Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de Die aktuellen News bei Medienmagazin pro de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de 18 16 Die aktuellen News bei Medienmagazin pro TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 26 Aug 2019 09:53:45 +0200 <![CDATA[Ebay-Auktion beendet: Predigtthema versteigert]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/ebay-auktion-beendet-predigtthema-versteigert/ Jonas Goebel, Pastor der Auferstehungskirche in Lohbrügge im Südosten Hamburgs, hatte am 8. August eine e-bay-Auktion gestartet. Das Biet-Objekt: Ein Predigtthema für seinen Gottesdienst am 29. September. Gegenüber pro sagte Goebel damals: „Von der Aktion an sich erhoffe ich mir einerseits Aufmerksamkeit für uns als Gemeinde und zugleich natürlich ein spannendes und mich herausforderndes Thema.“

Am 18. August ging die Auktion zu Ende, und der Zuschlag fiel nach 43 Geboten bei 205 Euro an den Bieter mit dem Nutzernamen „juhopmax“. Wie Goebel gegenüber pro sagte, hat der Bieter von sich aus die Summe auf 250 Euro erhöht. Das von ihm gewünschte Thema laute „Mit einer 4- kommt man auch in den Himmel“. Der Bieter wolle anonym bleiben, er lebe jedoch in Baden-Württemberg, sei verheiratet und habe drei Kinder. Der Bieter sei selbst katholisch, seine Frau evangelisch, er besuche regelmäßig einen evangelischen Gottesdienst. Der Erlös fließt in die Kollekte des Gottesdienstes ein, teilte der Pastor mit.

Thematisch ließ der Pastor dem Bieter freie Wahl. „Je ungewöhnlicher es ist, desto besser“, sagte Goebel zuvor gegenüber Domradio. Sonst sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass er oder ein Kollege bereits zur Thematik gepredigt habe. Ausgeschlossen waren schon zuvor Themen zu rassistischen, sexistischen, menschenverachtenden oder anderen einem Gottesdienst nicht angemessenen Themen.

Von: Jörn Schumacher

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Mon, 26 Aug 2019 09:12:00 +0200
<![CDATA[Kritik an Kirchenpräsenz im Rundfunk]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/08/25/kritik-an-kirchenpraesenz-im-rundfunk/ „In einer Zeit, in der wir eine gemischte Gesellschaft haben, in der nur noch die Hälfte der Bevölkerung in einer der großen Kirchen ist, kann es nicht sein, dass Säkulare, Hindus und Muslime ausgeschlossen sind“, sagte Ingrid Matthäus-Maier der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).

Neben den Sitzen in den Rundfunkräten, den Kontrollgremien der öffentlich-rechtlichen Anstalten, haben die Kirchen auch das Recht auf „Verkündigungssendungen“ wie das Wort zum Sonntag. Das Freitagsgebet hingegen könnten die vier Millionen Muslime hingegen nicht verfolgen, so die FAS.

Derzeit sind die beiden Kirchen als gesellschaftlich relevante Kraft, zu der mit 44 Millionen Mitgliedern mehr als die Hälfte der Bevölkerung zählt, in den Rundfunkräten mit jeweils mehreren Sitzen vertreten. Matthäus-Maier sitzt selbst als Repräsentantin des Humanistischen Verbandes des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und der Giordano-Bruno-Stiftung im WDR-Rundfunkrat. Zusammen haben diese Verbände etwa 32.000 Mitglieder, was 0,04 Prozent der Bevölkerung entspricht. Matthäus-Maier begründet den Anspruch der Atheisten jedoch mit der großen Zahl der Nicht-Kirchenmitglieder.

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, kritisierte im selben Artikel der FAS den Vorstoß der Juristin als Kampagne gegen die Kirchen. „Nicht alle, die nicht in einer Kirche sind, stimmen automatisch mit den Zielen der Giordano-Bruno-Stiftung überein.“

Säkulare und Muslime bereits in Rundfunkräten vertreten

Sowohl Sternberg als auch Matthäus-Maier fordern laut der FAS, dass „endlich islamische Vertreter in die Rundfunkräte“ kommen. Während in mehreren Rundfunkräten Atheistenverbände vertreten seien – wenn auch nur vereinzelt und nicht mit festem Sitz – säßen Muslime laut der FAS „nirgendwo im Runfunkrat“.

Tatsächlich gibt es in mehreren Rundfunkräten islamische Vertreter. Im ZDF-Fernsehrat repräsentiert Kerim Ocakdan die Muslime in Niedersachsen. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs in Braunschweig. Milli Görüs wird eine starke Nähe zur AKP nachgesagt, der Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Ein weiterer islamischer Vertreter sitzt seit einer Entscheidung 2013 im SWR-Rundfunkrat. Damals hatte die Vereinigung evangelischer Freikirchen ihren Sitz abgeben müssen. Neben den eigenen Mitgliedern hatte die VEF auch die orthodoxen Kirchen vertreten. Nach eigenen Angaben waren das in Baden-Württembereg und Rheinland-Pfalz insgesamt 550.000 Menschen.

Von: Nicolai Franz

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Sun, 25 Aug 2019 15:09:00 +0200
<![CDATA[Beten fördert das Denkvermögen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/08/23/beten-foerdert-das-denkvermoegen/ Um schlauer zu werden, muss man anscheinend nur im Gespräch mit Gott bleiben: Eine Studie der Universität von Michigan hat herausgefunden, dass Menschen über 50 Jahre, die an einem Gottesdienst teilnehmen und beten, eine Verbesserung ihrer Gedächtnisleistung bemerken können.

Bereits frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass religiöse Einbindung und religiöses Engagement die körperliche und geistige Gesundheit älterer Personen fördern. Studienleiterin Zarina Kraal und ihre Kollegen gingen der Frage nach, ob dies auch auf die kognitive Gesundheit zutrifft. Laut der neuen Ergebnisse sind ein häufiger Gottesdienstbesuch und privates Gebet mit einer stärkeren kognitiven Gesundheit bei den Studienteilnehmer verbunden.

Für die Untersuchungen wurden Daten aus sechs Jahren Forschung zu Rate gezogen, die die Antworten von mehr als 16.000 Menschen über 50 Jahre beinhalteten. Die Studienteilnehmer gaben ihre ethnische Zugehörigkeit an, Informationen zur Gesundheit und mögliche depressive Symptome. Beim Test der Gedächtnisleitung wurden ihnen zehn Wörter genannt. Diese mussten sie sofort und fünf Minuten später erneut wiederholen.

Gebetsanliegen merken trainiert das Gehirn

Laut der Studie berichteten hispanische und schwarze Teilnehmer häufiger über ihr religiöses Eingebunden-Sein als die weißen Befragten. Die Auswirkung von Gebet und dem Gottesdienstbesuch seien bei allen Teilnehmern gleichwertig zu verzeichnen, sagte Kraal.

Die sozialen Aspekte des Gottesdienstes haben laut der Studienleiterin möglicherweise positive Auswirkungen: „Der Besuch religiöser Gottesdienste kann soziale Kontakte fördern, und diese sind positiv für die kognitive Gesundheit.“

Darüber hinaus können die potentiellen kognitiven Anforderungen des Gebets positiv für das Erinnerungsvermögen sein, folgerte Kraal. Das Gedächtnis wird bemüht, um sich zu erinnern, für wen und wofür zu beten ist. Das Gebet könne aufgrund seiner entspannenden und stressreduzierenden Wirkung positive Auswirkungen auf das Gedächtnis haben.

Von: Martina Blatt

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Fri, 23 Aug 2019 16:00:00 +0200
<![CDATA[„Umweltschutz ist religiöse Pflicht“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2019/08/23/umweltschutz-ist-religioese-pflicht/ „Eine Religion, die sich nicht um die Umwelt schert, hat diesen Namen nicht verdient.“ Das betonte Rabbi David Rosen bei der Weltkonferenz der multireligiösen Organisation „Religions for Peace“ in Lindau. Die Verantwortung für die Umwelt sei unmittelbar verbunden mit religiösen Pflichten, sagte er und nannte als Beispiel dafür einen Text aus der Torah: Dort verheißt Gott seinem Volk Regen und gute Ernte, wenn es sich an seine Gebote halte. Andernfalls würde Gott „den Himmel verschließen“, sodass es nicht genug Regen gebe und die Erde keine Früchte mehr hervorbringe (5. Mose 11). Diese Worte seien nicht nur metaphorisch zu verstehen, sondern könnten ganz wörtlich genommen werden, erklärte Rosen mit Blick auf den Klimawandel, die Zerstörung des Regenwaldes und die Ausbeutung von Rohstoffen.

Es gebe viele Probleme auf der Welt, um die sich religiöse Leiter kümmern sollten. Jedoch sei die Grundlage von allem, dass alle Menschen auf einem Planeten lebten, sagte der Internationale Direktor für Interreligiöse Angelegenheiten des Amerikanischen Jüdischen Komitees. Deshalb sei es das wichtigste, diese gemeinsame Heimat zu schützen. Menschliche Selbstbezogenheit und Egoismus seien die Ursache von Umweltproblemen. Gerade religiöse Gemeinschaften könnten daher zu einer „geistlichen und kulturellen Transformation“ beitragen. Die Liebe und die Ehrerbietung gegenüber dem Schöpfer und dem Leben seien es wert, sich für die Umwelt einzusetzen.

Geteilter Wohlstand als Grundlage für Frieden

Etwa 900 Delegierte verschiedener Religionen aus 125 Ländern trafen sich vom 20. bis 23. August in Lindau zur 10. Weltkonferenz von „Religions for Peace“. Schwerpunkt des diesjährigen Treffens war gemeinsam geteilter Wohlstand als eine Grundlage für positiven Frieden. Die Überzeugung dahinter ist, dass Frieden nicht nur „kein Krieg“ bedeutet. Er umfasst auch alle Lebensverhältnisse, die zu einem guten Leben beitragen und Konflikte und Spannungen etwa durch ungleiche Rechte, Armut oder knappe Rohstoffe vorbeugen.

Geteilter Wohlstand habe das Gemeinwohl im Blick, heißt es in der Abschlusserklärung der Konferenz. Dazu gehöre die „Erde mit ihrer Luft, dem Wasser, dem Boden und dem Netz des Lebens. Es beinhaltet auch gerechte Institutionen, die jedem dabei helfen, seine oder ihre menschliche Würde zu entwickeln.“ In der Erklärung bekräftigt „Religions for Peace“ seine Ziele, sich für das Wohlergehen von Flüchtlingen einzusetzen, und zur Versöhnung zwischen Personen, Gemeinschaften und Nationen beizutragen. Zudem setzt sich die Organisation für den Schutz des Regenwaldes und des Klimas ein und wird Partner der Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). Die Delegierten wollen gemeinsam eine „Allianz der Tugenden“ schaffen, die auf in allen Religionen geteilten Werten und Tugenden basiert.

„Religions for Peace“ wurde 1970 während des Kalten Krieges gegründet. Das Anliegen der Organisation ist es, dass die Religionsgemeinschaften zusammenarbeiten, um Frieden zu schaffen und zu bewahren. Dazu arbeitet sie in verschiedenen Themenbereichen: gewaltsame Konflikte verhindern und lösen, gerechte und harmonische Gesellschaften befördern, die Umwelt schützen und Wohlstand fördern sowie die humanitäre Entwicklung voranbringen. Konkret hat „Religions for Peace“ beispielsweise in Konflikten in Bosnien, in Zentralafrika, Myanmar oder im Nahen Osten vermittelt oder bei verschiedenen Naturkatastrophen vor Ort geholfen.

Die Organisation hat sechs regionale und 90 nationale Einheiten. Alle fünf bis sechs Jahre kommen führende Religionsvertreter, Politiker, Diplomaten und zivilgesellschaftliche Organisationen zur Weltkonferenz zusammen. Nach eigenen Angaben ist „Religions for Peace“ die weltweit größte und repräsentativste multireligiöse Allianz, um Frieden zu fördern.

Von: Jonathan Steinert

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Fri, 23 Aug 2019 14:00:00 +0200
<![CDATA[John Lennox in Marburg]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2019/08/23/john-lennox-in-marburg/ Vom 27. September bis zum 29. September findet in Marburg die Jahrestagung 2019 des Instituts für Glaube und Wissenschaft statt. Daran wird sich auch der langjährige Berater John Lennox beteiligen. Der gläubige Mathematiker wird dabei mehrere Vorträge halten, etwa zu den Themen „Das Evangelium für Harvard - mit Intellektuellen über den Glauben reden“ und „Gründe für den Glauben an Gott“. Die Anmeldung zur öffentlichen Veranstaltung ist bis zum 12. September möglich.

Lennox hörte in Cambridge die letzte Vorlesung von C. S. Lewis. Er bekam von der Universität Cambridge 1970 der Doktorgrad und lehrte 29 Jahre lang an der University of Wales in Cardiff Mathematik. Heute lehrt Lennox an der University of Oxford und befasst sich insbesondere mit der Verhältnisbestimmung von Wissenschaft und Religion. Zu diesem Thema ist er in der außeruniversitären Öffentlichkeit als Autor und Redner bekannt geworden.

„Gründe für den Glauben“ versuchen die Mitglieder des Instituts für Glaube und Wissenschaft zu finden – und das seit nunmehr 20 Jahren. Das Institut wurde 1999 von dem Althistoriker Jürgen Spieß gegründet, um den Dialog zwischen Glauben und Denken zu fördern. Seit 2015 leitet der Biophysiker Alexander Fink das Institut.

Von: Jörn Schumacher

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Fri, 23 Aug 2019 13:20:00 +0200
<![CDATA[Hongkong: Proteste könnten Kirche spalten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/08/23/hongkong-proteste-koennten-kirche-spalten/ Seit Juni protestieren über eine Million Menschen in Hongkong immer wieder gegen ein Auslieferungsgesetz und für eine bessere Umsetzung der Menschenrechte, etwa dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Auf der Straße sind neben Menschenrechtsorganisationen und politischen Gruppen auch viele Christen. Denn das umstrittene Auslieferungsgesetz könnte auch sie betreffen - etwa wenn einzelne Gläubige oder Kirchen Kontakte zu verbotenen Untergrundkirchen in China pflegen. Medienberichten zufolge fürchten sie, im Falle ihrer Entdeckung nach China ausgeliefert werden zu können. Deshalb forderte unter anderem der Dachverband protestantischer Kirchen gemeinsam mit der katholischen Diözese Hongkong, eine öffentliche Erklärung gegen das Gesetz durch die Regierung in der Sonderverwaltungszone.

Die Organisation für verfolgte Christen, Open Doors, warnt nun, dass die anhaltenden Proteste und die offensive Reaktion Chinas darauf die Kirchen in Hongkong spalten könnten. In einem Papier der Organisation heißt es, die chinesische Regierung habe zur Kenntnis genommen, dass Christen an den Demonstrationen teilnähmen. Deshalb könne Peking es Hongkong-Chinesen künftig erschweren, Kontakte zu chinesischen Christen zu pflegen.

Verbindung zwischen China und Kirche

Zwar sei nicht davon auszugehen, dass christliche Versammlungen in Hongkong eingeschränkt würden - dafür sei die internationale Aufmerksamkeit zu groß. Doch es sei wahrscheinlich, dass die chinesische Regierung die Kirchen vor Ort um Unterstützung bitten werde. Schon jetzt stünden einige christliche Leiter auf der Seite der Chinesen, junge Christen hingegen schlössen sich eher den Protesten an. „Das könnte zu einer Spaltung der Kirchen in Hongkong führen“, heißt es in dem Papier von Open Doors. Schon jetzt gebe es Spannungen zwischen jenen, die sich verpflichtet fühlten, die chinesische Regierung zu unterstützen, und jenen, die eine zu starke Verbindung der Kirche zu China kritisierten.

Berichten zufolge sind Christen bisher nicht in Gefahr. Das Portal evangelisch.de etwa zitiert die Mitarbeiter der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Hong-Kong. Das Mitglied des Gemeinderats, Roland Rohde, zum Beispiel beklagt eine verzerrte Berichterstattung deutscher Medien. „Wir haben hier keine Situation wie etwa beim G20-Gipfel in Hamburg“, erklärt er. „Meine Familie und ich fühlen uns sicher. Die Demonstranten sind sehr freundlich und diszipliniert.“ Die Auslandsgemeinde aber halte sich mit politischen Statements zurück.

Kirche bietet Schutz für Demonstranten

Der Chefredakteur der Zeitung Herder Korrespondenz, Volker Resing, verglich die Rolle der Christen in Hongkong auf der Plattform katholisch.de unterdessen mit jener der Kirchen in der DDR während der Wendezeit. Damals hätten die Kirchen den Demonstranten Schutz geboten. Und auch heute in Hongkong profitierten die Protestler von der Verbindung zur Kirche: Die Religionsfreiheit schütze sie. Religiöse Veranstaltungen dürften von der Polizei nicht aufgelöst werden. Deshalb stimmten auch viele Nichtreligiöse in die inoffizielle Hymne der Demokratiebewegung „Sing Hallelujah to the Lord“ ein, die seit Wochen auf den Straßen Hongkongs ertöne.

Von: Anna Lutz

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Fri, 23 Aug 2019 13:07:00 +0200
<![CDATA[Andi Weiss: Ohne meinen Glauben als Fundament läuft nichts]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2019/08/23/andi-weiss-ohne-meinen-glauben-als-fundament-laeuft-nichts/ Die Fragen stellte Martina Blatt]]> Der Musiker Andi Weiss veröffentlicht am 30. August seine neue Platte „Gib alles, nur nicht auf“. Neben seiner Künstlertätigkeit berät er als Logotherapeut Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen. pro hat ihn zum Gespräch getroffen und etwas über die Vielseitigkeit seiner Arbeit erfahren – und was seine Basis dadfür ist. Er sagt: „Ich könnte mir diesen Mut, ja diese Frechheit nicht erlauben, zu sagen, ich biete mich an, mit dir ein Stück Lebensweg zu gehen, wenn ich meinen Glauben als Fundament nicht hätte.“

pro: Ihr neues Album heißt „Gib alles, nur nicht auf“. Einige der Titel klingen wie Postkartensprüche, etwa: „Alles kann passieren, wenn du dich traust“, „Es kommt der Tag, da bist du frei“ oder „Fang einfach an zu schwimmen“. Haben Sie nicht Sorge, dass das wie eine Plattitüde rüberkommt?

Andi Weiss: Ich würde mir manchmal wünschen, dass die Menschen meine Musik auch einmal als Plattitüde wahrnehmen. (lacht) Manche Leute sagen mir, es sei ihnen emotional zu schwer oder zu intellektuell, was ich mache. Manchmal kann es helfen, etwas Plakatives zu haben, einen Satz, an dem ich mich festhalten kann. Unserem Gehirn fällt es leichter, Konkretes oder Greifbares zu verarbeiten. Ein Song stellt einen emotionalen Weg dar, den ich vielleicht gar nicht direkt speichern kann. Manchmal braucht es da einen solchen Satz. Auch hirnphysiologisch ist es effektiver, einen Satz zu haben, den ich mir mit in den Tag nehmen kann. Übrigens habe ich „Gib alles, nur nicht auf“ tatsächlich auf einem Postkartenständer gefunden – die anderen Titel habe ich mir selbst ausgedacht.

Entgegen Ihres Albumtitels: Wo gab es in Ihrem Leben eine Situation, in der Sie dennoch einmal aufgegeben haben?

Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie aufgegeben. Ich habe etwas aufgegeben: 2017 habe ich mich von meiner Landeskirche als Diakon beurlauben lassen und meinen Grundberuf, den ich seit 17 Jahren ausgeübt hatte, erst einmal aufgegeben oder zumindest pausieren lassen. Das habe ich getan, um ganz Musik und die begleitende Arbeit mit den Menschen zu machen und um meiner Berufung nachzugehen. Das war aber keine Kapitulation. Ich bin ein zwanghafter „Zu-Ende-Macher“. Wenn ich anfange ein Buch zu lesen, muss ich es zu Ende lesen – es kann noch so bescheuert sein. Das ärgert mich, das kostet Zeit. Spontan fällt mir aber nicht ein, wo ich gesagt habe: Ich gebe auf und kapituliere.

Die Aussage „Gib alles, nur nicht auf“ soll ermutigen. Wie wollen Sie den Zuhörern konkret Mut zusprechen?

Meine Programme, meine Lieder, meine Bücher sind zuerst immer Predigten an mich selbst. Das sind meine Themen, ich setze mich mit ihnen auseinander, ich kämpfe oder arbeite mit ihnen, kratze an ihnen. Es ist wichtig, sich auch in der Gemeindearbeit mit Themen auseinander zu setzen, die man nicht versteht oder auf die man nicht direkt eine Antwort hat – und dann über ein Lied einen Weg zu finden, dieser Frage Ausdruck zu verleihen.

Am Anfang meiner Arbeit in der Kirche erschienen mir viele schwierige Fragen klar zu sein. Eine meiner ersten Aufgaben war die Begleitung einer wunderbaren Frau, die nach einem langen Weg der Hoffnung, des Gebets und des Kämpfens dann doch starb. Da ist für mich in den ersten zwei Jahren der Gemeindearbeit echt viel zerbrochen. Ich dachte: Hier gehen viele Sätze, die sich toll anhören, flöten. Dann fand ich einen Text von Dietrich Bonhoeffer mit den Worten: „Gott lässt sich aus der Welt herausdrängen ans Kreuz, Gott ist ohnmächtig und schwach in der Welt und gerade und nur so ist er bei uns.“ Wir glauben also als Christen an einen ohnmächtigen Gott, weil er sich freiwillig ohnmächtig macht, der mitleidet am Kreuz. Das war für mich plötzlich greifbar.

Das fließt auch in Ihre Musik ein?

Das ist die Grundlage aller meiner Lieder, dass ich merke: Ich werde verstanden. Jemand hört mir zu. Das begreift jemand. Jesus sagt nicht direkt: Komm, steh wieder auf, es ist alles nicht so schlimm. Sondern: Ich nehme erst einmal eine Situation ernst. Und dann erst überlegen wir, wie es weitergehen könnte. So sind viele meiner Lieder aufgebaut. Alles andere wäre mir zu schnell, zu oberflächlich und zu billig.

„Ich versuche immer meine Liebe zu Grönemeyer zu verbergen“

Manche Ihrer Lieder auf der Platte erinnern an Herbert Grönemeyer, etwa an „Der Weg“. Welche Musiker inspirieren Sie musikalisch?

Ich liebe Grönemeyer. Ich finde, es gibt keinen Songwriter, der es schafft, in einem Lied 15 weiße Leinwände aufzustellen und jeder kann – salopp gesagt – daran vorbeigehen und sein eigenes Herz an diese weiße Leinwand klatschen, sprich kann sich damit identifizieren. Ich habe einen starken Bezug dazu. Mir gefällt dieser gehende Duktus in seiner Musik. Das beschreibt das Leben so treffend, wir flutschen nicht irgendwo hin. Sondern es ist ein marschierender Gang. Ich habe meine Liebe zu Grönemeyer bei der „Mensch“-Platte gefunden. Er erlebte große Lebensschicksale und hat es auf eine unbeschreibliche Art und Weise geschafft, diesen Schmerz so zu benennen, dass es für ihn wahrscheinlich eine Lebenshilfe war. In der Zeit bin ich bei seiner Musik angedockt, weil ich das so greifbar finde. Ich versuche immer, meine Liebe zu verbergen zu Grönemeyer. Manchmal gelingt es, manchmal gelingt es nicht. Viele Menschen, die mich und meine Musik seit Beginn begleiten, sagen, auf dieser Platte wäre am wenigsten Grönemeyer zu hören.

Manche Musiker inspirieren mich auch nicht mit ihrer Musik, sondern mit ihren Inhalten. Reinhard Mey liebe ich, weil er es schafft, den Fokus auf eine Mini-Geschichte zu legen und daraus einen super Song zu machen. Alles, was deutsch ist, gefällt mir. In deutsche Musik kann ich eintauchen und mit dem Herzen rangehen – Muttersprache ist Muttersprache, bei Englisch ist immer auch das Hirn mit dabei.

Sie arbeiten zudem als Logotherapeut – nicht zu verwechseln mit dem Logopäden. Was ist das und was machen Sie da genau?

Es gibt die Ansichten der drei berühmten Wiener Psychologen. Sigmund Freud hat den Menschen mit dem Willen zur Lust definiert. Alfred Adler hat den Menschen mit dem Willen zur Macht definiert. Viktor Frankl wiederum sagte, es muss etwas geben, was den Menschen vom Tier unterscheidet. Er hat sich auf die Suche gemacht und herausgefunden, dass der Mensch den Willen zum Sinn hat. Das ist die Logotherapie.

Frankl sagt: Immer, wenn der Wille zum Sinn bei einem Menschen frustriert ist, fällt er zurück in den Willen zur Macht und den Willen zur Lust. Egal, ob es Krisensituationen, Gemeindesituationen oder in der Partnerschaft sind, das ist ein Schlüsselsatz für alles, wo wir Menschen versuchen, sinnvoll zu gestalten und teilweise massiv aneinander scheitern.

Und da setzen Sie an?

Ich gehe mit Menschen auf die Reise und suche, wo ihr „Sinnanruf“ – wie Frankl das bezeichnen würde – ist, der Moment im Leben, Sinn zu finden. Frankl sagt, ein Mensch kann Sinn entdecken, indem er feststellt: er kann selber etwas schaffen, indem er etwas erlebt – etwa indem er lernt, einen Menschen zu lieben. Sinn entdeckt ein Mensch, indem er lernt, seine Einstellung zu Dingen zumindest zu verändern, die er nicht ändern kann. Bei diesen Entwicklungen begleite und wertschätze ich Menschen.

Wer kommt zu Ihnen?

Es kommen Leute, die eine Krise haben, Verlust, Trauer erleben auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite kommen Menschen, die sich über ihre Ziele bewusst werden oder sich neu aufstellen wollen im Leben. Ich habe eine Frau bei mir, die durchbuchstabiert, wie sie aus ihrem Hartz-IV-Dasein ins Gestalten kommt – das zahlt ihr jemand anders –, genauso wie den millionenschweren Unternehmenschef, mit dem ich manchmal Ganztagscoachings mache. Letztendlich besprechen wir am Ende des Tages immer die gleichen Themen: die Frage der Wertschätzung; wie lerne ich, meine Geschichte wertzuschätzen, wie lerne ich meine Motive kennen.

Welchen Gottesansatz hat die Logotherapie?

Das Spannende ist, dass Frankl auf der einen Seite Wissenschaftler war. Er hat auf der anderen Seite immer auch den Gottesansatz mit in die Therapie eingebracht. Er spricht von einer Selbsttranszendenz. Das hört sich esoterisch an, aber es geht um das „Über-sich-selbst-hinauswachsen“. Er spricht immer von einer Verantwortung, die einem höheren Wesen, also Gott, geschuldet ist. Er selbst war ein frommer Jude.

Der schönste Satz von Frankl ist für mich: „Gott ist der Gesprächspartner meiner intimsten Selbstgespräche.“ Das finde ich wie eine Praline, die man sich einen Monat lang auf der Zunge zergehen lassen kann, auch im Gemeindekontext: Was machen wir für eine fromm aufgeladene Show in unseren Gottesdiensten und posen auf Bühnen, Kanzeln vor Gott und anderen Menschen. Und Jesus sagt: Wenn ihr betet, plappert nicht wie die Heiden. Sondern Gott weiß doch schon, was euch bewegt. So entsteht auch eine andere Dimension des Betens.

Welche Rolle spielt Ihr Glaube in der Beratungsarbeit?

Ich könnte mir diesen Mut, ja diese Frechheit nicht erlauben, zu sagen, ich biete mich an, mit dir ein Stück Lebensweg zu gehen, wenn ich meinen Glauben als Fundament nicht hätte. Da spielt mein Gottesbild und daraus resultierend auch mein Menschenbild mit rein. Ich glaube, dass es keinen Menschen auf der Welt gibt, den Gott nicht liebt, in den Gott nicht große Schätze gelegt hat. Ich glaube, dass es für jeden Menschen auf der Welt eine zweite Chance gibt. Das könnte ich nicht glauben, hätte ich nicht einen sehr fundierten, theologischen Ansatz dahinter und wäre das nicht mein Herzensanliegen. Ich fände es massiv übergriffig, wenn ich nicht Gott auf meiner Seite und auf der meines Gegenübers sähe. Ich sehe diese Begleitung und Beratung immer im Stil der Emmaus-Jünger – Jesus begleitet einen. Alles andere würde ich mich gar nicht trauen.

Welche Erfahrungen machen Sie im Bezug darauf?

Manche Menschen kommen, weil sie einen christlichen Bezug haben. Dann ist der Glaube ganz offensichtlich mit dabei. Andere Menschen kommen nicht, weil sie eine Glaubensunterstützung haben wollen. Witzigerweise kommt es aber immer wieder zu den Themen.

Neulich war ein Firmenchef bei mir, der mit Glauben überhaupt nichts am Hut hat. Nach dem vierten, fünften Coaching-Gespräch sagte er: Ich habe Sie gegoogelt. Sie sind auch Diakon. Wie kamen Sie dazu? Dann sagte ich ihm, dass er nicht dafür zahlt, dass ich von meinen Glauben erzähle. Und er sagte sinngemäß: Doch, schießen Sie mal los! So habe ich eine Stunde von mir erzählt, was der Glaube für mich bedeutet und so weiter. Er war sehr bewegt und angetan. Ich glaube auch deswegen, weil er gemerkt hat, dass ich ihm nichts aufzwingen oder ihn überreden will, sondern weil er der Fragende war und ich nur auf seine Frage geantwortet hatte.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martina Blatt.

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Fri, 23 Aug 2019 11:24:00 +0200
<![CDATA[Politik und Religion sollten nicht heiraten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/08/23/politik-und-religion-sollten-nicht-heiraten/ Ein Kommentar von Jonathan Steinert]]> Die ägyptische Ministerin für Einwanderung, Nabila Makram, will das Image ihres Landes verbessern. Es gebe nach wie vor Probleme, aber immerhin sei die Muslimbruderschaft nicht mehr an der Macht, die Ägypter hätten ihr Land zurück. „Das neue Ägypten ist für alle da: für Frauen, für Christen, für Muslime, für alle“, sagte sie gegenüber pro. Für die Minderheit der Christen im Land sei das die beste Ära. Das sehe man daran, wie die Regierung diese religiöse Minderheit behandele, dass zum Beispiel Präsident Abdel Fattah al-Sisi den koptischen Weihnachtsgottesdienst besucht habe. „Wobei wir in unserem Land gar nicht so zwischen Christen und Muslimen unterscheiden, wie das die westlichen Medien tun“, sagte sie weiter. „Wir haben ein neues Image in Ägypten, dass wir als ein Volk und vereint unsere Probleme und Herausforderungen angehen.“

Es überrascht wenig, dass ein Regierungsmitglied derart überschwänglich ein positives Bild von seinem Land vermitteln will. Zumal Makram selbst koptische Christin ist und wohl kaum sagen würde, dass die Regierung, der sie angehört, ihre Religion nicht ausreichend respektiere. Auf der 10. Weltkonferenz der internationalen multireligiösen Organisation „Religions for Peace“, auf der sie gesprochen hat, ist dieses Anliegen ein Grundtenor: Dass die Religionszugehörigkeit nicht mehr das Trennende zwischen den Menschen ist, sondern dass man sich über die Religionsgrenzen hinweg für gemeinsame Ziele einsetzt. Für das friedliche Zusammenleben, für diplomatische Konfliktlösungen, für gleiche Rechte, für einen gerechten Zugang zu Ressourcen.

Wo Muslime Kirchen beschützen

Der Erzbischof von Abuja in Nigeria, John Kardinal Onaiyekan, warnte beispielsweise davor, dass sich der Staat auf die Seite einer bestimmten Religion schlägt: „Wo immer Religion und Politik heiraten, wird Politik der Ehemann sein.“ Das ist wohl nur vor dem Hintergrund einer patriarchal geprägten Kultur richtig zu verstehen. Gemeint ist: Die Werte der Religion werden darunter leiden. Wenn sich ein Staat eine Religion als Staatsreligion aussucht, drohe ein religiös aufgeladener Nationalismus.

Es ist das eine, wenn es sich der Staat auf die Fahne geschrieben hat „für alle“ da zu sein. Doch das funktioniert letztlich nur, wenn auch die Menschen im Land dahinterstehen. Hierbei sind vor allem zivilgesellschaftliche Organisationen und auch religiöse Leiter gefragt. Wie wichtig das ist, zeigt sich vor allem dort, wo sich an der Religion gewaltsame Konflikte entzünden oder wo sie für politische und ideologische Ziele missbraucht wird.

Auf der Konferenz berichteten ein muslimischer und ein katholischer Delegierter von „Religions for Peace“ aus Myanmar davon, wie es in ihrem Land gelang, durch den Dialog zwischen verschiedenen religiösen und ethnischen Vertretern und mit Militär und Regierung bewaffnete Konflikte zu lösen. In Nigeria gibt es Initiativen, um Muslime und Christen, die jeweils etwa die Häfte der Bevölkerung ausmachen, miteinander ins Gespräch zu bringen; Muslime, die Kirchen während des Gottesdienstes bewachen, und Christen, die Moscheen beschützen. Davon berichteten Redner aus dem westafrikanischen Land. Die Regierung sei oftmals zu schwach, das Land zusammenzuhalten. Deshalb müssten Imame und Pastoren mit ihrem Einfluss in den Gemeinden dazu beitragen.

Um die Bedeutung darin zu erkennen, müssen nicht erst offene Konflikte ausbrechen. Das gilt in einer Zeit der Polarisierung auch für säkulare westliche Gesellschaften.

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Fri, 23 Aug 2019 08:59:00 +0200
<![CDATA[„Meine Aufgabe ist es, Menschen zu Jesus zu ziehen“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2019/08/23/meine-aufgabe-ist-es-menschen-zu-jesus-zu-ziehen/ pro: Ihre Alben habe alle eine Farbe, das aktuelle ist das blaue Album. Welche Bedeutung hat das Farbenspiel?

Sefora Nelson: Farben ziehen mich in der Inkubationsphase an. So nenne ich das, wenn ich mit den Themen schwanger gehe. Und zurzeit ist das Blau. Die Weite des Horizonts zum Beispiel und die Kombination mit durchsichtig. Wasser ist ja auch nicht blau, aber wir sehen es so. Der Himmel ist eigentlich auch nicht blau. Interessanterweise stehen die Farben immer auch in Verbindung mit den Liedern, die ich schreibe. Bei diesem Album sind es die Themen Zeit, Weite, Ewigkeit, Loyalität, Freundschaft. Und ich wollte, dass dieses Album mal so ein richtig cooles Album wird. Das davor war ja das Hymnen-Album mit den Wurzeln und den Holzfarben: Eher nach unten gerichtet auf mein Glaubensfundament. Und dieses Mal steht über dem Album: „Gott, bist du groß! Du bist Alpha und Omega.“

Was ist die Kernaussage des neuen Albums „Du bist“?

Jedes Lied hat seine eigene Botschaft. Wie eine Predigt. Ich sehe mich ja als singende Predigerin. Ein Lied ist ein Thema. Wie zum Beispiel in „Adieu“: Abschied von einem lieben Menschen. Ich kann das Album unmöglich in einer Aussage zusammenfassen. Wir haben den Titel „Du bist“ gewählt wegen des Satzes „Du bist Alpha und Omega“. Gott ist Größe und Souveränität. Ein verstecktes Thema, das sich durch das Album zieht, ist Demenz. Weil dieses Gefühl von Zeit bei Menschen mit Demenz verschwimmt. Und im Gegensatz dazu ist und bleibt Gott. Menschen kommen und gehen aus unserem Leben, aber er ist.

Wie entstehen Ihre Songs?

Aus dem, was passiert und was meine Seele zum Schwingen bringt. Vorgestern habe ich zum Beispiel eine Frau getroffen, die ich bestimmt schon zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Wir haben gewisse Dinge in der Bibel verschieden gesehen. Wir haben beide nach bestem Wissen gesagt: „Ich kann es gar nicht anders sehen, ich verstehe das so.“ Dann sind unsere Wege auseinandergegangen. Nach zehn Jahren haben wir uns wiedergesehen und dann haben wir geredet und uns sind die Tränen runtergelaufen, weil wir uns so vermisst haben. Wir lieben uns so, sind aber trotzdem noch in unserem Prozess der verschiedenen Sichtweisen. Dann hat sie einen Satz gesagt, der mich schier umgehauen hat: „Wir sehen uns spätestens am Ziel.“ Ich bin ins Auto gestiegen, mir sind die Tränen runtergelaufen und ich habe gedacht: Was für ein schönes Bild. Du kannst nicht mit jedem Menschen den Weg gemeinsam gehen, aber wenn wir beide Jesus im Zentrum haben, sehen wir uns spätestens im Ziel. Dann fiel mir ein: Darüber gibt es noch gar keinen Song! Direkt im Auto habe ich mir schon die Melodie und die Verse überlegt.

Was möchten Sie mit Ihrer Musik erreichen?

Früher hat man mir gesagt: „Sing. Rede nicht. Du bist zum Singen geboren.“ Dann habe ich gedacht, ich sage aber noch kurz was zu meinen Liedern. Die Zuhörer meinten dann: „Die Lieder waren toll, aber das, was du gesagt hast, hat mich total berührt.“ Wenn ich ich bin und ich Gott Gott sein lasse, erlebe ich es, dass Menschenherzen weich werden. Und meine Aufgabe ist es dann, die Menschen nicht zu mir zu ziehen, sondern zu Jesus. Wir treffen uns alle am Kreuz.

Sie hatten vor einiger Zeit ein Sabbatjahr. Wie hat sich Ihr Arbeitsalltag danach verändert?

Auch wenn man etwas gelernt und eingesehen hat, ist es erstaunlich, wie schnell man wieder in „business as usual“ zurückfällt. Da muss ich wirklich aufpassen. In meinem Jahr mit Gott und ohne Termine habe ich aber gelernt, Zeit zu genießen. Zeit mit Gott zu genießen und ihr auch den Stellenwert zu geben, der ihr gebührt. Ich glaube, ich bin besser geworden darin, Dinge abzusagen oder eben nicht zuzusagen. Wenn zum Beispiel eine Anfrage für einen Auftritt auf einen bestimmten Termin festgelegt ist, ich da aber ein Familienwochenende eingeplant habe. Da muss ich dann dranbleiben und den Auftritt nicht zusagen. Und Zeit mit Gott zu haben, ist mir wichtig geworden. Es kann bei mir nur sprudeln, ich kann nur geben, wenn ich wirklich an der Quelle war.

Sie hatten letztes Jahr ein besonderes Konzert im Stuttgarter Rotlichtviertel. Wie kam es dazu?

Das Konzert im Rotlichtviertel war so besonders. Ich bin im Kuratorium des Hoffnungshauses Stuttgart und wurde eingeladen. Es war ein ganz kleines Konzert. Es war so schön, wie offen die Frauen mit mir geredet haben. Sie haben mir im Konzert Fragen gestellt und mich direkt in ihre Mitte genommen. Ich wurde buchstäblich von allen Seiten angefasst. Ich hatte ja meinen Hut auf und eine Frau sagte: „Zeig mir mal, wie hoch deine Stirn ist. Und wie ist dein Haarverlauf?“ Sie wollten wissen, wie ich bin. Und dann haben sie angefangen, sich zu öffnen. Es gibt ja auch aktive Prostituierte da.

Ich hatte nach dem Konzert einen kleinen CD-Tisch aufgebaut und jede Frau hat eine CD geschenkt bekommen. Eine kam zu mir und ich sagte: „Na, schöne Frau?“ Da hat sie mich mit ihrer tiefen Stimme – man hörte die Spuren von Alkohol und Drogen – fast angeschrien: „Hör auf, das stimmt gar nicht.“ Ich sagte: „Doch, du bist so schön!“ Und ihr Mann daneben meinte, sie habe immer gehört, sie sei nicht schön, und könne das deshalb auch nicht glauben. Er kam später mit der CD für sie zu mir und sagte: „Schreib bitte noch rein: ‚Für die schönste Frau der Welt.‘ Denn sie braucht Mut.“ Also bei diesem Konzert ist wirklich was passiert..

Außerdem sind Sie im vergangenen Dezember im EU-Parlament in Brüssel beim Europäischen Gebetsfrühstück aufgetreten.

Der Termin im Parlament war ganz anders als der im Rotlichtviertel. In Brüssel haben sie gesagt, ich hätte einen guten Zugang zu Politikern. Obwohl ich mich da gar nicht gut auskenne. Es waren bestimmt 700 Leute dort. Es war eine gewaltige, internationale Atmosphäre. Das war wirklich schön, weil ich ja sehr international. Ich habe italienische Wurzeln und in verschiedenen Ländern gelebt, spreche fünf Sprachen und mein Mann kommt aus der Karibik. Im EU-Parlament war ich genau richtig, hatte ich das Gefühl. Ich konnte ein Lied in vier verschiedenen Sprachen singen: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch. Es kamen danach Anfragen aus Korea, Indien und bis hinauf aus dem Weißen Haus.

Wie entspannen Sie vom Musikgeschäft?

Ich wusste das eine lange Zeit nicht. Bei mir war das ein Prozess. Zurzeit gehe ich gern ins Freibad, frühmorgens oder spätabends, und schwimme einfach. Und zwar richtig viel, ein paar Kilometer. An einem Tag gehe ich dann in die Frauensauna und mache manchmal eine Anwendung. Ich liebe Wellness. Wenn ich nicht singen würde, hätte ich vielleicht ein Spa aufgemacht. Ein Komplex mit Naturschwimmbad, Moorpackungen, Massagen … Alles ganz natürlich. Und schön müsste es sein. Ruhe. Ich entspanne nicht, wenn ich ins Kino gehe. Oder wenn ich zu einem Fest gehe, wo viele Leute sind.

Sie haben Familie, sind aber viel unterwegs. Wie vereinen Sie das Tour- und das Familienleben?

Wir haben die Regel, dass ich jedes zweite Wochenende zu Hause bin. Und unter der Woche bin ich regulär auch zu Hause, außer an Tagen wie heute mit Presseterminen. Wenn man meine Kinder fragt, sagen sie: „Mama, du bist aber oft weg.“ Das tut mir immer ein bisschen weh. Aber ich bin immer noch mehr da als jedes andere Elternteil, das regulär ins Geschäft oder Büro geht zum Arbeiten. Jetzt gerade hatte ich allerdings das neue Album selbst produziert. Da ist man doch mal hier und da eine Woche am Stück weg. Ich träume davon, ein Management zu haben und eine Sekretärin, damit ich zu Hause auch wirklich da bin. Aber ob ich das hinkriege, die Büroarbeit abzugeben, ist nochmal eine andere Frage.

Welche Musik hören Sie privat?

Ich bin kein großer passiver Musikhörer. Da muss ich schon aktiv nach etwas suchen oder mir fällt in einem Film Musik auf, die ich dann recherchiere. Was ich aber doch passiv mache: Chillout-Playlists hören, die es ja vorgefertigt gibt. Da hört man noch Leute im Hintergrund und wie jemand einen Kaffee zubereitet. Das finde ich richtig cool. Das erinnert mich an meine Zeit in Chicago, wo man sich in einen Starbucks setzt und dort arbeitet. Das hat für mich was Globales. Und Kaffee, oh my goodness, ist so schön! Das ist Lebensqualität. Da kocht man nebenher und die Musik läuft und man denkt sich: Yeah, that’s nice.

Welche Farben für weitere Alben sind noch übrig?

Sobald ich dabei bin, ein Album abzuschließen – das ist eigentlich schon bei der Mixphase –, kann ich mich bereits ein Stück von dem Thema verabschieden, was für den Rest der Welt neu ist. Dann kommen bereits die nächsten Ideen, obwohl man eigentlich mal Ruhe und Pause haben möchte. Aber bei einem kreativen Menschen ist das wohl so. Ich könnte mir ein Weihnachtsalbum gut vorstellen in der Farbe Silber mit Schneeflocken und mit mir im Wald. Ich könnte mir vorstellen, mit einem Knabenchor zusammenzuarbeiten, alte und neue deutsche Lieder mit reinzunehmen und alles ganz schlicht umzusetzen, auch für den säkularen Markt. Wir Nelsons gehen in der Weihnachtszeit voll auf. Bei uns werden dann Sterne an jedes Fenster gehängt, draußen werden die Winterblumen mit Kugeln und mit Lichtern geschmückt. Und wir suchen da immer nach schöner Musik. Um Jesus und seine Geburt muss es gehen, aber auch um die Winterzeit.

Dann schreibe ich ab und zu Kinderlieder. Eine Einschlaf-CD könnte ich mir vorstellen. Manche Kinder benutzen meine CDs zum Einschlafen, mein Sohn auch. Eine Kinder-CD, ganz einfach mit Ukulele und drei Akkorden pro Lied, fände ich toll. So, dass man sie auch in Krabbelgruppen nachspielen kann. Ein Kinderbuch ist schon lange am Werden, da fehlt mir aber noch der Illustrator. Ein Buch mit ganz sanften Farben, wodurch Kinder zur Ruhe kommen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Swanhild Zacharias

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Fri, 23 Aug 2019 08:14:00 +0200
<![CDATA[„Klarer Auftrag, religiös motivierte Gewalt zu beseitigen“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/08/22/klarer-auftrag-religioes-motivierte-gewalt-zu-beseitigen/ Seit diesem Jahr gibt es den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder Weltanschauung. Aus diesem Anlass trafen sich Vertreter aus 16 Kirchen und Religions- und Glaubensgemeinschaften am Gelände des Campus der Religionen in der Seestadt Aspern in Wien. Initiiert wurde dieses Treffen von der Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Menschenrechte.

Unterstützt wurde sie dabei von Jan Figel, EU-Sonderbeauftragter für Religionsfreiheit, und Ingeborg Gabriel, Sonderbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Kampf gegen Rassismus, Xenophobie und Diskriminierung.

„Meilenstein für die Religionsfreiheit weltweit“

Anwesend waren Vertreter der Katholischen Kirche, des Islams, des Buddhismus, der Alevitischen Glaubensgemeinschaft, der Evangelischen Kirche, der Freikirchen, der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, der Israelitischen Religionsgesellschaft, der Armenisch-Apostolischen Kirche, der Bahá’í Gemeinde, der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der Antiochenisch-orthodoxen Erzdiözese, der Serbisch-Orthodoxen Kirche, der Koptisch-Orthodoxen Kirche, der Russisch-orthodoxe Kirche und der Sikh-Glaubensgemeinschaft.

„Wir wollen den positiven Beitrag der Religionsgemeinschaften für die Gesellschaft unterstreichen und uns gegen die Verfolgung von Menschen aufgrund ihres Glaubens aussprechen“, erklärte Kugler. „Der Gedenktag ist ein Meilenstein für Religionsfreiheit weltweit.“ Er sei keineswegs nur symbolisch zu verstehen, sondern enthielt „einen klaren Auftrag an die UN-Mitgliedsstaaten, religiös motivierte Gewalt zu beseitigen. Dazu wollen wir auch in Österreich beitragen“.

Enorme Dringlichkeit, Frieden zu stiften

Kugler hatte sich in der vergangenen Legislaturperiode in verschiedenen politischen Initiativen für die Rechte religiöser Minderheiten eingesetzt. Aus ihrer Sicht sei die Gewalt gegen Gläubige praktisch aller Glaubensrichtungen dramatisch gestiegen. Bei der Zusammenkunft fanden die Teilnehmer der unterschiedlichen Religionen versöhnliche Worte.

Adis Candic, Vizepräsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, monierte, dass Glaubensunterschiede immer wieder für gegenseitige Feindseligkeiten und Anschuldigungen genutzt würden. Weihbischof Franz Scharl betonte in seiner Rede die Dringlichkeit, Frieden zu stiften. EU-Sonderbeauftragter Figel hob in seiner Grußbotschaft die Bedeutung des Gedenkens hervor. Die OSZE Sonderbeauftragte Gabriel betonte, dass jeder Einzelne bei Nicht-Diskriminierung und Toleranz viel bewirken könne. Die Begegnung mit anderen Religionsvertretern könnten ein Weltbild verändern.

Pionierprojekt für das unterreligiöse Zusammenleben

Die UN-Generalversammlung hat mit einer Resolution den 22. August als offiziellen Gedenktag festgelegt. Ihre Mitgliedsstaaten sollten diesen Tag auf angemessene Weise begehen. In der Resolution verurteilten die Mitgliedsstaaten alle Formen von Terrorismus sowie jegliche Gewalttaten gegen Individuen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit.

Als Veranstaltungsort für das österreichische Treffen diente die Seestadt Aspern, wo bis 2020 ein Campus der Religionen entstehen soll. Er gilt als Pionierprojekt für das inter-religiöse Zusammenleben. Ihr Hauptanliegen ist die Sicherstellung der freien Religionsausübung.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Thu, 22 Aug 2019 16:26:00 +0200
<![CDATA[Von Jürgen Mette: Ein Brief an Franklin Graham]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/08/22/von-juergen-mette-ein-brief-an-franklin-graham/ pro-Kolumnist Jürgen Mette schreibt ihm einen Brief – und hat einen besonderen Rat für Graham.]]> Wenn Prominente sich öffentlich zum Glauben an Jesus Christ bekennen, dann rauscht es im christlichen Medienwald. Ob Jürgen Klopp vom FC Liverpool das nebenbei lässig einfließen lässt oder Bernhard Langer, einer der fünf besten Golfer der Welt, sein Bekenntnis korrekt und nicht hinterfragbar vorträgt, oder ob Bob Dylan was von „born again“ nuschelt oder Cliff Richard bei Billy Grahams „Crusades“ mitwirkte, wir waren jedenfalls stolz, dass sich internationale Stars als unsere Glaubensgeschwister zeigten. Und als der US-Astronaut James Irwin als der achte Mensch auf dem Mond spazieren ging und später dann mit evangelistischen Vorträgen durch Deutschland tourte, das war schon eine schöne Bestätigung dafür, dass wir mit unserer Art zu glauben, nicht auf dem Holzweg waren. Das waren Köpfe, die nicht nur in der christlich-konservativen Presse, sondern in den großen und einflussreichen Zeitungen und Sendern ganz vorn positioniert waren.

Was aber, wenn Prominente und Normalos ihren Glauben verlieren? Vor kurzem hatte einer der führenden Musiker und Liedermacher der evangelikalen Hillsong-Bewegung in Australien, Marty Sampson (Sydney), öffentlich bekannt, in einer tiefen Glaubenskrise zu stecken. Zuvor hatte der US-Pastor und Bestsellerautor Joshua Harris über die Sozialen Medien mitgeteilt, dass er kein Christ mehr sei. Oder – ein paar Nummern kleiner – als der deutsche Vorzeige-Evangelist Torsten Hebel (Berlin) sich mit dem Buch „Freischwimmer“ aus der evangelikalen Szene zurückgezogen hatte. Wie kommunizieren wir solche Erfahrungen, die schon von dem Evangelisten Johannes in Kapitel 6,6 registriert und dokumentiert wurden: Viele seiner Jünger traten „hinter sich“. Irgendwann ist es genug, sich ständig gegen seine Überzeugung verbiegen zu müssen.

Nun meldet sich Franklin Graham zu diesem Thema. Er ist Sohn des weltbekannten Evangelisten Billy Graham, Direktor der „Billy Graham Gesellschaft“ und absolut kein Kind von Traurigkeit. Er ist einer der prominentesten Unterstützer Donald Trumps, ruft zum Gebet für den „besten aller Präsidenten“ auf, beklagt die böse demokratische Presse, die Trump beseitigen möchte und bezeichnet in Talkshows den jungen wilden Theologen Rob Bell („Love wins“) als einen der gefährlichstem Irrlehrer unserer Zeit.

Jetzt beklagt er sich mit einem deftigen „Shame on you“ über Prominente, die ihre Zweifel öffentlich gemacht haben. „Sie müssen einmal vor Gott Rechenschaft ablegen. Warum haben sie nicht einfach ihren Glauben aufgegeben und darüber geschwiegen?“

Ich schreibe ihm ein paar Zeilen.

Lieber Franklin Graham,

ich habe mich vor 50 Jahren nach einer Predigt deines Vaters für den Weg in den hauptamtlichen Dienst entschieden. Er war mein Vorbild. Wie du als der Nachfolger seines Lebenswerkes 50 Jahre später über Menschen urteilst, die mit Zweifeln zu kämpfen haben, macht mich einfach nur traurig. Ich weiß aus meinem täglichen Kampf mit Mr. Parkinson, was Zweifel bedeuten. Wir sollen uns alle wegducken mit unseren Zweifeln? Damit am Ende nicht noch andere davon motiviert werden und aussteigen?

Ich hatte in den Stunden tiefer Verzweiflung Freunde an meiner Seite, die für mich geglaubt haben. Gott sei Dank, er hat nicht meine Berufung widerrufen. Er war treu, als ich untreu war. Ohne dass der Jünger Thomas sich mit seinen Zweifel geoutet hätte, wüssten wir nichts davon. Ich bin dankbar für die Medien, die diese Schicksale öffentlich machen. Wenn du die Zweifler so zum Schweigen bringen willst, dann gibst du ihnen den Rest. So beschädigte Menschen treffen sich in der Psychosomatik wieder. Einfach den Glauben aufgeben und das Maul halten? Viele Menschen zweifeln gar nicht an Gott, sondern an der Kirche, an Menschen, die schon alles wissen und nichts mehr dazu lernen. Mein Rat: Schenke einigen Betroffenen ein wenig deiner Zeit und du wirst viel erfahren über die Gemeinden, aus denen sie geistlich emigriert sind.

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen Mette

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Thu, 22 Aug 2019 16:09:00 +0200
<![CDATA[Für Klimaschutz, gegen Hass: Kirchen rufen zur Wahl auf]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/08/22/fuer-klimaschutz-gegen-hass-kirchen-rufen-zur-wahl-auf/ Ganz ohne Parteinamen zu nennen, haben das Erzbistum Berlin und die Evangelische Kirche in Berlin und Brandenburg (EKBO) am Donnerstag einen Aufruf zur Wahl an die Bürger gegeben. Wähler sollten prüfen, „wie die Parteien die Verantwortung für den nötigen Klimaschutz, für nachhaltigere Lebensmodelle, für gute Lebensbedingungen im ländlichen Raum, für ein respektvolles und faires Miteinander und für den sozialen Ausgleich wahrnehmen wollen“, heißt es in einer Mitteilung an die Medien. Am kommenden Sonntag soll sie auch in den Gottesdiensten vor Ort verlesen werden.

Der katholische Erzbischof Heiner Koch und sein evangelischer Kollege Bischof Markus Dröge fordern weiter: „Stärken Sie mit Ihrer Stimme diejenigen Parteien, die für die weitere Ausgestaltung der freiheitlich-demokratische Grundordnung in Brandenburg eintreten, die Grundrechte unserer Verfassung stärken und die einer Spaltung unserer Gesellschaft durch Hass, rassistische Hetze und Ressentiments entgegentreten.“

Abgrenzung gegen die AfD

Die Mitteilung kann als Positionierung gegen die AfD verstanden werden. In einer frühren Stellungnahme stufte die EKBO Aussagen einzelner AfD-Politiker etwa als „menschenfeindlich“ ein und grenzte sich gegen das Parteiprogramm ab. Dröge kritisierte in der Vergangenheit wiederholt eine auf Provokation ausgerichtete Kommunikationsstrategie der Partei. Ein christliches Menschenbild finde sich in deren Programm nicht und die Führung grenze sich nicht ausreichend vom rechts-nationalen Flügel um den Thüringer Fraktionschef Björn Höcke ab.

In Brandenburg wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt. Aktuellen Prognosen zufolge liegt die AfD mit 22 Prozent der Stimmen gleichauf mit der SPD und könnte sogar stärkste Partei werden. Es folgen die CDU mit 18 Prozent, die Linke mit 15 Prozent und die Grünen mit 12 Prozent.

Von: Anna Lutz

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Thu, 22 Aug 2019 15:07:00 +0200
<![CDATA[„Religionen leisten wichtigen Beitrag für Flüchtlingshilfe“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2019/08/22/religionen-leisten-wichtigen-beitrag-fuer-fluechtlingshilfe/ Das Prinzip der Flüchtlingspolitik, den Fremden zu schützen, hat seine Wurzeln in religiösen Texten und Traditionen. Das sagte Dominik Bartsch, der die Flüchtlingshilfeorganisation der Vereinten Nationen, UNHCR, in Deutschland vertritt. Er betonte bei der Weltkonferenz von „Religions for Peace“ in Lindau, dass religiöse Gemeinden und Einrichtungen sehr viel zur Bewältigung von Flüchtlingskrisen beitragen können. Damit würden sie auch die Arbeit der säkularen Flüchtlingsorganisationen unterstützen.

Das beginne bereits bei der Prävention von Konflikten, sodass Menschen erst gar nicht ihre Heimat verlassen müssten. Wenn in einer Gesellschaft ethnische Spannungen auftreten oder es andere Konfrontationen zwischen verschiedenen Gruppen gibt, könnten Religionsgemeinschaften vermitteln und einen Dialog führen. In den Ländern, die Flüchtlinge aufnehmen, hätten religiöse Gemeinschaften eine wichtige Rolle dabei, die Menschen in der neuen Gesellschaft zu integrieren und Brücken zwischen ihnen und den Einheimischen zu bauen. Zurück in den Heimatländern könnten religiöse Gruppen ebenfalls helfen, Spannungen abzubauen und zur Versöhnung beizutragen.

„Um Werte kämpfen“

Bartsch betonte die Bedeutung von Solidarität. „Fast alle Religionen folgen diesem Wert“, sagte er: der Mensch als Teil einer Gemeinschaft, die sich umeinander kümmert. Wenn Flüchtlingskrisen gelöst werden konnten, dann, weil sich Menschen solidarisch für andere einsetzten. Er hob zudem hervor, dass Flüchtlinge weltweit nur geschützt werden könnten, wenn Staaten zusammenarbeiteten und die die Lasten gemeinsam trügen. „Hier können religiöse Einrichtungen einen sehr aktiven Beitrag leisten und sich in die Verhandlungen einbringen“, sagte Bartsch, „besonders in Zeiten, wo Krieg wieder zu einem Mittel wird, um nationale Interessen durchzusetzen.“ Er forderte die religiösen Leiter bei der Konferenz dazu auf, den Dialog miteinander und auch mit staatlichen, säkularen Organisationen fortzusetzen.

Die Kirchen und anderen religiösen Gruppen in Deutschland lobte er für ihre Rolle, als hunderttausende Flüchtlinge ankamen. „Sie haben die Willkommenskultur unterstützt, was sehr zur Bewältigung der Flüchtlingskrise beigetragen hat.“ Jedoch gebe es mittlerweile auch innerhalb der Kirchen vermehrt Fragen an diese Haltung und das Bedürfnis, die Rolle im Umgang mit der Flüchtlingspolitik zu diskutieren. „Religiöse Gemeinschaften müssen sehr um die Werte kämpfen, die dem Schutz von Flüchtlingen und dem eigenen Glauben zugrunde liegen“, stellte Bartsch fest.

Vom Kriegsgebiet zum Zufluchtsort

Ein derzeit ebenfalls bedeutendes Aufnahmeland von Flüchtlingen ist Uganda. Durch die gewaltsamen Konflikte im Südsudan und anderen Nachbarländern sind in den vergangenen Jahren über eine Million Flüchtlinge in das Land gekommen, vor allem in den Norden. Dort herrschte bis 2006 ebenfalls noch Krieg. „Es ist eine Erfolgsgeschichte, dass Norduganda, was erst ein Konfliktgebiet war, jetzt eine Ort ist, wo Menschen Zuflucht finden“, sagte Scheich Shaban Ramadhan Mubaje, Großmufti des Landes. Er ist Vorsitzender des Interreligiösen Rates von Uganda, der 2001 gegründet wurde, um Konflikte im Land zu lösen. Zusammen mit John Baptist Odama, dem Erzbischof von Gulu, stellte er die Arbeit des Rates vor. Das Ziel sei es aktuell, als religiöse Führer gemeinsam den Dialog mit Politischen Führungspersonen zu suchen, um das Land voranzubringen.

Bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2011 sei es zum Teil zu Gewalt gekommen. Der Rat habe das zum Anlass genommen, vor den Wahlen 2016 eine offene Debatte mit allen Präsidentschaftskandidaten durchzuführen. Zwar habe es danach auch Gewalt gegeben, aber deutlich weniger als zuvor. „Wir haben gemerkt, dass es notwendig ist, mit Politikern im Gespräch zu bleiben.“ Im Dezember 2018 wurde daraufhin der Uganda National Dialogue ins Leben gerufen.

Auf dessen Agenda steht etwa, einen Konsens zu erreichen über Werte, die die Gesellschaft prägen sollen; darüber, dass die wirtschaftliche Entwicklung allen Menschen dienen soll oder dass die Verfassung respektiert werden muss – auch von den führenden Politikern. „Die Nation gehört den Menschen, nicht den Politikern“, betonte Erzbischof Odama. Der Rat wolle dazu beitragen, dass die Interessen der Menschen gehört werden.

Von: Jonathan Steinert

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Thu, 22 Aug 2019 15:07:00 +0200
<![CDATA[Peter Butenuth wird neuer Gesamtgeschäftsführer von Alpha, Brunnen und ChrisMedia]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/08/22/peter-butenuth-wird-neuer-gesamtgeschaeftsfuehrer-von-alpha-brunnen-und-chrismedia/ Der bisherige Gesamtgeschäftsführer der Unternehmensgruppe Alpha/Brunnen/ChrisMedia, Stefan Kemmer, verlässt das Unternehmen aus persönlichen Gründen. Das berichtet der Buchreport. Peter Butenuth übernimmt die Stelle am 1. Oktober 2019. Die besteht aus dem christlichen Brunnen Verlag, dem auf christliche Medien spezialisierten Logistik-Dienstleister ChrisMedia sowie der christlichen Buchhandelskette Alpha.

Die Gesellschafter, die Francke Buchhandlung (Geschäftsführer Klaus Meiß) und der Kawohl Verlag (Inhaber Reinhard Kawohl), bedauern die Entscheidung Kemmers: „Wir danken Stefan Kemmer für sein besonderes Engagement bei der zukunftsorientierten Ausrichtung der Unternehmensgruppe und für seine wertvollen Beiträge zur wirtschaftlichen Entwicklung. Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.“

Butenuth war zuvor in Führungspositionen bei Random House, Butzon & Bercker, Gerth Medien/adeo, der SCM-Verlagsgruppe und der Francke-Buchhandlung tätig.

Von: Jörn Schumacher

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Thu, 22 Aug 2019 14:23:00 +0200
<![CDATA[„Meine Bekehrung war das größtmögliche Verbrechen“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/08/22/meine-bekehrung-war-das-groesstmoegliche-verbrechen/ Das Auto rast mit 100 Stundenkilometern über die Straßen Turkmenis­tans. Darin sitzt Pastor Batyr mit drei Freunden. Sie wollen Bibeln verteilen und den Menschen von Gott erzählen. In dem asiatischen Land, das früher zur Sowjetunion gehörte, ist das gefährlich. Wer von Jesus erzählt, kann im Gefängnis landen.

Plötzlich platzen zwei Autoreifen. Das Auto überschlägt sich mehrmals. Die Bibeln, die sie dabei haben, liegen auf der Straße. Batyrs Freunde und er selbst bleiben unverletzt. Was er anschließend erlebt, ist unmenschlich. Im Nachhinein vermutet er, dass die turkmenische Regierung das Auto manipuliert und den Unfall herbeigeführt hat, um seine Aktivitäten zu stoppen.

In der Depression zu Jesus gefunden

Bis zu seinem 17. Lebensjahr hat Batyr noch nie etwas von Jesus gehört. Gott kommt in seinen Gedanken vor, aber der junge Turkmene will auch ein guter Kommunist sein. Das politische System beantwortet allerdings seine Lebensfragen nicht. Auch mit dem Islam beschäftigt er sich intensiv: „Es war ja die Religion meiner Vorfahren. Ein Turkmene wird als Moslem geboren und stirbt als Moslem.“

Christ zu werden ist das größtmögliche Verbrechen für einen Turkmenen. Batyr wagt den Schritt. „Schließlich gibt es bei Jesus Christus das ewige Leben. Im Islam kannst du dir nie sicher sein, ob du errettet und erlöst bist.“ Mitten in einer schwierigen Lebensphase erzählt ihm sein Nachbar die befreiende Botschaft von Jesus. 1993 kommt er zum christlichen Glauben.

Ihn fesselt die Liebe, die von Jesus ausgeht: „Dass jemand für deine Schuld stirbt, gibt es sonst nirgends.“ Batyr möchte anderen Menschen von dem erzählen, was ihn fasziniert. „Bis dahin gab es in Turkmenistan wenige Christen und keine Gemeinden“, erzählt er. Heute sind es gerade einmal insgesamt acht protes­tantische, katholische und orthodoxe Gemeinden im ganzen Land.

Binnen kurzer Zeit werden durch die Missionstätigkeiten von Batyr und seinen Freunden Hunderte Turkmenen Christen. Die Regierung beobachtet die Entwicklung argwöhnisch – und beginnt die Christen zu schikanieren. „Wir hatten aus ihrer Sicht die Religion der Feinde in der westlichen Welt angenommen. Die Regierung hatte Angst, dass der Feind uns bald wieder beherrscht“, erklärt Batyr. Deswegen beginnt sie damit, Pastoren zu verhaften und zu foltern.

Im Jahr 2000 lässt sie ihn verhaften und seine Familie enteignen. Anderen Christen stellt der Staat den Strom ab und kappt die Gasleitung. Batyr erinnert sich: „Am schlimmsten war es, wenn Christen starben und sie keinen Platz auf dem Friedhof zur Beisetzung bekamen.“ Es gibt sechs christliche Familien in seinem Dorf. Deren Kinder werden in der Schule gezwungen, in der Aula christliche Lieder zu singen – unter dem Hohn und Spott aller Anwesenden. Batyr lässt sich nicht einschüchtern. Er möchte Menschen für Jesus begeistern. Die Gemeinden wachsen – allerdings nur kurz. Die Regierung versucht, Batyr aus dem Verkehr zu ziehen. Der Tag, nachdem sie seine Verteilaktion der Bibeln jäh stoppte, ist der seiner Verhaftung. Er weiß, dass ihm keine rosige Zukunft bevorsteht. „Viele Tiere in Europa werden besser behandelt als Häftlinge in Turkmenistan.“

„Sie haben mich getreten wie einen Fußball“

Batyr wird geschlagen, gefoltert und malträtiert, wie es in brutalen Hollywood-Streifen gezeigt wird. Zeitweise treten neun kräftige Offiziere ihn wie einen Fußball – nächtelang. Seine Hände sind nach hinten gefesselt, damit er die Tritte und Schläge nicht abwehren kann. Die Handschellen sind so eingestellt, dass jede Bewegung höllische Schmerzen verursacht. Damit wollen die Gefängnisaufseher den Menschen brechen.

Er soll ihnen wichtige Information zur christlichen Szene geben und Gott leugnen. Die Männer toben sich aus, bis sie genug haben. Dann verlassen sie die Zelle, um eine Zigarette zu rauchen. Das wiederholt sich einige Wochen jeden Abend. Tagsüber werden die Häftlinge verhört, abends beginnt die Tortur. Am schlimmsten ist es, wenn die Häftlinge die Fragen nicht zur Zufriedenheit der Gefängnismitarbeiter beantworten. Manchmal setzen seine Peiniger ihm eine Gasmaske auf. Dann stoppen sie die Sauerstoffzufuhr, bis er bewusstlos ist. Auch mit einem elektrischen Stuhl und Stromstößen, die sie durch den Körper jagen, versuchen sie ihr Ziel zu erreichen. Batyr hat dies erlebt: „Es war so dosiert, dass Gefangene es gerade noch aushalten konnten.“ Der Pastor soll Chris­tus verleugnen und aufhören, von ihm zu predigen. „Ich habe bei jedem Schrei und Tritt nach Jesus gerufen, um das zu beenden. Er soll mich aus dieser Tortur befreien.“

Seine Frau erkannte ihn nicht wieder

Verstehen konnte er nicht, warum dies mit ihm geschah. Er war weder ein Verbrecher noch ein Drogendealer. Nicht einmal Mafia-Mitglieder folterten sie so, meint Batyr zu wissen. Um die Tortur zu beenden, verleugnet er Gott: „Sie haben mich zerbrochen.“ Er kommt frei – und predigt weiter.

Seine Frau erkennt ihn bei seiner Rückkehr kaum wieder: Sein Gesicht ist geschwollen. Er hat überall blaue Flecken und kann kaum normal laufen. Warum kommt sein allmächtiger Gott nicht zu Hilfe und schickt seine Engel, um die Peiniger zu stoppen? Übersieht ihn Gott? Eine schnelle Antwort findet er nicht. In der Rückschau sagt er: „Gott war in dieser Zeit neben mir.“ Auch Paulus sei im Gefängnis wegen seines Glaubens gefoltert worden. Auch dies habe Gott zugelassen.

Heute glaubt Batyr, dass sein Stolz und sein Egoismus die größten Hindernisse seines Lebens waren. „Ich musste erfahren, wie schwach ich wirklich war. Wenn ich schwach bin, bin ich stark durch Gott.“ Diese Lektion hat er für sich gelernt. Seit 26 Jahren ist er inzwischen Christ. In dieser Zeit hat er immer wieder erfahren, „dass Jesus mir Dinge zumutet, damit Er groß wird. Das tut weh und ist schmerzhaft, aber wenn es nötig ist, ist es eben nötig“, sagt der siebte turkmenische Christ.

In der Ausgabe 4/2019 des Christlichen Medienmagazins pro finden Sie mehrere Beiträge zum Thema Christenverfolgung und Religionsfreiheit. Sie können das Magazin hier kostenlos bestellen.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Thu, 22 Aug 2019 11:24:00 +0200
<![CDATA[Warum ich Angela Merkel für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen habe]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/08/22/warum-ich-angela-merkel-fuer-den-friedensnobelpreis-vorgeschlagen-habe/ Bundeskanzlerin Angela Merkel galt schon mehrmals als aussichtsreiche Kandidatin für den Friedensnobelpreis. Einer, der sie dafür vorgeschlagen hat, ist José Ramos-Horta. Der frühere Präsident von Timor-Leste erklärte gegenüber pro, warum: „Kanzlerin Merkel hat außergewöhnliche moralische und politische Courage gezeigt, indem sie mehr als eine Million Flüchtlinge willkommen hieß.“ Merkel habe um die politischen Kosten dieser Entscheidung gewusst und sie in Kauf genommen: „Sie wusste, dass sie dafür leiden würde – und sie hat gelitten“, sagte Ramos-Horta am Rande der Weltkonferenz von „Religions for Peace“.

Sie habe nach den besten humanitären Prinzipien Deutschlands und nach den europäischen Werten gehandelt. „Darüber hinaus war sie ein politischer Anker der Stabilität für ganz Europa in diesen Zeiten mit unglaublichen internationalen Herausforderungen“, erklärte Ramos-Horta. In den USA regiere mit Donald Trump ein Präsident, der politisch skrupellos und unvorhersehbar handle, Großbritannien befinde sich vollständig in Unordnung und Frankreich schätzte Ramos-Horta auf internationaler Bühne im Zuge der Flüchtlingskrise als „relativ schwach“ ein. „Da war Deutschland der Anker Europas.“ Merkel habe „mit persönlicher Moral und politischem Mut“ gegenüber Trump für europäische Werte eingestanden.

Auf den Einwurf hin, dass Merkels Entscheidung für innenpolitische und gesellschaftliche Spaltungen gesorgt habe, erwiderte Ramos-Horta, andere Länder würden viel höhere politische Kosten für die Entscheidungen ihrer Regierungen zahlen. In Syrien, dem Land, aus dem die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kamen, hätten Hunderttausende ihr Leben verloren. „Wichtiger als politische Kosten ist die moralische Courage“, betonte er.

Versöhnung statt Vergeltung

Ramos-Horta hat 1996 zusammen mit seinem Landsmann Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz gegen die Unterdrückung der „kleinen Leute“ bekommen. Die Auszeichnung sollte damals auch eine Ermutigung dafür sein, im Konflikt zwischen Timor-Leste und Indonesien eine friedliche Lösung zu finden. Timor-Leste, auch Osttimor genannt, war bis 1975 von Portugal besetzt. Wenige Tage nach der Unabhängigkeit besetzte das Nachbarland Indonesien das Gebiet. Während dieser Besatzung und der damit verbundenen gewalttätigen Auseinandersetzungen starben rund 200.000 Menschen. 2002 wurde Timor-Leste erneut unabhängig. Der heute 70-jährige Ramos-Horta war zunächst Außenminister, später für einige Monate Premier und anschließend von 2007 bis 2012 Präsident des kleinen Landes mit knapp 1,3 Millionen Einwohnern. Er war 2006 auch als Nachfolger von Kofi Annan als UN-Generalsekretär im Gespräch, jedoch entschied er sich wegen politischer Unruhen, in seinem Land zu bleiben.

Ramos-Horta ist katholisch, so wie 97 Prozent der Bevölkerung in Timor-Leste. Auf der Weltkonferenz von „Religions for Peace“ in Lindau erklärte er, heute hätten sein Land und Indonesien sehr gute Beziehungen. Ein Grund dafür sei gewesen, nach der Unabhängigkeit auf politische Vergeltung gegenüber den Besatzern zu verzichten und stattdessen eine Versöhung anzustreben.

Von: Jonathan Steinert

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Thu, 22 Aug 2019 09:15:00 +0200
<![CDATA[UN-Gesandter: „Religionen haben Schlüsselfunktion"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2019/08/21/un-gesandter-religionen-haben-schluesselfunktion/ Die rund 900 Teilnehmer und Delegierten der Konferenz „Religions for Peace“ haben am Mittwoch in einer feierlichen Zeremonie den „Ring for Peace“ eingeweiht. Dazu zogen die Konferenzteilnehmer in einer feierlichen Prozession vom Veranstaltungsort, der Inselhalle der Stadt Lindau, in den Luitpoldpark. Der „Ring for Peace“ ist eine etwa 7,5 Meter hohe Skulptur aus verschiedenen Hölzern der Welt und einem in sich verschlungenen Möbiusband nachempfunden. Er soll das Leitthema der 10. Weltversammlung der Organisation darstellen und ein dauerhaftes Zeichen des Friedens zwischen den Religionen sein. Das Kunstwerk soll in Lindau bleiben.

Der „Ring for Peace“ sei ein Zeichen für Treue, Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit und symbolisiere, dass die verschiedenen Religionen der Welt durch universelle Werte miteinander verbunden seien, sagte Miguel Ángel Moratinos, Hoher UN-Vertreter der Allianz für Zivilisation. „Frieden und gegenseitiger Respekt sind die Hauptelemente, die unser Verhalten in Zukunft leiten müssen“, sagte Moratinos.

„Religion muss der Politik helfen“

Die religiösen Leiter der Welt und Lehrer der verschiedenen Religionen hätten eine Schlüsselfunktion, erklärte der frühere spanische Außenminister. „Sie müssen den Politikern in den UN, in den nationalen und lokalen Regierungen dabei helfen, eine Atmosphäre der Freundschaft, der Empathie, der Verantwortlichkeit und Solidarität zu schaffen“, sagte Moratinos. Nur im Dialog zwischen Religion und Politik sei es möglich, die Kluft aus Ignoranz und Missverständnissen zwischen den Nationen und Religionen zu überbrücken. „Die Stimmen der Religionsführer weltweit sollten an den Verhandlungstischen der Politik Gehör finden“, erklärte er. Seiner Einschätzung nach sei das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der Säkularisierung gewesen. „Das 21. Jahrhundert wird ein Jahrhundert der Religionen und der Spiritualität“, erklärte Moratinos.

Der UN-Gesandte unterstrich am „Ring of Peace“ auch die Schutzwürdigkeit religiöser Stätten weltweit. Der globale Erhalt und der Schutz religiöser Stätten seien ein Zeichen von Achtung und Respekt vor der Vielfalt der Religionen und ihrer Daseinsberechtigung. Die heiligen Stätten dürften nicht zu Austragungsorten von Konflikten werden.

„Religions for Peace“ ist die größte internationale multireligiöse Allianz, die sich für Frieden einsetzt. Bei der diesjährigen 10. Weltkonferenz in Lindau stehen Fragen nach gemeinsam geteiltem Wohlstand im Mittelpunkt der Beratungen. Rund 900 Gäste und Delegierte verschiedener Religionen aus 125 Ländern nehmen an der Konferenz teil, die noch bis Freitag geht.

Von: Norbert Schäfer

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Wed, 21 Aug 2019 22:03:00 +0200
<![CDATA[Golden-Globe-Gewinner Ted Neeley: „Jesus ist für mich vom Tod auferstanden“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2019/08/21/golden-globe-gewinner-ted-neeley-jesus-ist-fuer-mich-vom-tod-auferstanden/ Autor Günther Klempnauer erinnert sich an besondere Begegnungen mit ihm]]> Seit fast einem halben Jahrhundert ist Ted Neeley in der Musik- und Filmbranche tätig. Auf seinen Welttourneen als Jesus-Darsteller in der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ und dem gleichnamigen Film wird er von einem generationenübergreifenden Millionen-Publikum enthusiastisch gefeiert. Für seine schauspielerische Leistung in diversen Inszenierungen erhielt er 1974 den begehrten „Golden Globe Award“ als „Bester Hauptdarsteller Komödie oder Musical“ sowie als „Bester Nachwuchsdarsteller“.

Anlässlich einer vierjährigen Europa-Tournee, auf der das „Jesus Christ Superstar“-Ensemble mit Liveorchester und über 50 Darstellern seit 2014 in ausverkauften Konzerthallen spielte, wurde die legendäre Rockoper im April 2019 erstmals in Deutschland im Musical Dome Köln vor begeistertem Publikum aufgeführt. Der 75-jährige US-Schauspieler Neeley glänzte immer noch in seiner Titelrolle als „Jesus Christ Superstar“. Wir feierten ein emotionales Wiedersehen nach 47 Jahren. Damals trafen wir uns in Israel.

An einem Herbsttag 1972 entdeckte ich mitten in der trostlosen Negev-Wüste im südlichen Israel auf einem vor mir liegenden Bergrücken eine wild tanzende Schar buntgekleideter junger Leute, die meine Neugier weckten. „Da muss ich hin“, sagte ich zu dem israelischen Busfahrer. Kaum war ich ausgestiegen, nahmen mich melodische Klänge westlicher Rockmusik gefangen. Hastig eilte ich den Berg hinauf. Oben angekommen, traute ich meinen Augen und Ohren nicht; denn die Rockrhythmen waren verstummt und das Plateau menschenleer.

„Jesus Christ Superstar“ in der Negev-Wüste

Als ich dort einen Beduinenhirten, der Schafe und Kamele bewachte, fragte, wo denn die soeben noch agierenden Menschen geblieben seien, führte er mich zu einem Zelt, in dem junge Amerikaner wegen der brütenden Mittagshitze eine zweistündige Pause eingelegt hatten. Hier würde ein Jesus-Film gedreht, aber unter strengster Geheimhaltung, sagte die Film-Crew. Trotzdem machten sie mich mit dem Jesus-Darsteller in einem schmuddeligen Leinengewand bekannt, der hockend an einer fetttriefenden Hammelkeule knabberte. Über das Drehbuch und seine Jesus-Rolle durfte er nichts sagen. Aber er begeisterte sich für seinen Erlöser Jesus Christus, der sein Leben von Schuld und Angst befreit habe. Der US-amerikanische Schauspieler sprach von einer menschenwürdigen Christusbotschaft, die nicht nur für die suchende, orientierungslose Jugend eine erlösende Wohltat sei. Unser Gespräch kreiste um brisante existenzielle Fragen, die Jesus als Mensch auf dieser Erde mit seinem vorbildlichen Leben beantwortet hatte. Doch wir konnten nur kurz reden. Der Jesus-Darsteller begleitete mich nach draußen und lächelte wohlwollend in meine Kamera.

Als ich ein Jahr später den „Piccadilly Circus“ in London überquerte, fiel mein Blick auf die Leuchtschriftreklame: „… and now the film ‚Jesus Christ Superstar‘“. Das Filmtheater war übersät mit Aushangfotos, auf denen mich der Jesus-Darsteller aus der Negev-Wüste anstrahlte. Jetzt war das Geheimnis gelüftet. Es war der 29-jährige Superstar Neeley, der auch die Hauptrolle bei der Uraufführung des Musicals „Jesus Christ Superstar“ 1971 am Broadway in New York spielte. Neeley reist seit fast einem halben Jahrhundert mit diesem Musical um die Welt.

Die letzten sieben Tage im Leben Jesu

Was ist die Botschaft von „Jesus Christ Superstar“? Mit packenden Rhythmen und berührenden Melodien erzählt die Rockoper die letzten sieben Tage des Lebens Jesu von Nazareth. Keine Theologen, sondern ziemlich unbekümmerte junge Leute, der 21-jährige Andrew Lloyd Webber (Komponist) und der drei Jahre ältere Tim Rice (Texter), erkannten 1970 die Zeichen der Zeit: Die revolutionäre Jugend in den westlichen Ländern protestierte gegen die konsumorientierte Leistungsgesellschaft und war auf der Suche nach neuen Leitbildern. Neben den rebellierenden Studenten propagierten die „Hippies“ „Make love, not war“. Diese Bewegung endete im Drogenrausch. Hinter jeder Sucht steckt eine ungestillte religiöse Sehnsucht. So wurden in den 70er Jahren Hunderttausende von ihnen gläubige Christen („Jesus ist besser als Hasch“), die sich „Jesus-People“ nannten. In Los Angeles erzählte mir Pastor Chuck Smith, er habe über 20.000 gläubig gewordene Hippies am Strand der Pazifikküste getauft.

Diese Jesus-Revolution inspirierte Webber und Rice zu ihrem Werk, dem die biblische Vorlage der Passionsgeschichte zugrunde liegt. Dabei bevorzugten sie eine sehr menschliche Version von Jesus, die seine Größe nicht leugnet, aber seine Wunder und Auferstehung nicht berücksichtigt. Umgedeutet wird die Rolle des Judas, der Jesu göttliche Berufung infrage stellt und ihn vor seinem Tod bewahren möchte. Alle Beteiligten sind letztlich an Jesus wahnsinnig geworden: Judas, die anderen Jünger ebenso wie die geistlichen und weltlichen Machthaber, die auf ihre Privilegien nicht verzichten wollten. So endet der „Superstar“ am Kreuz.

„Ich gehe im Paradies spazieren“

Vor meiner Begegnung mit Neely im Musical Dome Köln im April 2019 hatte ich ihm ein Foto zukommen lassen, das ich von ihm 1972 im Jesus-Gewand in der Negev-Wüste gemacht hatte. Gleich nach der ersten von fünf ausverkauften Vorstellungen mit 10.000 begeisterten Zuschauern trafen wir uns backstage. Es gab viel zu erzählen. Hier leider nur ein kurzer Ausschnitt unseres Gesprächs.

Der vielseitige US-amerikanische Künstler, der als Schauspieler, Sänger, Songwriter und Produzent weltbekannt geworden ist, hat 5.000 Mal die Hauptrolle in „Jesus Christ Superstar“ gespielt. Und wie verstand der Jesus-Darsteller selbst seine Titelrolle? Jede Vorstellung sei für ihn eine brandneue Erfahrung, die seine Seele berühre und ihn mit dem Publikum verbinde. Wie im Paradies gehe er auf der Bühne spazieren und werde therapiert.

Auf seine Glaubensbeziehung zu Jesus Christus angesprochen, bekannte Ted: „Mein Verhältnis zu ihm ist noch intensiver und tiefgründiger geworden. Jesus ist für mich nicht nur am Kreuz gestorben, sondern auch vom Tode auferstanden, auch wenn seine Auferstehung in der Rockoper nur angedeutet wird.“

Zu den ergreifendsten Szenen gehört die Geißlung Jesu mit 39 Peitschenhieben, eingerahmt von Schreckensbildern der Menschheitsgeschichte, die im Hintergrund auf einer Maxi-Leinwand liefen: von Auschwitz bis zur Tragödie des 11. September, von den Verbrechen der Mafia bis zu grausamen Gewalttaten und Hungerkatastrophen. Jeder Peitschenhieb, jeder Schmerz Jesu, wird durch solch ein Bild für uns lebendig und nachvollziehbar gemacht. Wo war Gott? Am Kreuz! Aber es gibt Hoffnung durch seine Auferstehung.

Voller Bewunderung sprach Ted von seinem Besuch im Kölner Dom. Ich gab ihm zu bedenken, dass der Dom von den meisten Besuchern wohl mehr als Museum und weniger als Gotteshaus angesehen wird. Was würde er als Erzbischof von Köln den Christen in den Pfarreien raten, damit die Menschen wieder für die Christusbotschaft gewonnen werden? „Die Menschen müssen uns Christen wahrnehmen als Lichtträger und Vorbilder, die von der Liebe Jesu ergriffen sind und diese Liebe auch untereinander praktizieren“, sagte der Jesus-Darsteller.

Papst Franziskus: „Macht weiter so!“

Neely erinnerte sich an die erste Aufführung der Rockoper im September 2014 in Europa im „Teatro Sistina“ in Rom: „Papst Franziskus hat die Proben spontan besucht und war so ergriffen, dass er uns anschließend gesegnet hat. Mich ermutigte er, indem er sagte: ,Macht weiter so, ihr verkündigt dieselbe Jesus-Botschaft wie wir in der Kirche.‘“ Als der gleichnamige Film „Jesus Christ Superstar“ in die Kinos kam, sagte der damalige Papst Paul VI: „Ich glaube, dieser Film wird mehr Menschen in der ganzen Welt mit dem Evangelium bekanntmachen als irgendein anderes Medium.“

Trotz wiederholter bis heute andauernder Proteste, die Rockoper sei ein gotteslästerliches Werk, betonten die Repräsentanten der Kirchen stets: „Das Musical ist nicht nur eine monströse Show, sondern auch ein christliches Glaubensbekenntnis im Rhythmus unserer Zeit.“ Missverständnisse sind nicht ausgeschlossen, wie Neely beklagte. Mit zwiespältigen Gefühlen habe er zu kämpfen, wenn er an manche Fans denke, die ihn abgöttisch verehren: „Mütter bringen ihre Kinder zu mir, um ihnen die Hände aufzulegen und sie zu segnen. Manche Zuschauer umarmen mich mit den Worten: ,Du bist mein Jesus geworden.‘ Es ist schwer, ihnen begreiflich zu machen, dass ich nur ein Rock‘n‘Roller bin, mehr nicht. Ich will nur Jesus groß machen.“

In der Rockoper protestiert Judas, dass Jesus die verachtete Prostituierte Maria Magdalena in seinen Jüngerkreis aufnimmt. Von der fürsorgenden Liebe Jesu überwältigt, die sie nicht verstehen kann, singt sie „I don´t know how to love him“. Ich fragte Ted, ob er wisse, wie man Jesus lieben kann. Spontan antwortete er: „Er beschenkt mich mit seinem Frieden und mit seiner Liebe, die ich an andere Menschen weitergeben möchte. Es ist so schön, jeden Tag ihm zu danken für meine schauspielerische Aufgabe, Jesus zu verherrlichen. Mein größter Wunsch wäre, noch einmal 5.000 Mal die Jesus-Rolle spielen zu dürfen.“

Von: Günther Klempnauer

Dieser Text (leicht gekürzte Version) stammt aus dem neuen Buch „The Show Must Go On“ (St. Benno Verlag) vom Buchautor, Theologen und TV-Moderator Günther Klempnauer. Darin berichtet er, was sich hinter den Kulissen der Showbühne abspielt. Er zieht Bilanz aus in fünf Jahrzehnten geführten Gesprächen mit Rockidolen, Film- und Theaterdarstellern, Models, Popstars und Moderatoren wie Thomas Gottschalk, Johnny Cash, Peter Maffay, Johannes Heesters, Ursula Buchfellner oder Udo Lindenberg. Wir danken dem Autor für die freundliche Abdruckgenehmigung.

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Wed, 21 Aug 2019 16:44:00 +0200
<![CDATA[Gamescom 2019 – Nur ein Spiel oder gefährliche Realität?]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2019/08/21/gamescom-2019-nur-ein-spiel-oder-gefaehrliche-realitaet/ Am Dienstag war es wieder soweit, um Punkt neun Uhr morgens öffneten sich die Türen der Messe Köln und die größte Spielemesse der Welt startete: die Gamescom. Mit seiner Rede gab Felix Falk, Geschäftsführer von „Game“ – dem Verband der deutschen Games-Branche –, für alle Fachbesucher den metaphorischen Startschuss der Messe.

Dass die Videospiel–Branche längst keine Nische mehr ist, sondern ein ernstzunehmender Markt in Deutschland, war den fast 300 Anwesenden klar. Wie der Deutschlandfunk berichtet, sei der Umsatz 2018 auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen. Zum Vergleich: Für 2015 notierte das ZDF einen Umsatz der Videospiel-Branche allein in der Bundesrepublik von 2,9 Milliarden Euro, mehr als die Musikindustrie (1,55 Milliarden Euro) und die Filmindustrie (1,17 Milliarden Euro) zusammen, Tendenz steigend.

Dystopische Zukunft

Dennoch haben die Games, sagt Falk, noch immer ein enormes Potential, anders, als nur zum Vergnügen, eingesetzt zu werden. So möchte er verstärkt Videospiele in den Schulen sehen, sowohl als Bildungsergänzung, und als auch als kreativ-fördernde Methode. Das Potential sei nahezu endlos, was auch der Grund dafür sei, dass die Bundesregierung jährlich 50 Millionen Euro in diesen Markt investiere.

Doch wie sieht die Zukunft der Games aus? Die diesjährige Gamescom hat einen Blick darauf geworfen. Der Trend der Videospiele geht klar in eine Richtung: eine dystopische kommende Zeit. Viele der vorgestellten Spiele zeigen eine düstere Zukunft, in der die virtuelle Welt durch Krieg oder Apokalypse verändert wurde. Hier spielt man also in einer oftmals kaputten und hoffnungslosen Welt.

Spiel-Szenario: Scotland Yard als Bösewicht

Das Spiel „Watchdogs – Legion“ findet in der nicht so fernen Zukunft in England statt. Die gesamte britische Insel ist in Anarchie verfallen. Es kämpfen ständig zwei Parteien gegeneinander: auf der einen Seite die Polizei und das Militär, welche willkürlich die englischen Bürger verprügeln und auch gelegentlich töten, um „die Leute zu erziehen“. Auf der anderen Seite des Kampfes stehen die Bewohner Englands. Diese wollen sich nicht von Scotland Yard unterdrücken lassen und kämpfen für und um ihr Leben.

Als Protagonist dieses Krieges stellt man seine eigene Armee auf, um gegen das System zu kämpfen. Im virtuellen London rekrutiert der Spieler Komplizen, je nach gewünschten Fähigkeiten und Attributen. Dabei kann er jeden der einzigartigen Charaktere anwerben und zum Kampf rufen. Dieser wird aber nicht ausschließlich mit Maschinengewehren und Pistolen ausgetragen, sondern auch mit der Kraft des Smartphones: Alle Rekruten werden als Hacker ausgebildet und verschaffen sich so einen Vorteil. Da das virtuelle England technisch sehr fortgeschritten ist, lässt sich nahezu alles hacken und dient damit automatisch als Waffe gegen das korrupte System.

Fiktion und Realität nähern sich an

Zwar ist das Spiel „Watchdogs – Legion“ ganz klar Fiktion, jedoch ist leicht zu erkennen, dass diese Fiktion gar nicht so weit hergeholt ist, wie es anfangs vielleicht scheint. Schon heute wird alles digitaler und bekommt eine Künstliche Intelligenz. Kühlschränke, die mit einem kommunizieren, ein digitaler Assistent, der das Verhalten der Nutzer permanent aufzeichnet, selbstfahrende Autos und so weiter. Alle diese technischen Geräte haben eine gemeinsame Schwachstelle, indem diese eben technische Geräte sind und sich somit hacken und manipulieren lassen. „Watchdogs – Legion“ befasst sich sehr eindrücklich mit dieser Thematik und zeigt auch, dass neu nicht unbedingt immer besser ist.

Von: Jonah Trees

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Wed, 21 Aug 2019 15:29:00 +0200
<![CDATA[Als Bob Dylan zu Jesus fand]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2019/08/21/als-bob-dylan-zu-jesus-fand/ Wohl kaum ein Musiker des vergangenen Jahrhunderts hat so viele andere Musiker inspiriert. Seine Musik war oft stilgebend, seine Texte haben eine Tiefe und Vielseitigkeit, die nur wenige erreichen. Der meistens in Schwarz gekleidete Sänger mit Gitarre und Mundharmonika ist eine lebende Legende.

Bob Dylan, oder „His Dylaness“, wie Fans ihn wegen seiner Unnahbarkeit nennen, wurde am 24. Mai 1941 als Robert Allen Zimmerman in Duluth, Minnesota, geboren. Es ist schwierig, das vielfältige Leben und die vielen Facetten des Künstlers, der auch viel malte, zusammenzufassen. Mehrere Filmemacher haben versucht, den „Columbia recording artist Bob Dylan“ zu fassen. Allen voran seien „I’m Not There“ (2007) zu nennen, für den Regisseur Todd Haynes gleich sechs unterschiedliche Schauspieler engagierte, um die unterschiedlichen Lebensphasen Dylans darzustellen, sowie „No direction home“ (2005) des großen Martin Scorsese. Zuletzt setzten die Coen-Brüder dem Künstler mit ihrem Spielfilm „Inside Llewyn Davis“ ein Denkmal. Auch Dylan selbst versuchte sich 1973 als Filmschauspieler mit einer kleinen Rolle im Western „Pat Garrett & Billy the Kid“.

„Dylanologen“ analysieren das Werk des Meisters

Hartgesottene Fans, so genannte „Dylanologen“, auf der ganzen Welt behaupten von sich, sich im Dickicht der Lyrik des großen Meisters orientieren zu können. Seit vielen Jahren werden die Livekonzerte der „Never ending tour“ mitgeschnitten, getauscht und diskutiert. Dylan spricht, mit Ausnahme der Vorstellung der Bandmitglieder, kaum auf seinen Konzerten, jedes zusätzliche Wort löst kleine Zuckungen in der Fangemeinde aus. Bob Dylan gibt über 100 Konzerte pro Jahr, doch es wird weniger. Dylan selbst trug – gewollt oder ungewollt – stets selbst am meisten dazu bei, dass seine Person eine Aura des Unnahbaren umwehte. Jahrzehntelang gab er keine Interviews, auf seinen Konzerten ist es schon ein Glück, wenn der Musiker überhaupt ins Publikum schaut.

Dylans Eltern waren Nachfahren deutsch-ukrainisch-jüdischer Immigranten, die 1905 aus Odessa in die USA übergesiedelt waren. Robert Zimmermann benannte sich nach dem Dichter Dylan Thomas, ging 1961 nach New York und eroberte von dort die (Musik-)Welt. Als Dylan Mitte der 1960er Jahre von seiner akustischen zur elektrischen Gitarre wechselte, kam dies einem Erdbeben in der Folk-Welt gleich. Er war mit der Sängerin Joan Baez auf Tour, mit der er dann auch eine Liebesbeziehung hatte. Lieder wie „The Times They Are a-Changin'“ und „Blowin’ in the Wind“ gehören noch heute zu einem ordentlichen Lagerfeuer, in dessen Nähe sich ein Gitarrist befindet.

Dylan war mehrmals verheiratet, schon im Alter von 24 Jahren wurde er Familienvater. Seit dieser Zeit schirmte er sein Privatleben immer mehr von der Öffentlichkeit ab. Nach einem Motorradunfall 1966 zog er sich für zwei Jahre völlig aus der Öffentlichkeit zurück. Im Jahr 1969 wurde sein Sohn Jakob geboren, der mittlerweile selbst als Musiker arbeitet. Dylan hat außer ihm drei weitere Kinder: Anna, Jesse und Samuel.

Ein auf die Bühne geworfenes Kreuz änderte alles

Bei einem Konzert in Montreal im November 1978 hatte ihm jemand ein silbernes Kreuz auf die Bühne geworfen. Das Interesse am christlichen Glauben wurde entfacht, und Dylan besuchte einige Monate eine Bibelschule in einer Vineyard-Gemeinde in Los Angeles, wo er den Glauben an Jesus Christus annahm. Der 2009 veröffentlichte Film „Bob Dylan – Inside Bob Dylan‘s Jesus Years“ skizziert diese Wandlung. Als der sonst so wortkarge Singer-Songwriter auf Konzerten plötzlich wie ein Wasserfall von der Bibel und der Erlösung durch Jesus Christus predigte und sang, gab es Tumulte und wütende Proteste unter den Fans. Nach seiner Bekehrung wurden Dylan seine jüdischen Wurzeln auf einmal wichtig, später besuchte der Sänger Israel und kontaktierte die Gruppe „Jews for Jesus“.

Auf drei Alben verarbeitete Dylan seinen neuen Glauben, „Slow Train Coming“, „Saved“ und „Shot of Love“, auf denen er in seinen Liedern beispielsweise bekannte: „Ich war blind durch den Teufel, doch durch Gottes Gnade wurde ich berührt und geheilt. Ich wurde errettet durch das Blut des Lammes“ oder „Es könnte der Teufel sein, oder der Herr, aber du musst irgendjemandem dienen“.

Es folgten künstlerische Phasen mit weniger christlichem Unterbau, immer wieder neue Musikstile und viele Aufs und Abs, künstlerisch wie auch persönlich. Dylan veröffentlichte unter dem Titel „Drawn Blank“ einen Bildband mit eigenen Zeichnungen, 2004 eine Autobiografie.

Vor kurzem starben sehr kurz hintereinander einige Größen der Musikwelt aus der Generation Bob Dylan, darunter „Motörhead“-Sänger Lemmy Kilmister (Dezember), David Bowie (Januar) und im April der Sänger Prince. Sie hatten alle ungefähr das selbe Alter wie Bob Dylan. Jemand twitterte: „We still got Dylan.“

Dieser Artikel ist erstmals am 24. Mai 2016 bei pro erschienen. Zum Anlass des 40. Jahrestags der Albumveröffentlichung von „Slow Train Coming“ am 20. August publizieren wir diesen Artikel erneut.

Von: Jörn Schumacher

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Wed, 21 Aug 2019 10:37:00 +0200
<![CDATA[Kauder begrüßt Schutz religiöser Stätten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/08/21/kauder-begruesst-schutz-religioeser-staetten/ Die internationale Organisation „Religions for Peace“ verschiedener Religionen will die weltweiten Friedensprozesse vorantreiben. Nach dem Willen des weltweiten Netzwerkes sollen dazu auch religiöse Stätten vor Übergriffen geschützt werden. Mit diesem Vorschlag reagiert die Organisation auf Anschläge auf Kirchen in Sri Lanka und eine Moschee im neuseeländischen Christchurch in diesem Frühjahr.

Der CDU-Politiker Volker Kauder hat den staatlichen Schutz religiöser Stätten und das Vorhaben der Organisation begrüßt. „Wir haben erlebt, wie vor allem radikale Islamisten religöse Einrichtungen schänden und zerstören“, sagte Kauder am Dienstag. Er hoffe, dass die Konferenz von „Religions for Peace“ einen wichtigen Anstoß dafür liefert, religiöse Einrichtungen weltweit und religionsübergreifend zu schützen. „Wir müssen dafür eintreten, dass jeder nach seiner Religion frei leben darf“, erklärte der Unionspolitiker auf Anfrage.

Kauder hält es grundsätzlich für richtig, dass sich Christen für Religionsfreiheit und für den friedlichen Umgang miteinander einsetzen. „Es ist auch wichtig zu betonen, dass jede Religion einen Eigenwert hat, eigene Überzeugungen“, erklärte Kauder gegenüber pro. Kauder wolle die diesjährige Weltkonferenz von „Religions for Peace“ nutzen, um mit Konferenzteilnehmern auch über die Situation verfolgter Christen zu reden. Kauder setzt sich immer wieder öffentlich für die Durchsetzung der weltweiten Religionsfreiheit und gegen die Verfolgung von Christen weltweit ein.

„Religions for Peace“ ist die größte internationale multireligiöse Allianz, die sich für Frieden einsetzt. Bei der diesjährigen 10. Weltkonferenz in Lindau stehen Fragen nach gemeinsam geteiltem Wohlstand im Mittelpunkt der Beratungen. Rund 900 Gäste und Delegierte verschiedener Religionen aus 125 Ländern nehmen an der Konferenz teil, die noch bis Freitag geht.

Von: Norbert Schäfer

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Wed, 21 Aug 2019 09:55:00 +0200
<![CDATA[Die Sprache entwaffnen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/die-sprache-entwaffnen/ Hassrede, aggressive Sprache, verbale Angriffe sind das Gegenteil von einem positiven Frieden. Von einem Frieden also, der nicht nur davon geprägt ist, dass kein Krieg herrscht, sondern wo Gewalt durch die gesellschaftlichen Gegebenheiten verhindert wird. Das machte die Amerikanerin Georgette Bennett, Präsidentin des Tanenbaum Zentrums für Interreligiöse Verständigung, bei der Weltkonferenz von „Religions for Peace“ in Lindau deutlich.

Bennett sprach von einer „Bewaffnung der Sprache“ und erklärte, verbale Gewalt gehe häufig tätlicher Gewalt voraus. „Zuerst kommt Dehumanisierung“, indem nicht mehr von Menschen oder Gruppen als Menschen gesprochen werde, sagte die Soziologin. Dann sei es ein kleiner Schritt von einer „hasserfüllten Karikatur“ bis zu einer Gewalttat. Das zeige sich an vielen Beispielen in den USA, etwa beim Ku-Klux-Klan, bei Neonazis oder am Antisemitismus, aber auch in der Weltgeschichte. So sei einzelnen Bevölkerungsgruppen bei den Massakern und Völkermorden in Bosnien und in Ruanda auch vorher verbaler Hass entgegengeschlagen. Heute sei eine solche Sprache in der Antiflüchtlings-Rhetorik zu beobachten.

Es sei notwendig, dass diejenigen, die für Respekt gegenüber anderen einstehen, auf Plattformen wie den Sozialen Medien aktiv seien, um den hasserfüllten und aggressiven Äußerungen etwas entgegenzusetzen. Vor allem religiöse Leiter nahm Bennett in die Pflicht: Sie hätten als moralische Autoritäten eine besondere Verantwortung dafür.

Mit Fakten gegen die Angst

Bennett erklärte, dass sogenannter Hassrede oftmals Ängste zugrunde lägen. Als Beispiele nannte sie auf Nachfrage von pro in Bezug auf Migranten etwa die Angst, von Menschen überrannt zu werden, die anders sind. Es gebe auch ökonomische Ängste oder die Angst davor, den eigenen sozialen Status zu verlieren. „Man muss sehr genau hinhören, was diese Ängste sind, um darauf antworten zu können und um den Prozess des Hasses umzukehren.“ Sie kritisierte, dass die aktuelle Politik in den USA sich Ängste und Missinformationen zu Nutze mache, statt auf Fakten aufzubauen. Daher müssten auch religiöse Verantwortungsträger dazu beitragen, Fakten bekannt zu machen.

So habe die Angst vor Muslimen und Flüchtlingen vor allem zu tun mit der Angst vor Terrorismus, erklärte Bennett. Jedoch zeige die Statistik, dass die Wahrscheinlichkeit, durch einen Terroranschlag eines Flüchtlings zu sterben, viel geringer ist als die, durch einen gebürtigen Amerikaner ermordet zu werden.

Bennett ist Präsidentin und Gründerin des Tanenbaum Zentrums für Interreligiöse Verständigung in New York. Als Witwe des 1992 verstorbenen Rabbis Marc H. Tanenbaum setzte sie damit sein Bemühen um interreligiösen Dialog, Menschenrechte und humanitäre Hilfe fort.

Von: Jonathan Steinert

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Wed, 21 Aug 2019 09:07:00 +0200
<![CDATA[DEA-Politikbeauftragter: „Interreligiöser Dialog mit Wahrheitsanspruch“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/08/21/dea-politikbeauftragter-interreligioeser-dialog-mit-wahrheitsanspruch/ Vom 19. bis zum 23. August findet in Lindau die „Religions for Peace"-Konferenz statt. Die Versammlung religiöser Führer unterschiedlicher Religionen will eine multireligiöse Vision des positiven Friedens – „Shared Well-Being“ genannt – entwickeln und fördern. Uwe Heimowski, Politikbeauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), vertritt die Auffassung, dass konservative und evangelikal gesinnte Christen bei multireligiösen Initiativen zum Wohl aller Menschen mitmachen sollten.

„Als Christen haben wir das Evangelium und Jesus lehrt in der Bergpredigt, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. Deshalb sollten wir da, wo Religionen sich für den Frieden und die gesellschaftliche Verantwortung engagieren, „ganz klar mit dabei sein“, erklärte Heimowski am Dienstag am Rande der Konferenz auf Anfrage von pro. „Im Dialog können wir unseren Glauben bekennen – und gemeinsam haben wir etwas zu tun in dieser Gesellschaft.“

Christen sollen „gesprächsfähig“ sein

Die Religionen – auch Christen – sollten sich nicht verbiegen, sondern mit dem ihnen innewohnenden Wahrheitsanspruch in den Dialog treten. „Als Christ, der davon überzeugt ist, dass Jesus der einzige Weg zu Gott ist, suche ich das Gespräch mit dem, der einen anderen Weg gefunden hat“, sagte Heimowski, und weiter: „Es geht eben gerade nicht darum, den Absolutheitsanspruch, den Jesus Christus formuliert, aufzugeben, sondern mit diesem Absolutheitsanspruch ins Gespräch zu gehen.“ Allerdings sei es ein geistlicher Anspruch, politisch gehe es darum, für Bekenntnisfreiheit zu kämpfen, die eigene ebenso wie die der anderen. In einer Welt, die immer kleiner werde und global zusammenrücke, müssten Christen „gesprächsfähig“ sein und andere Meinungen aushalten können.

Über Jahrzehnte ist nach Heimowskis Einschätzung Religion in der bundesdeutschen Politik eher kritisch gesehen worden. Beispielsweise sei in der Entwicklungspolitik Religiösem sehr lange kein Raum eingeräumt worden. Dies habe sich unter Minister Gerd Müller geändert, sagte DEA-Politikbeauftragte. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe als Außenminister beispielsweise einen Arbeitszweig „Friedensverantwortung der Religionen“ im Auswärtigen Amt ins Leben gerufen. „Es ist aus meiner Sicht erkennbar, dass Politiker mutiger ihren Glauben mit ins Gespräch bringen. Etwa indem sie sich zu ihrem eigenen Glauben bekennen, oder indem sie erkennen, dass der Glaube eine politische Kraft hat."

Religion bietet Chance für Frieden und Versöhnung

In vielen Ländern der Welt sind nach Heimowskis Einschätzung „die religiösen Führer auch politische Autoritäten“. Viele Menschen orientieren sich an ihnen. Das sei eine Chance, Religion für Frieden und Versöhnung fruchtbar zu machen. Aber darin liege auch die Gefahr, dass Religionen missbraucht würden. „In Russland beispielsweise unterstützen weite Teile der Orthodoxen Kirche einen ungesunden russischen Nationalismus“, sagte der DEA-Politikbeauftragte. Dieser Nationalstolz, der sich religiös definiere, rechtfertige auch diktatorische Elemente in der Politik des Präsidenten und gehe zu Lasten von Minderheiten wie den Freikirchen und anderen Gruppen. Ähnliches gelte für die Türkei. „Der Nationalist Erdogan nutzt den Islam, um seine Politik zu rechtfertigen.“ Vergleichbares habe es auch in der Geschichte des Christentums gegeben: „Da wurden Machtinteressen und finanzielle Interessen religiös begründet. Wir haben daraus gelernt – sollten aber wachsam bleiben.“

„Religions for Peace“ ist die größte internationale multireligiöse Allianz, die sich für Frieden einsetzt. Bei der diesjährigen 10. Weltkonferenz in Lindau stehen Fragen nach gemeinsam geteiltem Wohlstand im Mittelpunkt der Beratungen. Rund 900 Gäste und Delegierte verschiedener Religionen aus 125 Ländern nehmen an der Konferenz teil, die noch bis Freitag geht.

Von: Norbert Schäfer

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Wed, 21 Aug 2019 09:04:00 +0200
<![CDATA[Thomas Middelhoff: Ex-Topmanager bekennt sich „Schuldig“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/08/20/thomas-middelhoff-ex-topmanager-bekennt-sich-schuldig/ „Big T“, wie er genannt wurde, mit blütenweißem Hemd und geschlossenen Augen auf dem Buchcover. Falls diese Mimik Demut ausdrücken soll – „Demut ist eine ganz zentrale Tugend, die eine Führungskraft haben sollte“, formuliert es Thomas Middelhoff bei der Buchvorstellung in Berlin und ergänzt: „Ich war hochmütig“.

Auf den gut 200 Seiten seines Buches bekennt sich der Ex-Vorstandschef vieler weiterer Todsünden schuldig, die er als schleichendes Gift bezeichnet, das den Charakter zerstöre: Etwa Arroganz und Habgier, Neid und Wolllust. Dass ein Mann, der als Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG und der damaligen KarstadtQuelle AG ganz oben stand, sich nach seinem Absturz nun öffentlich selbst bezichtigt, macht manchen stutzig. Middelhoff vermarkte wieder sich selbst – jetzt lediglich unter anderen Vorzeichen, kommt Kritik von Seiten der Medien.

Middelhoff weist das zurück. Er wolle anderen mit seinen Bekenntnissen helfen. „Das ist ein Erfahrungsschatz, den ich habe“, sagte er im Gespräch mit pro, „dass ich aus diesem Lernprozess heraus jüngeren Menschen helfen kann, diese Fehler nicht zu wiederholen, das ist mein Anliegen.“ Das ganze Interview mit Thomas Middelhoff können Sie in der nächsten gedruckten Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro lesen.

In der Haft viel in der Bibel gelesen

Dass er aus dem Tiefpunkt seines Lebens wieder herausgekommen sei, habe mit dem Glauben zu tun, erzählt der 66-Jährige am Dienstag den Journalisten bei einer Pressekonferenz in Berlin. Nach dem Verlust von Job, Ehefrau und Ansehen hatte der Katholik in der Haft viel in der Bibel gelesen und zu Gott gefunden. Auch dass er als Freigänger in einer Behindertenwerkstatt in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel arbeitete, veränderte seine Sicht auf viele Dinge.

Im Gegensatz zu früher, wo er sehr ruhelos gewesen sei, sei er jetzt für vieles unglaublich dankbar. „Heute erfüllen mich Dinge, die ich früher gar nicht gesehen habe.“ Er brauche nun keine Rolle mehr zu spielen, sondern könne er selber sein. In der Haft habe er seinen Anblick im Spiegel nicht ertragen, so Middelhoff. „Heute gucke ich völlig unbelastet in den Spiegel.“

Er bereue vieles, gesteht der 66-Jährige auf der Pressekonferenz ein: „Ich tue Buße vor Gott.“ Das Gerichtsurteil von 2014 hält er nach wie vor juristisch für fragwürdig, „aber charakterlich habe ich es verdient.“ Heute hält der einstige Topmanager Vorträge und Lesungen. Und auch ein drittes Buch soll in Planung sein – diesmal ein Wirtschaftskrimi.

Thomas Middelhoff: „Schuldig. Vom Scheitern und Wiederaufstehen", adeo, 207 Seiten, 22 Euro, ISBN: 978-3-86334-240-1

Von: Christina Bachmann

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Tue, 20 Aug 2019 16:12:00 +0200
<![CDATA[Twitter und Facebook werfen China Propaganda vor]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2019/08/20/twitter-und-facebook-werfen-china-propaganda-vor/ Twitter hat der Volksrepublik China Versuche vorgeworfen, die Proteste in Hongkong in großem Stil zu diskreditieren. Am Montag veröffentlichte der Kurznachrichtendienst eine Pressemitteilung, in der Twitter von einer „signifikanten staatlich unterstützten Informationsoperation“ berichtet. Demnach seien 936 Twitter-Konten aufgedeckt worden, die aus der Volksrepublik China stammten. „Diese Konten haben bewusst und gezielt versucht, politische Uneinigkeit in Hongkong zu säen, wozu das Untergraben der Legitimität und die politischen Positionen der Protestbewegung vor Ort gehört."

Als Hinweis dafür, dass diese Konten von staatlichen Stellen in China stammen, nannte Twitter die Ergebnisse einer „intensiven Untersuchung“. Denmach hätten sich große Gruppen von Konten in auffälliger Weise so verhalten, dass der Verdacht einer zentralen Koordinierung nahe liege.

Offenbar sind die Chinesen dabei sehr unvorsichtig vorgegangen. In der Volksrepublik ist Twitter – im Gegensatz zu Hongkong – offiziell gesperrt. Nur über einen Umweg, nämlich sogenannte VPN-Tunnel, können Nutzer auf den Kurznachrichtendienst zugreifen. In den meisten der Propaganda-Konten stellte Twitter auch die Benutzung solcher VPN-Tunnel fest. „Allerdings haben manche Konten auch über nicht blockierte IP-Adressen auf Twitter zugegriffen, die vom chinesischen Festland stammen.“ Das bedeutet, dass der chinesische Staat einzelne Computer für die Twitternutzung freigeschaltet haben muss, zum Beispiel in Behörden – womit der Volksrepublik staatliche Propaganda auf Twitter nachgewiesen wäre.

Werbeverbot für Staatsmedien auf Twitter

Zwar ist es nicht verboten, dass Regierungen auf Twitter aktiv sind und für ihre Ziele werben. Die betroffenen Konten hätten aber gezielt gegen die Richtlinie zu Plattformmanipulation und Spam verstoßen. Twitter listet unter den Verstößen unter anderem „koordinierte Aktivitäten“, „gefälschte Konten“ und „ban evasion“. Letztere bedeutet, dass Nutzer, nachdem sie wegen Verstößen gesperrt wurden, zahlreiche neue Konten anlegen, um die Sperre zu umgehen. Twitter hat nach eigenen Angaben ein ganzes Netzwerk von 200.000 Spamkonten gesperrt, bevor diese aktiv werden konnten.

Gleichzeitig gab Twitter bekannt, dass staatlich gelenkte Medien künftig keine Werbung mehr schalten dürfen. „Wir wollen einen gesunden Diskurs und offene Gespräche bewahren“, begründete das Unternehmen den Schritt. Das neue Werbeverbot betreffe keine steuerfinanzierten, aber unabhängige Medien wie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Auch Facebook berichtete am Montag von „koordiniertem unauthentischem Verhalten aus China“. Das Unternehmen habe sieben Facebook-Seiten, drei Gruppen und fünf Konten gelöscht. Unter den geposteten Propaganda-Beiträgen waren Fotos, die die Protestbewegung mit der IS-Miliz verglichen oder als „Hongkong-Kakerlaken“ bezeichneten. Etwa 15.500 Facebook-Konten seien einer oder mehreren der Seiten gefolgt, 2.200 Konten seien den ebenfalls später gelöschten Gruppen beigetreten.

Facebook geht ebenfalls von versuchter staatlicher Einflussnahme aus: „Obwohl die Menschen hinter diesen Aktionen ihre Identität verschleiern wollten, hat unsere Untersuchung Verknüpfungen zu Einzelpersonen festgestellt, die zur chinesischen Regierung gehören.“

Von: Nicolai Franz

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Tue, 20 Aug 2019 16:11:00 +0200
<![CDATA[„Ohne Frieden sind Religionen unglaubwürdig“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2019/08/20/ohne-frieden-sind-religionen-unglaubwuerdig/ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zur Eröffnung der 10. Weltkonferenz von „Religions for Peace“ betont, dass jede Religion eine Friedensbotschaft hat. „Zu den tiefsten Versprechungen aller Religionen gehört der Friede – Seelenfriede und der Friede mit dem Nächsten und Fernsten“, sagte er am Dienstag in Lindau. Die Glaubwürdigkeit einer Religion stehe auf dem Spiel, wenn sie sich nicht für Frieden einsetze. Dann werde sie ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht. „Jede Religion, die sich mit Terror, Gewalt und Unterdrückung behaupten will, diskreditiert sich selber.“

Dabei müsse Frieden mehr sein als die Abwesenheit von Krieg. Es bedeute etwa, einen gerechten Anteil an Gütern der Welt zu haben oder den Glauben ungehindert ausdrücken zu können. „Das hebräische Wort ‚Shalom‘ meint die Möglichkeit, ein menschenwürdiges Leben zu führen.“

„Es darf uns, denen Religion wichtig ist – dabei darf ich mich als bekennender Christ einschließen –, nicht gleichgültig sein, wenn Menschen zum Ausdruck bringen, dass Religionen Kriege fördern.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Wahrheitsanspruch friedlich vertreten

Jede Religion habe den Anspruch, wahr zu sein. Das gehöre zu ihrem Wesen und darauf könne eine Religion nicht verzichten, betonte Steinmeier. Aber dieser Wahrheitsanspruch dürfe nur friedlich vertreten werden. „Wir mögen unterschiedlich sein in unserem Glauben. Aber einen muss uns die gemeinsame Haltung: Religion darf keine Rechtfertigung für Hass und Gewalt sein. Kein Krieg darf im Namen der Religion geführt werden.“

Steinmeier stellte fest, dass in zahlreichen gewaltsamen Konflikten religiöse Überzeugungen eine Rolle spielten. Er verwies auf den Dreißigjährigen Krieg in Europa, der um christliche Glaubensbekenntnisse geführt worden sei, aber auch auf aktuelle Krisen. „Wir erleben immer wieder, wie sich Religion unter Einfluss gewissenloser Anführer als furchtbare, gnadenlose Macht erweisen kann.“ Jedoch könnten Religionen auch „konstruktive Kräfte bei der Lösung von Konflikten sein“. Das müssten Diplomatie und Außenpolitik erkennen. Religionen könnten als Instrumente des Friedens einen „unverzichtbaren und unersetzbaren Dienst an Menschen leisten“.

„Das Fundament ist: Wir sind Menschen“

Als ein Vertreter der christlichen Kirchen sagte Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland: „Gott ist der Schöpfer von Himmel und Erde. Er hat die Menschen mit Würde geschaffen. Mit diesem Konsens setzen wir Zeichen gegen Hass und Gewalt.“ Er nannte die Konferenz „ein Zeichen der Hoffnung“ in einer von Krisen geschüttelten Welt. Die Teilnehmer der Konferenz rief er dazu auf, mit „Empathie, Liebe, Freundlichkeit“ Hass und Gewalt zu überwinden.

Sein Amtskollege Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, betonte in seinem Grußwort: „Das Fundament von allem ist, dass wir Menschen sind, auch mit unterschiedlichen Religionen und politischen Überzeugungen. Wir sind Menschen und haben einen Schöpfer, der uns gemacht hat.“ Vor allem dort, wo eine Religion in der Gesellschaft dominiere, sei es eine große Herausforderung, „dass Religion ein Instrument des Friedens wird, nicht Instrument des Krieges und der Unterschiede“.

„Religions for Peace“ ist die größte internationale multireligiöse Allianz, die sich für Frieden einsetzt. Bei der diesjährigen 10. Weltkonferenz in Lindau stehen Fragen nach gemeinsam geteiltem Wohlstand im Mittelpunkt der Beratungen. Rund 900 Gäste und Delegierte verschiedener Religionen aus 125 Ländern nehmen an der Konferenz teil, die noch bis Freitag geht.

Von: Jonathan Steinert

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Tue, 20 Aug 2019 13:54:00 +0200
<![CDATA[Journalist Schreiber kämpft für Toleranz]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/08/20/journalist-schreiber-kaempft-fuer-toleranz/ Constantin Schreiber will dafür sorgen, dass Menschen mit unterschiedlichen Meinungen miteinander ins Gespräch kommen. Deshalb hat er nun die Deutsche Toleranzstiftung gegründet. Mit einem ersten Projekt will er Schülern und Journalisten den Austausch ermöglichen. In Sachsen, wo auch der Sitz der Stiftung ist, sollen Medienmacher bei der Aktion „Triff mich“ an Schulen über ihre Arbeit informieren und gemeinsam mit den Jugendlichen Videos zum Thema Grundrechte produzieren. Die Schüler sollen so lernen, wie Journalisten arbeiten.

Stiftungssitz Sachsen – aus gutem Grund

„In einer zunehmend polarisierten politischen Landschaft hat der Ruf von Journalisten und Journalismus zuletzt gelitten. Stichwort ‚Lügenpresse‘. Das gilt in besonderem Maße in Sachsen“, erklärt Schreiber auf der Homepage der Stiftung. Der Stiftungssitz in Leipzig soll deshalb auch ein Zeichen setzen. „Sachsen stand in den vergangenen Monaten immer wieder im Zentrum medialer Aufmerksamkeit, weil hier die polarisierte politische Stimmung in Deutschland sehr deutlich sichtbar wird. Wir möchten in einer solchen Stimmung konstruktive Diskussionsangebote machen“, heißt es weiter. Das Angebot soll allerdings nicht auf Sachsen beschränkt sein.

Die Mittel für die Stiftungsgründung stammen laut Schreiber aus seinen Bucheinnahmen. Er habe sich dazu entschieden, einen Teil davon für den gemeinnützigen Zweck abzugeben, erklärte Schreiber via Twitter. Der Reporter war zuletzt in den Medien präsent, als er sein Buch „Kinder des Koran“ veröffentlichte, für das er Schulbücher aus mehrheitlich islamischen Ländern untersuchte und herausfand: Sie sind geprägt von Antisemitismus, Sexismus und der Verteufelung des Westens.

Schreiber will kein Islamkritiker sein

Zuvor hatte Schreiber sich im Buch „Inside Islam“ mit Predigten in Moscheegemeinden in Deutschland beschäftigt und auch dort antidemokratische Inhalte ausgemacht. Als Islamkritiker will Schreiber sich dennoch nicht verstanden wissen. Im pro-Interview sagte er im Mai dieses Jahres: „Ich will keinen liberaleren Islam produzieren, ich sehe mich nicht einmal in der Rolle, ihn zu kritisieren. Ich beschreibe so sachlich wie es geht Entwicklungen. Übrigens sehe ich den Islam und auch Religiosität als solche nicht als etwas Schlechtes. Ganz im Gegenteil, ich treffe religiöse Menschen, die ich sehr bewundere und die offensichtlich viel Kraft daraus ziehen.“

Schreiber moderiert außerdem unter anderem die ARD-Tagesschau und ist Redakteur bei der Sendung ARD aktuell. Er wurde 2016 für die deutsch-arabische n-tv-Sendung „Marhabe – Ankommen in Deutschland“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Von 2007 bis 2009 war Schreiber Korrespondent der Deutschen Welle in Dubai. Anschließend arbeitete er als Medienberater für den Nahen Osten im Auswärtigen Amt.

Von: Anna Lutz

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Tue, 20 Aug 2019 11:27:00 +0200
<![CDATA[Wer war hier der Esel?]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/08/20/wer-war-hier-der-esel/ pro-Kolumnist Jürgen Mette wird nie vergessen, wie er nach einer Predigt eine besondere Grunderneuerung erhielt. Denn es war keine theologische Kritik, die er bekam, sondern vielmehr eine tierische.]]> Am Montag dieser Woche war in der Herrnhuter Losung ein Zitat des Propheten Sacharja 9,9 zu lesen. Eine Vorschau auf den kommenden Messias und seinen Einzug in Jerusalem. Ein kontraststarkes Wort eines Propheten, der um 540 v. Chr. gewirkt hat: Es wird ein König kommen, ein Gerechter und ein Helfer. Er ist arm und reitet auf einem Esel.

Ich werde nie vergessen, wie ich einmal für den folgenden Predigtabschnitt kritisiert wurde: „Warum denn ein Esel? Haben Sie schon mal einen Esel blöken gehört? Heiseres, trompetenartiges Hochdruckröhren, irgendwie peinlich eselig, wie ein pubertärer Gaul im Stimmbruch. Das ist das Reittier für den König Jesus. Er ist wahrscheinlich immer zu Fuß unterwegs gewesen, er hatte ja nichts, es war ja alles geliehen: Der Futtertrog, in dem er nach der Entbindung gebettet wurde, das Boot, mit dem er auf den See Genezareth gefahren ist, der Esel, auf dem er in Jerusalem eingeritten ist und das Grab, in dem er schließlich bestattet wurde. Alles geborgt.

Jesus wählt kein Prachtross, sondern einen jungen Esel

Aber jetzt musste ein Esel her. Esel waren die Pferde der armen Leute. Und seitdem die Römer die Besatzungsmacht innehatten, waren überall Pferde im Einsatz. Wenn der römische Prokurator in Jerusalem einzog, dann schepperten die Hufe über das Pflaster. Inbegriff der Macht und des Wohlstands, der militärischen Dominanz über Israel.

Jesus, der Messias Israels wählt einen jungen Esel. Kein Prachtross. Einen kleinen grauen zotteligen Vierbeiner, der, wenn er sich äußert, einfach nur doof klingt. Eine Demonstration des politischen Machtverzichts. Jesus verzichtet demonstrativ auf das Laufsteggehabe der Mächtigen dieser Welt. Der Einzug in Jerusalem ist beiläufig improvisiert. Kein roter Teppich, keine Schweizer Garde, keine voraus-eilenden Herolde, keine Marschkapelle!“

Mit scheinheiligem Interesse

Schon während der Predigt fiel mir eine Dame auf, die ganz unruhig auf dem Stuhl hin und her rutschte. Sie hing mir fast an den Lippen, aber ihr Gesichtsausdruck schien mich zu strafen. Nach dem Gottesdienst kam sie direkt auf mich zu gesteuert. Sie bat mich um ein Gespräch, auf das ich mich schon in innerer Abwehrhaltung eingestellt hatte. Wir zogen uns in ein Sprechzimmer zurück. Ohne lange Vorrede kam sie zur Sache. Und dann beschwerte sie sich über meine Deutung des Esels. Wenn ich keine Ahnung von Eseln hätte, solle ich den Mund halten oder mich vorher schlau machen, oder so ähnlich.

Ups, schon baute sich in mir Widerstand auf und zimmerte ein Feindbild in meiner Phantasie: Scheinbar eine vegetarische Weltretterin und fanatische Tierschützerin! Mit scheinheiligem Interesse lauschte ich ihrer Expertise über Vierbeiner. Bis der Ernst ihrer Rede mein stolzes Wesen zur Einsicht brachte. Esel seien genügsame, hochbegabte und vielseitig einsetzbare Reit- und Lasten tragende Logistiker. Ihr habe ein Esel bei einer Wüstentour das Leben gerettet, weil sie – fast verdurstet – von ihrem treuen Vierbeiner zur Quelle geschleift wurde. Noch ein paar Storys aus dem Leben einer amerikanischen Pferdezüchterin und ich sank immer tiefer in den Sessel. Ich schämte mich meiner zoologischen Unkenntnis und versprach der Dame, nie wieder über Tiere zu lästern, denn sie sind Geschöpfe Gottes. Jetzt war mir klar, wer der Esel in dieser Geschichte war. Peinlich.

Von: Jürgen Mette

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Tue, 20 Aug 2019 11:20:00 +0200
<![CDATA[Spielfilm „Zwingli“: Sprengkraft bis heute]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2019/09/30/spielfilm-zwingli-sprengkraft-bis-heute/ Eine Filmkritik von Jörn Schumacher]]> Was dieser Mann in der schwarzen Kutte eines Priesters und mit der platten Mütze auf dem Haupt da plötzlich in einem Gottesdienst von sich gibt, ist revolutionär. Als Huldrych Zwingli (1484–1531) die übliche lateinische Liturgie beiseite lässt und sich auf Deutsch direkt an das versammelte Volk wendet, löst er nicht nur ein Raunen unter den Geistlichen und in der Gemeinde aus, sondern auch ein Grollen, das man bis nach Rom hört.

„Wer von Euch kennt dieses Buch wirklich?“, fragt dieser junge Priester und weist auf die Bibel. Wie ungewöhnlich diese Frage in jener Zeit war, wird deutlich, wenn der Film die ratlosen Gesichter der Christen zeigt: Wieso sollte sich ein gemeiner Bürger mit der Heiligen Schrift auskennen, wenn dafür doch das „Bodenpersonal Gottes“ zuständig ist?

Der in der Schweiz produzierte Spielfilm „Zwingli“, der passend zum Reformationstag am 31. Oktober 2019 in den deutschen Kinos startet, bringt erstmals den Reformator Zwingli auf die große Leinwand. Der Schweizer war für die Reformation eine wichtige Figur, und doch steht er immer ein wenig im Schatten Martin Luthers. Regie führte Stefan Haupt, der selbst aus Zürich stammt, wo der Film spielt.

Römisch, aber auch biblisch?

Zwingli räumt mit vielen damals weit verbreiteten Ansichten auf, von denen zwar nichts in der Bibel steht, die die Kirche in Rom aber als christliche Wahrheiten verkauft, um ihre Macht zu erhalten. „Es gibt kein Fegefeuer“, sagt Zwingli, und noch viel mehr Unerhörtes, was ihm natürlich Probleme mit den Kirchenoberen einbringt.

Was man heute Predigt nennt, also den Bibeltext vorlesen und dann auslegen, ist in der damaligen Kirche unbekannt. Und weil katholischen Priestern die Ehe nicht erlaubt ist (wovon in der Bibel nichts steht), müssen sie heimlich eine „Konkubinatssteuer“ zahlen, sollten sie ein Kind in die Welt setzen. Das Fegefeuer hält die Gläubigen in Angst und veranlasst sie, brav Geld zu zahlen, damit es ihren verstorbenen Angehörigen gut geht. Außerdem muss kein Christ für sein Seelenheil fasten.

„Was soll das denn jetzt?“, fragt ein katholischer Geistlicher entsetzt Zwingli, der fest entschlossen ist, die Bibel und ihre eigentliche Botschaft vom Evangelium den armen Leuten zu bringen. Was der Geistliche hinzufügt, klingt wie ein Witz, wird aber zu bitterem Ernst, wenn die starre Haltung der Kirche später zu viel Leid und Tod führt. Er sagt: „Musst du dich um das Seelenheil der Leute kümmern?“ Ein Seitenhieb auf die Kirchenoberen, der sitzt.

Ein Bischof warnt Zwingli: „Fang mir nicht an, hier herumzufuhrwerken wie der Luther.“ Das nun ist der größte Stress, den man den Kirchenoberen antun kann: Ihr in sich geschlossenes Glaubenssystem mit der Bibel in Verbindung zu bringen. Sollten die einfachen Leute lernen, die Bibel selbst zu lesen und zu glauben, würden die römischen Mauern schnell ins Wanken geraten.

Dem Gläubigen bleibt das Suchen nicht erspart

Es ist vor allem diese Botschaft, die der Film exzellent herausarbeitet und die ihn so empfehlenswert macht. Hinzu kommen eine authentische Kulisse und ein guter Cast. Außerdem verdiente es allein die Liebesbeziehung Zwinglis zu seiner späteren Ehefrau Anna Reinhart, filmisch erzählt zu werden.

„Zwingli – Der Reformator“ hat eine wertvolle Botschaft, die an den Grundfesten der Kirche sägte und vielleicht an vielen Stellen bis heute sägt und die viele Menschen zu einem Glauben an einen gütigen Gott befreite. „Gott bestraft uns nicht, auch wenn wir Fehler machen“, lautet ein Credo, das sich im Film wiederholt. Dabei hat der alte Glaube der Kirche, das „Outsourcen“ des Glaubens an bezahlte Experten, durchaus etwas Verlockendes. Denn es ist einfacher, das Glauben jemandem anderen zu überlassen, als selbst mit Zweifeln kämpfen zu müssen. Aber kann es wirklich im Sinne Gottes sein, dass wir den Verstand, den er jedem von uns gegeben hat, nicht nutzen?

Vielleicht ist es der Drehbuchautorin des Films, Simone Schmid, zu verdanken, dass es Zwinglis Frau Anna ist, die die wichtigste Botschaft des Films im Schlusswort auf den Punkt bringen darf: „Viele wünschen sich die alten Gewissheiten zurück, aber ich weiß: Es bleibt uns nichts anderes übrig, als auf der Suche zu sein.“

Und Luther? Der kommt nur am Rande vor, in einem kurzen Bericht Zwinglis von seinem Versuch, sich mit dem Urheber der Reformation in Marburg zu einigen. Enttäuscht winkt er ab: „Luther glaubt immer noch, wir würden beim Abendmahl den echten Körper von Jesus fressen und sein echtes Blut saufen. In seinem Kopf steckt immer noch der Papst.“ Vielleicht war Zwingli der radikalere Reformator, der in Zürich genau am richtigen Ort war und die Schweiz veränderte. Für immer.

„Zwingli – Der Reformator“, 128 Minuten, Preview: 31. Oktober 2019 in Herford, Kinostart: ab 6. September 2019

Von: Jörn Schumacher

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Tue, 20 Aug 2019 09:44:00 +0200
<![CDATA[Blindes Vertrauen in Gott]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2019/08/20/blindes-vertrauen-in-gott/ Eine Rezension von Johannes Blöcher-Weil]]> Maria Müller wäre in der Nazi-Zeit beinahe Opfer der Nationalsozialisten geworden. Als stark sehgeschädigtes Mädchen war ihr Leben für die Nazis kaum etwas wert. Im Buch „Siehst du die Grenzen nicht, können sie dich nicht aufhalten“ beschreibt Autorin Jutta Hajek, wie die junge Frau und spätere Mutter, mit drei ebenfalls sehgeschädigten Familienmitgliedern, ihren Alltag meistert. Ihr Sohn Stefan wird später Priester im Bistum Limburg.

1939 diagnostizieren die Ärzte bei der damals Zweijährigen eine starke Sehschädigung. Für sie und ihre Familie bedeutet dies, die Behinderung vor den Nazis zu verheimlichen. Maria muss sich einmal sogar vor den herannahenden Nazi-Schergen im Wald verstecken, weil die Familie anonym angezeigt worden war. Blinde und sehgeschädigte Menschen sahen die Nationalsozialisten als lebensunwertes Leben. Der tägliche Überlebenskampf schweißt die Familie zusammen.

„Meinem Mann war die Kirche bis dahin fremd“

Lieder für den Schulunterricht muss sie auswendig lernen, um nicht aufzufallen. Hausaufgaben macht sie unter freiem Himmel. Dort ist es heller und sie kann noch Reste erkennen. Sie nimmt die beinahe Blindheit überraschend positiv an. Sie zieht nach der Schule nach Frankfurt und lernt in dieser Zeit ihren katholischen Glauben schätzen.

Ihren Mann Josef lernt sie 1963 auf einem Kongress in Konstanz kennen. Auch er hat als Zwölfjähriger sein Augenlicht weitgehend verloren. Zwei Jahre später heiraten sie. Maria Müller über ihren Ehemann: „Ich kannte die Kirche zwar seit meiner Kindheit, aber Josef war sie fremd.“ Das sollte sich ändern. Er beschäftigt sich intensiv mit der Theologie und studiert sie in einem Fernkurs. Maria bringt Stefan und Christof zur Welt, die ebenfalls blind beziehungsweise stark sehgeschädigt sind.

Auf den folgenden Seiten erzählt die Autorin Jutta Hajek dann die Geschichte aus Sicht der beiden Söhne weiter. Die Eltern hätten ihnen oft von Gott erzählt und das Bild eines liebenden Vaters vermittelt, erklärt Stefan: „Ich tue mich leicht damit, mir Gott als Vater vorzustellen." Vor allem Stefan diskutiert mit seinem Vater gerne über theologische Themen.

Kann ein Blinder Pfarrer werden?

Für die Brüder ist der Katholikentag 1986 in Aachen ein wichtiges Gemeinschaftserlebnis. Beide wollen authentisch als Christen leben. Für Stefan bedeutet dies, dass er sich ernsthaft mit dem Berufswunsch Priester auseinandersetzt. Kann das als Blinder gelingen? Nach einem Vorbereitungsseminar erhält er die Zusage. Der Tod des Vaters 1987 lässt ihn an Gott zweifeln, am Berufswunsch hält er fest.

Manche Fragen bleiben: Kann er einen Beruf ausüben, in dem er in der Seelsorge die Gestik und Mimik des Gegenübers wahrnehmen sollte? Das Studium ist hart, er bekommt viel Gegenwind von Mitstudenten, aber er hält durch und merkt, dass seine Einschränkung kein Hinderungsgrund ist: „Gott kann in meiner Schwachheit seine Liebe zum Ausdruck bringen.“ In dieser Zeit begegnet er Anna. Es funkt bei dem angehenden Theologen und er hinterfragt seine Berufswahl. Doch die beiden gehen getrennte Wege.

Vor allem Studienkollege Andreas wird ihm zum wichtigen Begleiter. 1997 wird er in Limburg zum Priester geweiht. Er möchte das „Geschenk des Glaubens“ weitergeben. Er weiß, dass ein gläubiger Christ nicht erfolgreicher und gesünder ist als andere Menschen. Weitergeben möchte er Gottes grenzenlose Liebe und die eigene Hoffnung über den Tod hinaus.

Das spornt ihn an. Er bekommt zahlreiche Aufgaben übertragen. Neben den üblichen Amtshandlungen ist er für die Sambia-Partnerschaft und - natürlich - für die Blindenseelsorge im Bezirk Limburg zuständig. Er hat seinen Traumberuf gefunden, in dem er seine persönlichen Freiräume nutzen darf.

Vertrauen in Jesus gibt Halt

Ähnlich geht es einem Bruder Christof, der die eigene Kindheit als „Zeit ohne Not“ wahrnahm. Die gemeinsame Schulzeit mit Stefan genießt er. Ihr Christsein macht sie zwar zum Außenseiter. Aber der sonntägliche Gottesdienst ist ihnen wichtiger als anderes. Auch die „Sauftouren“ der Mitschüler meiden sie: „Wir waren es gewohnt, gegen Widerstände zu kämpfen.“

Als Lehramtsanwärter ist er der erste Blinde im Studienseminar. Auch das ist nicht einfach. Sein Vertrauen in Jesus gibt ihm Halt. Er unterrichtet in einer Schule im Taunus. Christof weiß die Unterstützung des Sozialstaats zu schätzen, der ihm optimale Rahmenbedingungen verschafft. Der Alltag als blinder Lehrer stellt ihn immer wieder vor Herausforderungen. Manche Schüler bemitleiden ihn, andere stellen verletzende Fragen. Für Müller sind Offenheit und Ehrlichkeit wichtige Faktoren, um seinen Beruf auszuüben. Wenn er mit Schülern die Holocaust-Gedenkstätte Hadamar besucht, diskutiert er mit ihnen, wie sie wohl damals mit Behinderten umgegangen wären.

Ehrenamtlich engagiert er sich in der Kommunalpolitik: „Hier konnte ich gleichwertig mittun.“ In der Gemeinde bietet er Gesprächsabende an. Menschen sollen offen und ehrlich über Glaubensthemen reden. Ihn fasziniert, wie sich im Katholischen Blinden-Werk sehgeschädigte Menschen für andere einsetzen, denen es genauso geht.

Die Autorin erzählt drei interessante und unterhaltsame Lebensbilder, in denen der Glaube eine wichtige Rolle spielt. Allen Dreien ist wichtig, dass Glaube und öffentliches Engagement zusammengehören. Sie wollen Frieden zwischen den Menschen fördern. Deshalb versuchen die Mutter und die beiden Söhne ihren Glauben authentisch zu leben und andere anzustecken. Sie betrachten sich als geliebte Kinder Gottes. Diese Botschaft wollen sie weitergeben - trotz oder gerade mit ihrer Behinderung. Das gelingt mit dem Buch.

Jutta Hajek, Siehst du die Grenzen nicht, können sie dich nicht aufhalten, bene!, 224 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 9783963400759

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Tue, 20 Aug 2019 09:04:00 +0200
<![CDATA[„O'Bros“: „Wir haben sogar Morddrohungen erhalten“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2019/08/19/obros-wir-haben-sogar-morddrohungen-erhalten/ Der Sänger Alexander der christlichen Hip-Hop-Gruppe „O'Bros“ hat der Nachrichtenseite stern.de ein Interview gegeben. Darin erzählt der 21-Jährige, dass die Menschen nicht nur positiv auf ihre Musik reagieren. Nach einem viral gegangenen Video hätten er und sein 22-jähriger Bruder Maximilian aufgrund ihrer Botschaft auch viele Beleidigungen und sogar Morddrohungen erhalten. „Wenn man mit einer Message wie unserer ankommt, muss man halt davon ausgehen, dass sich einige Leute auf den Schlips getreten fühlen“, sagte Alexander über die nicht zimperliche deutsche Hip-Hop-Szene.

Auf einen missionarischen Antrieb angesprochen, sagte er: „Das wird einem ja oft unterstellt. Oder dass man sich von der Kirche vor den Karren spannen lässt, um dem Ganzen ein cooles Image zu verpassen. Aber das ist nicht unser Ziel.“ Die Musik der „O'Bros“ soll dagegen „junge Christen ermutigen und ihnen sagen, dass sie sich nicht für ihren Glauben schämen müssen“. Alexander erzählte von jungen Christen, die er persönlich kennt und die nicht offen zu ihrem Glauben stehen. Die wollen sie ermutigen.

Der Sänger aus München stellte klar, dass die „O'Bros“ für den Glauben und nicht für die Kirche stehen. „Die Kirche ist auch nur eine menschliche Institution, und ihre Vertreter machen genau so viele Fehler wie alle anderen Menschen auch“, sagte er. Nach Möglichkeiten gefragt, wie die Kirche den christlichen Glauben für junge Menschen interessant machen kann, antwortete er: „Wir müssen wieder zurück zu unseren Wurzeln und Werten kommen. Annahme, Toleranz und Nächstenliebe sind die eigentlichen Werte, auf denen das Menschenbild des Christentums fundiert, und diese sind absolut zukunftsfähig.“ Er finde es schade, wenn sich manche Christen hinsichtlich der Wertschätzung oder Nächstenliebe Nachhilfe von der Gesellschaft geben lassen müssten.

Das Interview wurde unter der Stern-Marke Neon veröffentlicht. Das monatliche Magazin hat als Kernzielgruppe 20- bis 35-Jährige, wurde aber am 18. Juni 2018 als Print-Ausgabe eingestellt. Neon lebt jedoch als Online-Publikation unter der Dachmarke stern.de weiter.

Von: Michael Müller

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Mon, 19 Aug 2019 15:14:00 +0200
<![CDATA[Berliner Domchor muss Mädchen nicht aufnehmen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/berliner-domchor-muss-maedchen-nicht-aufnehmen/ Das Verwaltungsgericht Berlin hat am Freitag die Klage eines neunjährigen Mädchens auf Aufnahme in den Berliner Staats- und Domchor der Universität der Künste (UdK) abgewiesen. „Die Ablehnung der Aufnahme der 9-jährigen Klägerin in den bisher nur mit Knaben besetzten Staas- und Domchor Berlin ist rechtlich nicht zu beanstanden“, erklärte das Verwaltungsgericht am Freitag in einer Pressemitteilung.

Die Mutter des Mädchens wollte die Aufnahme ihrer Tochter in den Berliner Domchor auf gerichtlichem Weg durchsetzen. Der Chorleiter hatte das Mädchen nach einem Vorsingen abgelehnt. Er hatte seine Entscheidung damit begründet, dass die Motivation bei dem Mädchen für einen Einstieg in den Domchor nicht genüge und dass dem Mädchen Grundlagen fehlten.

Die Mutter sah in der Ablehnung ihrer Tochter eine geschlechtsspezifische Diskriminierung. Das verletze den Anspruch des Mädchens auf gleiche Teilhabe an staatlicher Leistung und Förderung. Die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Berlin hat die Klage am Freitag abgewiesen und unter anderem damit begründet, dass die Ablehnung der Bewerberin durch die Kunstfreiheit gerechtfertigt sei. Zur Kunstfreiheit gehöre, dass der Chorleiter die Ausrichtung und das Klangbild eines Chores, in dem Fall als Knabenchorklang, bestimmte. Nach der Bewertung des Chorleiters habe die Stimme des Mädchens dem gewünschten Klangbild jedoch nicht entsprochen.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache hat das Verwaltungsgericht die Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zugelassen.

(Aktenzeichen: VG 3 K 113.19)

Von: Norbert Schäfer

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Sat, 17 Aug 2019 17:39:00 +0200
<![CDATA[Skillet-Sänger: „Warum öffentlichkeitswirksam vom Glauben abwenden?“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2019/08/16/skillet-saenger-warum-oeffentlichkeitswirksam-vom-glauben-abwenden/ John L. Cooper, der Sänger der erfolgreichen christlichen US-Rockband Skillet, hat sich kritisch über christliche Künstler und Leiter geäußert, die öffentlichkeitswirksam ihre Abkehr vom Glauben kundtun. „Immer mehr unserer Leiter und Influencer, die einst ,Gesichter‘ des Glaubens waren, fallen von ihm ab. Und gleichzeitig sprechen sie sehr lautstark und forsch darüber“, schreibt der Musiker in einem langen Facebook-Post. „Erschreckenderweise wollen sie weiterhin andere beeinflussen (zu welchem ​​Zweck?), während sie verkünden, dass sie sich vom Glauben abwenden.“

In seinem Post nennt Cooper keine Namen. Verbindungen zu aktuellen Äußerungen christlicher Prominenter lassen sich jedoch nicht von der Hand weisen. Etwa der amerikanische Beziehungsratgeber und Pastor Joshua Harris (Autor von „Ungeküsst und doch kein Frosch“) hatte im Juli bekanntgegeben, dass er nicht mehr dem christlichen Glauben anhängt (pro berichtete). Und auch der christliche Musiker Marty Sampson äußerte sich mit den Worten, dass sein Glaube auf „unglaublich wackligen Füßen“ stehe. Er wurde durch die Hillsong-Bewegung bekannt und ist Komponist zahlreicher christlicher Lieder.

„Keine 20-jährigen Anbetungssänger als Quelle der Wahrheit ansehen“

Cooper stellt klar, er werde niemals über Menschen urteilen, die nicht denselben Glauben haben, „auch wenn sie Religion oder das Christentum hassen“. Wenn es jedoch um Personen geht, die demselben Glauben wie er anhängen, „muss es ein gewisses Maß an Loyalität, Freundschaft und Verantwortlichkeit untereinander und gegenüber dem Wort Gottes geben“.

Sein Fazit für alle Christen lautet: „Wir müssen aufhören, Lobpreisleiter und Vordenker oder Influencer oder coole oder ,relevante‘ Leute zu den einflussreichsten Personen im Christentum zu machen.“ Er schließe sich in diese Aussage ein; die Facebook-Seite seiner Band hat mehr als fünf Millionen Fans. „Ich sage seit 20 Jahren, dass wir uns in einem gefährlichen Stadium befinden, wenn die Kirche 20-jährige Anbetungssänger als Quelle der Wahrheit ansieht. Wir haben derzeit eine Kirchenkultur, die lernt, wer Gott ist, indem sie moderne Lobpreislieder singt – und nicht aus den Lehren des Wortes.“ Damit wolle er nicht unhöflich gegenüber seinen Lobpreis-Freunden sein: Sänger und Musiker seien gut darin, Emotionen und Gefühle zu wecken. Damit werde ein Weg geschaffen, um mit Gott zu kommunizieren. „Jedoch sind Sänger nicht immer die besten Leute, um solide biblische Wahrheiten und Lehren zu schreiben. Manchmal sind wir zu jung, kennen die Schrift zu wenig, sind uns nicht bewusst über die Reinheit der Schrift und die Heiligkeit des Gottes, zu dem wir singen.“

Eines der Argumente von prominenten Zweiflern sei, dass in Gemeinden über manche schwierige Themen nicht gesprochen werde, etwa wie ein liebender Gott mit Leid und Hölle zusammenpasse. Der Skillet-Sänger hält dagegen und erklärt, die Aussage sei „schlicht und ergreifend falsch“. Die Kirche ringe buchstäblich seit 1.500 Jahren mit diesen Fragen. „Alle reden darüber. Kinder in der Sonntagsschule reden darüber.“ Es gebe zahlreiche Bücher zu solchen Themen. Weiter kontert Cooper: „Nur, weil du nicht die gewünschte Antwort bekommst, heißt das noch lange nicht, dass wir nicht bereit sind, uns damit auseinanderzusetzen. Wir ringen mit der Bibel, bis wir durch die Erneuerung unseres Geistes verwandelt werden.“

Kirche muss „Vormachtstellung des Wortes“ neu entdecken

Ihn bewege es zudem, dass Influencer immer wieder erklärten, neue Einsichten und Wahrheiten zu suchen, und dass sie gleichzeitig die Menschen aufforderten, Gutes zu tun und zu vergeben. Er fragt: „Woher wüsstest du, was ‚gut‘ ist, ohne Jesu Lehren?“ Er sei erstaunt, „dass so viele Christen die Vorzüge des Reiches Gottes wollen, aber mit der Einschränkung, dass sie selbst der König sind“.

Es sei an der Zeit, dass die Kirche wieder die „Vormachtstellung des Wortes“ neu entdecke und die Lehren der Bibel wertschätze. „Wir müssen die Wahrheit dem Gefühl vorziehen – Wahrheit über Emotionen.“ Jetzt sei das Resultat davon sichtbar, wie die Kirche Influencer groß gemacht habe, „die die Wahrheit nicht vorherrschend schätzen und eine Generation angeführt haben, die nicht an die Überlegenheit der Wahrheit glaubt. Und jetzt führen [...] diese verleugnenden Leiter kühn weg von der Wahrheit.“ Cooper fragt anschließend, ob es dann ein Wunder sei, dass das Leben dieser Leiter auseinanderbreche, nachdem sie „die absolute Wahrheit der Bibel loslassen“.

Nicht Gottes Wort der Kultur anpassen

Seinen Post schließt der Skillet-Sänger mit einen Bibelvers aus Jesaja 40,8 und dem Aufruf: „Bitte bemüht in eurer Suche nach Relevanz das Evangelium. Lasst uns keine kreativen Wege finden, um Gottes Wort in das Bild unserer Kultur zu quetschen, indem wir unbequeme Wahrheiten unterdrücken.“ Vielmehr verweist er auf das Festhalten am „Anker des lebendigen Wortes Gottes. Denn er ändert sich nicht.“

Coopers Musikgruppe Skillet besteht seit über 20 Jahren. Sie gilt laut Warner Music als „eine der erfolgreichsten Rock-Formationen des 21. Jahrhunderts“. Mehr als 11 Millionen Tonträger hat das US-Quartett bereits verkauft. Die Band war zweimal für den Musikpreis Grammy nominiert und gewann einen „Billboard Music Award“ für ihr Platin-prämiertes Album „Awake“.

Von: Martina Blatt

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Fri, 16 Aug 2019 17:35:00 +0200
<![CDATA[Jugendfreund von Bono: So kam der U2-Sänger zum Glauben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2019/08/16/jugendfreund-von-bono-so-kam-der-u2-saenger-zum-glauben/ Dass der Sänger Bono gläubig ist, ist bekannt. Der Frontmann der Band U2, dessen bürgerlicher Name Paul Hewson ist, hat schon öfter über seinen Glauben gesprochen und ihn in seinen Liedern verarbeitet. Vor kurzem sprach ein alter Jugendfreund des Sängers darüber, wie Bono zum Glauben fand. Derek Rowen, besser bekannt als Guggi, sprach anlässlich einer Ausstellung seiner Bilder unter dem Titel „My Cup Overflows“ in Los Angeles mit dem Religion News Service.

„Bono und ich waren nicht wie die anderen Kinder auf der Straße, und das wussten wir. Ich galt als komischer Kauz, als Freak“, sagte Guggi, der im Mai 60 wurde und ein Jahr älter ist als Bono. „Wir wussten nicht, was wir sagen sollten, wenn man uns fragte, wer unsere Lieblings-Fußballspieler waren, denn wir kannten keine Namen. Wenn wir für das falsche oder für gar kein Team gewesen wären, hätte man uns locker verprügeln können." Bono und Guggi hatten noch etwas gemeinsam: einen tiefen Glauben an Jesus.

„Gott füllt das Loch in meinem Herzen“

Bonos Vater Bob war Katholik, und seine Mutter Iris Protestantin. Doch es war Guggis Vater Robbie Rowen, der die beiden Jungen zu einem tiefen Glauben an Jesus brachte. „Bono kam zum Glauben durch meinen Vater“, sagte Guggi, „genau wie ich.“ Robbie Rowen ist heut 86 Jahre alt.

In einem Interview sagte Bono 2005, Dereks Vater sei ihm immer wie ein Prophet vorgekommen. „Ich erinnere mich gut an seine bildreiche Sprache, wenn er zu uns predigte.“ Bonos Mutter starb, als er 14 Jahre alt war. Danach verbrachte er viel Zeit bei seinem Freund Guggi, und dort hörte er viel auch seinem Vater zu. Guggi und er gingen gemeinsam zu christlichen Jugendcamps. Guggi selbst gründete einst eine Musikband mit dem Namen „The Virgin Prunes“, in der unter anderem der Bruder des U2-Gitarristen The Edge mitspielte. In den 80er Jahren verließ Guggi die Band und widmete sich ganz der Kunst.

In einem Gespräch mit dem Theologen David Taylor vom Fuller Theological Seminary sagte Bono 2017, der Tod seiner Mutter habe ihn zum Glauben an Jesus gebracht. „Durch die Trauer wurde ich Künstler“, sagte Bono. „Ich trat eine Reise an, auf der ich versuchte, das Loch in meinem Herzen mit Musik zu füllen, mit Freunden und der Band. Aber schließlich ist es nur Gottes Liebe, die dieses Loch füllen kann; es ist ein großes Loch, aber glücklicherweise ist es eine große Liebe.“

Im April erschien eine Kurz-Dokumentation mit dem Titel „Bono & Eugene Peterson“, in der Bono auch über seinen Glauben spricht.

Von: Jörn Schumacher

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Fri, 16 Aug 2019 14:15:00 +0200
<![CDATA[„Der politische Islam agiert mitten unter uns“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2019/08/16/der-politische-islam-agiert-mitten-unter-uns/ pro: Für Ihren Vorschlag, Schüler mit unzureichenden Deutschkenntnissen später einzuschulen, haben Sie breite Kritik erfahren. Von links, aber auch aus der eigenen Partei. Die CDU-Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, Karin Prien, warf Ihnen „populistischen Unfug“ vor. Fühlen Sie sich falsch verstanden?

Carsten Linnemann: Ich fühle mich nicht falsch verstanden, ich wurde falsch verstanden. Die Schlagzeile „Grundschulverbot für Kinder, die kein Deutsch können“, die da stundenlang durch die Medien geisterte, war ja völlig an den Haaren herbeigezogen. Zwar hat die Nachrichtenagentur die Meldung schließlich korrigiert und sich auch bei mir entschuldigt, aber da war der Zug der Empörung schon losgefahren. Offenbar machen sich immer mehr Menschen heutzutage nicht mehr die Mühe, längere Texte zu lesen, sondern nur Überschriften. Dazu gehören leider auch Politiker. Nach der Richtigstellung haben sich die Wogen inzwischen geglättet – auch in meiner eigenen Partei. Wir sind wieder mitten in der Sacharbeit.

Die Erziehungswissenschaftlerin Ingrid Gogolin widerspricht Ihnen aber. Sie sagt: Die Schule hat die Aufgabe, Kindern Deutsch beizubringen. Dass Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule kommen, sei nichts Neues. Was sagen Sie dazu?

Ich habe in den vergangenen Tagen sehr viele Zuschriften von Pädagogen und auch Logopäden bekommen. Die meisten haben mich zwar in meiner Position bestärkt, aber es gab auch einige, die ähnlich wie Frau Gogolin argumentierten. Offenbar ist sich die Fachwelt also in ihrer Bewertung nicht ganz einig – was auch in anderen Wissenschaften nicht selten ist. Aber umso wichtiger ist es doch, wenn ich mich als Politiker, der Entscheidungen treffen muss, an dem orientiere, was mir die Menschen widerspiegeln, die tagtäglich mit den Zuständen an unseren Schulen konfrontiert werden: nämlich Grundschullehrer, Schulleiter und Eltern. Und hier ist das Fazit eindeutig: In Schulklassen, in denen ein Drittel oder sogar die Hälfte der Kinder kein oder nur ein schlechtes Deutsch spricht, ist ein normaler Unterricht kaum möglich. Denn welche Schule hat schon die Kapazitäten, um jedem Kind, das der deutschen Sprache nicht mächtig ist, jemanden an die Seite zu setzen, der ihm hilft? Und was passiert, wenn auch die Eltern dieses Kindes das Defizit nicht ausgleichen können? In Berlin ist bereits zu sehen, wohin so etwas führen kann. Die Fakten sprechen hier Bände. Das sind Zustände, die uns alle aufrütteln sollten. Es braucht jetzt dringend mehr Verbindlichkeiten im Bereich von Sprachtests und Sprachförderung.

Sie sind eigentlich Wirtschaftspolitiker. Dennoch melden Sie sich vermehrt zu Themen der Integration und auch des Islams zu Wort. In Ihrem Buch „Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“ fordern Sie ein härteres Vorgehen gegen Muslime, die sich nicht integrationswillig zeigen. Warum treibt Sie das Thema derart um?

Deutschland hat in den vergangenen Jahren sehr viele Flüchtlinge aufgenommen, die aus ihren Heimatländern einen völlig anderen Wertekodex mitgebracht haben. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Erdogan-Regierung der Türkei einen Kurs der Re-Islamisierung fährt, der sich über den Arm von Ditib (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, der größte Islamverband in Deutschland, Anm. d. Red.) auch in Deutschland bemerkbar macht. Was man auch wissen sollte: Unter den islamistischen Gefährdern befinden sich viele, die hier in Deutschland sozialisiert und radikalisiert wurden. Mit anderen Worten: Der politische Islam, der diese Islamisierung antreibt, und zwar meistens sehr subtil und versteckt, agiert mitten unter uns. Für unsere pluralistischer werdende Gesellschaft ergibt sich daraus ein erhebliches Gefahren-Potenzial: Da geht es nicht nur um die drohende Spaltung der Gesellschaft, sondern auch um die Frage, wie wir unsere freiheitlich-demokratische Rechtsordnung verteidigen können. Insbesondere vielen Mittelständlern, die hier verwurzelt sind und ihre Geschäfte nicht einfach ins Ausland verlagern können, ist diese Gefahr bewusst. Sie wissen um den Wert einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Zudem hat eine immer größer werdende Zahl an Unternehmern ein großes Interesse daran, Fach- und Arbeitskräfte auch aus islamischen Ländern zu gewinnen. Aber dann muss Integration auch funktionieren.

Für ausländische Prediger, die in Deutschland tätig sind, fordern Sie ein Visum, das an Deutschkenntnisse gekoppelt ist, und zusätzlich eine umfassende Sicherheitsüberprüfung sowie deren schriftliches Bekenntnis zur Rechtstreue. Niemand würde auf die Idee kommen, dies etwa für amerikanische Pastoren einzufordern, die oft jahrelang freikirchliche Gemeinden in Deutschland leiten. Stigmatisieren Sie hier nicht eine bestimmte Gruppe?

Um eins klarzustellen: Die Regelungen für ein solches Visum würden natürlich für Prediger aller Religionen gelten. Also auch für den südamerikanischen Pastor, der hier längerfristig in einer freikirchlichen Gemeinde tätig werden will. Schon heute verlangt der deutsche Staat von jedem, der aus einem Drittstaat einreisen und hier eine Arbeit aufnehmen will, Kenntnisse der deutschen Sprache und sogar Qualifizierungsnachweise. Ich glaube, es ist nicht zu viel verlangt, wenn auch ein Prediger, der hier Gemeindearbeit leisten will und damit automatisch eine gesellschaftspolitisch wichtige Funktion einnimmt, zumindest über Grundkenntnisse unserer Sprache und Kultur verfügen sollte.

Bei der Vorstellung Ihres Buchs in Berlin im Februar sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble: „Muslime und mit ihnen der Islam sind ein Teil Deutschlands.“ Und weiter: Es sei wichtig, „einen Islam zu schaffen, der sich in Deutschland zu Hause fühlt“. Stimmen Sie ihm zu?

Genau darum geht es mir doch. Einige der Autoren in meinem Buch sind ja Muslime. Ich kämpfe mit ihnen dafür, dass sich hier ein aufgeklärter Islam etablieren kann. Es geht nicht darum, eine Religion zu bekämpfen, sondern den Rahmen zu bewahren, in dem Religionsfreiheit auch weiterhin möglich sein kann. Die Mehrheit der Muslime in Deutschland weiß unsere freiheitlich-demokratische Ordnung zu schätzen. Diesen dürfen wir jetzt nicht in den Rücken fallen, indem wir islamistische und damit verfassungsfeindliche Strömungen einfach hinnehmen.

Ist es nicht vermessen, den Islam von außen verändern zu wollen? Wie ist dies zu erreichen?

Ja, das wäre es in der Tat, und das ist auch nicht meine Absicht. Im Zentrum meiner Überlegungen steht vielmehr die Aufrechterhaltung unserer freiheitlichen Ordnung, die auch die Religionsfreiheit umfasst. Um es auf den Punkt zu bringen: Auch das verfassungsrechtlich hohe Gut der Religionsfreiheit ist nicht schrankenlos, sondern endet da, wo andere Freiheiten eingeschränkt und sogar bedroht werden – wie zum Beispiel im Fall der Muslime, die sich mutig für einen liberalen und reformorientierten Islam aussprechen. Daher ist es gut und richtig, dass die Deutsche Islamkonferenz jetzt auch wieder für diese Muslime geöffnet wurde. Die Politik kann keinen innerislamischen Dialog führen und sie darf es auch nicht, aber sie muss ihn ermöglichen!

Herr Linnemann, vielen Dank!

Die Fragen stellte Anna Lutz. Linnemann war für pro nur schriftlich zu erreichen.

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Fri, 16 Aug 2019 12:48:00 +0200
<![CDATA[Mehrheit sieht Friedenspotenzial von Religionen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/08/16/mehrheit-sieht-friedenspotenzial-von-religionen/ Religionen sind in vielen Gegenden der Welt ein Anlass von Konflikten und Unterdrückung. Dass sie grundsätzlich auch etwas zum Frieden beitragen können, finden 56 Prozent der Deutschen. Das ergab eine Befragung des Meinungsforschungsunternehmens YouGov. Jeder Dritte findet Aufrufe zur Versöhnung am hilfreichsten, 27 Prozent der Befragten bewerten konkrete Gesprächsangebote der Religionsgemeinschaften als zielführend.

Knapp vier von zehn Deutschen bescheinigen den Religionen, „einen bedeutenden Beitrag zum Frieden in der Welt“ zu leisten. „Diese Zahlen zeigen, dass sich die Kirchen und religiösen Vertreter an öffentlichen Diskursen zum Klimawandel und Migrationspolitik beteiligen sollen oder bereits essentieller Bestandteil von diesen sind“, resümierte Ulrich Schneider die Ergebnisse. Er ist Geschäftsführer der Stiftung Friedensverantwortung der Weltreligionen und Zivilgesellschaft, die die Studie in Auftrag gab.

Die Stiftung führt in der kommenden Woche die 10. Weltversammlung der internationalen Organisation „Religions for Peace“ mit rund 900 Vertretern aus 17 Religionen und rund 100 Nationen durch. Deutschland ist erstmals Gastgeber dieser Konferenz, die alle sechs Jahre stattfindet. „Der internationale Friedensdialog in Zusammenarbeit mit den Religionen muss künftig mehr Platz auf der politischen und zivilgesellschaftlichen Agenda haben und die Gesellschaft ausreichender informiert und beteiligt werden“, betonte Schneider laut einer Pressemitteilung. „Religions for Peace“ ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Allianz religiöser Gemeinschaften.

Für die repräsentative Studie wurden Ende Juli über 2.000 Personen befragt.

Von: Jonathan Steinert

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Fri, 16 Aug 2019 10:45:00 +0200
<![CDATA[Kaum einer weiß, was Organspende bedeutet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/08/16/kaum-einer-weiss-was-organspende-bedeutet/ Ein Kommentar von Anna Lutz]]> Die parlamentarische Sommerpause endet so, wie sie begonnen hat: Mit dem Thema Organspende. Noch im Juni diskutierte das Hohe Haus in Erster Lesung über ein neues Gesetz. Eine Abstimmung könnte im Oktober folgen. Während es um Gesundheitsminister Spahn (CDU), der die Debatte seinerzeit anzettelte, noch ruhig ist, traten am Donnerstag zwei seiner Vorgänger ins Scheinwerferlicht. Hermann Gröhe (CDU) und Ulla Schmidt (SPD) kritisierten die Pläne des Ministers zur sogenannten Widerspruchslösung und warben für einen Erhalt des Status quo mit einigen maßgeblichen Verbesserungen. Krankenhäuser sollen besser ausgestattet sein und Patienten regelmäßig nach ihrem Willen zur Organspende gefragt werden. Spahn hingegen will, dass jeder Bürger ab 16 Jahren automatisch zum möglichen Spender wird, wenn er oder seine Angehörigen dem nicht widersprechen.

Gröhe sagte am Donnerstag: Kein Bürger in Deutschland dürfe in Sachen Organspende unter moralischen Druck geraten. Nun ist Gröhe auch Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Und Vertreter ebendieser versehen das Thema stetig und gerne mit der moralischen Keule. Die Evangelische Kirche im Rheinland etwa betonte noch 2018: „Eine Organspende ist eine Chance, christliche Nächstenliebe zu leben.“ Die Evangelische Kirche in Deutschland ließ die Welt in einer Erklärung einst wissen: Organspende sei eine Möglichkeit, „über den Tod hinaus sein Leben in Liebe für den Nächsten hinzugeben“.

Mangel an ergebnisoffener Aufklärung zu Organspende

Organspende, das gehört sich so, mag der ein oder andere da denken. Das wiederum gehört sich nicht. Wer seinen Körper für andere gibt, sollte das möglichst unvoreingenommen tun. Schmidt und Gröhe erklärten am Donnerstag, sie wollen die Aufklärung über Organspende in Deutschland verbessern. Das tut Not – nicht nur im christlichen Kontext. Auf Internetseiten, etwa der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, stehen bisher nur knappe Infos darüber, wie eine Spende abläuft. Wer googelt, erfährt kaum etwas von dem, was auch gegen eine Organspende sprechen kann: Dass sie etwa Sterbebegleitung unmöglich macht, weil der Körper von Maschinen am Leben erhalten in den OP gebracht wird und ohne Herzschlag wieder herauskommt. Dass die Angehörigen des Spenders nicht dabei sind, wenn er seinen letzten Atemzug tut. Dass Chirurgen dem Hirntoten vor der Operation nicht selten Betäubungsmittel verabreichen, um nicht das ungute Gefühl zu haben, dass er womöglich doch noch etwas spürt.

Deutschland mangelt es an einer echten und ergebnisoffenen Aufklärung zum Thema Organspende. Das Magazin Stern hat das jüngst in einer beeindruckenden Reportage realisiert. Jeder hat das Recht, alles zu wissen, wenn es um eine Entscheidung geht, die den eigenen Körper und das Leben seiner Angehörigen derart betrifft. Die Zahl der Spendewilligen muss steigen. Aber sie müssen ihre Entscheidung mündig, gut informiert und vor allem freiwillig treffen. Das zu ermöglichen, ist ebenfalls Aufgabe einer neuen gesetzlichen Regelung.

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Fri, 16 Aug 2019 09:21:00 +0200
<![CDATA[Wie wörtlich ist „bibeltreu“?]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/08/15/wie-woertlich-ist-bibeltreu/ Eine Kolumne von Jürgen Mette]]> „Sind Sie auch bibeltreu?“ So wurde ich von einem Gemeindeleiter gefragt, der mich zu einem Vortrag einladen wollte. Ich gab die Frage zurück. „Sind Sie denn selbst bibeltreu?“ Pause. „Ja, schon.“ Und was heißt das nun konkret? „Dass ich die Bibel wörtlich nehme.“ Ich: „Echt? Jedes Wort wörtlich?“ Ich hätte ihn zu gern getestet, aber dann tat er mir doch leid.

Wer bestimmt eigentlich, was „bibeltreu“ ist? Es gibt keine verbindliche theologische Definition, das Adjektiv kommt in der Theologie auch gar nicht vor. Geht es um Christen, die in großer Treue täglich ihre Bibel lesen? Schon da falle ich durch die Prüfung. Geht es um den Umgang mit der Bibel, wie wir sie lesen sollen? Ich kann die Bibel nur unterscheidend lesen, dass ich mir die Texte vom ursprünglichen Setting und Genre her vergegenwärtige.

Das Wort „treu“ beschreibt eine personale Beziehungsqualität. Ich habe meiner Frau Treue versprochen. „Gott ist treu, er wird mich stärken und bewahren vor dem Bösen.“ (2. Thessalonicher 3,3). Diesen Bibelvers hat mir mein Vater vor 55 Jahren zu meiner Ordination in Holz geschnitzt. Ich habe das Paulus-Zitat immer vor Augen. Aber Treue zu einem Buch ist mir nicht ganz geheuer. Selbst wenn es von Gott selbst inspiriert wurde.

Wovon haben denn die ersten Gemeinden nach der Himmelfahrt Jesu bis zur Fertigstellung des Kanons um 350 nach Christus gelebt? Vom Alten Testament und von der mündlichen Überlieferung der Jesusgeschichten. Und von den Paulusbriefen, die abgeschrieben und weitergereicht wurden. Sie hatten keine Bibel. Und sie haben überlebt, sonst gäbe es uns gar nicht.

Scheinheiligkeit im Verzug

Der uns so vertraute Begriff „bibeltreu“ ist für kritische Zeitgenossen ein Synonym von „fundamentalistisch“. Und fundamentalistisch riecht nicht gut. In diesem Zusammenhang befindet sich auch das Schlagwort „modern“: Das steht in den Augen des „bibeltreuen“ Lagers für gefährlich und verwerflich. Alle neueren exegetischen Zugänge zu den biblischen Texten, werden prinzipiell als gefährlich klassifiziert, so als würde allein die Kenntnisnahme diverser Zugänge zum Text ansteckende Auswirkungen haben.

Die zwei Begriffe „biblisch“ und „Bibelkritik“ sind inzwischen derart ideologisch aufgeladen, dass sie für die dringend notwendigen Klärungen ausscheiden. Sie befeuern die Debatte emotional, statt sie vernünftig und sachlich herunterzukühlen. Auch das Schlagwort „liberale“ Theologie wird beliebig definiert. Kritiker meinen damit eine entfesselte Theologie, die sich ungläubig und ehrfurchtslos über die Bibel hermacht. Tatsächlich bezeichnet der Begriff aber eine Theologie, die einzig aufgrund von humanistischen und geisteswissenschaftlichen Grundlagen betrieben wird.

Eigentlich heißt „liberal“ Freiheit in Forschung und Lehre, ohne Denkverbote, ohne Lehrzucht von Rom. Im konservativen evangelikalen Kontext geht man jedoch davon aus, dass die Ergebnisse einer liberalen Theologie prinzipiell schlecht und gefährlich sind und dass man nichts davon lernen kann. Es werden nur systemimmanente Zugänge zur Schrift und Gläubige aus dem eigenen Milieu erlaubt. Dahinter steckt vermutlich eine gewisse Angst, die Bibel könnte sich in den Händen eines liberalen Theologen in Nichts auflösen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Bibel wurde im Stahlbad der Aufklärung gehärtet.

In diesem Zusammenhang lese ich in empörten Leserbriefen und Facebook-Einträgen, schlimmer noch auf den Kommentarplattformen christlicher Nachrichtendienste, auf denen man sich unter einem Pseudonym verbal duellieren kann, immer wieder diese Phrase: „Kennt Herr X seine Bibel nicht? Da steht es doch ganz eindeutig, dass ...!“

Wenn Sie diese Formel hören, liebe Leser, dann gehen Sie lieber in Deckung, denn dann ist Scheinheiligkeit im Verzug.

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Thu, 15 Aug 2019 15:18:00 +0200
<![CDATA[Abtreibung für Minderjährige? Teenager-Magazin gibt Rat]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/08/15/abtreibung-fuer-minderjaehrige-teenager-magazin-gibt-rat/ Beim amerikanischen Magazin Teen Vogue erscheint eine Kolumne namens „Down to Find Out“. Darin geht es um Fragen zu Beziehung und Sexualität. Leserinnen können dort ihre Fragen einreichen, die dann von einer Redakteurin beantwortet werden. Teen Vogue kam von 2003 bis 2017 als gedrucktes Magazin heraus. Doch seit einiger Zeit gibt es die Inhalte nur noch online. Die Zielgruppe besteht vor allem aus weiblichen Jugendlichen.

Ein 16-jähriges schwangeres Mädchen hatte die Kolumnistin des Magazins gefragt: „Ich weiß nicht, ob ich eine Abtreibung ohne die Erlaubnis meiner Eltern bekommen darf. Ich habe Angst es ihnen zu sagen, weil sie beide gegen Abtreibung sind. Was soll ich tun?“ In ihrer Antwort schreibt die Autorin des Magazins: „Es ist nur logisch, dass Teenager, die alt genug sind, Eltern zu werden, auch alt genug sind, um darüber entscheiden zu können, ob sie ein Kind bekommen wollen oder nicht. Die Möglichkeit einer Abtreibung sollte zu ihren Rechten gehören, egal was die Eltern glauben.“

Die Redakteurin erklärt, dass in 21 US-Bundesstaaten die Erlaubnis mindestens eines Elternteils für eine Abtreibung bei einer Minderjährigen notwendig sei. In elf Staaten müsse mindestens ein Elternteil informiert werden, und in fünf Staaten sei beides notwendig. In 36 Staaten gebe es eine legale Möglichkeit, als Minderjährige eine Abtreibung auch ohne die Erlaubnis der Eltern durchführen zu lassen. Die Autorin fährt fort, dass viele Teenager-Mädchen sich schämten, weil sie als ungewollt Schwangere stigmatisiert würden. Doch es sei wichtig zu wissen, dass die Eltern ihre Kinder trotzdem liebten und nur zu Beginn wütend werden könnten.

„Das ist grauenhaft"

In dem Artikel zur Abtreibung schreibt die Autorin von Teen Vogue: „Egal, welche abstrakten Ansichten deine Eltern haben sollten, sie sind wahrscheinlich sehr viel liebevoller zu euch, wenn es darum geht, dass das eigene Kind eine Abtreibung braucht.“ Es werden rechtliche Wege beschrieben, wie man die Erlaubnis der Eltern umgehen kann. „Es dauert seine Zeit, und man muss vor einem Richter sprechen“, heißt es im Artikel. Zudem heißt es, man könne auch Geld aus einem Fonds für Abtreibungen beantragen, falls man finanzielle Probleme hat.

Die Organisation „Live Action“, die „pro Life“ ist, also Abtreibung ablehnt, twitterte in einer Reaktion auf den Artikel: „Das ist grauenhaft.“ In einem Kommentar dazu schreiben die Autoren: „Teenager und ihre Eltern sollten mehr ins Leben der jeweils anderen involviert sein, denn wenn es zu ungewollten Schwangerschaften kommt, ist eine unterstützende und fürsorgliche Familie enorm wichtig für eine verängstigte Teenagerin.“ Weiter heißt es: „Jeder, der die Kinder gegen ihre Eltern aufbringen will, ist kein Freund von Familien. Alles was sie tun, ist, der Abtreibungsindustrie zu mehr Profit zu verhelfen.“

Von: Jörn Schumacher

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Thu, 15 Aug 2019 14:36:00 +0200
<![CDATA[2020 wird „Jahr der Bibel“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2019/08/15/2020-wird-jahr-der-bibel/ Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) hat 2020 zum „Jahr der Bibel“ erklärt. In einer Grundsatzrede auf dem „Jesus Global Youth Day“ in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, begründete Generalsekretär Bischof Efraim Tendero die Entscheidung: Die Bibel habe eine beispiellose Rolle in der Weltgeschichte gespielt.

„Richtig verstanden verweist die Bibel auf den Schöpfer, dessen Wort wahr, gerecht und für alle Zeit gültig ist." Das Aktionsjahr soll die Bibel Christen näher bringen. Ziel sei es, dass Christen mehr in der Bibel lesen, über sie nachdenken und die heilige Schrift eine wichtigere Rolle in allen Lebensbereichen spiele.

Darüber hinaus sei die Bibel als eine „dauerhafte Grundlage für die Förderung von Einheit, Freiheit, Entwicklung und Lebensqualität“ von Bedeutung, sagte Tendero den Tausenden von Jugendlichen. Deswegen müsse die Bibel zusätzlich in so viele Sprachen wie möglich übersetzt und darin gedruckt werden.

Die einjährige Kampagne startet am 15. und 16. September offiziell im neu errichteten „Museum of the Bible“ in Washington D.C. Unterstützt wird die Initiative von Organisationen wie „Wycliff“, „Jugend mit einer Mission“ oder „Call2All“. Die Weltweite Evangelische Allianz repräsentiert nach eigenen Angaben rund 600 Millionen Evangelikale.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Thu, 15 Aug 2019 14:12:00 +0200
<![CDATA[Organspende: Amtsvorgänger stellen sich gegen Spahn]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/organspende-amtsvorgaenger-stellen-sich-gegen-spahn/ Im Verlauf eines Gesetzgebungsverfahrens ohne Fraktionszwang wie dem zur Regelung der Organspende ist es Gang und Gebe: Parlamentariergruppen finden sich zusammen, legen Gesetzesvorschläge vor, diskutieren sie und stellen die Ergebnisse parteiübergreifend der Presse vor. Dennoch geschieht es nicht alle Tage, dass sich ausgerechnet zwei ehemalige Bundesgesundheitsminister kritisch zu einem Vorstoß ihres Nachfolgers äußern. So geschehen ist das am Donnerstag in Berlin. Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister von 2013 bis 2018, und SPD-Kollegin Ulla Schmidt, Bundesgesundheitsministerin von 2001 bis 2009, sprachen sich gegen die von Spahn vor der Sommerpause beworbene Widerspruchslösung aus und bewarben den eigenen alternativen Gruppenantrag zu einer Zustimmungslösung.

Die sogenannte doppelte Widerspruchslösung, neben Spahn getragen durch Abgeordnete wie SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, Georg Nüßlein (CSU) oder Petra Sitte (Linke), sieht vor, dass jeder Bürger ab 16 Jahren zum Organspender werden kann, der dem nicht zu Lebzeiten widersprochen hat. Im Zweifel sollen Angehörige über eine Organspende entscheiden, indem sie glaubhaft machen, dass der Betroffene kein Spender sein wollte. 222 Abgeordnete tragen diesen Gesetzesentwurf derzeit mit.

Eine weitere Parlamentariergruppe um Annalena Baerbock (Grüne), Heribert Hirte (CDU), Katja Kipping (Linke), Otto Fricke (FDP), Schmidt und Gröhe will eine Zustimmungslösung durchsetzen. Als Organspender registriert würden dann nur Menschen, die dem ausdrücklich zugestimmt haben. Informationen zur Organspende und die Abfrage des individuellen Wunsches sollen an das Abholen von Ausweispapieren bei den entsprechenden Behörden gekoppelt sein. Diesen Gesetzesentwurf tragen 192 Abgeordnete.

„Niemand darf Selbstbestimmungsrecht verlieren“

Gröhe und Schmidt betonten am Donnerstag, es sei das Anliegen aller Parlamentarier, die Organspende zu stärken. Doch Gröhe setzte fort: „Wir sehen in der Widerspruchslösung nicht die richtige Antwort.“ Auch wer sich der Frage der Organspende sein Leben lang verweigere, dürfe sein Selbstbestimmungsrecht nicht verlieren. Eine Regelung wie die Widerspruchslösung sei „der Medizinethik fremd“ und führe in die Irre. Jeder Spende müsse eine ausdrückliche Entscheidung zugrunde liegen.

Schmidt warnte vor einem „tiefgreifenden Einschnitt in das Selbstbestimmungrecht des Menschen“. Eine solche Regelung stelle einen „völlig neuen Vorgang in unserer Rechtsordnung“ dar. Mit ihrem Gruppenantrag wolle sie an der bisherigen Zustimmungslösung festhalten, sie aber durch zusätzliche Aufklärungsangebote und Beratungen verbessern. Demnach sollen die zuständigen Stellen in den Krankenhäusern gestärkt werden. So sollen Transplantationsbeauftragte von anderen Aufgaben freigestellt werden und Fortbildungen, etwa für die Ansprache von Angehörigen, besuchen. Mit der medizinischen Behandlung von Spendern und Empfängern sollen sie nichts mehr zu tun haben, damit sie den Angehörigen neutral gegenübertreten können.

Gegen moralischen Druck

Gröhe ergänzte, die größten Einbrüche von Organspenderzahlen träten nach Skandalen um das Thema auf. Entsprechend müssten Krankenhäuser so ausgestattet sein, dass solche nicht mehr vorkommen und mögliche Spender auch als solche erkannt und den notleidenden Patienten zugeordnet würden. Zudem sollen Hausärzte künftig so geschult sein, dass auch sie entsprechende Informations- und Aufklärungsgespräche mit ihren Patienten führen können. Gröhe, der auch religionspolitischer Sprecher seiner Fraktion und evangelischer Christ ist, betonte, es sei ihm wichtig, die Frage der Organspende nicht mit moralischem Druck zu verbinden. Er wolle die Kontroverse über eine gesetzliche Regelung „mit Respekt voreinander“ weiterführen.

Ende September wird es im Deutschen Bundestag eine Fachanhörung zum Thema geben. Danach können die derzeitigen Vorschläge für neue Gesetze noch nachjustiert werden. Zu einer nächsten Lesung und eventuellen Abstimmung im Parlament könnte es im Oktober kommen.

Von: Anna Lutz

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Thu, 15 Aug 2019 14:02:00 +0200
<![CDATA[„Mein Glaube steht auf unglaublich wackeligen Füßen"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/08/14/mein-glaube-steht-auf-unglaublich-wackeligen-fuessen/ Der christliche Liedermacher Marty Sampson rückt seine Aussage zurecht: Am Wochenende hatte sein Instagram-Post für Aufsehen gesorgt, in dem er schrieb, er habe seinen Glauben verloren und das störe ihn nicht. Jetzt stellte er klar, dass er nicht auf seinen Glauben verzichte, dieser aber auf „unglaublich wackeligen Füßen“ stehe, meldet das Internetportal Christian Post.

Der Komponist zahlreicher Hillsong-Lieder reagierte auf eine Kolumne von Michael Brown in der Christian Post. Brown hatte geschrieben, dass er für Sampson bete, damit dieser ernsthaft, demütig und leidenschaftlich nach der Wahrheit suche. Auch alle anderen Fragenden sollten ihre Fragen offen stellen.

Glaube passt nicht mit menschlicher Moral zusammen

Sampson betonte, dass er ernsthafte Antworten auf seine Fragen suche. Der australische Musiker gab zu, dass er mit vielen Bereichen des Glaubens ringe, weil sie nicht mit der allgemeinen menschlichen Moral zusammenpassten: „Wenn die Menschheit die Wahl hätte, würde sie nicht die Welt von Krebs, Krankheiten und anderen Leiden befreien? Warum macht Gott das nicht?“

Es gebe eine Antwort auf diese Frage, aber die Mehrheit der Christen denke in ihrem Leben nicht über diese Dinge nach, schreibt er. Der Künstler ist seit seinem 16. Lebensjahr in den Bands der freikirchlichen Hillsong-Gemeinde aktiv. Er verdeutlichte, dass er seinen Glauben nicht verloren habe, dieser aber nicht stabil sei.

„Ich analysiere die Argumente christlicher Apologeten. Ich bin auch offen dafür, mir die Argumente von anderen Religionen und Atheisten anzuhören“, fuhr er fort. „Wenn die Wahrheit wahr ist, wird das so bleiben, ob ich es verstehe oder nicht. Je näher man einen Diamanten untersucht, desto deutlicher wird seine Qualität sichtbar. Solange ich atme, lerne ich.”

Ehrliche Fragen stellen

Dies sei lediglich seine Meinung und nicht die Meinung von Hillsong: „Seit ich zur Gemeinde gehöre, habe ich immer Unterstützung erhalten und die Möglichkeit, selbständig zu denken.“ Sampson hatte bei Instagram unter anderem kritisiert, dass die Bibel voller Widersprüche stecke und keiner darüber rede. Auch dass ein Gott der Liebe vier Milliarden Menschen in die Hölle schicke, könne er nicht glauben.

In seiner Kolumne hatte Brown Sampson dazu herausgefordert, ehrliche Fragen zu stellen. Er solle der Wahrheit dorthin folgen, wohin sie ihn führe: „Ich habe dies in den letzten 47 Jahren auch getan. Seitdem ich glaube, bin ich in meinem Glauben herausgefordert worden. Mein Studium an säkularen Institutionen hat dazu geführt, dass ich Gott von ganzem Herzen liebe. Er ist ein Gott der Wahrheit und sein Wort ist wahr“, schrieb Brown.

Sampson hat zahlreiche Lobpreislieder geschrieben und mit bekannten Hillsong-Musikern wie Darlene Zschech und Joel Houston gesungen. Zu seinen populärsten Liedern gehören „Forever“ and „Came to My Rescue“.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Wed, 14 Aug 2019 11:52:00 +0200
<![CDATA[Ein Guerillakämpfer, der Christ wird]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/06/04/ein-guerillakaempfer-der-christ-wird/ In der Ausgabe 4/2019 des Christlichen Medienmagazins pro finden Sie mehrere Beiträge zum Thema Christenverfolgung und Religionsfreiheit. Sie können das Magazin hier kostenlos bestellen.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Wed, 14 Aug 2019 09:00:00 +0200
<![CDATA[Hillsong-Musiker Marty Sampson verliert seinen Glauben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/hillsong-musiker-marty-sampson-verliert-seinen-glauben/ Ein Instagram-Post des christlichen Liedermachers Marty Sampson schockiert die Szene: Über den Nachrichtendienst informierte der 40-jährige Australier, dass er sich nicht mehr als Christ bezeichne.

Sampson stammt aus Sydney. Er leitete seit Ende der 1990er Jahre zusammen mit Joel Houston Hillsong United, die Jugendband der Freikirche Hillsong. Die Band veröffentlichte zahlreiche CDs. Gemeinsam mit Darlene Zschech und Reuben Morgan übernahm Sampson die musikalische Leitung der Kirche. Der verheiratete Vater eines Jungen veröffentlichte 2006 mit „Let Love Rule“ sein erstes Soloalbum.

„Keiner redet darüber“

Am Wochenende informierte Sampson über Instagram darüber, dass er seinen Glauben verloren habe. Das störe ihn nicht. Er sei jetzt glücklich und mit der Welt im Reinen: „Es ist verrückt!“, schrieb er. Viele Pastoren hätten ihren Glauben verloren, aber niemand rede darüber. Zudem passierten nur wenige Wunder. Ebenso spreche keiner über die Widersprüche der Bibel.

Ein Gott der Liebe könne nicht vier Milliarden Menschen in die Hölle schicken. „Christen sind oft am schnellsten darin, andere Menschen zu verurteilen. Sie können aber auch die schönsten und liebevollsten Menschen sein. Das ist nichts für mich“, schrieb Sampson. Er suche echte Wahrheiten. Das Christentum habe sich hier allen anderen Religionen angeglichen.

Viele Dinge könnten dabei helfen, ein Leben zu verändern – nicht nur eine „Version von Gott“. Andere Menschen zu lieben und ihnen zu vergeben, nett und großzügig zu ihnen zu sein, sei gut, egal, was man glaube. Wie jesus.de meldet, ist der Original-Post mittlerweile gelöscht, allerdings existieren noch Bildschirmaufnahmen davon.

Eine Stellungnahme der Hillsong-Gemeinde gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Viele Christen haben mit Sampsons Liedern Lobpreis gefeiert. Aus seiner Feder stammen unter anderem die Lieder „Carry Me“, „Better Than Life“ und „King of Majesty“. Vor zwei Wochen hatte der christliche Buchautor Joshua Harris ebenfalls mitgeteilt, dass er kein Christ mehr sei.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Tue, 13 Aug 2019 14:32:00 +0200
<![CDATA[Die neue pro kommt!]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/08/12/die-neue-pro-kommt/ Experten schlagen Alarm: Die Lage der Religionsfreiheit hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. 80 Prozent der Verfolgten sind Christen. Deswegen widmet das Christliche Medienmagazin pro den Betroffenen seine Titelgeschichte „Die Verfolgten“. Eine Beobachtung lautet: Die Instrumente der Vereinten Nationen, um die Religionsfreiheit zu schützen, sind stumpf geworden.

In einem weiteren Artikel zum Titelthema kommt Pastor Batyr zu Wort, der in Turkmenistan lebt. Das ist ein Land, in dem Menschen ins Gefängnis kommen, wenn sie von Jesus erzählen. Die Aufseher im Gefängnis folterten ihn wegen seines Glaubens so hart, dass er zusammenbrach und Jesus verleugnete. Heute leitet er einen Dienst, um die Menschen in Zentralasien mit dem Evangelium zu erreichen.

Sie gehen dahin, wo die jungen Menschen sind: Pastor Gunnar Engel und die Influencerin Li Marie erreichen mit ihren YouTube-Videos Tausende Menschen, denen sie locker von ihrem Glauben erzählen. Über das Phänomen der „Christfluencer“ berichten inzwischen auch Sender wie der NDR oder die Wochenzeitung Die Zeit. Und bei pro lesen Sie, was die beiden antreibt.

Ein ernste Thematik, nämlich die sexuellen Missbrauchsfälle in der Katholische Kirche, behandelt der Film „Gelobt sei Gott“ des französischen Regisseurs François Ozon. Mehr als eine Million Menschen haben das Werk bereits in seiner Heimat auf der Leinwand gesehen. Für eine seiner Hauptrollen wollte Ozon unbedingt einen gläubigen Christen. Der Schauspieler Melvil Poupaud erzählt im Gespräch mit pro, wie er den eigenen Glauben in seine Figur mit einbrachte. Er spielt einen Mann, der als Kind von einem Priester in Lyon missbraucht wurde und jetzt mit der Vergebung ihm gegenüber ringt.

Auch vom Kino erzählt der pensionierte evangelische Pfarrer Eckhart Bruchner, der sich als „Brückenbauer zwischen Kino und Kirche“ versteht. Außerdem stellen wir die neue App für Konfirmanden von der Deutschen Bibelgesellschaft vor. Beim Besuch bei der Familie Schweisfurth, die früher die größte Fleischfirma Europas besaß, geht pro der Frage nach, ob Christen Bioprodukte kaufen sollten. Professor Matthias Clausen erklärt, warum Evangelisation in den Sozialen Medien besonders anschaulich sein muss.

pro war zudem beim Training eines angehenden Buschpiloten dabei, der Hilfe und Hoffnung in nur schwer erreichbare Regionen der Welt bringt. Außerdem im Interview der Palliativmediziner Thomas Sitte, der vor einer Liberalisierung des Gesetzes warnt, das organisierte Sterbehilfe verbietet. Ferner gibt es eine Porträt zum evangelischen Pfarrer Martin Niemöller, der sich wie durch ein Wunder aus der Gewalt der SS befreite.

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Von: Michael Müller

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Mon, 12 Aug 2019 15:45:00 +0200
<![CDATA[„Kinder finden hier glaubwürdige Vorbilder“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/2019/08/12/kinder-finden-hier-glaubwuerdige-vorbilder/

pro: Herr Stock, Privatschulen haben in Deutschland einen deutlichen Zulauf. Wie sieht es im christlichen Bereich aus?

Wolfgang Stock: Auch freie Schulen, die von christlichen Eltern gegründet wurden oder werden, haben einen deutliche Zulauf. Wenn das neue Schuljahr beginnt, starten alleine vier neue Schulen, die Mitglied im Verband der Evangelischen Bekenntnisschulen (VEBS) sind. Viele unserer 125 Schulen haben mehr Schüler aufgenommen. Teilweise gibt es Wartelisten. Wir könnten noch mehr Schüler aufnehmen, aber dazu brauchen wir mehr gläubige Lehrer.

Welche Faktoren machen Sie verantwortlich für diese Entwicklung?

Die Eltern schätzen es, dass alle Mitarbeiter in unseren christlichen Schulen bekennende Christen sind. Ihre Kinder können so glaubwürdige Vorbilder auch in der Schulzeit erleben. Viele freuen sich über den wertgebundenen Unterricht. Laut Grundgesetz müssen unsere Schulen ja anders sein: Der gesamte Unterricht in allen Fächern muss von unserem christlichen Bekenntnis geprägt sein. Das ist in der Regel die gemeinsame Basis des Glaubens der Deutschen Evangelischen Allianz. In vielen staatlichen Schulen findet das Christliche nur noch im Religionsunterricht statt. Da ist dies ein deutliches Alleinstellungsmerkmal.

Was geben Ihnen „Ihre“ Schüler und Eltern für Rückmeldungen, warum sie sich für eine christliche Privatschule entscheiden?

Christliche Eltern wollen, dass ihre Kinder sich mit dem christlichen Glauben und seinen ethischen Maximen intensiv auseinandersetzen und darin wachsen können. Nichtgläubige Eltern möchten, dass ihre Kinder sich selbst frei entscheiden können. Beides ist an christlichen Schulen in freier Trägerschaft sehr gut möglich.

Die nordrhein-westfälische Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Maike Finnern, findet, dass durch immer mehr Schüler in Privatschulen die Gesellschaft sozial selektiert werde. Was entgegnen Sie ihr?

Zunächst einmal: Wir wollen überhaupt kein Schulgeld erheben. Leider zwingt uns der Staat dazu, weil er uns deutlich weniger Geld als den staatlichen Schulen gibt. Andererseits sind wir dazu verpflichtet, unsere Mitarbeiter angemessen zu bezahlen. Es wäre klasse, wenn uns die Gewerkschaft im Interesse der Lehrer und Familien unterstützen würde, diese Diskriminierung zu beenden. Die christlichen Schulen sind ja nur ein kleiner Teil des Spektrums aller Privatschulen. Die GEW hat vermutlich eher die wenigen Schulen im Blick, die nur für reiche Familien da sein wollen. Für unsere christlichen Schulen gilt das genaue Gegenteil. Als Christen sind wir für alle und besonders für die Nichtprivilegierten da. Wir decken in unseren Schulen das gesamte soziale Spektrum ab. In vielen Fällen sind wir die letzte Hoffnung von Jugendämtern und Familien für Schüler, die im staatlichen Schulsystem unterzugehen drohen. Nicht zu Unrecht vermuten sie, dass es bei vielen christlichen Pädagogen eine Extraportion Liebe gibt.

Entstehen wirklich Parallelgesellschaften?

Überhaupt nicht, denn die freien Schulen – und speziell unsere christlichen Schulen – sind nicht exklusiv, sondern stehen mitten im Leben und in der Gesellschaft. Ich glaube sogar, dass Kinder und Jugendliche in vielen unserer Bildungseinrichtungen besser darauf vorbereitet werden, später Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

Was sind mögliche Alternativen?

Wenn wir über die Grenzen in unsere Nachbarländer schauen, sind Privatschulen dort nicht nur normal, sondern teilweise sogar die Regel wie etwa in den Niederlanden. Die Gründung von freien Schulen ist laut Artikel 7 des Grundgesetzes ein Grundrecht der Eltern. Es kann und darf nicht angetastet werden. Eine Alternative sehe ich: Die Ländern müssten sich mehr um die Schulen kümmern, auch finanziell!

Wie bewerten Sie den Vorstoß des CDU-Politikers Carsten Linnemann, der ausreichende Deutschkenntnisse vor der Einschulung von Kindern gefordert hat?

Wenn man seine Äußerung im Originalton liest und nicht in der Zuspitzung der Deutschen Presse-Agentur dpa, dann hat er völlig recht: Der Spracherwerb muss vor der ersten Klasse stattgefunden haben. Deshalb haben bereits viele unserer Schulen Kindertagesstätten gegründet oder bieten „Vorschule“ an, um Kinder in dieser Zeit optimal zu fördern und für die Einschulung vorbereiten zu können. Allerdings nützt es gar nichts, „Kita für alle“ zu fordern und zu fördern, wenn die Bedingungen dort schlecht sind. Oft sind die Gruppen zu groß und die Zahl der Erzieher zu gering, um Kinder optimal zu fördern. Kita soll nicht mehr „Betreuung“, sondern  „Bildung“ sein. Denn die ersten Jahre sind enorm wichtig.

Vielen Dank für das Gespräch

Die Fragen stellte Johannes Blöcher-Weil

Der VEBS vertritt mehr als 150 christliche Kindertagesstätten, Schulen und Berufsschulen, die von Eltern gegründet wurden. Etwa 3.000 Pädagogen bilden dort knapp 30.000 Schüler und Kindertagesstätten-Kinder. In den Einrichtungen ist der gesamte Alltag vom evangelischen Bekenntnis geprägt. Wolfgang Stock ist seit 2017 Generalsekretär des Verbandes der Evangelischen Bekenntnisschulen. Er hat schriftlich auf unsere Fragen geantwortet.

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Mon, 12 Aug 2019 15:39:00 +0200
<![CDATA[Kirche, Kino und die Brücke dazwischen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2019/08/12/kirche-kino-und-die-bruecke-dazwischen/ Lesen Sie mehr über den Filmpfarrer Eckart Bruchner in der Ausgabe 4/2019 des Christlichen Medienmagazins pro. Kostenlos und unverbindlich bestellen unter 06441 566 77 00, per E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online.

Von: Jörn Schumacher

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Mon, 12 Aug 2019 12:00:00 +0200
<![CDATA[Online-Auktion: Pastor versteigert Predigtthema]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/08/11/online-auktion-pastor-versteigert-predigtthema/ Ungewöhnliche A(u)ktion: Der evangelische Pastor der Hamburger Auferstehungskirche, Jonas Goebel, versteigert auf der Onlineplattform Ebay das Predigtthema für seinen Gottesdienst am 29. September. Doch was hat ihn dazu bewogen? „Ich suche Wege und Möglichkeiten, den Gottesdienst weniger als One-Man-Show von mir zu gestalten und dafür mehr digitale Beteiligung zu ermöglichen“, sagte er dem Christlichen Medienmagazin pro. Aktuell können Interessierte seine Predigten online bereits vor dem Sonntag „testlesen oder testhören“. So sei ihm schließlich die Idee zur Versteigerung gekommen.

„Ganz grob kann man sagen, dass ich versuche, ein bisschen mehr Teilhabe zwischen mir und den Gottesdienstbesuchern zu ermöglichen“, erklärte der Geistliche zudem dem Domradio. Es sei eine „Spaßidee“, zu sagen: „Warum nicht auch mal eine Predigt versteigern und mir vorschreiben lassen, worüber ich predigen soll?“ Das Vorhaben gehört zu einer größeren Aktion. In jedem Monat, der fünf Sonntage hat, soll es am fünften Sonntag ein Experiment geben. Die Auktion macht den Start.

„Broccoli wäre super“

Goebel setzt auf ein Predigtthema, das er nicht auf dem Schirm hat. „Je ungewöhnlicher es ist, desto besser. Deswegen hoffe ich eher auf keine biblische Geschichte oder keinen biblischen Text.“ Sonst sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass er oder ein Kollege bereits zur Thematik gepredigt hat. „Broccoli wäre super, würde ich sagen“, fügte er laut Domradio hinzu. Gegenüber pro erklärte er weiter: „Von der Aktion an sich erhoffe ich mir einerseits Aufmerksamkeit für uns als Gemeinde und zugleich natürlich ein spannendes und mich herausforderndes Thema.“

Laut Ebay-Anzeige gibt es ein paar Einschränkungen: „Wir behalten uns vor, einen rassistischen, sexistischen, menschenverachtenden oder anderen einem Gottesdienst nicht angemessenen Themenvorschlag abzulehnen und die vollständige Summe zurückzuerstatten.“ Der Erlös fließt in die Kollekte des Gottesdienstes Ende September ein. Die Auktion läuft noch bis kommenden Sonntag 18 Uhr. An diesem Sonntagabend stand das Höchstgebot bei 100 Euro.

Von: Martina Blatt

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Sun, 11 Aug 2019 12:53:00 +0200
<![CDATA[Rapper mit christlichen Wurzeln an der Spitze der US-Charts]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/2019/08/11/rapper-mit-christlichen-wurzeln-an-der-spitze-der-us-charts/ Mit seiner neuen Platte „The Search“ (Die Suche) ist der als „NF“ bekannte US-Rapper Nathan Feuerstein auf Platz eins der amerikanischen Albumcharts „Billboard 200“ gelandet – noch vor seinem Genre-Kollegen „Chance The Rapper“. Feuerstein begann seine Karriere im christlichen Umfeld: Er trat beim „Fine Arts Festival“ auf, das von der „Connection Church“ in Michigan organisiert wurde.

Auch wenn seine Musik in das Genre „Christian Hip-Hop“ eingeordnet wurde, wehrt sich der 28-Jährige gegen den Stempel „Christlicher Rapper“. Er erklärte laut der Internetseite „pipedream.online“: „Ich bin Christ, aber ich mache keine christliche Musik. Mit nur einem Standpunkt erreichst du nicht jeden. Ich schreibe über Dinge, die mich tatsächlich bewegen, mit denen ich umgehen muss. Du musst also kein Christ sein, um sie zu verstehen.“

Feuerstein erlebte in seiner Kindheit die Trennung seiner Eltern. Er wuchs bei seiner Mutter auf, aber nachdem der neue Freund der Mutter ihn misshandelte, nahm der Vater den Jungen zu sich. Seine Mutter starb an einer Überdosis Tabletten, als der Musiker 18 Jahre alt war. Das Lied „How Could You Leave Us“ widmete er der Mutter, sang über seine Sehnsucht nach ihr und über seine aus ihrem Tod resultierenden psychischen Probleme.

Wie jesus.ch berichtet, findet Feuerstein Halt und Kraft im christlichen Glauben. In seiner Musik nehme er kein Blatt vor den Mund: „Zur Musik kann ich immer kommen. Wenn ich wütend bin, dann klingt ein Song wütend, weil ich so war, als ich ihn geschrieben habe.“

Von: Martina Blatt

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Sun, 11 Aug 2019 11:42:00 +0200
<![CDATA[Heimlich Pfarrer? – Deswegen konnte Bill Kaulitz Heidi Klum trauen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2019/08/09/heimlich-pfarrer-deswegen-konnte-bill-kaulitz-heidi-klum-trauen/ Die Hochzeit von dem Model Heidi Klum und Musiker Tom Kaulitz ist in der Boulevard-Presse das Ereignis des Sommers. Das Paar gab sich am vergangenen Samstag vor Capri auf der Luxus-Yacht „Christina O.“ das Jawort. Das Skurrile: Kein Geistlicher traute die 46-Jährige und den 29-Jährigen, sondern der Zwillingsbruder des Bräutigams, Bill Kaulitz, übernahm das Amt. Dieser ist Frontsänger der gemeinsamen Musikgruppe „Tokio Hotel“.

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Zwillingsbrüder Tom und Bill Kaulitz mit Heidi Klum (v.l.n.r.)

Bill Kaulitz ist allerdings nicht heimlich unter die Pfarrer gegangen. Vielmehr hat er laut verschiedener Medienberichte die Lizenz für die Zeremonie bei einer Art Internet-Kirche erworben. Die nicht konfessionelle spirituelle Organisation „Universal Life Church Monastery“ (ULC) bietet Online-Ordinationen für Personen an, die etwa Freunde trauen wollen, aber nicht von einer institutionellen Glaubensgruppe ordiniert sind. Der Begriff der Ordination ist hier also weiter zu verstehen als die Einsetzung eines evangelischen Pfarrers in sein Amt oder die Weihe eines katholischen Priesters.

Wie die Zeitschrift Bunte berichtet, hatten Klum und Tom Kaulitz bereits im Februar standesamtlich in Beverly Hills geheiratet. So benötigten sie in Italien keine weitere Heiratserlaubnis. Die Trauung habe einen rein symbolischen Charakter. Bei der Zeremonie trug Bill Kaulitz eine Stola über seine Schultern, wie man sie auch auf der Webseite der ULC bestellen kann. Die Farbkombination Weiß/Elfenbein soll laut Internet-Kirche für „Reinheit und Wiedergeburt“ stehen.

Unter einem bei Instagram veröffentlichten Bild schrieb Bill Kaulitz: „Ich habe am Wochenende die Trauung meines Zwillingsbruders und seiner schönen Ehefrau vorgenommen. Ich könnte nicht glücklicher sein.“

Bereits Lady Gaga, Paul McCartney und Co. ordiniert

Die ULC wirbt auf ihrer Internetseite, dass sie bereits Talkmaster wie Conan O'Brien und Stephen Colbert, Schauspieler Benedict Cumberbatch und Dwayne Johnson oder Sänger Paul McCartney und Lady Gaga ordiniert hat. Seitdem die Seite 1999 online ging, wurden darüber laut eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Personen ordiniert, täglich über 1.000 Interessierte.

Zuletzt war die Organisation in die Schlagzeilen geraten, weil sie gegen ein Gesetz in Tennessee klagte. Personen, die in den USA im Internet für die Durchführung von Eheschließungen ordiniert wurden, sollen dies in dem US-Bundesstaat seit Juli nicht mehr dürfen (pro berichtete). Das Gesetz wurde wegen der Klage vorübergehend ausgesetzt, berichtet die New York Times.

Von: Martina Blatt

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Sat, 10 Aug 2019 00:25:00 +0200