Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de Die aktuellen News bei Medienmagazin pro de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de 18 16 Die aktuellen News bei Medienmagazin pro TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 23 Jan 2017 09:21:51 +0100 <![CDATA[Wenn Luther Gender-Gaga kritisiert]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/01/22/wenn-luther-gender-gaga-kritisiert/ Moritz Breckner hat das sehenswerte Stück besucht.]]> Teilen Twittern Teilen

Wenn Luther Gender-Gaga kritisiert

Was würde Luther sagen, wenn er per Zeitreise mit der heutigen Evangelischen Kirche in Deutschland reden könnte? Diese Frage stellt sich ein christliches Theaterprojekt. Moritz Breckner hat das sehenswerte Stück besucht.

Martin Luther (Ewald Landgraf) ist verzweifelt, denn kaum einer will ihm zuhören. Dabei hat er viel zu sagen: „Die Kirche muss die letzten Fragen des Lebens beantworten, statt über Umweltpolitik zu reden. Sie darf Ehe und Familie nicht antasten. Sie darf nicht verschweigen, wovor Jesus rettet.“ 95 neue Thesen sind es insgesamt, die er im Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums an die Kirchentür in Wittenberg anschlagen will. Damit davon überhaupt jemand was mitbekommt, soll die junge Journalistin Kathrin (Julia Schmidt) für Medienrummel sorgen.

Das ist die Ausgangslage im Theaterstück „Reformator – Die Rückkehr“, erdacht von Hauptdarsteller Ewald Landgraf und umgesetzt mit Laiendarstellern des Projekts „Theater zum Einsteigen“. Landgraf schreibt seit 1998 Theaterstücke, in denen die christliche Botschaft aufgegriffen wird. Sie werden hauptsächlich in Landes- und Freikirchen aufgeführt, Landgraf trainiert die Darsteller und lebt von dem, was die Besucher spenden – je nachdem, wie viel ihnen der Abend wert war. Das Stück über Luther entwickelte Landgraf im Auftrag des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes zum Jahr des Reformationsjubiläums.

Der Ratsvorsitzende kommt nicht

Kathrin hält Luther zunächst für einen Verwirrten, als dieser mit Hilfe zweier Physiker erklärt, wie seine Zeitreise ins Jahr 2017 durch Wechselwirkungen in Quantensystemen funktioniert hat. Schluckt der Zuschauer die schräge Prämisse, wird er am Schluss nach rund 80 Minuten mit einer befriedigenderen Auflösung belohnt. Zeit genug, um aus Luthers Perspektive all die Konflikte zu besprechen, die heute Gräben zwischen den Konfessionen ziehen.

Luther verlangt, den Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche zu sprechen, um ihm den Kopf zu waschen – denn er hat den EKD-Werbespot für Unisextoiletten ebenso gesehen wie das um sich greifende „Gender-Gaga“. Der Ratsvorsitzende kommt nicht, Luther muss an einem von Kathrin organisierten „runden Tisch“ (welch typisch kirchliche Stuhlkreis-Floskel) mit Pfarramtssekretärin Gnadenbach und Dekanin Seicht Vorlieb nehmen. Die Namen Gnadenbach und vor allem Seicht sind bei den penetranten Damen Programm, jedoch hat es der Regisseur mit der Karikatur nicht übertrieben – denkbar wären noch Öko-Klamotten und lange Doppelnamen gewesen. Doch „Reformator“ möchte zwar bissig, aber nicht verletzend sein.

Laute Debatten, leise Töne

In die Diskussion um Luther mischen sich im Laufe des Abends immer mehr Protagonisten ein. Da kommt der Katholik Werck (Marco Stegner), der von Luther eine Entschuldigung verlangt, seinen Gesprächspartnern Ketzerei vorwirft und erklärt, dass es nur eine wahre Kirche gäbe. Seine Gehässigkeiten begründet er vielsagend: „Man wird doch wohl noch in Liebe die Wahrheit sagen dürfen!“ Dieses Anliegen hat sich auch Dornkahl (Tobias Lehr) auf die Fahnen geschrieben: Der atemlos empörte Herr hat ein beispielloses Kirchen-Hopping hinter sich, weil für ihn keine Konfession heilig genug war. Nun ist er „Urchrist“ und verlangt von Luther, den anderen so richtig eins überzubraten. Es ist ein Spiel mit den Stereotypen, denen viele Christen schon einmal begegnet sind.

Auch wenn es manchmal auf der Bühne, die ohne aufwändige Kulissen auskommt, laut wird, sind Platz für leise Töne: Die Journalistin Kathrin sucht nach dem Sinn ihres Lebens, in dem das Schicksal, wie sie es nennt, mehr als einmal nur Enttäuschungen zu bieten hatte. Je mehr sie über Luther recherchiert und seiner Argumentation lauscht, desto weicher wird ihr Herz für die Frage, ob Jesus nicht doch auch für sie eine Bedeutung haben kann. „Jesus ist kein Kuscheltier“, sagt Luther, dem mehr an Kathrin liegt, als der Zuschauer zunächst erfährt. „Er rettet uns mit Blut für die Ewigkeit im Himmel.“ All das in Zweifel zieht eine mysteriöse Frau namens Achilles (Inken Staiger-Will), die in manchen Szenen die Rolle des biblischen Widersachers einzunehmen scheint, bevor auch ihre Rolle am Schluss aufgelöst wird.

Zuschauer bekommen Gutes zum Nachdenken

Doch auch Luther muss sich überprüfen, selbstkritisch reflektieren und manche Fehler schwer bereuen, wie die antisemitischen Äußerungen, die bis heute Schatten auf sein Wirken werfen. „Ich war ein Kind meiner Zeit“, erklärt er und versteht in der Rückschau nicht, warum Gott ihm nicht mehr Weisheit gegeben hat.

„Reformator – die Rückkehr“ ist ein sehr kurzweiliges Theaterstück. Die Dialoge sind dicht gefüllt mit Informationen, Gags und Nachdenkenswertem, sodass der Theaterabend auf mehreren Ebenen einen Gewinn darstellt. Besucher werden für den historischen Kontext Luthers sensibilisiert, zum Nachdenken über die Streitkultur unter Christen gebracht und eingeladen, den Glauben an Jesus Christus anzunehmen. „Früher mussten die Menschen Gott gnädig stimmen, heute muss Gott die Menschen gnädig stimmen“, klagt Luther über den Geist unserer Zeit. Beste Voraussetzungen also, um als Zeitreisender an den ursprünglichen Auftrag der Kirchen zu erinnern. (pro)

Das Theaterstück „Reformator – die Rückkehr“ von und mit Ewald Landgraf tourt bis Mitte November durch zahlreiche Orte in Deutschland. Eine Übersicht der Termine findet sich hier.

Von: mb

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Sun, 22 Jan 2017 18:25:00 +0100
<![CDATA[Luthers Kerngedanken spielerisch vermitteln]]> https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/2017/01/22/luthers-kerngedanken-spielerisch-vermitteln/ Teilen Twittern Teilen

Luthers Kerngedanken spielerisch vermitteln

Eine Kurzfilmreihe der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau erklärt jungen Menschen Martin Luthers Kerngedanken zur Reformation. Die sieben Kurzfilme sind für die Gemeindearbeit und den Schulunterricht bestimmt.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat sich vorgenommen, 500 Jahre Reformation mit sieben Kurzfilmen zu erklären. Unter dem Titel „Lupenrein“ ist die mit Animationssequenzen gespickte Kurzfilmreihe rund um Martin Luther nun im Internet erhältlich. In den Episoden begibt sich die 14-jährige Schülerin Kathi (Martha Badenhop) mit einem Forscher (Reinhard Stumm) auf die Spuren der Reformation Martin Luthers und erlebt Schlüsselmomente seines Lebens nach.

Auf alltägliche Probleme wie die Frage „Bin ich gut genug?“ findet Kathi zum Beispiel im Kurzfilm „Gnade“ überraschende Antworten. Angesichts zunehmender Hass-Nachrichten in sozialen Netzwerken zeigt der Film, dass Luthers Kernfragen nach Gnade und Vergebung im 21. Jahrhundert weiterhin aktuell sind. Die etwas steifen Schauspielleistungen und hölzernen Dialoge der Protagonisten täuschen nicht über die gute Absicht hinter dem Projekt hinweg. Zumal in den Kurzfilmen Alltagsprobleme intelligent in den Zusammenhang mit Luthers theologischem Fundament gebracht werden.

Der Forscher im Tropenanzug, der Kathi begleitet, trägt immer eine Lupe bei sich, die der Kurzfilmserie ihren Namen „Lupenrein“ einbrachte. Gleichzeitig spielt das Sichtglas auf das Logo der hessen-nassauischen Kirche zum Reformationsjubiläum 2017 an, das eine Lupe mit dem Schriftzug „Gott neu entdecken‘“ zeigt.

Begleitmaterial für Gemeindearbeit und den Schulunterricht

Die sieben Episodenfilme greifen wichtige Themen wie Gnade, Glaube, Christus, Gottes Wort, Freiheit, Gottesdienst und Reformation auf. Ergänzt werden sie durch Informationsmaterialien für die Gemeindearbeit oder den Schulunterricht. So soll es demnächst zu jedem Video eine Einheit des „Religionspädagogischen Instituts“ (RPI) geben, die für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Schule oder im Konfirmandenunterricht eingesetzt werden kann. Hinweise dazu gibt es beim Internetauftritt des Projekts.

Im Sommer vergangenen Jahres begannen die Dreharbeiten für die Filme im Rhein-Main-Gebiet. Die Trickfilmszenen wurden im Evangelischen Medienhaus in Frankfurt realisiert. In jeder Folge stecken für die Animationen rund 80 Stunden Arbeit. Zum 500. Jubiläumsjahr der Reformation 2017 sind die etwa sechs Minuten langen Videos nun kostenlos online und ab März auch für fünf Euro Versandkosten auf DVD erhältlich. Die Erklärfilme wurden im Auftrag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) vom Evangelischen Medienhaus in Frankfurt in Kooperation mit dem Religionspädagogischen Institut in Marburg konzipiert und produziert. (pro)

Von: mm

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Sun, 22 Jan 2017 13:45:00 +0100
<![CDATA[Kirchen des Jahres 2016 gewählt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/01/22/kirchen-des-jahres-2016-gewaehlt/ Teilen Twittern Teilen

Kirchen des Jahres 2016 gewählt

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat nach den „Kirchen des Jahres 2016“ gefragt. Gewonnen hat eine Kirche, in der bereits Martin Luther predigte.

Vor wenigen Wochen erst wurde die Weimarer Stadtkirche nach langer Sanierungszeit wieder eingeweiht, schon kann sie den nächsten Erfolg feiern: St. Peter und Paul ist die „Kirche des Jahres 2016“ der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) getragenen Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa).

Wie die EKD mitteilt, entfielen mehr als 1.000 Stimmen in der bundesweiten Abstimmung auf die spätgotische Hallenkirche, in der schon Martin Luther und Johann Gottfried Herder predigten. Die beliebteste Dorfkirche steht in Schwanefeld in Sachsen-Anhalt, auf Platz drei folgt die Dorfkirche im mecklenburgischen Rethwisch.

„Beteiligung erfreulich hoch“

Zwölf im Laufe des Jahres 2016 von der Stiftung KiBa geförderte und als „Kirchen des Monats“ nominierte Kirchen standen für die „Kirche des Jahres“ zur Wahl. Insgesamt beteiligten sich mehr als 5.100 Personen an der Abstimmung. „Damit ist die Beteiligung erneut erfreulich hoch“, sagt die Geschäftsführerin der Stiftung KiBa, Heidrun Schnell. „Diese Resonanz bestärkt uns“, so Schnell, „es zeigt sich, dass sich nach wie vor viele Menschen sehr für ihre Kirchen und deren Erhalt interessieren. Das wollen wir nach Kräften weiter befördern.“

Die offizielle Auszeichnung der drei erstplatzierten Kirchen des Wettbewerbs wird im Rahmen der Mitgliederversammlung des Fördervereins der Stiftung KiBa im Juni vorgenommen. Klicken Sie sich bei uns durch die Bilderstrecke der drei ersten Plätze der Liste:

Von: mm

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Sun, 22 Jan 2017 11:04:00 +0100
<![CDATA[Viel Erfolg, Mr. President!]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/01/20/viel-erfolg-mr-president/ Ein Kommentar von Moritz Breckner]]> Teilen Twittern Teilen

Viel Erfolg, Mr. President!

Held oder Diktator – zu Donald Trump gehen die Meinungen auseinander. Dabei lässt sich vieles noch nicht abschätzen, weil der unkonventionelle Milliardär so schwer einzuordnen ist. Ein Kommentar von Moritz Breckner

Viele Konservative, Republikaner und Christen haben Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur von Anfang an vehement abgelehnt – nicht obwohl, sondern weil sie Konservative, Republikaner und Christen sind. Gemessen an seinen politischen Ideen und an seinem Verhalten fällt es vielen nicht leicht, Trump auch nur in eine dieser Kategorien einzuordnen.

Je nachdem, wo der Betrachter steht, ergeben sich unterschiedliche Bilder von Trump. Da ist der narzisstische Reality-Star, der sich rassistisch und in obszöner Weise frauenfeindlich äußert, der nachts Beleidigungen an Komiker twittert, die ihn aufs Korn genommen haben. Der in einer Pressekonferenz den integren Journalisten Jim Acosta und dessen Sender CNN verunglimpft. Kurz: der Trump mit den schlechten Manieren, der sich nicht zusammenreißen kann oder will.

Andere sehen Trump, wie er am Vorabend seiner Vereidigung auf den Stufen des Lincoln Memorials sitzt und fröhlich bei Lee Greenwoods „God Bless the USA“ mitsingt. Der Trump, der in die Menge zwinkert, „I Love You“ ruft und Jobs und Hoffnung verspricht mit Worten, die der Durchschnittsbürger nachvollziehen kann. Der Trump, der schon vor Amtsantritt Firmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA überreden und das verprellte Israel mit Amerika versöhnen konnte. Der Trump, der wie so viele normale Bürger die Verachtung und Empörung des Establishments nicht verstehen kann und den Menschen verspricht: „Dann machen wir halt unser eigenes Ding!“

Warum Linke und Russland-Freunde dem US-Republikaner zujubeln

Trumps politische Verortung ist noch ein Rätsel. Auf seinem Nominierungsparteitag im August jubelten die Delegierten, als er entgegen bisheriger republikanischer Politik isolationistische und protektionistische Töne anschlug. Wetterte Trump im Wahlkampf gegen die Wall Street, gegen Freihandel, gegen Konzerne, Medien und das Establishment, hatte man zuweilen den Eindruck, einem Linken zuzuhören. Die NATO erklärte er kürzlich für „obsolet“. Nein, Trump ist kein klassischer Republikaner, und er ist kein klassischer Konservativer.

So paradox es klingt: Bei Trump als künftigem Anführer der westlichen Welt ist jenes Phänomen zu beobachten, das sich auch bei den sogenannten Rechtspopulisten in Europa zeigt: Eine Skepsis gegenüber der westlichen Weltordnung, die bislang eher im linken Lager üblich war. Entsprechend bekommt Trump in Deutschland aus den Ecken der AfD und der Linkspartei Applaus, die sich ja auch bestens verstehen, wenn es um den russischen Präsidenten Wladimir Putin geht. Die alten Kategorien von rechts und links „spielen plötzlich keine Rolle mehr“, schrieb entsprechend die Wochenzeitung Die Zeit am Donnerstag.

Wenn plötzlich Sarah Palin Kritik übt

Auch wirtschaftspolitisch vertritt Trump teilweise Positionen, die eher links sind und entsprechend von rechts kritisiert werden. Kurz nach seiner Wahl überzeugte Trump den Klimaanlagenbauer Carrier durch Steuererleichterungen, tausend Arbeitsplätze in den USA beizubehalten (warum diese Zahl auch als unrealistisch kritisiert wird, lesen Sie hier). Das konservative Wall Street Journal kritisierte den Deal mit der gleichen Begründung wie Trump-Unterstützerin Sarah Palin: Ein derartiger staatlicher Eingriff in die freie Marktwirtschaft widerspreche den Prinzipien des Wettbewerbs.

Die Stimmen, die eine katastrophale Präsidentschaft Trumps fürchten, sind laut: In den USA ist dies praktisch die gesamte Unterhaltungbranche, in Deutschland Spitzenpolitiker und ein Gros der Journalisten. „Der Imperator“ titelte der Stern am Tag vor Trumps Amtsantritt, und erklärte, warum uns ein „verdammt gefährliches Experiment“ bevorsteht.

Trumps Versprechen an die Christen

Gerade Amerikas Christen, die Trump je nach Konfession mit bis zu 80 Prozent gewählt haben, sehen dies anders. Trump hat gute Mitarbeiter in sein Kabinett berufen, wird konservative Richter an den Obersten Gerichtshof schicken und hat versprochen, die Christen im Land würden künftig nicht mehr unter die Räder der Political Correctness geraten.

Donald Trump ist unkonventionell, auf die Welt kommt etwas völlig Neues zu. Die Grenzen verschwimmen zwischen erfrischend, erschreckend und empörend, es bleibt die Faszination des Schreckens oder der Hoffnung. Es wird ein paar Monate dauern, um mehr sagen zu können. Im Interesse der US-Bürger und im Interesse der Welt ist dem Mann Erfolg zu wünschen – Erfolg, der die Bedenkenträger auch in Europa blamieren würde und auch hier einen frischen Wind in die Politik brächte. (pro)

Von: mb

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Fri, 20 Jan 2017 16:12:00 +0100
<![CDATA[Deutschland, Lutherland, Reiseland]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/01/20/deutschland-lutherland-reiseland/ Teilen Twittern Teilen

Deutschland, Lutherland, Reiseland

Martin Luther war nicht nur für die Reformation der Kirche ein wichtiger Mann. Er ist es auch noch heute für die deutsche Tourismusbranche. Der Reformator und sein Wirken sollen dazu beitragen, dass Deutschland bereist wird und den Fremdenverkehr ankurbelt.

Martin Luther ist für Deutschland als Reiseland relevant. Das haben Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), und Astrid Mühlmann, Geschäftsführerin der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“, dem Bundestag in einer Anhörung berichtet. Die DZT habe auf Tourismusbörsen und Messen ihre Arbeit vorgestellt. 1,3 Millionen Adressaten hätten die Informationsbroschüre der Kampagne erhalten. Zudem seien 35 Millionen Nutzer sozialer Netzwerke und 20 Millionen Leser von Printmedien mit dem Jubiläum in Berührung gekommen.

„Wir evaluieren jedes Jahr die Reichweite unserer Marketingkampagnen online und offline. Im Print-Bereich errechnet sich dies durch die Reichweite der einzelnen Medien, die über die Kampagne berichten und bei online durch Zählung der Likes, Shares und Kommentare beziehungsweise der Besuche auf unserem Internetauftritt“, verdeutlicht die Pressesprecherin Beate Kilian gegenüber pro. In Deutschland könnten Besucher auf acht Lutherrouten Spuren des Reformators entdecken.

Kampagne auf zehn Zielländer zugeschnitten

Bereits seit 2012 sei die DZT mit den ersten Planungen beschäftigt. Neben kulturinteressierten Deutschland-Reisenden gehe es auch darum, religiös motivierte Touristen zu begeistern. Zu den „klassischen Gemeinschaften der Reformation“ bekennen sich laut aktueller Zahlen weltweit 426 Millionen Menschen. Dies sind 5,8 Prozent der Weltbevölkerung.

Die Kampagne sei besonders auf Zielländer zugeschnitten, in denen der Anteil der Lutheraner hoch ist. Informationsmaterial und Werbetexte seien in 30 Sprachen verfügbar. Am 5. Oktober wurde in den USA das Hologramm einer Luther-Statue in der Residenz des deutschen Botschafters vorgestellt. Dort gibt es in verschiedenen Städten auch die Sonderausstellung „Here I stand“.

Vor fünf Jahren bewarb die DZT beim Schwerpunktthema „Reformation und Musik“ das 800-jährige Bestehen des Thomanerchors. 2015 war das Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ Anlass für Aktivitäten zum 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren. 2017 soll Martin Luther als die Symbolfigur der Reformation die touristische Vermarktung ankurbeln und Deutschland als Reiseziel stärken.

DZT: Urheber von Luther als Playmobilfigur

Zentrales Informationsmedium ist das Online-Portal www.germany.travel. Dort wird auf einer interaktiven Landkarte über wichtige Lebensstationen Luthers berichtet. Auch über die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter wird das Reiseland beworben. Es sollen auch „weniger bekannte Facetten“ beleuchtet werden.

In Kooperation mit der Tourismuszentrale Nürnberg und Playmobil hatten sie auch den „Playmobil Luther“ entwickelt, der als Sonderbotschafter für das Jubiläum wirbt. Um das Ziel zu erreichen, kooperiert das DZT seit 2008 mit der Geschäftsstelle „Luther 2017“, der EKD, regionalen Tourismusorganisationen und bedeutenden Lutherverbänden.

Die DZT wird von der Bundesregierung finanziert und kümmert sich um das Auslandsmarketing von Deutschland. Die Geschäftsstelle „Luther 2017“ koordiniert „zivilgesellschaftliche Aktivitäten rund um das Jubiläum“. Sie wird vom Bund, mehreren Ländern und der Evangelischen Kirche getragen. (pro)

Von: jw

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Fri, 20 Jan 2017 15:00:00 +0100
<![CDATA[Diese Christen sitzen in Trumps Kabinett]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/20/diese-christen-sitzen-in-trumps-kabinett/ Teilen Twittern Teilen

Diese Christen sitzen in Trumps Kabinett

Im Kabinett von Donald Trump sitzen mehrere überzeugte Christen. Auch zwei Botschafter des neuen US-Präsidenten deuten auf eine richtungsweisende Personalentscheidung hin. pro stellt sie vor.

Donald Trump übernimmt am Freitag das Amt des US-Präsidenten. Während der Vereidigungszeremonie wird der Sohn des Evangelisten Billy Graham, Franklin, ein Gebet sprechen. Auch der Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Michael Dolan, Pastor Samuel Rodriguez und der Gründer und Vorstand des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Rabbi Marvin Hier, sollen einen Beitrag zur Amtseinführung leisten.

In den vergangenen Tagen wurden Trumps designierte Kabinettsmitglieder vor dem US-Senat befragt. Unter ihnen sind mehrere überzeugte Christen. pro stellt einige Regierungsmitglieder des 45. US-Präsidenten vor.

Mike Pence soll Trumps Vizepräsident werden. Der Gouverneur des Bundesstaates Indiana und langjährige Parlamentarier im Repräsentantenhaus beschreibt sich selbst als „evangelikalen Katholiken“. Der 57-Jährige gilt als vehementer Gegner von Abtreibung und Forschung an embryonalen Stammzellen. Von ihm stammt das Zitat: „Ich bin ein Christ, ein Konservativer und ein Republikaner, und zwar in dieser Reihenfolge.“ 2015 unterzeichnete er in Indiana ein „Gesetz zur Wiederherstellung der Religionsfreiheit“, das beispielsweise Restaurantbetreiber vor Klagen schützte, wenn sie keine Homosexuellen-Hochzeit ausrichten wollen. Viele warfen Pence daraufhin „Homophobie” vor. Wegen massiver öffentlicher Proteste und Boykottandrohungen großer Unternehmen wurde das Gesetz ein Jahr später entschärft.

Rex Tillerson ist der designierte Außenminister und damit einer der wichtigsten Männer in Trumps Kabinett. Er stand von 2006 bis 2016 dem Erdölkonzern ExxonMobil vor. Seine Frau Renda und er sind Mitglieder der Nationalen Vereinigung kongregationalistischer Christlicher Kirchen. Der einflussreiche evangelikale Lobbist Tony Perkins kritisierte Tillerson öffentlich: Zum einen sollen über ExxonMobil Gelder an die Organisation Planned Parenthood, die Abtreibungen durchführt, geflossen sein. Zum anderen habe sich Tillerson dafür eingesetzt, bekennende Homosexuelle als Betreuer bei der Pfadfinderorganisation „Boy Scouts” zuzulassen.

Rick Perry wird Trumps Energieminister. Von Dezember 2000 bis Januar 2015 war er Gouverneur des Bundesstaates Texas. Der 66-Jährige stammt aus einer methodistischen Kirche. Seit 2010 besucht er die evangelikale „Lake Hills Church“. 2011 veranstaltete Perry einen Großgottesdienst mit 30.000 Besuchern, bei dem gesungen und für Amerika gebetet wurde. 2014 ließ sich Perry in einem Fluss taufen.

Ben Carson wird Trumps Minister für Wohnungs- und Städtebau. Er war Trumps Konkurrent im Rennen um das Republikaner-Mandat. Der Neurochirurg ist Mitglied der freikirchlichen Siebenten-Tags-Adventisten. 2004 operierte er die am Kopf zusammengewachsenen Block-Zwillinge aus Lemgo. Seine Autobiografie „Begnadete Hände“ wurde verfilmt. Carson erhielt 2008 die „Presidential Medal of Freedom“, einen der beiden höchsten zivilen Orden der USA. In den US-Medien ist Carson als Christ bekannt, der pointiert für seine Überzeugungen streitet.

Jeff Sessions wird Generalstaatsanwalt. Er ist Senator aus dem Bundesstaat Alabama. Der 70-Jährige ist Methodist und engagierte sich in seiner Heimatgemeinde in Alabama. Er unterrichtete in der Sonntagsschule und vertrat seine Kirche als Delegierter bei einer Konferenz der Methodisten.

Reinhold Richard „Reince“ Priebus ist Anwalt. Der griechisch-orthodoxe Christ war Vorsitzender der Republikanischen Partei in Wisconsin. In seiner Gemeinde gilt er als „hingebungsvoller” und ernsthafter Gläubiger. Mit seiner Frau und einem anderen Ehepaar gründete er eine Bibellesegruppe für Ehepaare.

Trumps internationale Botschafter

Nikki Haley sitzt nicht in Trumps Kabinett, wird jedoch UN-Botschafterin. Sie wurde als Nimrata „Nikki“ Randhawa geboren. Ihre indischen Eltern gehören der Glaubensgemeinschaft der Sikhs an. Im September 1996 heiratete sie einen Offizier der Army National Guard nach dem Ritus der Sikhs und der Methodisten. Heute ist sie Mitglied der Mt. Horeb United Methodist Church und spricht davon, wie wichtig ihr der Glaube an Jesus ist. Schon in ihrer ersten Senatsanhörung als designierte UN-Botschafterin kritisierte sie den anti-israelischen Kurs der Vereinten Nationen und erklärte, dagegen vorgehen zu wollen.

David Melech Friedman soll neuer US-Botschafter in Israel werden. Der Anwalt sprach bereits von einer amerikanischen Botschaft in Jerusalem, obgleich diese noch in Tel Aviv liegt. Friedman war bislang als Anwalt und Berater für Trump tätig. Er ist orthodoxer Jude und spricht fließend Hebräisch. In der Vergangenheit steuerte er Kolumnen für die Zeitung Jerusalem Post und das Online-Portal Arutz Scheva bei. Darin nannte er etwa die Zwei-Staaten-Lösung eine „Illusion”.

Von: mab/mb

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Fri, 20 Jan 2017 08:42:00 +0100
<![CDATA[Die unbequeme Wahrheit]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/die-unbequeme-wahrheit/ Ein Kommentar von Swanhild Zacharias]]> Teilen Twittern Teilen

Die unbequeme Wahrheit

Facebook wird zusammen mit der journalistischen Plattform Correctiv in Deutschland stärker gegen Fake News vorgehen. Das ist zwar ein gutes Vorhaben, die Umsetzung muss aber kritisch beobachtet werden. Ein Kommentar von Swanhild Zacharias

Facebook will stärker gegen Fake News vorgehen, und ergreift in Deutschland erste Maßnahmen gegen gefälschte Nachrichten. Die dazu nötigen Updates werden in den kommenden Wochen auf der Internetseite aktiv. Um Falschmeldungen zu identifizieren, arbeitet der Konzern nun mit der gemeinnnützigen journalistischen Plattform Correctiv zusammen. Diese soll „objektive, unvoreingenommene Bewertungen“ von Nachrichten liefern. Außerdem soll jeder Nutzer Facebook auf Beiträge aufmerksam machen können, die er selbst für Falschmeldungen hält. Correctiv werde auffällige und gemeldete Beiträge dann prüfen. Wird ein Beitrag als gefälscht identifiziert, soll er nicht gelöscht, aber mit einem Warnhinweis versehen werden. Der Nutzer wird so auf den angezweifelten Wahrheitsgehalt hingewiesen.

Der Vorsatz von Facebook ist gut. Denn Fake-News sind ein Problem. Im US-Wahlkampf war das ein Thema, als sich unter anderem die erfundene Meldung verbreitete, Hillary Clinton sei todkrank. Auch aus Deutschland gibt es Beispiele: Renate Künast soll den mutmaßlichen Mörder und Vergewaltiger einer Freiburger Studentin öffentlich in Schutz genommen haben. Und die Schwäne am Hainspitzer See in Ostthüringen sollen bei Flüchtlingen im Kochtopf gelandet sein. Alle diese Beiträge wurden auf Facebook hundertfach geteilt, und sorgten so für wütende Bürger. Dass Facebook Fake-News in den Griff bekommen muss, ist klar.

Unbequeme Meinungen müssen erlaubt bleiben

Die neuen Maßnahmen gegen falsche Nachrichten lösen aber auch Besorgnis aus: Nicht nur auf der Facebook-Seite von pro warfen die Leser dem Netzwerk Zensur vor und fragten sich, wie denn darüber entschieden würde, was ein „auffälliger” und vielleicht „gefälschter” Beitrag sei. Diese Sorge ist nicht so einfach von der Hand zu weisen. Was ist zum Beispiel mit den unangenehmen Themen „Christen in Flüchtlingsheimen“ oder „Islam in Deutschland“, bei denen Probleme häufig schöngeredet wurden, obwohl sie existieren? Zwar dürfen gerade bei solchen sensiblen Themen keine Gerüchte entstehen, Einzelfälle auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen kann jedoch schwer sein.

So lobend das Vorhaben von Facebook ist, es muss sichergestellt sein, dass keine Nachrichten als falsch identifiziert werden, die wahr sind, jedoch nicht dem Mainstream entsprechen und unangenehm aufstoßen könnten.

Um es klar zu sagen: Beim Kampf gegen Fake News geht es um erfundene Nachrichtenmeldungen, mit denen Geld verdient oder Stimmung gemacht werden soll. Es geht nicht um die Äußerung unliebsamer politischer Meinungen. Welche Inhalte von Facebook künftig als Fake News gekennzeichnet werden, muss deshalb genau beobachtet werden. (pro)

Von: Swanhild Zacharias, Social-Media-Redakteurin

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Thu, 19 Jan 2017 15:49:00 +0100
<![CDATA[„Auf Facebook ist die AfD eine Macht“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/auf-facebook-ist-die-afd-eine-macht/ Teilen Twittern Teilen

„Auf Facebook ist die AfD eine Macht“

Das Buch „AfD, Pegida und Co – Angriff auf die Religion“ untersucht nicht nur die religionspolitischen Forderungen dieser Gruppen, sondern auch deren Bewertung in christlichen Kreisen.

Die wachsenden gesellschaftlichen Herausforderungen stärken die Alternative für Deutschland (Afd) und die Pegida-Bewegung. Dies vermutet der Theologe Paul M. Zulehner. Die Menschen wünschten sich einfache Erklärungen und seien dankbar, dass sich diese Gruppen um ihre Ängste und Verunsicherungen kümmerten. Zulehner ist einer der Autoren des Buches „AfD, Pegida und Co. – Angriff auf die Religion“, in dem Aufsätze zum Themenfeld AfD, Pegida und Glaube gesammelt sind. Zulehner findet: Die Politik sollte der „Kultur der Angst” mit Vertrauen entgegensetzen. Wenn die Angst möglichst gering ist, sei die Solidarität mit dem Fremden umso größer.

Der katholische Publizist Andreas Püttmann beobachtet viele Kontakte und Querverbindungen von der AfD zu rechtsextremen Parteien und Organisationen. Auch die Auflagen von Publikationen der „Neuen Rechten” seien in letzter Zeit gewachsen. Auf Facebook sei die „AfD eine Macht mit einer regelrechten Armee von Unterstützern". „Christen können unmöglich schweigen zu einem wieder um sich greifenden Denken, dass nicht die gottgegebene Würde jeder einzelnen Person ins Zentrum stellt", schreibt Püttmann weiter.

„AfD nutzt Thema Familie aus”

Die katholische Theologin Sonja Angelika Strube von der Univeristät Osnabrück bewertet die katholische Nachrichtenseite „kath.net" als eine „Werbetrommel für die AfD“. Die Artikel hätten einen positiv-sympathisierenden Unterton für die Partei. Im August 2013 habe die Seite sogar die AfD mit einer „Artikelkampagne” unterstützt. Gegenüber pro weisen die Betreiber diese Vorwürfe zurück: „Das ist eine glatte Lüge, die hier verbreitet wird.“ Der Eigentümer von kath.net Roland Noé betont, dass die Seite deutlich öfter über CDU/CSU berichte. Der Autorin gehe es wohl darum, zu verleumden und zu diffamieren.

Strube wirft der AfD vor, dass sie das Thema Familienschutz benutze, um die Vertreter der Kirchen für ihre Sache zu gewinnen. Viele AfD-Politiker würden sich in Lobby-Organisationen engagieren, um dieses Ziel zu erreichen: „Strategisches Ziel dürfte es sein, die Akzeptanz der AfD in christlich-kirchlichen Kreisen zu erhöhen“, schreibt Strube.

Patzelt: „Politischen Gegner nicht verteufeln”

Der Stuttgarter Dekan Christian Hermes beobachtet, dass die AfD die Kirchen „umarme” und sie so instrumentalisiere. Die Partei habe vor allem Streit und Feindschaft in die Gesellschaft gebracht. Ihre „verlogene Fassade des Gutbürgerlichen” sei inzwischen wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Karlheinz Ruhstorfer beobachtet sogar, dass sich eine „Heilige Allianz“ zwischen der AfD und „reaktionären Kirchenkreisen” abzeichne: „Mit den Protestantinnen Beatrix von Storch und Frauke Petry hat die AfD gleich zwei religiös aufgeladene Galionsfiguren.“

Die Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt und Joachim Klose sehen in Pegida eine „durch Gemeinschaftserlebnisse zusammengehaltene Koalition“. Zwischen der CDU und dem „rechten Narrensaum“ sei eine Repräsentationslücke entstanden, in der kein Vertrauen zu einer den Staat tragenden Partei bestehe. Pegida sei durch falsche Reaktionen verstetigt worden. Nur noch 25 Prozent der Ostdeutschen kämen überhaupt mit Religion in Berührung.

Wer keine bereichernden religiösen Erfahrungen mache, „der nimmt Religion leicht überhaupt für eine Feindin von Vernunft und Modernität“. Man dürfe den politischen Gegner einerseits nicht verteufeln, andererseits aber auch keine Forderungen durchgehen lassen, die sich gegen unsere freiheitliche demokratische Grundordnung richteten.

ZdK: AfD ist mißtrauisch gegenüber Religion

Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, legt seine Position dar, dass die AfD die kulturelle Tradition nicht fortführen wolle, sondern ein anderes Land eine andere Gesellschaft anstrebe. Das Parteiprogramm sei durchdrungen von einem generellen Misstrauen gegenüber Religion. Die AfD lege die Axt an die Wurzel der bewährten religionsfreundlichen Ordnung in Deutschland.

Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelik, der sich in der Vergangenheit mehrfach lautstark gegen die AfD positioniert hatte, kommt in dem Buch zu Wort. Kirchliche Vertreter könnten sich privat mit AfD-Vertretern unterhalten, schreibt er. Auf offizieller Ebene lehnt er dies aber ab: „Wer diskriminierende Kampagnen und Forderungen, die den Wesensgehalt von Menschenrechten tangieren, zum Kern seines politischen Handelns macht, hat sich selbst außerhalb unserer Demokratie positioniert.“ (pro)

Stefan Orth/ Volker Resing (HG.), AfD, Pegida und Co. - Angriff auf die Religion, 208 Seiten, Verlag Herder, ISBN: 978-3-451-27466-4, 16,99 Euro.

Von: jw

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Thu, 19 Jan 2017 12:31:00 +0100
<![CDATA[Union macht Hetze und Fake News zum Thema]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/19/union-macht-hetze-und-fake-news-zum-thema/ Teilen Twittern Teilen

Union macht Hetze und Fake News zum Thema

Weil sich im Internet Fake News, Hass und Hetze ausbreiten und die Demokratie gefährden, geraten Anbieter sozialer Medien stärker unter Druck. Bei der Bekämpfung der Phänomene sind nach Auffassung eines Juristen in erster Linie die Diensteanbieter in der Pflicht – und die klassischen Medien.

Soziale Medien bieten nicht nur Chancen und Möglichkeiten für die politische Kommunikation. Rüder Umgangston, Hetze, Hass und Fake News haben auch schädliche Auswirkungen für die Demokratie und auf die Gesellschaft. Diese Ansicht vertrat der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, am Mittwoch.

Für die Gegenmaßnahmen sind die Dienstanbieter in der Pflicht. Nach Ansicht von Rolf Schwartmann, Professor für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht und Leiter der Kölner Forschungsstelle für Medienrechte an der Technischen Hochschule Köln, sind nach dem Telemediengesetz in erster Linie die Anbieter für die rechtmäßige und gefahrlose Nutzung der Dienste verantwortlich. Facebook hat nach eigenen Angaben in Deutschland erste Maßnahmen ergriffen, und arbeitet zur Überprüfung von Meldungen mit der journalistischen Plattform Correctiv zusammen.

„Dass die sozialen Medien, in dem Fall Facebook, diese Überprüfung nicht selber übernimmt, kann ich nachvollziehen, obwohl sie rechtlich in der Pflicht wären“, sagte Schwartmann bei einem Fachgespräch der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Die Überprüfung durch externe Dienstleister stelle ein Risiko dar und es sei sehr genau auf deren Expertise, die journalistische, juristische und finanzielle Ausstattung solcher „Überprüfungsmechanismen“ zu achten.

Schwartmann sieht aber auch die Presse in der Verantwortung. „Für meine Begriffe geht es nicht ohne die Branche, denn wir reden über klassische Medieninhalte“, erklärte Schwartmann. Der Medienprozess sei seiner Auffassung nach ein wesentlicher Bestandteil der Presse. Daher sei mehr erforderlich, als allein Facebook in die Verantwortung zu nehmen.

Selbstregulierung und Verhaltenskodex sollen helfen

Schwartmann empfahl einen gemeinsamen, selbstverpflichtenden Verhaltenskodex für Facebook, Google, Twitter und YouTube, über den öffentlich zu diskutieren sei. Dies könne durch einen Ethikbeirat und unter Beteiligung des Staates begleitet werden. Ziel könne sein, nach dem Vorbild des Jugendmedienschutzes, eine regulierte Selbstregulierung in den sozialen Medien zu schaffen. Dazu sollten sich die Dienstanbieter zu einer Selbstkontrolleinrichtung zusammenschließen. Der Staat könne sich dann auch eine Aufsicht über die Selbstkontrolle beschränken, um unzureichenden Schutz durch die Selbstkontrolle zu verhindern. Dazu sei die Mitwirkung der Länder und der Landesmedienanstalten, gesetzlich verankert in einem Staatsvertrag, erforderlich.

Bei der Regulierung der „Meinungsäußerungsfreiheit” empfahl der Jurist bedachte und verantwortungsbewusste Erwägung von Maßnahmen. „Ich glaube, dass wir aufgerufen sind und nicht anders können, als der Demokratie jetzt den Schutz zu geben, den sie braucht, ohne sie zu ersticken“, sagte Schwartmann. Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit verliert seiner Ansicht nach derzeit rasant an Legitimation, weil es als Vorwand für Ehrverletzungen und gezielte Desinformation in den sozialen Medien missbraucht werde.

Die Grenzen der Meinungsfreiheit müssten auch in den sozialen Medien gewahrt bleiben. Eine Gefahr für die Demokratie sieht der Jurist darin, wenn Falschmeldungen den Ausgang von Wahlen beeinflussen und verfälschen. Öffentlich geäußerte Meinungen und Tatsachenbehauptungen müssten sich der rechtlichen Überprüfung stellen.

Facebook will Fake News kennzeichnen

Derzeit nutzen nach Angaben von Eva-Maria Kirschsieper, Leiterin Public Policy bei Facebook, rund 29 Millionen Deutsche die Plattform. Das Unternehmen wisse um seine Verantwortung und arbeite an Lösungen. „Fake News sollen auf unserer Plattform nicht verbreitet werden“, sagte Kirschsieper. Dazu habe das Unternehmen das Melden von Fake News eingeführt. Erkannte Fake News sollen zukünftig mit einem „Label“ gekennzeichnet werden und die Möglichkeit zur soll Meldung deutlich vereinfacht werden. Dennoch will das Unternehmen nicht verhindern, dass vom Dienstleiste als zweifelhaft markierte Informationen weiter geteilt werden können.

Zudem verlange die Plattform die Registrierung ihrer Mitglieder mit erkennbarer Identität. Schwartmann verwies auf den Hauptsitz der datenverarbeitenden Stelle von Facebook in Ireland. In Ireland, dessen Gesetze in dem Fall angewendet würden, gebe es die Klarnamenspflicht nicht.

Hansjörg Durz, CDU-Bundestagsabgeodneter, möchte erreichen, dass „Richtigstellungen“ bei erkannten und markierten Fake News auch denen erkennbar angezeigt werden, die mit der falschen Information auf der Plattform konfrontiert worden seien. Er forderte zudem ein Bewusstsein für mehr Medienkompetenz. Die Kraft zur differenzierten Debatten in den sozialen Medien sei vielen verloren gegangen, die Engagierten zögen sich daher zurück. Das sei ein Problem bei allen, die sich ehrenamtlich engagierten und dafür Kritik ernteten.

Der Politiker Axel Wallrabenstein, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens MSL Group Germany, erkennt auf Facebook und Twitter eine große Verunsicherung der Bevölkerung. Im Blick auf die Berichterstattung zur US-Präsidentschaftswahl und die Tweets von Donald Trump sagte Wallrabenstein: „Wie will man auseinanderdividieren, was Hass-Meldungen und was Falschmeldungen sind?“ Das Phänomen lasse sich nicht auf die sozialen Medien beschränken.

Simon Hegelich, Professur für Political Data Science der Hochschule für Politik (HfP) an der Technischen Universität München, erkannte in der gegenwärtigen Situation einen „disruptiven Wandel der Öffentlichkeit“. Ein Problem bei der Ahnung und Bekämpfung von Hass und Falschinformation sei die Anonymität in den sozialen Netzwerken. Bei der Erforschung des Fake-News-Phänomens sei die Wissenschaft bislang „völlig blind“, es fehlten die Methoden.

Leidenschaft: Ja - Hass: Nein

Kauder wünschte sich emotional und leidenschaftlich geführte Debatten. Allerdings dürften Beleidigungen, Verleumdungen und Kränkungen nicht zugelassen werden. Die sozialen Medien seien in den vergangenen Jahren zu einem Ort geworden, wo dem politischen Gegner „unzählige Male die Ehre genommen“ werden. „Das was in der analogen Welt verboten ist, muss auch in der digitalen Welt verboten sein“, sagte der Unionspolitiker.

Kauder sieht in der massenhaften Verletzung von Persönlichkeitsrechten neben der Gefahr für die Demokratie auch negative Auswirkungen auf das Zusammenleben in der Zivilgesellschaft. Kauder nannte „psychische Destabilisierung“ von Jugendlichen durch Mobbing im Internet und bemängelte, dass derzeit von den Diensteanbieter nicht eingehalten werde, was im Telemediengesetzt geregelt sei. „Wir wollen, dass das Recht durchgesetzt wird, aber nicht Kritik und die im Meinungsaustausch zulässige kritische Auseinandersetzung verbieten.“

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali ergänzte: „Hass, Hetze und Beleidigung sind nicht geschützt durch die Meinungsfreiheit, waren aber in den sozialen Medien mehr oder weniger geschützt". Facebook zensiere nackte Brüste, aber Antisemitismus bliebe auf der Plattform stehen. Die Journalisten mahnte zur Unterscheidung zwischen Fehlern, die auch Journalisten machten, und absichtlich gestreuten, bewusst falschen Informationen. (pro)

Von: nob

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Thu, 19 Jan 2017 11:57:00 +0100
<![CDATA[„Ein unhaltbarer Zustand"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/19/ein-unhaltbarer-zustand/ Teilen Twittern Teilen

„Ein unhaltbarer Zustand"

Die Ditib soll in Deutschland für die Türkei spioniert und eine weihnachtsfeindliche Kampagne unterstützt haben. pro hat mit dem Pfarrer und Islamexperten Friedman Eißler darüber gesprochen, wie es nun mit dem größten Islamverband in der Bundesrepublik weitergeht und was das für dessen Zusammenarbeit mit dem Staat bedeutet.

pro: Herr Eißler, die Ditib soll für den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan Anhänger der Gülen-Bewegung ausspioniert haben. Wer kämpft da eigentlich gegen wen?

Friedmann Eißler: Hier werden türkische politische Konflikte auf deutschem Boden ausgetragen. Die Ditib ist mit 900 Moscheen der größte Islamverband hierzulande und pflegt direkte Verbindungen zum türkischen Staat. Das bedeutet: Sie unterstützt aktiv türkische Religionspolitik in Deutschland. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat seit einigen Jahren Probleme mit dem Prediger Fethullah Gülen. Erdogan vertritt einen politischen Islam, Gülen einen Islam, der auf Bildung und Dialog setzt. Der Streit in der Türkei geht aber eigentlich um Macht. Diesen Machtkampf tragen sie nun auch in Deutschland aus - Erdogan mit Unterstützung der Ditib.

Außerdem sollen Ditib-Imame von Ankara angewiesen worden sein, antichristliche Botschaften zu verbreiten. Was bedeutet das für die Zusammenarbeit der Ditib mit der Bundesrepublik Deutschland?

Die Ditib ist schon lange ein Partner im Dialog mit dem deutschen Staat. Das war solange kein Problem, wie die Beziehungen Deutschlands zur Türkei positiv waren und es in Richtung EU-Beitritt ging. Jetzt aber ist das anders und wir haben es mit einer katastrophalen Situation zu tun. Kirche und Politik müssen stärker darauf dringen, dass die Ditib die Bindung zur Türkei löst. Im Übrigen sind Radikalisierungen sowie antisemitische und antichristliche Äußerungen auch aus Ditib-Moscheen immer wieder bekannt geworden. Ein Interesse des Verbandes an einem echten Dialog wird dadurch untergraben.

Die Ditib ist der größte Islamverband in Deutschland. Wer kann für die Politik islamischer Ansprechpartner sein, wenn nicht er?

Die Verbände sind als Gegenüber schwierig. Ich denke, wir sollten unseren Blick da weiten und verstärkt mit Wissenschaftlern oder anderen Einzelpersonen sprechen. In den meisten Moscheen herrscht ein eher konservativer Islam vor. Es ist auch wichtig, mit Akteuren zu sprechen, die sich als fortschrittliche Muslime verstehen.

Schlagen Sie einen Abbruch der Beziehungen vor?

Nein, das führt nicht zum Ziel. Wir brauchen auch die Moscheeverbände als Gesprächspartner. Zudem sind sie ja bereits als Dialogpartner verankert, etwa beim Islamunterricht in Schulen. Das mag vorschnell gewesen sein, aber einen Weg zurück sehe ich nicht. Andererseits dürfen wir nicht zusehen, wie junge Menschen in Moscheevereinen radikalisiert werden. Die Politik muss in Jugendarbeit und Religionspädagogik investieren. Konzepte dazu könnte man gemeinsam mit den Verbänden ausarbeiten. Das ist gerade jetzt wichtig, denn die Verbände erstarken, bilden Jugendorganisationen und machen neue Angebote an junge Menschen. Abgrenzung ist sicher der falsche Weg, um dem zu begegnen, stattdessen müssen wir in Kontakt bleiben.

Die Ditib gestaltet als Islamverband den muslimischen Bekenntnisunterricht in Schulen mit. Bereitet Ihnen das Sorge?

Der Einfluss der Ditib an unseren Schulen könnte sehr negative Auswirkungen haben, wenn die Konfrontation so weitergeht. Wenn es eine Reißleine gäbe, um diesen Einfluss rückgängig zu machen, würde ich sie ziehen. Ich würde den Bekenntnisunterricht vorläufig durch islamkundlichen Unterricht ersetzen, unterrichtet von Religionspädagogen. Denn das Problem ist ja: Wer soll auf islamischer Seite einen Bekenntnisunterricht gestalten? Wir brauchen ein klares Signal, in welche Richtung der Islamunterricht gehen soll.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Anna Lutz

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Thu, 19 Jan 2017 10:03:00 +0100
<![CDATA[Radikale Buddhisten zerstören Kirche]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/01/18/radikale-buddhisten-zerstoeren-kirche/ Teilen Twittern Teilen

Radikale Buddhisten zerstören Kirche

In Sri Lanka haben radikale Buddhisten eine Kirche zerstört. Die Christen wollen ihren Gottesdienst nun unter einem Baum feiern. Ein Anwalt kritisiert den Umgang mit der in der Verfassung zugesagten Religionsfreiheit im Land.

Für viele ist Sri Lanka ein reizendes Reiseziel. Das türkis schimmernde Wasser, tropische Temperaturen und Landschaften, aber auch das Hochland mit Bergen und die zahlreichen Tempel locken viele Touristen. Der Buddhismus hat in dem Inselstaat im Indischen Ozean einen Sonderstatus, heißt es in der Verfassung. Diese sichert Religionsfreiheit zu, jedoch erfahren Minderheiten wie christliche Protestanten immer wieder Diskriminierung und auch Verfolgung, berichtet das Nachrichtennetzwerk Mission Network News.

Vor zwei Wochen griffen radikale Buddhisten eine kleine christliche Gemeinde in Paharaiya an und zerstörten ihre Kirche. Das Dorf liegt im Nordwesten Sri Lankas. Es soll sich um zwölf buddhistische Angreifer gehalten haben, die von einem Mönch angeführt wurden, berichtet die Nachrichtenseite Asia News.

Gottesdienst unter einem Baum

Nach dieser Tat wollen die Christen auch ohne Kirche Gottesdienst feiern. „Kein Angriff kann uns stoppen. Wir werden Gott weiterhin lieben und unter einem Baum beten“, sagte Kamal Wasantha, der Leiter des Kithu-Sevana-Gebetszentrums und Landwirt. Die Kirche war ein bescheidener Bau, in dem sich rund 15 Familien und 20 andere Teilnehmer zum Gebet trafen.

Die Gemeinde strebe nicht nach Rache, erklärte Wasantha Asia News: „Wir haben sie nicht verflucht [...] und werden sie nicht in Vergeltung angreifen. Das Urteil gehört Gott. Wir tun unseren Teil: Die Gebete sollen unter einem Baum weitergehen.“

Den Tathergang beschreibt Wasantha, der vom Buddhismus zum Christentum konvertiert ist, wie folgt: „Zuerst bedrohten sie uns verbal. [...] Dann kamen sie mit Holzstöcken, Eisenstangen und Messern und zerstörten alles." Die Christen hätten die Angreifer angefleht, das Gebetshaus nicht zu beschädigen, aber es „wurde vor unseren Augen abgerissen, während wir Gott baten, ihnen zu vergeben“. Obwohl laut Asia News rund 200 Zeugen den Mönch und seine zwölf Begleiter als die Angreifer benannt hatten, kamen diese auf Kaution wieder frei.

Das Gebetshaus wurde vor über 15 Jahren errichtet, sagte Pfarrer Ranjan Palitha. Er komme jede Woche für den Gottesdienst aus dem mehr als 90 Kilometer entfernten Chilaw, um Wasantha zu helfen. „Es wurde noch nie zuvor angegriffen, es gab nur verbale Drohungen. Das ist der erste Vorfall, der das Ausmaß einer echten Katastrophe hat.“

„Sri Lanka hat versagt, die Religionsfreiheit aufrecht zu erhalten.” Lakshan Dias

Ein christlicher Rechtsanwalt aus Sri Lanka, Lakshan Dias, beschwert sich über die Haltung der Polizisten in diesem Fall. Sie „kennen die Namen und die Fakten über die Täter, die im selben Dorf leben. Sri Lanka hat versagt, die Religionsfreiheit aufrecht zu erhalten. Die vorherrschende Ideologie der buddhistischen Singhalesen untergräbt die Minderheiten.“ Gut sechs Prozent der Bevölkerung im Land sind Katholiken und 1,3 Prozent Christen anderer Konfessionen.

Verfolgungssituation hat ihren Ursprung im religiös motivierten Nationalismus

Im Weltverfolgungsindex 2017 des Hilfswerks Open Doors rangiert Sri Lanka auf Platz 45. Darin heißt es: „Sehr präsent sind [...] extremistische buddhistische Gruppen, auch wenn sie momentan ihre Übergriffe gegen religiöse Minderheiten eingestellt haben. Trotzdem unterbrechen Banden, die häufig von buddhistischen Mönchen angeführt werden, immer wieder christliche Gottesdienste.“ In der neuen Verfassung des Landes gebe es eine deutliche Hinwendung zurück zum Buddhismus.

„Die gesamte Verfolgungssituation in Sri Lanka hat ihren Ursprung im religiös motivierten Nationalismus, angeheizt durch die Vorherrschaft des Buddhismus als Staatreligion in Regierung und Gesellschaft“, so Open Doors. Es gebe „ein hohes Maß an Gewalt gegen Christen“. Diese falle aktuell jedoch geringer aus als noch im Weltverfolgungsindex 2016.

Konvertiten oft als Verräter angesehen

Christen aus traditionellen Kirchen wie die römisch-katholische Kirche und die Kirchen unter dem Dachverband des Nationalen Kirchenrats werden laut Open Doors nicht so stark verfolgt oder bedroht. Von der buddhistischen Vorherrschaft seien sie trotzdem betroffen und würden „von Zeit zu Zeit am (Aus-)Bau von Kirchengebäuden gehindert“. „Konvertiten”, die vorher dem Buddhismus, Hinduismus oder Islam angehörten, würden oft als Verräter angesehen und dementsprechend „schikaniert, körperlich und verbal angegriffen und von ihrem sozialen Umfeld isoliert“.

Christen aus protestantischen Freikirchen seien oft von gewalttätigen Übergriffen betroffen. Im vergangenen Berichtszeitraum hätten diese vor allem vorherrschende extremistische Buddhistengruppen begangen. Heute kämen die Angriffe „hauptsächlich von lokalen buddhistischen Mönchen und örtlichen Regierungsbeamten, die den Christen gesetzliche Auflagen erteilen oder gewalttätige Übergriffe gegen sie vertuschen“, heißt es im Open-Doors-Bericht. Die Triebkräfte der Verfolgung hätten sich verändert, jedoch sei das Maß an Verfolgung im Großen und Ganzen gleich geblieben. (pro)

Von: mab

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Wed, 18 Jan 2017 16:27:00 +0100
<![CDATA[„Manchmal ist es schwer, an einen Gott der Liebe zu glauben”]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2017/01/18/manchmal-ist-es-schwer-an-einen-gott-der-liebe-zu-glauben/ Teilen Twittern Teilen

„Manchmal ist es schwer, an einen Gott der Liebe zu glauben”

Jochen Blaich musste erleben, wie sein Sohn schwerkrank zur Welt kam und nach vier Jahren starb. In der Süddeutschen Zeitung berichtet er, wie der Glaube ihm und seiner Frau in der Zeit eine Stütze war – und warum nie eine Abtreibung in Frage kam.

Ein Kind zu verlieren, gehört zu den schlimmsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Unter der Überschrift „Wie viel ein kleiner Mensch aushalten kann“ berichtet Jochen Blaich am Mittwoch über die Geburt, das Leiden und Sterben seines Sohnes Samuel. Der 47-Jährige ist selbst Krankenpfleger und hat viel Erfahrung mit pädiatrischen Patienten. „Als sein Sohn Samuel schwerkrank zur Welt kam, stand er plötzlich auf der anderen Seite“, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Samuel litt unter Morbus Pfeiffer. Seine Schädelnähte waren schon im Mutterleib zusammengewachsen, dadurch entwickelte sich ein Wasserkopf und sein Gehirn wurde komprimiert. Durch die engen Atemwege beispielsweise entwickelte sich ein normaler Schnupfen schnell zur lebensbedrohlichen Lungenentzündung. Samuel lebte nur vier Jahre. Nach 40 Operationen, zahllosen Infekten und Komplikationen sowie unzähligen Klinikaufenthalten war sein Kampf am 12. Mai 2014 zu Ende. „Es ist unfassbar, wie viel ein so kleiner Mensch aushalten kann und muss“, fasst sein Vater im persönlichen Bericht zusammen.

Selbst wenn man vor der Geburt bereits etwas von der Krankheit gewusst hätte – eine Abtreibung wäre nie in Frage gekommen, schreibt Blaich. „Samuel war gewollt und geliebt!“ Er sei erschrocken, wie schnell der Familie eine Abtreibung als Möglichkeit angeboten worden sei.

„Uns hat unser Glaube geholfen“

Der Vater berichtet vom Alltag mit dem schwerkranken kleinen Kind, wie die Uniklinik zum zweiten Wohnzimmer wurde und umgekehrt das Zuhause zu einer kleinen Intensivstation, inklusive Monitor, Absauger, Beatmungsbeutel, Sauerstoffgerät und Infusionen.

Seit 2013 stand fest, dass Samuel sterben würde. „Auch wenn sich alles so schlimm anhört, wir hatten ihn gern bei uns und hätten ihn noch gern länger bei uns gehabt. Auch oder gerade kranke Kinder können einem viel geben.“ Der Vater schreibt weiter: „Uns hat unser Glaube geholfen. Ich weiß, dass der Glaube an einen persönlichen Gott, an Jesus Christus heute nicht mehr 'in' ist oder belächelt wird. Aber wir glauben daran, obwohl es bei so viel Leid manchmal auch schwer ist, an einen Gott der Liebe zu glauben, das gebe ich zu. Doch auch Jesus hat gelitten und weiß, wie es ist, Schmerzen zu haben. Wir glauben, dass Samuel jetzt bei ihm ist und keine Schmerzen und keine Krankheit mehr erdulden muss.“ (pro)

Von: js

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Wed, 18 Jan 2017 12:02:00 +0100
<![CDATA[1.000 Jugendliche beten bei WhatsApp]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/01/17/1000-jugendliche-beten-bei-whatsapp/ Teilen Twittern Teilen

1.000 Jugendliche beten bei WhatsApp

Wenn Jugendliche Menschen zum Beten brauchen, können sie jetzt ein Angebot des Bistums Augsburg nutzen. Es will viele Jugendliche über regionale WhatsApp-Gruppen vernetzen und ihnen einfache Hilfestellungen und tägliche Impulse für das persönliche Gebet liefern.

„Wer glaubt, wer betet, ist nie allein“, heißt das Motto einer neuen Gebetsplattform des Bistums Augsburg. Mit „Einfach gemeinsam Beten“ können sich junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen miteinander vernetzen und sich gegenseitig inspirieren. Bereits wenige Tage nach dem Start gibt es 50 Gruppen aus Deutschland und Österreich mit rund 1.000 Teilnehmern, die das tun.

Den ersten Gebetsimpuls beim Start am 13. Januar hatte der Augsburger Weihbischof Florian Wörner an über 50 Netzwerker verschickt. Er erinnerte an das biblische Wort aus Johannes 10. Der Theologe warb dafür, sich Zeit für Gott zu nehmen, der sich auch Zeit für uns genommen habe „und gekommen ist, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben“.

Inspiriert durch Weltjugendtag

Regionale WhatsApp-Gruppen können sich so zum Beten verabreden und die bisher virtuellen Gebetsfreunde auch persönlich kennenlernen. Initiiert hat das Ganze Jugendpfarrer Daniel Rietzler, der die Idee nach dem Weltjugendtag in Krakau 2016 hatte. Nach solchen spirituellen Höhepunkten sei es wichtig, mit Jesus verbunden zu bleiben. Das Gebet mache deutlich, dass „wir ein Leib sind“.

Das soziale Netzwerk WhatsApp helfe gut dabei, vielen Jugendlichen Gebetsimpulse zu geben, sie zu vernetzen und selbst zum Bestandteil des Netzwerks zu machen. So werde das Gebet hoffentlich Bestandteil ihres Alltags. Neben Rietzler gehören auch Frater Dominikus und ein Leitungsteam um den Jugendreferenten Johannes Datzmann dazu.

Jesus als Gebets-Vorbild

Die Jugendlichen selbst leiten zum Teil die regionalen WhatsApp-Gruppen, veröffentlichen Audio-Impulse und organisieren regionale Austauschtreffen. Als Vorbild gilt den Katholiken des Bistums Jesus selbst. Er habe immer wieder im Gebet mit seinem Vater gesprochen. Die Erneuerung des christlichen Glaubens und der Kirche komme aus dem Gebet, teilte das Bistum mit. Einbezogen werden soll auch das bereits vorhandene Gebetsnetz der Klöster. Sie seien angefragt, die Jugendlichen auf ihrem Weg ins „Abenteuer des Gebets“ zu begleiten und deren Bedürfnisse mitzutragen.

Das neue Projekt ist Bestandteil der Dialogplattform credo-online. Dort gibt es neben persönlichen Glaubenszeugnissen auch eine virtuelle Kapelle, in der die Nutzer Gebetsanliegen formulieren können, für die Theologen dann beten. Für das Projekt hat das Bistum Augsburg zwei Vollzeitstellen zur Verfügung gestellt. (pro)

Von: jw

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Tue, 17 Jan 2017 16:49:00 +0100
<![CDATA[Angst unter Ägyptens Christen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/01/17/angst-unter-aegyptens-christen/ Teilen Twittern Teilen

Angst unter Ägyptens Christen

Eine Reihe von Morden sorgt unter den koptischen Christen Ägyptens für Angst und Verunsicherung. Der jüngste Fall: Ein Arzt wurde in seiner Wohnung erstochen.

In Ägypten hat es mehrere Morde an koptischen Christen gegeben. Bei der jüngsten Bluttat am vergangenen Freitag wurde ein koptischer Arzt in seiner Wohnung erstochen. Das berichtet der vatikanische Pressedienst Asianews. Der Arzt hatte als Chirurg in Asiut, rund 370 Kilometer südlich von Kairo, gearbeitet.

Bereits am 5. Januar wurde ein Ehepaar im Schlaf ermordet. Die österreichische Agentur Kathpress berichtet, es seien mehrere Verdächtige festgenommen worden, über das Motiv sei aber noch nichts bekannt.

Auf offener Straße erstochen

Am 3. Januar wurde ein Kopte in Alexandria ermordet. Yousef Lamai wurde auf offener Straße von einem mutmaßlichen Islamisten niedergestochen, der „Allahu akbar“ geschrieen haben soll, bevor er den Mord vor den Augen der Passanten beging. „Ich habe ihm immer wieder gesagt, er soll keinen Alkohol verkaufen, aber er wollte mich nicht hören", schrie der Täter nach seiner Verhaftung laut der katholischen Nachrichtenagentur (KNA).

Die koptischen Christen erleben momentan ein Serie von Gewalt. Am 11. Dezember 2016 wurde in der Peter-und-Paul-Kirche, neben dem koptisch-orthodoxen Patriarchat in Kairo, ein Selbstmordattentat, verübt. 29 Menschen wurden dabei getötet und Dutzende verletzt.

„Jedes Mal, wenn ich dorthin gehe, habe ich Angst, das nächste Opfer zu sein“, sagte Adel Ishak, ein 30-jähriger Buchhalter, der drei der Opfer des Anschlages vom Dezember kannte. Der Vater eines der Opfer sagte gegenüber Asianews: „Letztlich war es mir möglich, die Angst zu überwinden. Jetzt gehe ich wieder zur Kirche." (pro)

Von: lre

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Tue, 17 Jan 2017 16:28:00 +0100
<![CDATA[Kostspielige Liegestütze auf Altar]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2017/01/17/kostspielige-liegestuetze-auf-altar/ Teilen Twittern Teilen

Kostspielige Liegestütze auf Altar

Diese Liegestütze sind für einen Studenten richtig teuer geworden: Alexander Karle rackerte sich auf dem Altar der St.-Johann-Kirche in Saarbrücken ab und bezeichnete das als Kunst. Die Kirche erstattete Anzeige.

Der Künstler Alexander Karle hat auf dem Altar der Basilika St. Johann in Saarbrücken Liegestütze gemacht. Der 38-jährige Student der Bildenden Künste führte die Aktion als Teil eines Videoprojekts zwischen dem 24. Dezember 2015 und dem 10. Januar 2016 durch. Die betroffene katholische Kirche ließ sich das aber nicht gefallen, sondern brachte Karle vor Gericht. Das Urteil des Prozesses am Dienstag vor dem Amtsgericht Saarbrücken lautet: Karle muss 700 Euro Strafe wegen Störung der Religionsfreiheit und Hausfriedensbruchs zahlen.

Es geht um ein eineinhalb-minütiges Video, das den Titel „Pressure to Perform“ trägt. Darin rackert sich der bärtige Student der Saar-Hochschule auf dem Altar der St.-Johann-Kirche ab. Ein Kommentar unter dem YouTube-Video lautet: „Verstehe die Empörung nicht, die Liegestütz sind doch ordentlich ausgeführt worden.“

Gemeinde sieht Liegestütze-Aktion als Verunglimpfung an

„Auch der christliche Glaube darf erwarten, dass respektvoll mit ihm umgegangen wird“, sagte Pastor Eugen Vogt der St.-Johann-Kirche laut Westdeutscher Zeitung: „In der Gemeinde wurde diese Aktion als Provokation und Verunglimpfung angesehen.“ Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft fallen die Liegestütze nicht unter die Kunst- und Meinungsfreiheit. Dagegen legte Karle Einspruch ein, weswegen es zur Gerichtsverhandlung kam. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Strafe von 1.500 Euro. Karle habe eine „grob ungehörige, eine rohe Gesinnung aufweisende Handlung“ vorgenommen.

Der Student hatte über das soziale Netzwerk Facebook eingeladen, dem Gerichtsprozess beizuwohnen. Er erklärte den Termin zur „öffentlichen Ausstellung“ seiner Videoarbeit. Sein Anliegen sei es gewesen, mit der Aktion auf den Zusammenhang von Religion und Leistungsdruck hinzuweisen. Die Richterin erläuterte die Verurteilung Karles zur Geldstrafe in Höhe von 700 Euro laut Bild-Zeitung damit, dass Kunstfreiheit nicht uferlos garantiert sei. (pro)

Von: mm

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Tue, 17 Jan 2017 15:19:00 +0100
<![CDATA[„Religion ist niemals Privatsache"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/17/religion-ist-niemals-privatsache/ Teilen Twittern Teilen

„Religion ist niemals Privatsache"

Der SPD-Politiker Wolfgang Thierse hat am Montag in Berlin über seine Erfahrungen als Christ im Bundestag gesprochen. Christen seien dazu aufgerufen, sich einzumischen, erklärte der Katholik.

„Religion ist niemals nur Privatsache." Das hat der frühere Bundestagspräsident Thierse am Montag in Berlin erklärt. Im Gegenteil, sagte er weiter: „Man verfälscht den christlichen Glauben, wenn man ihn in die Privatsphäre zurückdrängen will." Andererseits seien die Kirchen Teil einer pluralistischen Gesellschaft. Daraus folgten zwei Dinge: Christen müssten sich einmischen, aber auch damit leben, dass ihre moralische Überzeugung möglicherweise nicht mehrheitsfähig sei.

Thierse selbst ist engagierter Katholik und berichtete im Gespräch mit Christoph Irion, dem Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP: „Wir tragen im Bundestag nicht unser religiöses Bekenntnis vor uns her.” Christen in der Politik seien gefordert, das, was sie glaubten, in eine gemeinsame Sprache der Argumente aller Politiker zu übersetzen.

„Politik ist nicht alles"

„Mir hat immer geholfen, dass man als Christ doch lernt: Politik ist nicht alles”, sagte Thierse. Der christliche Glaube lade Politiker dazu ein, sich klar zu werden, dass sie sich nicht überfordern müssten. Thierse: „Am Schluss wissen sie: Ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.”

Sorge machen Thierse dennoch die aktuellen populistischen Strömungen in der Politik, allen voran der Einzug Donald Trumps ins Weiße Haus. Politiker dürften sich niemals als Erlöser verstehen. „Politik ist für das Wohl möglichst vieler zuständig, Religion für das Heil.” Drehe es jemand andersherum, werde es gefährlich.

„Katholisch zu sein heißt, mit Ärger zu leben"

Anlass des Interviews war die Vorstellung des Buchs „Berliner Gespräche" (Francke) des Theologen Martin Knispel und des Journalisten Norbert Schäfer. Knispel ist Geschäftsführer der Stiftung für Christliche Wertebildung, Schäfer Redakteur beim Christlichen Medienmagazin pro. In ihrem Buch sprechen 15 Bundespolitiker wie Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Bodo Ramelow (Linke) oder Franz Josef Jung (CDU) über Glaubens- und Wertefragen.

Thierse etwa äußert sich über seinen christlichen Glauben und dessen Verbindung zur Politik: „Katholischer Christ bin ich, seit ich getauft bin, Sozialdemokrat wurde ich erst später. Die frühe Prägung hat ein Leben lang angehalten, in allen Anfechtungen und Zweifeln. Glauben heißt ja auch immer, mit den eigenen Zweifeln und Unsicherheiten und mit dem Ärger über die eigene Kirche zu leben. Ich sage immer: Katholisch zu sein heißt auch, mit dem Ärger zu leben. Das ist die Verwandtschaft zwischen katholischer Kirche und Sozialdemokratie." Weiter zitieren die Autoren ihn: „Der christliche Glaube zeichnet sich dadurch aus, dass er den Menschen dazu befähigt, mit Scheitern und Irrtum fertigzuwerden." (pro)

Von: al

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Tue, 17 Jan 2017 14:12:00 +0100
<![CDATA[Facebook startet Kampf gegen Fake News]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/01/16/facebook-startet-kampf-gegen-fake-news/ Teilen Twittern Teilen

Facebook startet Kampf gegen Fake News

Facebook ergreift in Deutschland erste Maßnahmen gegen Fake News. Das soziale Netzwerk arbeitet dabei mit der gemeinnützigen journalistischen Plattform Correctiv.org zusammen.

Papst Franziskus unterstützt Donald Trump. IS-Anführer ruft amerikanische Muslime auf, Hillary Clinton zu wählen. Trump bietet Auswanderern kostenlose Flugtickets nach Afrika und Mexiko an. Das sind einige Fake-News-Schlagzeilen, die im vergangenen Jahr am häufigsten über soziale Medien geteilt wurden. Das soziale Netzwerk Facebook führt jetzt auch in Deutschland Maßnahmen ein, um gegen gefälschte Nachrichten vorzugehen. Wie das amerikanische Unternehmen am Sonntag mitteilte, werden die dazu benötigten Updates auf der Internetseite in den kommenden Wochen aktiv.

Facebook konzentriert seine Gegenmaßnahmen vor allem auf die Verbreitung von eindeutigen Falschmeldungen, die durch Spammer erstellt werden. Um die Falschmeldungen zu enttarnen, arbeitet das Unternehmen in Deutschland mit der gemeinnützigen journalistischen Plattform Correctiv zusammen. Die bezeichnet sich selbst als Recherchezentrum. Correctiv ist Unterzeichner des Poynter's International Fact Checking Code of Principles, eine Art Verhaltenskodex für Unternehmen im Internet.

Correctiv soll „objektive, unvoreingenommene Bewertungen“ von Nachrichten liefern. „Dies sind nur die ersten Schritte, die wir unternehmen, um die Erfahrung für alle Nutzer zu verbessern“, kündigte Facebook an. Eine Neuerung wird sein, dass die Nutzer Facebook selbstständig auf Fake News hinweisen können. Das soll über die Optionen eines jeden Beitrags rechts oben möglich sein. „Wir glauben, dass zusätzlicher Kontext Personen dabei helfen kann, selbst zu entscheiden, wem sie trauen und was sie teilen möchten", schreibt Facebook.

Erkannte Fake News werden nicht gelöscht

Die Plattform Correctiv hat dann die Aufgabe, auffällige und gemeldete Beiträge zu überprüfen. Wenn sie den Facebook-Beitrag als gefälscht identifiziert, wird dieser nicht gelöscht, sondern mit einem Warnhinweis versehen. Der unterstreicht die Fragwürdigkeit des Beitrags mit einem Link, der zur Begründung von Correctiv führt.

Eventuell tauchen diese markierten Beiträge laut Facebook auch in der Timeline weiter unten auf, was bedeutet, dass sie später und damit von weniger Nutzern gelesen werden. Die Beiträge sollen aber weiterhin geteilt werden können. Der Nutzer wird dabei auf den angezweifelten Wahrheitsgehalt hingewiesen. Der Beitrag kann allerdings nicht mehr beworben oder optisch hervorgehoben werden.

Zukünftiges Finanzierungsmodell unklar

Der Gründer von Correctiv, David Schraven, bezeichnet Fake News in einer Stellungnahme auf Facebook als eine der „großen Bedrohungen unserer Gesellschaft“. Gerade angesichts der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai und der Bundestagswahl im September glaubt er an einen deutlichen Anstieg der Fake News in sozialen Medien.

„Das Ganze ist in unseren Augen eine Art Betatest", schreibt Schraven über die Zusammenarbeit mit Facebook. Leider sei bis zur richtungsweisenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nur sehr wenig Zeit. In den Vereinigten Staaten von Amerika testet Facebook bereits die neuen Maßnahmen. Dort arbeitet das Unternehmen mit Organisationen wie ABC News, der Associated Press oder FactCheck.org zusammen.

Zur Finanzierung wies Schraven darauf hin, dass während der Anlaufphase des Projekts noch kein Geld zwischen Facebook und der Plattform fließe. Langfristig fordert er aber eine adäquates Finanzierungsmodell: „Es wird schwer werden, das Geld unserer Spender dafür auszugeben, Facebook zu heilen.“ Zu den größten Spendern von Correctiv gehören die Bundeszentrale für politische Bildung, die Essener Brost-Stiftung, die Rudolf-Augstein-Stiftung und die Schöpflin-Stiftung.

Im Internet stößt die Zusammenarbeit von Facebook und Correctiv auf Zustimmung, aber auch auf Kritik. Der Autor Dushan Wegner etwa zweifelt an der Objektivität von Correctiv:

Für Heiterkeit bei Twitter sorgt indes ein alter E-Mail-Newsletter von Correctiv-Gründer Schraven, in dem er Hillary Clinton als Siegerin der US-Präsidentschaftswahl verkündet.

Zahlreiche Nutzer amüsieren sich darüber, dass offenbar auch Correctiv.org nicht ganz gegen Falschmeldungen immun ist. (pro)

Von: mm

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Mon, 16 Jan 2017 16:17:00 +0100
<![CDATA[Der lange Weg in die Freiheit]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/01/17/der-lange-weg-in-die-freiheit/ Eine Rezension von Johannes Weil]]> Teilen Twittern Teilen

Der lange Weg in die Freiheit

Flor Namdar heißt eigentlich nicht Flor Namdar. Dies hat mit ihrer bewegten Biographie zu tun. Die Muslimin konvertierte zum christlichen Glauben und war dann fast 15 Jahre als Missionarin unter Kurden aktiv. Ihren langen Weg in die Freiheit beschreibt sie in dem Buch „Liebe statt Furcht“. Eine Rezension von Johannes Weil

Mit raschen Schritten und gesenktem Blick eilt Flor Namdar durch die Straßen Teherans. Sie flieht, weil sie Schande über die Familie gebracht hat – und das im Vielvölkerstaat Iran, der nicht gerade für seine liberale Gangart bekannt ist. Die Autorin des Buches „Liebe statt Furcht” hat die islamische Revolution und die politischen Umwälzungen hautnah erlebt. Wie sie in ihrem muslimischen Elternhaus ihr Heil im christlichen Glauben findet, beschreibt sie im bei Gerth Medien erschienen Buch.

Namdars Vater arbeitet beim Militär. Dadurch wechselt die Familie häufig den Wohnort. Die Autorin hat dadurch zwar eine behütete Kindheit, aber kein wirkliches Zuhause. In der Schule und in der Gesellschaft erfährt sie Ablehnung. Dazu kommt der religiöse Spagat im Elternhaus: Ihre weltoffene Mutter ist eine kurdische Sunnitin, der Vater ein tiefreligiöser Schiit.

Schande über die Familie

Diese religiöse und politische Gemengelage macht es für die Familie nicht einfacher. Aufgrund der politischen Situation muss die Familie fliehen. Namdar möchte gerne ihre Träume verwirklichen. Der Islam gibt ihr nicht die Antworten, die sie sich erhofft. Sie wehrt sich dagegen, einen fremden Mann zu heiraten, den sie nicht liebt.

Unter Androhung von Gewalt stimmt sie dennoch ihrer arrangierten Heirat zu. Sie bleibt in einer „absurden Ehe“ eine verzweifelte Fremde, schreibt sie. Ihr Mädchen, das sie zur Welt bringt, hat das „falsche Geschlecht“. Den Glauben an Allah hat sie da schon lange verloren. Sie fällt in ein Loch der Hoffnungslosigkeit und scheitert bei dem Versuch sich umzubringen.

In dieser Phase lernt sie einen Juwelier kennen, dem sie Fragen über den christlichen Glauben stellt. Namdar möchte einen Gott kennenlernen, der sie so liebt, wie sie ist. Sie betritt eine völlig neue Welt und kauft sich eine Bibel. Obwohl sie die Konsequenzen des Übertritts zum Christentum kennt und weiß, welche Schande dies für ihre Familie ist, wagt sie ihn trotzdem. In der eigenen Familie erfährt sie deswegen Ablehnung, Verachtung und Hass.

Ein Herz für Flüchtlinge

Über verschlungene Wege bekommt sie eine Arbeitsstelle bei der Bibelgesellschaft. Hier kann sie gefahrlos die Bibel studieren. Ihr dortiger Vorgesetzter wird so etwas wie ein väterlicher Freund. Ihr beruflicher Weg führt sie nach Deutschland. Die Mentalität der Deutschen ist ihr fremd. Namdar baut in Hamburg als Missionarin eine persische Gemeinde auf. Sie erlebt, wie sich von Jesus begeisterte Iraner taufen lassen. Mit ihnen kann sie in ihrer Muttersprache über und mit Gott reden.

Aber sie hat auch Phasen der Anfechtungen und der Zweifel: „Wir können nur darüber staunen und es dankbar annehmen“, freut sich die Autorin über die guten Zeiten. Auch in ihrer eigenen Familie erlebte sie die verändernde Wirkung des Glaubens, als einige Familienmitglieder auch Christen wurden. Namdar selbst möchte mit wachem Verstand, offenen Augen und Liebe im Herzen Gott folgen. Das Buch ist geprägt von der Liebe, die sie Flüchtlingen weitergeben möchte, weil sie bei ihnen auch eine Sehnsucht nach dem liebenden Vater im Himmel verspürt: „Ich will helfen, den geistlich Heimatlosen eine Heimat zu bieten, und Gott da dienen, wo er mich braucht.“ Diese Kraft, mit der sie die Gesellschaft verändern möchte, geht von dem Buch aus.

Eine wichtige Rolle im Leben der Autorin spielt dabei auch die Mutter. „Ihr habe ich es zu verdanken, Menschen mit Liebe zu begegnen: sie stand zu mir, auch wenn sie nicht mit allen meinen Entscheidungen einverstanden war, und sie schützte mich, als meine eigenen Verwandten mich anfeindeten“, schreibt die Autorin in der Rückschau. Am Anfang ist das Buch durch die Beschreibung der politischen Entwicklungen etwas zu aufgebläht. Danach wird der Leser mitgenommen in eine spannende Lebensgeschichte mit vielen Höhen und Tiefen.

Namdars Lebensgeschichte lässt erahnen, wie folgenschwer eine Konversion vom Islam zum Christentum ist. Im letzten Kapitel verknüpft die Autorin ihre bedrohlichen und beängstigenden Erlebnisse mit der aktuellen Situation der Flüchtlinge. Für den Umgang mit den Flüchtlingen heute sei es wichtig, sich Jesus als Richtschnur zu nehmen. Er könne die Kraft geben, Dinge und sogar Menschen zu verändern. Sie ruft Christen in Deutschland auf, sich nicht auf politische Debatten über Flüchtlinge zurückziehen, sondern aktiv auf die Menschen zugehen, die hierher kommen. Es ist zu wünschen, dass von dem Buch Impulse ausgehen, sodass aus Furcht Liebe wird. (pro)

Flor Namdar, Liebe statt Furcht, 256 Seiten, 17 Euro, Gerth Medien, ISBN 9783957341938.

Von: jw

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Mon, 16 Jan 2017 12:02:00 +0100
<![CDATA[„Zu viele Menschen haben vergessen, was Krieg ist“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/01/16/zu-viele-menschen-haben-vergessen-was-krieg-ist/ Teilen Twittern Teilen

„Zu viele Menschen haben vergessen, was Krieg ist“

Seinen Suizid hatte Walter Kohl schon fest geplant, als er beschloss, seinem Leben einen Sinn zu geben. Auch der christliche Glaube half ihm dabei, Frieden zu finden. Längst ist er nicht mehr bloß „der Sohn vom Kohl“, dem früheren Bundeskanzler. Politisch äußert er sich dennoch. An Rechtspopulisten hat er eine deutliche Botschaft.

pro: Sie waren neulich mit Ihrem Sohn in Verdun, nicht gerade einem Ort des Friedens. 1916 tobte dort eine Schlacht zwischen Deutschland und Frankreich. Auch Ihr Großvater hat dort gekämpft. Was haben Sie empfunden, als Sie da waren?

Walter Kohl: An allen Masten wehten drei Fahnen: die deutsche, die französische und die europäische. Das hat mich berührt. Noch hundert Jahre danach merkt man diesem Ort den Schmerz an, die Brutalität eines Vernichtungskrieges, des endlosen Artilleriefeuers, der Gasangriffe – so ziemlich alle Scheußlichkeiten, die Menschen einander antun können, gab es hier. Heute erstarken Rechtspopulisten wieder. Ich wünsche mir, dass diese Leute alle einen Tag und eine Nacht auf einem Soldatenfriedhof verbringen. Als heilsame Kur dafür, dass Nationalismus in den Abgrund führt.

Führt Nationalismus automatisch in den Abgrund?

Ab einem gewissen Punkt ja. Da gibt’s nämlich kein „Wir“ mehr, sondern nur noch ein „Uns“ und „Euch“. Das ist die Grundlage dafür, Menschengruppen zu diffamieren – ob religiöse oder ethnische Gemeinschaften, völlig egal. Der christliche Glaube lehrt: Ob du Zöllner oder Hure bist, römischer Soldat oder Pharisäer, alle sind als Menschen zu achten. Das ist im Nationalismus nicht so. Ich bin für Patriotismus. Zwischen Patriotismus und Nationalismus gibt es allerdings einen sehr großen Unterschied.

Und der wäre?

 

Patriotismus kommt vom lateinischen Wort „patria“, „Vaterland“. Das ist das Land, die Kultur, aus der ich stamme. Das heißt aber nicht, dass diese Kultur besser ist oder den Rest der Welt beherrschen soll. Nationalismus ist ausgrenzend. Der Nationalist sieht seine Nation über allen anderen stehen. Damit hat er die Lunte für den nächsten Konflikt gelegt.

Warum gewinnen Rechtspopulisten an Einfluss?

Zu viele Menschen in Westeuropa haben vergessen, was Krieg ist, weil, Gott sei Dank, seit langer Zeit Frieden herrscht. Dazu kommen viele unausgesprochene Ängste, die oft auch ignoriert werden. Wir haben eine Kultur der öffentlichen Meinungsbildung, die sehr schnelllebig ist und vom Affekt beherrscht wird. Die traurige Ironie im Informationszeitalter ist, dass wir zu wenige tiefgehende Diskussionen führen. Alles muss schnell, schnell sein.

Meinen Sie damit unsere Regierung?

Ja auch. Wenn wir ein gesundes Verhältnis zu unserer Heimat in Europa und zu unserer Geschichte hätten, gäbe es keine Rechtspopulisten. Da bin ich mir absolut sicher. Die 68er Multikulti-Denke ist gescheitert. Heute müssen wir Integration anders gestalten. Wir müssen viel stärker die Frauen aus den Einwanderungsfamilien integrieren. Die deutsche Sprache muss zur Pflicht werden. Kinder müssen die Schule besuchen und qualifiziert abschließen. Der Arbeitsmarkt und die Gesellschaft müssen so geöffnet werden, dass ein Einwanderer hier auch eine reale Chance hat.

Neustart nach dem Zusammenbruch

Ihr großes Thema ist „Lebensgestaltung“. Wie können Menschen ihre Bestimmung finden?

Ein Vorschlag: Was sollen Menschen über mich sagen, wenn ich als Vöglein auf dem Baum meiner eigenen Beerdigung lausche? Schnell wird klar, was man nicht hören will: Klassische Statussymbole, tolles Auto, schicke Villa oder was auch immer. Wichtig ist, wie wir miteinander gelebt haben. „Er war ein guter Mensch, ein guter Vater, eine gute Mutter“ – das will man hören. Eine weitere Frage: Was sind die Dinge, bei denen du die Zeit vergisst? Dort findet man Sinn. Dazu gehört auch, zu gewissen Dingen nein zu sagen und sich nicht zu sehr fremdbestimmen zu lassen.

Sie haben selbst vor 15 Jahren eine schwere Krise durchgemacht.

Es war wie eine Flutwelle aus drei fast gleichzeitigen Ereignissen, die mein altes Leben zerstörte. Die Parteispendenaffäre (der CDU, Anm. d. Red.) hatte für mich beruflich katastrophale Folgen, weil sie mir meine Perspektive raubte. Zweitens war es der Suizid meiner Mutter im Juli 2001 und schließlich das Zerbrechen meiner ersten Ehe. An diesen drei Ereignissen ist mein altes Leben zerbrochen und ich war wirtschaftlich wie psychisch am Ende. Ich hatte sechs Monate keinen Geschmackssinn. Ich konnte Nutella mit Senf und Gewürzgurke auf einem Brot essen und es schmeckte wie Papier. Meinen eigenen Selbstmord habe ich komplett vorbereitet. Ich war sehr, sehr weit unten. Da stellte ich mir die Frage: Warum und wofür willst du leben? Was willst du hinterlassen? Gott sei Dank habe ich darauf neue Antworten gefunden, im Glauben, in der Logotherapie von Viktor Frankl und der stoischen Philosophie, insbesondere von Seneca.

Wie hat diese Krise Ihre Sicht auf Gott verändert?

Zuerst einmal war da eine Phase, in der meine Gefühle völlig taub waren. Ich hatte überhaupt keinen Bezug zu Gott, zu gar nichts, weder zu mir selbst noch zu anderen Menschen – nichts. Ich musste mich entscheiden: Will ich leben oder sterben? Während des Elbe-Hochwassers 2002 fragte mich mein Sohn, ob das auch bei uns passieren könne. „Nein“, beruhigte ich ihn, „denn wir wohnen auf einem Hügel.“ Dann sagte ich den Satz: „Solange ich lebe, musst du dir keine Sorgen machen.“ Ich stutzte, denn zu diesem Zeitpunkt war ich hochgradig suizidär. Nun spürte ich: Wenn ich weiterlebe, dann muss es ein bewusstes Leben sein, eines mit Sinn. Mein Sinn heute ist, für Freundschaft zu werben und etwas für den Frieden zu tun. Wenn mir das gelungen ist, kann ich in Ruhe sterben.

„Der schwierigste Friede ist der mit mir selbst.”

Sie haben einen sehr berühmten Vater, den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl. Hat auf Ihnen die Frage gelastet, was Ihr Platz im Leben ist?

 

Das war früher der Fall, heute überhaupt nicht mehr. Ich habe vor fünf oder sechs Jahren einen Wandel vollzogen, was mein Selbstbewusstsein angeht. Früher war ich „der Sohn vom Kohl“, heute bin ich „auch der Sohn vom Kohl“. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Heute kommen Leute in meine Veranstaltungen und sagen: „Ich konnte Ihren Vater nie leiden und ich bin wegen Ihnen gekommen.“ Ich weiß, dass ich der Sohn meines Vaters bin. Aber ich bin auch der Sohn von Hannelore. Ich stehe zu meiner Herkunft. Und heute kann ich dies für meinen Sinn einsetzen, etwas für den Frieden zu tun.

In Bezug auf Ihren Vater sprechen Sie von einer „einseitigen Versöhnung“. Was meinen Sie damit?

Der Gedanke kam mir am Grab meiner Mutter. Ein Suizid ist für alle Betroffenen furchtbar. Mir drängte sich die Frage auf: Will meine Mutter, dass ich unter ihrer Entscheidung leide? Nein, aber wir können uns nicht mehr aussprechen. Als Lebender habe ich jedoch die Chance, meinen einseitigen Frieden mit ihrem Tod zu machen. Ein unglaublich befreiender Gedanke. Mein zweiter Gedanke war: Muss ein Mensch erst tot sein, damit wir unseren einseitigen Frieden schließen können? Nein. Einseitige Versöhnung geht genauso gut mit Lebenden wie mit Toten.

Wünschen Sie sich, dass aus Ihrer einseitigen Versöhnung mit Ihrem Vater auch eine gegenseitige Versöhnung wird?

Das wäre ein Missverständnis darüber, was einseitige Versöhnung bedeutet. Einseitige Versöhnung ist erwartungsfrei. Es gibt dann keine versteckten Wünsche oder Hoffnungen mehr – es ist geklärt. Was kommt, kommt. Oder auch nicht. Und damit ist auch gut.

Drei Freundschaften für ein gelingendes Leben

Welche Rolle spielt dabei der christliche Glaube für Sie?

Er ist für mich sehr wichtig. Ich bin katholisch geprägt. Während meiner Unizeit war ich sehr weit weg von meinem Glauben, auch in den ersten Berufsjahren.

Wie kam es dazu?

Ich habe damals in der katholischen Studentengemeinde in Harvard aktiv mitgearbeitet. Kardinal Bernard Francis Law war damals ein ultrakonservativer Erzbischof der Diözese Boston. Das war ein bitteres Brot, um es mal höflich auszudrücken.

Hat Sie das abgeschreckt?

Konservativismus im Sinne von „Betonköpfigkeit“ ist abschreckend: „Was die Kirche sagt, ist richtig.“ Das Dogma steht im Vordergrund, nicht die Botschaft der Bibel. Wenn ich die Evangelien lese, fühle ich Nächstenliebe und Güte. Das vermisse ich heute in weiten Teilen der Amtskirche. Wenn wir uns auf die Quintessenz der Evangelien konzentrieren, die Hinwendung zum Nächsten, dann sind wir automatisch auf dem richtigen Weg. Wir sollten nicht mit Dogmen wie der Unfehlbarkeit um uns werfen.

Was bedeutet es für Sie, sich dem Nächsten zuzuwenden?

Verantwortung zu übernehmen und Menschen zu helfen. Dass ich das, was ich mache, möglichst sinnhaft tue. Neulich sprach ich in der Klinik Hohemark, einer christlich orientierten Einrichtung für Menschen mit psychischen Störungen. Viele der etwa 200 Zuhörer waren suizidgefährdet. Wir sprachen dann über das Leben, über das „Trotzdem“, über die Freiheit der neuen Perspektive, die Chance des einseitigen inneren Friedens, über neue Antworten.

Mit wem muss ich denn meinen Frieden schließen, wenn ich zum Beispiel in einer Depression stecke?

Mit mir selbst. Das ist wohl der schwierigste Friede. Ich spreche gerne von drei Freundschaften. Die erste ist die Freundschaft mit sich selbst, mit den eigenen Unzulänglichkeiten, mit Scheitern, mit unerfüllten Erwartungen. Hier hilft einseitiger Frieden ungemein. Die zweite Freundschaft ist die mit anderen Menschen, sie baut auf der ersten Freundschaft auf. Die dritte ist die Freundschaft mit Gott – oder für die, die mit Glauben nichts am Hut haben wollen, die Freundschaft mit ihrer eigenen Spiritualität. Diese drei Freundschaften symbolisieren für mich die Summe eines gelungenen Lebens.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Der Text ist der Ausgabe 6/2016 des Christlichen Medienmagazins pro entnommen. Bestellen Sie pro kostenlos und unverbindlich online, unter Telefon 06441 915 151 oder per E-Mail an info@kep.de.

Die Fragen stellte Nicolai Franz

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Mon, 16 Jan 2017 10:29:00 +0100
<![CDATA[„Sieben Wochen ohne Sofort“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/01/15/sieben-wochen-ohne-sofort/ Teilen Twittern Teilen

„Sieben Wochen ohne Sofort“

„Augenblick mal! – Sieben Wochen ohne Sofort“, lautet das diesjährige Motto der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum österlichen Fasten. Die Aktion läuft von Aschermittwoch bis Ostersonntag.

Entschleunigen und Innehalten sind die Themen der diesjährigen Fastenaktion „Sieben Wochen ohne“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Wenn es nicht mehr weitergeht, einmal Pause machen, eine Tasse Tee trinken, nachdenken: Zeit, den Dingen und sich selber eine zweite Chance zu geben. Dieses Innehalten halten hat uns Gott ganz am Anfang in unsere Zeitrechnung geschrieben: Den siebten Tag segnete der Schöpfer – und ruhte. Dazu sind wir auch eingeladen“, beschreibt Arnd Brummer, Geschäftsführer von „Sieben Wochen ohne“, die Aktion im zugehörigen Fastenkalender.

Der Kalender ermutige in diesem Jahr dazu, sich Zeit zu nehmen – für sich und andere Menschen. Wichtige Entscheidungen sollten nicht einfach vom Zaun gebrochen werden. Manche Dinge brauchten mehr Zeit.

So könne man sich zum Beispiel Zeit nehmen, „den Menschen im anderen zu sehen, etwa in der Schlange im Supermarkt, auch wenn man es eilig hat“, schreibt Brummer.

„Alles hat seine Zeit“

Der Fastenkalender regt an, über den eigenen Alltag nachzudenken. Die Wochenthemen sind unter anderem „Alles hat seine Zeit“, „Nicht sofort darauflos schaffen“ und „Nicht sofort drankommen“. Der Kalender ist mit Fotos illustriert, die Menschen in ihrem Alltag zeigen. Zitate von Personen aus Kultur und Gesellschaft, wie Hilde Domin oder Andrea Nahles, laden ein, sich bewusst mehr Zeit im Alltag zu lassen und über das eigene Leben nachzudenken. „Der Sinn des Lebens kann doch nicht sein, eine aufgeräumte Wohnung zu hinterlassen“, wird die Schriftstellerin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich zitiert.

Auch Texte aus der Bibel begleiten die Fastenden durch die sieben Wochen. Der bekannte Theologe und Schriftsteller Fulbert Steffensky legt sieben Bibelstellen aus.

„Kann nur gut tun!“

Die Aktion „Sieben Wochen ohne” gibt es bereits seit 1983. Sie lädt ein, Alltag und Lebensgewohnheiten zu überdenken. Die Fastenden verzichten während dieser Zeit auf Genussmittel wie Alkohol, Nikotin oder Süßigkeiten. Andere meiden in dieser Zeit das Internet oder Fernsehen. Der Verzicht soll helfen, eine neue Perspektive auf das eigene Leben zu gewinnen. Laut einer Emnid-Umfrage nehmen jährlich mehr als drei Millionen Menschen an „Sieben Wochen ohne“ teil.

Der Gottesdienst zur Eröffnung der Fastenaktion wird am Sonntag, den 5.März um 9.30 Uhr in der Gethsemanekirche in Frankfurt am Main gefeiert. Das ZDF überträgt den Gottesdienst live, an dem unter anderem Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler teilnimmt.

„Ich freu’ mich drauf: Sieben Wochen lang ausnahmsweise nicht wie der geölte Blitz alles gleich erledigen – sondern sich Zeit nehmen, eins nach dem anderen tun, zwischendurch verschnaufen, ein Päuschen machen, nachdenken. Kann nur gut tun!“, sagte Breit-Keßler in der evangelischen Zeitschrift Chrismon über die Aktion. (pro)

Von: lre

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Sun, 15 Jan 2017 12:47:00 +0100
<![CDATA[Erika Steinbach verlässt CDU]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/14/erika-steinbach-verlaesst-cdu/ Teilen Twittern Teilen

Erika Steinbach verlässt CDU

Die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, tritt nach 43 Jahren aus der CDU aus. Das konservative Element der Partei sei „gezielt marginalisiert, ja stigmatisiert worden”, sagte sie.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach verlässt nach 43 Jahren Mitgliedschaft die CDU. Das sagte sie der Zeitung Welt am Sonntag. „Würde ich aktuell CDU wählen? Nein. Würde ich heutzutage gar in die CDU eintreten? Nein. Daraus kann ich nur die ehrliche Schlussfolgerung ziehen, die CDU zu verlassen“, erklärte sie. Steinbach hatte über Monate die derzeitige Linie der Partei kritisiert, jedoch dabei beteuert, keinen Grund für einen Austritt zu sehen.

Die frühere Sprecherin des Bundes der Vertriebenen will ihr Bundestagsmandat aber bis zur Bundestagswahl 2017 behalten. Dass Steinbach bei der Wahl nicht erneut für ihren Wahlkreis kandidiert, war bereits bekannt.

Steinbach hofft auf starkes AfD-Ergebnis

Steinbach, die auch menschenrechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag ist, bezeichnete die Alternative für Deutschland (AfD) als „Feisch vom Fleische der CDU”. In der CDU sei indes das konservative Element „gezielt marginalisiert, ja stigmatisiert worden”.

Steinbach erwägt derzeit nicht, der AfD beizutreten. „Aber ich hoffe, dass die AfD in den Bundestag einzieht, damit es dort endlich wieder eine Opposition gibt. Nur so bleibt die Demokratie lebendig.“

Scharfe Kritik an Merkel

Im Interview mit dem Journalisten Robin Alexander übte Steinbach in der Welt am Sonntag scharfe Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel und deren Flüchtlings- und Euro-Rettungspolitik. „Beim Bundesamt für Migration sind tausende von Pässen als gefälscht identifiziert worden, ohne dass die rechtlich vorgesehenen Konsequenzen für die jeweiligen Migranten gezogen worden wären”, ergänzte sie. „Ein solches Ignorieren unseres Rechts wagt keine Bundesbehörde auf eigene Verantwortung. Da steht ein politischer Wille dahinter. Am Recht vorbei.“ Steinbach sagte, ein erheblicher Teil der Asylbewerber, die derzeit in Deutschland ankommen, seien keine Flüchtlinge im Sinne der Genfer Kovention.

Erika Steinbach gilt als eine der profiliertesten, aber auch umstrittensten Politikerinnen der Union. Als menschenrechtspolitische Sprecherin machte sie immer wieder auf das Schicksal verfolgter Christen aufmerksam. Bekannt ist sie auch für ihr Eintreten für die klassische Ehe zwischen Mann und Frau und damit gegen die sogenannte Homo-Ehe. 2013 etwa wurde sie deswegen in der Talkshow von Anne Will mehrfach ausgebuht. 2002 verließ Steinbach die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, weil diese beschlossen hatte, homosexuelle Paare zu segnen. Sie gehört seitdem der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) an.

Steinbach nahm auch auf Twitter immer wieder Stellung zu tagespolitischen Debatten. Dabei löste sie mehrfach Protest aus, weil sie sich im Ton vergriff – beispielsweise teilte sie ein Foto, auf dem ein blondes Kind von indisch aussehenden Frauen umringt gefragt wurde, woher es denn komme. Das Bild war unterschrieben mit „Deutschland 2030?”. Steinbach erhielt immer wieder öffentliche Morddrohungen und Todeswünsche, die sie bewusst nicht zur Anzeige brachte. Vereinzelt reagierte sie mit selbstironischen Bemerkungen auf Angriffe bei Twitter.

Prominente CDU Ein- und Austritte

Mit einer ähnlichen Begründung wie Steinbach hatte im Dezember die Vorsitzende des Aktionsbündnisses „Demo für alle”, Hedwig von Beverfoerde, die CDU verlassen. Im September war der Dresdner CDU-Politiker Maximilian Krah aus der Partei ausgetreten. Andere wiederum traten in die CDU wegen deren aktueller Politik ein – wie etwa der Pfarrer Sven Petry, Ex-Ehemann der AfD-Politikerin Frauke Petry.

UPDATE 15.1.2017:

Die vollständige Austrittserklärung von Erika Steinbach ist inzwischen hier im Internet verfügbar. (pro)

Von: mb

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Sat, 14 Jan 2017 19:44:00 +0100
<![CDATA[Pop-Oratorium „Luther“ geht auf Deutschland-Tournee]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/01/14/pop-oratorium-luther-geht-auf-deutschland-tournee/ Teilen Twittern Teilen

Pop-Oratorium „Luther“ geht auf Deutschland-Tournee

Das Pop-Oratorium „Luther – das Projekt der tausend Stimmen“ startet an diesem Wochenende in Hannover seine Deutschland-Tournee. Bei einer der letzten Proben vor der Uraufführung am Reformationstag 2015 berichtete Komponist Dieter Falk, was das Besondere an dem Projekt ist.

Das „Pop-Oratorium“ ist eine neue Gattung, die schauspielerische Darstellung und Musik vereint. Dieter Falk und Michael Kunze haben sie mit ihrem letzten großen Werk, den „Zehn Geboten“, sozusagen erfunden. Die Mischung aus Konzert und Theater erinnert an ein Musical, bei der vorletzen Probe sind allerdings stolze 3.000 Laiensänger beteiligt, außerdem ein Orchester und eine Band.

„Das macht dieses Projekt so besonders“, sagte der Komponist des Werks, Dieter Falk im Gespräch mit pro. „Wir haben tausende Laienmusiker aus lokalen Kirchenchören und Gesangsvereinen, die bereits ein halbes Jahr für die Uraufführung proben – deshalb auch der Name ‚Projekt der tausend Stimmen‘“. Nun treffen die Laienmusiker in Essen erstmals auf die Musical-Darsteller und andere Chöre, die aus unterschiedlichen Teilen Nordrhein-Westfalens angereist sind. Auch 700 Katholiken und einige freikirchliche Chöre sind an dem Projekt beteiligt. „Erstaunlich, wie Katholiken Luther feiern können“, schmunzelt Falk

Neue Musik und frische Ideen auch für den Gottesdienst

Bei der ersten gemeinsamen und zugleich letzten Probe vor der Generalprobe ist die Aufregung in Form von geballter Energie schon deutlich zu spüren. Die Laiensänger sind sichtlich begeistert und offensichtlich auch stolz darauf, bei einer Produktion dieser Größenordnung mitwirken zu können. Solisten, Tänzer und Schauspieler proben in Alltagskleidung auf der Bühne, der Chor füllt den gesamten Zuschauerraum der Messehalle.

Auf der Bühne stehen links und rechts Dirigenten für den Laienchor im Zuschauerraum, ein Dirigent für die Solisten steht vor der Bühne. Chor und Solisten singen abwechselnd, zum Teil auch gleichzeitig, sodass der Gesang von allen Seiten kommt, was dem Zuschauer ein beeindruckendes Klangerlebnis beschert. Die Texte der Lieder stammen von dem Liederdichter und Produzenten Michael Kunze, der die deutschen Versionen der Musicals „Cats“, „Das Phantom der Oper“ und „Evita“ geschrieben hat, mit „Elisabeth“, „Tanz der Vampire“ und „Marie Antoinette“ hat er auch eigene Werke kreiert. Komponist Falk sagt: „Ich hoffe, dass daraus auch ein paar Hits werden, die dann auch in Gottesdiensten gesungen werden“, denn, „neue Musik und frische Ideen können wir in der Kirche auf jeden Fall gut gebrauchen“.

Bis zum Reformationstag am 31. Oktober 2017 sind elf Aufführungen in neun Städten geplant, darunter Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Stuttgart. Ende Oktober wird das Stück in voller Länge im ZDF zu sehen sein. (pro)

Von: pro/sz

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Sat, 14 Jan 2017 13:09:00 +0100
<![CDATA[Gemeinden sorgen sich um Nachwuchs]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/01/14/gemeinden-sorgen-sich-um-nachwuchs/ Teilen Twittern Teilen

Gemeinden sorgen sich um Nachwuchs

Christliche Gemeinden leben von den Menschen, die zu ihnen gehören und sich dort engagieren. Doch an Nachwuchs mangelt es vielerorts. Das sehen die Gemeinden laut einer Umfrage als ihr größtes Problem an.

Die christlichen Kirchen in Deutschland haben ein Problem mit ihren Mitgliedern: Es werden immer weniger. Was oft als Trend der Institutionen angesehen wird, verbunden mit finanziellen Fragen für die Zukunft – Stichwort Kirchensteuer –, hat vor allem in der Gemeindearbeit selbst spürbare Folgen. Welche Probleme dort gesehen werden, wollte Christ und Welt (C&W), die Beilage der Wochenzeitung Die Zeit, wissen.

Dafür hat die Redaktion des Blatts über die sozialen Internetnetzwerke Facebook und Twitter sowie per E-Mail eine bundesweite Umfrage gestartet. Das Ergebnis ist zwar nicht repräsentativ, bietet aber einen Eindruck davon, wie die Stimmung an der Basis ist. Etwa 1.000 Gemeindeglieder zwischen 16 und 75 Jahren aus verschiedenen Konfessionen nahmen an der Umfrage teil.

„Für mich zählt nicht, wie viele Menschen in den Gottesdienst kommen. Ich wünsche mir vielmehr, dass meine Gemeinde ihren Glauben lebt. Ganz klassisch: das Evangelium verkündigt und von dem weitererzählt, was uns hält.“ Lothar Gulbins, evangelischer Pfarrer in Sebnitz

Mehr als jeder fünfte gab an, dass der fehlende Nachwuchs für ehrenamtliche Aufgaben das größte Problem für seine Gemeinde sei. Denn das hauptamtliche Personal vom Pfarrer bis zur Küsterin kann eine Gemeinde nicht allein am Laufen halten. Nach Einschätzung von 60 Prozent der Befragten sind die freiwilligen Mitarbeiter in ihren Gemeinden überlastet. Auch hauptamtliche Mitarbeiter seien überlastet, von ihnen gebe es ebenfalls zu wenige. Doch das rangiert in der Problemwahrnehmung der Gemeinden auf dem siebten Platz.

Die zehn größten Probleme für Gemeinden aus Sicht von Gemeindemitgliedern verschiedener Konfessionen

Quelle: Christ und Welt, 12.1.2017

Es gibt drängendere Probleme als die AfD

An zweiter Stelle sehen Gemeindeglieder Reformen als Problem. Die Kirchenleitungen denken sie sich aus, die Gemeinden müssen sie umsetzen. „Die Maßnahmen unterscheiden sich regional und konfessionell, aufwendig und bürokratisch sind sie überall”, fasst C&W die Antworten zusammen. Das binde die Kräfte der Mitarbeiter und nicht in jedem Fall seien die Vorgaben für diese nachvollziehbar.

Das dritte große Problem liegt aus Sicht der Gemeinden in der Überalterung. 16,8 Prozent der Befragten sehen das als größte Herausforderung an. Weitere Probleme sind die sinkenden Mitgliederzahlen, der Verwaltungsaufwand und die Finanzen. Zwischen einem und zwei Prozent der Befragten gaben an, dass Kirchenschließungen, Inklusion und gesellschaftliche Radikalisierungen die größten Probleme für Gemeinden seien. „Bei allen Debatten um die AfD und ihre Rolle in der Kirche: In der Praxis werden andere Themen als drängender wahrgenommen", resümieren die Redakteure der Umfrage.

„Viele verbinden Christsein mit Werten. Dabei sind wir keine Werte-, sondern eine Glaubensgemeinschaft. Ein Glauben an Vergebung, Liebe, und Freude.“ Kai Kobschätzki, ehrenamtlicher Jugendleiter in der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde in Berlin

Eine weitere Frage lautete: Woran mangelt es den Gemeinden am meisten? Etwa 20 Prozent äußerten, ihre Gemeinde sei gesellschaftlich nicht anschlussfähig. „Es fehle nicht nur an Nachwuchs, sondern auch an Visionen”, schreibt C&W.

Vier Teilnehmer der Befragung kommen in C&W noch ausführlicher zu Wort und schildern ihre Eindrücke. Ein evangelischer Pfarrer aus dem sächsischen Sebnitz etwa vermisst stilistische Vielfalt der Gottesdienste in seinem Umkreis. Und er bedauert, dass in der Kirche oft über strukturelle Fragen diskutiert werde statt über tiefe, geistliche Fragen. Ein ehrenamtlicher katholischer Jugendleiter aus Berlin wünschte sich ebenfalls, mehr mit anderen Menschen über den Glauben zu sprechen und sich nicht als Gemeinde selbst zu genügen.

Zu wenige wollen Pfarrer werden

Wie viele Menschen sich ehrenamtlich in den Kirchen engagieren, dazu gibt es keine ganz genauen Zahlen.Verschiedene Erhebungen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland von 2009 und 2010 kamen auf rund eine Million bis 1,4 Millionen Ehrenamtliche. Die meisten davon waren mit mehr als einer Aufgabe in ihrer Gemeinde betraut. EKD-Sprecherin Kerstin Kipp sagte auf Anfrage von pro: „Die grundsätzliche Wahrnehmung ist, dass die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, unter Kirchenmitgliedern überdurchschnittlich hoch ist und in den vergangenen Jahren eher noch gestiegen ist.” Jedoch habe sich die Art des Engagements verändert. Freiwillige arbeiteten eher bei einzelnen Projekten mit als bei langfristigen Aufgaben; es gehe stärker um Eigenverantwortung und den eigenen Nutzen aus dem Engagement als um „dienende Zuarbeit für Hauptamtliche".

Die Kirchen treibt vor allem der Personalmangel an Hauptamtlichen um. Die EKD hat im September vergangenen Jahres eine großangelegte Kampagne gestartet, um Nachwuchs zu rekrutieren. Daran beteiligen sich alle 20 Landeskirchen. In einer Mitteilung dazu heißt es, dass von etwa 15.000 Theologiestudenten 6.500 mit dem Ziel studieren, in den Pfarrdienst zu gehen. Die Effekte davon könnten im Moment noch nicht sicher bestimmt werden, erklärte Kipp. Jedoch beobachteten manche Landeskirchen, dass sich mehr Studenten in die sogenannten Landeslisten eintrügen und somit ein Interesse am Pfarrdienst signalisierten. Das sei auch auf gezielte Werbung für den Beruf zurückzuführen. Die Kampagne werde in diesem Jahr noch weiter ausgebaut.

Auch in freien Gemeinden, Missionswerken und ihren Ausbildungsstätten sieht es nicht viel besser aus. Die Zahl der Theologiestudenten sei zu gering, um die Stellen zu besetzen, die bis 2030 aufgrund von Ruhestand frei werden, sagt Stephan Holthaus, Rektor der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, zu pro. Außerdem wollten immer weniger Absolventen, in die Gemeindearbeit gehen. Das Ansehen des Berufes habe gelitten: „Früher war es die Krone aller Berufe, heute gilt ein Pastor eher als burnoutgefährdet.” Der Theologe jedoch ist überzeugt: „Der Dienst für Jesus ist das Schönste, was es überhaupt gibt.” Und ein motivierter Pfarrer mit Leidenschaft für Jesus und die Menschen sei die beste Werbung für den Beruf. (pro)

Von: JSt

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Sat, 14 Jan 2017 10:38:00 +0100
<![CDATA[Kinder entdecken die Bibel]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/01/14/kinder-entdecken-die-bibel/ Eine Rezension von Miriam Anwand]]> Teilen Twittern Teilen

Kinder entdecken die Bibel

In der bekannten Kinderbuchreihe „Wieso? Weshalb? Warum?“ ist ein neuer Band erschienen. Mit „Wir entdecken die Bibel“ ist dem Ravensburger Buchverlag ein kurzweiliges und informationsreiches Sachbuch für Kinder gelungen. Eine Rezension von Miriam Anwand

Wieso hat Jakob seinen Bruder betrogen? Warum vollbrachte Jesus Wunder? Das sind nur wenige der vielen Fragen, die das Buch „Wir entdecken die Bibel“ beantwortet. Es ist anlässlich des Reformationsjubiläums in diesem Jahr erschienen und geht im Abschnitt „Wie ist die Bibel entstanden?“ auch auf Martin Luthers Beitrag zur Verbreitung der Bibel ein. In gewohnt verständlicher Sprache und mit detailreichen Illustrationen von Wolfgang Metzger werden Geschichten erzählt, Personen vorgestellt und Zusammenhänge erklärt.

Ein kleiner Hirtenjunge führt zusammen mit seinem Schaf durch das Buch und lässt mit witzigen Bemerkungen Groß und Klein schmunzeln. Hinter den beliebten Klappen können Kinder Hintergründe entdecken oder sehen, wie bestimmte Geschichten weitergehen. Die Anordnung der Klappen und der Textabschnitte machen zuweilen die Orientierung auf der Seite schwer. Auch bei anderen Büchern der gleichen Reihe stellt sich beim Vorlesen manchmal die Frage, wo es denn nun weitergeht.

Darum musste Jesus am Kreuz sterben

Textlich beeindruckt das Buch durch die Raffung des immensen Inhaltes, den es zu bearbeiten gilt. Mit punktgenauen Formulierungen gelingt es der Autorin Andrea Erne, an den passenden Stellen zusammenzufassen. Lediglich zwei Passagen erscheinen ungenau. So wird der Maria zwar verkündet, dass sie einen Sohn bekommen werde, jedoch nicht, dass dieser der Sohn Gottes sei. Außerdem erweckt das Buch die Assoziation, dass der Fisch deshalb zum Zeichen der Christen wurde, weil einige der Jünger Jesu Fischer waren. Dass die Zusammensetzung der Anfangsbuchstaben der griechischen Worte „Jesus“, „Christus“, „Gottes“, „Sohn“, „Erlöser“ „ICHTHYS“, also Fisch, ergibt und so etwas wie ein Geheimwort ist, wäre vielleicht auch für Kinder spannend und eine Klappe wert gewesen. Dagegen hätte bei der Schöpfungsgeschichte Platz eingespart werden können. Die Information, dass die Menschen in jener Zeit ein anderes Wissen hatten als heute und deshalb „glaubten, dass nur eine große Kraft wie Gott diese schöne Schöpfung zustande bringen konnte“ ist zwar diskussionswürdig und deshalb wissenswert, für Vier- bis Siebenjährige aber eher irrelevant.

Spannend ist das Kapitel „Warum musste Jesus am Kreuz sterben?“. Dieses nimmt sich nicht nur der Form der Hinrichtung an, sondern klärt auch das andere Warum: „Jesus starb für die Menschen. Am Karfreitag erinnern sich Christen an Jesus‘ Tod am Kreuz, durch den alle Sünden vergeben wurden.“

Die Kinderbuchreihe hat mit „Wir entdecken die Bibel“ ein aufschlussreiches und ansprechendes Buch mehr, mit dem man bei Kindern hervorragend das Interesse an der Bibel wecken kann. (pro)

Andrea Erne, Wolfgang Metzger: „Wir entdecken die Bibel (Wieso? Weshalb? Warum?)", Ravensburger Buchverlag, 24 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 9783473326631

Von: man

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Sat, 14 Jan 2017 08:00:00 +0100
<![CDATA[Dennis Quaid spielt Hauptrolle in christlichem Film]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2017/01/13/dennis-quaid-spielt-hauptrolle-in-christlichem-film/ Teilen Twittern Teilen

Dennis Quaid spielt Hauptrolle in christlichem Film

Ein neuer Film widmet sich der Hintergrundgeschichte des christlichen Lieds „I Can Only Imagine“. Der US-Schauspieler Dennis Quaid spielt eine der Hauptrollen.

Das Lied „I Can Only Imagine“ (Ich kann es mir nur vorstellen) ist das meistgespielte christliche Pop-Lied bei amerikanischen Radiosendern. Das Lied beschreibt die Erfahrung einer Gottesbegegnung. Bart Millard, Sänger der christlichen Band „MercyMe“, hat das Lied nach dem überraschenden Tod seines Vaters geschrieben.

Nun soll ein Film entstehen, der die Hintergrundgeschichte des Liedes aufgreift. Eine der Hauptrollen übernimmt der Schauspieler Dennis Quaid. Quaid ist bekennender Christ. Neben ihm sollen die Oscar-Preisträgerin Cloris Leachman und der bekannte Countrysänger Trace Adkins in dem Film mitspielen. Die Brüder Jon und Andrew Erwin führen Regie. 2018 soll der Streifen in die Kinos kommen.

Das Projekt ist schon seit Jahren in Planung. Die Bandmitglieder von „MercyMe“ sind davon begeistert. Sänger Millard schrieb auf der Facebookseite der Band: „Das erste Mal wurde ich vor fünf Jahren zu diesem Filmprojekt angesprochen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.“

Schauspieler Quaid sagte in einem Interview, er ziehe aus den Worten Jesu Kraft und er mag die Gleichnisse wie das vom verlorenen Sohn. „Denn egal, wie oft man sie liest, man kann sie immer auf verschiedenste Art auf sein eigenes Leben anwenden“, zitiert das Onlineportal Jesus.ch Quaid. Im Kinofilm „Soul Surfer“ spielten er und Helen Hunt die Eltern der weltbekannte Surferin Bethany Hamilton. (pro)

Von: lre

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Fri, 13 Jan 2017 15:19:00 +0100
<![CDATA[Hawaii-Kirchenbesuch wies Superstar Chris Pratt den Weg]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2017/01/13/hawaii-kirchenbesuch-wies-superstar-chris-pratt-den-weg/ Teilen Twittern Teilen

Hawaii-Kirchenbesuch wies Superstar Chris Pratt den Weg

Gerade läuft sein Science-Fiction-Film „Passengers“ in den deutschen Kinos: Der amerikanische Schauspieler Chris Pratt ist einer der erfolgreichsten Hollywood-Superstars der vergangenen Jahre. Er änderte sein Leben, als er auf Hawaii eine Kirche betrat.

Der Aufstieg des Schauspielers Chris Pratt zu einem der bestbezahlten und populärsten Kinostars der Welt verlief recht ungewöhnlich. Erst war er Vertreter, lebte dann mittellos in einem kleinen Bus am Strand von Hawaii, bis ihn jemand mit in die Kirche nahm. Pratt glaubt, dass ihm der Weg in die erste Riege der Hollywood-Schauspieler von Gott vorherbestimmt war, wie er dem amerikanischen Magazin Vanity Fair erzählte.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Pratt bekannt als eher knuffiger, fast nerdiger Zeitgenosse in der amerikanischen TV-Serie „Parks and Recreation“ im Jahr 2009. Er spielte in der Serie um ein Grünflächenamt einen Charakter, der von seiner Freundin abserviert wird und fortan in einem Bauloch hinter ihrem Haus lebt, um sie zurückzugewinnen. Damals war noch nicht zu erahnen, dass aus diesem pausbackigen Antihelden einmal ein durchtrainierter Actionstar werden sollte, der in einigen der erfolgreichsten Hollywoodfilmen aller Zeiten („Guardians of the Galaxy“, „Jurassic World“) die Hauptrolle spielt.

Vertreter-Job war perfekte Vorbereitung für Hollywood

Pratts Vater war Bergarbeiter. Je nach Job zog die Familie deshalb viel in den Vereinigten Staaten von Amerika umher. Pratts Bruder brachte ihn an der Highschool zum Theater. Ihr Vater starb an den Folgen von Multipler Sklerose, welche er jahrelang nicht behandeln ließ, weil er die Krankheit nicht akzeptieren wollte. Pratts Mutter arbeitete im Supermarkt. Als die Pratts ihr Haus verloren, zogen sie in ein Wohnmobil. Um Geld zu verdienen, begann Pratt als Vertreter zu arbeiten.

An den Haustüren verkauften er Coupons für Ölwechsel oder Urlaube. „Ich konnte das sehr gut“, erzählt Pratt. Immer wieder genau das Gleiche vorzutragen und sich selbst präsentieren zu müssen, empfand er retrospektiv betrachtet als perfekte Vorbereitung für seine Schauspielkarriere. Vor allem das ganze Konzept des Vorsprechens und der regelmäßigen Ablehnung durch Kunden habe ihn gestählt. „Unter anderem deswegen glaube ich an Gott und das Göttliche", sagt Pratt. Es habe sich so angefühlt, als stecke ein großer Plan hinter seinen teils beschwerlichen Lebensstationen.

„Jesus hat mir gesagt, dass ich dich ansprechen soll“

Ein Schulfreund lud Pratt in einer persönlichen Krise nach Hawaii ein, schenkte ihm das Flugticket. Dort schlug er sich mit Kellner-Jobs durch, lebte am Strand in einem kleinen Bus und fühlte sich ziemlich verloren. Als er vor einem Supermarkt saß und darauf wartete, dass Freunde ihm Alkohol mitbrachten, redete ihn ein älterer, asiatisch aussehender Mann an.

„Jesus hat mir gesagt, dass ich dich ansprechen soll“, sagte der Fremde. Pratt hatte gegen seinen gewöhnlichen Impuls, misstrauisch zu sein, das Gefühl, dem Mann folgen zu müssen. Zusammen gingen sie zu einer Kirche. In den folgenden Tagen beschloss Pratt, sein Leben zu ändern. Kurz darauf entdeckte ihn eine Schauspielerin bei einem Kellner-Job im Restaurant, holte ihn nach Los Angeles, wo er dann einen Fuß in die Filmindustrie bekam.

Gott heilte seinen neugeborenen Sohn

Pratt ist seitdem gläubiger Christ. Als das Magazin Vanity Fair Pratt zuhause für das Interview besuchte, machte er für das Redaktionsteam Essen. Vor dem Mahl bat er alle, sich hinzuknien, die Hände zu geben und zu beten. Er dankte Gott für das Essen und das Leben. Pratt ist mit der Hollywood-Schauspielerin Anna Faris („Smiley Face“, „The Hot Chick“) verheiratet. Sie haben einen vierjährigen Sohn, der Jack heißt.

Als Jack geboren wurde, kam er neun Wochen früher als geplant auf die Welt. Seinen ersten Monat verbrachte er auf der Intensivstation für Neugeborene. In dieser dunklen Zeit gab der Glaube Chris Pratt und seiner Frau Anna Halt. „Wir haben sehr viel gebetet“, sagte Pratt gegenüber der amerikanischen Zeitung Conservative Tribune. Nicht, dass es eine Bestätigung seines Glaubens gebraucht hätte, sagte er, aber diese Situation habe das Verhältnis zu Gott nochmal neu definiert. Ärzte sagten den Eltern voraus, dass Jack ein Leben lang mit Behinderungen zu tun haben würde. Aber Gott habe ihren Sohn geheilt. (pro)

Von: mm

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Fri, 13 Jan 2017 14:44:00 +0100
<![CDATA[Humanisten gestalten Kirchentag mit]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/01/13/humanisten-gestalten-kirchentag-mit/ Teilen Twittern Teilen

Humanisten gestalten Kirchentag mit

Atheisten werden beim kommenden Kirchentag stärker eingebunden sein als in den Jahren zuvor. Damit wollen die Protestanten der starken Säkularisierung in Berlin und Brandenburg begegnen. Die Teilnahme der AfD ist kein Tabu.

Papphocker, farbige Schals und das Hetzen von einer Veranstaltung zur nächsten – manche Dinge ändern sich nie, erst recht nicht auf dem Kirchentag, wissen regelmäßige Besucher. Manche aber eben doch. So sollen Atheisten in diesem Jahr eine stärkere Rolle bei der Großveranstaltung spielen. Das erklärte Kirchentagsgeneralsekretärin Christina Aus der Au am Freitag im Landtag in Potsdam. „Wir wollen nicht wie ein Ufo über der Stadt schweben“, sagte sie mit Blick auf die zahlreichen Konfessionslosen in der Hauptstadt Berlin, wo der Kirchentag stattfindet.

So soll es etwa eine Podiumsdiskussion mit Vertretern des Humanistischen Verbandes zum Thema Sterbehilfe geben. Man wolle den Dialog suchen, keinesfalls Gäste bekehren, betonte sie. Das sei eines der zentralen Merkmale des Kirchentages: „Wir schreiben niemandem vor, was er zu glauben oder zu denken hat.“

AfD ist willkommen

Auch Parteizugehörigkeit spiele keine Rolle. Deshalb sei die AfD herzlich willkommen. Für den sogenannten Markt der Möglichkeiten, wo sich auch andere Parteien präsentieren, habe sich die Partei aber nicht angemeldet. Auf Nachfrage sagt Aus der Au, die Planung der Podiumsdiskussionen sei noch nicht abgeschlossen, eine Teilnahme von Vertretern der Alternative für Deutschland aber auch hier kein Tabu. „Und was die Kirchentagsteilnehmer angeht erst Recht nicht.“ Jeder dürfe kommen, egal zu welcher Partei er gehöre, solange er sich nicht menschenverachtend äußere.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Brandenburg statt. Die Veranstaltung besteht aus über 2.500 Podiumsdiskussionen, Bibelarbeiten, Konzerten und anderen Events. Erwartet werden Gäste aus über 80 Nationen.

Auch die Ökumene spiele im Jahr des Reformationsjubiläums eine wichtige Rolle, sagte Kirchentagspräsidentin Ellen Ueberschär. Deshalb sind auch evangelikale Gemeinschaften wie Baptisten oder Mennoniten eingeladen. „Wir wollen die positive Zusammenarbeit weiterführen, die es schon beim Christustag gab“, sagte Aus der Au mit Blick auf die Großveranstaltung in Stuttgart im Jahr 2015. Die Evangelische Kirche habe damals auch den Dialog mit charismatischen Gruppen als bereichernd empfunden und wolle diesen fortsetzen. (pro)

Von: al

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Fri, 13 Jan 2017 14:11:00 +0100
<![CDATA[Meinungsvielfalt im Journalismus akut gefährdet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/01/13/meinungsvielfalt-im-journalismus-akut-gefaehrdet/ Ein Kommentar von Moritz Breckner]]> Teilen Twittern Teilen

Meinungsvielfalt im Journalismus akut gefährdet

Denunzianten im Internet versuchen, die Meinungsfreiheit im Journalismus einzuschränken – und haben damit Erfolg, wie der Fall Roland Tichy zeigt. Eine SPD-Abgeordnete wittert indes im US-Portal Breitbart eine „Neonazi-Webseite”. Ein Kommentar von Moritz Breckner

In Artikel 5 des Grundgesetzes ist die Meinungsfreiheit in Deutschland festgeschrieben: Jeder habe das Recht, seine Meinung auch in Wort und Schrift frei zu äußern. „Eine Zensur findet nicht statt“, heißt es dort. Das ist in Deutschland momentan auch der Fall: Jeder kann sich ungehindert in politisch unterschiedlich gefärbten Medien informieren, auch Regierungskritiker können Magazine gründen, drucken und verkaufen.

Das klingt selbstverständlich – ist es aber offenbar nicht, zumindest nicht für Menschen, die nicht willens oder in der Lage scheinen, andere Meinungen als ihre eigene zu ertragen. Sie haben offenbar einen Weg gefunden, die Meinungsfreiheit geschickt anzugreifen: Das Denunziantentum. Der SPD-Mitarbeiter Mathias Richel schaffte es vergangene Woche, den konservativen Publizisten Roland Tichy zur Räumung seines Postens als Herausgeber des Nachrichtenportals Xing Klartext zu nötigen. Auf Tichys Online-Magazin Tichys Einblick war zuvor ein zugegeben geschmackloser Beitrag über „psychopathologisch gestörte Gutmenschen“ erschienen, den Tichy zurückzog. Richel nahm das zum Anlass, auf Twitter zum Xing-Boykott aufzurufen, um die Zusammenarbeit von Xing und Tichy zu beenden. Tichy erhielt daraufhin Morddrohungen und trat bei Xing ab, um für seine Kollegen nicht zur Belastung zu werden.

Nur wenige Tage später versuchte der Grünen-Politiker Matthias Oomen auf Twitter, Druck auf Tichy auszuüben. Vermeintlich adressiert an die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann schrieb er: „Ihr führt mindestens einen rechtsradikalen Zeitschriftentitel (Hier: Tichy). Ist das Absicht? Grüße“. Tichy – dessen Zeitschrift nicht rechtsradikal ist – nannte dies „Rufmord“, und er hat damit Recht: Ganz offenbar versuchen einzelne Linke ganz gezielt, nicht-linken Journalismus in Deutschland zu unterbinden. Pointe am Rande: Es stellte sich heraus, dass die Supermarktkette gar nicht auf Twitter vertreten ist und der Versuch des Grünen-Politikers somit misslang.

SPD-Abgeordnete wittert „Neonazi-Webseite”

Zwei weitere Beispiele für das neue Denunziantentum dürfen hier nicht fehlen. Der Werbefachmann Gerald Hensel rief im Dezember unter dem Hashtag #KeinGeldFürRechts Firmen dazu auf, keine Anzeigen bei Webseiten zu schalten, die er für rechts hält - darunter Tichy und Henryk M. Broders „Achse des Guten“. Und ganz aktuell: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken schrieb am Montag gezielt deutsche Unternehmen bei Twitter an, damit sie nicht mehr beim US-Portal Breitbart News werben. Ihre Worte: „Eure Werbung erscheint bei einer Neonazi-Webseite. Das kann nicht gewollt sein, oder?“

Nun kann man Breitbart rechtslastige, geschmacklose und übertriebene Beiträge vorwerfen, mit Neonazis hat die Seite aber nichts zu tun. Ihr Gründer war Jude, ihr Starautor ist ein jüdischer Homosexueller, bei der Eröffnung des Jerusalem-Büros war Benjamin Netanjahu anwesend. Air Berlin bedankte sich trotzdem artig für den Hinweis und wirbt dort künftig nicht mehr.

Man muss die so unter Druck gesetzten Medien nicht mögen, um festzustellen: Die Akteure, die hier als Moralisten auftreten, handeln unmoralisch. Dieser Kampf gegen Meinungsvielfalt zeugt von einem fragwürdigen Demokratieverständnis. Und er wird zu einer Gefahr für den Journalismus, wenn Twitter-Denunzianten mit teilweise falschen Behauptungen streitbare Autoren mundtot machen oder Werbekunden verprellen. (pro)

Von: mb

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Fri, 13 Jan 2017 09:27:00 +0100
<![CDATA[Verdoppelung der Verfolgten-Zahlen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/01/12/verdoppelung-der-verfolgten-zahlen/ Teilen Twittern Teilen

Verdoppelung der Verfolgten-Zahlen

Open Doors hat im Weltverfolgungsindex 2017 neue Zahlen zu verfolgten Christen weltweit genannt. Sie sind doppelt so hoch wie in dem Bericht des Vorjahres. Das international aktive Gustav-Adolf-Werk kritisiert dies als teils schwer nachvollziehbar.

Das Hilfswerk Open Doors hat am Mittwoch den Weltverfolgungsindex für 2017 herausgegeben. Seine Schätzung der Anzahl weltweit verfolgter Christen hat sich darin im Vergleich zum Vorjahresindex von 100 auf 200 Millionen Menschen erhöht.

Das evangelische Gustav-Adolf-Werk (GAW) äußerte sich diesbezüglich gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) skeptisch. Generalsekretär Enno Haaks sagte: „Ich habe die sprunghafte Verdoppelung der Zahl um 100 Millionen mit Verwunderung wahrgenommen.“ Ihm sei „nicht klar, wie die Zahlen zusammenkommen und wie denn diese Liste zusammenkommt“.

Auf Anfrage von pro sagte Open Doors, die letzte Schätzung der 100 Millionen verfolgten Christen stamme aus dem Jahr 2008. Die neue Schätzung von 200 Millionen Betroffenen ist aus dem Jahr 2016. Dazwischen gebe es keine weitere Schätzung.

„Überproportional große Zunahme der Christenverfolgung“

Der Geschäftsführer von Open Doors, Markus Rode, erklärt gegenüber pro: „Der Begriff ,Einschätzung‘ zeigt, dass es nicht darum geht, eine genaue Zahl zu erheben.“ Dies sei laut Rode nicht möglich. „Es soll jedoch die Dimension des Problems sichtbar gemacht werden. Aufgrund der überproportional großen Zunahme der Christenverfolgung im Nahen Osten, Afrika und Asien in den letzten drei Jahren ist diese Neueinschätzung nun erforderlich.“ Er fügt hinzu: „Eine erneute Einschätzung würde dann vorgenommen, wenn es eine signifikante Veränderung der Kategorie geben sollte.“

„Es mag Kritikern um Definitionen gehen, verfolgten Christen geht es um Schutz und Hilfe.“ Markus Rode

Haaks zweifelt daran, dass es bei diesen Zahlen um eine konkrete Christenverfolgung gehe. Oft seien Christen in ihrer Religionsausüberung eingeschränkt oder sie hätten keine Religionsfreiheit. In solchen Fällen gehe es meist auch gesamtgesellschaftlich um die Verletzung anderer Menschenrechte, um Bewegungsfreiheit, freie Meinungsäußerung oder das Recht auf Bildung.

Christen leiden unter bewaffneten Konflikten und Drogenkrieg

Als Beispiel zählt der GAW-Generalsekretär Mexiko und Kolumbien auf, die sich auf Rang 41 und 50 des Weltverfolgungsindex finden. „Das sind katholische Länder, wo werden da Christen verfolgt?“ Dort litten Christen unter der Gewalt von bewaffneten Konflikten und dem Drogenkrieg sowie der Aushöhlung staatlicher Strukturen. Wenn Christen dort von ihren Ländereien vertrieben würden, „geht es nicht um Christenverfolgung, da geht es um massive Ungerechtigkeiten und Gewaltstrukturen“, äußerte sich Haaks. Die Verfolgung, die dort passiere, sei nicht im Glauben der Christen begründet.

Open Doors kann diese Aussage von Haaks „nicht nachvollziehen“. Rode sagte: „[Haake] selbst verweist darauf, dass Christen keine Religionsfreiheit haben und bezieht sich auf die Genfer Flüchtlingskonvention und EU-Richtlinie. Die bildet allerdings genau das ab, was Herr Haaks an der Open-Doors-Definition kritisiert.“

„Kein Schweigen der Christen zu Gewalt“

Open Doors gehe es um Hilfe für Christen, die ausschließlich aufgrund ihres Glaubens Verfolgung erleiden. „Wenn sie den Dorfbrunnen nicht benutzen dürfen, Morddrohungen erhalten, aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen werden, verprügelt werden, weil sie Christen sind: Ist das Diskriminierung oder Verfolgung? Ist es ,konkrete Christenverfolgung‘, wenn ein Christ genau das erlebt? Es mag Kritikern um Definitionen gehen, verfolgten Christen geht es um Schutz und Hilfe.“ Haaks hält zum Begriff Verfolgung internationale Standards für sinnvoll.

Rode erklärt im Gespräch mit pro weiter, es sei richtig, dass Mexiko und Kolumbien überwiegend katholische Länder sind, in denen viele Bewohner, unabhängig von ihrer Religion, von Gewalt und ungerechten Strukturen betroffen sind. „Jedoch schweigen viele Christen nicht zur Ungerechtigkeit im Land und etliche Kirchengemeinden bieten gerade den Jugendlichen Alternativen zu einer Karriere im Drogengeschäft. Deshalb geraten Christen in die Schusslinie der Rebellen und Drogenbarone.“ Gerade in Mexiko hätte diese gegen Christen gerichtete Gewalt stark zugenommen, während in Kolumbien die Friedensgespräche mit der Rebellengruppe FARC bereits erste positive Auswirkungen hatten. „Zudem gehen Stammesführer und Behörden der indigenen Bevölkerung, die eine große Autonomie in beiden Staaten genießen, aktiv gegen den protestantischen Glauben vor.“

Stärken von Open Doors

Die Rolle von Open Doors beim Themenfeld Religionswechsel und christliche Konvertiten besonders im islamischen Umfeld lobte Generalsekretär Haake. Hier habe die Organisation Recht, „den Finger in die Wunde zu legen“. (pro)

Von: mab

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Thu, 12 Jan 2017 16:59:00 +0100
<![CDATA[Scharfe Kritik an „Haltungsjournalisten”]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/01/12/scharfe-kritik-an-haltungsjournalisten/ Teilen Twittern Teilen

Scharfe Kritik an „Haltungsjournalisten”

Als unprofessionell und katastrophal hat der Journalist Hans-Hermann Tiedje die Trump-Berichterstattung deutscher Medien im Wahlkampf bezeichnet. Der ehemalige Chefredakteur der Bild-Zeitung kritisiert im Interview des Branchendienstes Meedia auch die Gästeliste deutscher Talkshows und das fehlende Rückgrat vieler Journalisten.

Hans-Hermann Tiedje wirft öffentlich-rechtlichen Redakteuren „Haltungsjournalismus” vor. In einem Interview des Branchendienstes Meedia machte er dies an der Berichterstattung zur Präsidentenwahl in den USA fest. Die Fernsehjournalisten von ARD und ZDF hätten die Zuschauer eher „mit Emotionen belästigt”, anstatt sie zu informieren. Besonders harsch kritisiert der ehemalige Bild-Chefredakteur dabei die ZDF-Moderatoren Claus Kleber und Dunja Hayali.

Sie würden das Medium Fernsehen missbrauchen, um einer wachsenden Fassungslosigkeit Ausdruck zu geben, anstatt ihrer Rolle zu genügen, nämlich zu informieren, zu kommentieren und zu moderieren: „Kleber ist ein Bündel penetrant-leiser Eitelkeiten“, sagte Tiedje. Auch Klebers Kollegin Dunja Hayali wirft er „Haltungsjournalismus” vor. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an das Schlagwort, wonach sich Journalisten noch nicht einmal mit einer guten Sache gemein machen dürften. Dieses Prinzip vermisse er bei öffentlich-rechtlichen wie privaten Sendern.

„Miserabler Journalismus"

Eigene Meinungen der Reporter müssten deutlich als solche gekennzeichnet werden. Bereits in der US-Wahlnacht seien die amerikanischen Meinungsforscher als angeblich Schuldige benannt worden. Dabei hätten etliche auch einen möglichen Sieg Trumps prophezeit: „Das wurde hierzulande völlig ausgeblendet, weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte: Das nenne ich miserablen Journalismus.“

Trump als Politiker darzustellen, der nur von ewig gestrigen, weißen Männern gewählt werden könnte, während die Eliten vollständig hinter Hillary Clinton stünden, sei unmöglich gewesen. „Persönliche Haltungen haben das Meinungsbild im deutschen Fernsehen bestimmt, der wertfreie Journalismus kam unter die Räder.“ Dies habe sich auch nach seiner Wahl nicht verändert.

Menschen suchen sich Informationen auf neuen Wegen

Generell müssten Medien sich fragen, warum Konsumenten immer mehr dem Internet zuneigten. Radio- oder Fernsehjournalisten könnten durchaus auf die Idee kommen oder darüber nachdenken, dass die Menschen den „Quatsch der Fernsehmenschen“ nicht mehr hören wollten. Trump-Wähler seien eben nicht dumme, weiße, ältere Männer: „Die nächste Stufe der Realitätsverweigerung besteht darin, Trump nur noch als Clown wahrzunehmen.“

Gästeauswahl bei Talkshows: „Selektiv und eigenartig”

Moderatoren müssten emotional Kontroverses und die Konflikte auch zulassen und steuern. Es verwundere ihn nicht, wenn sich viele Zuschauer und Wähler nicht mehr ernstgenommen fühlten.

Tiedje hält Trump für einen erfolgreichen, belastbaren, aber auch egoistischen Politiker, der sich gerne inszeniere. Ihm fehle Ehrlichkeit, aber für wirklich gefährlich hält er ihn auch nicht. Für Menschen, die ihn kennen, sei er berechenbar: „Er wird die Welt verändern, weil er Politik völlig anders sieht.“ Zugleich schränkt Tiedje ein, dass Trump viele Versprechen seines Wahlkampfes nicht halten wird.

Viele Journalisten hätten einen Komplex oder eine Hybris bei allen Namen, die in Trumps Umfeld auftauchten. Plötzlich würden diese alle als erzkonservativ, fortschrittsfeindlich, rechtsaußen oder ultrakonservativ bezeichnet. Tiedje mahnt zur Besonnenheit und möchte Trump Zeit gewähren. Beweisen müssten sich Trump und seine Leute in der praktischen Politik.

Die Gästeliste in deutschen Fernsehsendungen hält Tiedje für selektiv und eigenartig. „Unterstellt, dass die Umfragen stimmen und zwei Drittel der Deutschen die uneingeschränkte Willkommenskultur Schutzsuchenden oder Migranten oder Wirtschaftsflüchtlingen gegenüber nicht mehr gutheißen, spiegelt sich das in der Gästeauswahl dieser Sendungen nie”, lautet sein Vorwurf. „Da ist dann meist einer der Alibi-Gast, damit im Rundfunkrat keiner behaupten kann, die Mehrheitsmeinung käme nicht zu Wort.”

Hans-Hermann Tiedje gehört zu den profiliertesten Journalisten Deutschlands. Der heute 67-Jährige war Chefredakteur der Bild-Zeitung und der Illustrierten Bunte. Zudem war er Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl und hatte eine eigene Talk-Show bei N24. Er hat mit Trump schon einmal kurz im Aufsichtsrat einer Firma gesessen, ohne ihn persönlich getroffen zu haben. (pro)

Von: jw

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Thu, 12 Jan 2017 15:09:00 +0100
<![CDATA[Die Bibel auf einer Briefmarke]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2017/01/12/die-bibel-auf-einer-briefmarke/ Teilen Twittern Teilen

Die Bibel auf einer Briefmarke

Alle diejenigen, die ihrer Briefmarkensammlung im Luther-Jahr Reformationsflair verleihen wollen, können dies ab sofort tun. Auf der neuen Sonderbriefmarke „Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers“ findet sich ein Auszug aus der Heiligen Schrift.

Wer seiner Post die christliche Botschaft hinzufügen will, hat jetzt die Möglichkeit: Die Sonderbriefmarke „Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers“ ist am Dienstag im Frankfurter „Bibelhaus Erlebnis Museum“ präsentiert worden. Das Bundesfinanzministerium hat die Briefmarke im Wert von 2,60 Euro auf Anregung der Evangelischen Kirche in Deutschland herausgegeben.

Das Sonderpostwertzeichen – wie Briefmarken im Amtsdeutsch heißen – zeigt einen kleinen Ausschnitt aus Matthäus 27. Der Text stammt aus Luthers Revisionsexemplar mit Veränderungen für eine Neuauflage der „Biblia, das ist die gantze Heilige Schrift Deudsch“ für 1541. Der Reformator trug rechts Korrekturen handschriftlich ein und nahm entsprechend links im Druck des von ihm bereits übersetzten Textes Streichungen vor. Die Briefmarke ist dieses Jahr in den Filialen der Deutschen Post und online erhältlich.

Das Porto der Deutschen Post von 2,60 Euro gilt übrigens für einen Maxi-Brief. Diese Sendung darf bis zu einem Kilo wiegen und 5 Zentimeter dick sein. Mit dieser Sonderbriefmarke können Luther-Begeisterte demzufolge etwa eine Luther-Bibel in der Revision 2017 inklusive eines persönlichen Briefs versenden. Diese Bibel wiegt nämlich 947 Gramm und ist knapp 4 Zentimeter dick. (pro)

Von: mab

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Thu, 12 Jan 2017 11:14:00 +0100
<![CDATA[„Verantwortung für mein eigenes Gefühl übernehmen“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/01/12/verantwortung-fuer-mein-eigenes-gefuehl-uebernehmen/ Teilen Twittern Teilen

„Verantwortung für mein eigenes Gefühl übernehmen“

Wo Menschen beieinander sind, geht es nicht ohne Spannungen und Konflikte ab. Die Philosophin und Mediations-Expertin Barbara Schellhammer erklärt, warum Konflikte wertvoll sein können und was dabei hilft, sie beizulegen.

Barbara Schellhammer ist Dozentin für Interkulturelle Bildung an der Hochschule für Philosophie in München, die vom Jesuitenorden getragen wird. Zuvor war sie unter anderem Professorin für Interkulturelle Soziale Arbeit an der Internationalen CVJM-Hochschule Kassel. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte ist Konflikttransformation und Mediation.

pro: Was kennzeichnet Konflikte?

Barbara Schellhammer: Ein Konflikt hat immer etwas mit Unterschieden zu tun, mit unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie etwas ist oder sein soll. Es ist die Frage, wie Menschen mit solchen Unterschieden umgehen. Konflikt kann auch etwas sehr Positives sein, weil sich gerade da etwas von den Bedürfnissen oder Vorstellungen zeigt, die bislang nicht den nötigen Raum bekommen haben. Etwas, wofür ich kämpfe oder es um des lieben Friedens willen wegdrücke, nur damit es an anderer Stelle wieder hochkommt.

Was bedeutet es dann, Konflikte zu lösen, wenn sie etwas Positives sind?

Es gibt viele Ansätze, die nicht von Konfliktlösung sprechen, sondern davon, Konflikte zu transformieren. Ein Konflikt verändert Menschen, Situationen und Beziehungen. Auch wenn ein Konflikt augenscheinlich „gelöst“ ist, kann der Stachel nach wie vor da sein. Es kann dagegen eine sehr wertvolle Erfahrung sein, wenn man mit einem anderen Menschen ringt und daran selber wächst und die Beziehung noch vertieft wird.

Was macht man bei einer Konflikttransformation?

Das heißt, dass man Dinge, die in einem Konflikt hochkommen – unausgesprochene Vorstellungen oder unterdrückte Bedürfnisse –, in einem sicheren Raum ausspricht, etwa in einem Mediationsgespräch. Ich habe öfter erlebt, dass in langen Freundschaften und Paarbeziehungen die Beteiligten völlig überrascht sind, wie der andere eigentlich erlebt, weil sie sich darüber noch nie unterhalten haben. Das Gespräch wird verändern. Die Menschen gehen als andere hinaus. Die Beziehung verändert sich dadurch, dass diese Dinge angesprochen wurden und eine neue Sichtweise entsteht.

Was sind die Voraussetzungen dafür, dass man auf diese Weise einen Konflikt beilegen kann?

Die Grundvoraussetzung ist, bereit zu sein, sich mit sich selbst und seinen inneren Konflikten und Schattenseiten auseinanderzusetzen, die man leicht auf andere überträgt. Im Konflikt versuche ich, die Andersartigkeit des anderen zu bekämpfen: Der andere ist nicht so, wie ich mir das vorstelle, und wird zum Problem. Eigentlich will aber mein eigenes Bedürfnis leben und darauf weisen mich meine Emotionen hin. Es kommt darauf an, zu klären, wo das Gefühl herkommt, die Verantwortung für mein eigenes Gefühl zu übernehmen und dann bedürfnisorientiert zu sprechen: Ich bin traurig oder enttäuscht, weil ich dieses oder jenes Bedürfnis habe, das gerade nicht befriedigt wird. Diese Selbstsorge ist die Grundvoraussetzung für ein ethisches Leben mit anderen.

Wie kann man übereinkommen, wenn jede Partei denselben Konflikt unterschiedlich wahrnimmt?

Man kommt in den Urwald, wenn man als Mediator überlegt, wer Recht hat. Das spielt keine Rolle. Ganz oft gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen und beide haben Recht, aus ihren spezifischen Perspektiven auf dieselbe Sache. Die Frage ist: Warum ist es für sie wichtig, den Konflikt zu lösen? Ein Beispiel: Ein Paar im Scheidungsprozess kann sich in der Mediation über alles einigen, selbst über die Finanzen und die Kinder. Aber sie streiten sich um die Mikrowelle. Das ist kein Sonderfall. Da muss man beide fragen: Warum ist Ihnen die Mikrowelle so wichtig? Dann reden sie über ihre Bedürfnisse. Die Frau sagt: „Das war das Gerät, mit dem ich den Kindern die Milch warm gemacht habe; es bedeutet mir was.“ Und der Mann sagt: „Damit habe ich nach der Arbeit mein Essen warm gemacht, das war eine wertvolle Zeit für mich.“ Dann merken sie, das ist das letzte Stück im Leben, was sie noch verbindet. Die Frage ist also: Was liegt unter diesem Konflikt? Man darf sich nicht in Positionen verhaken, sondern muss die darunterliegenden Interessen freilegen. Hier spüren Menschen Gemeinsamkeiten und die Unterschiede treten in den Hintergrund. Die Menschen kämpfen dann nicht mehr gegeneinander sondern gegen ihr gemeinsames Problem.

Kann man als Freund in Konflikten anderer helfen?

Das ist schwierig. Zunächst ist die Frage: Wollen sie das oder ist das mein eigenes Bedürfnis, weil ich ein harmoniebedürftiger Mensch bin? Ich habe oft das Gefühl, dass Menschen meinen, sie müssten sich für eine Seite entscheiden, gerade wenn man mit beiden befreundet ist. Das ist brutal, denn beide Seiten wollen gehört werden, brauchen jemand, der ihr Erleben ernst nimmt. Sicher hilft, es vorsichtig nachzufragen, was passiert ist, bevor man sich ein einseitiges Bild macht. Dabei sollte es tatsächlich um die andere Person gehen, nicht um die eigene Neugierde oder darum, Vorschläge oder gar Vorhaltungen zu machen.

Wann ist es sinnvoll, professionelle Hilfe von einem Mediatoren zu holen?

 

Wenn man selber nicht mehr weiterkommt und bei Auseinandersetzungen immer wieder in die gleichen Reiz-Reaktions-Muster verfällt, also zum Beispiel in die Luft geht oder sich zurückzieht und den Mund hält. Oder man hat Angst vor dem Konflikt, fühlt sich nicht sicher, das auszusprechen, was einen bewegt. Auch wenn es Machtunterschiede gibt, etwa bei einem Konflikt zwischen Angestelltem und Chef, kann es sinnvoll und hilfreich sein, wenn eine dritte Partei dabei ist.

Wie kann man zwischenmenschlichen Konflikten vorbeugen?

Indem man viel redet. Nicht etwas hinunterschlucken und immer gegen seine eigenen Bedürfnisse angehen, sondern die Dinge aussprechen. Das ist ein wichtiger Teil der Selbstsorge, sich selbst bewusst zu werden, was geschieht hier, was macht das mit mir. Aber auch zuhören und wahrnehmen, wenn man andere verletzt.

Warum ist Versöhnung wichtig?

Es gibt zahlreiche Beispiele von Menschen, die vor Gericht gegen die gegnerische Partei gewinnen. Recht wurde gesprochen, sie haben erreicht, was sie wollten – und sind nicht zufrieden. Oder bei einer Todesstrafe: Sie haben beobachtet, wie der Täter umgebracht wird – und sind nicht befriedigt. Im Ansatz „Restorative Justice“, zu deutsch „wiederherstellende Gerechtigkeit“, bringt man nach vielen vorbereitenden Gesprächen Täter und Opfer zusammen und lässt sie miteinander ein Gespräch führen. Das ist natürlich nicht leicht, doch häufig berichten beide Seiten hinterher: „Das war ein Geschenk, jetzt kann ich weiterleben.“ Das ist genial. Da geht es nicht um ein abgehobenes Prinzip von Gerechtigkeit und Strafe, sondern um ganzheitliche Heilung von Verletzungen.

Wenn jemand nach dem Gesetz gerecht bestraft wird, heißt das nicht, dass bei dem anderen die Wunden geheilt sind?

Ja. Das trifft nicht die Tiefe des Menschseins. Das ist vielleicht die rationale Seite, aber trotzdem nagt noch etwas an einem. Und es ist ein riesiger Unterschied, wenn man als Opfer dem Täter gegenübersteht und ihm beschreibt, was das mit einem gemacht hat. Das ist viel mehr, als dass der Täter ein paar Tausend zahlt. Und für den Täter ist es oft viel leichter, irgendetwas abzuleisten, als sich dem Opfer gegenüberzustellen und sich anzuhören, was er gemacht hat.

Vielen Dank für das Gespräch. (pro)

 

Der Text ist Teil der Titelgeschichte der Ausgabe 6/2016 des Christlichen Medienmagazins pro zum Thema „Friede auf Erden”. Bestellen Sie pro kostenlos und unverbindlich online, unter Telefon 06441 915 151 oder per E-Mail an info@kep.de.

Die Fragen stellte Jonathan Steinert

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Thu, 12 Jan 2017 09:32:00 +0100
<![CDATA[Petry kritisiert „Vergewaltigung biblischen Wissens”]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/11/petry-kritisiert-vergewaltigung-biblischen-wissens/ Teilen Twittern Teilen

Petry kritisiert „Vergewaltigung biblischen Wissens”

Das Nachrichtenmagazin ideaSpektrum hat ein Streitgespräch zwischen der EKD und der AfD initiiert. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, diskutierte mit AfD-Chefin Frauke Petry über Christen erster und zweiter Klasse – und darüber, warum der Dialog so schwierig ist.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, vermisst im Programm der Alternative für Deutschland (AfD) ein biblisches Verständnis. Mit vielen ihrer Positionen gefährde die Partei zudem den Zusammenhalt der Gesellschaft. Das sagte der Theologe in einem Streitgespräch mit der Bundessprecherin der AfD, Frauke Petry, das das evangelische Nachrichtenmagazin ideaSpektrum initiiert hatte. Petry, so Rekowskis Vorwurf, spiele Bevölkerungsgruppen gegeneinander aus.

Petry führte aus, dass sich die Aufnahme vom Flüchtlingen und Asylbewerbern in einem Rechtsrahmen bewegen müsse, was derzeit nicht der Fall sei. „Ich schätze individuelle Hilfsbereitschaft und Barmherzigkeit, aber sie kann nicht gleichbedeutend sein mit staatlichem Handeln", sagte sie. „Wer für unsere Situation das Gleichnis vom barmherzigen Samariter heranzieht, vergewaltigt biblisches Wissen.” Selbstverständlich sei es jedoch, politisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge aufzunehmen und ihnen zeitlich begrenzten Schutz zu gewährleisten.

Die Politikerin sieht mit der aktuellen Migration und Situation sowohl das Selbstbestimmungsrecht der Völker, als auch die Unverletzlichkeit der Grenzen verletzt. Die oft beschworene breite Zustimmung zu Angela Merkels berühmten Satz „Wir schaffen das“ finde sie in der Bevölkerung nicht.

Rekowski: „Christliches Koordinatensystem nicht infrage stellen”

Für Rekowski ist der Umgang mit den Fremden ein tragendes Kriterium der Bibel: „Deshalb lehnen viele Christen die Positionen ab, die die AfD vertritt.“ Wer sich auf den christlichen Glauben berufe, dürfe das christliche Koordinatensystem nicht infrage stellen. Petry sieht dagegen ein unchristliches Verhalten bei den Kirchen: dann etwa, wenn ein pensionierter Pfarrer angegriffen werde, weil er für die AfD kandidiere. Das sei eine Aufteilung in Christen erster und zweiter Klasse. Dies machte sie auch an der Ausladung der AfD vom Kirchen- und Katholikentag deutlich. (Anmerkung der Redaktion: Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag bestätigt dies gegenüber pro nicht und verweist auf seinen Präsidiumsbeschluss.)

Petry wirft der Kirche zudem vor, dass diese so tue, als sei das Gedankengut des Islam mit dem vereinbar, was in der Kirche gelebt werde. Politisch Andersdenkende dagegen würden ausgegrenzt. Die AfD bejahe die freie Religionsausübung. Die Partei reiche integrationswilligen Muslimen die Hand. Es müsse aber trotzdem erlaubt sein, den Islam zu kritisieren.

„Gleichwertigkeit des Menschen unaufgebbar“

Präses Rekowski möchte durch Begegnungen Integration ermöglichen: „Das gelingt mal besser und mal weniger gut.“ Nächstenliebe und Barmherzigkeit seien unteilbar und die Gleichwertigkkeit jedes Menschen unaufgebbar: „In Positionen von AfD-Politikern finde ich dagegen herabsetzende und menschenverachtende Äußerungen über Fremde und Muslime." Diese seien Sprengstoff für die Gesellschaft.

Der Theologe führte aus, dass ihn die Begegnung mit 500 ehrenamtlichen Helfen der Flüchtlingsarbeit beeindruckt habe. Dass so viele Deutsche bereit sind, Hilfe zu leisten, sei ein Grund, stolz zu sein – und man lerne, dass es nicht um „abstrakte Zahlen geht, sondern um konkrete menschliche Schicksale”.

Petry sagte, sie sei als evangelische Christin befremdet davon, dass die Kirche ihrem Auftrag nicht mehr nachkomme. Sie erwarte von der Kirche in theologischen Fragen klare Positionen. „Stattdessen sagen Kirchenvertreter, dass es letztlich egal sei, an welchen Gott man glaube.”

Manfred Rekowski ist seit 2013 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und außerdem Vorsitzender der EKD-Kammer für Migration und Integration. Frauke Petry ist seit 2013 Bundessprecherin der AfD. (pro)

Von: jw

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Wed, 11 Jan 2017 14:01:00 +0100
<![CDATA[CDU: „Christenverfolgung ernster nehmen”]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/11/cdu-christenverfolgung-ernster-nehmen/ Teilen Twittern Teilen

CDU: „Christenverfolgung ernster nehmen”

Vertreter der Unionsfraktion im Bundestag haben ein entschlosseneres politisches Vorgehen gegen die Verfolgung von Christen gefordert. Sie reagieren damit auf den „Weltverfolgungsindex 2017”, der am Mittwoch von Open Doors veröffentlicht wurde.

Das Hilfswerk Open Doors hat am Mittwoch seinen Weltverfolgungsindex 2017 veröffentlicht. Die Zahl von 100 Millionen in den vergangenen Jahren verfolgten Christen habe sich auf 200 Millionen dramatisch verdoppelt, heißt es darin.

Der Vorsitzende des Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heribert Hirte, zeigte sich von dem Bericht alarmiert und wies auf die besonders hohe Gefahr durch Islamisten im Mittleren Osten und Afrika hin. „Religionsfreiheit muss auch in muslimisch geprägten Ländern für alle gewährleistet sein. Dennoch warne ich davor, den Islam in Gänze für die Zunahme von islamistischen Terrortaten verantwortlich zu machen”, teilte Hirte mit. „Neben den Christen leiden auch viele Muslime unter der Gewalt von Extremisten und unter Herrschern, die Religion zur Festigung ihrer Macht missbrauchen.”

Kampf für Religionsfreiheit auf europäischer Ebene

Auch in nicht-muslimischen Ländern gebe der Weltverfolgungsindex Anlass zur Sorge. Hirte ging auf Indien ein, das bei der Erhebung erstmals auf einem der vorderen Listenplätze stehe: „Auch dem Stephanuskreis liegen Berichte vor, dass der wachsende hinduistische Nationalismus die Religionsfreiheit und damit auch die Christen im Land bedroht. Wir müssen diese Verfolgung von Christen noch ernster nehmen. Keine Nation darf ihren Bürgern den Glauben diktieren. Erst recht nicht, wenn es laut Verfassung eine säkulare und pluralistische Demokratie ist.”

Kauder: Religionsfreiheit bei Entwicklungspolitik berücksichtigen

Der Bundestagsabgeordnete forderte, der Kampf gegen religiöse Verfolgung müsse wirkungsvoller werden. Der Stephanuskreis der Unionsfraktion engagiere sich deswegen mit Parlamentariern aus der ganzen Welt, so Hirte. „Zudem arbeiten wir daran, die guten Beziehungen auf europäischer Ebene auszuweiten. Nur wenn wir mit einer Stimme sprechen, kann religiös motivierte Verfolgung besser eingedämmt werden.”

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, sagte: „Die Bundesregierung muss in ihrer Außen- und Entwicklungspolitik weiterhin stets auf die Einhaltung der Religionsfreiheit pochen. Denn die Wahrung der Glaubens- und Gewissensfreiheit ist Voraussetzung für den Frieden in der Welt geworden.” (pro)

Von: mb

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Wed, 11 Jan 2017 11:39:00 +0100
<![CDATA[Charleston-Attentäter zum Tode verurteilt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/01/11/charleston-attentaeter-zum-tode-verurteilt/ Teilen Twittern Teilen

Charleston-Attentäter zum Tode verurteilt

Ein US-Bundesgericht hat den Schützen von Charleston, Dylann Roof, zum Tode verurteilt. Er hatte im Juni 2015 einen Anschlag in einer Kirche verübt, bei dem neun Afroamerikaner starben.

Ein US-Bundesgericht hat den Attentäter von Charleston, Dylann Roof, zum Tode verurteilt. Während einer Bibelstunde in einer von Afroamerikanern besuchten Kirche hatte der weiße Täter am 17. Juni 2015 acht Gläubige und den Pastor erschossen. Dafür soll er per Todesspritze hingerichtet werden. So entschied eine Jury am Dienstag in Charleston.

Dies sei das erste Mal, dass ein US-Bundesgericht einen Menschen wegen eines sogenannten Hassverbrechens zum Tode verurteilt, schreibt der Spiegel. Die Jury befand Roof bereits im Dezember in 33 Punkten einstimmig für schuldig, die Tat in der Emanuel African Methodist Episcopal Church begangen zu haben. Roof war unter anderem wegen Mordes und Hassverbrechens angeklagt. Die Jury bestand aus neun Weißen und drei Afroamerikanern, berichtet die New York Times.

Als Richter Richard M. Gergel das Urteil bekannt gab, habe Roof keine Gefühlsregung gezeigt. Pastor Anthony B. Thompson, der Witwer der getöteten Mary Thompson, sagte in einem Interview am Dienstag, es errege in ihm immer noch „Furcht“ zu sehen, wie sehr Roof seine Tat genoss. Auf seine Vergebung gegenüber Roof würde der Geistliche dennoch nicht verzichten: „Ich habe ihm vergeben, und ich werde es nie zurücknehmen“, sagte er laut der New York Times.

„Gib dein Leben Jesus Christus“

Mehrere Angehörige der neun Opfer des Massakers waren 2015 zwei Tage nach der Tat zu dem Anhörungstermin gekommen. Thompson sagte damals zu dem Schützen: „Ich vergebe dir, meine Familie vergibt dir. Wir möchte dir die Möglichkeit geben, zu bereuen, zu beichten. Gib dein Leben demjenigen, der der Wichtigste ist – Jesus Christus –, damit er dein Leben verändern kann.“ Auf dem online veröffentlichten Video ist Roof mit fast regungslosem Gesicht zu sehen, als er den Hinterbliebenen zuhört.

Die Mitglieder der Familie des Täters hatten sich seit der Verhaftung mit öffentlichen Äußerungen weitestgehend zurückgehalten. Am Dienstag erklärten sie, dass sie „solange sie leben, damit kämpfen würden, um zu verstehen, warum er diesen schrecklichen Angriff begangen hat, der so vielen Menschen so viel Schmerz verursacht hat“. (pro)

Von: mab

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Wed, 11 Jan 2017 11:08:00 +0100
<![CDATA[Open Doors: 200 Millionen Christen weltweit verfolgt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/01/11/open-doors-200-millionen-christen-weltweit-verfolgt/ Teilen Twittern Teilen

Open Doors: 200 Millionen Christen weltweit verfolgt

Das Hilfswerk Open Doors korrigiert seine Schätzungen von weltweit verfolgten Christen von 100 auf 200 Millionen Menschen nach oben. Im Weltverfolgungsindex 2017 spielen dabei vor allem islamistische Gruppen, aber auch religiös motivierter Nationalismus eine Rolle.

Nordkorea belegt erneut den ersten Rang auf dem Weltverfolgungsindex. Der am Mittwoch veröffentlichte Bericht des Hilfswerks Open Doors listet in diesem Index die 50 Länder auf, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt werden. Die etwa 300.000 Christen in Nordkorea können unter der Herrschaft von Kim Jong Un demnach nur im Untergrund überleben. Bei Auffindung drohten ihnen Hinrichtung oder Straflager. Etwa 70.000 von ihnen seien Folter und härtester Zwangsarbeit ausgesetzt.

Von Platz vier auf zwei vorgerückt ist Somalia, wo nur einige hundert Christen muslimischer Herkunft leben. Im Falle ihrer Entdeckung müssen sie damit rechnen, ermordet zu werden. Besonders hart traf es im vergangenen Jahr auch eine pakistanische Kirche, in der allein am Ostersonntag in Lahore mehr als 50 Christen bei einem gezielten Anschlag den Tod fanden.

Wie Open Doors berichtet, lässt die Regierung im Sudan erneut Kirchengebäude abreißen und Christen verhaften; einigen drohe die Todesstrafe. In den überwiegend von Christen bewohnten Nuba-Bergen werfe der islamistische Präsident Omar Bashir seit Jahren Bomben auf die eigene Bevölkerung und zerstöre christliche Schulen, Krankenhäuser und Kirchen. In Syrien und dem Irak lebt nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen christlichen Bevölkerung.

Durch Folter zurück zum Islam

Im kriegsgebeutelten Jemen breiten sich islamische Extremisten weiter aus. Einheimischen Christen – zumeist ehemalige Muslime – droht die Ermordung. Das Ajatollah-Regime im Iran geht laut Open Doors weiter hart gegen die stark wachsende Anzahl der Konvertiten vor und setzt sie häufig mit Folter unter Druck zum Islam zurückzukehren. Mehr als 90 Christen wurden 2016 verhaftet. In Eritrea wiederum sind Hunderte von Christen in Schiffscontainern und unterirdischen Verliesen eingesperrt.

Open Doors korrigiert Schätzungen deutlich nach oben

Nach dem Weltverfolgungsindex 2017 hat sich die Lage der rund 650 Millionen Christen, die als Minderheit in den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex leben, von Jahr zu Jahr verschlechtert. Im Umfeld des sogenannten Arabischen Frühlings traten sowohl regionale als auch länderübergreifend aktive islamistische Gruppen wie der IS und Boko Haram verstärkt auf den Plan.

Immer wieder seien Christen zur Zielscheibe der Angriffe dieser Gruppen geworden. Als besonderes Beispiel stellt Open Doors die systematische Vertreibung der Christen aus Mossul heraus, bei der Häuser mit dem arabischen „N“ für „Nazarener“ markiert wurden. Die Botschaft der Islamisten lautete demnach, sich dem Islam zu unterwerfen, die Kopfsteuer zu zahlen, das Land zu verlassen oder getötet zu werden.

Parallel dazu verschärfte sich laut dem Bericht die Situation in Afrika. Allein in den nördlichen Scharia-Staaten Nigerias wurden in den letzten Jahren laut Open Doors tausende Kirchen zerstört oder geschlossen. Über eine Million Christen seien bereits vor den Attacken muslimischer Extremisten geflohen. In hinduistischen, buddhistischen und islamischen Ländern Asiens habe der Druck auf Christen wiederum durch wachsenden religiösen Nationalismus kontinuierlich zugenommen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat Open Doors eine Neueinschätzung der Situation vorgenommen und die vor neun Jahren ermittelte Schätzung von weltweit rund 100 Millionen verfolgten Christen aktualisiert. Nach dem Weltverfolgungsindex sind mehr als 200 Millionen Christen einem hohen Maß an Verfolgung ausgesetzt.

Religiös motivierter Nationalismus in Asien auf dem Vormarsch

Indien steht auf dem Weltverfolgungsindex mit Platz 15 so weit vorn wie nie zuvor. Open Doors sieht den Grund dafür in Premierminister Narendra Modi und seiner religiös-nationalistischen Bharatiya-Janata-Partei. Hindu-Nationalisten verprügeln demnach immer häufiger Pastoren, brennen Kirchen nieder und üben Druck auf Konvertiten aus, zum Hinduismus zurückzukehren. Als Basis diene das Verständnis, dass nur ein echter Inder Hindu sei. Dabei gingen die Täter als Gefolgsleute von Modi weitgehend straffrei aus. Etwa 39 der 64 Millionen Christen im Land seien betroffen, berichtet Open Doors. Besonders gelte das für die kastenlosen Dalits, die sich in großer Zahl dem christlichen Glauben zuwenden.

Deutlich verschlechtert hat sich laut dem Hilfswerk auch die Lage der Christen in Laos, Bangladesch, Bhutan und Sri Lanka, überwiegend durch religiös-nationalistische Bestrebungen. Dies gelte auch für die Türkei unter dem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der das Land auf einen islamisch-konservativen Kurs eingeschworen habe. Die Türkei stieg im Weltverfolgungsindex um acht Plätze von 45 auf 37 auf. Die Religionsfreiheit für Christen sei dort stark eingeschränkt.

Der religiös motivierte Nationalismus ist laut Open Doors eine Ursache für den gestiegenen Verfolgungsdruck auf Christen. Aufrufe islamistischer, hinduistischer und buddhistischer Regime und Gruppen zur Bewahrung der eigenen kulturellen Identität sprächen Christen und anderen religiösen Minderheiten die Daseinsberechtigung ab. Eine große Rolle spielten dabei sogenannte Anti-Konversionsgesetze, die nur diejenigen bestraften, die zu einem anderen Glauben als dem der Religionsmehrheit konvertierten.

„Islamische Unterdrückung maßgebliche Ursache für Christenverfolgung“

Die meisten der 50 Länder auf dem Weltverfolgungsindex liegen im Nahen Osten und in Nordafrika. Open Doors sieht die islamische Unterdrückung als maßgebliche Ursache für die vorherrschende Christenverfolgung an. Das gelte für acht der ersten zehn Länder sowie für 35 der insgesamt 50 aufgeführten Länder auf dem Weltverfolgungsindex.

Besonders betroffen seien Christen muslimischer Herkunft, deren Zahl weltweit wachse. Konvertiten stünden hier unter besonderem Verfolgungsdruck, weil die Abkehr vom Islam im Koran als todeswürdiges Verbrechen gebrandmarkt sei. Der Druck gehe nicht nur auf islamische Geistliche und Regierungen, sondern auch auf die Gesellschaft zurück. Danach lehnen selbst traditionelle Kirchen die Aufnahme von Konvertiten in der Regel ab, da dies zu Verhaftungen der Kirchenleiter und zur Schließung der Kirche führen kann.

Nach dem militärischen Abzug der USA aus dem Nahen Osten im Jahr 2011 haben zwei Regionalmächte das entstandene Machtvakuum gefüllt. Das sind die islamistischen Regime aus Saudi-Arabien und dem Iran. Wie Open Doors berichtet, versuchen im Jemen zum Beispiel die Saudis den Einfluss des sunnitischen Islam auszuweiten und die schiitischen Huthis zu entmachten. Das Land ist zu einem Kriegsschauplatz geworden, bei dem Christen zwischen die Fronten geraten sind. Im vergangenen Jahr wurden vier Schwestern des Ordens „Missionarinnen der Nächstenliebe“ getötet. Der Iran hat nach Abschluss des Atomabkommens mit den USA laut Open Doors vermehrt Christen aus Hauskirchen inhaftiert. Viele hätten wegen der drastischen Geldstrafen ihre Lebensgrundlage verloren.

Open Doors: Bundesregierung soll Zeichen der Hoffnung setzen

Mehr als 80 Prozent der Christen sind aus dem Irak geflohen, berichtet Open Doors. In der Ninive-Ebene rund um die irakische Stadt Mossul liegen die Ortschaften nach der Vertreibung des IS in Trümmern. „Die Rückkehr der vom IS vertriebenen Bevölkerung, unter der auch viele Christen waren, wäre ein weltweites Zeichen der Hoffnung“, sagt der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von Open Doors Deutschland, Markus Rode: „Wir appellieren an die Bundesregierung, den Wiederaufbau der befreiten Ortschaften in der Ninive-Ebene intensiv zu unterstützen und eine Geberkonferenz ins Leben zu rufen.“

Seit 1955 setzt sich das christliche Hilfswerk Open Doors mit Hilfsprojekten für verfolgte Christen ein, heute in etwa 60 Ländern. Der Weltverfolgungsindex 2017 bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. November 2015 bis 31. Oktober 2016. Open Doors hat die Länder nach sechs Bereichen – Privat- und Familienleben, gesellschaftliches Leben, Leben im Staat, kirchliches Leben und Gewalt im Staat – hinsichtlich der Verfolgung bewertet. Die Bewertungsskala reichte von „völlige Freiheit“ bis „massivste Verfolgung“.

Kritiker hatten die Erhebung von Open Doors in den vergangenen Jahren als schwer nachprüfbar und nicht repräsentativ bezeichnet. Open Doors hatte die Kritik zurückgewiesen. (pro)

Von: mm

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Wed, 11 Jan 2017 08:41:00 +0100
<![CDATA[Brasilianerin betet versehentlich zu „Herr der Ringe”-Figur]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2017/01/11/brasilianerin-betet-versehentlich-zu-herr-der-ringe-figur/ Teilen Twittern Teilen

Brasilianerin betet versehentlich zu „Herr der Ringe”-Figur

Eine Brasilianerin hat jahrelang zu einer Plastikfigur aus der „Herr der Ringe“-Trilogie gebetet – dem Halbelben Elrond. Den hatte sie jedoch mit jemandem verwechselt.

Er heißt Elrond, hat langes, dunkles Haar und spitze Ohren; er trägt ein verziertes Gewand und eine Krone. Der Halbelbe Elrond ist ein Fantasiewesen aus der „Herr der Ringe“-Trilogie. Und ihn gibt es auch als Plastikfigur. Zu dieser betete eine ältere brasilianische Dame fälschlicherweise jahrelang. „Sie hielt den Charakter aus ,Herr der Ringe' für den katholischen Heiligen Antonius von Padua“, sagte eine Verwandte, die die Verwechslung schließlich bemerkte. Gabriela Brandão hatte festgestellt, um wen es sich tatsächlich handelte. Die ungewöhnliche Kleidung des vermeintlichen Heiligen war ihr aufgefallen.

In der Verfilmung der Trilogie verkörpert der britisch-australische Schauspieler Hugo Weaving Elrond. Dieser ist in den Sagen des christlichen Autors J.R.R. Tolkien eine zentrale Figur. Dennoch: Die Seniorin hatte ihre Gebete an die falsche Adresse geschickt.

Die Plastikfigur von Elrond hat bei Ebay einen Handelswert rund sieben Euro. Brandão postete auf Facebook ein Bild der Plastikfigur und die Geschichte des Irrtums dazu. Der Beitrag verbreitete sich in dem Netzwerk um die ganze Welt. Auch der Darsteller des Zauberers Gandalf aus den Fantasy-Filmen, Ian McKellen, fand die Geschichte so gut, dass er sie auf Facebook teilte.

Gebet könnte trotzdem erhört werden

Antonius von Padua ist ein katholischer Heiliger und einer von 36 Kirchenlehrern der römisch-katholischen Kirche. Er gehörte dem Franziskanerorden an. Es gibt in fast jedem katholischen Gotteshaus eine Antonius-Figur. Antonius ist für Katholiken der Schutzpatron der Städte Padua, Lissabon, Hildesheim und Paderborn sowie der Bäcker, Schweinehirten, Bergleute, Reisenden und Sozialarbeiter. Er soll auch bei Unfruchtbarkeit, Fieber, Pest, Schiffbruch, Kriegsnöten und Viehkrankheiten helfen. Auch bei der Patnerwahl soll man Antonius laut katholischer Lehre um Hilfe bitten können.

Die Seniorin ist trotzdem zuversichtlich, dass ihre Gebete erhört wurden. „Wenn der Heilige alle diese Dinge vollbringt, dann wirkt er auch durch eine Plastikfigur“, sagte Brandão der brasilianischen Zeitschrift Veja. Die Seniorin hat mittlerweile eine neue Heiligenfigur, mit der sie glücklich ist. (pro)

Von: lre

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Wed, 11 Jan 2017 08:38:00 +0100
<![CDATA[Roman Herzog war engagierter Christ]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/10/roman-herzog-war-engagierter-christ/ Teilen Twittern Teilen

Roman Herzog war engagierter Christ

Der frühere Bundespräsident Roman Herzog ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er bleibt nicht nur als reformwilliger Politiker in Erinnerung, sondern auch als profilierter Protestant.

Der Name Roman Herzog ist nicht nur in der deutschen Politik ein großer. Der 1934 in Landshut geborene frühere Bundespräsident und CDUler war ab 1987 Vorsitzender des Bundesverfassungsgericht und mit Leib und Seele Jurist. Nicht umsonst arbeiten sich Jurastudenten bis heute durch seinen Kommentar zum Grundgesetz von 1964.

Politiker, Jurist und Protestant – auch das dritte Label passt auf den ehemaligen Landesminister in Baden-Württemberg. Herzog war Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche und leitete die sogenannte Kammer für öffentliche Verantwortung der Protestanten. Außerdem fungierte er als Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises von CDU und CSU.

Kirche soll Politik an Wesentliches erinnern

Herzog sagte 1998, ein Jahr vor Ende seiner Amtszeit als Präsident, auf dem Deutschen Katholikentag, die Kirche habe die Aufgabe, zu mahnen. „Eine Kirche, die die Orientierungslosigkeit der Gesellschaft nur noch einmal verdoppelte, hätte sich selber überflüssig gemacht, noch bevor andere ihr das bescheinigten. Und eine Kirche, die glaubte, auf jedem gesellschaftlichen Gebiet kompetenter zu sein als die Zuständigen, dürfte sich nicht wundern, wenn man sie eines Tages nicht mehr ernst nähme", erklärte er. Die Kirchen sollten hingegen daran erinnern, daß viele politische Debatten sich um Vorletztes drehten. „Das scheint mir die Aufgabe der Kirche zu sein, die heute am notwendigsten ist."

Politisch machte sich Herzog vor allem durch seine „Berliner Rede" von 1997 einen Namen. Er sagte: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen", und forderte die Bürger so dazu auf, Neuerungen positiv zu begegnen. Diese Haltung zog sich durch das weitere Engagement Herzogs, der zeitweise auch Mitherausgeber der Wochenzeitung Christ und Welt war, damals noch zugehörig zum Rheinischen Merkur.

1998 erhielt Herzog den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland. Bei seiner Dankesrede lobte er das Wachstum der jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik und sagte einen Satz, der auch diesertage höchst aktuell klingt: „Nicht die Abwehr alles vermeintlich Fremden oder Unbekannten sollte unser Denken und Handeln bestimmen, sondern Offenheit für die Zukunftschancen, die sich aus solchen Symbiosen ergeben können."

„Man spürte sein Gottvertrauen“

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, würdigte Herzog am Dienstag: Er habe stets deutlich werden lassen, „dass sein Engagement, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen, in seinem Glauben wurzelte. Man spürte sein Gottvertrauen“, teilte Bedford-Strohm mit. Auch der Evangelische Arbeitskreis der Union trauert. Über Herzog erklärt der Vorsitzende, Thomas Rachel: „Er verstand es in herausragender Weise, christliches Bekenntnis und politisches Augenmaß authentisch und überzeugend miteinander zu verbinden." (pro)

Von: al

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Tue, 10 Jan 2017 11:52:00 +0100
<![CDATA[Muslimas müssen am Schwimmunterricht teilnehmen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/10/muslimas-muessen-am-schwimmunterricht-teilnehmen/ Teilen Twittern Teilen

Muslimas müssen am Schwimmunterricht teilnehmen

Muslimische Mädchen müssen am Schwimmunterricht teilnehmen, auch wenn sie oder ihre Eltern dies aus religiösen Gründen ablehnen. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Montag entschieden.

Auch muslimische Mädchen müssen am schulischen Schwimmunterricht teilnehmen. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am Montag entschieden.

Geklagt hatten ein Vater und eine Mutter aus Basel. Die beiden Muslime berufen sich auf die Religionsfreiheit. Ihnen wurden 2010 Bußgelder auferlegt, weil sie sich geweigert hatten, ihre Töchter zum Schwimmen zu schicken. Der EGMR gab damit der Schweiz recht, die Religionsfreiheit der Muslime sei nicht verletzt worden.

Eltern haben türkische und schweizerische Staatsbürgerschaft

In dem Fall geht es um zwei Mädchen, die im Alter von sieben und neun Jahren dem Schwimmunterricht ihrer Schule 2008 fernblieben – auch deswegen, weil Jungen und Mädchen dort gemeinsam baden. Die Basler Zeitung berichtet, dass Gespräche zwischen der Schule und den Eltern, welche die Schweizer und die türkische Staatsbürgerschaft haben, zu keiner Lösung geführt hätten.

In der Urteilsbegründung heißt es, dass das Interesse an der Integration der Kinder und damit am Besuch sämtlicher schulischer Fächer höher zu gewichten sei als die privaten Interessen der Eltern. Beim Schwimmunterricht gehe es nicht nur um das Erlernen des Schwimmens, sondern auch um das gemeinsame Lernen der Schulklasse. Damit habe der Unterricht eine soziale Komponente.

Außerdem sei es den Mädchen erlaubt worden, sogenannte Burkinis zu tragen. (pro)

Von: mb

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Tue, 10 Jan 2017 11:39:00 +0100
<![CDATA[ARD-Religionsexpertin lobt „Mehr”-Konferenz]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/01/10/ard-religionsexpertin-lobt-mehr-konferenz/ Teilen Twittern Teilen

ARD-Religionsexpertin lobt „Mehr”-Konferenz

Die ARD-Journalistin Anja Würzberg hat sich am Montag in der „Tagesschau” positiv über die christliche „Mehr”-Konferenz geäußert. Sie lobte die Veranstaltung als ökumenischen Teil der etablierten Kirche, der Vorwurf des Fundamentalismus sei nicht haltbar.

Nach einem neutralen bis positiven Bericht in den „Tagesthemen” am Sonntagabend war die christliche Konferenz „Mehr” des Gebetshauses Augsburg am Montag auch Gegenstand eines Studiogesprächs in der ARD-„Tagesschau”.

Anja Würzberg, die Leiterin der Fernsehredaktion Religion und Gesellschaft des NDR, lobte darin die Konferenz als Zeichen der Ökumene. Auf die Frage der Moderatorin, ob die Konferenz fundamentalistisch ausgerichtet sei, sagte Würzberg, dass sie dies nicht beobachtet habe – auf der Konferenz werde niemand ausgegrenzt und es würden keine falschen Versprechungen gemacht.

„Ich nehme wahr, dass es um Toleranz geht", sagte sie. „Der Gründer, Johannes Hartl, ist ein sehr sanftmütiger, toleranter Mensch, auch dem unterstelle ich persönlich jetzt erstmal nicht fundamentalistische Tendenzen." Der Glaube dürfe auch in modernem Gewand gelebt werden. (pro)

Von: mb

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Tue, 10 Jan 2017 09:38:00 +0100
<![CDATA[Transmann klagt gegen katholisches Krankenhaus]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2017/01/09/transmann-klagt-gegen-katholisches-krankenhaus/ Teilen Twittern Teilen

Transmann klagt gegen katholisches Krankenhaus

Im US-Bundesstaat New Jersey hat ein 33-jähriger Transgender ein katholisches Krankenhaus verklagt. Der Grund: Die Ärzte verweigerten ihm die chirurgische Entfernung seiner Gebärmutter.

Als Transgender bezeichnen sich Menschen, die sich nicht klar auf eine Rolle als Mann oder Frau festlegen können oder wollen; eine Person, die in einem weiblichen Körper geboren wurde, sich aber als Mann fühlt, bezeichnet sich als Transmann. Auf Jionni Conforti trifft das zu: Der 33 Jahre alter Transmann aus dem US-Bundesstaat New Jersey, wurde in einem weiblichen Körper geboren und besaß deswegen eine Gebärmutter. Diese wollte er sich im Zuge eines Gender-Wechsels entfernen lassen.

Im Jahr 2015 ging er zu diesem Zweck ins St. Joseph's Regional Medical Center in Paterson, New Jersey. Dort teilte man ihm aber mit, dass die Ärzte des Hauses die Hysterektomie genannte Prozedur nicht durchführen würden, weil es sich um ein „katholisches Krankenhaus“ handele. Am Donnerstag hat Conforti, der durch die Nonprofit-Organisation „Lambda Legal“ vertreten wird, Klage eingereicht.

Kläger will finanzielle Entschädigung

In der Klage wird die E-Mail von Pater Martin Rooney, einem Verantwortlichen des Krankenhauses, zitiert, wonach der Eingriff an Conforti nicht durchgeführt werden könne, weil es sich um ein katholisch geprägtes Krankenhaus handele. Conforti argumentiert, in den Statuten für die Rechte von Patienten des Krankenhauses stehe festgeschrieben, dass medizinische Hilfe ohne Diskriminierung aufgrund von Gender-Identität angeboten werden müsse.

Drei Monate nach der Abweisung hat Conforti den Uterus in einem anderen Krankenhaus entfernen lassen. Doch er habe sich nach der Mitteilung des katholischen Krankenhauses betrogen gefühlt und sei in Depression verfallen, erklärt er. Der Kläger wünscht sich eine finanzielle Entschädigung für das Leid, das ihm angetan worden sei. Er weist darauf hin, dass viele Menschen mit Problemen der Gender-Identität selbstmordgefährdet seien. „Es erscheint manchen vielleicht wie eine kleine Sache, aber für eine Transgender-Person ist es das nicht. Das ist eine große Sache, die mir passiert ist. Ich möchte, dass sich etwas ändert. Ich will nicht, dass noch andere durchmachen müssen, was ich durchgemacht habe“, zitiert ihn die in New Jersey ansässige Nachrichtenagentur NJ Media.

„Ich fühlte mich als Person völlig respektlos behandelt“, sagt Conforti, der seine Geschlechtsumwandlung im Jahr 2004 begann, laut der Nachrichtenagentur AP. „So sollte ein Krankenhaus einen Menschen nicht behandeln, egal, um wen es sich handelt. Ein Krankenhaus ist ein Ort, an dem man sich sicher fühlen sollte und wo man sich um einen kümmert. Stattdessen fühlte ich mich zurückgewiesen und erniedrigt.“ Ein Sprecher des Krankenhauses teilte am Donnerstag mit, seinem Arbeitgeber läge die Anklage noch nicht vor, daher habe er noch keine Antwort darauf geben.

Obamacare will Diskriminierung verhindern

Im August 2016 hatte der Generalbundesanwalt Ken Paxton eine Klage gegen das Bundesgericht vorgelegt. Paxton vertritt die „Franziskanische Allianz“, eine religiöse Krankenhausorganisation, sowie vier Bundesstaaten. Die Klage behauptet, eine Klausel gegen Diskriminierung des „Patient Protection and Affordable Care Act“ (Obamacare) verletzte die Religionsfreiheit von Ärzten. Denn sie zwinge sie, Eingriffe zur Gender-Umwandlung und Abtreibungen vorzunehmen.

Am 31. Dezember 2016 hat Reed O'Connor, Bundesrichter im US-Bundesstaat Texas, angeordnet, dass religiöse Krankenhäuser nicht gezwungen werden dürften, aufgrund von Obamacare Behandlungen entgegen ihren religiösen Bestimmungen durchzuführen.

Die neue Verordnung der Regierung von US-Präsident Barack Obama soll die Diskriminierung von Transgender-Menschen durch Ärzte, Krankenhäuser und Versicherungen verhindern. Menschenrechtsgruppen hatten die neue Regelung begrüßt, doch fünf Staaten, eine christliche Ärztevereinigung und ein Netzwerk von religiösen Krankenhäusern im Bundesstaat Indiana hatten gegen die Neuregelung geklagt. „Dieses neue Mandat stellt eine schwere Einschränkung der Religionsfreiheit dar“, sagte Bischof John Folda von der Diözese Fargo. (pro)

Von: js

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Mon, 09 Jan 2017 14:33:00 +0100
<![CDATA[Vorschlag der Grünen verkennt Menschenrechte]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/01/09/vorschlag-der-gruenen-verkennt-menschenrechte/ Ein Kommentar von Anna Lutz]]> Teilen Twittern Teilen

Vorschlag der Grünen verkennt Menschenrechte

Die Grünen denken laut darüber nach, Sex für Behinderte zur ärztlichen Kassenleistung zu machen. Das zeugt von einem falschen Menschenrechtsverständnis. Und mangelnder Sachkennntnis zur Lage der Prostitution in Deutschland. Ein Kommentar von Anna Lutz

Die pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Elisabeth Scharfenberg, hält laut Bild am Sonntag eine „Finanzierung für Sexualassistenz" nach niederländischem Vorbild für vorstellbar. Heißt: Die Krankenkassen sollen es Pflegebedürftigen und Schwerkranken bezahlen, wenn sie zum Beispiel den Dienst einer Prostituierten in Anspruch nehmen.

Scharfenberg ist nicht die erste, die sich eine solche Regelung in Deutschland wünscht. Auch die Organisation „pro familia" wirbt schon lange für den Sex auf Rezept. Dabei missachten solche Forderungen nicht nur die breite und völlig gegenläufige Debatte über ein Prostitutionsverbot, die hierzulande vor drei Jahren geführt wurde – ausgelöst nicht etwa durch konservative Christen oder die CSU, sondern von der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer. Sie zeugen auch von einem gefährlichen Unverständnis der Lage vieler Prostitutierter und einer höchst fraglichen Auslegung der sogenannten sexuellen und reproduktiven Rechte.

Demütigender Weg zum Sex

Ein Blick in die Niederlande schärft die Sicht: Tatsächlich wird die sogenannnte Sexualassistenz dort bezuschusst, und zwar von den Kommunen. Diese entscheiden laut einer Publikation von „pro familia" selbst darüber, welchen Frauen und Männern mit Behinderung diese Leistung zusteht. Wer sie in Anspruch nehmen will, muss nicht nur nachweisen, dass er finanziell nicht in der Lage ist, selbst eine Prostituierte zu bezahlen. Er muss auch darlegen, dass seine Behinderung der Hauptgrund dafür ist, dass er seine sexuellen Bedürfnisse nicht auf anderem Wege befriedigen kann. Ein demütigender Gang durch die Bürokratie liegt also vor jenen, die Geld sparen wollen. Nur die wenigsten dürften ihn antreten. Frauen gehen ihn im übrigen so gut wie nie: 96 Prozent der Klienten, die Sexualassistenz in Anspruch nehmen, sind männlich.

Vermittelt werden die Prostituierten durch Sozialarbeiter, sie selbst sollen Kenntnisse im Umgang mit Behinderten haben. Die Idee einer Zertifizierung liegt auch dem Vorschlag der Grünen zugrunde. Spätestens hier stößt der Ansatz auf Probleme. Nur die wenigsten Prostituierten sind in Deutschland organisiert, auch wenn Lobbyorganisationen wie die Prostituiertenvertretung „Hydra" einen anderen Anschein erwecken wollen. Die deutsche Realität ist nach wie vor geprägt von Zwangsprostitution, Prostitution durch Minderjährige und Drogenprostitution. Qualität anhand von Zertifikaten in einem Bereich zu messen, der sich zu 98 Prozent in einer Grauzone, oft an der Grenze zur Illegalität und nicht selten auch jenseits dessen bewegt, ist schwer vorstellbar.

Prostitution widerspricht der Menschenwürde

Dabei berufen sich jene, die Sexualassistenz befürworten, ausgerechnet auf die Menschenrechte. Tatsächlich hat die UNO 1994 formuliert, dass jedem Menschen die gleichen „reproduktiven und sexuellen Rechte” zustehen. Daraus ist aber eindeutig kein Recht auf Sex mit einem Mann oder einer Frau abzuleiten. Das Gegenteil ist der Fall. Denn die Idee der sexuellen Selbstbestimmung beruht darauf, dass alle sexuellen Handlungen freiwillig sein müssen. Damit schützt sie vor allem Frauen davor, aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert oder zu sexuellen Handlungen gezwungen zu werden. Wie dies mit dem Beschäftigen von Prostituierten in Einklang zu bringen ist, müsste die Grüne Elisabeth Scharfenberg genauer ausführen. Wer die Szene kennt, weiß: Vergewaltigungen und Misshandlungen erleben die meisten Frauen auf dem Strich oder in Bordellen nicht nur einmal in ihrem Berufsleben. Und nur von dem Engagement durch Pflegebedürftige wird wohl keine Prostituierte leben können. (pro)

Von: al

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Mon, 09 Jan 2017 13:32:00 +0100
<![CDATA[Tagesthemen über christliche „Mehr”-Konferenz]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/01/09/tagesthemen-ueber-christliche-mehr-konferenz/ Teilen Twittern Teilen

Tagesthemen über christliche „Mehr”-Konferenz

10.000 Christen feierten am Wochenende die ökumenische „Mehr”-Konferenz – eingeladen hatte der katholische Theologe Johannes Hartl. Auch die Tagesthemen haben über das Treffen berichtet.

Rund 10.000 katholische, evangelische und freikirchliche Christen nahmen von Donnerstag bis Sonntag an der ökumenischen „Mehr”-Konferenz in Augsburg teil. Sprecher wie der katholische Theologe und Gründer des Gebetshauses Augsburg, Johannes Hartl, referierten darüber, wie die christliche Botschaft in einer modernen, pluralistischen Welt verkündet werden kann.

Auch die ARD-Tagesthemen berichteten über die Konferenz:

Hartl sagte über den Tagesthemen-Bericht auf seiner Facebook-Seite: „Soeben erfuhren etwa 2 Millionen Menschen von der #MEHR2017 - ein sachlicher, guter Report. Bin extrem dankbar dafür.”

Hervorgegangen ist die Konferenz aus der Arbeit des Gebetshauses Augsburg, das Hartl 2007 mit seiner Frau als Verein gründete. Seit 2011 wird dort rund um die Uhr gebetet, an jedem Tag des Jahres. 25 „Gebetshausmissionare“, die von Spenderkreisen leben, wechseln sich dort ab, drei Mitarbeiter sind fest angestellt. Hinzu kommen dutzende Studenten und Freiwillige. (pro)

Von: mb

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Mon, 09 Jan 2017 09:21:00 +0100
<![CDATA[„Es braucht einen Journalismus, der die Zusammenhänge erklärt“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/01/07/es-braucht-einen-journalismus-der-die-zusammenhaenge-erklaert/ Teilen Twittern Teilen

„Es braucht einen Journalismus, der die Zusammenhänge erklärt“

Facebook, Twitter und Co. haben den Journalismus verändert. Mehr denn je kommt es darauf an, Informationen genau zu prüfen, sie einzuordnen und nicht blind einem Meinungs­trend zu folgen. Und der Leser ist herausgefordert, aktiv Medien zu nutzen und nach Informationen zu suchen, um nicht in einer Filterblase zu landen.

Der Schreibtisch ist übersät mit Papieren, mittendrin ein Röhrenmonitor. Der Mann dahinter hat die Hemdärmel hochgekrempelt, der Telefonhörer klebt am Ohr, die Kaffeetasse in der Hand, Notizblock und Stift liegen griffbereit. Auf dem Schreibtisch steht wahlweise noch ein voller Aschenbecher. Das Cordsakko hängt über der Stuhllehne. So sieht er aus, der Journalist. Oder: So sah er aus. Diese und ähnliche Darstellungen prägten das Bild des Berufsstandes in unzähligen Filmen. Zum Beispiel im kürzlich preisgekrönten Film „Spotlight“. Doch so sieht er heute nicht mehr aus, der Journalist. Abgesehen davon, dass es heute mehr weibliche Vertreter gibt als früher, steht die Kaffeetasse zwar noch da. Aber der Bildschirm ist flach. Statt Stift und Papier liegt häufig ein Tablet daneben. Der Telefonhörer ist immer öfter ein Smartphone. Wenn Telefonieren überhaupt noch nötig ist. Denn vieles wird via E-Mail geklärt, eine Besprechung kann auch über den Instant-Messenger Skype geführt werden.

Der größte Unterschied findet sich aber auf dem Bildschirm: Neben dem Textverarbeitungsprogramm laufen Facebook, Twitter und die Kommentarspalte der eigenen Zeitungs-Webseite im Hintergrund und fordern eine hohe Aufmerksamkeit. Denn die Leserbriefe kommen jetzt digital und zahlreich als Kommentare in den sozialen Medien oder per E-Mail und wollen beantwortet werden. Außerdem benötigt der Journalist mehr als eine Version seiner Texte, denn die Leser der Tablet-Ausgabe und der Webseite wollen schneller zum Ziel kommen als die Leser gedruckter Zeitungen. Außerdem wollen sie viele Bilder sehen. Der Journalist ist also nebenbei immer öfter auch Social-Media-Manager, Bildredakteur und im Idealfall auch Videoproduzent, denn „online“ lebt von Multimedia.

Der Journalismus in Zeiten von Social Media hat sich gewandelt. Das stellt auch Markus Ziener fest. Er ist Professor und Leiter des Fachbereichs für Journalismus und Kommunikation an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Berlin und war Auslandskorrespondent für das Handelsblatt in Washington, Moskau und im Mittleren Osten. „Social Media verändert die Reaktionszeit, die ein Journalist hat, um eine Geschichte zu bearbeiten“, sagt er. Durch die Schnelligkeit des Mediums müsse sehr schnell beurteilt werden, welchen Wert eine Information habe und wie sie verwendet werden soll. Dadurch, dass jeder Nutzer bei Facebook und Co. Informationen ins Netz stellen könne, habe der Journalist zudem seine alleinige Gatekeeper-Funktion verloren. Er sei also nicht mehr derjenige, der entscheide, wann und in welchem Umfang eine Information veröffentlicht werde. Auf seinem Blog „Tichys Einblick“ stellt der Journalist Roland Tichy Ähnliches fest. „Viele Leser googeln besser und schneller als Journalisten, finden bessere Quellen und schreiben das auch. Journalisten haben einen großen Teil ihres Wissensvorsprungs verloren“, schreibt er im Artikel „Warum das Internet gut ist für den Journalismus“.

„Nicht blind einer Masse folgen“

Für das Tempo, mit der sich Informationen im Netz verbreiten, sorgt auch der Trend, Live-Videos bei Facebook oder Twitter zu übertragen. Der Vorteil dabei sei, dass Leser mit hinter die Kulissen des Journalismus genommen werden könnten, sagt Ziener. Die amerikanische Zeitung Washington Post zum Beispiel überträgt Interviews mit herausragenden Persönlichkeiten live, die später gedruckt im Blatt erscheinen. Der Leser bekommt dadurch einen Einblick, wie solche Beiträge entstehen.

„Das, was digital aufgebaut wird, kann nicht kompensieren, was im Printbereich verloren geht.“

Der Trend hat aber nicht nur gute Seiten. Ziener verweist auf ein Ereignis im Sommer dieses Jahres im amerikanischen Minnesota: Ein Schwarzer wurde in seinem Auto von einem Polizeibeamten angeschossen. Seine Freundin auf dem Beifahrersitz filmte das Geschehen – live zu sehen auf Facebook, inklusive der Schmerzensschreie ihres Freundes. Der Konsument erhalte auf diese Weise zwar schnelle Informationen, werde mit diesen aber alleingelassen, sagt Ziener. Statt solche Ereignisse unkommentiert in soziale Netzwerke zu stellen, würde ein Journalist den Kontext recherchieren, sich ein Urteil bilden und die Informationen dann erst entsprechend aufbereitet verbreiten, erklärt Ziener. Ein anderes Beispiel sei die Live-Übertragung eines Häuserkampfes in der irakischen Stadt Mossul gegen die Terrormiliz Islamischer Staat durch den Sender Al-Dschasira. Der Journalismus im Zeitalter von Social Media habe eine besondere Verantwortung gegenüber den Konsumenten. Nur wenn er es schaffe, den „Wust von Informationen“ zu sortieren und die richtige Mischung aus dem Erklären der Nachrichtenlage aufgrund von Fakten und dem Einordnen derselben zu finden, habe Journalismus eine Existenzberechtigung. Der Journalist dürfe nicht einfach „blind einer Masse folgen“, sondern brauche Erfahrung und kritisches Denkvermögen, um mit den Informationen im Netz richtig umzugehen.

Das schreibt auch Tichy und geht besonders auf die Erwartungen der Leser ein: Durch die Möglichkeit, beinahe alle Informationen im Netz selbst prüfen zu können, seien die Leser misstrauischer geworden – und Journalismus deshalb anspruchsvoller. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leser sei heute kürzer, sie seien „ungeduldig“. Es brauche deshalb „kreative, schnelle und prägnante Schreiber“.

Auch Online-Journalismus kostet Geld

Diese Anforderungen an den Journalismus im Social-Media-Zeitalter umzusetzen, sei nicht leicht, sagt Ziener. Die traditionellen Medien befänden sich „in einem Teufelskreis“. Die meisten Printmedien hätten große Probleme, ihre digitalen Aktivitäten zu finanzieren, da die gedruckten Auflagen häufig rückläufig seien. „Das, was digital aufgebaut wird, kann nicht kompensieren, was im Printbereich verloren geht.“ Viele Redaktionen bauten Stellen ab. Das führe dazu, dass „immer weniger Leute immer mehr machen müssen“: Online-Seiten, Print-Produkt, Social-Media-Kanäle und im Zweifel noch die App müssten bedient werden. Dabei mache es einen „riesigen Unterschied“, wo die Beiträge platziert werdem: Smartphone, Tablet und Printprodukt verlangten nach einem je eigenen Schreibstil, weil das Leseverhalten jeweils anders sei.

Das Magazin Journalist stellt in seiner Artikelserie „Die Zukunft des Nachrichtenjournalismus“ fest, dass sich Smartphone-Nutzer deutlich kürzer mit einem Artikel aufhalten als Zeitungsleser. Tablet-Ausgaben von Zeitungen hingegen sind wegen des großen Bildschirms und der intuitiven Bedienung via Touchscreen bestens für Multimedia-Inhalte geeignet. Ziener fügt hinzu, dass durch die Anforderungen im Bereich Social Media ein immer größerer Druck entsteht. „Das ist, gelinde gesagt, eine große Herausforderung.“ Er plädiert dafür, sich tragfähige Finanzierungskonzepte für Medieninhalte, vor allem im Internet, zu überlegen: „Die Leute dürfen nicht denken, dass die Arbeit von Journalisten umsonst ist.“ Viele Zeitungen, darunter Die Welt und die Süddeutsche Zeitung, haben bereits Bezahlschranken für einige Online-Artikel. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bietet seit einiger Zeit den kostenpflichtigen Dienst „FAZ PLUS“ an: Anders als im klassischen E-Paper sind alle Artikel multimedial und besonders ästhetisch für mobile Endgeräte aufbereitet.

Leben in der Filterblase

Sorge bereitet Ziener die sogenannte Filterblase in sozialen Netzwerken. „Man nimmt nur noch zur Kenntnis, was die eigene Meinung bestätigt. Es ist unheimlich schwer, an diese Leute mit den Fakten heranzukommen.“ Verantwortlich dafür, dass viele Nutzer sich nur noch unter ihresgleichen bewegen, ist unter anderem der Facebook-Algorithmus. Das soziale Netzwerk registriert, für welche Themen sich der Nutzer besonders interessiert, und zeigt ihm vor allem diese an. „Es gibt Leute, die sich komplett abkoppeln und das auch können, weil sie vom Fernsehen zu YouTube gewechselt sind oder in ihrer Facebook-Filterblase stecken“, sagt Stephan Dörner, Chefredakteur des Online-Magazins t3n.de, im Magazin Journalist. Input von außen, andere Themen und Meinungen, erreichten diese Menschen häufig nicht mehr. Aber nicht nur Facebook ist für die Filterblase verantwortlich. Auch wer sich etwa nur über Blogs informiert, die subjektiv selektierte Informationen verbreiten, wird schnell an einen einseitigen und begrenzten Themenhorizont stoßen. Ziener führt als Beispiele die Anhänger des designierten US-Präsidenten Donald Trump an. Diese habe es nicht gestört, dass er im Wahlkampf von einer falschen Arbeitslosenquote von 42 Prozent im Land gesprochen habe. In Wirklichkeit liege sie bei etwa fünf Prozent. Das Phänomen, dass Tatsachen nicht mehr zu den Menschen durchdringen, sei absurd, sagt Ziener: „Wir leben in einem Zeitalter, in dem sich durch das Internet alles schnell verifizieren lässt. Trotzdem ist es gleichzeitig nicht möglich, Fakten auch als Fakten darzustellen.“

„Verglichen mit anderen erscheint einem Facebook heute beinahe als seriöses Medium.“

Ziener beschreibt außerdem das Problem von Hasskommentaren im Netz. Es sei heute leicht, schnell zu kommentieren. Dadurch und durch die Anonymität sei die Hemmschwelle gesunken. Wer früher einen Leserbrief getippt habe, habe über seine Worte länger nachgedacht: „Bis man ihn geschrieben hat, war oft schon viel Ärger verraucht, und der Ton war deutlich sachlicher.“ Im Netz sei das anders. Es sei „erstaunlich, mit welcher Schnelligkeit radikale Urteile über einen Autor gefällt werden“, sagt er. Er empfiehlt, sich mit den Kommentatoren auseinanderzusetzen und individuell zu reagieren, wenn das möglich ist. „In dem Moment, in dem man sich auf die persönliche Ebene mit dem Schreiber begibt, nimmt der Furor der Reaktion ab“, ist seine Erfahrung.

Dass Journalisten oft mit Hasskommentaren zu kämpfen haben, zeigt auch das Beispiel von ZDF-Morgenmagazin-Moderatorin Dunja Hayali. Für ihre journalistische Arbeit erhielt sie dieses Jahr nicht nur die Goldene Kamera, sondern auch viel Gegenwind. Mit einem Facebook-Post, in dem sie sich gegen Fremdenhass aussprach, trat sie eine Welle von Hasskommentaren gegen sich selbst los. Die Tochter irakischer Einwanderer wurde mit Kommentaren wie „Flüchtling, dein Name ist schon ekelhaft genug, verlasse unser Deutschland“ oder „Lügenpresse, Lügenfresse“ beschimpft. „Was da gerade abgeht, ist wirklich mit Verrohung von Sprache überhaupt nicht mehr zu beschreiben. Bedrohung, Beschimpfung, Beleidigung, Vergewaltigungswünsche. Keiner hört keinem mehr zu, Worte werden einem im Mund verdreht, aus dem Zusammenhang gerissen“, beschreibt die Journalistin ihre Erfahrungen.

Guter Journalismus gegen Oberflächlichkeit

Der Algorithmus, der für die Filterblase mit verantwortlich ist, führt außerdem dazu, dass sich die Nutzer oft nicht mehr gezielt und bewusst informieren. „Ein großer Teil des Nachrichtenkonsums bei Facebook geschieht zufällig“, analysiert das Magazin Journalist. Auch bei Twitter sei das der Fall. Facebook-Nutzer lesen Artikel, die ihnen in ihrem Newsfeed anzeigt werden – nicht weil sie danach gesucht hätten, sondern weil ein Algorithmus ihnen das so vorschlägt. Bei Facebook entscheidet also nicht mehr der Journalist, ob jemand seinen Artikel überhaupt zu sehen bekommt, sondern das soziale Netzwerk. Hinzu kommt das sogenannte Empfehlungsmarketing: Nutzer empfehlen anderen Nutzern durch soziale Netzwerke Artikel weiter. So sei der New York Times im Jahr 2014 aufgefallen, dass zwar noch genauso viele Leser das Online-Angebot der Zeitung nutzten – jedoch nicht auf die Startseite klickten, auf der alle Themen im Überblick zu sehen sind. Stattdessen gelangten die Leser über Links aus den sozialen Netzwerken direkt auf den Artikel. Auch das trägt zur Filterblase bei.

Ziener beobachtet, dass sich der Trend im Netz zu mehr Oberflächlichkeit hin entwickelt. „Verglichen mit anderen erscheint einem Facebook heute beinahe als seriöses Medium.“ Deshalb bedürfe es eines qualitativ hochwertigen Journalismus. „In der sehr komplexen Welt, in der wir leben, in der vieles kompliziert zu verstehen geworden ist, braucht es einen Journalismus, der die Zusammenhänge erklärt.“ Dem Medienkonsumenten rät Ziener, sich weiterhin auf zuverlässige Quellen zu verlassen. „Das sind nach wie vor die meisten traditionellen Medien. Die Medien, die nicht jedem Trend hinterherlaufen, sondern sich etwas mehr Zeit nehmen, die Informationen zu überprüfen.“ (pro)

Von: Swanhild Zacharias, Social-Media-Redakteurin beim Christlichen Medienmagazin pro

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Sat, 07 Jan 2017 12:28:00 +0100
<![CDATA[Christ Markus Majowski im Dschungelcamp]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/01/06/christ-markus-majowski-im-dschungelcamp/ Teilen Twittern Teilen

Christ Markus Majowski im Dschungelcamp

Wenn der Privatsender RTL am 13. Januar in Australien wieder das „Dschungelcamp“ eröffnet, wird auch ein Christ dabei sein: Der Schauspieler Markus Majowski fand nach Alkoholabhängigkeit und Drogenexzessen wieder zurück zu Gott.

Die RTL-Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ startet in die 11. Staffel. Am 13. Januar beginnt erneut die Jagd einiger Prominenter nach gelben Sternen und Ansehen beim Publikum. Die zwölf Camp-Bewohner müssen bei Geschicklichkeitsspielen und durch Überwindung von Ekel vor Tieren und ungenießbarem Essen Sterne gewinnen, die dem Camp Mahlzeiten garantieren. Je weniger Sterne erkämpft werden, desto mehr Reis mit Bohnen steht auf dem Essensplan. Die Fernsehzuschauer können durch Telefonanrufe bestimmen, wer aus dem Camp fliegt, und wer bis zum Schluss bleiben darf. Der Sieger bekommt nicht nur einen höheren Geldbetrag von RTL, sondern anschließend als „Dschungelkönig“ Ruhm beim Publikum und im besten Fall einen Karriereschub.

Die zwölf Teilnehmer bezeichnet der Fernsehsender regelmäßig als „Stars“, obwohl die meisten von ihnen oft nur hartgesottenen Fernseh-Fans bekannt sind. Unter den „Prominenten“ ist in diesem Jahr der Schauspieler Markus Majowski. Der 52-Jährige veröffentlichte vor drei Jahren das Buch „Markus, glaubst du an den lieben Gott?“, in dem er von seinem Kampf gegen Alkoholabhängigkeit und seinem Weg zu Gott schreibt. Als er sich 2008 in mehrfacher Hinsicht in seinem Leben am Limit befand, erkannte er die helfende Kraft Gottes, schreibt er in seinem Buch. „Ich glaube an den lieben Gott, weil ich Fehler machen darf.“

Mehr Geld, weniger Kontakt mit Gott

Majowski war von 1997 an lange Zeit das Werbegesicht der Deutschen Telekom. Der ausgebildete Schauspieler und Sänger spielte später in mehreren komödiantischen Filmen mit, etwa „Höllische Nachbarn“, „7 Zwerge“ – sowie im „Tatort“. Von 2002 bis 2008 war Majowski in der Sat.1-Comedy-Serie „Die Dreisten Drei – Die Comedy-WG“ zu sehen. In einer beruflichen Karriere habe er sich zwar gewünscht, den Kontakt zu Gott zu behalten, doch: „Je mehr ich verdiente, desto schwerer wurde das. Meine Seele blieb bei Gott, aber der Mensch Markus entfernte sich von ihm.“

In der Schule lernte er seinen zukünftigen Drogendealer kennen. Auch die Frage seiner bisexuellen Empfindungen und was Gott davon halten könnte, prägten seine Jugend, berichtet er. Ein wichtiger Bezugspunkt sei sein Vater, der als Cellist an der Berliner Philharmonie arbeitet. Viele gläubige Menschen habe er mit seinen lustigen Rollen vor den Kopf gestoßen, ist er sich bewusst. In seinem Buch schreibt er: „Ich bitte um Vergebung, wenn ich damit jemanden in seinem Glauben verletze.“

„Ich stehe gut mit Gott“

Als er 2008 Drogen konsumierte und dabei fotografiert wurde, geriet er in die öffentliche Kritik. Bei der Suche nach dem Sinn des Lebens fand er damals zurück zu Gott, wie er schreibt. Danach musste er Schlagzeilen lesen wie „Jung-Star wurde zum radikalen Christen“. Er verließ die Comedy-Serie „Die Dreisten Drei“. „Gott hat meinen Fuß geführt“, ist er überzeugt. Heute sei er überzeugt, „dass Jesus für mich gestorben ist“. Über sich selbst schreibt er: „Ich muss nicht mit jedermann gut stehen. Ich stehe gut mit Gott. Die Zeichen, die ich sehe, geben mir Hoffnung auf einen Sinn hinter allem.“

Weitere Teilnehmer des Dschungelcamps 2017 sind etwa der Fußball-Weltmeister Thomas Häßler, die Models Kader Loth und Gina-Lisa Lohfink und der Sänger Marc Terenzi. Schauspieler Majowski ist sich laut RTL sicher: „Ich sehe mich schon jetzt an Tag 8 oder 9 völlig aufgebraucht im Schlamm liegen.“ (pro)

Von: js

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Fri, 06 Jan 2017 17:55:00 +0100
<![CDATA[Pastorin Kim Burrell verliert Radioshow]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/01/06/pastorin-kim-burrell-verliert-radioshow/ Teilen Twittern Teilen

Pastorin Kim Burrell verliert Radioshow

Die amerikanische Sängerin und Pastorin Kim Burrell hat nach ihren Äußerungen über Homosexualität ihre Radiosendung verloren. Die Fernsehmoderatorin Ellen DeGeneres hatte Burrell zuvor aus ihrer Talksendung ausgeladen.

Die Pastorin Kim Burrell hatte Ende Dezember in einer Predigt in einem Gottesdienst in Houston, Texas, von einem „perversen homosexuellen Geist“ gesprochen. Daraufhin lud die bekannte US-Moderatorin Ellen DeGeneres, die selbst lesbisch ist, Burrell aus ihrer Sendung aus. Wie die Texas Southern University nun mitteilte, werde sie die wöchentliche Radiosendung „Bridging the Gap“ auf dem universitätseigenen Radiosender KTSU nicht mehr fortführen.

Die 44-jährige Burrell ist nicht nur Gospel-Sängerin, im Jahr 2010 gründete sie eine Gemeinde namens „Love and Liberty Fellowship Pentecostal Overcoming Holy Church“ in Texas, wo sie leitende Pastorin ist. Ein Video zeigt Burrell bei einer Predigt, in der sie Homosexualität als Sünde gegen Gott bezeichnet.

Ellen DeGeneres, eine der erfolgreichsten Fernsehgesichter Amerikas, teilte mit, sie wolle Burrell nicht in ihrer Sendung empfangen. Erst kürzlich wurde die lesbische Prominente von US-Präsident Barack Obama für ihr Engagement für Homosexuelle geehrt. Eigentlich sollte Burrell in ihrer Sendung zusammen mit dem Sänger Pharrell Williams auftreten und ein Lied aus dem Soundtrack zum Film „Hidden Figures“ singen. Dies ist ein Drama über drei afroamerikanische Mathematikerinnen der NASA, die maßgeblich daran beteiligt waren, den Astronauten John Glenn ins All zu schicken.

„Gott hasst die Sünde“

Der Sänger Pharrell Williams trat wie geplant in der TV-Sendung von DeGeneres auf, allerdings ohne Burrell. Er sagte zur Moderatorin: „Die Welt ist ein wundervoller Ort, aber es funktioniert nicht ohne Einbindung und Empathie.“ Er fügte hinzu: „Es ist kein Platz für irgendeine Art von Vorurteilen im Jahr 2017 und darüber hinaus.“

DeGeneres erklärte zur Ausladung von Burrell, sie habe „sehr viel Hass und Vorurteile und Diskriminierung“ erfahren wegen Menschen, die zu lieben sie sich entschlossen habe. „Burrell hat einige sehr unschöne Dinge über Homosexuelle gesagt, deshalb fand ich es nicht richtig von mir, sie in die Show einzuladen, um ihr eine Plattform zu geben, nachdem sie Dinge über mich gesagt hat.“

Burrell hat derweil in einem Facebook-Video zu den Vorwürfen Stellung bezogen. Ihr sei es nicht um die LGBT-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) gegangen, sondern um Sünde, sagt sie darin. „Glaubt ihr nicht, dass ich weiß, dass sich Menschen über solche Äußerungen aufregen? Ich muss tun, was Gott mir sagt, das ich tun soll.“ Sie fügte hinzu: „Jedem, der mit einem homosexuellen Geist zu tun hat, dem sage ich: Ich liebe dich und Gott liebt dich, aber Gott hasst die Sünde in dir und mir. Alles, was gegen die Natur Gottes ist.“ (pro)

Von: js

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Fri, 06 Jan 2017 15:48:00 +0100
<![CDATA[dpa tritt Faktencheck-Netzwerk bei]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/01/06/dpa-tritt-faktencheck-netzwerk-bei/ Teilen Twittern Teilen

dpa tritt Faktencheck-Netzwerk bei

Weil im Internet und in den sozialen Medien sogenannte Fake News immer zahlreicher werden, will ein Netzwerk verschiedener Medienunternehmen die Falschmeldungen schneller enttarnen und aufdecken. Auch die Deutsche Presse-Agentur ist dabei.

Die größte Nachrichtenagentur Deutschlands mit Sitz in Hamburg und Zentralredaktion in Berlin, die Deutsche Presse-Agentur (dpa), ist neuer Partner der internationalen Initiative First Draft Coalition. Das hat das Unternehmen am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Die Mitglieder in dem Verbund aus Medien-, Technologieunternehmen und Organisationen wollen sich nach eigenen Angaben gegenseitig bei Recherche und Verifikation vor allem in den sozialen Medien und Netzwerken unterstützen. Neben aktuellen Themen und Fallstudien sind den Partnern Fortbildung, Ressourcen und Recherchewerkzeuge ein wichtiges gemeinsames Anliegen.

Mit dem Netzwerk wollen sich die Teilnehmer für verifizierte Informationen und gegen Fake News, Gerüchte und Propaganda einsetzen. „Verlässliche Nachrichten sind seit jeher der Kern der Nachrichtenagentur dpa. Deswegen unterstützen wir das Bündnis First Draft Coalition", sagte Roland Freund, Stellvertreter des dpa-Chefredakteurs.

Die dpa ist somit einer der derzeit rund 40 Partner der First Draft Coalition, darunter die Nachrichtenagenturen Associated Press, Reuters, AFP, die Nachrichtensender Bloomberg, BBC, NBC, und ABC News, sowie die Zeitungen Guardian, der Trinity Mirror und die Washington Post sowie aus Deutschland Zeit Online. Auch der arabische Nachrichtensender Aljazeera, die Menschenrechtsorganistation Amnesty International, der Mirkrobloggingdienst Twitter, der Suchmaschinenbetreiber Google und das soziale Netzwerk Facebook beteiligen sich.

Die Organisationen wollen in einem virtuellen Newsroom im Netz auftauchende Geschichten verifizieren oder falsifizieren. Die Rechercheergebnisse sollen den Partnern im Netzwerk zur Verfügung gestellt und dann auch öffentlich gemacht werden. (pro)

Von: nob

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Fri, 06 Jan 2017 14:25:00 +0100
<![CDATA[Mit der Ditib gegen Weihnachten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/01/06/mit-der-ditib-gegen-weihnachten/ Teilen Twittern Teilen

Mit der Ditib gegen Weihnachten

Im Internet sorgt eine Kampagne für Aufsehen, in der ein Mann den Weihnachtsmann verprügelt. Auf türkisch rufen die Initiatoren Muslime dazu auf, das christliche Fest nicht zu feiern. Verbreitet wurde das Bild wohl auch von einer Jugendorganisation des muslimisch-türkischen Verbandes Ditib.

Wie das Hamburger Abendblatt am Freitag berichtet, seien die Zeichnungen vom Fausthieb gegen den Weihnachtsmann nicht nur in der Türkei, sondern auch von Ditib-Jugendorganisationen in Deutschland verbreitet worden. Die Ditib gilt als der größte muslimische Verband in Deutschland.

Der türkische Text neben dem Bild ruft dazu auf, Weihnachten nicht zu feiern. In einigen Begleittexten zu den Bildern soll es geheißen haben, Weihnachten stehe für den Unglauben der Christen. Dabei sei auch der islamistische Kampfbegriff „Kuffar", also: Ungläubige, benutzt worden. Und nicht nur das: Im Internet finden sich nach pro-Recherche unter anderem von Privatpersonen verbreitete Fotos, in denen junge Männer einem als Weihnachtsmann Verkleideten eine Pistole an den Kopf halten.

Laut Abendblatt hatte die Religionsbehörde der Türkei, die Ditib-Imame mit Predigten zum Freitagsgebet versorgt, zudem einen Text verschickt, in dem das Silvesterfest kritisiert wird. Die Feier passe nicht zur Lebensweise gläubiger Muslime, so die Begründung.

Neue Qualität der Einflussnahme

„Die Agitation gegen christliche Feste und westliche Werte gibt es in jedem Jahr", erklärt Islamismusexperte Ahmed Mansour gegenüber dem Abendblatt. Neu sei allerdings, dass die Kritik nicht mehr nur von Islamisten, sondern nun auch von der türkischen Regierung selbst komme. „Das ist eine völlig neue Qualität, aufgrund derer man auch Ditib in Deutschland neu bewerten muss", fordert er.

Die Ditib war bis Freitagnachmittag für pro nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Gegenüber dem Abendblatt distanzierte sich der Vorsitzende der Ditib Hamburg und Schleswig-Holstein, Sedat Şimşek, von der Kritik an christlichen Feiertagen: Ditib lehne „jede Form der Verächtlichmachung von Sitten, Bräuchen und Festen ab".

Türkischer Einfluss an deutschen Schulen

Kritik an dem Verband kam am Freitag allerdings auch vom Deutschlandfunk. Das Medium weist den Muslimen nach, enge Verbindungen zum türkischen Staat zu pflegen. So sei laut Ditib-Satzung der Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei Ehrenvorsitzender des Verbandes und Vorsitzender des Ditib-Beirats. Die engen Verbindungen zwischen muslimischem Dachverband und türkischer Regierung erschienen vor allem deshalb problematisch, weil die Ditib unter anderem die Ausgestaltung des islamischen Religionsunterrichts an deutschen Schulen mitbestimme, heißt es im Deutschlandfunk. Denkbar wäre es also, dass das türkische Religionsamt den Unterricht hierzulande mitprägt. (pro)

Von: al

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Fri, 06 Jan 2017 13:56:00 +0100
<![CDATA[„Jesus ist mein Vorbild"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/01/05/jesus-ist-mein-vorbild/ Teilen Twittern Teilen

„Jesus ist mein Vorbild"

Jesus nachzufolgen ist die größte Herausforderung seines Lebens. Das hat der Journalist Kilian Trotier in der neuesten Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit erklärt. Er sei völlig abhängig vom Gottessohn – und durch ihn zugleich völlig frei.

„Ich kann ohne Jesus nicht sein", bekennt der Journalist Kilian Trotier in einem am Donnerstag erschienenen Text in der Zeit. Als Kind sei er sonntäglich mit seiner Familie zur Kirche gegangen und habe als Messdiener am Altar gekniet: „Immer, wenn ich nach oben blickte, sah ich ihn: seinen geschundenen Körper, sein zerfurchtes Gesicht, seinen leeren Blick. Die Rippen sprangen ihm aus dem abgemagerten Leib: Jesus, der Retter der Welt, gemartert am Kreuz. Was für eine unglaubliche Geschichte! Was für ein Anspruch für jeden, der dem Sohn Gottes nachfolgen will! Und das wollte ich. Ich war doch Christ. Und bin es noch immer."

Jesus überfordert mich

Was ihm als Kind einfach erschien, wurde für Trotier als Erwachsener zunehmend schwierig. So zu leben, wie Jesus es lehrte, den Nächsten und sogar die eigenen Feinde zu lieben, sei für ihn zur Herausforderung geworden. Und auch die Frage, warum Gott das Leid in der Welt zulasse, habe ihn eingeholt. Bis ihm im Theologiestudium klar geworden sei: „Ohne Jesus gäbe es für mich keine Idee von Gerechtigkeit und keine Zukunft. Ohne ihn erschiene mir alles schal und vordergründig. Ohne ihn, das spürte ich, kann ich nicht sein."

Für den Journalisten steht fest: „Ja, ich bin abhängig. Und das auch noch von jemandem, der mich überfordert. Dem ich nicht entkomme, der mich einschränkt und in gewisser Weise kontrolliert." Es sei aber diese Abhängigkeit, die ihm Freiheit schenke. „Es plagt mich nicht, wie viel Geld ich verdiene, wo ich wohne, wie supertoll erfüllend mein Job ist, ob ich großartig auftrete, ob ich jedem gefalle. Was mich ausmacht, ist allein die Antwort auf die Frage, wie ich zu meinen Mitmenschen bin. Ob ich ihnen zum Segen werde." (pro)

Von: al

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Thu, 05 Jan 2017 16:53:00 +0100
<![CDATA[70 Jahre Spiegel: Schwitzen, Stolpern, Stürzen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/01/05/70-jahre-spiegel-schwitzen-stolpern-stuerzen/ Johannes Weil schreibt dem Magazin einen Brief zum Geburtstag.]]> Teilen Twittern Teilen

70 Jahre Spiegel: Schwitzen, Stolpern, Stürzen

Die Attribute für den Jubilar sind vielfältig. Der Spiegel wurde häufig als „Sturmgeschütz der Demokratie“ bezeichnet und brachte dabei auch den einen oder anderen Politiker zum Schwitzen, Stolpern oder Stürzen. Johannes Weil schreibt dem Magazin einen Brief zum Geburtstag.

Liebe Spiegel-Redaktion,

ich kann mich noch sehr gut daran erinnern: Es war im 10. Schuljahr im Musikunterricht in der Gesamtschule. Das Thema war Werbung, und wir mussten verschiedene Musikvideos interpretieren. Eines davon handelte von einem Hamburger Nachrichtenmagazin, das in meinem bisherigen Weltbild überhaupt nicht vorkam: Es ging um Euch, die Ihr dieses Jahr 70 werdet.

In dem Video traten die Aushängeschilder der damaligen Politik als Band auf. Politik, für die ich mich wenig bis gar nicht interessierte. Helmut Kohl, Theo Waigel und Jürgen Möllemann sangen maskiert „Monday morning feels so bad“. Sie fürchteten sich, oder hatten zumindest eine gehörige Portion Respekt vor Eurem Erscheinungstag. Viele Leser hingegen freuten sich anders als die Polit-Größen auf den Montag, und den Enthüllungsjournalismus aus Hamburg.

Wochenanfang mit anderen Augen sehen

Dass die Journalisten den Wochenstart mit ganz anderen Augen gesehen haben, als die Politiker in Bonn, war mir damals noch nicht klar. Erst im Laufe meines Studiums habe ich das Video immer besser verstanden. Montags war dann nach der Mensa erst einmal Spiegel-Lesezeit. Meine ersten Ausflüge ins Internet, die ich weniger und später unternommen habe als mein Umfeld, gingen zu Euch. Spiegel Online war eine verlässliche und seriöse Informationsquelle.

Bereits zwei Jahre nach Eurer Gründung habt ihr 1949 das Spiegel-Statut beschlossen. Darin steht: „Alle im Spiegel verarbeiteten und verzeichneten Nachrichten, Informationen, Tatsachen müssen unbedingt zutreffen. Jede Nachricht und jede Tatsache ist peinlichst genau nachzuprüfen.“ Aktuell habt ihr den Leitspruch „Der Wahrheit verpflichtet“. Journalisten-Herz, was willst du mehr, als unabhängige und kritische Journalisten?

Eure Redakteure sorgen mit eben diesem unabhängigen und kritischen Journalismus für aufgeklärte und gut informierte Bürger. So sollte es zumindest sein. Ihr zeigt aktuelle Entwicklungen auf und beachtet dabei wichtige journalistische Regeln. Auch wenn Eure Auflage auf mittlerweile 800.000 Exemplare gesunken ist, seid ihr ein deutsches Leitmedium.

„Garant der Meinungsfreiheit“

Dabei sind Euch zahlreiche journalistische Coups gelungen. In der Spiegel-Affäre wurde Euch Landesverrat vorgeworfen, weil ihr interne Dokumente der Bundeswehr veröffentlicht habt. Zwei Eurer wichtigsten Mitarbeiter wurden verhaftet, aber auch Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß (CSU) trat zurück. Für die Regierungsgegner wart und seid ihr wichtig, als ein Garant der Meinungsfreiheit.

Später habt ihr weitere Staats- und Wirtschaftsaffären aufgedeckt. Die Namen Flick und Barschel sind eng mit Recherche-Erfolgen Eurer Leute verbunden. Mit dem Focus gab es 1993 Konkurrenz, die Euch auch einen Auflagen-Verlust bescherte. Eure Meinungs- und Deutungshoheit als einziges Nachrichtenmagazin wurde durch die deutlich konservativere Sicht der Welt aus München gebrochen.

Ihr habt neue Formate wie Spiegel-TV und Spiegel Online entwickelt. Und: Ihr wurdet bunter. Manche Beobachter haben Euch in liberalerem Fahrwasser gesehen. Es gibt nur wenige Verlage, die sich – im Sinne der Wahrheit – eine so umfangreiche Dokumentations- und Rechercheabteilung leisten.

Natürlich habt ihr auch keine weiße Weste. Das würde mich nach 70 Jahren Journalismus auch sehr verwundern. Kritik gab es für unangemessene Berichterstattung und Panikmache über die Krankheit Aids. Auch die NS-Vergangenheit eigener Redakteure sollt ihr nicht immer sauber aufgearbeitet haben. Ob eine nackte Minderjährige wirklich aufs Titelbild muss, wage ich zu bezweifeln. Der Vorfall brachte euch 1977 die erste Rüge des Presserates wegen Sexismus ein. Auch der Sparkurs mit Entlassungen und die hohe Fluktuation in der Chefetage haben für Unruhe gesorgt.

„Latente Gefahr für die Demokratie“

Hans-Magnus Enzensberger hat eure Sprache als „latente Gefahr für die deutsche Demokratie“ bezeichnet. Damit werde der Leser desorientiert. Trotzdem sei der Spiegel unentbehrlich, solange es kein kritisches Organ gebe, das ihn ersetzen könne. Rudolf Augstein, Günter Gaus, Erich Böhme und Stefan Aust haben das Blatt geprägt. Aktuell heißt der Kapitän Klaus Brinkbäumer. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal habt ihr mit Eurem Mitbestimmungsmodell entwickelt, das die Redakteure am Gewinn beteiligt. So schreiben sie an ihrer eigenen Erfolgsgeschichte mit.

Liebe Spiegel-Redaktion, Menschen denken mit 70 Jahren daran, den Lebensabend zu genießen. Euch wünsche ich zum Geburtstag weiterhin viele investigative Sternstunden sowie seriöse, aufklärerische und kompetente Berichterstattung. Dies vor allem in einer Zeit, in der Fake-News zur Mode geworden sind. Das Ganze gilt natürlich auch für Euren Online-Auftritt, der noch ein wenig auf seinen 70. Geburtstag warten muss.

Behaltet Euer Gespür für aktuelle (Fehl-)Entwicklungen und beweist Fairness auch bei kirchlichen und evangelikale Themen. Ich kann mich noch gut an die Debatte um die Schülerzeitung Q-rage erinnern. Damals habt Ihr Evangelikalen einen Kreuzzug gegen einen Schüler-Autoren vorgeworfen. Bleibt der Wahrheit verpflichtet, damit die aktuellen Meinungsbildner in den Chor von Kohl, Waigel und Möllemann einstimmen können. Die jüngere Generation muss allerdings den Text ändern: Saturday statt Monday, aber das werden sie auch schon hinbekommen. 

Herzliche Grüße, Euer Johannes Weil. (pro)

Von Johannes Weil, der sich in seinem Politik-Studium immer mehr mit dem Spiegel angefreundet hat.

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Thu, 05 Jan 2017 14:34:00 +0100