Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de Die aktuellen News bei Medienmagazin pro de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de 18 16 Die aktuellen News bei Medienmagazin pro TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Sun, 21 Jul 2019 05:05:29 +0200 <![CDATA[70 Katholiken bei Anti-Trump-Demo festgenommen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/70-katholiken-bei-anti-trump-demo-festgenommen/ Rund 70 Menschen, darunter einige Ordensleute, sind am Donnerstag bei einer Protestaktion von Katholiken gegen US-Präsident Donald Trumps Einwanderungspolitk festgenommen worden. Das berichtet unter anderem der Nachrichtensender CBS News. Die Demonstranten hätten in Washington das Bürogebäude des Senats betreten, das Russell Senate Office Building nördlich des Capitols, und eine Gebetswache gehalten und sich in Form eines Kreuzes auf den Boden im Eingangsbereich gelegt. Gesungen hätten sie das Lied „We shall not be moved“, das bereits in der Bürgerrechtsbewegung in den 50er Jahren in den USA als Protestlied gesungen wurde. Die Demonstranten hätten außerdem die Namen von Immigranten-Kindern rezitiert, die in US-amerikanischem Gewahrsam gestorben waren und deren Fotos bei sich gehabt. Die Katholiken wurden wegen rechtswidrigen Demonstrierens verhaftet.

Der Protest hatte auf dem Vorplatz des Kapitols mit etwa 200 Menschen begonnen, berichtet katholisch.de. Verschiedene Aktivisten hätten dort Reden gehalten, Fürbitten gesprochen, Migranten hätten Erfahrungsberichte geliefert und alle hätten zusammen Lieder wie „Jeder ist heilig“ gesungen. Auch Vertreter katholischer Organisationen hätten sich der Demonstration angeschlossen. Die „Leadership Conference of Women Religious“, die größte landesweite Vereinigung von Ordensschwestern und die „Conference of Major Superiors of Men“, die etwa ein Drittel der katholischen Priester Amerikas vertritt, hätten außerdem ihre Unterstützung angeboten.

„Gefährliche Überfüllung“ der Gefängnisse

Es sei bereits die zweite religiös motivierte Protestaktion in Washington in dieser Woche gegen Trumps Immigrationspolitik gewesen, berichtet CBS News. Am Dienstag seien zehn jüdische Demonstranten festgenommen worden, die sich geweigert hätten, den Eingangsbereich des US-Ministeriums für Innere Sicherheit zu räumen. Mehr als 100 Protestler hätten das Gebäude zuvor gestürmt. Katholische Organisationen gelten als hartnäckige Kritiker von Donald Trumps Einwanderungspolitik, berichtet katholisch.de. Viele Katholken engagierten sich in den Grenzregionen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten für die Einwanderer.

Mindestens sechs Kinder von Immigranten und einige erwachsene Einwanderer seien bisher in US-Gewahrsam zu Tode gekommen oder kurz nachdem sie dieses verlassen hätten in Folge der Haft an der Grenze zu den USA, berichtet der amerikanische Nachrichtensender. Berichte der US-Regierung selbst über die Inhaftierung von illegalen Einwanderern sprächen von „gefährlicher Überfüllung“ der Gefängnisse und Minderjährigen, die mehrere Tage keine warmen Mahlzeiten erhalten hätten.

Von: Swanhild Zacharias

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Sat, 20 Jul 2019 12:51:00 +0200
<![CDATA[Geisterkinder – Fünf Geschwister in Himmlers Sippenhaft]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/07/20/geisterkinder-fuenf-geschwister-in-himmlers-sippenhaft/ Eine Rezension von Stefanie Ramsperger]]> Eigentlich ist es nur ein knappes Jahr – und doch so lang, so quälend lang für die Familienmitglieder Hofacker. Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 wird der am Widerstand aktiv beteiligte Vater verhaftet und seine Familie von den Nazis verfolgt. Im Buch „Geisterkinder – Fünf Geschwister in Himmlers Sippenhaft“ beschreibt die Enkelin des Widerständlers Cäsar von Hofacker, was dessen Familienangehörige nach dem Attentatsversuch erlebten. Die Familiengeschichte rekonstruiert sie auf der Basis historischer Forschung, vor allem aber durch Tagebucheinträge ihrer Mutter und Tante, Briefwechsel innerhalb der Familie und natürlich Gespräche mit ihren Vorfahren.

Nach dem gescheiterten Attentat wird Cäsar von Hofacker, der ein Vetter Stauffenbergs ist, verhaftet und nach mehrmonatigen Verhören und Folter schließlich von den Nazis umgebracht. Seine drei jüngsten Kinder werden von der Mutter getrennt und in ein Kinderheim verfrachtet, wo sie elf Monate, mehr oder weniger auf sich selbst gestellt, verbringen. Sie sind die titelgebenden „Geisterkinder“, wie sie wegen ihrer Schemen hinter den Fensterscheiben des Kinderheims genannt werden. Cäsars Ehefrau Lotte und die beiden ältesten Kinder, Eberhard und Anna-Luise, werden in Sippenhaft genommen.

„Uns geht es nicht besser als Millionen anderer deutscher Familien“

Besonders deren Ängste bei der Odyssee durch verschiedene Gefängnisse und Konzentrationslager im Deutschen Reich zeichnet die Autorin, eine Tochter Annas, nach. Der Kontrast zwischen fröhlichen Kindheitserlebnissen und tiefem Schrecken und Verunsicherung während der Transporte und Gefangenschaft könnte größer nicht sein. Und doch ist das Bemühen der Betroffenen, das Beste aus ihrer Situation zu machen und nicht mit ihrem Schicksal zu hadern, allgegenwärtig. Als Mutter Lotte nach dem Attentat die Konsequenzen für den Vater bewusst werden, richtet sie sich an die beiden ältesten Kinder. Ein Auszug ihrer Ansprache, wie ihn Anna in ihrem Tagebuch erinnert: „Er wird für diese Idee als ein Held sterben genauso wie die anderen Offiziere auch, die ihm bereits vorangegangen sind. Uns geht es nicht anders als Millionen anderer deutscher Familien. Wenn es so Gottes Wille ist, werden wir das Schicksal meistern.“

Der Glaube an Jesus ist nicht nur Richtschnur im Leben der einzelnen Familienmitglieder, sondern auch fester Halt, als die Familie auseinandergerissen wird. Selbst dann, als die Familie vom Tod des Vaters erfährt. Der Sohn Eberhard öffnet den Brief mit der Todesnachricht und informiert später seine Mutter – ebenfalls per Brief – darüber: „Ich kann es auch bis heute noch nicht verstehen, dass uns der liebe Gott so Schreckliches antun musste, aber er wird es ja wissen.“

Trotz allem bemerken Lotte und ihre Kinder während der Sippenhaft immer wieder, dass sie im Vergleich zu anderen privilegiert werden, beispielsweise weil sie im KZ nicht arbeiten müssen. Umso eindrücklicher schildert die Autorin die psychischen Qualen: Monatelang bleibt die Familie über das Schicksal des Vaters im Ungewissen. Sie wissen auch nicht, wie es den drei jüngeren Kindern geht. Und was haben die Nazis überhaupt mit ihnen vor? Eins ist der Familie ständig schmerzlich bewusst: Sippenhaft bedeutet Willkür, Machtlosigkeit und Ungewissheit.

„Wir werden es nicht erleben, man bringt uns vorher um“

Eine der intensivsten Szenen, die im Buch geschildert wird, ereignet sich kurz vor Kriegsende im KZ Stutthof, als Anna schwer erkrankt ist. Die Rote Armee rückt vor, das Lager steht kurz vor der Räumung, Lotte begleitet die kranke Tochter zur Krankenstation. Ihnen ist klar, dass Anna kaum Überlebenschancen hätte, wenn die Ärzte sie nicht transportfähig schreiben. Auch die gefangenen, jüdischen Ärzte wissen dies und retten dem Mädchen wohl das Leben, indem sie sie transportfähig schreiben und sie nicht allein zurückbleiben muss. Als die Mutter sich bedankt und die Ärzte fragt, was denn aus ihnen selbst werde, wenn die Russen kämen, antworten diese: „Wir werden es nicht erleben, man bringt uns vorher um.“ Tatsächlich überlebte von den 50.000 Juden, die nach Stutthof deportiert wurden, kaum einer. In Annas Erinnerung sind diese ruhigen, besonnenen und herzensguten Männer lebendig geblieben.

Eine Stärke des Buches ist es, dass die Autorin sich bei fast allen vorkommenden Figuren die Mühe gemacht hat, zu recherchieren, was später aus ihnen geworden ist. So erfährt der Leser nicht nur, was aus Familienmitgliedern von Widerstandskämpfern rund um Cäsar von Hofacker wurde, sondern auch, was mit den SS-Leuten passierte, die den Sippenhäftlingen besonders eindrücklich in Erinnerung geblieben waren.

„Geisterkinder“ ist eins der besten Bücher, das in den vergangenen Jahren im Segment der christlichen Literatur erschienen ist. Nicht nur für historisch Interessierte ist das Werk, bei aller Tragik, eine bereichernde Lektüre, sondern auch für all diejenigen, die einen unaufdringlichen Einblick in das tiefe und (beinahe) unerschütterliche Gottvertrauen anderer erhalten möchten. Für alle Leser mag gelten, was Cäsar von Hofacker seinen Kindern zu deren Konfirmation schreibt, nämlich sich „immer bewusst bleib(en), dass der liebe Gott einen ja nicht zwecklos in dieses Leben hineingestellt hat.“

Von: Stefanie Ramsperger

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Sat, 20 Jul 2019 11:44:00 +0200
<![CDATA[Im Schlafanzug zur Mondlandung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/07/20/im-schlafanzug-zur-mondlandung/ pro-Geschäftsführer Christoph Irion live dabei – als Fünfjähriger nachts vor dem Fernseher. Schon als Kind spürte er: Hier geschieht Großes. Mehrere Mondfahrer bestätigten: Das All verweist auf Größeres.]]> Es war mitten in der Nacht. Für uns Kinder war die Situation in jeder Hinsicht einmalig: ungewöhnlich, unbegreiflich und für immer unvergesslich. Die Erinnerungen an diese Nacht sind schemenhaft und voller Lücken. Genau fünf Jahrzehnte sind vergangen, als mein Vater in den frühen Morgenstunden des 21. Juli 1969 in unser Kinderzimmer kam. Die Vorfreude auf diesen Augenblick war riesengroß gewesen. Doch als er uns aufweckte, waren wir quengelig. Aber das war schnell verflogen. Im Schlafanzug saßen wir im Wohnzimmer auf kleinen Baststühlchen; vor uns dieses walnussbraune Kleinmöbel auf vier Beinen, dessen Lamellen-Rollo meistens geschlossen war. Jetzt aber war der Laden geöffnet, und alle schauten gebannt auf die gewölbte, flimmernde Schwarz-Weiß-Mattscheibe von Blaupunkt.

Um genau 3.56 Uhr deutscher Zeit waren wir gemeinsam mit mehr als einer halbe Milliarde Menschen auf der Welt Augenzeugen, als der Amerikaner Neil Armstrong in 384.000 Kilometern Entfernung als erster Mensch seinen Fuß in den Mondstaub setzte. Die Mondlandung 1969 war eines der ersten globalen Medienereignisse. Uns war es egal, dass die flackernden Bilder unscharf waren und – ganz ehrlich – eigentlich gar nichts zu erkennen war. Für einen Fünfjährigen waren die von Piepsern unterbrochenen krächzenden Mond-Grüße und die metallisch klingenden NASA-Sprachfetzen aus Houston völlig unverständlich. Aber alles klang sehr wichtig. Und auch, wenn man als kleiner Steppke noch keine Worte dafür hatte, war klar: Hier war etwas Großartiges geschehen. Die Stimmung an diesem frühen Montagmorgen war euphorisch und begeistert. Ein Mensch auf dem Mond - man war so stolz darauf, was technischer Fortschritt alles möglich macht.

„Der Himmel erzählt die Herrlichkeit Gottes“

„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit“ – diese Worte, die Neil Armstrong damals sprach, haben sich für immer ins kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt. Und Edwin Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, sprach aus, was alle bestätigten, die jemals ihre Füße in den feinen, pulverisierten Gesteinsstaub des Mondes setzten. Als er den Blick bei 130 Grad Außentemperatur hob und über die leblose Staub-, Geröll- und Kraterlandschaft schweifen ließ, sagte er ehrfurchtsvoll: „Was für eine überwältigende, trostlose Weite.“

All jene, die vom Raumschiff aus quasi hinterm Mond auf die aufgehende Erde überm Horizont blicken konnten, beschrieben den fernen, nahen Heimatplaneten als blau-türkis schimmernden, verletzlichen Edelstein vor schwarzem Himmelsfirmament. Aldrin, dessen irdisches Leben vielfach nicht nach christlichen Maßstäben verlief, setzte klare Prioritäten, als die Apollo-Landefähre „Eagle“ auf dem Mond aufgesetzt hatte. Noch bevor er ausstieg, nahm er ganz für sich einen kleinen Abendmahlskelch, dazu Brot und Wein und feierte die Heilige Kommunion. Still las er im Johannes-Evangelium.

Wernher von Braun (1912-1977), der deutsche Entwickler der gigantischen Mondrakete „Saturn V“, war zeitlebens umstritten: Als junger Mann hatte er für Adolf Hitler „Wunderwaffen“ gebaut, wobei tausende Zwangsarbeiter ums Leben kamen. Er galt als genialer Organisator, auch als Aufschneider. Sein Grabstein in Alexandria/Virginia zeigt auch eine demütige und gottesfürchtige Seite: Neben einer Raketen-Plakette und einem Apollo-Wappen steht aus Psalm 19: „Der Himmel erzählt die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe verkündet seiner Hände Werk.“

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Sat, 20 Jul 2019 10:30:00 +0200
<![CDATA[Deutschlandpremiere: Evangelikale Hochschule bietet Promotion an]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/19/deutschlandpremiere-evangelikale-hochschule-bietet-promotion-an/ Ab dem Wintersemester 2019/20 startet die Freie Theologische Hochschule Gießen (FTH) zusammen mit der Theologischen Universität Kampen aus den Niederlanden ein gemeinsames Promotionsprogramm. Bewerben können sich evangelische Theologen, die einen „sehr guten Masterabschluss“ mitbringen, teilte Stephan Holthaus, Rektor der FTH, mit. Generell könne der angestrebte Doktortitel in allen Abteilungen der Theologie gemacht werden, je nach gewünschtem Themenbereich.

Jeweils ein Professor der FTH sowie einer der Theologischen Universität Kampen betreuen die Doktoranden. Den Doktortitel vergibt letztlich die Universität Kampen. Der Vorteil der Zusammenarbeit liege laut Holthaus darin, dass „kooperative Promotionsprogramme (...) Hochschulen ohne eigenes Promotionsrecht die Möglichkeit (geben), sich an universitären Doktorprogrammen zu beteiligen.“ Doktoranden bezahlen für das Programm eine jährliche Gebühr von 3.000 Euro.

„Nachwuchs der evangelikalen Bewegung fördern“

Die FTH bezeichnet sich als „bibeltreu, wissenschaftlich und praxisnah“ und hat derzeit rund 150 Vollzeitstudierende. Studienleistungen von theologischen Hochschulen in freikirchlicher oder freier Trägerschaft werden an den theologischen Fakultäten von Universitäten nur in Einzelfällen anerkannt. Sie berechtigen daher nicht pauschal zum Ersten Theologischen Examen, das die Landeskirchen abnehmen. Absolventen der FTH arbeiten als hauptamtliche Mitarbeiter in Freikirchen oder landeskirchlichen Gemeinschaften oder in verschiedenen Funktionen in christlichen Werken, als Bibelschullehrer oder Missionare.

Mit dem Promotionsstudiengang möchte die FTH das Ziel intensivieren, „sich stärker an der Heranbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die evangelikale Bewegung zu beteiligen“. Holthaus äußerte gegenüber pro: „Das Doktoralprogramm verstehen wir als Nachwuchsförderung für die gesamte evangelikale Bewegung. Es braucht mehr gut qualifizierte Akademiker für die vielen evangelikalen Ausbildungsstätten und solide wissenschaftliche Forschungsbeiträge.“

Von: Stefanie Ramsperger

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Fri, 19 Jul 2019 16:31:00 +0200
<![CDATA[Ebola-Überlebender geht als Missionar nach Sambia]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/07/19/ebola-ueberlebender-geht-als-missionar-nach-sambia/ Der US-amerikanische Mediziner Kent Brantly überlebte 2014 nach einem humanitären Einsatz in Liberia eine Infektion mit dem gefährlichen Ebola-Virus. Nach Informationen des Nachrichtenportals Christian Headlines vom Donnerstag will Brantly nun zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern als Missionar nach Sambia ausreisen. Ab Herbst will der 38-jährige Mediziner demnach dort als Arzt im Mukinge Mission Hospital arbeiten.

Brantly hatte wegen seines Engagements gegen die Epidemie und wegen seiner spektakulären Rettung medial Aufmerksamkeit erlangt. Das Time Magazine kürte Brantly und weitere „Ebola-Bekämpfer“ 2014 wegen „ihrer unermüdlichen Taten des Mutes und der Barmherzigkeit, [...] für das Risiko, das Beharren, das Aufopfern und das Retten“ zu Personen des Jahres. Davor war Papst Franziskus diese Ehre zuteil geworden, danach der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der Mediziner Brantly hatte sich 2014 bei der Behandlung von Ebola-Patienten in Liberia mit dem hochansteckenden Virus infiziert und war lebensbedrohlich erkrankt. Der Arzt, der für das christliche Hilfswerk „Samaritan’s Purse“ in dem Land gegen die Epidemie kämpfte, musste zur Behandlung in sein Heimatland ausgeflogen werden. Den Ärzten einer speziellen Isolierstation im Emory University Hospital in Atlanta gelang es schließlich, sein Leben zu retten.

Brantly schreibt es Gott zu, dass er wieder gesund wurde. Nun will der Arzt in dem christlichen Missionskrankenhaus den Armen dienen und Menschen in Not helfen und so „an Gottes Werk teilnehmen, alles neu zu machen und die zerbrochenen Dinge zu reparieren in der Welt".

Bei einer Ebola-Epidemie waren von 2014 bis 2016 in Ländern Westafrikas mehr als 11.000 Menschen gestorben. Das Virus kann von erkrankten Menschen durch Körperflüssigkeiten und von kontaminierten Gegenständen auf den Menschen übertragen werden und löst beim Menschen hohes Fieber in Verbindung mit Blutungen aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Menschen an der Infektion stirbt, liegt je Virenstamm zwischen 50 und 90 Prozent.

Von: Norbert Schäfer

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Fri, 19 Jul 2019 16:21:00 +0200
<![CDATA[Studie: Freikirche mit missionarischen Herausforderungen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/07/19/studie-freikirche-mit-missionarischen-herausforderungen/ Eine Rezension von Jörn Schumacher]]> Das Buch „Freikirche mit Mission“, das in der Evangelische Verlagsanstalt Leipzig erschienen ist, stellt die leicht überarbeitete Fassung der „Postdoctoral Thesis“ von Philipp Bartholomä dar, die 2018 von der Fakultät für Theologie an der Vrijen Universiteit Amsterdam angenommen wurde. Bartholomä ist selbst freikirchlicher Pastor und untersuchte hier die gegenwärtigen missionarischen Herausforderungen von Freikirchen. Die Studie wolle bewusst die Brücke von der akademischen Reflexion hinein in die missionarische Praxis von Freikirchen schlagen, schreibt der Autor. Daher richte sich sein Buch auch nicht nur an Fachpublikum, sondern auch an (frei-)kirchliche Verantwortungsträger. Seit April 2019 ist Bartholomä Professor für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Gemeindeaufbau an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen.

Zunächst wartet das Buch mit vielen Zahlen und Statistiken auf, um das Problem zu konkretisieren. So hätten etwa die beiden Großkirchen in den Jahren seit 1970 insgesamt etwa zehn Millionen Mitglieder verloren – bei einer gleichzeitigen Zunahme der Gesamtbevölkerung um rund 20 Millionen. Heute gehörten in Deutschland noch etwa 24 Millionen Menschen der Römisch-Katholischen Kirche an, und etwa 23 Millionen der Evangelischen Kirche, was insgesamt etwa 57 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmache. Darüber hinaus listet der Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst REMID 76 Freikirchen oder Sondergemeinschaften mit derzeit rund 1,8 Millionen Mitgliedern. „Während die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in den vergangenen zehn Jahren über ein Zehntel ihrer Mitglieder verlor, können die sechs größten klassischen Freikirchen insgesamt einen Zuwachs von 1,1 Prozent verzeichnen.“

Die Ausgangsthese der Studie lautet indes, dass sich die klassischen Freikirchen in einer „Krise der Mission“ befinden. Die Freien evangelischen Gemeinden (FeG) hätten zwar in den letzten 50 Jahren ihren Mitgliederbestand quasi verdoppelt, das Wachstum habe sich aber im letzten Jahrzehnt nach einem stärkeren Anstieg in den 1980er und 90er Jahren merklich verlangsamt. Pfingstgemeinden hingegen seien im Wachstum begriffen: Zwischen 2009 und 2015 hat etwa der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) insgesamt 7.700 neue Mitglieder hinzugewonnen, was einem jährlichen Durchschnittswachstum von ca. 2,5 Prozent entspricht. Laut Statistik haben sich in den Jahren 2012 bis 2015 in den FeG 3.608 Menschen bekehrt. Dagegen haben die (heute 20) Landeskirchen allein zwischen 2002 und 2012 fast drei Millionen Mitglieder verloren.

Wahrheitsanspruch in einer relativistischen postmodernen Gesellschaft

Der kanadische Philosoph Charles Taylor habe festgestellt, dass in unserer westlichen Kultur nicht selten das allgemeine Gefühl verbreitet sei, mit dem Verlust der Transzendenz sei etwas Wesentliches verloren gegangen. Der Philosoph Luc Ferry habe bereits früher bemerkt, dass man im Westen, ohne stark vom Religiösen angezogen zu sein, „dennoch eine Unzufriedenheit verspüre“. Für bedeutende Teile der deutschen Bevölkerung könne man von einer „Spiritualität der Suche“ sprechen. Bartholomä ergänzt: „Wenn all das stimmt, sind (nicht nur) freikirchliche Glaubensgemeinschaften in Zukunft umso mehr aufgefordert, genau diese Fragen mit Nachdruck ins Bewusstsein zu rufen bzw. an sie anzuknüpfen und dabei die christliche Daseinsdeutung apologetisch weise als sinnvolle und intellektuell belastbare Alternative angesichts der von der Immanenz hervorgerufenen Leere und Unzufriedenheit zu präsentieren.“

Daher laute die Kernfrage: „Wie könnte eine freikirchliche Gemeindegestaltung aussehen, die einerseits das christliche Evangelium in seinem Wahrheitsanspruch nicht verleugnet und dennoch andererseits so präsentiert, dass es von einem wahrheitsrelativistisch geprägten, postmodernen Zeitgenossen nicht von vorneherein als anmaßend abgelehnt werden muss, sondern gehört werden kann?“ Bartholomäs Rat lautet: Freikirchen müssen in einer neuen Zeit in ganz grundsätzlicher Weise lernen, in ihrem missionarischen Bemühen zunächst einmal Milieugrenzen zu überwinden, um dann langfristig eine sich „manifestierende Buntheit verschiedenster Lebensentwürfe [kirchlich] zu integrieren, als Einheit zu begreifen und darum in sich – soweit verantwortbar – Raum zu geben“.

Mehrheit hatte zuvor Kontakt zu Freikirchen

Für seine eigene empirische Studie hat Bartholomä Verantwortliche aus 51 freikirchlichen Gemeinden mit Hilfe eines Online-Fragebogens befragt, aus BEFG, BFeG und BFP. Insgesamt wertete er die Antworten von 1.815 Personen aus. So sollten die Befragten etwa angeben, wie sehr sie der Aussage „In unserer Gemeinde kommen regelmäßig Menschen zum Glauben, die bisher wenig oder gar keine Berührungspunkte mit Kirche und christlichem Glauben gehabt haben“ zustimmen. In jungen (34,5 Prozent) und mittelalten Gemeinden (40,2 Prozent) antworten deutlich mehr Befragte mit „trifft eher zu“ oder „trifft voll und ganz zu“ als in alten Gemeinden (25,4 Prozent).

Von den Befragten hatten 36,4 Prozent in den letzten 12 Monaten keine einzige Person neu mit der Gemeinde verknüpft. Mehr als die Hälfte (57,2 Prozent) gibt an, im Laufe des Jahres zwischen 1 und 5 Freunde und Bekannte zu Veranstaltungen der Gemeinde mitgebracht zu haben, nur bei 6,4 Prozent waren es mehr als 5 Personen. Die überwältigende Mehrheit der Mitglieder deutscher Freikirchen hat innerhalb ihres Lebenslaufs eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Kirchenbindung vorzuweisen. Lediglich 15,8 Prozent derer, die heute zu einer Freikirche gehören, geben an, vorher mindestens 5 Jahre keinerlei Verbindung zu einer Kirche gehabt zu haben. Höchstens 151 der befragten Mitglieder von Freikirchen (das entspricht 8,3 Prozent des Gesamtsamples) sind ohne wesentlichen Kontakt zu einer Kirche aufgewachsen.

„Evangelistisch begabte Schlüsselpersonen“

In einer weiteren Studie untersuchte Bartholomä zwei freikirchliche Gemeinden: Einerseits eine bereits sehr alte, überdurchschnittlich große Gemeinde in Westdeutschland, die zweite war eine junge, dynamische, in den ersten Jahren ihres Bestehens stark wachsende Gemeindegründung im Osten Deutschlands. Bartholomä führte Interviews und besuchte jeweils zwei Gottesdienste. Außerdem führte er einen Online-Befragung durch und untersuchte den Internetauftritt der jeweiligen Gemeinden. Bei dieser Kirche stellt er fest: „Ohne persönliche Beziehungen gelingt es kaum, bei Außenstehenden Interesse am Glauben zu wecken. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso wesentlicher, dass die ‚Freikirche für andere’ ihre Mitglieder konsequent zu einem bewusst evangelistischen Lebensstil und zur Pflege von Beziehungen mit Nichtchristen ermutigt.“ Die im Kontext dieser Kirche zum Glauben Gekommenen betonten allesamt, wie wichtig nach ihrem ersten Kontakt mit der Gemeinde weitere Personen waren, die ihnen zugehört und Fragen beantwortet, die mit ihnen gebetet und sie als liebevolle Gegenüber begleitet haben.

„Das Vorhandensein eines gemeindeprägenden Klimas der Gastfreundschaft ist ein weiterer Schlüsselfaktor für die missionarische Wirksamkeit der ‚Freikirche für andere’“, schreibt Bartholomä. „Man kann als Gemeinde darauf achten, dass etwa in Gottesdiensten, wo explizit Nichtchristen angesprochen werden sollen, nur solche Elemente vorkommen, die Nichtchristen nicht allzu sehr verstören. Etwa der Aufruf, mit seinem Sitznachbarn zu beten.“ Ebenfalls sinnvoll sei es, im Informationsteil von einer Vielzahl von Gemeindeinterna abzusehen. Die interviewten Neubekehrten stellten zudem allesamt die Relevanz, Alltagstauglichkeit und grundsätzliche Qualität der Predigten heraus.

In die zweite Gemeinde kamen bereits nach knapp zwei Jahren 60 bis 70 Besucher, zur Kerngruppe zählen rund 25 Personen. Obwohl auch diese noch junge Gemeinde bisher keine überragend große Zahl an Bekehrungen aus säkular-unkirchlichem Background erlebt habe, kämen doch sehr regelmäßig Menschen mit einem sehr geringen Maß an christlicher Sozialisation zum Glauben.

Bartholomäs Fazit lautet: Bei beiden Fallgemeinden korreliere das überdurchschnittliche Bekehrungswachstum mit einer besonderen Betonung des missionarischen Anliegens. Bekleideten besonders evangelistisch begabte und missionarisch leidenschaftliche Personen entsprechende Schlüsselpositionen, stärkten sie durch ihr Vorbild und ihre strategischen Entscheidungen nachhaltig die missionarische Strahlkraft der Gemeinde. „Für ihre missionarische Praxis nehmen beide Fallgemeinden (bewusst oder unbewusst) auf eklektische Weise Impulse aus verschiedenen missionarischen Gemeindeaufbaukonzepten auf.“

Bartholomä: „Unsere Fallstudien zeigen beispielhaft, dass missionarisches Wachstum durch theologisch konservative (und damit vermeintlich heute unverständliche und unvermittelbare) Inhalte nicht zwangsläufig gehindert wird.“ Dabei zeichne sich der Mangel an intensiven persönlichen Kontakten zu Nichtchristen als eines der wesentlichsten Hindernisse für den missionarischen Gemeindeaufbau ab. „Es kann in Gemeinden generell nicht nachdrücklich genug dazu motiviert werden, Zeit und Kraft in persönliche Beziehungen zu Nichtchristen zu investieren.“

Um den Gottesdienst evangelistisch wirksamer zu machen, empfiehlt Bartholomä zudem eine Reihe von Punkten: Der Einsatz eines Gottesdienstprogrammhefts könne Vertrauen schaffen und gerade uneingeweihten Gästen die Sicherheit geben, jederzeit zu wissen, was als Nächstes passiert – Gäste sollten ausdrücklich begrüßt werden; die Qualität der Musik sei nicht unwichtig, außerdem sollte die Predigt zwar eine Bindung an die Bibel haben, aber auch einen starken Alltagsbezug herstellen; auch regelmäßig angebotene Entdecker- und Glaubensgrundkurse seien zu empfehlen.

Das Buch „Freikirche mit Mission“ erhebt zwar den Anspruch, konkrete Hilfe für Gemeinden im missionarischen Aufbau zu bieten, stellt aber insgesamt eine umfangreiche Studie dar, die vor allem für Fachpublikum interessant sein dürfte. Praktische Tipps für den Alltag von Gemeindeleitern kommen etwas zu kurz.

Philipp Bartholomä: „Freikirche mit Mission“, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 700 Seiten, 44 Euro, ISBN 9783374061617

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Fri, 19 Jul 2019 15:39:00 +0200
<![CDATA[Repulikaner: Wut-Rhetorik zerfrisst christlich-jüdisches Fundament]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/07/19/repulikaner-wut-rhetorik-zerfrisst-christlich-juedisches-fundament/ Der Republikaner und ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Ohio, John Kasich, weist aktuelle Äußerungen von Donald Trump über „progressive“ weibliche Kongressmitglieder, die ursprüglich aus anderen Ländern seien, entschieden zurück. Der US-Präsident hatte in einer Reihe von Tweets mehreren Politikerinnen vorgeworfen, den „Bürgern der Vereinigten Staaten, der größten und mächtigsten Nation der Erde, bösartig zu erzählen, wie unsere Regierung geführt werden muss“. Die Frauen stammten laut Trump „aus Ländern, deren Regierungen eine völlige und totale Katastrophe, die schlechtesten, korruptesten und unfähigsten in der Welt“ seien.

Weiter wollte der US-Präsident wissen: „Warum gehen sie nicht zurück und helfen dabei, die völlig zerrütteten und von Verbrechen durchsetzten Orte, von denen sie herkamen, wieder aufzubauen?“ Dann könnten sie wiederkehren und zeigen, wie sie das geschafft haben. Die Orte bräuchten dringend Hilfe, twitterte Trump und ergänzte, dass die Frauen „nicht schnell genug dahin gehen können“.

Parteikollege Kasich kritisierte die Aussagen Trumps und berief sich auf Twitter auch auf jüdisch-christliche Wurzeln der USA: „Amerikas Fundament hat eine jüdische und christliche Tradition, die besagt, wir müssen realisieren, dass wir alle Brüder und Schwestern sind. Die Rhetorik, wie die des Präsidenten, arbeitet gegen das Fundament unseres Landes und gegen all das, was wir unsere Kinder lehren.“

In einem Interview von CNN erklärte Kasich, dass die christlich-jüdische Moral besage: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. „Diese Art von Teilung – ,Geh dorthin zurück, wo du herkommst‘ – [...] diese Art von Wut beginnt, das Fundament von dem zu zerfressen, worum es in Amerika geht.“ Und weiter sagte er: „Jedes Mal, wenn wir diese Art von Rhetorik zulassen, [...] verlieren wir ein kleines Stück unserer Seele.“

„Wir werden immun gegen das Gesagte“

Er wünsche sich von Priestern und Pastoren, dass sie sich gegen diese Art von Äußerungen aussprechen und nicht nur in der Kirche Nächstenliebe predigen. „Was bringt es uns, wenn wir mehr Geld in der Tasche haben, aber dabei unsere Seele verlieren?“, fragte er. Es gehe dem Politiker nicht um die republikanische Partei, der er angehöre. „Es geht um mein Land, um meine Kultur, es geht um meine Familie, auch geht es um die nächste Generation.“ Er bedauere es, dass sich keine Menschenmassen gegen solche Rhetorik oder den Umgang mit Kindern in Auffanglagern an der amerikanisch-mexikanischen Grenze äußerten. Diese Dinge „teilen das Land“. „Eine Sache führt zur nächsten. Es begann in Charlottesville und diese Art von Äußerungen wird immer mehr akzeptiert. Wir werden immun gegen und taub für das, was gesagt wird.“

Trump richtete seine Tweets an „progressive demokratische Kongressabgeordnete“. Auch wenn keine Politikerin direkt angesprochen wurde, seien die Botschaften auf Demokratinnen wie Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley gemünzt, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die Frauen sind in den USA und in Puerto Rico, einem Außengebiet der USA, geboren. Nur Omar kam als Flüchtling in die Vereinigten Staaten, zuvor floh sie als Kind aus Somalia. Die Demokratinnen reagierten auch auf Twitter auf die Anfeindungen.

Trump schrieb zudem auf dem Kurznachrichtendienst, dass die Politikerinnen „über Israelis redeten, als wären sie ein Haufen Verbrecher und keine Opfer der gesamten Region“. Er bezeichnete die Demokratinnen als „antisemitisch“ und „anti-amerikanisch“. Die Demokratin Omar hatte in der Vergangenheit über den jüdischen Staat getwittert: „Israel hat die Welt hypnotisiert, möge Allah die Menschen aufrütteln und ihnen helfen, die bösen Taten Israels zu sehen.“ Tlaib äußerte sich in ihrer Dankesrede nach ihrer Wahl in den Kongress zum jüdischen Staat: Ihre Familie im Westjordanland habe sich so viele Jahre „entmenschlicht“ gefühlt. Umso stolzer, betonte Tlaib, sei sie nun auf ihren Sieg. Diesen feierte sie nicht mit einer amerikanischen, sondern mit einer palästinensischen Fahne.

Von: Martina Blatt

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Fri, 19 Jul 2019 15:28:00 +0200
<![CDATA[Immer mehr Menschen verlassen Evangelische Kirche]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/19/immer-mehr-menschen-verlassen-evangelische-kirche/ Die Statistik bestätigt, was sich schon angedeutet hat: 2018 traten mehr Menschen aus der Evangelischen Kirche aus als im Jahr davor. Wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag mitteilte, haben rund 220.000 Menschen die Kirche verlassen. Das sind der Statistik zufolge 11,6 Prozent mehr als 2017. Rechnet man die Todesfälle hinzu, hat die EKD damit über eine halbe Million Mitglieder verloren.

Dem gegenüber stehen 25.000 Kircheneintritte und 170.000 Taufen. Zum Ende des vorigen Jahres waren damit insgesamt noch 21,14 Millionen Menschen Mitglied einer evangelischen Landeskirche. Das sind 1,9 Millionen weniger als in der Katholischen Kirche. Die Protestanten machen somit ziemlich genau ein Viertel der deutschen Bevölkerung aus.

Der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, sagte zu den Zahlen, es gelte, „noch deutlicher zu machen, warum die christliche Botschaft eine so starke Lebensgrundlage ist“. Mehr denn je sei die Gesellschaft auf Menschen angewiesen, „die aus der festen Hoffnung ihres Glaubens auf eine bessere und gerechtere Welt leben“.

Die finanzielle Lage der Kirche bleibt trotz weniger Mitgliedern noch stabil, was nach wie vor ein Effekt der tendenziell positiven Entwicklung der Einkommen ist. Die Einnahmen aus Kirchensteuern stiegen dadurch noch einmal leicht an, 5,79 Milliarden Euro flossen der Evangelischen Kirche 2018 zu, im Vergleich zu 5,67 Milliarden 2017. Langfristig wird sich das aber ändern, hat eine Berechnung ergeben, die Anfang Mai vorgestellt wurde. Demnach werden sich die Mitgliedszahlen beider Volkskirchen wie auch deren finanzielle Mittel bis 2060 halbieren.

Von: Jonathan Steinert

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Fri, 19 Jul 2019 13:42:00 +0200
<![CDATA[Von der Erde zum Mars und ab ins Gehirn]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/07/19/von-der-erde-zum-mars-und-ab-ins-gehirn/ Ein Kommentar von Norbert Schäfer]]> 1873 wurde der Roman „Von der Erde zum Mond“ des französischen Schriftstellers Jules Verne in der deutschsprachigen Ausgabe veröffentlicht. In Frankreich war der Roman bereits 1865 erschienen. Er schildert, wie Menschen mit einem bemannten Geschoss den Erdtrabanten erreichen wollen. In seinem Werk nahm der Science-Fiction-Schriftsteller Verne die Geschichte der Mondfahrt um rund hundert Jahre vorweg.

Am 21. Juli 1969 betraten mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin, zwei der drei Astronauten der Apollo 11 Mission, die ersten Menschen den Mond. Der Schuss zum Mond gelang. In der Romanvorlage verfehlten die Abenteurer zunächst ihr Ziel.

An die dem Science-Fiction-Genre eigenen wissenschaftlich-technischen Spekulationen haben sich Menschen spätestens seit Kinofilmen wie „Star Wars“, „Blade Runner“ oder der Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ gewöhnt. In dem Film „Matrix“ schließlich sind Menschen über eine implantierte Schnittstelle mit der virtuellen Welt der Computer verbunden – und werden dort versklavt. Hirngespinste, mögen Kritiker bei der Veröffentlichung 1999 darüber gedacht haben. Jedoch: Weit gefehlt.

Wenige Schritte bis zur Matrix?

Der Unternehmer Elon Musk hat mit seiner Firma SpaceX das Vorurteil aus der Welt geräumt, nur ein kleiner elitärer Club staatlich subventionierter Firmen in den USA, Europa, Indien und China sei in der Lage, Raketen und damit Satelliten in den Weltraum zu befördern. Nun will der umtriebige und geschäftstüchtige Milliardär nicht nur mit einer bemannten Mission den Mars erreichen, sondern auch mit seiner Firma Neuralink den Zugang zum menschlichen Gehirn erschließen. Was ist, wenn Musk mit seinem neuesten Vorhaben ähnlich erfolgreich sein wird wie mit SpaceX? Stehen wir dann vor der Matrix?

Musks Plan: Ein Roboter soll im menschlichen Gehirn hunderte Elektroden implantieren und deren Drähte zu einer Art Schnittstelle zusammenführen, mit der ein Computer Zugang zum Gehirn erhält. Neu sind nun zwei Dinge. Einmal, dass ein ambitionierter Unternehmer sich des Themas angenommen hat. Die Vermutung drängt sich auf, dass Musk sein Vorhaben nicht ausschließlich aus altruistischen Motiven heraus angeht. Am Ende soll vermutlich die Kasse klingeln. Das treibt an.

Neu ist auch die schiere Anzahl der Implantate. Medienberichten zufolge haben dazu bereits Tests mit Tieren stattgefunden. Demnach wurden Ratten mehrere Hundert Elektroden implantiert. In dem Projekt sind erste Etappenziele also erreicht. Nun wirbt Musk für sein Vorhaben und sucht Probanden. Seinem Willen nach sollen entsprechende Tests am Menschen bereits im zweiten Quartal 2020 stattfinden, berichtete der Spiegel am Mittwoch.

Sozialverhalten aus dem App-Store

Dem Bericht zufolge sollen die Implantate in erster Linie Menschen mit Behinderungen helfen. „Im Grundsatz ist Musks Vision für Neuralink jedoch deutlich umfassender. Dem Unternehmer schwebt eine Art App-Store vor, über den sich Nutzer des Systems neue Fähigkeiten sozusagen direkt in ihr Hirn laden können“, schreibt das Nachrichtenmagazin.

Bis das alles so weit ist, sind noch Hürden zu nehmen. Eine Genehmigung für eine entsprechende Testreihe an Menschen liegt dem Unternehmer nach Spiegel-Angaben noch nicht vor. Die grundlegende Hürde liegt jedoch in der Frage: Sind wir als Menschen willens, uns mit Maschinen zu verbinden? Die Antwort auf diese Frage ist mehr oder minder bereits getroffen. Gerne nehmen wir aus medizinischen Gründen die Technik zur Hilfe. Die Technik ist dabei nicht mal so neu. Etwa Parkinson-Patienten kann bereits mit dieser ersten Ausbaustufe der Technik geholfen werden, auch Menschen mit Epilepsie. Ein Freund profitiert bereits davon. Wer würde, selbst bei kritischster Nutzen-Risiko-Abwägung, einem Querschnittsgelähmten die Technik zur Überwindung der Behinderung versagen?

Das Vorhaben Musks, dem menschlichen Gehirn Informationen gezielt und dauerhaft zu übertragen, darf aber nicht blauäugig bewertet werden. Auch ohne Soziologiestudium hat sich bei den meisten Menschen die Erkenntnis durchgesetzt, dass beispielsweise das Sozialverhalten eines Menschen in weiten Teilen – oft gar mühevoll oder schmerzhaft – erlernt wird. Soll es etwa möglich sein, in Zukunft einem Menschen, etwa im Strafvollzug, vielleicht entgegen seinem erklärten Willen ein gemeinschaftsdienliches Sozialverhalten – nach der jeweils vorherrschenden Sicht der Regierenden – aus einer Art sozialem Rehab-App-Store zu implementieren? Oder wollen wir zugunsten des Klimaschutzes auf Forderungen der Umweltaktivisten eingehen und den Flugverkehr deutlich einschränken und stattdessen Urlaubserinnerungen über die Schnittstelle in unser Gedächtnis übertragen lassen? „Total recall“, ein Film mit Arnold Schwarzenegger, spielte bereits 1990 mit diesem Motiv.

Keine Grenzen für die Phantasie

Beim Besuch einer der ersten Fachmessen zum Internet, der Internet World in Berlin, hörte ich einen Vortrag des Internetpioniers Ossi Urchs. Der Mann mit exotischer Langhaarfrisur und Hawaii-Hemd sprach vor dem Publikum darüber, dass man in nicht zu ferner Zukunft mit mobilen Telefonen seinen Kaffee zahlt, dass Geräte miteinander kommunizieren, seine Hosen damit ordert und dass Internet überall verfügbar sein wird. Ein nicht kleiner Teil des Publikums verließ – ich vermute, es waren wegen der gesalzenen Eintrittspreise und der seriösen Anzüge überwiegend Banker – den Vortrag. Das ist schätzungsweise 25 Jahre her. Weil ich damals sitzen blieb und seitdem miterlebt habe, wie vermeintliche Science-Fiction-Vorstellungen peu à peu zur Realität wurden und wie ich diese ganz selbstverständlich nutze, horche ich heute gespannt auf, wenn ich Ankündigungen wie diese von Musk höre. Die menschliche Phantasie kann im Hinblick auf die Realisierung von vermeintlich Unmöglichem nicht groß genug sein. Das zeigt sich nicht zuletzt an der Landung auf dem Mond vor 50 Jahren. Das gilt für das Gute, wie für das Schlechte. Darüber sollten wir uns klar werden.

Nebenbei: Musk hält die Kombination von Mensch und Computer für den einzigen Weg, in Zukunft eventuell einer übermächtigen Künstlichen Intelligenz (KI) Paroli zu bieten. Die Entscheidung, ob wir KI zulassen wollen – oder wie weit –, ist uns längst aus der Hand genommen.

Von: Norbert Schäfer

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Fri, 19 Jul 2019 12:47:00 +0200
<![CDATA[Warum diese Journalisten drei Tage in der Kirche arbeiten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/07/18/warum-diese-journalisten-drei-tage-in-der-kirche-arbeiten/ Der kirchliche „Verein St. Peter“ in der Schweiz lädt Unternehmen dazu ein, ihren Arbeitsplatz für ein paar Tage in das Gotteshaus zu verlegen. Das Experiment läuft unter der Überschrift „Werktags in der Kirche St. Peter“. Und so war von Montag bis Mittwoch das Zürich-Ressort des Tagesanzeigers nicht in seinen Redaktionsräumen, sondern in den sakralen Räumen aktiv.

Projektleiterin Annina Hess-Cabalzar und ihr Team wollen im Rahmen des neu gestarteten Projektes unter anderem herausfinden, ob „die Kirche im Alltag der säkularen Gesellschaft ein besonderer Raum ist und welchen Einfluss der Kirchenraum auf das Arbeitsklima hat“. Zudem sollen die Fragen beantwortet werden, „ob der besondere Raum die Kreativität, die Konzentration fördert oder verhindert und ob bei der Arbeit für Einzelne die ,eigene Kirchengeschichte‘ eine Rolle spielt“. Um Missionierung solle es nicht gehen, erklärt Hess-Cabalzar in einem Interview.

Insgesamt sieben Folgen soll die Serie haben. Los ging es mit den Medienmachern. Die anderen teilnehmenden Firmen stehen noch nicht fest. Wie das Onlinemagazin persoenlich.com berichtet, kann sich die Initiatorin auch vorstellen, Banken, Psychologen oder eine Beratungsfirma in der Kirche arbeiten zu sehen. Sie möchte herausfinden, „inwiefern der Raum andere Arbeitsergebnisse zu Tage fördert als die gewohnte Umgebung“.

Die Züricher Kirche stand während des Experiments „wie immer“ für alle Menschen offen, Besucher waren laut Verein willkommen. Mit den Journalisten sollten sie ins Gespräch kommen. Und die Gäste kamen und stellten Fragen. Redakteurin Helen Arnet erklärte dem Onlinemagazin persoenlich.com: „Es ist hier im Vergleich zur Redaktion schwieriger, sich zu konzentrieren, denn es kommen immer wieder Leute, die mich unterbrechen.“ Dies störe sie nicht, sie erkläre gern. Sie empfindet es als spannend, mit den Lesern in Kontakt zu treten. Es kämen vor allem Ältere vorbei, die die gedruckte Ausgabe lesen. Die Aktion sieht Arnet „als eine Art PR für den Journalismus“, sagt sie dem Magazin.

Schimpfworten und gesprochener Sprache bewusst werden

Die Frage, ob die Tagesanzeiger-Redaktion nicht einfach eine PR-Aktion des „Vereins St. Peter“ unterstützte, weist Susanne Anderegg zurück. Die Koordinatorin der Tagesanzeiger-Zürich-Redaktion erklärt laut persoenlich.com: „Diese Kirche steht mitten in Zürich, im Zentrum der größten Schweizer Stadt und ist zudem ein Touristen-Magnet. Daher ist es spannend, hier journalistisch zu arbeiten.“ Das Projekt biete die Möglichkeit, spontan mit der Öffentlichkeit in Kontakt zu kommen. Unter den Redakteuren habe es auch kritische Stimmen gegeben: Manche sahen eine Verknüpfung zur Kirche nicht, andere fanden das Projekt nicht sonderlich innovativ. Anderegg wollte etwas Neues wagen: Es sei das erste Mal, dass die gesamte Redaktion außer Haus arbeite.

Zur Arbeit in der Kirche schreibt die Redaktion online: „Einen Text zu schreiben, wenn rundum viel Trubel herrscht, ist für großraumbüroerprobte Ressortmitglieder kein Problem. Ohrenstöpsel rein oder Kopfhörer auf, Musik an, los geht’s.“ Was allerdings im Büro funktioniere, wirke im Kirchenschiff eher abweisend. „Einige von uns lassen die gewohnte Abschottung weg, um mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen.“ Die Diskussionen drehten sich dabei nicht nur um den Arbeitsalltag einer Redaktion, sondern um Grundsätzliches – wie etwa die Macht der Medien.

„Mehr aus spirituellem Reichtum der Kirche herausholen“

Weiter heißt es im Tagesanzeiger-Ticker: „Wenn man so in einem Kirchenschiff arbeitet, wird einem erst richtig bewusst, wie oft ein Schimpfwort über die Lippen kommt. ,Sch***e, jetzt habe ich schon wieder geflucht‘, entfährt es einer Redaktorin.“ Es sei „ganz heilsam, sich auch mal wieder über die gesprochene Sprache bewusst zu werden“. Und wenn ein Fluchwort in der Kirche widerhalle, melde sich das schlechte Gewissen viel schneller als in der Redaktionsstube.

Der Tagesanzeiger berichtet auf seiner Internetseite über die Aktion. Ursula Jenal, eine Leserin des Blatts und freiwillige Helferin der Kirchengemeinde, sagte laut der Zeitung: „Die Aktion, diese Vernetzung ist großartig. [...] Es geht auch um die Frage, wie man mehr aus diesen Räumen und aus dem spirituellen Reichtum der Kirche herausholen kann. Da liegt ein gewaltiges Potenzial brach.“

Von: Martina Blatt

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Thu, 18 Jul 2019 16:51:00 +0200
<![CDATA[Europa kann nur mit christlicher Wertebasis gelingen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/07/18/europa-kann-nur-mit-christlicher-wertebasis-gelingen/ pro-Kolumnist Jürgen Mette.]]> Knapp aber ausreichend hat die Seiteneinsteigerin Ursula von der Leyen die Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin gewonnen und damit Europa überrascht. Ihre in drei Sprachen locker und zugleich vehement vorgetragene Bewerbungsrede hat offenbar noch einige Abgeordnete umgestimmt.

Die SPD und Die Grünen haben sich von vornherein – in entlarvender Weise unisono mit der AfD – geradezu bräsig-beleidigt gegen von der Leyen gestellt. Sie sei für das hohe Amt „unzulänglich“ und „ungeeignet“. Dass die drei Interimsvorsitzenden der SPD Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel sich an solch erbärmlichen Versuchen beteiligt haben, die deutsche Kandidatin zu verhindern, das macht mich ratlos. Von Schäfer-Gümbel habe ich nichts anderes erwartet, er ist zum Glück auf dem Rückzug aus der Politik. Das Klima in der großen Koalition wird durch den befremdlichen Umgang der SPD mit von der Leyen weiter belastet.

Vielleicht herrscht bei der Bundeswehr auch eitel Freude über den Rücktritt der Verteidigungsministerin, dass sie in Annegret Kramp-Karrenbauer eine neue Chefin bekommen. Wieder keine vom Fach, aber eine mächtige Frau, deren robuste Frisur besser unter den Stahlhelm passt, als dies bei von der Leyen der Fall war. Sie hat es lange auf dem Schleudersitz der Verteidigung ausgehalten, aber das Amt war nicht ihre Welt. Sie konnte für die deutsche Bundeswehr kaum Zeichen setzen und hinterlässt ihrer Nachfolgerin große und dringend nötige Aufgaben. Dass sich die zarte, aber auch resolute Ministerin der Verteidigung auf teure Berater verlassen musste und irgendwann das Budget maßlos überzogen hat, zeigt doch deutlich diese Fehlbesetzung.

Europa mit gemeinsamer Wertebasis

Aber das neue Amt wird ihr trotz knappem Sieg mehr Freude bereiten. Das liegt ihr. 30.000 Beschäftigte werden ihr mit Erfahrung und fachlicher Expertise zur Verfügung stehen. Jetzt ist sie die „Gorch Fock“ los und kann ganz große Politik gestalten. Die intelligente und sprachlich versierte Europäerin wird es schaffen, sich der Endzeitstimmung im europäischen Raum in die Speichen zu werfen und mit den führenden Politikern Europas gute Konzepte erarbeiten. Sie darf alles anpacken, neu und anders, aber in einem Punkt empfehle ich ihr dringend, auf ihren Vorgänger Jean-Claude Juncker zu hören: Den Ausstieg der Briten aus der EU nicht endlos zu verhandeln.

Ich wünsche der neuen EU-Kommissionspräsidentin Kraft, Weisheit und Gottes Segen. Europa kann nur mit einer gemeinsamen Wertebasis gelingen. Und diese Basis nennen wir „christlich“. Und das bedeutet, die Welt wie Jesus zu sehen und alles von seinem Heil her zu verstehen und ihm entsprechend zu handeln: in der Flüchtlingsfrage, in der Klimafrage und im Schutz des ungeborenen und geborenen Lebens.

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Thu, 18 Jul 2019 15:57:00 +0200
<![CDATA[„Erster evangelischer Märtyrer“: Paul Schneider]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/07/18/erster-evangelischer-maertyrer-paul-schneider/ Bibelverse hallen über das Außengelände des Konzentrationslagers Buchenwald, als sich die Häftlinge zum Morgenappell versammeln. „So spricht der Herr. Ich bin die Auferstehung und das Leben“, bekennt der „Prediger von Buchenwald“, Paul Schneider, lautstark im Konzentrationslager. Mit Schlägen versuchen die Nazi-Schergen den Rufenden einzuschüchtern.

Nicht zum ersten Mal verweigerte Paul Schneider damals das, was geboten schien: Schon beim Fahnenappell zu Hitlers Geburtstag verweigert er den Hitlergruß. An Ostern 1939 rief er den Häftlingen aus seiner Zelle die Osterbotschaft zu. Wichtig war ihm, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen.

Theologie in der Eisenhütte

Als sich der 1897 geborene Paul Schneider mit 18 Jahren nach dem Notabitur als Freiwilliger zum Kriegsdienst meldet, will er eigentlich Arzt werden. Doch drei Jahre später beginnt er, in Gießen Evangelische Theologie zu studieren, und tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters. Das Studium der liberalen Theologie in Gießen und Marburg bringt ihn in große innere Konflikte.

Der Wechsel in das konservativere Tübingen verändert nicht nur seine Theologie, er lernt auch seine spätere Ehefrau Margarete kennen. Nach dem Ersten Theologischen Examen sammelt er Erfahrungen in einer Dortmunder Eisenhütte, in der er gerne „Arbeiter unter Arbeitern“ sein möchte, wie seine Frau später in seiner Biografie schreibt. Nach dem Zweiten Theologischen Examen arbeitet er in der Stadtmission Berlin.

Ende Januar 1925 wird Paul Schneider in der Gemeinde seines Vaters im mittelhessischen Hochelheim ordiniert. Er tritt in dessen Fußstapfen, als dieser 1926 an den Folgen eines Schlaganfalls stirbt. Als Pfarrer erweist sich Schneider immer dann als kompromisslos, wenn die Wahrheit des Evangeliums öffentlich angegriffen wird. Bei dem, was Deutschland politisch erwartet, sollte ihm dies noch einige Schwierigkeiten bereiten.

Konflikte mit dem Presbyterium

Der Theologe merkt früh, dass die Ziele der Nationalsozialisten nicht mit den Aussagen der Bibel übereinstimmen. Als im März 1933 der neue Reichstag zusammentritt, weigert sich Schneider, gegen den Willen seines Kirchenvorstandes, die Glocken zu läuten – kann sich damit aber nicht durchsetzen. Schneider schließt sich früh der Bekennenden Kirche an, die den Einfluss der Nazis auf die Kirche zurückdrängen wollte. Er kritisiert, dass sich anstelle des Glaubens an das „ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus der Glaube an das ewige Deutschland“ setze.

Konflikte mit dem Presbyterium gibt es auch wegen der Zulassung zum Abendmahl. Schneider stört es, dass Menschen zum Abendmahl gehen, obwohl „Buße, Sündenerkenntnis und die Bereitschaft, sich von Christus zu beschenken lassen“, nicht vorhanden seien. Schneiders Frau Margarete hält dies schriftlich in dem Buch „Der Prediger von Buchenwald“ fest. Diese „billige und folgenlose Gnade“, wenn die Menschen ihre Sünden nicht bereuen, will er nicht akzeptieren. „Dieser Mensch gehört in ein Konzentrationslager und nicht auf die Kanzel“, schreibt die NSDAP-Kreisleitung über den rebellierenden Pfarrer. Der öffentliche Druck auf Schneider wächst. Im Januar 1934 predigt er das letzte Mal in Mittelhessen.

Er wird in den Hunsrück versetzt, bleibt aber gegenüber dem NS-Regime geradlinig. Bei der Beerdigung eines Hitlerjungen wünscht der NS-Kreisleiter, dass der Verstorbene in den „himmlischen Sturm Horst Wessel“ eingehen werde. Schneider widerspricht: Er hoffe, dass Gott „den Jungen segnen und ihn in sein Reich aufnehmen“ möge. Sein Auftrag sei es, das Wort Gottes unverfälscht zu verkünden. Die Gemeinde geht schweigend auseinander. Schneider wird am Tag darauf erstmals in Schutzhaft genommen. Weil er auch die Schreiben der Bekennenden Kirche – etwa gegen die „rassisch-völkische Weltanschauung“ – von der Kanzel verliest, muss er später drei weitere Tage in Haft.

Eine Wahl ohne Auswahl

An den Reichstagswahlen 1936, bei denen das Volk keine Wahl hat und nur mit Ja stimmen darf, nehmen die Schneiders nicht teil. Anonyme beschmieren daraufhin das Pfarrhaus. Als zwei Männer ihre Kinder aus dem Konfirmandenunterricht abmelden wollen, um sie von einem deutsch-christlichen Pfarrer konfirmieren zu lassen, stellt sich das Presbyterium hinter Schneider. Dieser lehnt den Wunsch als nicht vertretbar ab, da es sich nicht um eine „kirchentreue“ Gemeinde handele. Die Gemeindeleitung möchte den Familienvätern alle kirchlichen Rechte entziehen. Nach der zweiten Ankündigung in der Gemeinde merkt Schneider aber, dass die Gemeinde noch nicht soweit ist. Zur dritten Ankündigung im Gottesdienst, die den Beschluss rechtskräftig gemacht hätte, kommt es nicht mehr.

„Die deutsche Jugend gehört weder Adolf Hitler noch Baldur von Schirach, sondern einzig und allein Jesus Christus“, bekennt Schneider. Sein Verhalten bringt für die Nazis das Fass zum Überlaufen. Im Mai 1937 wird Schneider erneut verhaftet, weil er den ganzen Hunsrück gegen die Gestapo aufwiegele. Dieses Mal kommt er in Schutzhaft nach Koblenz. Nach der Freilassung verbietet der Staat ihm, in die Rheinprovinz, zu der seine Gemeinde gehört, zurückzukehren. Schneider beeindruckt dies nicht. Er macht sich auf den Weg nach Dickenschied zu seiner Frau und den sechs Kindern. Der Staat habe nicht das Recht, in die Kirche hineinzuregieren, begründet er in einem ausführlichen Brief.

„Kameraden, hört mich. Hier spricht Pfarrer Paul Schneider. Hier wird gefoltert und gemordet. So spricht der Herr: ‚Ich bin die Auferstehung und das Leben!‘“

Auf dem Weg zum Erntedank-Gottesdienst in Womrath wird Schneider wieder verhaftet. Nach wenigen Wochen im Gestapo-Gefängnis Koblenz kommt er in das neu errichtete KZ Buchenwald. Dorthin darf der Theologe noch nicht einmal seine Bibel mitnehmen. Die tägliche Arbeit im Straßenbau verkraftet er gut. Er unterstützt sogar die anderen Häftlinge bei ihrer Arbeit. Für seine morgendlichen Andachten muss er Schläge und Misshandlungen durch die Scharführer einstecken. „Er gab uns, den Ärmsten der Armen, wieder Hoffnung“, sollte ein anderer Häftling später schreiben.

Folter und schwerste Misshandlungen hinterlassen bei Schneider körperliche und seelische Spuren. Trotzdem wird er nicht müde, das Evangelium aus seiner Einzelzelle heraus zu verkünden. Am Ostersonntag soll er sich trotz größter Schmerzen an den Gitterstäben seiner Zelle hochgezogen und tausenden Häftlingen auf dem Appellplatz zugerufen haben: „Kameraden, hört mich. Hier spricht Pfarrer Paul Schneider. Hier wird gefoltert und gemordet. So spricht der Herr: ‚Ich bin die Auferstehung und das Leben!‘“ Weiter kommt er nicht.

Obwohl er am Ende nur noch ein Wrack ist, sind die Briefe an seine Frau, die immer seltener werden, ein Zeugnis seines Gottvertrauens. „Lieber alle Kreaturen preisgeben, denn im Geringsten wider Gottes Willen tun: Wer Gott fürchtet, der hat eine sichere Zuflucht, und seine Kinder werden auch beschirmt“, schreibt er kurz vor seinem Tod. Auch für die Zukunft wolle er der „gnädigen und wunderbaren Durchhilfe unseres Gottes“ vertrauen.

Lagerarzt tötet Paul Schneider

Das Presbyterium seiner Heimatgemeinde bemüht sich derweil um Schneiders Freilassung und viele beten für ihn. Mit der Hilfe kirchlicher Institutionen kann Schneider nicht rechnen. Er hätte das Konzentrationslager verlassen können, wenn er sich dem Ausweisungsbefehl aus der Rheinprovinz gebeugt hätte. Er tut es nicht, weil er Gott mehr gehorchen will als den Menschen. Die Kirchenleitung will eine Versetzung Schneiders in den Wartestand herbeiführen und begründet dies mit seinem „staatsfeindlichen Verhalten“ und dem „Fehlen einer positiven und vorbehaltlosen Bejahung des heutigen Staates“.

Dazu kommt es nicht mehr: Der zuständige Lagerarzt tötet Paul Schneider am 18. Juli 1939 mit einer Überdosis Strophanthin, nur wenige Wochen vor dem Angriff der Nationalsozialisten auf Polen und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Seine Beerdigung in Dickenschied wird zu einer unvergesslichen Stunde der Gemeinschaft der Bekennenden Kirche. Pfarrer Johannes Schlingensiepen würdigt Schneider am Grab als Theologen, der der SS gegenüber unerschrocken den christlichen Glauben verteidigte. „Er lebte von der Gnade dessen, den er verkündigte.“ Schneider selbst hatte in Briefen an seine Frau immer wieder geschrieben: „Zugleich wollen wir uns auch das eine sagen lassen: Gott macht keine Fehler.“

Dieser Text ist erstmals im Juli 2014 auf www.pro-medienmagazin.de erschienen. Zum Anlass des 80. Todestages von Paul Schneider veröffentlichen wir diesen Artikel erneut.

Von: Johannes Weil

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Thu, 18 Jul 2019 14:06:00 +0200
<![CDATA[Im Weltraum, bei Gott]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/07/18/im-weltraum-bei-gott/ Der russische Kosmonaut Juri Gagarin soll, nachdem er 1961 als erster Mensch ins Weltall geflogen war, einen Satz gesagt haben, der Berühmtheit erlangte: „Ich war im All und habe Gott nicht gefunden.“ Ganze 108 Minuten verbrachte Gagarin im All, und die Welt war danach nicht mehr dieselbe. Doch den Satz, der so naiv impliziert, man könne Gott eigentlich irgendwo jenseits der Erdatmosphäre auf einem Thron in der Schwerelosigkeit sitzen sehen, hat Gagarin nie gesagt. Im Gegenteil, Gagarin war Christ, der seinen Glauben nie aufgegeben hat.

Der Satz geht zurück auf sozialistische Propaganda. Gagarin war getaufter, orthodoxer Christ und sprach laut mehreren Quellen im Kreise seiner Bekannten oft und gerne über seinen Glauben. Der russische General Valentin Petrov, ein Freund Gagarins und Professor an der Akademie der russischen Luftwaffe, sagte später: „Diese prominente Phrase, die ihm zugeschrieben wird, hat in Wirklichkeit Chruschtschow gesagt.“ Und der Biograph Anton Pervushin hielt fest: „Wenn man sich an Gagarin erinnert, sollte man an völlig andere Worte denken.“ Er verbinde mit Gagarin viel eher das Zitat von ihm: „Ein Astronaut kann nicht ins All fliegen und Gott nicht in seinem Kopf und in seinem Herzen haben!“

Bibel auf dem Mond

Erstaunlicherweise interessieren sich viele Menschen beim Thema Weltall immer auch ein wenig für die Frage nach Gott. Der Physiker und Fernsehmoderator Harald Lesch sagte vor Jahren in einem pro-Interview: „Witzigerweise werden Astrophysiker oft nach Gott gefragt. Aber kaum einer befragt seinen Bäcker oder seinen Tankwart nach Gott. Das weist darauf hin, dass viele Menschen glauben, Gott sei irgendwo ganz anders, vielleicht Millionen von Lichtjahren weit weg, und die Astrophysiker würden ihn da sehen. Das kann ich nicht so richtig begreifen. Ich habe in meinem Konfirmandenunterricht – und mein Glaube ist ein einfacher Konfirmanden-Glaube – von einem anderen Gott gehört als von diesem kosmisch weit Entfernten.“

Wenn jemand im Weltall war, dann sind seine Worte danach ganz besonders aussagekräftig. Vielleicht nur deswegen, weil es sich bei Astronauten im Durchschnitt um besonders schlaue Menschen handelt. Aber vielleicht auch weil sie nach Ansicht vieler bei ihrem Raumflug Gott ein bisschen näher gewesen zu sein scheinen. Tatsächlich waren und sind manche der Astronauten gläubige Christen. Abträglich scheint ein Raumflug dem Glauben jedenfalls nicht zu sein.

Als die Raumfähre der Apollo-14-Mission am 5. Februar 1971 auf dem Mond landete, waren erstmals auch Bibeln an Bord. Die beiden ersten Versuche scheiterten bei den Missionen Apollo 12 und 13. Doch diesmal war eine King-James-Bibel mit 1.245 Seiten auf ein Mikro-Format von 4,1 Zentimeter Größe auf dem Mond. Auf die Idee, eine Bibel mit zum Mond zu nehmen, kamen die Organisatoren der Gebetsgruppe „Apollo Prayer League“, die 1968 von Pastoren gegründet wurde, um für die NASA-Missionen und deren Mitarbeiter zu beten. Eine Bibel-Ausgabe im Mini-Format umkreist seit den Mondlandungen der NASA auch die Erde. Der Astronaut James Irwin ließ sie auf der Mondfähre der Mission Apollo 15 liegen.

Als der bekannte NASA-Astronaut Buzz Aldrin mit seinen beiden Kollegen Neil Armstrong und Michael Collins im Juli 1969 daran ging, Weltgeschichte zu schreiben, feierte er die erste Kommunion in der Umlaufbahn des Erdtrabanten. Mit den Worten „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!“ setzte Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond. Etwa 20 Minuten später folgte ihm sein Kollege Aldrin. Zuvor hatte Aldrin, der damals Mitglied einer presbyterianischen Kirche war, neben Brot und Wein auch einen kleinen silbernen Abendmahlskelch seiner Kirche als Teil seines minimalen persönlichen Gepäcks mit an Bord des Landefahrzeuges „Eagle“ genommen. Aldrin las die Bibelstelle aus Johannes 15, 5 („Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“) vor, die er sich auf einem kleinen Zettel notiert hatte. Aldrin ist heute 89 Jahre alt und lebt in Südkalifornien. Noch vor dem Flug zum Mond war Aldrin Freimaurer geworden, wie auch einige andere US-Astronauten. Seine Autobiografie erschien unter dem Titel „Return to Earth“. Nach seinen Worten war der schwerste Teil seines Lebens nicht der, zum Mond zu fliegen, sondern vielmehr sich dem zu stellen, was ihn bei seiner Rückkehr erwartet habe. Nach dem Flug zum Mond kämpfte Aldrin mit Depressionen, Medikamenten- und Alkoholsucht, drei Ehen scheiterten.

Befreundet mit Siegfried Fietz

James Irwin, der Pilot der Mondlandefähre auf der Apollo-15-Mission, war der achte Mensch, der den Mond betrat. Er verbrachte insgesamt 66 Stunden und 56 Minuten auf dem Mond. Auf dem Flug zurück zur Erde las Irwin öffentlich aus Psalm 121 vor: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Nach eigener Aussage wurde er christlich erzogen, kehrte dem Glauben aber im Alter von 10 Jahren bewusst den Rücken. Erst nach seinem Raumflug bekehrte er sich wieder neu zu Jesus und wurde überzeugter Christ. Von Irwin stammt das Zitat: „Dass Jesus über diese Erde lief, ist wichtiger, als dass ein Mann über den Mond lief.“ Irwin starb im Jahr 1991 im Alter von 61 Jahren. Zusammen mit seinem Freund, dem deutschen Liedermacher Siegfried Fietz, brachte er 1980 eine Platte heraus: „Space Sinfonie“. Der aus dem Siegerland stammende Fietz schrieb die Musik, und der Apollo-Astronaut erzählte von seinen Erlebnissen auf dem Mond, das Londoner Royal Philharmonic Orchestra spielte die Musik dazu.

John Glenn, Kampfpilot, Astronaut und langjähriger Senator, wird in den USA wie ein Held verehrt. Er war der dritte Amerikaner im Weltraum und der erste, der die Erde umrundete. Insgesamt umrundete der damals 31-Jährige mit seinem Raumschiff „Friendship 7“ drei Mal unseren Planeten. Glenn zog sich 1964 aus der NASA zurück und wurde 1974 in den US-Senat gewählt, wo er den Bundesstaat Ohio 25 Jahre lang vertrat. Bei jedem seiner Einsätze im All habe er gebetet, sagte Glenn später. Im Oktober 1998 machte Senator Glenn erneut eine Reise ins All, inzwischen 77-jährig. Damit wurde er der bisher älteste Mensch im Weltraum. In einem Interview sagte der amerikanische Nationalheld im Jahr 1998: „Auf diese Schöpfung zu schauen und nicht an Gott zu glauben ist unmöglich.“ Die Erfahrungen im Weltraum hätten ihn im Glauben nur gestärkt, sagte er. Wie die Washington Post anlässlich des Todes Glenns vor drei Jahren berichtete, bekannten dies nach ihm immer wieder Astronauten.

Kurz nach seiner Landung auf der Erde hielt Glenn eine Predigt zum Thema „Warum ich weiß, dass es einen Gott gibt“. Er sprach von der Milchstraße und ihren Ausmaßen von 100.000 Lichtjahren und den Entdeckungen auf der kleinsten Ebene der Atome. Die Atome zeigten so viel Ähnlichkeit zu den Planetensystemen, so wie ihre Elektronen um den Atomkern kreisen, sagte Glenn. „Es ist diese Ordnung im ganzen Universum – kann sie einfach so von selbst entstanden sein? War das ein Unfall? Ich kann das nicht glauben. Das war auf jeden Fall geplant. Das ist es, was mir sagt, dass es einen Gott geben muss.“

Auch der Astronaut Charlie Duke, der zehnte Mensch, der den Mond betrat, war gläubiger Christ. Er sagte in einem Fernsehinterview, die Entscheidung für Jesus sei die wichtigste seines Lebens gewesen. „Als ich in der Raumkapsel saß und die kugelrunde Erde unter mir sah, dachte ich an die Bibelstelle Jesaja 40: ‚Gott thront über dem Kreis der Erde.'“ Es sei für ihn eine enorme Ermutigung im Glauben gewesen zu sehen, dass die Bibel die Wahrheit sagt über die Schöpfung.

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“

Apollo 8 war der zweite bemannte Raumflug des amerikanischen Apollo-Programms und der erste bemannte Flug zum Mond. Die drei Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell waren die ersten Menschen, die mit eigenen Augen die Rückseite des Mondes sahen. Als die drei Astronauten am Weihnachtsabend 1968 auf die Erde schauten, funkten sie eine Botschaft zur Erde und fügten darin ein Zitat aus dem Buch Genesis ein. Commander Frank Borman sagte: „Wir sehen jetzt gleich den Mondaufgang. Und für alle Menschen auf der Erde hat die Mannschaft von Apollo 8 eine Botschaft: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ Und so zitierten sie die Schöpfungsgeschichte der Bibel.

Borman schloss mit den Worten: „Die Crew von Apollo 8 wünscht allen Bewohnern der Erde eine gute Nacht, viel Glück und frohe Weihnachten. Möge Gott Euch alle beschützen.“ Später sagte Borman dazu: „Ich fühlte, dass es einfach eine größere Macht als uns geben musste, dass es Gott gibt, und dass es wirklich einen Anfang gegeben haben muss.“ Vielleicht hätte die sozialistische Führung der Sowjetunion damals einmal selbst in den Weltraum fliegen müssen, um die Frage, ob man Gott im Weltraum finden kann, wirklich selbst beantworten zu können.

Von: Jörn Schumacher

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Thu, 18 Jul 2019 13:26:00 +0200
<![CDATA[Das erlebte der Bordpfarrer mit den Promis auf dem ZDF-Traumschiff]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2019/07/17/das-erlebte-der-bordpfarrer-mit-den-promis-auf-dem-zdf-traumschiff/ Der Pfarrer Volker Keller ging in Miami für einige Wochen an Bord der MS Amadea und war als Bordpfarrer auf dem Traumschiff des ZDF tätig. Er ist Pastor der Bremischen Evangelischen Kirche. Im Interview von Domradio berichtet er von Begegnungen mit den Prominenten auf dem Schiff. Die Schauspieler und „die normalen Passagiere“ hielten sich nicht voneinander getrennt auf, erzählte er. „Die Crew war drei Wochen an Bord und mischte sich unter die Passagiere. Sie besuchten abends auch die Show und saßen im Restaurant mit anderen Leuten zusammen. Man konnte sie ansprechen.“

Den Entertainer und Schauspieler Harald Schmidt lobte er dafür, wie nah er den Menschen komme. Mit ihm ging Keller zusammen die Gangway hinauf. Auch wenn der erste Kontakt „eher kurz“ war, so haben sich die beiden laut der Aussage des Pfarrers in den drei Wochen gut kennengelernt. „Er war sehr zugänglich, sehr offen und ich konnte ihn auch für die Mitwirkung an einem Gottesdienst gewinnen. Ich hatte immer meinen Spaß mit ihm und habe von ihm viel gelernt – seine Spontanität zum Beispiel.“

Silbereisen machte Späße mit Pfarrer

Keller hatte den Eindruck, Sänger und Fernsehmoderator Florian Silbereisen „war da etwas reservierter und hat sich ein bisschen mehr zurückgehalten“. Dass die Verantwortlichen Silbereisen die Rolle des neuen Traumschiff-Kapitäns gaben, hatte zuvor für Diskussion bei vielen Zuschauern und in der Schauspielszene geführt. Keller fand aber, dass Silbereisen seine Rolle gut angenommen habe. „An Bord habe ich einen Gottesdienst mit dem echten Kapitän gefeiert. Zu Herrn Silbereisen habe ich bei einem Treffen danach gesagt, dass gerade der Kapitän bei mir im Gottesdienst war und das Schiff dabei aber ganz schön schwankte. Wir hätten bei dem Gespräch kaum stehen können“, erinnert sich der Pfarrer. Weiter schildert er: „Darauf erwiderte Silbereisen: ,Ja, ich war auch nicht auf der Brücke. Wenn beide Kapitäne nicht auf der Brücke sind, dann klappt das eben nicht.‘“

Die Schauspielerin Barbara Wussow, die die Hoteldirektorin Hanna Liebhold spielt, sei zudem nie „verlegen [gewesen], Antworten zu geben oder mit den Passagieren ins Gespräch zu kommen“. In einem Text für evangelisch.de schreibt Keller, dass sie seinen Gottesdienst besuchte. Die „Bord-Kirche“ sei voll gewesen, als die Schauspielerin erzählte, dass sie eine Klosterschule besucht habe und auch heute regelmäßig in die katholische Messe gehe. Auf Reisen habe sie stets ein bestimmtes religiöses Bild dabei – „den strahlenden Jesus der polnischen Schwester Faustina: Jesus strahlt aus und gibt Energie. Die hat Barbara Wussow gebraucht, als sie ihre Eltern in den Tod begleitete. Heute kann sie sagen: ,Ich fürchte den Tod nicht.‘“

Keller durfte zudem als Komparse in der Serie mitwirken und sagte wiederum Domradio: „Das war natürlich eine tolle Gelegenheit, mal zu sehen, wie so ein Film entsteht. [...] Jetzt weiß ich, dass zwei Minuten im Fernsehen zwei Stunden geprobt werden.“

Von: Martina Blatt

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Wed, 17 Jul 2019 17:13:00 +0200
<![CDATA[Von der Leyen: Evangelisch engagiert]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/07/17/von-der-leyen-evangelisch-engagiert/ Sie ist Pionierin in dieser Position: Ursula von der Leyen wird als erste Frau neue Präsidentin der EU-Kommission. Am Dienstagabend wurde die CDU-Politikerin vom Europäischen Parlament mit knapper Mehrheit in das Amt gewählt. Am 1. November tritt sie die Nachfolge des Luxemburgers Jean-Claude Juncker an. Mit einer couragierten Rede warb sie am Dienstag vor den Abgeordneten um die Zustimmung für ihre Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin. „Wer dieses Europa schwächen oder spalten oder ihm seine Werte nehmen will, der findet in mir eine erbitterte Gegnerin“, sagte sie. Von der Leyen hat eine evangelische Prägung und sprach in der Vergangenheit wiederholt auch über Glaubensthemen.

Die 60-Jährige übernahm 2013 das Bundesverteidigungsministerium von Thomas de Maizière. Nun ist sie von diesem Posten zurückgetreten. Von der Leyen würdigte 2014 anlässlich der Einführung von Sigurd Rink in das Amt des evangelischen Militärbischofs die Arbeit der Militärseelsorger. „Sie helfen, den christlichen Glauben zu verkündigen“ und „Sie ermutigen, den Weg mit Gott zu gehen“, sagte die damalige Ministerin in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. „Mit Gott ist man nie allein“, erklärte sie in Richtung der Soldaten. Die Militärseelsorge könne eine Orientierung geben, die heute immer mehr Menschen suchten.

„Christinnen und Christen erkennt man nicht nur an hehren Überzeugungen“, zitierte von der Leyen im Juni 2019 Militärbischof Rink bei einer Buchvorstellung in Berlin, „sondern an der Bereitschaft, im Dienst am Nächsten diese Welt in kleinen Schritten zu verändern.“ Genau das sieht die damalige Verteidigungsministerin in der Bundeswehr verwirklicht: Kleine Schritte hin zu einer friedlicheren Ordnung, das sei der Beitrag der Bundeswehr zu Stabilität und Entwicklung in der Welt. Während der Veranstaltung wurde das Buch „Können Kriege gerecht sein? Glaube, Zweifel, Gewissen – wie ich als Militärbischof nach Antworten suche“ von Rink präsentiert.

Von der Leyen: „Christliches Grundvertrauen macht Kinder in die Welt setzen leichter“

Von der Leyen ist Mitglied der Hannoverschen Landeskirche. Die zukünftige Chefin der EU-Kommission unterstützt die christliche Kinderhilfsorganisation „Ora International“. Diese setzt sich weltweit für Kinder in Not und deren Familien ein.

Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte die siebenfache Mutter einmal: „So selbstverständlich, wie wir den Kindern die Muttersprache mitgeben, müssen wir ihnen Religion mitgeben.“ Religion und Religiosität würden dabei helfen, Vertrauen in die Zukunft zu haben. „In einer Welt, die unsicherer und unbeherrschbarer wird, werden zwei Dinge wichtiger, die man persönlich beeinflussen kann: die Familie und die Religion.“ Angesichts der demografischen Entwicklung mache es das „christliche Grundvertrauen“ laut von der Leyen „leichter“, Kinder „in die Welt zu setzen“. Sie riet Eltern zudem, mit ihren Kindern zu beten, da solche Rituale die eigene Identität festigten.

Kritik an der Förderung des Christivals

2008 stand von der Leyen für ihre Schirmherrschaft des evangelikal geprägten Christivals in der Kritik. Das ihr damals unterstellte Familienministerium förderte die Veranstaltung finanziell. Ihr Parlamentarischer Staatssekretär Hermann Kues verteidigte sie. Er erklärte, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen habe „ganz bewusst“ die Schirmherrschaft für das Christival übernommen, weil sie damit die christliche Kinder- und Jugendarbeit der christlichen Gruppen in Deutschland anerkennen wolle.

Als die Union 2013 um das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare stritt, sprach sich von der Leyen für ein solches Recht aus. „Ich kenne keine Studie, die sagt, dass es Kindern, die in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften aufwachsen, anders geht als Kindern, die in gemischtgeschlechtlichen Ehen aufwachsen“, sagte sie im Deutschlandfunk. Hinter dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaften das steuerliche Ehegattensplitting zusteht, stehe ein „Erkenntnisprozess einerseits in der Partei, aber andererseits auch in der Bevölkerung und eine Öffnung, die ich einfach begrüße“.

2005 war von der Leyen Laudatorin bei der Verleihung des christlichen Medienpreises „Goldener Kompass“. Den verleiht die Christliche Medieninitivative pro, ehemals Christlicher Medienverbund KEP, seit 1990 an Medienschaffende, die sich für ausgeglichene Berichterstattung über Kirche und christlichen Glauben und glaubhaft dargestelltes Christsein in den Medien engagiert haben. Die damalige Bundesfamilienministerin hielt die Laudatio auf die Redakteure Anette Lache, Frank Ochmann und Anne Schönharting des Magazins Stern. Sie wurden für ihre Berichterstattung über das Schicksal der siamesischen Zwillinge Lea und Tabea ausgezeichnet.

Von der Leyens bisheriges Amt als Verteidigungsministerin übernimmt nun die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Diese erklärte im pro-Interview auf die Frage, ob sie Lebensschützerin sei: „Jeder Christdemokrat und jede Christdemokratin sollte sich per se als Lebensschützer verstehen. Wobei das für mich auch die Bewahrung der Schöpfung umfasst.“ Sie fürchte, dass, wenn das Werbeverbot für Abtreibung abgeschafft wird, „wir einen weiteren Schritt auf dem Weg gehen, aus einem Schwangerschaftsabbruch einen ganz normalen medizinischen Eingriff zu machen. Wir dürfen nie vergessen, dass er Leben beendet. Und deshalb immer etwas anderes ist als zum Beispiel eine Blinddarmoperation“. Kramp-Karrenbauer treibe auch um, dass „wir es in einem der reichsten Länder der Welt nicht schaffen, ein Klima zu schaffen, in dem werdende Eltern, die etwa die Frühdiagnose Down-Syndrom erhalten, sich in der Lage sehen, ihr Kind auf die Welt zu bringen und großzuziehen. Da versagen wir alle, auch die CDU“.

Von: Martina Blatt

Lesen Sie das ausführliche Interview mit Annegret Kramp-Karrenbauer in der Ausgabe 1/2019 des Christlichen Medienmagazins pro. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5667752, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online.

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Wed, 17 Jul 2019 15:22:00 +0200
<![CDATA[Facebook löscht Augustinus-Zitat als Hassrede]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2019/07/17/facebook-loescht-augustinus-zitat-als-hassrede/ Der katholische Journalist Domenico Bettinelli aus Boston hat am Sonntag in seinem Weblog davon berichtet, wie es einem Zitat des christlichen Philosophen Augustinus von Hippo (354–430) ergehen kann, wenn es bei Facebook veröffentlicht wird.

Ein Freund von ihm, der Ordensbruder Matt Wescott, habe auf seiner Facebook-Seite ein Zitat von Augustinus gepostet, schreibt Bettinelli. Es handelte sich um einen Ausschnitt aus einer Predigt des Kirchenvaters: „Lasst uns niemals annehmen, dass unser Leben ohne Sünde sein wird, wenn wir ein gutes Leben führen; unser Leben soll nur gelobt werden, wenn wir ständig um Vergebung bitten. Die Menschen aber sind Verzweifelte und je weniger sie auf ihre eigenen Sünden schauen, um so mehr interessieren sie sich für die Sünden anderer. Sie wollen kritisieren, nicht korrigieren. Unfähig, selbst um Verzeihung zu bitten, sind sie bereit, andere anzuklagen.“ (Sermo 19,2)

Bruder Matt berichtete, dass dieses Zitat von Facebook immer wieder gelöscht worden sei, wenn er es gepostet hatte. Offenbar greife hier ein Algorithmus zu hart durch, denn das Zitat sei vielleicht herausfordernd, aber keinesfalls beleidigend, fand der Geistliche. Auch einem anderen gemeinsamen Freund, Bruder Chip Hines, erging es so. Der wollte testen, ob Facebook auch bei ihm das Augustinus-Zitat löscht. Und tatsächlich wurde auch bei ihm der Text von der Plattform verbannt. Bruder Chip forderte eine Prüfung durch einen Angestellten von Facebook an. Er warte noch immer auf eine Antwort, schreibt Bettinelli in seinem Blog.

Posting des Postings wird ebenfalls gelöscht

Schließlich postete Bettinelli das Zitat selbst auf seiner Facebookseite. „Einige weitere Freunde sahen mein Posting“, schreibt der Journalist. „Und dann geschah es.“ Facebook meldete sich bei ihm und erklärte, das Augustinus-Zitat sei „Hate Speech“, also ein Hass-Posting, und verstoße damit gegen die Richtlinien des Unternehmens. Bettinelli schreibt dazu: „Hasspredigt? Es ist genau das Gegenteil! Der Text ruft die Menschen dazu auf, sich nicht auf die Sünden von anderen zu konzentrieren, sondern auf die eigenen. Damit wiederholt er nur die Worte Jesu: ‚Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?‘ (Matthäus 7,3).“

Diese Gedanken wiederum teilte Bettinelli auf Facebook zusammen mit einem Screenshot der Antwort von Facebook. Das Posting wurde über 600 Mal geteilt. Und auch dieser Post wurde von Facebook gelöscht. „Das wird langsam lächerlich“, kommentierte Bettinelli die Sache. „Wenn ich so weitermache, wird das zu einer Matruschka-Puppe ineinander verschachtelter Löschungen.“ Facebook habe ihn mittlerweile sogar gewarnt, dass sein Account gelöscht werden könnte, falls er das Augustinus-Zitat weiter verbreite.

Frustrierend sei zudem, dass jenes Zitat zwar bei einigen Facebook-Nutzern rigoros gelöscht werde, bei anderen hingegen nicht. Das sei so, wie wenn es ein Gesetz gebe, dass „Zu schnell Fahren“ bestrafe, jedoch nirgendwo festlege, was „zu schnell“ sei, schreibt Bettinelli.

Inzwischen habe sich ein Facebook-Mitarbeiter bei Bettinelli gemeldet und erklärt, dass man das Zitat leider weiterhin als Hassrede ansehe.

Von: Jörn Schumacher

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Wed, 17 Jul 2019 15:17:00 +0200
<![CDATA[HopeTV startet Kinderkanal]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2019/07/17/hopetv-startet-kinderkanal/ Der christliche Fernsehesender HopeTV hat auf YouTube einen eigenen Kanal für Kinder gestartet. Derzeit sind dort bereits einige Folgen der Serie „Fribos Dachboden“ zu sehen. Bis Ende Juli sollen alle bereits im Fernsehen gesendeten Folgen verfügbar sein. Bei „Fribos Dachboden“ geht es um einen Holzwurm, der Bibelgeschichten, Basteltipps oder Bücher präsentiert.

„Der Vorteil eines eigenen Kanals für das Kinderprogramm liegt auf der Hand: Die Kinder können alle Beiträge dieses Kanals anschauen, ohne auf Inhalte zu stoßen, die nicht kindgerecht sind“, teilte HopeTV nach Angaben von Jesus.de mit. Ab Januar 2020 soll es auf dem Kinderkanal zudem eine neue Kinderserie geben.

HopeTV gehört zu den Siebenten-Tags-Adventisten und wird von „Stimme der Hoffnung e.V.“ betrieben.

Von: Swanhild Zacharias

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Wed, 17 Jul 2019 14:28:00 +0200
<![CDATA[Christliche Rocker müssen in Haft]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/07/17/christliche-rocker-muessen-in-haft/ Vier Mitglieder der christlichen Rockergang „True Life“ müssen wegen schwerer Körperverletzung für drei beziehungsweise sechs Jahre in Haft. Das Gericht stellte fest, dass die vier Männer Ende August vorigen Jahres von Baden-Württemberg nach Düsseldorf kamen, um dort mit einem anderen Rocker ein „Friedensgespräch“ zu führen und Streitigkeiten beizulegen. Es soll den Angeklagten zufolge um Glaubensfragen gegangen sein, das Gericht zweifelte dies angesichts der mitgebrachten Waffen an.

Wie mehrere Medien vom Prozess berichten, hat der Hauptangeklagte dreimal versucht, auf das Opfer, ein Mitglied der Gruppe „Black Jackets“ und selbst vorbestraft, zu schießen, doch die Pistole versagte. Daraufhin schossen die Christenrocker Reizgas auf das Opfer und verletzten es mit einem Messer lebensgefährlich.

Der Hauptangeklagte mit türkischen Wurzeln, früher Präsident der „Black Jackets“, leitete eine eigene freie Gemeinde in Freudenstadt, zu der auch die Mitangeklagten gehören. Auf YouTube gibt es zahlreiche Predigtvideos von ihm. Nach eigenen Angaben saß er bereits mehrere Jahre im Gefängnis und konvertierte dort vom Islam zum Christentum. Laut der Webseite der Gemeinde ist Evangelisation im Rockermilieu ein Schwerpunkt ihrer Arbeit.

Kampf der YouTube-Prediger

Wie verschiedene Medien berichteten, warfen mehrere Frauen dem Rocker-Prediger 2018 sexuellen Missbrauch vor. Der Schweizer Prediger Patrick Altendorfer von der Freikirche „Gott weiß es“, der ebenfalls regelmäßig auf YouTube postet, griff die Vorwürfe auf. Nachgewiesen werden konnte dem jetzt Verurteilten vor Gericht damals nichts. Altendorfer musste einige seiner Videos löschen und durfte die Anschuldigungen nicht mehr auf der Plattform verbreiten. Der Schweizer macht den deutschen Christenrocker auch für einen tätlichen Angriff auf sich verantwortlich. Auf YouTube beschuldigten sich die beiden gegenseitig, Menschen zu manipulieren und den Ruf des jeweils anderen zu schädigen.

Auch dem aktuellen Prozess wohnte Altendorfer bei. Im Gerichtsgebäude gab es zwischen einem Begleiter von ihm und dem Bruder des Hauptangeklagten offenbar eine Auseinandersetzung, woraufhin die Sicherheitskräfte einschreiten mussten, wie Altendorfer in einem Video berichtet.

Das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom Dienstag ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision in nächsthöherer Instanz ist möglich.

Von: Jonathan Steinert

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Wed, 17 Jul 2019 14:18:00 +0200
<![CDATA[Bibel-Filmpreis für Zachäus-Geschichte]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2019/07/17/bibel-filmpreis-fuer-zachaeus-geschichte/ Die Evangelische Kirchengemeinde Ketsch aus Baden-Württemberg wurde für ihren Film „Zack“ mit dem Filmpreis „Silbernes Schaf“ ausgezeichnet. Die Jugendlichen der Gemeinde haben die Geschichte des Zöllners Zachäus darin in die heutige Zeit übertragen. Insgesamt hatten sich 21 Gruppen um die Auszeichnung beworben.

Das „Silberne Schaf“ wurde am Wochenende zusammen mit dem Filmpreis „Goldene Gans“ verliehen, den das Evangelische Medienhaus in Stuttgart und das Diakonische Werk Württemberg gemeinsam mit den beiden Landesverbänden für Kindergottesdienst in Baden und Württemberg ausschreiben. Das Motto des Wettbewerbs lautete „Da blüh’ ich auf!“.

Der Wettbewerb „Goldene Gans“ richtet sich an Amateur-Filmgruppen aus Baden-Württemberg mit einem Altersdurchschnitt bis einschließlich 18 Jahren. Mitmachen können Kinder- und Jugendgruppen, Kindertagesstätten sowie Schulklassen oder Film-AGs, aber auch Einzelpersonen. Der Wettbewerb will dazu anregen, sich mit kirchlichen Themen zu beschäftigen. In diesem Jahr seien dabei 14 Filme eingericht worden, berichtet Jesus.de. In der Kategorie der 11- bis 14-Jährigen gewann ein Stop-Motion-Film über ein Fußballspiel mit Hindernissen. In der Kategorie 15 bis 18 Jahre erhielt der Film „Perfectman“ des Bischöflichen Internats Maria Hilf in Bad Mergentheim die „Goldene Gans“. Bei dem Beitrag geht es um Selbstvertrauen.

Alle ersten Plätze bei der „Goldenen Gans“ und beim „Silbernen Schaf“ sind mit 300 Euro dotiert.

Von: Swanhild Zacharias

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Wed, 17 Jul 2019 12:07:00 +0200
<![CDATA[So steht Merkel zum christlichen Glauben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/07/17/so-steht-merkel-zum-christlichen-glauben/

„Der Maßstab der CDU ist und bleibt das christliche Menschenbild. Das ist auch Absage an jedwede Ideologie.“

Angela Merkel auf der Wertekonferenz der CDU im Jahr 2006

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„Es ist wahr: Europa ist kein Christenklub. Aber wahr ist auch: Europa ist ein Grundwerteklub. Hier bei uns gelten Menschen- und Bürgerrechte. Diese Menschen- und Bürgerrechte beruhen bei uns ganz wesentlich auf dem Menschenbild des Christentums.“

In einer Rede auf dem 20. Bundesparteitag der CDU im Jahr 2006 in der Dresdner Frauenkirche

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„Jede Bundesregierung und jeder Bundeskanzler vor mir waren der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels verpflichtet. Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar.“

In einer Rede vor der Knesset in Jerusalem 2008

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„Lasst uns doch mal über das Christentum wieder reden. Lasst uns das doch mal mit fröhlichem Herzen verkünden. Wie oft machen wir denn das?“

Im Oktober 2010 auf dem Deutschland-Tag der Jungen Union

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„Vielleicht sollten wir als Christen uns auch wieder mehr Gedanken über unsere Religion machen und mehr über das Christentum sprechen, als Angst zu haben vor dem Islam.“

In einer Telefonkonferenz mit CDU-Mitgliedern rief Angela Merkel 2012 für Toleranz gegenüber dem Islam auf.

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„Ich bin Mitglied der evangelischen Kirche, ich glaube an Gott, und die Religion ist mein ständiger Begleiter in meinem Leben gewesen.“

Merkel im Jahr 2012 in ihrem wöchentlichen Podcast

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„Auch mir hat eine Satiresendung schon einmal richtig aus der Seele gesprochen, als es dort hieß: Gott hat die FDP vielleicht nur erschaffen, um uns zu prüfen.“

Auf dem CDU-Parteitag im Dezember 2012 zu den Turbulenzen in der Koalition

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„Gott wollte keine Marionetten, keine Roboter, keine Menschen, die einfach das tun, was sie gesagt bekommen.“

Bei einer Ansprache am Reformationstag 2014 in Merkels Heimatgemeinde in der Uckermark

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„Mit fortschreitender Säkularisierung lassen die Kenntnisse über das Christentum immer mehr zu wünschen übrig. Jeder sollte sich selbst fragen, was er zur Stärkung der eigenen Identität, zu der bei der Mehrheit immer auch noch die christliche Religion gehört, tun kann.“

In einem FAZ-Interview im Januar 2015

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„Das Werk der Gerechtigkeit wird Frieden sein. Und der Ertrag der Gerechtigkeit werden Ruhe und Frieden sein.“

Beim Katholikentag 2018 erinnerte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Satz des Propheten Jesaja daran, dass der Einsatz für weltweite Gerechtigkeit ein wichtiger Bestandteil der Friedenssicherung ist.

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Von: Swanhild Zacharias

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Wed, 17 Jul 2019 09:20:00 +0200
<![CDATA[Eritrea: Staat schließt christliche Einrichtungen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/07/16/eritrea-staat-schliesst-christliche-einrichtungen/ Eigentlich sind im ostafrikanischen Land Eritrea nur fünf Prozent der Bevölkerung katholisch. Dennoch schränkt die eritreische Regierung die Religionsausübung der Katholiken im Land stark ein. Katholische Christen werden verhaftet, wenn sie öffentlich beten oder zum Gottesdienst gehen. Das berichtet der eritreische Priester Mussie Zerai im Interview von Spiegel Online. Der 44-Jährige Katholik lebt seit mehreren Jahren in Italien, wo er Flüchtlingen hilft. Im Jahr 2016 wurde er mit dem Menschenrechtspreis der deutschen Stiftung „Pro Asyl“ ausgezeichnet.

Eritrea gilt als repressive Diktatur, seit seiner Unabhängigkeit 1993 wird es in Alleinherrschaft von Präsident Isayas Afewerki regiert. Der UN-Menschenrechtsrat wirft dem Regime regelmäßig schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche in Eritrea, Abune Antonios, steht seit 14 Jahren unter Hausarrest.

Zerai sieht einen Grund für die Repressionen darin, dass katholische Bischöfe demokratische Reformen gefordert hatten. Zu Ostern hatten sie einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie Gewalt und Ungerechtigkeit im Land beschreiben und Reformen einfordern. „Eigentlich müssen alle Publikationen in Eritrea von der staatlichen Zensurkommission freigegeben werden“, sagt Zerai. Dem haben sich die Bischöfe widersetzt und ihren Brief im Internet verbreitet. Die Schließung der 21 Krankenhäuser sei eine Art Rache dafür gewesen, so der Priester.

Regime lehnt Religion grundsätzlich ab

Auf die Frage, warum die Regierung die Katholiken so unterdrücke, antwortet Zerai: „Die katholische Kirche ist weltweit vernetzt und hat Beziehungen, die bis nach Rom reichen. Vor diesem internationalen Einfluss hat der Diktator in Eritrea Angst.“ Die Regierung befürchte, keine Kontrolle über die vielen sozialen Einrichtungen der Kirche zu haben.

Das Regime in Eritrea bezeichne sich selbst als kommunistisch und lehne Religionen grundsätzlich ab, erklärt Zerai. „Nur der Staat soll die Autorität über alle Bereiche der Gesellschaft haben. Zwar wird die katholische Kirche geduldet, aber besonders wenn sie anfängt, sich sozial zu engagieren und Freiheitsrechte einzufordern, ist das dem Regime ein Dorn im Auge.“

Der Priester befürchtet, dass sich das Vorgehen des Staates gegen die Katholiken weiter verschlimmert: „Wir haben Angst, dass der Staat als nächstes die katholischen Bildungseinrichtungen schließt. Es gibt etwa 50 Schulen und mehr als 100 Kindergärten in Eritrea, die von der Kirche geführt werden.“

Von: Jörn Schumacher

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Tue, 16 Jul 2019 15:09:00 +0200
<![CDATA[Die Straße der Hoffnung führt durch den Nahen Osten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/die-strasse-der-hoffnung-fuehrt-durch-den-nahen-osten/ Ein Gastbeitrag von Michael Kerem, aus dem Englischen übersetzt von Merle Hofer]]> Auf die Vision der Straße, die in Jesaja 19 beschrieben wird, sowie auf das Gericht über Ägypten wurde ich erstmals von einem Freund hingewiesen. Dieser bereitete sich darauf vor, Gott in Ägypten zu dienen. Er wusste, dass ich ein jeschuagläubiger Jude bin und meine Frau türkische Armenierin ist. Nachdem wir in der Bibel Jesaja 19 gelesen hatten, sah er mich an und sagte: „Du bist aus Israel, deine Frau ist aus dem alten Assyrien und ich gehe nach Ägypten – lass uns eine Straße bauen.“

Jesaja 19,23–25: „Zu der Zeit wird eine Straße sein von Ägypten nach Assyrien, dass die Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen, und die Ägypter samt den Assyrern werden dem Herrn dienen. Zu der Zeit wird Israel der Dritte sein mit Ägypten und Assyrien, ein Segen mitten auf Erden; denn der Herr Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!“

Damals wusste ich noch nicht, dass diese Begegnung einen großen Teil unserer künftigen Arbeit in der Region prägen würde. Ich hatte einen Ruf zu türkisch- und kurdisch-sprechenden Muslimen erhalten. Obwohl ich Jude bin, wusste ich nicht, wie Israel in unsere Vision und Arbeit passen würde. In der antiken Stadt Izmir spürten wir, dass Gott unsere Herzen in den östlichen Teil der Türkei führte, also genau in jene Gegend, die einmal das Zentrum des Assyrischen Reiches gewesen war. Wir mussten noch lernen, wie Israel, Gottes Ruf an das jüdische Volk und die Vision der Straße zu unserer Zukunft passen würden.

Der Golfkrieg 1991 stellt eine entscheidende Wende in der jüngeren Geschichte des Nahen Ostens dar. In der gesamten Region stellten sich Nationen neu auf, alte Bündnisse wurden aufgelöst und neue geformt. Im Nordirak waren Menschen erstmals nach 40 Jahren offen für das Evangelium. Dort war das Zentrum der Bemühungen um einen kurdischen Nationalstaat und 2.700 Jahre Heimat für die Juden aus Kurdistan, die aus Nordisrael in das Assyrische Reich vertrieben wurden (2. Könige 17,1–6).

Osmanisches Reich nahm Juden auf

Im gesamten Nordirak befanden sich an der türkischen Grenze Flüchtlingslager für Kurden, um diese vor Saddam Hussein zu schützen. Die Arbeit mit internationalen Hilfsorganisationen war für uns eine Gelegenheit, nicht nur den Kurden zu helfen, sondern auch offen unseren Glauben an den Messias zu bekunden. Viele hatten noch nie von Jeschua und der Guten Nachricht gehört.

Nach dem Fall der Berliner Mauer begannen Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in großen Zahlen nach Israel einzuwandern. Damals wussten wir nicht, dass auch jeschuagläubige Juden aus vielen westlichen Nationen nach Israel einwanderten. Aufgrund unseres Rufes in die muslimische Welt hatten wir Israel bisher nicht als Option für uns gesehen. Doch mit den gravierenden geistlichen Veränderungen, die in Europa und dem Nahen Osten vor sich gingen, verstanden wir, dass Gott uns tatsächlich nach Israel führen würde, als Ausgangspunkt für unseren Dienst und als Antwort auf die Verheißungen aus Jesaja 19.

Als 1992 die Türkei und Israel diplomatische Beziehungen aufnahmen, zogen wir vom türkischen Izmir nach Israel. 1992 markierte auch den 500. Jahrestag der Vertreibung der Juden aus Spanien. Damals wurden sie vom türkischen Sultan aufgenommen. Die Juden waren im Osmanischen Reich viel besser aufgehoben als in Europa. Diesen Teil der Geschichte lernte ich vor allem, als ich mit den Juden in Istanbul lebte. Doch ich hatte keine Ahnung, wie dieser Umstand unsere Zukunft beeinflussen würde.

Juden bringen Muslimen das Evangelium

Als wir nach Israel zogen, war sich der größte Teil der messianisch-jüdischen Gemeinschaft nicht der Versprechen aus Jesaja 19 bewusst. Viele wussten nicht, dass Gottes Berufung des jüdischen Volkes, ein Licht für die Nationen zu sein, vielleicht bedeuten könnte, die Botschaft in die muslimische Welt zu tragen.

In den folgenden Jahren trafen wir weitere Menschen, die von Gott die Vision Jesajas erhielten, eine Straße aus Versöhnung, Lobpreis und Segen zu bauen. Unsere Kontakte führten uns nach Ägypten, in die Türkei und den Nordirak, um mit den aufkommenden Gemeinschaften der Muslime zu arbeiten, die jeschuagläubig geworden waren.

Wir begannen zu verstehen, dass der moderne Nahe Osten ein Ergebnis des Ersten Weltkriegs ist und eine der vom Evangelium am wenigsten erreichten Gegenden der Welt. Gleichzeitig war es die Heimat vieler biblischer Prophetien zu Gottes Absicht, nicht nur das jüdische Volk wieder in seine alte Heimat zu führen, sondern auch den Bund Abrahams zu erfüllen und alle Nationen der Erde zu segnen. Als wir uns näher mit Jesaja 19 und seinem historischen und geopolitischen Kontext in der Welt in dieser Zeit beschäftigten, entdeckten wir interessante Parallelen zur jüngeren Geschichte des Nahen Ostens.

Abgesehen davon, dass Bündnisse um gemeinsame Feinde geschlossen wurden („Der Feind meines Feindes ist mein Freund“), wurden nationale Identitäten ziemlich stark mit religiösen Identitäten verbunden. Politische Kräfte schufen Gesetze rund um diese starren Identitäten, die Staatslenker zu statischen Personen machten. Im Nahen Osten werden Politik und Gesetze um den „Status quo“ herum gesponnen. Das bedeutet: Wie du geboren bist, wirst du bis zu deinem Tod bleiben. Das hält Menschen an ihrem Ort, hält Nationen gespalten und erlaubt Regierungen ihre Kontrolle auszuüben, während man die Angst vor den anderen aufrecht erhält.

„Versöhnte Gott vielleicht die Söhne Hagars und Keturas mit den Nachkommen Isaaks und Jakobs, um seinen Versöhnungsplan auf der Erde zu vollenden?“

In Jesaja 19,23–25 bezieht Gott andere Nationen in seinen Plan für Israel und das jüdische Volk mit ein. Die Straße aus Jesaja 19 folgte im Wesentlichen dem alten Pfad Abrahams. Er brach in Mesopotamien auf, reiste in das Land Kanaan, ging während der Hungersnot weiter nach Ägypten, bis sein Leben in Hebron endete. Abgesehen davon, dass Abraham der Vater unseres Glaubens ist, wird er in der Schrift mit dem Ehrentitel „Freund Gottes“ bedacht.

Das Bundesversprechen, das Gott an Abraham gibt, wird fast mit den gleichen Worten in Jesaja 19,24 wiederholt. Ist es vielleicht Gottes Wunsch, seinen Bund zu bestätigen, indem er Abraham und den von ihm zurückgelegten Glaubenspfad ehrt? Versöhnte er vielleicht die Söhne Hagars und Keturas mit den Nachkommen Isaaks und Jakobs, um seinen Versöhnungsplan auf der Erde zu vollenden?

Die Umwälzungen, die der „Arabische Frühling“, der syrische Bürgerkrieg, der Aufstieg und Fall des Islamischen Staates und der sich daraus ergebende Flüchtlingsstrom nach Europa mit sich gebracht haben, formen den Nahen Osten in vielerlei Hinsicht neu. Die anschließende Verlagerung von Verbündeten in der Region, erst mit dem Iran, der Türkei und Russland, nun mit Israel und den sunnitisch-arabischen Staaten bewegen viele von uns zu der Frage, ob wir Zeuge einer weiteren gravierenden geistlichen Veränderung in der Region sind.

In all diesem Hin und Her sind Muslime heute viel offener für den Glauben der Bibel und lesen die Schriften des Neuen Testaments. Unzählige erklären ihren Glauben an Jeschua, wie es der Nahe Osten seit der Eroberung des Islam nicht erlebt hat.

Die Kirche im Nahen Osten verändert sich

Es bleibt das Ergebnis: Die Kirche im Nahen Osten verändert sich rasant. Neue Gemeinschaften von Gläubigen bilden sich vom Iran bis Ägypten, geführt von Pastoren, deren Namen Ahmad und Muhammad sind. Klingt das neu und seltsam? Das sollte es, denn genau das ist es, doch dies ist erst der Anfang. Diese neuen Nachfolger Jeschuas wollen ihren Glauben zusammen mit jüdischen Jeschuagläubigen leben und Israel besuchen, wo nicht nur Jeschua gelebt hat, sondern auch ihre Glaubensväter, die Propheten und die frühen Nachfolger des Messias.

Tatsächlich könnten sie ein Teil von Gottes Plan sein, sein altehrwürdiges Volk, die Juden, zur Eifersucht zu reizen. In Römer 11,13–15 lesen wir: „Euch Heiden aber sage ich: Weil ich Apostel der Heiden bin, preise ich meinen Dienst, ob ich vielleicht meine Stammverwandten eifersüchtig machen und einige von ihnen retten könnte. Denn wenn ihr Verlust Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten!“

Diese alte Straße ist nicht nur eine Prophetie, die darauf wartet, erfüllt zu werden, sondern bietet auch einen Rahmen für Evangeliumsdienst im Nahen Osten.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 2/2019 des Israelnetz Magazins. Diese besondere Themenausgabe befasst sich mit den Beziehungen Israels zu arabischen Staaten und dem Iran. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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Tue, 16 Jul 2019 14:37:00 +0200
<![CDATA[Freiheit für Religionen hat abgenommen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/07/16/freiheit-fuer-religionen-hat-abgenommen/ Auf der ganzen Welt haben staatliche Restriktionen gegenüber Religionsgemeinschaften und soziale Feindseligkeiten aus religiösen Gründen zugenommen. Seit 2007 beobachtet das amerikanische Pew-Institut, wie sich die Freiheit der Religionen entwickelt. Im Zeitraum von zehn Jahren ist sie einer aktuellen Auswertung zufolge insgesamt kleiner geworden.

Demnach schränkten 2017 die Regierungen von 52 Ländern die Religionsfreiheit auf verschiedene Weise ein, zehn Jahre zuvor waren es 40. Die Zahl der Länder, in denen Religionen auf gesellschaftliche Schranken stoßen, ist von 39 auf 56 gestiegen. Die Entwicklung lief jedoch nicht geradlinig und auch nicht in jeder Region der Welt gleichermaßen stark. 2012 ist nach der Analyse von Pew für Religionen weltweit das schwierigste Jahr gewesen, sowohl hinsichtlich der politischen als auch der sozialen Einschränkungen.

Steiler Anstieg in Europa

Politische Einflussnahme auf die Religionen geschieht nach der Analyse von Pew unter anderem dadurch, dass die Regierung eine bestimmte Religion bevorzugt behandelt. Die Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens sind fast alle während der ganzen untersuchten Dekade stark davon geprägt. Weltweit gesehen ist der Islam häufiger als andere eine Staatsreligion.

Mit den Privilegien für eine Religion gehen häufig Nachteile und Restriktionen für andere einher. Das kann bedeuten, dass nur einzelne Religionen überhaupt anerkannt werden, dass sich Religionsgemeinschaften registrieren lassen müssen oder ihnen rechtliche und bürokratische Hürden in den Weg gestellt werden, bis zum Verbot von Konversionen oder missionarischen Aktivitäten. Das hat der Studie zufolge überall auf der Welt zugenommen.

In Europa gibt es demnach immer mehr Beispiele dafür, dass die konkrete individuelle Religionsausübung politisch eingeschränkt wird. Das geht vom generellen Burkaverbot bis zu Verboten, im öffentlichen Dienst religiöse Symbole zu tragen, oder Jungen zu beschneiden. Gab es solche Berichte 2007 nur in fünf europäischen Ländern, waren es 2017 20. Das ist regional gesehen einer der größten Anstiege, den Pew für diesen Zeitraum feststellt.

Auch Propaganda und staatliche Gewalt gegen einzelne religiöse Gruppen wie die Uiguren in China oder die Ahmadis in Algerien haben zugenommen. In diese Kategorie fallen für Pew als moderatere Ausprägung auch Hetze gegen Muslime von rechtspopulistischen Politikern in Europa.

Konflikte zwischen religiösen Gruppen haben abgenommen

In immer mehr Ländern seit 2007 werden Angehörige einer bestimmten Religion auch sozial ausgegrenzt oder gewaltsam angegriffen. Während die Lage in muslimischen Ländern nördlich der Sahara gleichbleibend schwierig blieb, ist es etwa südlich der Sahara schlimmer geworden. Auch in Europa verzeichnet Pew einen Anstieg für sozialen Druck aus religiösen Gründen, den das Institut für Deutschland mit den ebenfalls anwachsenden Flüchtlingszahlen in Zusammenhang bringt. Christen würden die Angst von Flüchtlingen vor Abschiebungen ausnutzen, um sie zu einer schnellen Konversion zu bewegen, nennt Pew als ein Beispiel und bezieht sich dabei auf einen Beitrag des Deutschlandfunks.

Abgenommen haben nach Beobachtung von Pew die Konflikte zwischen verschiedenen religiösen Gruppen. Ausnahmen sind Syrien und die Ukraine.

Pew analysierte die Lage in 198 Ländern. Dafür wertete das Forschungsinstitut verschiedene öffentlich zugängliche Quellen aus, etwa den jährlichen Bericht über Religionsfreiheit des US-Außenministeriums, Berichte von UN-Einrichtungen wie auch von internationalen Hilfsorganisationen.

Von: Jonathan Steinert

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Tue, 16 Jul 2019 14:11:00 +0200
<![CDATA[Null-Euro-Schein erinnert an Barmer Theologische Erklärung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2019/07/15/null-euro-schein-erinnert-an-barmer-theologische-erklaerung/ 85 Jahre nach der Verabschiedung der „Barmer Theologischen Erklärung" von 1934 erinnert ein Null-Euro-Schein an das historische Dokument der deutschen Kirchengeschichte. Vertreter aus fast allen evangelischen Landeskirchen des Deutschen Reiches hatten sich vom 29. bis 31. Mai 1934 in der Wuppertaler Gemeinde Barmen-Gemarke getroffen und eine gemeinsame Erklärung verabschiedet.

Mit dem Schein will die Initiative gott.net nun eigenen Angaben zufolge „dieses Ereignis und seine Aussagen wieder in Erinnerung rufen". Dabei handelt es sich um einen echten Geldschein, der in etwa die Größe einer 20-Euro-Banknote hat. Der Schein wird auf Banknotenpapier gedruckt und weist alle Produktions- und Sicherheitsmerkmale echter Euro-Scheine auf.

Abgrenzung vom Nationalsozialismus

139 Delegierten der sogenannten „Reichs-Bekenntnissynode" formulierten 1934 als Kernaussage:

„Jesus Christus ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben."

Die Synodalen stellten sich mit dem Bekenntnis offen gegen die Irrlehren der „Deutschen Christen“, die den Protestantismus an das Führerprinzip der Nationalsozialisten und die Diktatur von Adolf Hitler angleichen wollten. Zu den Hauptautoren der Bekenntnisschrift zählte der Theologe Karl Barth.

In vielen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gilt die Barmer Theologische Erklärung als „wegweisendes Lehr- und Glaubenszeugnis", schreiben die Initiatoren der Banknote. In einigen Landeskirchen würden Pfarrer bei der Ordination auf die Barmer Erklärung verpflichtet.

Luther war Vorreiter

Der Geldschein zum Preis von zwei Euro zeigt auf der Vorderseite die Titelseite der „Barmer Zeitung" von 1934 mit der Überschrift „Die Deutsche Bekenntnis-Synode" und der Unterzeile „Ein kirchengeschichtliches Ereignis/ Massenversammlung/ Wichtige Entschließungen" sowie den Kernsatz der Erklärung. Auf der Rückseite der Banknote sind europäische Kulturdenkmäler abgedruckt, darunter der Eiffelturm, das Brandenburger Tor und das Kolosseum.

Bereits zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 hatte die Initiative gott.net einen Null-Euro-Schein mit einem Zitat des Reformators Martin Luther veröffentlicht. Darauf steht: „Gottes Gnade gibt es umsonst“. Anlässlich des Reformationsjubiläums hatte sich die Europäische Zentralbank erstmals bereit erklärt, auch religiöse Bezüge in Text und Bild auf einem Sonderschein zu genehmigen.

Gott.net ist eine Initiative von katholischen, evangelischen und freikirchlichen Christen. In der Öffentlichkeit wird die Arbeit des Vereins vor allem durch Großflächenwerbung mit christlichen Bezügen an Autobahnen wahrgenommen. Der Scheine können über den Webshop des Vereins erworben werden.

Von: Norbert Schäfer

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Mon, 15 Jul 2019 17:02:00 +0200
<![CDATA[Kritik wegen antisemitischer Klischees im Spiegel]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/07/15/kritik-wegen-antisemitischer-klischees-im-spiegel/ Der Spiegel bediene „gewollt oder ungewollt antisemitische Klischees wie das von der allmächtigen jüdischen Weltverschwörung“. Das sagte Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antisemitismus, der Bild-Zeitung. Ein Beitrag der aktuellen Spiegel-Ausgabe über zwei pro-israelische Lobbyvereine sei in seinen Augen „hoch problematisch“. Darin heißt es, die „WerteInitiative“, die jüdisch-deutsche Positionen vertrete, und das „Nahost Friedensforum“ (Naffo) hätten Abgeordnete des Bundestags mit fragwürdigen Methoden systematisch beeinflusst, damit sie für die Resolution gegen die Israel-Boykottbewegung BDS stimmen. Im Gegenzug seien Spenden an die Parteien geflossen.

Der Bundestag hatte im Mai eine Resolution angenommen, die sich gegen BDS richtet. Das steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“ und beinhaltet unter anderem einen Boykott gegen israelische Waren, um Israel zu isolieren und dadurch zu zwingen, seine Politik gegenüber den Palästinensern zu ändern.

Außerdem legt der Spiegel nahe, dass diese Lobbygruppen „Frontorganisationen“ des israelischen Ministeriums für strategische Angelegenheiten und des Auslandsgeheimdienstes Mossad seien. Mit Hilfe solcher Organisationen habe Israel Druck auf Banken in Europa und den USA ausgeübt, Konten von Gruppen zu schließen, die die Boykottbewegung unterstützten.

„Billigstes antisemitisches Klischee“

Auch Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, kritisierte den Spiegel-Bericht: Der Text strotze vor Beschuldigungen, „die sich um angebliche jüdische Einflussnahmen in Zusammenhang mit Geldzahlungen drehen“, aber liefere keine Beweise dafür. „Der Artikel bedient ganz klar antisemitische Klischees und schürt damit Antisemitismus.“ Das sei verantwortungslos und gefährlich, sagte er zu Bild.

Auf Welt.de weist der Historiker Michael Wolffsohn dem Spiegel-Artikel ebenfalls „antisemitische Züge“ nach. Er stellt klar: „Die Empörung ist unangebracht. Jenseits der Parteien gehören Lobbygruppen zum selbstverständlichen Alltag einer parlamentarischen Demokratie.“ Ebenso seien Parteispenden legal, legitim und öffentlich nachprüfbar. Die Israel-Lobby sei winzig und „alles andere als superreich“. „Die Gedankenverbindung Juden – Geld gehört zu den billigsten antisemitischen Klischees. Ergänzt um den Faktor Macht ist man schnell beim Märchen der ‚jüdischen Weltmacht‘“.

Die Journalistin Esther Schapira teilte ihr Entsetzen auf Twitter mit. Sie kritisierte den Beitrag als Verdachtsberichterstattung und fragte die Spiegel-Journalisten, wie sie das „in Zeiten zunehmenden Antisemitismus“ ethisch verantworten könnten. Der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck empfahl dem Spiegel in Folge des umstrittenen Beitrags die Lektüre von Israelnetz, das von der Christlichen Medieninitiative pro herausgegeben wird: Die Nachrichtenseite berichtete über einen anderen pro-israelischen Antrag, der jedoch im Bundestag durchfiel. Das erwähnte der Spiegel nicht.

Der Chemnitzer FDP-Abgeordnete und Mit-Initiator der Resolution Frank Müller-Rosentritt twitterte, er und viele seiner Kollegen setzten sich aus Überzeugung gegen Antisemitismus ein, und wies den Spiegel-Vorwurf der Korruption zurück.

Spiegel weist Kritik zurück

Die Chefredaktion des Spiegels reagierte auf die Vorwürfe und konkrete Kritikpunkte und nannte weitere Quellen. Es gehe in dem Beitrag nicht um die Religionszugehörigkeit der handelnden Personen, Thema des Artikels sei Lobbyismus und seine Methoden. „Die Unterstellung, eine solche Berichterstattung würde Hetze oder Gewalttaten gegen Juden in Deutschland unterstützen, weisen wir entschieden zurück.“ Der Artikel zeichne weder „das Bild einer ‚jüdischen Lobby‘ noch einer ‚jüdischen Weltverschwörung‘“.

Von: Jonathan Steinert

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Mon, 15 Jul 2019 16:28:00 +0200
<![CDATA[Kirchenhistoriker für Abschaffung des Zölibats]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/15/kirchenhistoriker-fuer-abschaffung-des-zoelibats/ Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf von der Universität Münster argumentiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass es in den vergangenen 2.000 Jahren Kirchengeschichte keine durchgängige Begründung für das Zölibat von Priestern gibt. Dagegen gebe es heute plausible Gründe, das Zölibat abzuschaffen.

Er führt das Gebot Jesu an, so oft wie möglich das Abendmahl zu feiern. Das werde durch das Zölibat erschwert, weil es heute einer der Hauptgründe für Männer sei, nicht Priester zu werden. Außerdem sei der Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft enorm wichtig. Für Wolf ist das Zölibat zwar nicht die Ursache für Missbrauchsfälle, aber doch ein „entscheidender Risikofaktor“.

Die Verbindung von Zölibat und priesterlichem Amt sei weder eine Vorschrift göttlichen Rechts noch ein Gebot Christi oder eine apostolische Anordnung. Der Historiker Wolf sieht in der Geschichte der Katholischen Kirche kein Dogma für eine zölibatäre Lebensform, die lediglich als dem Priestertum „angemessen“ bezeichnet worden ist. Dazu zitiert er auch aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil der 1960er-Jahre, dass „die vollkommene und ständige Enthaltsamkeit um des Himmelsreich willen [...] nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert“ ist.

Argumente für Zölibat haben „begrenzte Halbwertszeit“

Die wechselnden Argumente für das Zölibat hatten in der Kirchengeschichte laut Wolf nur eine „begrenzte Halbwertszeit“. Er zählt auf: die kultische Reinheit des Priesters bei der Darbringung von Opfern; das Ideal des asketischen Priesters, das nicht auf Jesus, sondern die spätantike Philosophie zurückgehe; die ökonomischen Wurzeln, die sicherstellen sollten, dass Geistliche ihre Kirchengüter nicht an ihre Kinder vererben können; sowie das theologisch veraltete negative Bild menschlicher Sexualität, in dem sogar die Ehe als etwas Verwerfliches angesehen wurde.

Mit Blick auf die Kirchengeschichte sei die Entscheidung für oder gegen das Zölibat nie absolut gewesen. Sie sei das Resultat von Güterabwägungen. „Wenn in der Katholischen Kirche nach einer gründlichen Güterabwägung die Weihe verheirateter Männer zu Priestern vorgeschlagen würde, dann stünde man damit durchaus auf dem Boden der Tradition“, sagt Wolf. Er hat zum Thema das Buch „Zölibat. 16 Thesen“ geschrieben, das am 16. Juli erscheint.

Von: Michael Müller

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Mon, 15 Jul 2019 14:04:00 +0200
<![CDATA[Golf-Legende Bernhard Langer: Der Glaube ist im Leben entscheidend]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/07/14/golf-legende-bernhard-langer-der-glaube-ist-im-leben-entscheidend/ Dem deutschen Golfprofi Bernhard Langer schenkt sein Glaube „große innere Ruhe“. Im Interview der Welt am Sonntag (WamS) erklärt der 61-Jährige: „Der Glaube ist und war in meinem Leben und speziell in den letzten 35 Jahren meiner Karriere sehr entscheidend. Ich weiß nicht, wie es ohne diesen Rückhalt gegangen wäre. Bestimmt nicht so gut, wie es letztlich gelaufen ist.“

Bei den Masters-Turnieren 1985 und 1993 in Augusta, Georgia, holte er sich Platz eins, zudem erzielte er weltweit zahlreiche weitere Siege. 1986 wurde Langer die Nummer eins der Weltrangliste. Ende Mai 2017 gewann er mit der Senior PGA Championship als erster Golfer überhaupt alle fünf Senior Major Turniere mindestens einmal. Vom 19. bis 21. Juli spielt Langer bei den Senior Open in Winston bei Schwerin laut seiner Internetseite sein einziges Turnier in diesem Jahr in Deutschland.

„,Im Himmel‘ ist das Leben besser als auf der Erde“

Auf die Frage, ob er an die Wiedergeburt glaube und somit keine Angst vor dem Alter habe, erwidert der Sportler: „Habe ich auch nicht. Also vor dem Sterben auf keinen Fall. Denn ich weiß ja, dass ich in ,den Himmel‘ komme, und da gibt es keine Schmerzen, da ist das Leben wesentlich besser als hier auf der Erde.“ Beim Älterwerden sei das etwas anderes. Er sehe viele Leute, die ihr Leben lang gearbeitet haben, aber ihren Ruhestand nicht genießen könnten, weil es ihnen gesundheitlich nicht gut geht. „Angst habe ich davor keine, aber ich möchte schon gerne gesund und munter alt werden.“ Auf seine Gesundheit habe er immer geachtet, nun tue er dies noch einmal mehr. „Trotzdem kommt es vor, dass ich Verletzungen habe. Aber ich bin nicht willig, alles aufzugeben, was mir Spaß macht.“ Er wolle weiterhin auch Ski fahren oder Tennis spielen. Er müsse „ein bisschen vorsichtiger sein als früher“.

Langer wurde im bayerischen Anhausen im Landkreis Augsburg geboren. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Interesse am Golfen wurde geweckt, als er als Caddie auf dem Golfplatz in der Nachbarschaft den Spielern die Taschen trug. 2003 gründete er die Bernhard-Langer-Stiftung, die notleidende Menschen unterstützt. Er ist Kuratoriumsmitglied des Vereins ProChrist. Außerdem unterstützt er die christliche Sportorganisation SRS. Die Christliche Medieninitiative pro, ehemals Christlicher Medienverbund KEP, ehrte Langer 1999 mit dem christlichen Medienpreis „Goldener Kompass“. Mit seiner Frau Vikki Carol ist er seit 1984 verheiratet und wohnt in den USA. Das Paar hat vier Kinder.

Von: Martina Blatt

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Sun, 14 Jul 2019 14:08:00 +0200
<![CDATA[gomagazin mit „Cover des Monats“ ausgezeichnet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/07/14/gomagazin-mit-cover-des-monats-ausgezeichnet/ Eine Jury von zahlreichen Medienmachern hat die Zeitschrift gomagazin, die sich auch mit Glaubens- und Sinnfragen befasst, mit der Auszeichnung „Cover des Monats“ geehrt. „Die Auszeichnung ist eine tolle Bestätigung dafür, dass sich auch ein verhältnismäßig kleines Magazin mit christlichen Inhalten vor renommierten Printmedien mit großem Budget nicht zu verstecken braucht“, erklärte gegenüber pro Thomas Aerni, der Verlagsleiter von IVCG Publikationen, der das gomagazin herausgibt. IVCG steht für die Internationale Vereinigung christlicher Geschäftsleute und Führungskräfte. Beim Wettbewerb zum „Cover des Monats“ holte sich die „Zeitschrift für Menschen in Verantwortung“ im Monat Juni den ersten Platz. Damit ließ sie Konkurrenten wie den Spiegel, den Stern, Brand Eins, das Manager Magazin und die Wirtschaftswoche hinter sich. 2019 erhielten bereits jeweils zwei Mal Der Spiegel und Brand Eins den Titel.

Thema der aktuellen gomagazin-Ausgabe sind „Die ewigen Fragen“ nach Sinn und Ziel des Lebens. Mit einem Ei auf orangefarbenem Grund weckte das Titelmotiv bei der Jury aus leitenden Persönlichkeiten der Kreativbranche Begeisterung: „Minimalistisch, plakativ, großartig. Ein Ei, ein Logo, eine Farbe, drei Worte. Und doch ist damit alles gesagt“, erklärte Lars Lammers, Geschäftsführender Gesellschafter der „Pahnke Markenmacherei“. Nadine Schlichte, Geschäftsführerin Kreation bei der Werbeagentur „Butter“ sagte: „Dieses Cover besticht durch seine extreme Reduziertheit. Und erzählt doch so viel. Ein Hoch auf den Minimalismus!“ Und Sina Brückmann, Creative Director der Agentur „ressourcenmangel“ befand: „Elegantes, aufgeräumtes Layout. Das Gelbe vom Ei quasi.“

Um die Auszeichnung „Cover des Monats“ bewerben sich regelmäßig Printmagazine aus dem deutschsprachigen Raum. Bereits bei den Einreichungen der Ausgaben „Verlieren mit Gewinn“ (März 2018) und „Bei allem Respekt“ (Juni 2018) konnte sich das gomagazin unter den Top 10 im Wettbewerb platzieren.

Im Mai hatte das gomagazin schon eine Gold-Auszeichnung bei der Verleihung des Best-of-Content-Marketing-Awards erhalten. Den „Content-Oscar“ holte sich die Zeitschrift in der Kategorie Non-Profit/Verbände.

Bedeutung christlicher Werte an Menschen mit Verantwortung weitergeben

Das gomagazin beleuchtet viermal im Jahr ein Schwerpunktthema, das im beruflichen wie privaten Alltag von Entscheidungsträgern Relevanz hat. Wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge unserer Zeit gehen dabei Hand in Hand mit Sinn- und Glaubensfragen. Herausgeber ist die IVCG. Sie hat das Ziel, christliche Werte in der Gesellschaft zu fördern und ihre Bedeutung für Menschen mit Verantwortung weiterzugeben. Das gomagazin soll dabei helfen.

Die Chefredakteure Stephan Lehmann-Maldonado und Simon Jahn verantworten den Inhalt. Artdirektor ist Michael Aerni. Die Zeitschrift ist an Bahnhofskiosks, in Flughafen-Lounges, ausgewählten 4- und 5-Sterne-Hotels sowie im Abonnement und via App erhältlich. Sie finanziert sich durch Abonnenten, Inserate und Spenden.

Von: Martina Blatt

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Sun, 14 Jul 2019 07:28:00 +0200
<![CDATA[Medienpionier: Horst Marquardt ist 90]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/07/12/medienpionier-horst-marquardt-ist-90/ pro erklärt Marquardt, wie in den Sozialen Medien Hass, Lügen und rohen Umgangsformen begegnet werden kann. Die Fragen stellte Norbert Schäfer]]> pro: Herr Marquardt, Sie sind seit Sonntag 90 Jahre alt und betreiben immer noch einen Blog im Internet. Was treibt Sie an?

Horst Marquardt: Die Erfahrung, dass ein Leben mit Christus reich macht und dies wert ist, anderen zu sagen. Ich sehe so viele Menschen, die hilflos und trostlos ihr Leben zu meistern versuchen, aber oft scheitern. Ihnen Hilfe anzubieten und zu sehen, dass Jesus Christus wirklich lebendig ist und die Macht hat, ein Leben zu gestalten, ist es wert, hinausgetragen zu werden in die weite Welt.

Haben Sie keine Berührungsängste mit der Technik?

Ich habe einen sehr lieben jungen Pfarrer, der technisch versiert ist, der mir dabei hilft. Ich denke aber, dass, wenn ein Mensch eine Tätigkeit ausgeübt hat, die er liebt, die ihn fasziniert und gefordert hat, er die Möglichkeiten, das weiter zu betreiben, nutzen wird – über die sogenannte Pensionierung hinaus. Es gibt sicher eine ganze Reihe aktiver Senioren, die das so oder ähnlich wie ich auch tun.

Predigen, verkündigen und Sprache – das war immer Ihre Leidenschaft. Wie hat sich aus Ihrer Sicht die Sprachkultur durch das Internet und die Sozialen Medien verändert?

Erst einmal ist viel schlicht in Englisch. Die Jugend geht damit wie selbstverständlich um. Als alter Mensch muss man manchmal fragen, was dieses oder jenes denn bedeutet. Wenn man jedoch Zugang zu diesen neuen Medien gefunden hat, dann nutzt man sie auch gerne.

Dann überrascht mich das, was ich bei und von anderen lese, oft wegen der Ruppigkeit. Ich selber bin bislang verschont geblieben von diesen rauen und harschen Tönen der Kritik und ich selber gebrauche sie auch nicht. Viele Argumente in den Sozialen Medien sind einfach nur lieblos. Das ist manchmal erschreckend.

Wie sollte man reagieren, wenn man in den Sozialen Medien auf raue Töne oder gar Hass stößt?

Ruhig bleiben, sich nicht verrückt machen lassen. Als Christen können wir beten. Wir sollen nicht Böses mit Bösem vergelten. Also nicht mit gleicher Münze heimzahlen. In manchen Fällen wird es aber ratsam sein, ein Gespräch nicht zu suchen, sondern abzubrechen.

Man muss nicht in jedem Fall reagieren, manches sollte man einfach ertragen und auch für die andere Seite beten. Ich habe sehr viele positive Erfahrungen beim Beten gemacht. Dinge, die ich selber nicht lösen kann, überlasse ich einfach dem Herrn Jesus Christus und sage: Hilf Du doch, kläre Du doch! Ich bitte auch für mich um Geduld, zu ertragen, ohne gleich zu explodieren.

Wie bewerten Sie das Phänomen der Fake News im Internet?

Viele Leute sind noch gewohnt, das zu glauben, was sie im Radio hören, im Fernsehen sehen oder in den Sozialen Medien lesen. Aber wir müssen hellhöriger werden, vielleicht auch misstrauischer. In der Zeit, als ich als Journalist angefangen habe zu arbeiten im Osten, in der späteren DDR, da wurden bereits Nachrichten verbreitet, die nicht mit den Tatsachen übereinstimmten. Ich habe zum Beispiel eine Reportage gemacht und wollte sie ausstrahlen. Die Oberen im Sender haben das nicht zugelassen. Der Inhalt sei nicht mit der Parteilinie vereinbar, sagten sie. Das war ein Schreckschuss, der dann auch meine geistliche Wende einleitete. Das zeigt, dass bereits vor so vielen Jahrzehnten nicht immer die Wahrheit gesagt wurde.

Was bedeutet das für die christliche Publizistik?

Dass sie sehr sorgfältig recherchieren muss und nicht gleich alles für bare Münze nehmen darf. Es gilt, objektiv zu bleiben. Auch ein christlicher Journalist ist nicht davor gefeit, seine eigene Meinung einfließen zu lassen, wenn er eigentlich neutral berichten müsste. Ich habe den Eindruck, dass heute manche Journalisten vor allem ihre eigene Meinung transportieren. Das halte ich nicht für gut. Als Journalist muss man die Kraft haben, neutral neben den Dingen zu stehen. Als Christ braucht ein Journalist dabei seinen Glauben nicht zu verraten. Man sollte auch den Mut haben, über manche Sachen nicht zu berichten, wenn man sie nicht für gut heißen kann.

Wenn man dem Stimmungsbild Glauben schenkt, dann stecken die Medien insgesamt in einer Vertrauenskrise. Wie kann die aus Ihrer Sicht überwunden werden?

Indem man wirklich das Ohr am Mund der Menge hat und sehr viel individuelle Gespräche führt. Das ist zeitraubend. Aber ich kann die journalistische Tätigkeit nicht ausschließlich vom Schreibtisch aus führen, sondern ich muss unter das Volk, muss sehen, dass man mir Rede und Antwort steht. Wenn unsere Leser und Hörer unseren Nachrichten nachgehen, dann müssen sie sehen, dass es stimmt, worüber wir reden. Alles muss hieb- und stichfest sein. Das Publikum darf nicht sagen dürfen: Die christlichen Medien lügen auch.

Sie haben ja maßgeblich an der Entwicklung von ERF Medien, idea und der Christlichen Medieninitiative pro, ehemals Christlicher Medienverbund KEP, mitgewirkt. Wie bewerten Sie die Zukunft dieser Werke?

Christliche Publizistik wird in Zukunft nötiger denn je sein. Wir werden bei den genannten Medien aber auch immer mehr überlegen müssen, was wir tun können, um attraktiv zu bleiben.

Wie bewerten Sie die Medienberichterstattung über Israel und den Konflikt im Land?

Da zeigt sich, dass Journalisten, die mit einer vorgefassten Meinung in die Debatte einsteigen, keine große Hilfe sind. Die Medienberichterstattung über Israel ist deshalb schwierig, weil natürlich in dem Land nicht alles Gold ist, was glänzt. Es ist aber eben auch nicht soviel schlecht, wie es von manchen Medien gemacht wird, die zwar vorgeben, nicht antisemitisch eingestellt zu sein – es aber im Grunde genommen eben doch sind. Es gibt viel Positives über Israel zu berichten. Das darf nicht behindert werden. Ich denke, dass viele Menschen Israel seinen Erfolg neiden. Es ist so ein kleines Land und Volk, hat aber enormes Innovationspotenzial. Das schafft Gegnerschaft.

Was würden Sie Journalisten der drei genannten Werke ins Stammbuch schreiben?

Sei ehrlich, tue dein Werk mit Freuden. Wenn du keine Freude hast, dann suche eine andere Tätigkeit. Vertraue nicht alleine deinem Können, deinen Entdeckungen und Beobachtungen, sondern informiere dich immer wieder neu. Vor allem bleibe in der Abhängigkeit von Gott. Tue dein Werk betend. Immer auch in dem Wissen, dass du nicht nur Menschen für dein Tun Rechenschaft schuldig bist, sondern auch dem lebendigen Gott.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ein bewegtes Leben

Horst Marquardt wurde am 14. Juli 1929 in Berlin geboren und wuchs dort in einem christlich geprägten Elternhaus auf. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schloss er sich zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone der Kommunistischen Partei an, da ihm die Partei vor allem durch die Aufbauleistungen imponierte. Innerhalb der KPD war er Mitglied im antifaschistischen Jugendausschuss, aus dem sich die Freie Deutsche Jugend (FDJ) entwickelte.

Marquardt sammelte seine ersten journalistischen Erfahrungen im Sozialismus. Er wurde der Leiter der Jugendfunkabteilung vom Landessender Potsdam und arbeitete von 1949 bis 1950 als Rundfunkredakteur. Er begann an der KPD zu zweifeln, weil ein von ihm produzierter Radiobeitrag nicht gesendet wurde. Der stand nach der Einschätzung eines Parteifunktionärs nicht mit der Parteilinie im Einklang. Das Erlebnis führte ihn in eine Sinnkrise. Marquardt wollte sich nicht länger für die KPD engagieren, brach mit der Partei und flüchtete in den Westen.

In West-Berlin schloss er sich einer freikirchlichen Gemeinde an, wo er sich als Gemeindehelfer engagierte. Nach einem theologischen Studium am Seminar der Methodisten in Frankfurt am Main arbeitete er bis 1956 als Pastor einer evangelisch-methodistischen Gemeinde in Berlin. Marquardt zog für drei Jahre nach Wien und arbeitete für methodistische Gemeinden der Stadt im volksmissionarischen Dienst. Es entstand ein Kontakt zu einem damals neu gegründeten Radiosender in Wetzlar, heute ERF Medien. Dort stellte man den jungen Mann mit Medien- und Rundfunkerfahrung am 1. April 1960 als Programmdirektor ein. Marquardt war maßgeblich am Aufbau des Radiosenders beteiligt, den er bis 1993 als Direktor leitete.

Von 1993 bis 1998 war er als Internationaler Direktor des Radiomissionssenders „Trans World Radio“ (TWR) verantwortlich für die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion, des Mittleren Ostens und Afrikas. Marquardt gilt als der Initiator für die Gründung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Von 1974 bis 1987 war er Mitglied im Hauptausschuss Rundfunk und Fernsehen des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), zudem Sprecher der ARD-Sendung „Wort zum Sonntag“. 1975 gehörte er zu den Gründern der „Konferenz evangelikaler Publizisten“, heute Christliche Medieninitiative pro. Von 1969 bis zum Erreichen der Altersgrenze gehörte Marquardt dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) an. Von 1999 bis 2017 leitete er den „Kongress christlicher Führungskräfte“. Marquardt war 62 Jahre mit seiner Frau Irene verheiratet, die 2017 im Alter von 88 Jahren verstarb. Das Paar hatte vier Kinder.

Von: Norbert Schäfer

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Sat, 13 Jul 2019 00:03:00 +0200
<![CDATA[„Die Drei vom Ast“-Autor Eckart zur Nieden wird 80 Jahre]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/die-drei-vom-ast-autor-eckart-zur-nieden-wird-80-jahre/ Wortakrobaten gibt es nicht erst, seitdem es Poetry-Slam gibt: Der Theologe, christliche Journalist und Autor Eckart zur Nieden formuliert mit Leidenschaft. Und er ist am Freitag 80 Jahre alt geworden. Vielen Menschen ist er als Macher zahlreicher Hörspielsendungen bekannt. Die populäre Hörspielreihe „Die Drei vom Ast“ wurde mehr als 250.000 Mal verkauft. Darin philosophieren Tiere des Waldes gewitzt über das Leben und über Gott. Aus seiner Feder stammen über 30 Hörspiele und 50 Bücher für Kinder und Erwachsene.

Zudem machte er sich einen Namen als Liedtexter. Aus seiner Bearbeitung des Psalms 139 entstand das Lied „Wohin sollt ich gehen“. Dieses vertonte Johannes Nitsch für das Musical „Jona“. Die Sängerin Cae Gauntt interpretiert es. Auch das Lied „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“ aus dem Musical über Nehemia stammt von zur Nieden. Er wirkte zudem als Autor an dem im Oktober 2018 uraufgeführten Pop-Oratorium „Credo – das Vermächtnis“ über die Geschichte des Christentums mit (pro berichtete).

„Aufgabe bekommen, die meinen Gaben entspricht“

Zur Nieden wurde am 12. Juli 1939 in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zum Schlosser begann er 1960 an der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg eine theologische Ausbildung. In Großalmerode arbeitete er daraufhin über fünf Jahre beim Missionswerk Frohe Botschaft. 1969 wurde er Redakteur beim Evangeliumsrundfunk, heute ERF Medien. Bis zu seinem Ruhestand 2004 wirkte er 35 Jahre in dem Werk.

Im Gespräch mit dem ERF zieht er Bilanz über sein Berufsleben und sein Wirken: „Insgesamt kann ich sagen, ist das gut gewesen: Der Weg, den ich gegangen bin, das ist eine Führung Gottes gewesen. Er hat das ganz sicher so eingerichtet, dass ich eine Aufgabe bekommen habe, die meinen Gaben entspricht.“

Von: Martina Blatt

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Fri, 12 Jul 2019 22:49:00 +0200
<![CDATA[Darum gehen Menschen in den Gottesdienst]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/12/darum-gehen-menschen-in-den-gottesdienst/ Warum gehen Menschen in einen evangelischen Gottesdienst? Was motiviert sie zum Kirchgang – und was hindert Menschen daran, einen Gottesdienst zu besuchen? Diesen Fragen geht eine Studie nach, die von der Liturgischen Konferenz in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Auftrag gegeben wurde. Nun legt die Arbeitsgruppe der Liturgischen Konferenz erste Auswertungen vor.

Geschlecht, Bildungsstand und Wohnortgröße haben keinen signifikanten Einfluss auf die Teilnahme am Gottesdienst. Vielmehr geht es um emotionale Faktoren. Vier von fünf Befragten (81 Prozent) sagen, dass sie die Atmosphäre im Gottesdienst ansprechen muss. Drei von vier Personen interessiert die Predigt. Eine ansprechende Musik lädt zwei Drittel der Befragten ein.

Seltene Kirchgänger motivieren persönliche Einladungen

Weil es dem persönlichen Glauben guttut, gehen 77 Prozent der Teilnehmer in den Gottesdienst. Im Detail lassen sich doch Unterschiede erkennen: 95 Prozent derjenigen Befragten, die jede Woche gehen, gewichten die Aussage „ob es meinem Glauben guttut“ hoch, aber nur 65 Prozent derjenigen, die angeben, „mehrmals im Jahr“ einen Gottesdienst zu besuchen. Dazu heißt es in der Studie: „Daraus lässt sich nicht unbedingt eine unterschiedliche Intensität beziehungsweise Relevanz des Glaubens ablesen, wohl aber, dass individueller Glaube und das gottesdienstliche Leben in sehr unterschiedlich hohem Maße als zusammenhängend begriffen werden.“

Knapp ein Drittel (30 Prozent) der Studienteilnehmer gehen in den Gottesdienst, wenn dort Abendmahl gefeiert wird. Für durchschnittlich 15 Prozent der Personen ist es wichtig, dass sie persönlich in die Kirche eingeladen werden. Einige wenige Faktoren scheinen für nur gelegentliche Kirchgänger eine größere Rolle zu spielen als für häufig Teilnehmende. So gewichten 20 Prozent derjenigen, die angeben, „jährlich oder seltener“ einen Gottesdienst zu besuchen, eine persönliche und konkrete Einladung als motivierenden Faktor hoch, aber nur 13 Prozent derjenigen, die mehrmals im Monat oder öfter in die Kirche gehen.

Gottesdienst hat „keinen zusätzlichen Effekt auf mich“

Die Teilnehmer sollten im Rahmen der Studie auch erläutern, warum sie dem Gottesdienst fern blieben. Ein gutes Viertel (26 Prozent) der Befragten kommt nicht in den Gottesdienst wegen der „zeitlichen Vereinbarkeit“ oder weil sie „zu wenig Zeit“ hätten. Zwölf Prozent der Antworten thematisierten Stimmungen, Gefühle oder die Lebenseinstellung. Erwähnung finden „Müdigkeit“, „Bequemlichkeit“ oder „das Bedürfnis, einen Sonntag für sich allein haben zu wollen“ oder die Tatsache, dass die Lust auf andere Aktivitäten stärker ist („zu lange feiern Samstag abends“, „Wanderwetter“). Manche Befragten geben an, dass Gottesdienste als religiöse Angebote sie entweder nicht ansprechen oder dass sie sie als verzichtbar erleben. So heißt es etwa in den Antworten: „Ich sehe keine Notwendigkeit, keinen zusätzlichen Effekt auf mich.“

Junge Generation nimmt seltener an Gottesdienstes teil

Interessant für die Studienleiter war auch, zu sehen, was die jüngere Generation zwischen 20 und 29 Jahren (hier „Twens“ genannt) antreibt. In dem Dokument heißt es: „Die Kirche steckt in der Reproduktionskrise.“ Eine aktuelle EKD-Studie macht für diese Entwicklung die „schwächelnde Religiosität der Jüngeren“ verantwortlich: Der Glaube wachse nicht mehr selbstverständlich nach, die Verbundenheit mit der Institution sinke. Ein Vergleich der jungen Erwachsenen mit dem Gesamt aller Befragten zeigt: Die Jüngeren nehmen insgesamt seltener an Gottesdiensten teil. Zudem vergrößerten sich bei ihnen die Abstände, in denen sie Gottesdienste besuchen.

Am gravierendsten sei die Abweichung beim Sonntagvormittagsgottesdienst sowie bei Festen im Kirchenjahr. Zugleich sind es neben den klassischen Kasualien wie Taufe, Einschulung oder Beerdigung eben jene Gottesdienste zu Kirchenjahresfesten, die noch am häufigsten besucht werden. Besondere Bedeutung kommt dem Weihnachtsgottesdienst zu. Andererseits nehmen die 20- bis 29-Jährigen relativ häufig an alternativen Gottesdiensten teil. Sie besuchen sie genauso häufig wie den Sonntagsgottesdienst.

Mehr als 12.000 Menschen nahmen zwischen März und Juli 2018 an der Studie teil. „Die hohe Beteiligung deutet darauf hin, dass die Zukunft des gottesdienstlichen Lebens vielen am Herzen liegt – vielleicht aber auch, dass sich damit hier und dort Sorgen verbinden,“ sagt Pastorin Julia Koll, die die Arbeitsgruppe der Liturgischen Konferenz leitet.

Das Alter der Befragten reichte von neun bis 92 Jahren, am stärksten vertreten war die Gruppe der 40- bis 59-Jährigen. 41 Prozent der Teilnehmenden sind Männer. Insgesamt 90 Prozent geben an, Mitglied einer evangelischen Kirche zu sein.

Von: Martina Blatt

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Fri, 12 Jul 2019 15:53:00 +0200
<![CDATA[Brasilianischer Präsident will „furchtbar evangelikalen“ Verfassungsrichter]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/07/12/brasilianischer-praesident-will-furchtbar-evangelikalen-verfassungsrichter/ Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat angekündigt, einen Evangelikalen als Verfassungsrichter zu ernennen. Dies solle in den kommenden zwei Jahren geschehen, weil zwei der elf obersten Richter bis 2021 in den Ruhestand gingen, berichtet unter anderem die brasilianische Tageszeitung Folha de S. Paulo. Bolsonaro habe das vor Parlamentsabgeordneten der evangelikalen Fraktion des Kongresses bekannt gegeben. Im Mai fragte er: „Ist es nicht an der Zeit, einen evangelikalen Richter am Verfassungsgericht zu haben?“ Dies bekräftigte er nun mit seiner Aussage.

„Man will uns an die Seite drängen, indem man sagt, dass der Staat laizistisch sei“, wird der Präsident von der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) und der Katholischen Presseagentur Österreich kathpress zitiert. Auch wenn dies stimme, „sind wir Christen". Der Verfassungsrichter, den er ernennen wolle, werde deshalb „furchtbar evangelikal“ sein.

Bolsonaro bekennt sich regelmäßig zu seinem christlichen Glauben, gilt in den deutschen Medien aber als rechtspopulistisch und extrem. Er wird vor allem von den Evangelikalen in Brasilien unterstützt. Mitte Juni hatte er das Oberste Gericht seines Landes kritisiert, nachdem dieses Homophobie für strafbar erklärt hatte. Im April hatte er mit einer Aussage zum Holocaust irritiert, als er sagte, dieser könne „vergeben, aber nicht vergessen“ werden. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin reagierte daraufhin mit den Worten: „Wir werden niemals mit jenen kooperieren, die die Wahrheit leugnen oder sie aus dem Gedächtnis löschen wollen – seien es Einzelne, Gruppen, Parteichefs oder Staatsoberhäupter.“

Evangelikale in Deutschland, zu denen etwa die Pietisten zählen, und in Südamerika unterscheiden sich. Evangelikale auf der anderen Seite des Atlantiks spielen eine andere gesellschaftspolitische Rolle. In Brasilien unterstützen sie mehrheitlich den rechtskonservativen Präsidenten.

Von: Swanhild Zacharias

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Fri, 12 Jul 2019 12:53:00 +0200
<![CDATA[Ein Mensch ist mehr als seine Religion]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/07/12/ein-mensch-ist-mehr-als-seine-religion/ Ein Kommentar von Jonathan Steinert]]> Etwa die Hälfte der Deutschen nimmt den Islam als bedrohlich wahr. Das hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung auf Basis des Religionsmonitors ergeben. In den neuen Bundesländern sind es ein paar Prozent mehr als im Westen, aber das Niveau ist ähnlich. Studienautor Gert Pickel weist darauf hin, dass nicht jeder, der sich wegen des Islams Sorgen mache, auch feindlich gegenüber Muslimen eingestellt sei. Aber die „Distanz gegenüber Muslimen ist damit erheblich ausgeprägter als gegenüber anderen weltanschaulichen Gruppen“.

Der Religionssoziologe findet das problematisch: Religiöse Toleranz sei die Voraussetzung für das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft. „Deswegen schadet es dem sozialen Miteinander und der demokratischen Kultur auf Dauer, wenn eine signifikante Gruppe innerhalb der Bevölkerung eine andere, kleinere Gruppe als Bedrohung ansieht.“

Das Bild ist nicht vollständig

Es ist kaum verwunderlich, dass die Ängste gegenüber dem Islam größer sind als in Bezug auf eine andere Religion. In fast allen muslimisch geprägten Ländern werden Freiheitsrechte unterdrückt, Terroristen töten im Namen des Islams Menschen, Frauen haben in muslimischen Gesellschaften zum Teil weniger Rechte als Männer, islamische Schulbücher hetzen gegen Israel und den Westen. Wer all dies aus den Medien weiß, dessen Blick auf den Islam speist sich vor allem aus diesen Bildern. Insofern hat die Skepsis gegenüber dem Islam eine faktische Basis. Auch Muslime selbst kritisieren hierzulande diese Aspekte ihrer Religion und deren politisch-ideologische Vereinnahmung.

Trotzdem ist das nicht zwangsläufig das ganze Bild „des Islams“ und auch nicht das, wofür jeder Muslim steht. Es ist wichtig, das im Blick zu haben, wenn uns an einem gelingenden Miteinander gelegen ist. Gerade Evangelikale kennen es, anhand einzelner Aspekte als „die Evangelikalen“ abwertend gebrandmarkt zu werden. Zum Beispiel Journalisten machen diese Bewegung oft an Positionen zu Homosexualität, Abtreibung oder der Evolutionstheorie fest. Doch diese Punkte definieren keineswegs umfänglich, was „evangelikal“ ausmacht. Zum einen, weil es noch viel mehr Themen gibt, zu denen evangelikal gesinnte Christen etwas zu sagen haben, zum anderen, weil nicht alle dieselbe Meinung vertreten. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen.

Erstmal kennenlernen

Den Effekt davon stellt die Bertelsmann-Studie auch fest: Wer mehr Kontakt hat zu Angehörigen einer anderen Religion, nimmt diese generell weniger als Bedrohung wahr. Wer kaum Menschen einer anderen Religion kennt, ist schnell und recht absolut mit einem negativen Urteil dabei.

„Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht einen halben Mond lang seine Mokassins getragen hast.“ Sprichwort

Das ist keine neue Erkenntnis. Aber es ist immer wieder wichtig, sie sich zu Herzen zu nehmen. In unserem Land leben immer mehr Menschen, die woanders herkommen und einen für viele von uns fremden Glauben mitbringen. Das ist eine Tatsache, die wir nicht verändern, die wir aber gestalten können und müssen. Mein Nächster ist in erster Linie ein Mensch. Alle anderen Kategorien wie Herkunft, Geschlecht oder Religion sollten keine Rolle dafür spielen, wie ich ihm als Menschen begegne. Und erst dann – und nur dann – erfahre ich, wie er wirklich ist und denkt, was ihm sein Glaube bedeutet und ob ich Angst vor ihm haben muss – oder eben nicht.

Von: Jonathan Steinert

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Fri, 12 Jul 2019 10:29:00 +0200
<![CDATA[Missbrauchsbeauftragter lobt Kirchendienst-Verbot für Münsteraner Pfarrer]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/12/missbrauchsbeauftragter-lobt-kirchendienst-verbot-fuer-muensteraner-pfarrer/ Die Suspendierung und „die umfassenden Sanktionen durch Bischof [Felix] Genn sind aus meiner Sicht sachgerecht und angemessen", sagte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, nach Angaben von katholisch.de, als Reaktion auf die erzwungene Emeretierung des Münsteraner Pfarrers Ulrich Zurkuhlen. Auch die „klaren Reaktionen“ der Gottesdienstbesucher, die den Gottesdienst nach Zurkuhlens Äußerungen verlassen hätten, wertete Rörig positiv. „Es zeigt, dass diese Katholiken eine klare Haltung gegen jegliche Rechtfertigungs- und Beschwichtigungsversuche haben.“ Er hoffe, dass „die absolut berechtigte Empörung“ über das Verhalten des Pfarrers „in positive Energie für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs im Bereich der katholischen Kirche umschlägt“.

Bischof Felix Genn hatte Zurkuhlen nach dessen umstrittenen Aussagen zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche am Mittwoch in den Ruhestand versetzt. Er darf keine Gottesdienste mehr halten, keine Beichte abnehmen und nicht mehr seelsorgerlich tätig werden. Verschiedene Medien wie katholisch.de, der WDR oder das katholische Online-Magazin „Kirche und Leben“ berichteten darüber.

Pfarrer muss sich schriftlich entschuldigen

Der 79-jährige Zurkuhlen hatte in einem Gottesdienst am 30. Juni in der Heilig-Geist-Kirche in Münster Vergebung für die Priester gefordert, die Kinder sexuell missbraucht haben. Das hatte unter den Gottesdienstbesuchern zu Protesten geführt. Der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hatte er anschließend erklärt: „Mein Thema war Vergebung. Dabei habe ich auch sinngemäß die Bemerkung gemacht, dass es gut oder nötig wäre, dass Verantwortliche der Kirche allmählich den sogenannten Verbrechern ein Wort der Vergebung schenken sollten.“ Und weiter sagte er: „Man kann theologisch gesehen auch Priestern vergeben, die sich an Minderjährigen vergangen haben.“ Er habe dies weiter ausführen wollen, seine Worte seien aber im Aufschrei der Gottesdienstbesucher untergegangen, sodass er habe abbrechen müssen. Rund 70 Besucher und Sänger des Chores hätten die Heilig-Geist-Kirche verlassen. Zurkuhlen machte gegenüber der dpa klar, dass eine strafrechtliche Aufarbeitung der Fälle unabhängig vom Gedanken der Vergebung gelte.

Dem Pfarrer sei mit seiner Emeretierung nun jegliche Äußerung zu dem Thema verboten, habe Bischof Genn nach Angaben der dpa klargestellt. Zurkuhlen müsse sich außerdem schriftlich bei den Betroffenen, der Gemeinde und allen, die er verletzt habe, entschuldigen. Die Bezüge für den 79-Jährigen seien gekürzt, teilte das Bistum außerdem mit.

Von: Swanhild Zacharias

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Fri, 12 Jul 2019 07:36:00 +0200
<![CDATA[Australiens Premier betet auf Hillsong-Konferenz]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/07/11/australiens-premier-betet-auf-hillsong-konferenz/ Der australische Premierminister Scott Morrison hat zusammen mit seiner Frau Jenny die Jahreskonferenz der evangelikalen Hillsong-Freikirche in Sydney besucht. Rund 20.000 Menschen nehmen an der jährlichen Veranstaltung teil, die noch bis Freitag läuft. Sie ist laut The Guardian weltweit das größte Treffen der christlichen Pfingstbewegung.

Morrison trat mit dem Pastor der Hillsong Church, Brian Houston, auf die Bühne. Er sagte: „Was dieses Land am allermeisten benötigt, das ist Gottes Liebe“. Und ergänzte: „Ich spreche über meinen Glauben [...], weil ich möchte, dass sich jeder hier in dem Land wohlfühlt, über seinen Glauben zu sprechen. Das ist keine politische Agenda, so sind wir einfach.“ Religionsfreiheit sei „fundamental wichtig“, egal welchen Glauben der Einzelne verfolge oder ob er oder sie keinen habe. Dieses Grundrecht müsse geschützt werden. Zudem rief er zu gelebter Nächstenliebe auf.

Der Politiker betete für Militärveteranen, junge Menschen, die mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben und für Bauern, deren Ernte von der anhaltenden Dürre bedroht ist: „Wir beten für junge Menschen, die an Selbstmord denken. Und wir beten dafür, Herr, dass du diesen Fluch des Suizids durchbrichst“, sagte er laut news.com.au.

Morrison steht der Horizon Church, einer australischen Pfingstkirche, nahe. Er betonte öffentlich seinen starken Glauben. Weiter betete er: „Herr, wir beten für unser Land und wir danken dir dafür. Aber für mehr als alles andere danken wir dir für Jesus und seine Liebe.“

Von: Martina Blatt

Schauen Sie sich auch unser Video-Interview mit Phil Dooley, dem Hauptpastor der Hillsong-Church im südafrikanischen Kapstadt, an.

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Thu, 11 Jul 2019 17:08:00 +0200
<![CDATA[Ältester christlicher privater Brief identifiziert]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/07/11/aeltester-christlicher-privater-brief-identifiziert/ Sabine Huebner, Professorin für Alte Geschichte an der Universität Basel, hat einen Papyrus aus dem dritten Jahrhundert als ältesten christlichen privaten Brief identifiziert. Der Papyrus gehört zu einem Archiv mit etwa 1.000 Papyri, das vor mehr als 100 Jahren in Fayum in Ägypten gefunden wurde. Erst rund 400 Papyri seien davon editiert.

Der Brief zeigt, dass die damaligen Christen am poltischen Leben teilnahmen, reisten und Ländereien besaßen. Auch kulinarischen Freuden seien sie nicht abgeneigt gewesen, sagte Huebner nach Angaben des Schweizer Nachrichtenportals Nau. In dem Brief bitte der Absender namens Arrianus seinen reisenden Bruder, „die beste Fischsoße“ mitzubringen, die er finden kann. „Fischsoße war das Maggi der damaligen Zeit“, sagte die Professorin. „Diese Brüder verbanden ihren christlichen Glauben offensichtlich mühelos mit dem Alltag als Mitglied der lokalen Oberschicht.“

Die Entdeckung habe zur Folge, dass die Geschichte der ersten Christen teilweise umgeschrieben werden müsse. Bislang werde vor allem von der Christenverfolgung berichtet, und davon, dass Christen den Kaiserkult verweigert hätten und deshalb wegen Verschwörung gegen den Staat angeklagt worden seien. Die bekannten Quellen zum frühen Christentum stammten vor allem aus der Feder von Bischöfen, sagte Huebner. „Danach stellt man sich vor, dass sich die ersten Christen nur dem Gebet widmeten, allen Reichtum aufgaben, sich für den Märtyrertod bereithielten und reihenweise vor die Löwen sprangen.“

Erkenntnisse „nicht überraschend“

Die Forscherin habe ihre Erkenntnisse in einem neuen Buch über Einblicke in den Alltag der ersten Christen veröffentlicht, berichtet Nau. Darin dokumentiere sie die Datierung des auf Altgriechisch geschriebenen Briefes von Arrianus an seinen Bruder Paulus. Ein Verwandter, der gerade in den Stadtrat gewählt worden sei, werde erwähnt. Diesen Mann habe die Forscherin bereits in anderen Schriften gefunden und wisse daher, dass er im Jahr 239 bereits im Stadtrat saß. Deshalb müsse der Brief vorher entstanden sein.

Sebastian Ristow vom Archäologischen Institut Köln sagte, es sei schwer, Alltagsbeschreibungen aus dem Leben der Christen zu finden, weil die frühen Beschreibungen aus dem Blickwinkel der Kirchenväter stammten. Ristow ist deshalb nicht überrascht darüber, dass die Christen damals am politischen Leben teilnahmen. Genau wie heute hätten sich wahrscheinlich einige tief religiöse Christen vom gesellschaftlichen Leben abgekapselt, andere nicht.

Dass der Absender des identifizierten Briefes Christ ist, zeige sich am Grußwort „Ich bete, dass es dir gut geht – im Herrn“. Auch der Name „Paulus“ deute darauf hin. Der Name sei zu der damaligen Zeit sehr selten gewesen und die Eltern hätten ihren Sohn um 200 wahrscheinlich nach dem Apostel Paulus benannt.

600 Papyri aus der Sammlung sind noch nicht editiert. Es fehle an Experten, die Altgriechisch lesen, die Schrift entziffern, die Texte transkribieren, übersetzen und in den richtigen Zusammenhang einordnen könnten, heißt es auf dem Schweizer Nachrichtenportal. Weltweit gebe es noch Hunderttausende von Papyri aus Ägypten, die entschlüsselt werden müssten.

Von: Swanhild Zacharias

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Thu, 11 Jul 2019 16:56:00 +0200
<![CDATA[Wachkoma-Patient Vincent Lambert gestorben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/07/11/wachkoma-patient-vincent-lambert-gestorben/ Der französische Wachkoma-Patient Vincent Lambert ist am Donnerstagmorgen in der Uniklinik in Reims verstorben. Das berichtet unter anderem die französische Tageszeitung Le Monde. Neun Tage zuvor hatten die Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen gegen den Willen der Eltern eingestellt. Wie Spiegel Online berichtet, quittierten medizinische Gutachter, dass Lambert nicht mehr bei Bewusstsein sei und sein Zustand sich auch nicht mehr bessern werde.

Ende Juni entschied Frankreichs höchstes Gericht, dass die Behandlung des Patienten beendet werden dürfe. Mit dem Tod des 42-Jährigen endet der jahrelange Kampf um Lamberts Leben. Immer wieder traf sich die zerstrittene Familie des Mannes vor Gericht.

„Der Tod von Vincent ist jetzt unvermeidlich“

Lamberts Ehefrau, Rachel Lambert, wollte ihren Mann „in Würde gehen lassen“. Vor einigen Jahren sagte sie, er habe sich nie gewünscht, dass sein Leben künstlich verlängert werde. Eine entsprechende Patientenverfügung gab es nicht. Die katholischen Eltern des Patienten wollten den Tod ihres Sohnes verhindern und klagten. Sie scheiterten immer wieder vor Gericht in ihrem Land sowie vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Anfang der Woche gaben die Eltern schließlich bekannt, dass sie auf weitere rechtliche Schritte verzichten wollen: „Dieses Mal ist es vorbei“, schrieben sie in einem Brief. „Der Tod von Vincent ist jetzt unvermeidlich.“ Sie könnten sich „nicht mehr vorstellen, den tödlichen Prozess aufzuhalten“, erklärte der Anwalt der Eltern laut dem Sender France Info. Das Ende der medizinischen Behandlung beschrieb Vater Pierre Lambert als „eine getarnte Ermordung, eine Sterbehilfe“.

„Keine Zivilisation aufbauen, die Menschen beseitigt“

Papst Franziskus äußerte sich auch zum Ergehen des Wachkoma-Patienten. Im Mai forderte er, „der Wegwerfkultur keinen Raum [zu geben]“. Am Donnerstag schrieb der Pontifex bei Twitter: „Möge Gott, der Vater, Vincent Lambert in seinen Armen willkommen heißen. Lasst uns keine Zivilisation aufbauen, die Menschen beseitigt, deren Leben unserer Meinung nach nicht mehr lebenswert ist: Jedes Leben ist wertvoll, immer.“

Am Montag hatten sich vor der Basilika Sacré-Coeur in Paris Unterstützer des Patienten verabredet. Sie wollten gegen die „programmierte Ermordung“ Lamberts protestieren, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Der Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, verglich laut FAZ Lamberts Zustand mit dem des verunglückten Rennfahreres Michael Schumacher. Der Geistliche warnte vor einer Zweiklassengesellschaft, in der nur Menschen mit Vermögen ihre Angehörigen pflegen könnten, die Gerätschaften bei Kassenpatienten aber aus Kostengründen abgestellt würden.

Vor rund zehn Jahren verletzte sich Lambert bei einem Verkehrsunfall schwer am Kopf. Seitdem befand er sich in einem vegetativen Zustand, einer Art Wachkoma. In der Regel haben solche Patienten die Augen geöffnet und erscheinen wach, sie reagieren aber nicht auf äußere Einflüsse und fixieren keine Gegenstände. Das Stammhirn ist jedoch aktiv, Atmung, Reflexe und Blutdruck sind geregelt.

Vor drei Jahren sorgte ein Video für Aufsehen. Darin reagierte Lambert dem Anschein nach auf den Anruf seiner Mutter, blinzelte seinem Bruder zu und bewegte den Mund. Der online veröffentlicht Clip soll nach Meinung seiner Eltern zeigen, dass ihr Sohn auf äußere Reize reagiert.

Von: Martina Blatt

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Thu, 11 Jul 2019 15:24:00 +0200
<![CDATA[Die Gesinnungstester]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/07/11/die-gesinnungstester/ Eine Kolumne von Jürgen Mette]]> In einer immer komplizierteren Welt bricht eine Sehnsucht nach einfachen, eindeutigen, zweifelsfreien Klartextbotschaften auf. Das gilt für die Politik wie für den Glauben. Diese Forderung nach einer simplen und klaren Bibeldeutung produziert dann „klare“ Testfragen, anhand deren zum Beispiel Referenten, Prediger, Lehrer und Leiter geprüft und sortiert werden. Ich selbst wurde schon einmal mit diesen Fangfragen examiniert und dann exekutiert – also im Sinne von geistig vernichtet:

  • Bekennen Sie sich zur Sechstageschöpfung und zur „jungen Erde“?

  • Sind Adam und Eva real und historisch zu verstehen?

  • Ist Homosexualität für Sie Sünde?

Folgt darauf nicht sofort reflexartig ein „klares“ Ja!, bin ich durchgefallen. Schon das kleinste Zögern, nur eine zaghafte Rückfrage wirft mich ins sogenannte „modernistische“ oder „liberale“ Lager. Einmal so „klar“ etikettiert, so ultimativ stigmatisiert, gehöre ich fortan zu denen, die nicht mehr „klar stehen“.

Das ordnungsstiftende Skalpell derer, die vermeintlich noch „klar stehen“ oder auf einem „klaren biblischen Profil“ beharren, schneidet tief ein in den „Leib Christi“, so wie Paulus die Kirche auch nennt, und zerstückelt den einst vitalen Organismus in immer kleiner werdende Frömmigkeitsmilieus. Das große Ganze tritt in den Hintergrund, die Idee vom intakten Leib wird zur Phantasie, es herrscht Individualismus und Separatismus. Jeder macht sein Ding und bedient letztlich damit seine Spender. Das finde ich ziemlich scheinheilig.

Hauptsache undifferenziert!?

Den immer lauter vorgetragenen Forderungen nach simpler Eindeutigkeit wird gern das Adjektiv „klar“ vorangestellt.

  • Klares Evangelium

  • Klare Wortverkündigung

  • Klare Kante

  • Klares Zeugnis

  • Klare biblische Lehre

  • Klares biblisches Profil

Das „klar“ steht für ein nicht mehr verhandelbares kurzes und bündiges Ideal, ein Prädikat ohne Definition. Jeder versteht etwas anderes darunter, aber gemeint ist eine „klare“ Distanz zu einer differenzierten, kontextuellen und präzise definierte Betrachtung.

Steht Pfarrer Traugott Seelenheil noch klar? Predigt er ein klares Evangelium? In welchem Netzwerk findet man seinen Namen, welche Facebook-Einträge likt er, welche nicht?

All diese „Klarspüler“ und Forderer klarer Kanten haben oft keine Zeit und keine Lust, dem so Observierten persönlich zu begegnen, sich seiner vermeintlichen Weichduscherei zu stellen und ein offenes Wort zu sprechen. Ich bin jedenfalls dankbar für jeden, der das Gespräch mit mir sucht. Das schafft Klarheit auf direktem Wege und beugt der üblen Nachrede vor.

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Thu, 11 Jul 2019 11:16:00 +0200
<![CDATA[Kubicki: Kraft aus dem Zwiegespräch mit Gott schöpfen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/07/10/kubicki-kraft-aus-dem-zwiegespraech-mit-gott-schoepfen/ Sein liebster Bibelvers sei „im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“ aus Johannes 1,1, sagt FDP-Politiker Wolfgang Kubicki in einem Interview in der Radiosendung „Kirche im NDR“. In seiner Jugend sei er im CVJM in Braunschweig oft im Bibelunterricht gewesen und habe auch selbst die Bibel ausgelegt. Er habe dort vor allem mit der Bruns-Bibel gearbeitet, bei der im besagten Bibelvers der Begriff „Wort“ mit „Liebe“ übersetzt worden sei. Gott als Inkarnation der Liebe zu sehen, „finde ich durchgreifend schön“. Auch mit den Geschichten von Jesus könne er etwas anfangen. „Dass Jesus geboren wurde, war ein Akt der Liebe Gottes gegenüber den Menschen“, sagte Kubicki. Den Menschen Jesus zu geben und „in dem Tod von Jesus zu dokumentieren, dass menschliche Sünden vergeben werden können“, sei „der größte Akt, den Gott tun konnte“.

Dem Politiker ist die Nächstenliebe im Umgang miteinander wichtig. Das bedeute auch, man müsse zunächst mit sich selbst im Reinen sein, damit man diese Form der Liebe praktizieren könne. Man müsse aufeinander aufpassen, um anderen Menschen nicht das Gefühl zu geben, sie würden von der Gesellschaft ausgestoßen. Der Tod des FDP-Politikers Jürgen Möllemann – bis heute ist nicht geklärt, ob Möllemanns Fallschirmabsturz ein Unfall oder Suizid war – habe ihn in dieser Hinsicht besonders geprägt, sagte Kubicki.

Außerdem fordert er, die Kirche müsse sich in der Politik zu Wort melden. Sie dürfe aber nie ihren eigentlichen Auftrag aus den Augen verlieren: Die Verkündigung des Wortes Gottes.

„Gott holt uns alle nach Hause“

Kraft aus dem Glauben ziehe Kubicki durch das Zwiegespräch. „Gott ist nicht jemand wie du und ich, er ist allgegenwärtig und sozusagen immer dabei.“ Sein Zwiegespräch führe er deshalb mit sich selbst und gewinne daraus Einsichten. Als er einmal Selbstmordgedanken gehabt habe, habe ihn solch ein Zwiegespräch von diesem Gedanken weggebracht: „Mit so ganz merkwürdigen Überlegungen wie die, es ist kein Strick im Haus, 'ne Waffe hast du auch nicht. Also lass uns mal Schlafen gehen und morgen sieht die Welt anders aus", erinnert sich Kubicki. Die Tatsache, dass er das mit sich selbst erörtert habe, sei für ihn ein Beleg für eine andere Kraft im Raum.

Kubicki ist überzeugt, dass „wir am Ende unseres Lebens in Liebe aufgehen“ werden. „So wie Gott Jesus den Menschen schickte und auch nach Hause holte, wird er uns auch alle nach Hause holen und zwar unabhängig davon, ob man uns mit Hölle, Fegefeuer, was auch immer droht.“

Von: Swanhild Zacharias

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Wed, 10 Jul 2019 16:08:00 +0200
<![CDATA[Bericht für britische Regierung: Christen am stärksten verfolgt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/07/10/bericht-fuer-britische-regierung-christen-am-staerksten-verfolgt/ Das Christentum ist die „mit Abstand am häufigsten verfolgte Religion“, heißt es in einem neuen Bericht. Diesen erstellte der Bischof von Truro, Philip Mounstephen, für die britische Regierung. Ihr wird darin empfohlen, bei der Förderung von Religionsfreiheit weltweit federführend zu werden.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt gab den unabhängigen Bericht in Auftrag. Bischof Mounstephen veröffentlichte das 176-seitige Dokument nun. Und mahnt darin Dringlichkeit an: „Wie ernst muss die Situation noch werden, bevor wir handeln?“

Verfolgungsausmaß „nah an internationaler Definition von Völkermord“

Verfolgung aufgrund von religiöser Zugehörigkeit sei weltweit ein zunehmendes Phänomen – in Umfang und Intensität. Unter anderem belegten dies Berichte der Vereinten Nationen (UN). Mounstephen schreibt: „Es wird geschätzt, dass ein Drittel der Weltbevölkerung in irgendeiner Form unter religiöser Verfolgung leidet, wobei Christen die am stärksten verfolgte Gruppe sind“.

In manchen Regionen sei das Ausmaß und die Art der Verfolgung von Christen „nah an der internationalen Definition von Völkermord“, wie dies die UN sehen. Der Bericht nimmt unter anderem Bezug auf Morde durch die Terrororganisationen „Islamischer Staat“ und „Boko Haram“. Vertreibung und Abwanderung seien die Folge. „Beim Christentum besteht die Wahrscheinlichkeit, in Teilen des Nahen Ostens ausgelöscht zu werden – dort, wo die Wurzeln am weitesten zurückgehen.“

Pluralität als Schlüssel für Sicherheit und Stabilität in Region

In den palästinensischen Autonomiegebieten liegt der Anteil der Christen an der Bevölkerung bei 1,5 Prozent, in Syrien hätten 2011 1,7 Millionen Christen gelebt, nun liege die Zahl bei 450.000 Menschen. Im Irak sei die Anzahl von 1,5 Millionen Christen (2003) auf heute unter 120.000 geschrumpft.

„Das Christentum ist vom Verschwinden bedroht, was einen massiven Rückschlag für die Pluralität in der Region darstellt“, heißt es im Bericht. Diese Pluralität sei seit Jahrhunderten „ein Schlüssel für Sicherheit und Stabilität in der Region“.

Hass gegen Christen als „Christophobie“ bezeichnen

Bereits im Mai wurde ein Zwischenbericht veröffentlicht. Der Abschlussbericht umreißt das Problem der weltweiten Christenverfolgung und listet Handlungsempfehlungen auf, um den Christen weltweit zu helfen. Die Verfolgung nimmt laut Pew Research Center zu, das in dem Dokument zitiert wird: 2016 sind in 144 Ländern Christen auf unterschiedliche Weise angegriffen worden, 2015 war dies in 125 Ländern der Fall gewesen.

Außenminister Hunt erklärte laut der BBC, dass sich der Umgang Großbritanniens mit der weltweiten Christenverfolgung grundlegend ändern müsse. Er erklärte, dass die Reaktion der Regierung auf Diskriminierung nicht immer „dem Ausmaß des Problems entsprochen“ habe. Der Konservative sagte, dass, wenn er Premierminister würde, er die Empfehlungen des Berichts in vollem Maße annehmen würde. Hunt erklärte, dass politische Vertreter konkreten Hass gegen Christen mit dem Begriff „Christophobie“ benennen sollten. „Wir müssen anerkennen, dass es hier ein spezifisches Problem gibt, das über das Eintreten für Religionsfreiheit hinausgeht.“

Auch Boris Johnson, Hunts Kontrahent im Wettbewerb um den Premierministerposten, signalisierte seine Unterstützung für den Bericht.

Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, begrüßte die Veröffentlichung des Berichts. Gleichzeitig rief er zum Gebet für verfolgte Christen auf: „Mögen unsere leidenden Schwestern und Brüder Ruhe, Sicherheit und Freiheit erfahren.“ Er hoffe zudem auf ein Eingreifen der Politik.

Von: Martina Blatt

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Wed, 10 Jul 2019 13:01:00 +0200
<![CDATA[Gebetsplattform für österreichische Politiker gestartet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/07/10/gebetsplattform-fuer-oesterreichische-politiker-gestartet/ Die in Wien tätige Unternehmensberaterin Hélène Cuenod hat die Initiative „Pray for Austria“ gegründet, bei der jeder über eine digitale Gebetsplattform für österreichische Politiker beten kann. „Es gehört zu unseren christlichen Aufgaben, dass wir für unsere Politiker beten“, zitieren kathpress und die Tageszeitung Kurier die 45-Jährige. Die Gebetsinitiative wolle erreichen, dass über die Fürbitten in den Gottesdiensten hinaus „noch viel mehr Menschen für die Politik und Politiker unseres Landes beten können“.

Unter prayforaustria.at können Christen für einen von insgesamt 247 Politiker in Österreich beten – für den Bundespräsidenten ebenso wie für Parteichefs, Landeshauptleute, Mitglieder des derzeit regierenden Expertenkabinetts oder Angehörige des National- oder Bundesrats. Auf dem Online-Portal kann man sich gezielt eine Person heraussuchen oder sich per Zufallsprinzip einen Politiker zuteilen lassen. Der Betende gibt außerdem an, ob er einmal am Tag, einmal in der Woche oder einmal im Monat für die jeweilige Person betet. Die Plattform sei bewusst überkonfessionell angelegt und solle auch einen ökumenischen Impuls setzen, sagte Cuenod. Das bedeute, dass sich auf der Webseite eine Auswahl an verschiedenen Gebetsformen finde wie zum Beispiel das freie Gebet, der Lobpreis, die Fürbitte, das Fasten oder der Rosenkranz. Der Beter kann diejenige auszuwählen, mit der er sich am wohlsten fühlt.

„Gebet hilft, gute Entscheidungen zu treffen“

Den Anstoß für das Projekt habe der Skandal um das „Ibiza-Video" und der damit zusammenhängende Rücktritt des ehemaligen Vize-Kanzlers Heinz-Christian Strache gegeben, sagte Cuenod. „Nachdem bekannt wurde, dass uns im September Neuwahlen ins Haus stehen, habe ich den Entschluss gefasst. Ich möchte allen, die politisch eine Verantwortung für Österreich tragen, eine persönliche Unterstützung zukommen lassen, indem für sie oder ihn gebetet wird“, sagte sie. Sie wolle aktiv etwas tun und sei überzeugt davon, dass „ein Gebet Kraft, Zuversicht und Frieden gibt. Es hilft, in turbulenten oder unklaren Situationen klarer zu sehen und gute Entscheidungen zu treffen“.

Die Gebetsplattform hat bereits zahlreiche Unterstützer wie zum Beispiel das Institut für Ehe und Familie der Österreichischen Bischofskonferenz, die Österreichische Evangelische Allianz oder die Johannesgemeinschaft, eine Gebetsinitiative des Malteser-Ordens. Bis Mittwochvormittag hatten sich bereits mehr als 300 Menschen auf der Webseite registriert. „Das zeigt mir, dass wir absolut den Nerv der Zeit getroffen haben“, sagte Cuenod.

Von: Swanhild Zacharias

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Wed, 10 Jul 2019 10:42:00 +0200
<![CDATA[USA: Amazon stoppt den Verkauf von Büchern zu Konversionstherapie]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/07/09/usa-amazon-stoppt-den-verkauf-von-buechern-zu-konversionstherapie/ Wie das amerikanische Magazin Christian Post berichtet, hatte Amazon zunächst den Verkauf von Büchern des amerikanischen katholischen Psychologen Joseph Nicolosi gestoppt. Nicolosi war klinischer Psychologe und katholischer Autor, Gründer einer Klinik namens „Thomas Aquinas Psychological Clinic“ sowie der „National Association for Research and Therapy of Homosexuality“ (NARTH). Er verstarb im Jahr 2017. Nicolosi schrieb mehrere Bücher über männliche Homosexualität und auch über die Möglichkeit der Therapie, die eigene Homosexualität zu verändern. Nicolosi wird oft als „der Vater der Konversionstherapie“ bezeichnet.

Monatelang hatten zuvor Vertreter der Schwulen- und Lesben-Community etwa gegen das Buch „A Parent’s Guide to Preventing Homosexuality” (Eltern-Ratgeber zur Verhinderung von Homosexualität) protestiert und dagegen, dass es bei Amazon erhältlich ist. LGBTQ-Aktivisten (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und „Queere“) hatten vor fünf Monaten auf der Webseite Change.org eine Unterschriftenaktion gestartet, in der Amazon dazu aufgerufen wird, die Bücher von Nicolosi aus dem Angebot zu nehmen. Sie hatten rund 82.000 Unterschriften erreicht. Die Initiatoren kritisieren unter anderem, dass es in den Büchern des Therapeuten darum gehe, schwule Männer mit Elektroschocks und Medikamenten von ihrer Homosexualität abzubringen und heterosexuell zu machen.

Amazon hatte bereits zuvor ein Buch des katholischen Anwalts David A. Robinson aus dem Programm genommen. Es hieß „One Man’s Sexual Journey“ (Die sexuelle Reise eines Mannes). Darin beschreibt der Autor, wie er früher homosexuell war und dann heterosexuell wurde.

Weitere Bücher aus dem Angebot entfernt

Nach dem Buch von Nicolosi folgte vor Kurzem die Entfernung weiterer Bücher von Autoren, von denen es heißt, sie propagierten Konversionstherapie. „Die Werke von Anne Paulk vom ,Restored Hope Network‘ und des christlichen Beraters Joe Dallas gehören zu den jüngsten Fällen, die der Online-Warenhändler aus dem Angebot genommen hat“, berichtet Christian Post. Das Buch von Dallas trägt den Titel „Desires in Conflict: Hope for Men Who Struggle with Sexual Identity“ (Begehren und Konflikt: Hoffnung für Männer, die mit ihrer sexuellen Identität kämpfen); das Buch von Paulk heißt „Restoring Sexual Identity: Hope for Women Who Struggle with Same-Sex Attraction“ (Wiederherstellung der sexuellen Identität: Hoffnung für Frauen, die mit gleichgeschlechtlicher Anziehung zu kämpfen haben). Beide Bücher sind nicht mehr über Amazon erhältlich.

Dallas erklärte gegenüber Christian Post: „Die Entscheidung von Amazon stellt keine Überraschung mehr dar angesichts einer Kultur, die sich der politischen Bewegung der LGBTQ-Bewegung beugt. Und dazu gehörte schon immer, jemanden mundtot zu machen, der Homosexualität in irgendeiner Weise missbilligt.“ Der christliche Autor fügte hinzu: „Niemand wird uns davon abhalten, davon zu berichten, wie die Gnade Gottes in unserem Leben und dem vieler anderer gewirkt hat.“

Von: Jörn Schumacher

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Tue, 09 Jul 2019 17:00:00 +0200
<![CDATA[Bedford-Strohm: „Man kann Menschen nicht einfach ertrinken lassen“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/09/bedford-strohm-man-kann-menschen-nicht-einfach-ertrinken-lassen/ Die Berichterstattung über die Rettung zahlreicher Migranten, die sich auf dem Seeweg Richtung Europa in Gefahr bringen, beherrscht derzeit die Medien. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, setzt sich für „eine zukunftsfähige Migrationspolitik“ und einen großzügigen und gemeinsamen Verteilmechanismus der EU-Staaten ein. Diese müssten als „Koalition der Willigen“ handeln. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) betont er, dass Menschen in Lebensgefahr gerettet werden müssen. Auf die Frage, wo eine „Christenpflicht bei der Seenotrettung im Mittelmeer“ beginne und ende, sagt Bedford-Strohm: „Man muss retten, wenn Menschen in Lebensgefahr sind. Man würde ja auch einen Autofahrer nicht verbluten lassen, der sich aus Leichtsinn nicht angeschnallt hat und an den Baum gefahren ist.“

Die Rettung entbinde aber nicht von der Pflicht, darüber nachzudenken, „wie man verhindern kann, dass Menschen auf die falschen Versprechungen der Schlepper hereinfallen. Deshalb müssen wir darüber aufklären und vor allem die Bedingungen in den Herkunftsländern verbessern“.

Nicht aus Furcht vor Populisten Menschenwürde über den Haufen werfen

Die geretteten Migranten sollten anschließend ein normales Asylverfahren durchlaufen. Es passiert jedoch mitunter, dass Personen ohne Anspruch auf Asyl und aus Ländern, die bei der Rückführung nicht kooperieren, in Europa bleiben. Danach gefragt, ob der Ratsvorsitzende ein politisches Problem erkennt, erwidert er, dass man über die „Steuerungswirkung nachdenken“ müsse. „Aber man kann nicht, bis ein Ergebnis gefunden ist, Menschen einfach ertrinken lassen.“

Für einen erneuten Anstieg der Asylbewerberzahlen gebe es keine politische Mehrheit, sagt FAZ-Redakteur Reinhard Bingener im Gespräch. Bedford-Strohm erwidert: „Aus Furcht vor den Rechtspopulisten können wir nicht die Grundlagen der EU wie die Menschenwürde über den Haufen werfen. Wir müssen da gegenhalten!“

Festnahme der Kapitänin Rackete: „Schande für Europa“

In einer Resolution forderte der Kirchentag, dass die EKD ein eigenes Rettungsschiff entsenden solle. Das hält Bedford-Strohm nicht für sinnvoll. „Die Kirche ist weder eine Reederei noch eine Rettungs-NGO“, sagt er im FAZ-Interview. Derzeit arbeite die Kirche ein Konzept aus, über das sie im September entscheiden wolle. „Die Kirchen sollten dabei vertreten sein, um Hürden für die Kriminalisierung zu erhöhen.“ Die EKD gebe jährlich 100.000 Euro für das Aufklärungsflugzeug „Moonbird“ der Organisation Sea-Watch. Dies sei historisch gewachsen.

Die Festnahme der deutschen Kapitänin des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, nannte der Geistliche Ende Juni „eine Schande für Europa“. Ihn mache traurig und zornig, wenn eine junge Frau in einem europäischen Land verhaftet wird, „weil sie Menschenleben gerettet hat und die geretteten Menschen sicher an Land bringen will“.

Papst versus Salvini

Auch Papst Franziskus macht sich für fliehende Personen im Überlebenskampf stark. Er mahnte Unterstützung für Migranten und alle anderen ausgegrenzten Menschen an. Am Montag widmete er ihnen und ihren Helfern eine Messe im Petersdom. Migranten seien heutzutage „Symbol“ für alle, die von der globalisierten Gesellschaft ausgeschlossen würden. Franziskus sagte laut der Deutschen Presse-Agentur: „Die Letzten sind die, die den Wellen eines erbarmungslosen Meeres trotzen; die Letzten sind die, die zu lange in Auffanglagern gelassen werden.“

Unterdessen plant die Regierung in Rom, Flüchtlingsretter künftig drastisch zu bestrafen. Innenminister Matteo Salvini schnürt im Justiz- und Verfassungsausschuss derzeit ein Paragrafenpaket. Wie Spiegel Online berichtet, sollen für verbotswidriges Einfahren in italienische Gewässer Kapitän, Reeder und Besitzer des Schiffs Bußgelder von 10.000 bis 50.000 Euro bezahlen. Zudem soll es verdeckte Operationen gegen Flüchtlingsretter geben. Viele Italiener unterstützen diesen Kurs.

Von: Martina Blatt

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Tue, 09 Jul 2019 12:28:00 +0200
<![CDATA[Wolfgang Huber: „Beim Klimawandel ist Panik kein guter Ratgeber“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/09/wolfgang-huber-beim-klimawandel-ist-panik-kein-guter-ratgeber/ Der Theologe Wolfgang Huber hat mit „Auf dem Weg zur Freiheit“ eine Biographie über den Widerstandskämpfer und Theologen Dietrich Bonhoeffer veröffentlicht. Bonhoeffer gehörte dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus an und wurde deswegen am 9. April 1945 hingerichtet. Das biografische Porträt Hubers sei auch eine Auseinandersetzung mit der Verantwortungs- und Mündigkeitsethik Bonhoeffers, schreibt die Welt.

Der Chefredakteur der Zeitung, Ulf Poschardt, spricht im Interview mit Huber vor allem über das Ideal eines „mündigen Christen“, aber auch über die Lage der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der Gegenwart. Als Poschardt fragt: „Die EKD ist aktuell ja auch ein Hort des Opportunismus und der Antimündigkeit – oder ist das eine Polemik?“, antwortet Huber: „Wir begegnen in kirchlichen Kreisen, die zur Konsensmaschinerie gehören, der Tendenz zu sagen: Das haben wir doch immer so vertreten; deshalb wissen wir, dass es so richtig ist. Allerdings richten sich solche Gewissheiten eher auf politische als auf Glaubensüberzeugungen.“ Auch das Festhalten an Positionen, die als progressiv und veränderungsbereit ausgegeben würden, habe eine konservative Seite, sagt Huber. „Meinungen, die einmal gefasst sind, werden einfach beibehalten.“

„Wenn aktuelle Entwicklungen religiös interpretiert werden“

Danach gefragt, wie etwa ein mündiger Christ in der Klimadiskussion am besten agiere, sagt der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende: „So, dass er weder der Euphorie, die mit technischen Innovationen verbunden wird, noch der Apokalyptik, die sich an Untergangsszenarien orientiert, nachläuft. Ein mündiger Christ sollte sich gerade dann herausgefordert fühlen, wenn aktuelle Entwicklungen religiös interpretiert werden.“ Zwar werde behauptet, die Gesellschaft sei säkular. „Aber diese säkulare Gesellschaft schwimmt ja in religiösen Bildern, mit denen gerade die großen Fragen unserer Zeit interpretiert werden. Dies geschieht häufig in der Polarisierung zwischen Segen und Fluch, zwischen Paradies und Hölle.“

Eine solche „religiös aufgeladene Polarisierung“ sei dem Einsatz der dem Menschen von Gott anvertrauten Vernunft nicht gerade förderlich, erklärt Huber weiter. „Deshalb haben Christen – und unter ihnen insbesondere die Theologen – eine religionskritische Aufgabe. Man kann junge Leute verstehen, die alarmistisch auf den Klimawandel reagieren. Doch wenn es darum geht, dieser Entwicklung wirksam Einhalt zu gebieten, sind Panik und Angst keine guten Ratgeber.“

Nicht abwerten, sondern miteinander reden

Einerseits erlebe man gerade eine große gesellschaftliche Debatte über Diversität und unterstreiche, wie großartig und bereichernd gesellschaftliche Vielfalt sei. „Nur in der entscheidenden Frage machen wir davon überhaupt keinen Gebrauch, nämlich wenn es um die tragenden Überzeugungen von Menschen geht. Da suchen wir nur Konformität.“

Dies werde „in einer gefährlichen Weise verstärkt durch die Filterblasen, in denen Menschen sich nicht nur dann bewegen, wenn sie im Internet und in den digitalen Medien unterwegs sind, sondern von denen sie auch im ,analogen‘ Teil ihres Alltags umgeben sind“. Fremde Lebens- und Überzeugungswelten nähmen wir nur selten wahr. Dafür sei der neue Populismus ein Beispiel. Huber sagt: „Unsere Kirche hat vollkommen korrekt gesagt, was an den Grundpositionen der AfD aus christlicher Perspektive nicht akzeptabel ist. Viel wichtiger ist jedoch die Frage, was Menschen dazu veranlasst, einer Partei, die diese Positionen vertritt, ihre Stimme zu geben. Und mündige Christen haben nach meiner Auffassung nicht nur die Pflicht, politische Positionen, die Einzelne und Gruppen abwerten, unzweideutig abzulehnen, sondern mit Menschen zu reden, die trotz oder wegen dieser Positionen sich für populistische Parteien entscheiden.“

Von: Jörn Schumacher

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Tue, 09 Jul 2019 11:57:00 +0200
<![CDATA[Auch Missbrauchstäter dürfen um Vergebung bitten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/08/auch-missbrauchstaeter-duerfen-um-vergebung-bitten/ Ein Kommentar von Jonathan Steinert]]> Muss man Missbrauchstätern vergeben? Der katholische Pfarrer Ulrich Zurkuhlen darf in Münster nicht mehr predigen, weil er genau das gefordert hatte. Er erklärte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) seine Position, die im Gottesdienst zu einem Eklat geführt hatte: „Mein Thema war Vergebung. Dabei habe ich auch sinngemäß die Bemerkung gemacht, dass es gut oder nötig wäre, dass Verantwortliche der Kirche allmählich den sogenannten Verbrechern ein Wort der Vergebung schenken sollten.“ Den genauen Wortlaut seiner Predigt wisse er nicht mehr, da er frei gesprochen habe.

„Man kann theologisch gesehen auch Priestern vergeben, die sich an Minderjährigen vergangen haben“, sagte er. Diesen Gedanken habe er in seiner Predigt weiter ausführen wollen, aber das sei im Aufschrei der Gottesdienstbesucher untergegangen, sodass er habe abbrechen müssen. Rund 70 Besucher und Sänger des Chores hätten die Heilig-Geist-Kirche verlassen. „Vergebung gilt auch für jeden, der schuldig geworden ist.“ Eine strafrechtliche Aufarbeitung der Fälle von Missbrauch Minderjähriger in der Kirche sei davon unabhängig, machte Zurkuhle gegenüber der dpa seinen Punkt.

Der leitende Pfarrer der Pfarrei, zu der die Gemeinde gehört, ist anderer Auffassung: „Kein Täter hat ein Recht auf Vergebung“, sagte Stefan Rau. Ist das so?

Wer ist ohne Sünde?

Tatsächlich ist Vergebung ein zentrales Thema in der Bibel: Petrus fragte Jesus, wie oft er vergeben müsse, wenn ihm jemand geschadet hat: „‚Ist's genug siebenmal?‘ Jesus sprach zu ihm: ‚Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.‘“ (Matthäus 18,21–22). Damit meint Jesus nicht eine konkrete Anzahl von Vergebungsakten, sondern: immer wieder.

Direkt im Anschluss macht Jesus im Gleichnis vom sogenannten Schalksknecht deutlich, dass sich jeder Mensch an anderen versündigt. Keiner ist ohne Schuld – das führt Jesus den heutigen Bibellesern und seinen damaligen Zeitgenossen beschämend eindrucksvoll vor Augen, als diese eine in flagranti ertappte Frau anschleppten. „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“, sagte er nur.

Jeder Mensch ist also immer wieder auf Vergebung angewiesen und soll sie daher auch anderen erweisen. Und noch entscheidender: Jeder Mensch ist auf die Gnade Gottes angewiesen. Keiner könnte seinen heiligen Ansprüchen gerecht werden und ihn mit sozialem Engagement, ehrenamtlichem oder hauptberuflichem Dienst in der Kirche oder durch sonstigen frommen Lebenswandel beeindrucken. Jeder Mensch ist vor Gott fehlbar und unvollkommen. „Jesus nimmt die Sünder an“, heißt es in einem alten Kirchenlied. Das ist Gnade, das ist die Botschaft des Evangeliums.

Vergebung hat mit Reue zu tun

Deshalb hängt Jesus auch die zwischenmenschliche Vergebung so hoch. Wer Gnade erfahren hat, soll selbst gnädig sein. Jesus knüpft daran sogar die Vergebung Gottes – was zunächst wie ein Widerspruch zu Gottes bedingungsloser Gnade wirkt: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (Matthäus 6,14–15).

Diese Aussage von Jesus stammt aus der Bergpredigt, seiner wohl wichtigsten Rede. Dort sagt er das im Zusammenhang mit dem Vaterunser: Jesus erklärt seinen Jüngern, wie sie beten, und warum sie das so tun sollen. Zu diesem Gebet gehört die Bitte: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Das beten Christen aller Konfessionen. Weiter geht es übrigens so: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“

Die Bitte um Vergebung hat also ganz eng damit zu tun, das Böse nicht tun zu wollen. Und wenn es doch dazu kam, es zu bereuen. „Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit“, schreibt der Apostel Johannes in seinem ersten Brief (Kapitel 1,9).

Kirche muss Vergebung predigen

So gesehen stimmt es: Ein Recht auf Vergebung hat man nicht. Dass Gott vergibt, ist Gnade. Auch von anderen Menschen lässt sie sich nicht einfordern. Aber jeder darf darum bitten. Auch Priester, die Kinder misshandelt haben. Was natürlich nicht heißt, dass ihre Taten damit ohne Konsequenzen bleiben sollen. Menschlich gesehen widerstrebt es einem. So etwas zu vergeben scheint eine menschenunmögliche, nicht zumutbare Aufgabe. Hat Jesus zu viel verlangt?

Das ist kaum zu beantworten, ohne selbst Opfer zu sein. Auf jeden Fall ist gegenseitige Vergebung existenziell für das Miteinander und sicherlich auch für die eigene seelische Verfassung. Das bestätigen auch Psychologen. Im Fall dieser Eklat-Predigt ist eine Beurteilung schwierig, wenn man nicht dabei war. Natürlich hat es einen seltsamen Beigeschmack, wenn ein Kleriker sagt, es sei Zeit, seinen Kollegen zu vergeben. Und natürlich sind Missbrauchstäter Kriminelle und nicht nur „sogenannte Verbrecher“. Es stellt sich die Frage nach Reue, nach Buße. Auch seelsorgerlich war der Bezug auf Missbrauch womöglich deplatziert.

Wenn die Kirche keine Vergebung mehr predigte, könnte sie ihren Laden zumachen. Das Ideal der Vergebung entspricht dem Kern der biblischen Botschaft. Aber gerade im Kontext von sexuellem Missbrauch und anderen schlimmen Leiderfahrungen ist größte Behutsamkeit, Einfühlung und Demut gefragt. Denn Menschen mit einer theologischen Wahrheit zu erschlagen, wird ihren Glauben nicht stärken.

Anmerkung: Pfarrer Ulrich Zurkuhlen hat sich später, nachdem dieser Kommentar veröffentlicht wurde, gegenüber dem WDR relativierend über den Missbrauch in der Kirche geäußert. Daraufhin hat Bischof Felix Genn ihn in den Ruhestand versetzt und ihm den Dienst als Seelsorger, die öffentliche Zelebration der Messe und die Predigt verboten, ebenso soll sich Zurkuhlen nicht mehr öffentlich zum Thema äußern.

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Mon, 08 Jul 2019 17:02:00 +0200
<![CDATA[Volxbibel jetzt auch als App]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/07/08/volxbibel-jetzt-auch-als-app/ Die Volxbibel ist eine ungewöhnliche Fassung der Bibel, die sich vor allem an jüngere Leser richtet. Der Gründer der „Jesus Freaks“, Martin Dreyer, initiierte das Projekt 2004. Jesu Geburt findet darin nicht in einem Stall, sondern in einer Tiefgarage statt, der Einzug nach Jerusalem auf einem Motorrad. Sowohl das Alte, als auch das Neue Testament gibt es in der Volxbibel-Übertragung. Sie ist die erste Bibel weltweit, die unter einer Creative-Commons-Lizenz im Internet in einem Wiki weiter bearbeitet wird, um sich dort sprachlich zu entwickeln.

Seit einigen Tagen kann man sich die Volxbibel auch als App für das Smartphone herunterladen. Die kostenlose App, die es sowohl für Android-, als auch für Apple-Geräte gibt, bietet die üblichen Dienste ähnlicher Bibel-Apps: Man kann Texte übers Internet mit anderen teilen, sich einen Spruch des Tages anzeigen lassen und Verbindungen zu christlichen Podcasts und Videos finden. In späteren Versionen soll auch eine Offline-Nutzung der Texte möglich sein.

„Die Texte zeigen, wie auch Nichtchristen das Wort von Gott an uns verstehen sowie Trost und Ermutigung finden können“, heißt es in der Mitteilung des Teams. Zusätzlich zu der kompletten Bibel bietet die App auch Links zu weiterführenden Videos und erklärenden Podcasts mit Martin Dreyer an.

Von: Jörn Schumacher

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Mon, 08 Jul 2019 14:57:00 +0200
<![CDATA[„Die Arbeit mit den Pferden ist eine missionarische Chance“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/07/07/die-arbeit-mit-den-pferden-ist-eine-missionarische-chance/ Peter Pfister reitet mit seinem Pferd auf den Feldwegen entlang in Richtung Wald. Bei Bedarf und auf Zuruf macht er Kunststücke auf dem Vierbeiner. Es ist eine der Szenen über den Pferdeflüsterer Pfister, dessen Lebensgeschichte seit Mai in den deutschen Kinos zu sehen ist.

„Solange ich denken kann, begeistern mich Pferde“, sagt Pfister. Der Mann mit der Baskenmütze hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Der 65-Jährige aus dem mittelhessischen Eibelshausen liebt seine Tiere. Er hat sie wie kaum ein anderer in der Reitsport-Szene im Griff. Pfister betreibt mit Frau, Tochter und Schwiegersohn den Reiterhof „Meggi’s Farm“. Hierhin kommen regelmäßig Menschen, die er im Umgang mit den Pferden schult. Und hier entwickelte er seine trickreichen Shows, die ihn zu einem der bekanntesten Pferdetrainer Deutschlands gemacht haben. Dann liegen ihm sogar die Vierbeiner zu Füßen, lassen sich mit einer Plane zudecken und liefern sich ihm vertrauensvoll aus. Doch bis er dahin gekommen ist, war es ein langer Weg mit Höhen und Tiefen. Diese Geschichte erzählt der Kinofilm „Peter Pfister – der Pferdemann“.

Nach der Schule absolvierte Pfister zunächst eine kaufmännische Lehre. In der Freizeit nahm er Reitunterricht am Dillenburger Landgestüt. Auf der Zugfahrt zum Unterricht lernte er Meggi kennen. Aus der Reiterfreundschaft wurde mehr. „Sie ist heute die Oma meiner Enkel“, sagt Pfister.

Mit Meggi ist er bis heute verheiratet und auch die Pferde faszinieren ihn nach wie vor. „Dank Meggi habe ich schon als Jugendlicher angefangen, über den Glauben nachzudenken, und mich bekehrt.“ In puncto Pferde reizte den Familienmenschen von Anfang an das Freizeitreiten, das den Wettkampfgedanken nicht im Blick hat. „Wobei Leistungsdenken und Weiterentwicklung für mich schon wichtig sind.“ Pfister wechselte noch einmal den Beruf vom Kaufmann zum Krankenpfleger, dachte aber da schon an seine Passion. „Im Schichtdienst als Krankenpfleger hatte ich viel Zeit für mein Hobby“, erzählt er.

Pfister studierte erste kleine Showelemente ein. Damit trat er 1993 mit der sportmissionarischen Organisation „Sportler ruft Sportler“ auf der Weltmesse des Pferdesports, der Equitana, auf. Es war der erste Schritt in Richtung Professionalität. Der Chefredakteur der Pferdezeitschrift Cavallo fragte ihn, ob er sein Wissen in einem Buch niederschreiben wolle. Außerdem solle er doch einmal darüber nachdenken, sich mit dem Pferdesport selbständig zu machen.

Shows mit missionarischem Hintergrund

Das Fachpublikum wurde auf Pfister aufmerksam. In seinen Dressur-Shows verbindet er einzelne Aktionen mit der christlichen Botschaft. „Die Shows hatten einen missionarischen Hintergrund. Ich wollte die Leute aber nicht vollpredigen.“ Am Ende seiner Show legen sich die Pferde hin und werden von Pfister zugedeckt. Ein ungewöhnliches Verhalten für Herdentiere. Das Bild steht sinnbildlich für den Glauben. So wie die Pferde sich ihm anvertrauen, können sich die Menschen Gott anvertrauen und Höhen und Tiefen im Leben bewältigen. „Wir dürfen uns hinlegen und ausruhen, weil wir wissen, er passt auf.“

An einem Tag während der Europamesse des Pferdesports in Offenburg legte sich das Pferd nicht hin, sondern lief weg: „Ich musste meinem Pferd mehrmals nachlaufen und es wieder zu mir holen.“ Dieses Bild griff die Moderatorin damals auf. Auch Gott gehe den Menschen nach. Im dritten Anlauf ließ sich das Pferd schließlich zudecken. Pfister fordert es dann auf, sich aus dem Liegen auf den Hintern zu setzen. Auch Gott richte die Menschen auf, damit sie gestärkt durch das Leben gehen können. Das versetzte viele Zuschauer ins Staunen.

Der Entschluss zur Selbständigkeit reifte weiter. Pfister, mittlerweile Pflegedienstleiter der heimischen Diakoniestation, nahm ein Sabbatjahr – und kehrte nicht mehr in seinen ursprünglichen Beruf zurück. Er machte sein Hobby zum Beruf. Vor allem seine Frau hatte Bauchschmerzen mit dem Weg in die Selbständigkeit. Im Rückblick betrachtet Pfister es als Geschenk, dass er es gewagt hat. Das Familienunternehmen hat mehrere Standbeine, die alle etwas mit Pferdesport zu tun haben: Es hat sich ein reger Internethandel für Pferdeutensilien entwickelt. Und es gibt breit gefächerte Schulungen auf „Meggi’s Farm“. Manche wollen Tipps in der Freiheitsdressur, andere haben Lust, Grundlagen für die Trickreiterei zu lernen, die ihnen Kunststücke auf den Pferden ermöglichen.

Für Pfister sind in der Ausbildung der Pferde vier Dinge maßgeblich. Ganz oben steht die Frage der Autorität. „Das Pferd ist ein Herdentier und lebt in einer natürlichen Hierarchie. Es bekommt Sicherheit mit einem kompetenten Ausbilder. Er trifft Entscheidungen und bringt dem Pferd Respekt und Achtung entgegen, aber er erniedrigt es nicht.“ Zweitens geht es darum, Vertrauen aufzubauen. Respekt und Achtung sind die Basis für Vertrauen: „Das Pferd ist nicht nur ein Herdentier, sondern auch ein Fluchttier, also ein ‚geborener Feigling‘. Über Mauern springen ist keine Aufgabe, die ein Pferd von Natur aus machen würde. Der Mensch muss die Vertrauenssituation schaffen, damt sich sein Vierbeiner dennoch darauf einlässt.“

Die dritte Säule steht für System. Nur wer weiß, wie er mit dem anderen kommunizieren kann, kann sich diesem mitteilen. Hier geht es um das Wissen darum, wie ein Pferd lernt, wie sich erwünschte Verhaltensweisen festigen und unerwünschte abbauen. Die vierte Säule steht für Konsequenz. „Nur wenn meine Rede klar ist, kann der andere sie verstehen. Nur durch konsequentes Handeln kommen klar Ergebnisse zustande.“ Pfister verweist in diesem Zusammenhang auf ein Jesus-Wort aus Matthäus 5,37: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein“.

Fürsorge für das Geschöpf Pferd

Bis Pfister „die Pferde zu Füßen lagen“, waren eine solide Grundlagenarbeit und viel Geduld nötig. In seinen Kursen ist ihm wichtig, dass die Pferde Pausen brauchen, um Dinge zu verarbeiten. Dabei hat er drei ethische Ansprüche. Der erste lautet Demut. „Ich muss auch den Mut haben, mich selbst zurückzunehmen und infrage zu stellen.“ Der zweite heißt Achtung im Sinne von Respekt, der dritte Fürsorge für das Geschöpf Pferd. „Ich danke Gott, dass es die Pferde gibt und ich sie nutzen darf.“

Die kleinen, kniffligen Momente seiner Shows bekommt der Zuschauer nicht immer mit. „Natürlich kann ich meine Vorführungen nach dem Prinzip ‚Schneller, höher, weiter‘ gestalten. Für Pferdefreunde ist es aber oft viel beeindruckender, wenn das Fluchttier Pferd sich auf meine Anfrage hinlegt und sich dabei auch noch mit einer großen Plastikplane zudecken lässt. Ein Pferd legt sich nämlich nur hin, wenn es sich in absoluter Sicherheit weiß, und Plastikplanen jagen ihm meist einen großen Schrecken ein. Tut es das dennoch bei einer Show für mich, weil es mir vertraut, ist das schon etwas ganz Besonderes,“ sagt Pfister.

Nach einer seiner Vorstellungen sei ein Mann auf ihn zugekommen und habe geweint: „Er hatte durch meine Vorführung und wie ich die Pferde anleite, begriffen, was es heißt, wenn Gott einen an die Hand nimmt und zurückführt.“ Auch Pfister hat diese Führung Gottes erlebt. Das möchte er weitergeben. Bei „Sportler ruft Sportler“ hat er ein Netzwerk für Profis im Pferdesport geschaffen. Dort tauschen sich Menschen über Sorgen und Probleme aus, die von ihrem Beruf im Reitsport leben.

Talente und Begabungen für Gott einsetzen

„Gott hat mir Begabungen und Talente gegeben. Diese möchte ich für ihn einsetzen.“ Er sagt: „Viele nehmen wahr, wes Geistes Kind wir sind“, beobachtet er. „In abendlichen Gesprächen fragen sie mich und meine Familienmitglieder nach unserem Glauben, den ich vielleicht einmal im Laufe des Tages erwähnt habe.“ Letztens habe ihm eine Teilnehmerin gesagt: „Sobald ich bei euch bin, geht es mir gut!“

Vielleicht ist es kein Zufall, dass Pfister am Eingang des Reiterhofes zwei Wegweiser aufgestellt hat: Der eine weist auf „Meggi’s Farm“ hin, der entgegengesetzte in die „richtige Welt“.

Diesen Beitrag finden Sie auch in der Ausgabe 3/2019 des Christlichen Medienmagazins pro. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5667752, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Sun, 07 Jul 2019 16:31:00 +0200
<![CDATA[„Ost-Erfolg der AfD hat mit DDR-Vergangenheit zu tun“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/07/06/ost-erfolg-der-afd-hat-mit-ddr-vergangenheit-zu-tun/ Pro: Die Leipziger Philharmoniker haben den Linken-Politiker Gregor Gysi eingeladen, die Festrede zu halten bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich von 30 Jahren Friedlicher Revolution. Sie haben das öffentlich kritisiert. Warum?

Ulrich Kasparick: Der 30. Jahrestag eines solchen Ereignisses ist schon etwas sehr Besonderes. Wenn man den früheren Vorsitzenden der SED ausgerechnet zu diesem Jubiläum nach Leipzig einlädt, muss das Widerspruch hervorrufen. Gysi war ja nun wahrhaftig kein Oppositioneller. Im Gegenteil: Er war ein Träger des Systems. Und in Erinnerung an die Friedliche Revolution einen Vertreter des Systems einzuladen, das ist absolut nicht zu rechtfertigen. Ich habe die Hoffnung, dass die Verantwortlichen noch mal eine Nacht darüber schlafen und einsehen, dass sie sich vergaloppiert haben.

Was bedeutet so ein Signal für Opfer der Stasi?

Ich kenne viele, die gesessen haben – in Hohenschönhausen oder einem anderen Gefängnis, im Roten Ochsen oder im Gelben Elend (Gefängnisse in Halle und Bautzen; Anm. d. Red.). Wer bespitzelt worden ist, für den ist das ein lebenslanges Thema. Wir haben mittlerweile drei Jahrzehnte Erfahrung mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und wir wissen, dass es bei Menschen, die damals in Haft waren, zu Retraumatisierungen kommen kann. Ich sage das auch als Seelsorger. Bei so einem Termin wie dem Jubiläum des Mauerfalls braucht es da schon etwas Fingerspitzengefühl. Das hat man hier nicht gehabt und sich vor allen Dingen nicht mit der Aufarbeitung der Vergangenheit beschäftigt.

Sie warnen in Ihrer Stellungnahme vor Vergesslichkeit in Bezug auf die eigene Geschichte. Ist dieser Fall in Ihren Augen eher ein Einzelbeispiel?

Diese Vergesslichkeit nimmt unglaubliche Ausmaße an. In Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise können Sie ein Abitur bekommen, ohne dass Sie eine einzige Stunde DDR-Geschichte gehabt haben. Die jüngere deutsche Geschichte, zu der die ostdeutsche Geschichte gehört, ist in großen Teilen der jüngeren Bevölkerung nicht mehr präsent. Das ist katastrophal.

Sie waren einige Jahre zusammen mit Herrn Gysi im Bundestag. Wie haben Sie ihn da erlebt?

Er ist eloquent, aber für mich war er immer ein Repräsentant des „Advokaten“. Das kommt in der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts als Schimpfwort vor. Das ist einer, der in allen Situationen eine Ausrede findet und einem das Wort im Munde umdreht. Ich glaube ihm kein einziges Wort. Er ist eine hoch umstrittene Persönlichkeit. Einigkeit gibt es darüber, dass er der letzte Vorsitzende der SED und zuständig dafür war, dass die PDS sich überhaupt in den Westen retten konnte. Er hat die Milliarden der SED so verteilt, dass für die Genossen nicht wirklich viel verlorengegangen ist. Das ist alles aktenkundig.

In den Achtzigerjahren waren Sie Jugendpastor in Jena. Inwiefern haben Sie dabei selbst Einschränkungen oder Bedrängungen seitens der Stasi erfahren?

Die Stasi hatte mich richtig auf dem Kieker. Es gab einen Maßnahmenplan mit dem Ziel, den Stadtjugendpfarrer zu zerstören. Sie hatten neunzehn Inoffizielle Mitarbeiter eingesetzt von der Kirchenleitung bis in die Junge Gemeinde und die Offene Arbeit. Das war schon sehr heftig. Dass man abgehört wurde, war da schon eher eine Banalität. Dienstreisen wurden verhindert, die Verwandtschaft haben sie bespitzelt – unser Sohn taucht im Alter von anderthalb Jahren in den Akten auf. Es ist eine lange Geschichte und sie liegt 30 Jahre zurück, das muss man nicht jedes Mal aufwärmen. Aber ich merke bei mir – und das war auch der Grund, weshalb ich mich öffentlich geäußert habe –, es ist nach wie vor ein Trigger, ein Punkt, auf den ich empfindlich reagiere.

Die Kirchen waren ja in der DDR eine Art Schutzraum für die freie Meinungsäußerung ...

Einige wenige Kirchgemeinden. Es heißt ja, die Kirche sei „das Dach der Opposition“ gewesen. Das ist in dieser Allgemeinheit eine Legende, die ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen kann. Es waren wenige Kirchenleute, die ihre Räume geöffnet und die sich damals eingemischt haben. Ich kann mich gut an Diskussionen im Konvent erinnern, wo viele Kollegen sagten, es sei nicht Aufgabe der Kirche, sich mit den Oppositionellen zu beschäftigen, das sei eine unnötige Provokation dem Staat gegenüber.

Aber trotzdem hatten die Kirchen ja zumindest dadurch, dass einige sich geöffnet haben, eine gewisse Anziehungskraft gerade für Bürgerrechtler und Oppositionelle.

Angefangen hat das mit den Friedensgebeten in den Achtzigerjahren, die im Laufe der Zeit ihren Charakter verändert haben. 1988 gab es in Berlin die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration, bei der viele Bürgerrechtler verhaftet wurden. Wir haben dann in Jena als eine der ersten Gemeinden überhaupt in der DDR angefangen mit einer Fürbitt-Andacht für die zu Unrecht Inhaftierten, also die klassische, alte christliche Fürbitte für Gefangene. Daraus wurden dann die Montagsgebete und schließlich die großen Demonstrationen. Es kamen immer mehr Menschen. Sie passten nicht mehr in die Kirche rein. Ähnlich war es in Leipzig, in Berlin und anderen Städten. Wenn man sich mit Friedensthemen beschäftigt, muss man auch über innergesellschaftliche Konflikte reden. Und damit waren die Orte gesetzt, weil es keine anderen gab.

Mittlerweile ist ja der Osten Deutschlands eine der religionsärmsten Regionen Europas. Hat auch das atheistische DDR-Regime dazu beigetragen?

Das hat es ganz sicher. Ich habe meine letzten beruflichen Jahre vor dem Ruhestand als Pfarrer in der Uckermark verbracht, ganz im Osten an der polnischen Grenze. Da kann man das bestätigt finden. In vielen Familien gibt es in der vierten Generation schon keinen Kontakt mehr zur Kirche. Insbesondere Margot Honecker hat die Kirche massiv bekämpft. Zuvor sind die Menschen wegen Hitler aus der Kirche ausgetreten, zu Honeckers Zeiten war die Kirche in der deutlichen Minderheit und jetzt, in den 30 Jahren Kapitalismus, haben die Leute andere Sorgen. Das ist eine richtig abgerissene Tradition. Ich habe das aber immer auch als eine Chance empfunden. Denn wenn man als Pastor mit dem Gemeindeaufbau bei Null anfangen kann, ist manches einfacher.

Ausgerechnet in den neuen Bundesländern ist die AfD ja sehr stark. Gibt es da auch einen Zusammenhang mit der DDR-Vergangenheit und den Nachwirkungen der Wiedervereinigung?

Das ist ein spannendes und natürlich komplexes Thema. Selbstverständlich gibt es einen Zusammenhang mit der DDR. Aber man muss sehen: Die Organisatoren der AfD, die dieser Partei die politische Struktur geben, kommen aus den alten Bundesländern. Alexander Gauland, der in der Staatskanzlei in Hessen war, Björn Höcke oder auch Götz Kubitschek. Aber bei denjenigen, die sich beteiligen, die Mitglieder sind, gibt es schon einen Zusammenhang mit DDR-Themen, und zwar doppelt:

Einerseits ist die Generation der etwa 50-Jährigen sehr stark vertreten, die um die 20 Jahre alt war, als die Mauer fiel. Diese Generation hat erlebt, wie die Autoritäten, die sie immer hatte, über Nacht weg waren und es keine neuen gab. Etliche sagen, dass diese Menschen nun nach starken Autoritäten suchen und sich deshalb wieder auf nationalstaatliche Ideen fixieren, eine Beobachtung, die noch weitere genauere Untersuchung verdient.

Und der zweite Aspekt?

Das Völkisch-Nationale, was ja bei der AfD und bei Pegida eine starke Rolle spielt, hat bei ehemaligen DDR-Bürgern zu tun mit der in vielen Fällen nicht stattgefundenen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der eigenen Geschichte der konkreten Familie. Die DDR gehörte ja auf die Seite der Sieger. Wir waren ein „antifaschistischer Staat“. Wir hatten einen „antifaschistischen Schutzwall“, der uns vor allen Fährnissen schützte, und es war völlig klar: Faschisten gibt es bei uns nicht. Die sitzen im Westen. Das ist ja die Gründungslegende der DDR. Das führte in vielen Familien dazu, dass man gar nicht genau nachgeprüft, hat, was zum Beispiel der Opa tatsächlich gemacht hat in jener Zeit. Es war ein familiäres Tabu und ich bin der festen Überzeugung, dass das AfD-Phänomen mit diesem Tabu zusammenhängt. Ich würde es jedoch nicht direkt daraus ableiten, das wäre zu simpel. Ähnliche Zusammenhänge konnte man bei rechtsextremen Enkelinnen von Überlebenden des Hamburger Feuersturms, eines der schwersten Luftangriffe auf die Stadt im Zweiten Weltkrieg, nachweisen.

Wie bewerten Sie die Rolle der Kirchen heute bei der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit?

Sie haben sich große Mühe gegeben. Alle ostdeutschen Kirchen haben Kommissionen eingesetzt und die eigene Verstrickung mit dem DDR-Regime bearbeitet. Da hat es auch personelle Konsequenzen gegeben, es ist eine neue Generation herangewachsen. Und das sage ich auch selbstkritisch: Wir hatten zum Beispiel im Konvent in Jena einen Kollegen, der über 30 Jahre bei der Stasi war. Als kirchliche Kollegen müssen wir uns fragen, wie es so weit kommen konnte. Was war mit der Geschwisterlichkeit in unseren Konventen los, dass wir einzelne Kollegen an die Stasi verloren haben? Hatten wir dieses vertrauensvolle Miteinander, waren wir wirklich so füreinander stärkend da, wie der Konvent eigentlich hätte sein müssen? Oder waren wir nicht auch Leute, die andere ausgegrenzt haben?

Eine letzte Frage noch: Wo waren Sie, als die Mauer fiel?

Ich war in Berlin beim Abendessen in einer Kneipe an der Prenzlauer Allee und das Radio lief volle Pulle – RIAS und SFB natürlich (Radio im amerikanischen Sektor bzw. Sender Freies Berlin – also West-Radio; Anm. d. Red.). Dann kam einer von draußen rein: „Der Zaun ist auf!“, brüllte er in die Kneipe rein. Ich bin allerdings erst zwei Tage später nach Westberlin hinüber gelaufen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Jonathan Steinert

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Sat, 06 Jul 2019 15:02:00 +0200
<![CDATA[Die Philister kamen aus Europa]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/07/05/die-philister-kamen-aus-europa/ Neue Beweise zeigen, dass die Philister, die für ihren biblischen Konflikt mit den Israeliten bekannt sind, im 12. Jahrhundert vor Christus als Einwanderer aus Europa in die Region kamen. „30 Jahre lang haben wir in Aschkelon ausgegraben, Kanaaniter, frühe Philister und spätere Philister entdeckt. Jetzt können wir die Geschichte verstehen, die diese Knochen erzählen", sagte Daniel M. Master, Direktor der Leon-Levi-Expedition nach Aschkelon. Das Team verwendete modernste DNA-Technologien an alten Knochenproben, die bei Ausgrabungen von 1985 bis 2016 entdeckt wurden.

Bei der ersten Analyse genomweiter Daten von Menschen, die während der Bronze- und Eisenzeit (vor etwa 3.600 bis 2.800 Jahren) in Aschkelon lebten, stellte das Team fest, dass ein erheblicher Teil von einer europäischen Bevölkerung abstammt. Diese europäische Abstammung wurde in Aschkelon um die Zeit der geschätzten Ankunft der Philister im 12. Jahrhundert vor Christus eingeführt.

Der Konflikt der Israeliten mit den Philistern ist in der Bibel gut belegt. Samson erschlägt 1.000 Philister in Richter 15, und David bekämpft den Philister Goliath in 1. Samuel 17. Nach dem Buch Josua lag das Land der Philister in der südwestlichen Levante, also in den Stadtstaaten Gaza, Aschkelon, Ashdod, Ekron und Gath, vom Wadi Gaza im Süden und bis zum Jarkon-Fluss im Norden. Aus dieser Bezeichnung heraus wurde die Region von den Griechen und später das ganze Land von den Römern Palästina genannt.

Genetischer Einfluss aus Südeuropa

Der stellvertretende Kurator der Sammlungen des Harvard Semitic Museum, Adam A. Aja, und einer der Archäologen des Philister-Friedhofs in Aschkelon, befanden: „Die DNA von Knochen der Kleinkinder enthüllte, dass sie nicht von der lokalen Bevölkerung stammten." Es habe da einen neuen genetischen Input aus Südeuropa gegeben.

Michael Feldman vom Max-Planck-Institut für die Wissenschaft der Menschheitsgeschichte erklärte, dass die genetische Unterscheidung auf den europabezogenen Genfluss zurückzuführen ist, von dem bekannt ist, dass er in Aschkelon entweder am Ende der Bronzezeit oder am Anfang der Eisenzeit eingeführt wurde. „Dieses Timing steht im Einklang mit Schätzungen zu der Ankunft der Philister an der Küste der Levante, basierend auf archäologischen und textlichen Aufzeichnungen", sagte er.

„Nicht nur haben wir eine Radio-Kohlenstoff-Datierung, sondern auch stratigraphische Beweise", sagte der Direktor der Expedition nach Aschkelon, Masters. „Diese Proben stammen aus sorgfältig ausgegrabenen Kontexten, verbunden mit genau datierbaren Artefakten."

Im Jahr 2016 entdeckten Archäologen den ersten Philister-Friedhof. Aus diesen Gräbern haben die Forscher genomische Daten von den Überresten von zehn Individuen gefunden, die in der Bronze- und Eisenzeit in Aschkelon lebten. Diese Daten erlaubten es dem Team, die DNA der Bronze- und Eisenzeitmenschen von Aschkelon zu vergleichen, um festzustellen, wie sie miteinander verbunden waren. Die Forscher fanden heraus, dass Individuen über alle Zeiträume hinweg den größten Teil ihrer Abstammung aus dem lokalen levantinischen Genpool stammten, aber dass Individuen aus der frühen Eisenzeit eine europäische Abstammungskomponente hatten, die in ihren bronzezeitlichen Vorgängern nicht vorhanden war.

„Die Philister blieben die Philister“

Die Forscher fanden auch heraus, dass die europabezogene Komponente bei späteren eisenzeitlichen Individuen aus Aschkelon nicht mehr nachvollziehbar war. Mit anderen Worten, innerhalb von zwei Jahrhunderten oder weniger ist der in der frühen Eisenzeit eingeführte genetische Fußabdruck nicht mehr nachweisbar und wurde wohl durch den lokalen levantinischen Genpool verdünnt. Die Forscher meinen, dass eine intensive Vermischung zwischen lokalen und ausländischen Populationen naheliege. Dennoch gab es Kontinuität in ihrer ethnischen Zugehörigkeit.

„Die Philister blieben Philister", erklärte Masters. „Später sahen die Menschen, die sich Philister nannten, ähnlich aus wie die Menschen um sie herum. Ihre Ethnie änderte sich nicht, obwohl wir, wenn wir uns ihr Genom ansehen, mehr levantinischen Einfluss sehen als zuvor. Es ist eine interessante Art zu betrachten, wie Genetik und Ethnizität nach verschiedenen Prinzipien unterschiedlich funktionieren", schloss Masters.

„Wir brauchen mehr genetische Proben aus dieser Region, um genauer zu bestimmen, woher diese Population kommt", sagte Aja. Offen ist weiterhin, woher diese „Seevölker“ kamen. Es wird vermutet, dass es sich um Menschen aus der Ägäis handelte, die wegen klimatischer Veränderungen auch in Richtung Ägypten flohen. Die Philister wurden im 6. Jahrhundert vor Christus durch die Babylonier ausgelöscht. Zusammen mit den Israeliten wurden sie nach der Zerstörung Jerusalems und des ersten Tempels ins babylonische Exil getrieben. Dort verschwanden sie dann als ethnisch eigenständige Gruppe.

Von: Ulrich W. Sahm

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Fri, 05 Jul 2019 16:43:00 +0200
<![CDATA[Missbrauchsvorwürfe gegen Priester nicht rückläufig]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/05/missbrauchsvorwuerfe-gegen-priester-nicht-ruecklaeufig/ Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Kleriker hat die Katholische Kirche in Deutschland schwer erschüttert. Trotz Bemühungen der Kirche waren die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen gegen Kleriker in den Jahren 2009 bis 2015 offenbar nicht rückläufig. Das zeigt eine Untersuchung einer Forschergruppe um den Mannheimer Psychiater Harald Dreßing.

In der am Mittwoch veröffentlichten Studie des forensischen Psychiaters aus Mannheim ist auch erkennbar, dass die Zahl der Strafanzeigen gegen Priester und Ordensleute in dem Zeitraum nicht zurückgegangen ist. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erklärte Dreßing am Freitag: „Die Ergebnisse zeigen, dass die von der Kirche selbst so gelobte Präventionsarbeit in Hinblick auf die Zielgruppe der Kleriker offensichtlich weitgehend wirkungslos ist.“

Prävention stößt auf Granit

Laut FAZ vom Mittwoch sei dies „im Blick auf die seit 2010 ausgeweiteten Präventionsbemühungen der Kirche ‚bemerkenswert‘“. Die Vorbeugungs-Maßnahmen in der Kirche stießen „bei einigen Priestern ‚auf Granit‘, solange ‚strukturelle Risikofaktoren‘ wie klerikale Macht, Zölibat oder kirchliche Sexualmoral unverändert bleiben“, erklärte Dreßing gegenüber der FAZ. Das katholische Online-Magazin Kirche und Leben berichtete am Mittwoch, dass nach Ansicht Dreßings sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester ein anhaltendes Problem sei, kein historisches. Dem Bericht zufolge fordern die Autoren der Studie von der Kirche, besonders bei der Präventionsarbeit von Priestern zu intensivieren.

Nach Angaben der FAZ vom Freitag zeigt die Studie auch: Im Vergleich zu Männern in der gesamten Bevölkerung ist sexualisierte Gewalt durch Priester und Ordensleute nicht zurückgegangen.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, hat in der Auseinandersetzung zu Besonnenheit aufgerufen. Er wolle sich nicht an „Mutmaßungen über Zahlen" oder „Spekulationen" über deren Deutung beteiligen. Seiner Meinung nach fehle es an einer „seriösen Wirkungsforschung für den Bereich der Prävention“, berichtet Kirche und Leben am Freitag.

Hintergrund

Der Psychiater Harald Dreßing leitete Forschungsgruppe, die im September 2018 die Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ vorgelegt hatte, die den Missbrauch an 3.677 Minderjährigen offenlegte. Die jüngste Untersuchung ist am Mittwoch in der Fachzeitschrift Psychiatrische Praxis erschienen.

Von: Norbert Schäfer

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Fri, 05 Jul 2019 16:03:00 +0200