinge als die deutsche Sprache für bedeutsam: „Ich glaube, dass sich junge Musliminnen und Muslime radikalisieren, weil ihnen viel zu häufig signalisiert wird, dass sie in Deutschland nicht dazugehören." Es brauche klare Signale, dass der Islam zu Deutschland gehöre. „Schlicht und einfach, weil es Muslime mit deutscher Staatsangehörigkeit gibt", sagt Währisch-Oblau. Frauen mit Kopftuch sollten alle Berufe ausüben können, Burkinis im Schwimmbad ganz normal sein. Hindernisse, die dem Bau von Moscheen entgegenstünden, müssten abgebaut werden. „Die Radikalisierer unter den Muslimen leben doch davon, dass sich junge Muslime ausgegrenzt fühlen", sagte die Theologin. Sie wolle „Muslimen die gute Botschaft von Jesus Christus weitergeben, nicht ihnen das Leben in Deutschland schwer machen".

Michael Gruber, Sprecher der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, warnte vor einer stark restriktiven Regelung. Das würde zu kurz greifen und könne Schaden anrichten: „Denn erstens kann gerade die Muttersprache für einen Geistlichen das Medium sein, um seine Landsleute zu erreichen – und sie zum Beispiel zur Integration zu ermutigen. Zweitens ist das Deutschlernen in Deutschland am einfachsten und könnte hier nachgeholt werden.“ Die Sprachanforderungen könnten auch Pastoren internationaler christlicher Gemeinden treffen, die dann im Zweifel nicht mehr einreisen dürften.

Von: Norbert Schäfer

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Wed, 06 Mar 2019 17:53:00 +0100
<![CDATA[So berichten deutsche Medien über die Fastenzeit]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/03/06/so-berichten-deutsche-medien-ueber-die-fastenzeit/ Eine Presseschau von Martina Blatt]]> „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, besagt ein Karnevalslied. Doch mit dem Aschermittwoch beginnt auch etwas: die Fastenzeit. Viele deutsche Medien widmen sich diesem Thema und zählen auf, wozu die Fastenwilligen Nein sagen können. Schokolade, Alkohol und Fleisch sind die Klassiker. Der Verzicht auf Plastik- und Verpackungsmüll sowie auf das Autofahren – und damit verbunden, etwas für die Umwelt und das Klima zu tun – stehen 2019 auch hoch im Kurs. Ein Teil der online erschienenen Artikel streift den christlichen Hintergrund der Fastenzeit nur. Es finden sich aber auch Beiträge, die genauer erläutern, was es mit der Passionszeit auf sich hat und warum diese eigentlich sogar länger als 40 Tage dauert. pro hat sich die Artikel angeschaut.

„Fastentrend breitet sich aus, Kirchenmitgliedszahlen schrumpfen“

Die Zeitung Die Welt geht in ihrem Artikel „Wochenlang nichts essen – und sich blendend fühlen“ darauf ein, dass Fasten nicht nur im Christentum, sondern auch in anderen Weltreligionen verankert sei. Die Autorin erläutert in ein paar Sätzen den christlichen Aspekt der Passionszeit: „Jesus begab sich dafür für 40 Tage in die Wüste und konterte die Versuchung des Teufels mit den Worten: ,Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.‘“

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schreibt: „In der Überflussgesellschaft wollen nicht nur Gläubige die 40 Tage bis zum Osterfest nutzen, um ihre Gewohnheiten umzukrempeln.“ Die Zeitung gibt Anregungen, was Fastenwillige – außer die oben erwähnten Klassiker – in den kommenden Wochen sein lassen können. Die ökumenische Fastenaktion „Autofasten“ der katholischen und evangelischen Kirchen findet Erwähnung. Sie gehe bereits ins 22. Jahr und sei 2019 mit einer Petition für das Tempolimit verbunden. Diese starte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am Aschermittwoch. Die FAZ, aber auch andere Medien, befassen sich zudem mit der Fastenaktion „Sieben Wochen ohne“ der Evangelischen Kirche. Dieses Jahr steht sie unter dem Motto „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“. Mit dem bewussten Verzicht auf die Unwahrheit solle das „gegenseitige Vertrauen“ gestärkt werden, erläutert EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann laut FAZ.

Bild-Zeitung erklärt biblisch fundierte Zahl 40

In dem Spiegel-Beitrag „Warum viele Nichtchristen fasten“, der schon Mitte Februar erschien, heißt es: „Schon seit Jahren ist das Fasten nicht mehr nur unter Kirchenanhängern beliebt. Obwohl die Mitgliederzahlen der Kirchen in Deutschland schrumpfen, breitet sich der Fastentrend aus.“ Auf den religiösen Hintergrund des Fastens geht der Artikel nicht ein.

Anders die Bild-Zeitung: „Kurze Geschichte des langen Fastens“ – unter dieser Überschrift veröffentlichte das Boulevardblatt am Mittwoch auf seiner Internetseite einen Beitrag über die Passionszeit. „40 Tage ist die Fastenzeit heute in der katholischen Kirche lang: Die Protestanten sprechen eher von der Passionszeit Christi, die an das Leiden und den Tod Jesu erinnern soll.“ Die Zahl 40 sei biblisch fundiert, wenn es um einen Zeitraum der Reinigung und der Buße gehe: „Denn genau 40 Tage soll Jesus einst selbst nach seiner Taufe in der Wüste gefastet haben. 40 Tage ohne Brot und Wasser hat laut Bibel auch Moses auf dem Berg Sinai zugebracht, bevor er die Zehn Gebote erhielt. Und auch der Regen der Sintflut soll 40 Tage und Nächte lang auf die Erde niedergegangen sein.“

Freiheit durch Verzicht

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) schreibt: „Schon lange scheint das Fasten im März religionsunabhängig.“ Die Zeitung widmet sich der Motivation hinter dem Verzicht, und bezeichnet diesen als „Trend“. Mentaltrainer Steffen Kirchner erklärt in der HAZ: „Einer der größten Wünsche des Menschen ist der Wunsch nach Freiheit. […] Und die Fähigkeit, ohne etwas auszukommen, ist im Grunde ein Gefühl von Freiheit.“ Man wolle sich von äußeren Reizen abkoppeln, „um wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen“.

Die Berliner Morgenpost veröffentlicht eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wagt einen Blick in die Geschichte. „Die Fastenzeit gilt als Vorbereitung auf Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi. […] Christen sollen in diesem Zeitraum als Zeichen von Buße und Besinnung Genüssen entsagen“, heißt es darin. Und weiter: „Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 schrieb vor Ostern ein vorangehendes 40-tägiges Fasten vor – die Zeit, die Jesus in der Wüste verbrachte.“

Fastenzeit als Vorbereitung auf das wichtigste Fest der Christenheit: Ostern

Auch die Lübecker Nachrichten geben eine genaueren Blick auf den christlichen Hintergrund der anstehenden Zeit des Verzichts: „Die Fastenzeit dient als Vorbereitung auf das wichtigste Fest der Christenheit: die Auferstehung von Jesus Christus, vielen besser bekannt als Ostern.“ Die Fastenzeit sei der Buße und Umkehr gewidmet. „Erinnern soll die insgesamt 40 Tage andauernde Fastenzeit an das ebenso lange Fasten Jesu Christi in der Wüste“, ist in dem Beitrag zu lesen.

Das ZDF befasst sich auf seiner Internetseite auch mit der Fastenzeit und erklärt die christliche Perspektive. „Die Dauer der Fastenzeit leitet sich von den 40 Tagen ab, die Jesus nach seiner Taufe in der Wüste verbrachte. Er reflektierte über seinen Glauben, was auch viele Christen in der heutigen Fastenzeit tun.“ Durch die Periode der Buße und Besinnung bereiteten sich Christen auf den „wichtigsten Termin des Kirchenjahres vor: Die Feier zum Tod und zur Wiederauferstehung von Jesus Christus“.

Quiz: Fastenzeit-Experte oder nicht

Die Deutsche Presse-Agentur erklärt in einem Hintergrund-Beitrag den christlichen Hintergrund der Fastenzeit: „Der Aschermittwoch ist der erste Tag der 40-tägigen Fastenzeit bis Ostern (die Sonntage werden nicht mitgezählt). 40 Tage deshalb, weil in der Bibel steht, dass Jesus so lange in der Wüste gefastet hat.“ Weiter notiert die Nachrichtenagentur, dass in der Aschermittwochsmesse „katholische Gläubige ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet [bekommen]. Das soll sie an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern: Asche zu Asche, Staub zu Staub.“

Wer sein Wissen über die Fastenzeit testen möchte, findet auf Katholisch.de ein Quiz. Nachdem der Leser zehn Fragen beantwortet hat, erfährt er, ob er Fastenzeit-Experte ist oder noch Nachholbedarf beim Thema hat.

Von: Martina Blatt

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Wed, 06 Mar 2019 15:21:00 +0100
<![CDATA[Israel begrüßt Öffnung von Vatikan-Geheimarchiv]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/06/israel-begruesst-oeffnung-von-vatikan-geheimarchiv/ Das vatikanische Geheimarchiv macht ab dem 2. März 2020 Historikern die Akten des umstrittenen Papstes Pius XII. vollständig zugänglich. Das kündigte Papst Franziskus am Montag an. Dem ehemaligen Kirchenoberhaupt Pius XII. wird vor allem sein Schweigen zum Holocaust während des Zweiten Weltkrieges vorgeworfen. Israelische und jüdische Institutionen begrüßten den Schritt des Vatikan.

Papst Franziskus traf die Entscheidung in der „Gewissheit, dass die seriöse und objektive historische Forschung die glänzenden Momente dieses Papstes ebenso wie die Momente größter Schwierigkeiten, hart erkämpfter Entscheidungen und menschlicher wie christlicher Besonnenheit im rechten Licht und mit der angemessenen Kritik erscheinen lassen kann“. Den Vorwurf des Schweigens zum Holocaust kommentierte Franziskus: „Die Haltung des Pacelli-Papstes mag manch einem vielleicht als zu große Zurückhaltung erscheinen.“ Pius hieß mit bürgerlichem Namen Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli.

Franziskus: Keine Angst vor der Geschichte

Aber die Kirche habe keine Angst vor der Geschichte, wird Franziskus weiter zitiert. Bislang gab es nur eine unvollständige, von der Forschung kritisierte Edition zu den Akten von Pius XII. Dieser wurde am 2. März 1939 zum Papst gewählt, sechs Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Er starb am 8. Oktober 1958 in der Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom. Normalerweise wartet der Vatikan nach dem Tod 70 Jahre, bis er sein Archiv öffnet. Hier gab es aber öffentlichen Druck, die Dokumentation schneller offen zu legen, solange noch nicht alle Holocaust-Überlebende verstorben sind.

Historiker, jüdische Interessensgruppen sowie Schriftsteller wie zum Beispiel der Deutsche Rolf Hochhuth („Der Stellvertreter“) haben Pius wegen seines Schweigens zum Holocaust angeklagt. Die Katholische Kirche sei bei der Rettung der Juden vor dem Genozid, beispielsweise durch den Einsatz für Konvertierung zum Katholizismus, gescheitert. Der Vatikan verteidigte sich, dass er hinter den Kulissen Diplomatie benutzte, um Menschenleben zu retten. Der aktuelle Papst Franziskus vertritt auch diese Linie. Der Vatikan will demnächst darüber entscheiden, ob Pius heilig gesprochen wird.

Israel begrüßt Entscheidung

In Israel wurde die Ankündigung der Archivöffnung positiv aufgenommen. „Wir freuen uns über die Entscheidung und hoffen, dass sie freien Zugang zu allen relevanten Archiven bedeutet“, heißt es aus dem israelischen Außenministerium. Auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem begrüßte den Schritt: „Seit Jahren forderte Yad Vashem die Öffnung dieser Archive, die jetzt eine objektive und offene Recherche und einen umfassenden Diskurs zum Verhalten des Vatikan im Besonderen und der Katholischen Kirche im Allgemeinen während der Scho'ah ermöglichen wird.“

Der Vorsitzende der Jewish Agency, Jitzchak Herzog, lobte die Entscheidung als „mutigen und wichtigen Schritt“. Er erinnerte an seinen Großvater, den früheren Oberrabbiner Jitzchak Halevi Herzog, der Papst Pius während des Holocaust darum bat, ihm „sein Volk“ zu schicken. Er habe nie eine Antwort des Papstes erhalten. Auch der deutsche Zentralrat der Juden freute sich über die Entscheidung des Vatikan: „Es hat lange gedauert, ist aber ein erfreulicher Schritt.“ Mit der geplanten Archivöffnung setze Papst Franziskus ein positives Signal im jüdisch-christlichen Dialog, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Wiesenthal-Zentrum: Offene Fragen klären

Der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem und Zuständige für osteuropäische Angelegenheiten, Efraim Zuroff, sprach in einem Kommentar in der Tageszeitung Jerusalem Post offene Fragen hinsichtlich Papst Pius an. Wichtig sei es, durch die Quellen zu erfahren, wie viel der Papst damals vom Mord an den Juden in Europa wusste. Entscheidend bei dieser Frage seien die Korrespondenzen der Nuntien, der Botschaften des Vatikan in Europa und ihre Berichterstattung an den Papst.

Wichtig sei für Zuroff auch die Frage, zu welchem Zeitpunkt Pius diese Informationen erhielt. Habe es noch Zeit gegeben, das Schicksal der jüdischen Gemeinden zu beeinflussen oder waren sie bereits deportiert oder ermordet, will Zuroff wissen. „Wenn der Papst mit ausreichend Informationen über die Endlösung der Nazis informiert war, was hat er dann Positives getan, was bisher noch nicht bekannt ist?“, fragt er. Auch relevant sei die Frage, wie genau er Juden in seinem Einflussbereich half. Zuroff schätzt die Forschungszeit auf mehrere Jahre, bis wissenschaftliche Antworten auf diese Fragen gegeben werden können.

Von: Michael Müller

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Wed, 06 Mar 2019 12:11:00 +0100
<![CDATA[Ethikunterricht wird in Österreich Pflicht]]> https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/2019/03/06/ethikunterricht-wird-in-oesterreich-pflicht/ Ab dem Schuljahr 2020/2021 haben österreichische Schüler die Wahl zwischen Ethik und Religion. Wer sich aus Gewissensgrüngen gegen den Besuch eines konfessionellen oder etwa islamischen Religionsunterrichts entscheidet, soll dann eine Ethikstunde besuchen. Wie die Wiener Zeitung berichtet, soll es darin um respektvollen und toleranten Umgang, gewaltfreie Konfliktlösung, das Verhältnis der Schüler zur Welt und die Weltreligionen sowie philosophische Strömungen gehen. Bisher haben Schüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden, in Österreich eine Freistunde.

Kirche immer weniger normgebende Kraft

„Ethik wird in Zukunft noch wichtiger werden", begründete der österreichische Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) die Entscheidung laut Vatican News. Die Kirche sei immer weniger die normgebende Kraft. Stattdessen soll nun die Förderung eines ethischen Verständnisses im Schulunterricht zum Miteinander in der Gesellschaft beitragen. 17 Prozent der Österreicher geben an, kein religiöses Bekenntnis zu haben.

In Österreich können Schüler ab 14 Jahren selbst entscheiden, ob sie dem Religionsunterricht beiwohnen oder nicht. Vorher bestimmen die Erziehungsberechtigten darüber. Der Religionsunterricht wird ähnlich wie in Deutschland von den Glaubensgemeinschaften verantwortet und findet im Rahmen des Pflichtunterrichts an Schulen statt. Finanziert wird er vom Staat. Wer einer anerkannten Religionsgemeinschaft angehört, besucht in der Regel auch deren Unterricht – dazu zählen im deutschen Nachbarland nicht nur Katholische und Evangelische Kirche oder muslimische Glaubensgemeinschaften, sondern je nach Bedarf auch Freikirchen, orthodoxe oder jüdische Gruppen. Mancherorts wird sogar buddhistischer Religionsunterricht erteilt.

Und in Deutschland?

In Deutschland ist Religionsunterricht ebenfalls gemeinsame Sache der Schulen und der Religionsgemeinschaften. Er steht unter staatlicher Aufsicht, über den Inhalt bestimmen die Kirchen oder etwa die beteiligten muslimischen Verbände. In den meisten deutschen Bundesländern ist Religion ein ordentliches Unterrichtsfach und die Teilnahme verpflichtend. Wer sich aus Gewissengründen abmeldet erhält in der Regel Ersatzunterricht, häufig Ethik. Doch es gibt Ausnahmen, etwa das Bundesland Berlin. Hier ist der Besuch des Religionsunterrichts freiwillig, Ethik aber seit einigen Jahren verpflichtend für alle Schüler. Wer das Wahlfach Religion besuchen möchte, tut dies also zusätzlich zum restlichen Unterricht. Es hat keinen Einfluss auf die Versetzung.

Von: Anna Lutz

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Wed, 06 Mar 2019 11:45:00 +0100
<![CDATA[Alexa gibt katholische Impulse]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/05/alexa-gibt-katholische-impulse/ Katholisch wird Alexa nicht gleich. Aber der Sprachassistent von Amazon kann jetzt Impulse des Bistums Essen wiedergeben. Nutzer des Geräts können diese Funktion im Amazon-Skillstore online freischalten und sich die Angebote dann per Sprachbefehl abspielen lassen – passend zur aktuellen Stimmungslage. „Ein Assistent, mit dem die Nutzer sprechen können, bietet uns die Chance, ein seelsorgliches Angebot ganz gezielt für jeden einzelnen auszuspielen, ohne quasi mit der Gießkanne einen einzigen Impuls an alle zu senden“, erklärte Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums, gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA).

„Etwas Gutes“ nennt sich das Angebot. Mit der Spracheingabe „Alexa, öffne etwas Gutes!“ lasse es sich am Gerät aktivieren. Es solle eine Alternative zu Musik, Nachrichten und Unterhaltung sein, die den Menschen gut tue. Die abrufbaren Inhalte sind 90-sekündige Gedankenanstöße aus der Sendung „Kirche im WDR“, verfasst von jungen Theologen. „Dabei stehen sowohl Alltagslust als auch Alltagsfrust im Fokus“, sagte Bistumssprecher Lota der KNA.

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat am 1. März ebenfalls ein Projekt für Sprachassistenten gestartet. Dabei geht es darum, dass sämtliche Sprachassistenten Auskunft über Kirchen eines Ortes geben können sollen.

Von: Jonathan Steinert

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Tue, 05 Mar 2019 17:35:00 +0100
<![CDATA[Computerspiel um Vergewaltigung aus dem Programm genommen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2019/03/05/computerspiel-um-vergewaltigung-aus-dem-programm-genommen/ „‚Rape Day‘ ist ein Spiel, in dem Du während einer Zombie-Apocalypse vergewaltigen und morden kannst“, kündigte der Spiele-Entwickler „Desk Plant“ sein Spiel bis vor Kurzem online noch an. „Es ist eine Welt ohne Regeln. Zombies genießen es, Fleisch von warmen Menschen zu essen und sie zu vergewaltigen – doch du bist der gefährlichste Vergewaltiger in der Stadt“, heißt es in der Werbung weiter.

Das PC-Spiel war seit einigen Wochen für April 2019 angekündigt. Es war ab einem Alter von 18 Jahren freigegeben. Inzwischen taucht das Spiel in den deutschen Suchergebnissen von Steam nicht mehr auf.

Viele Nutzer hatten online gegen die Ankündigung des Spiels protestiert. „Ich frag mich echt was für kranke Menschen so ein Spiel überhaupt erst entwickeln“, schrieb eine Nutzerin. Ein anderer twitterte: „Bin fassungslos, dass sowas TROTZ content angabe bei steam durchgehen kann.“ Ein anderer schrieb: „Als Gamer ist das absolut schändlich zu sehen. Schweinerei. Das hat keine Existenzberechtigung!!!“ Viele Nutzer kündigten an, offiziell Beschwere gegen das Spiel einzureichen.

Auf Steam und einer eigens eingerichteten Webseite erklärte der Entwickler: „Ich wollte ein Spiel machen, das mich unterhält und es gibt sicher auch andere Menschen, denen das Game gefällt. Vier Prozent der Bevölkerung sind Soziopathen und die Geschichte dürfte auch anderen Leuten gefallen.“ Der Entwickler behauptet, dass es sich bei seinem Spiel um „schwarzen Humor“ handelt. In einer früheren Version sollte es sogar die Möglichkeit geben, ein Baby zu töten. Doch nach einem Update am 24. Februar entfernte der Entwickler die Szene wieder. Weiter schreibt der Entwickler auf seiner Webseite: „Moralische Empörung wird die Unterhaltungsindustrie nicht aufhalten. Unsere Gesellschaft entwickelt sich weiter und wird irgendwann verstehen, dass man Dinge, die man rein fiktional tut, nicht zu einem moralischen Verfall oder weitgehender Gesetzeslosigkeit führen.“

Ein Experte des deutschen Magazins Golem kritisierte vor allem den Spielevertreiber Steam, der zum Unternehmen Valve gehört, das Spiel in sein Angebot aufgenommen zu haben. „Es wird Zeit, dass das Unternehmen lernt, die Gefühle seiner Kunden ernst zu nehmen!“, schreibt der Redakteur und Spieleexperte Peter Steinlechner, und weiter: „Seit 2003 gibt es Steam. Ich hätte erwartet, dass Valve in all den Jahren lernen würde, wie man eine Downloadplattform für Computerspiele seriös und unfallfrei betreibt. Dazu gehört, dass man den Kunden faire Preise und guten Service bietet, dass man die Technik im Griff hat und dass man seine Plattform nicht für die Verharmlosung von Fantasien über Massenvergewaltigungen missbrauchen lässt.“ Es sei „nicht im Ansatz erkennbar“, dass es sich bei dem Spiel um Ironie handelt.

Gelockerte Regeln bei Steam

Der Spieleverkäufter Steam hat erst im Juni 2018 seine Regeln für den Vertrieb von Spielen gelockert. Das Mutterunternehmen Valve hatte mitgeteilt, sein Spieleangebot künftig weniger selbst kuratieren zu wollen, stattdessen sollten die Nutzer sowie künstliche Intelligenz auf das Angebot aufpassen. In einem Statement des Studios hieß es: „Wenn du ein Spieler bist, sollten wir nicht für dich entscheiden, welche Inhalte du kaufen kannst. Wenn du ein Entwickler bist, sollten wir nicht entscheiden, welche Inhalte du erstellst. Diese Entscheidungen liegen bei dir. Unsere Rolle besteht darin, die Systeme und Werkzeuge bereitzustellen, um es dir zu erleichtern, diese Entscheidungen selber zu treffen.“

Auslöser dafür war eine heftige Diskussion um eine Computerspiel namens „Active Shooter“, das im Juni 2018 auf den Markt kommen sollte. Darin kann der Spieler einen Amokläufer in einer Schule steuern, oder aber einen Polizisten, der diesen zu stoppen versucht. Die Ankündigung hatte unter Spielern und in den Medien für Entsetzen gesorgt. Valve entfernte das Spiel aus seinem Angebot. Andere Anbieter von Computerspielen, wie etwa Apple, engagieren Redakteure, die eingegangene Angebote vor der Freischaltung zunächst prüfen.

Von: Jörn Schumacher

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Tue, 05 Mar 2019 16:27:00 +0100
<![CDATA[„Christliche Bremainers blieben theologische Argumente schuldig“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/05/christliche-bremainers-blieben-theologische-argumente-schuldig/ Unter Mitgliedern der Anglikanischen Kirche stimmte zwar keine überwältigende, aber doch eine deutliche Mehrheit für den Brexit. Die kirchenfernen unter ihnen votierten zu 69 Prozent für den EU-Austritt, 31 Prozent für den Verbleib, schreibt Lukas David Meyer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Dienstag. Kirchennahe Anglikaner hätten zu 55 Prozent für und zu 45 Prozent gegen den EU-Austritt gestimmt, so der Theologe von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die EU-Skeptiker hätten „nationaltheologische“ Argumente geliefert bekommen.

Die Kirche selbst habe sich nicht positioniert, aber zu einer regen Wahlbeteiligung aufgerufen. Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury, habe sich „nach langem Abwarten und bewusst zurückhaltend für Bremain“, also für den Verbleib in der EU, entschieden. Doch welche Argumente haben die brexitfreudigen Anglikaner überzeugt?

Argumente von links und rechts – aber nicht für den EU-Verbleib

In erster Linie sehe der methodistische Theologe Anthony Reddie in der Zustimmung der Anglikaner eine Mischung aus „englischem Nationalismus“ und „christlichem Erwählungsbewusstsein“, schreibt Meyer. Schließlich seien 93 Prozent der britischen Christen weiß. Nationale und religiöse Identität verschmelzen so unbewusst zu einer Einheit, könnte man diese Position zusammenfassen.

Für Meyer ist das zu kurz gedacht, denn auch Teile des Linksanglikanismus hätten „frei von Erwählungsvorstellungen“ pro Brexit argumentiert. Die Kritik von Links ziele dabei vor allem eine als neoliberal empfundene EU, die es Großbritannien schwer mache, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Die Vertreter dieser Position hofften nach einem gelungenen Brexit darauf, dass nationale Lösungen die Sozialpolitik gerechter machen könnten.

Die Bremainers, die EU-Befürworter also, hätten bisher hingegen keine Theologie zu Europa entwickelt, stellt Meyer fest. Auch die ökumenischen Netzwerke hätten wenig beizutragen. Bis 1989 hätten diese vor allem der Verständigung zwischen Ost und West gedient. Die EU habe als „kapitalistisches und westeuropäisches“ Projekt gegolten. Erst der Brexit habe ein Problembewusstsein dafür geschaffen, dass eine „ökumenische Theologie für das Europa des 21. Jahrhunderts" nötig sei.

Von: Nicolai Franz

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Tue, 05 Mar 2019 16:17:00 +0100
<![CDATA[Computerspiele: Halbe Million Jugendliche ist suchtgefährdet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2019/03/05/computerspiele-halbe-million-jugendliche-ist-suchtgefaehrdet/ 89 Prozent der Jungen und 53 Prozent der Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren in Deutschland spielen mindestens einmal wöchentlich Computerspiele. Das entspricht rund drei Millionen junger Menschen. 36 Prozent zocken sogar täglich. 15 Prozent der regelmäßigen Computerspieler gelten den Forschern als sogenannte Risikogamer. Das heißt: 465.000 Kinder und Jugendliche sind suchtgefährdet. Jeder fünfte von ihnen zeigt bereits krankhaftes Verhalten. Das hat eine Erhebung des Instituts Forsa im Auftrag der Krankenkasse DAK ergeben. Befragt wurden im vergangenen Jahr 1.000 Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren.

Jungen zeigen dabei ein weit intensiveres Spielverhalten als Mädchen. In der Gruppe der Risikospieler ist nur jeder fünfte Jugendliche weiblich. Und auch unter den unauffälligen regelmäßigen Spielern verbringen Jungen mehr Zeit mit dem Zocken: Im Durchschnitt zweieinhalb Stunden täglich, im Gegensatz zu zwei Stunden bei den Mädchen.

Risikospieler fehlen häufiger in der Schule

Rainer Thomasius, ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen in Hamburg, erklärte bei der Vorstellung der Studie in Berlin am Dienstag, pathologisch sei das Verhalten der Kinder und Jugendlichen dann, wenn sich deren ganzes Denken nur noch um das Spielen drehe. Krankhafte Züge zeigten sich auch daran, dass Entzugserscheinungen aufträten, die Spieler immer mehr Zeit am Computer verbrächten, um ihr Bedürfnis zu stillen, sie die Kontrolle über Spieldauer und Intensität verlören oder sich ihr allgemeines Verhalten zum Negativen verändere.

Wer zur Risikogruppe der Spieler gehöre, fehle mehr als doppelt so oft in der Schule als unauffällige Gamer. Diejenigen Jugendlichen berichteten häufiger über emotionale Probleme, über 40 Prozent zeigten hyperaktive Symptome. Bei unauffälligen Spielern seien es 26 Prozent. Emotionale Probleme hätten 21 Prozent, im Vergleich zu sechs Prozent bei den unauffälligen Gamern.

Darauf sollten Eltern achten

Thomasius benannte auch Warnsignale, auf die Eltern achten können. Demnach sollten sie spätestens dann aufmerksam werden, wenn ihre Kinder Begegnungen aus dem Weg gehen, das Internet immer häufiger nutzen oder Tagesstrukturen nicht einhalten. Auch emotionale Anzeichen wiesen auf ein problematisches Spielverhalten hin, etwa wenn die Kinder oft launisch, wütend, depressiv oder etwa verstimmt sind, Nachlässigkeit oder mangelnde Selbstreflexion zeigen. Eltern rät er, klare Grenzen zu setzen, sich über Spiele zu informieren, gegenüber den Kindern Interesse zu zeigen und Alternativen anzubieten.

Bei der Vorstellung der Stuide verweisen die Autoren auf das Internationale Zentralinstitut für Jugend- und Bildungsfernsehen. Das empfiehlt Eltern, die Spielzeiten der Kinder und Jugendlichen ab 14 Jahren auf maximal 1,5 Stunden am Tag zu beschränken. Es gilt: Je jünger das Kind, desto weniger sollte es am Computer spielen. Vier- bis Sechsjährige sollten nicht mehr als 30 Minuten digital spielen und auch nur unter Aufsicht.

Andreas Storm, Vorstandschef der DAK, forderte als Konsequenz aus der Studie Warnhinweise auf Computerspielen mit Informationen über empfohlene Spielzeiten. Außerdem ist für ein Verbot von Glücksspielelementen in Computerspielen notwendig. Gemeint sind damit etwa sogenannte Loot-Boxen, Überraschungskisten, die ein Spieler online im Spiel gegen Geld oder mit guten Leistungen erwerben kann. Storm argumentiert, dass die Nutzer so an die klassischen Mechanismen des Glücksspiels herangeführt werden.

Von: Anna Lutz

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Tue, 05 Mar 2019 13:27:00 +0100
<![CDATA[Bericht: Anschuldigungen gegen Hybels glaubwürdig]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/03/04/bericht-anschuldigungen-gegen-hybels-glaubwuerdig/ Die „Unabhängige Untersuchungskommission“ zur Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Bill Hybels hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Mehrere Frauen hatten dem Gründer und langjährigen Pastor sexuelles Fehlverhalten und Machtmissbrauch vorgeworfen. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Vorwürfe „sexuell unangemessener Worte und Taten“ gegen Hybels „glaubwürdig“ seien. „Bill Hybels hat männliche und weibliche Mitarbeiter verbal und emotional eingeschüchtert.“ Da er von seinen Ämtern zurückgetreten sei, habe die Kirche keine Verantwortung mehr, weitere Schritte gegen ihn einzuleiten.

Die Untersuchungskommission empfiehlt unter anderem, dass die Willow Creek Community Church (WCCC) und die Willow Creek Association (WCA) für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter schriftliche Regeln aufstellt, die einen angemessenen Umgang mit Sprache, Witzen, Beziehungen und Alkohol angehen. Zudem solle eine externe Hotline eingerichtet werden, an die sich Betroffene wenden können.

In Interviews mit der Kommission hätten Betroffene im Wesentlichen die Vorwürfe wiederholt, die bereits in der säkulären und religiösen Presse veröffentlicht worden waren. Auch Bill Hybels und dessen Familie sowie einige gegenwärtige und ehemalige Leiter von der Megachurch und der WCA seien befragt worden. In den Gesprächen hätten sich zwei Bereiche von Vorwürfen herausgestellt. Neben unangemessenen sexuellen Worten und Taten sei dies Macht- und Amtsmissbrauch gewesen. Ins Detail geht der Bericht dabei nicht, verzichtet auf Zitate aus den Interviews und äußert sich auch nicht zu Zahlen konkreter Vorfälle.

E-Mail-Suche ohne Erfolg

In den Interviews sei die Rede von „verunglimpfenden und respektlosen Bemerkungen“ gewesen, einem launischen Führungsstil und aufbrausendem Verhalten. Hybels selbst habe die Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens zurückgewiesen. Andere Menschen, die ausgiebigen Kontakt mit dem ehemaligen Pastor gepflegt hatten, hätten nie unangemessenes Verhalten erlebt.

Außerdem beauftragte die Gruppe ein externes forensisches IT-Unternehmen, um das E-Mail-System der WCCC nach klärendem Material zu durchsuchen – ohne Erfolg. Keine E-Mail, die in Verbindung mit den Anschuldigungen stehen könnte, sei aufzufinden gewesen. Die Kommission empfahl daher den Willow-Verantwortlichen, ihr E-Mail-System zu überarbeiten, um vertrauliche Inhalte zu schützen und gleichzeitig die Notwendigkeit von Archivierungen zu respektieren.

Die Autoren kündigten an, sie würden keine öffentlichen Anfragen, etwa von der Presse oder Bloggern, zu dem Bericht beantworten. Die Untersuchungskommission bestand aus der Theologin Jo Anne Lyon, Generalsuperintendentin der Wesleyan Church, der Psychologin Margaret Diddams, Prorektorin des Wheaton College, Gary Walter, dem ehemaligen Pastor der Evangelical Covenant Church in Chicago, sowie dem Theologen Leith Anderson, Präsident der Nationalen Vereinigung der Evangelikalen.

Der geschäftsführende Vorstand von Willow Creek Deutschland begrüßte den Kommissionsbericht am Montag in einer Stellungnahme. Das Gute, das Willow erreicht habe, könne Machtmissbrauch und sexuelles Fehlverhalten nicht entschuldigen. Willow Creek Deutschland wolle weiterhin Konferenzen anbieten, da jeder profitiere, wenn Leitende besser würden. „Zugleich werden wir in Zukunft auch den Missbrauch von Macht, die Schattenseiten von Leitung und Charisma und effektive Verantwortungsstrukturen vertieft thematisieren.“ Der Vorstand hoffe und bete für Hybels, dass er durch den Bericht Fehlverhalten reflektiere und Versöhnung mit durch ihn verletzten Männern und Frauen suche.

Die Kommission nahm ihre Arbeit im August 2018 auf. 2014 hatte es erstmals Anschuldigungen gegen Bill Hybels gegeben. Bis 2016 kamen weitere hinzu, die zudem laut dem Untersuchungsbericht „spezifischer“ waren. Der WCCC-Vorstand beauftragte daher einen Ermittler, der 2017 erklärte, es gebe keine glaubwürdige Basis für die Vorwürfe. Die Betroffenen gaben sich damit nicht zufrieden und wandten sich Ende 2017 an die Chicago Tribune, die im März 2018 die Anschuldigungen und das Dementi Hybels' veröffentlichte. Am 10. April 2018 trat Hybels von seinen Ämtern zurück. Knapp zwei Wochen später machte Christianity Today weitere Vorwürfe publik. In Folge eines Artikels der New York Times von August 2018 spitzte sich die Leitungskrise in der WCCC zu. Die Hauptpastoren und der gesamte Ältestenkreis traten zurück.

Von: Nicolai Franz

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Mon, 04 Mar 2019 17:41:00 +0100