Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de Die aktuellen News bei Medienmagazin pro de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de 18 16 Die aktuellen News bei Medienmagazin pro TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 18 Jan 2021 15:45:35 +0100 <![CDATA[Abendmahl bald nur für Geimpfte?]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2021/01/18/abendmahl-bald-nur-fuer-geimpfte/ Ein Kommentar von Norbert Schäfer]]> Bislang galt als Konsens auf der Regierungsbank: Keine Bevorzugung für Menschen, die gegen Corona geimpft sind. Als erster Regierungsvertreter hat Außenminister Heiko Maas (SPD) in Erwägung gezogen, Corona-Geimpfte mit Privilegien bei den geltenden Maßnahmen gegen das Virus auszustatten und sozusagen wieder ein Stück in Richtung Normalität zu entlassen. Ginge es nach dem Willen des Ministers, dürften Menschen nach vollzogener Corona-Impfung früher Restaurants und Kinos besuchen dürfen, als solche Bürger, die bislang nicht geimpft sind. Der Gedanke, dass gegen Covid-19 Geimpfte im öffentlichen Bereich nicht länger gravierende Einschnitte und Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen erdulden müssen, hat einen gewissen Charme.

Aber dem Gedanken, sich „freiimpfen“ zu lassen, wohnt auch Sprengkraft inne. Bei schleichendem Fortgang der Impfungen und stockendem Nachschub der Impfdosen dürfte es noch geraume Zeit dauern, bis in Sachen Corona von einer allgemeinen Entwarnung gesprochen werden kann. Mindestens solange sind Bevorzugungen - oder Sonderrechte -, wie sie Maas wünscht, bedenklich. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass erst zum Sommer allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden konnte. Das ist eine lange Zeit. Dabei hat die Debatte um die Coronamaßnahmen bereits einen Keil in die Gesellschaft getrieben. Die einen fühlen sich in ihren Grundrechten beschnitten, drangsaliert oder stehen wirtschaftlich vor dem Ruin, anderen gehen die Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen nicht weit genug.

Das, worunter die Gesellschaft ächzt, ist längst in den christlichen Gemeinden angekommen und zum Problem geworden. Corona zwingt den Gemeindeleitungen einen Balanceakt auf. Hin- und hergerissen in der Frage, ob Präsenzgottesdienste durchgeführt werden sollten, wie die Gemeinden trotz weitreichender Kontaktbeschränkungen am Leben erhalten werden können, stehen die Gemeindeleitungen unter enormen Druck. Der Umgang mit den verordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hat ihnen viel abverlangt. Auf dem Weg zurück zur Normalität zeichnen sich für christliche Gemeinden ebenfalls Herausforderungen ab.

Jesu Liebe und Gnade sind bedingungslos

Verantwortliche in den Gemeinden sind gut beraten, sich frühzeitig mit dem Thema der „Bevorzugung“ auseinander zu setzen - jetzt, wo der rosa Elefant im Raum genannt ist. Zwar gibt es derzeit kein gesichertes Wissen darüber, ob Geimpfte andere Menschen anstecken können oder eben nicht. Aber der soziale Druck, die Corona-Maßnahmen irgendwie wieder zu lockern, wird mit deren Fortdauer weiter steigen und auch in den Gemeinden spürbar werden. Dürfen Geimpfte vor allen anderen wieder Abendmahl feiern oder im Gottesdienst singen? Sollten sich geimpfte Kinder wieder in den Gruppenstunden der Gemeinde treffen dürfen, toben und spielen, während denen ohne Covid-Impfung das weiterhin verweigert bleibt?

Der Gedanke an Präsenzgottesdienst mit gemeinsamem Gesang und Abendmahl nur für Geimpfte, lässt mich aufmerken. Im Kern bedeutete es eine Ausgrenzung der Christen, die ihrerseits das Grundrecht auf körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit beanspruchen und aus persönlichen Gründen eine Impfung für sich ablehnen. Auch junge Christen mit Kinderwunsch, Schwangere oder andere, die derzeit wegen möglicher gesundheitlicher Risiken die Impfung scheuen, würden ausgeschlossen. Dazu kommt, dass derzeit keine gleichen Bedingungen beim Zugang zu dem Impfstoff herrschen – wann das sein wird, ist unklar.

Wenn jetzt Alte, Kranke und Menschen mit erhöhtem Risiko bevorzugt geimpft werden, um deren Leben zu schützen, ist das moralisch vertretbar. Es ist ein Akt der Nächstenliebe. Es sollte aber denen, die noch auf den Impfstoff warten müssen, weil sie jung und gesund sind, nicht zum Nachteil gereichen. Aus Nächstenliebe. Das gilt auch für jene, die aus anderen Gründen auf eine Impfung verzichten. Abendmahl und Gesang gegen die Auflage der Impfung – das widerspräche auch der christlichen Botschaft: Jesu Liebe und Gnade sind bedingungslos. Es wäre ein fatales Signal, wenn die Teilhabe an Formen christlicher Gemeinschaft und des Lobpreises Gottes an Bedingungen geknüpft wäre – zumal, wenn diese außerhalb theologischer Gründe lägen. Gemeinden sollten sich daher bald überlegen, wie sie sich in dieser Frage positionieren. Noch ist sie nicht akut, aber sie kann es werden.

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Mon, 18 Jan 2021 15:19:00 +0100
<![CDATA[Von Trump zu Biden - Der Einfluss der Evangelikalen schwindet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2021/01/18/von-trump-zu-biden-der-einfluss-der-evangelikalen-schwindet/ Donald Trump ist als Präsident Geschichte. Im Weißen Haus wohnt in wenigen Tage sein Nachfolger Joe Biden. Der Wechsel wirkt sich auch auf das politische Gewicht der Kirchen aus: Weißen Evangelikale werden wohl deutlich weniger zu sagen haben. Dafür könnte der Einfluss gemäßigter Protestanten und Katholiken steigen, auch wenn die Katholiken gerade in der Frage des Abtreibungsverbots eher auf Trumps Linie waren als auf der des Katholiken Joe Biden.

Die weißen evangelikalen Christen verlieren ihren größten Beschützer. So bald wird es wohl keine Fotos mehr von evangelikalen Pastoren geben, die im Oval Office Hände auflegen und für den Präsidenten beten. Rund 80 Prozent der weißen evangelikalen Wählerinnen und Wähler stimmten 2016 für Trump. Im vergangenen Sommer waren laut dem Pew Research Center noch 72 Prozent mit seiner Amtsführung zufrieden. Trump ernannte gleich mehrere Bundesrichter, die Hoffnung auf ein Abtreibungsverbot weckten.

„Amerika wieder großartig“

Trumps Slogan, man müsse Amerika „wieder großartig machen“, findet nach Ansicht von Religionswissenschaftler Robert Jones Gefallen in einer konservativen weißen Welt, die sich von demografischen und gesellschaftlichen Trends bedroht fühlt. Was Trump selber glaubt, blieb bis zuletzt unklar. In einem Gottesdienst sah man ihn selten.

Im Oktober 2020 sagte er dem Informationsdienst Religion News Service, er sei als Kind in der Presbyterianischen Kirche konfirmiert worden. Gegenwärtig betrachte er sich als „nicht-konfessioneller Christ“ (non-denominational Christian). Trumps geistliche Beraterin, die pfingstkirchlich geprägte Predigerin Paula White, gilt als Vertreterin des „Wohlstandsevangeliums“. Gott wolle, dass Gläubige im Wohlstand leben.

Trump sei der erste Präsident, dessen einzige religiöse Impulse vom Wohlstandsevangelium kommen, schrieb die Historikerin Kate Bowler, Autorin des Buches „Blessed: A History of the American Prosperity Gospel“ (Deutsch: Gesegnet: Die Geschichte des amerikanischen Wohlstandsevangeliums).

Der Katholik Joe Biden stammt aus einem anderen Milieu. Ordensschwestern hätten ihm beigebracht, dass man sich um andere Menschen kümmern müsse, erzählt er in seiner Autobiografie „Promises to Keep“ (Deutsch: Versprechen, die man halten muss). Die Messfeier und der Rosenkranz bedeuten ihm angeblich viel.

In Reden greift Biden Bibelpassagen auf. Er spricht von Nächstenliebe und seinem Wunsch, die „Seele der Nation“ zu heilen. Bei der Ansprache zum Wahlsieg zitierte er aus dem Buch der Prediger: Alles habe seine Zeit. Nun sei in Amerika die Zeit zum Heilen gekommen.

Römisch-katholische Bischöfe verfolgen den Machtwechsel offenbar mit gemischten Gefühlen. Bei Anliegen wie Einwanderung und soziale Gerechtigkeit haben sie Trump kritisiert. Bei Schwangerschaftsabbruch und Religionsfreiheit schätzen sie den scheidenden Präsidenten.

Man habe Grund zur Annahme, Biden werde bei der Flüchtlingspolitik, beim Klimaschutz und bei der Hilfe für die Armen für Maßnahmen eintreten, die auch die Bischöfe befürworten, sagte der Präsident der römisch-katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof José Gomez dem Informationsdienst „Catholic News Service“. Beim Thema Abtreibung werde Biden aber Maßnahmen gutheißen, die gegen katholische Werte verstoßen. Biden befürwortet legalen Schwangerschaftsabbruch.

Die Haltung des neuen US-Präsidenten bei sozialen Fragen deckt sich eher mit der protestantischer Mainline-Kirchen und afro-amerikanischer Kirchen. Hilfsverbände hätten die Hoffnung, Biden werde bei Einwanderungsvorschriften eine „humanere Politik“ verfolgen, hieß es im kirchlichen Informationsdienst Episcopal News Service.

Für Trumps evangelikale Freunde waren seine letzten Amtstage nach der gewalttätigen Erstürmung des US-Kapitols nicht leicht. Paula White betonte, sie lehne „Gewalt, Gesetzlosigkeit und Anarchie in allen Formen“ ab.

Baptistenprediger Franklin Graham verurteilte den Ansturm und erklärte laut der Zeitung „USA Today“, Trumps Rede zu Protestierenden sei „nicht der beste Augenblick“ seiner Präsidentschaft gewesen. Trump hatte versichert, „wir werden niemals aufgeben Wenn ihr nicht wie die Hölle kämpft, haben wie keine Land mehr“. Auf Facebook schrieb Graham, er danke Gott für die vier Jahre Trump. Die Geschichtsbücher würden diesen einmal als „einen der großen Präsidenten“ würdigen.

Von: epd

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Mon, 18 Jan 2021 15:01:00 +0100
<![CDATA[Bonsai-Garten von König Herodes entdeckt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2021/01/18/bonsai-garten-von-koenig-herodes-entdeckt/ In einem Garten des Winterpalastes von König Herodes haben Archäologen Hinweise auf besondere Zierpflanzen gefunden. In dem königlichen Garten in Jericho wurden Bonsai-Versionen von Kiefern, Zypressen, Zedern, Oliven und anderen Bäumen gezüchtet. Das berichtet das Archäologiefachmagazin Strata.

Die Wissenschaftler untersuchten versteinerte Pollen, die sie in Bodenproben des Gartens gefunden haben. Laut der Leiterin des archäologischen Labors an der Universität in Tel Aviv, Dafna Langgut, sind Pollen das haltbarste organische Material: Es kann in fossiler Form hunderttausende Jahre überleben. Darüber hinaus seien Pollen verschiedener Arten unter dem Mikroskop sehr gut zu unterscheiden und dadurch bestimmbar.

In den Bodenproben erwarteten die Wissenschaftler eigentlich Pollen von Zierpflanzen wie Rosen und anderen Blumen. Sie hofften Pflanzen zu finden, die für die Herstellung des rätselhaften Afarsemon-Balsams genutzt wurden. Das parfümierte Öl war in der gesamten antiken Welt bekannt und begehrt. Bekannt ist nur, dass für die Herstellung Pflanzen dienten, die rund um das Tote Meer angebaut wurden.

Pflanzenzucht als politisches Statement

Langgut sei von der Entdeckung der Bonsai-Pollen so überrascht gewesen, dass sie anfangs vermutete, die Proben seien kontaminiert gewesen, sagte sie gegenüber der israelischen Zeitung Ha'aretz. Gezüchtet wurden die Pflanzen in kleinen Töpfen, die die Gärtner einfach bewässern konnten. Geschicktes Beschneiden der Bäume haben schließlich zu einer Verzwergung der Bäume geführt.

Direkt neben dem Fundort der Töpfe hätten wahrscheinlich große Dattelpalmen gestanden, erklärt die Wissenschaftlerin. Das habe den Effekt der kleinen Bäume verstärkt. Generell sei das Ziel des Königs gewesen, seine Gäste zu beeindrucken: „Herodes war ein Größenwahnsinniger. Er wollte die Natur genauso kontrollieren wie seine Untertanen.“ Er habe so die Botschaft gesendet: „Ich kann sogar die Natur nach meinem Willen verändern.“

Darüber hinaus vermutet Langgut, dass Herodes mit Hilfe des Gartens kulturelle Nähe und Lehnstreue zu den Römern zeigen wollte. Im 1. Jahrhundert vor Christus seien Bonsai-Bäume überall im Römischen Reich in Mode gewesen.

Von: Martin Schlorke

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Mon, 18 Jan 2021 13:15:00 +0100
<![CDATA[Theologe sieht „Züge des Irrwitzigen“ in Suizid-Debatte]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/17/theologe-sieht-zuege-des-irrwitzigen-in-suizid-debatte/ Schwere Vorwürfe erhebt der Theologieprofessor Günter Thomas gegen hochrangige evangelische Theologen, die sich vor einer Woche für die Möglichkeit von Sterbehilfe in kirchlich-diakonischen Einrichtungen ausgesprochen haben. Es trage geradezu „Züge des Irrwitzigen“, dass dieser Vorstoß inmitten der Corona-Krise publiziert worden sei, schreibt Thomas in einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme. Während Mitarbeiter der Heime als Folge der Pandemie mit der Erschöpfung rängen, fielen ihnen protestantische Theologen in den Rücken, führt der an der Ruhr-Universität in Bochum lehrende Professor und württembergische evangelische Pfarrer aus.

Die vorgebrachte Idee lege „die Axt an die theologischen Grundlagen der Diakonie“, sagte Thomas. Auch der Suizid sei ein „Urteil über lebenswertes und nicht lebenswertes Leben“, zu dem aus christlicher Sicht kein Mensch das Recht und die Einsicht habe. Jeder Suizid sei deshalb „die Tragödie eines tödlichen Irrtums“. Mit einer kirchlichen Flankierung des assistierenden Suizids machten sich Seelsorger zu Verbündeten all derer, die einen den Tod wünschenden Menschen „so tödlich verletzt haben“, argumentiert der Theologe.

FAZ-Gastbeitrag forderte Möglichkeit des assistierten Suizids

Thomas befürchtet zudem einen Vertrauensverlust evangelischer Einrichtungen, sollten sie den Suizid unterstützen. Menschen müssten vertrauen können, dass sie auch dann, wenn sie sich in Not und Verzweiflung selbst nicht mehr trauen könnten, gut aufgehoben seien. Da kirchlich-diakonisches Handeln im Auftrag Gottes geschehe, müsse es sich an seinen Geboten orientieren.

Am Montag war in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Gastbeitrag erschienen, der sich für die Möglichkeit des assistierten Suizids in evangelischen Einrichtungen ausspricht. Zu den Autoren gehören neben Diakonie-Präsident Ulrich Lilie der Theologe Reiner Anselm und die Theologin Isolde Karle sowie der hannoversche Landesbischof Ralf Meister, der Jurist Jacob Joussen und der Palliativmediziner Friedemann Nauck. Der Beitrag hatte eine Debatte entfacht. Die offizielle Haltung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) schließt organisierte Suizidassistenz bislang aus.

Auslöser für die Debatte über Sterbehilfe ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Februar. Die Verfassungsrichter hatten den Klagen von Sterbehilfeorganisationen, Ärzten und Einzelpersonen Recht gegeben, die sich gegen das 2015 verabschiedete Verbot organisierter - sogenannter geschäftsmäßiger - Hilfe bei der Selbsttötung richteten. Die Karlsruher Richter erklärten das entsprechende Gesetz für nichtig und begründeten das mit dem Recht auf selbstbestimmtes Sterben, das auch Dritten die Assistenz beim Suizid erlaube.

Hamburger Diakonie-Chef fordert offensive Debatte

Der Hamburger Diakonie-Chef Dirk Ahrens hat indes die Kirche dazu aufgefordert, die Debatte über Suizidassistenz in evangelischen Einrichtungen offensiv zu führen. „Momentan werden Positionen von leitenden Geistlichen hochgehalten, die vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts formuliert wurden. Das geht nicht mehr“, sagte der Leiter des Diakonischen Werks Hamburg dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ahrens ist auch Vorsitzender des Ausschusses Diakonie im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung.

Ahrens sagte, die von Lilie angestoßene Debatte werde gebraucht. Man dürfe nicht versuchen, „die Diskussion unter dem Tisch zu halten“. Die Menschen vor Ort in den diakonischen Einrichtungen müssten konkret mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts umgehen. „Als Leitende müssen wir ihnen dabei helfen“, sagte er. Nicht zuletzt durch das Verfassungsgerichtsurteil sähen sich Einrichtungen in der ambulanten Pflege, in den Pflegeheimen und Krankenhäusern immer wieder mit dem Wunsch konfrontiert, dass Menschen ihr Leben beenden wollen.

Von: epd

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Sun, 17 Jan 2021 12:36:00 +0100
<![CDATA[NDR-Doku über Mickenbecker: „Ich muss nach außen hin nicht immer stark sein“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2021/01/16/ndr-doku-ueber-mickenbecker-ich-muss-nach-aussen-hin-nicht-immer-stark-sein/ Der NDR berichtet in der Doku „Real Life Guy - Der YouTuber, der Tod und die Hoffnung“ über den YouTuber Philipp Mickenbecker, der schwer an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. In der Doku erzählt der 23-Jährige seine Geschichte, auch seine engsten Freunde kommen zu Wort. Sie berichten, wie sie mit dem Wissen umgehen, dass Mickenbecker wahrscheinlich bald an seiner Krebserkrankung sterben wird. Auch der YouTuber selbst erzählt ganz offen, wie er mit seiner Erkrankung umgeht. „Ich muss nach außen hin nicht immer stark sein“, sagt er, als er beschreibt, wie er mit Freunden und Familie über die Situation spricht. Und legt den Fokus dabei auf seinen christlichen Glauben. Er fühlt sich von Gott durch die Situation getragen. „Ich wünsche mir, dass meine Freunde das genauso erleben können“, sagt er. Und: „Gott ist ein guter Gott. Er hat einen Plan mit deinem Leben. Egal, ob es manchmal auch durch schwere Zeiten durch geht.“ Mickenbecker ist sich sicher: „Gott wird am Ende alles gut machen, selbst wenn es nicht hier auf der Erde ist.“

Mickenbecker ist durch den YouTube-Kanal „The Real Life Guys“ bekannt. Mit seinem Zwillingsbruder Johannes dreht er Videos über verschiedene Experimente. Die Dokumentation lief am 14. Januar im NDR und kann weiterhin in der ARD-Mediathek angesehen werden.

Von: Swanhild Zacharias

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Sat, 16 Jan 2021 12:02:00 +0100
<![CDATA[„Die Bergpredigt sollte unser Kompass sein“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2021/01/16/die-bergpredigt-sollte-unser-kompass-sein/ pro: Wer wie Sie den CDU-Vorsitz anstrebt, der traut sich auch das Kanzleramt zu. Wie sehen Sie die Perspektive – wohin geht die Reise in den nächsten Jahren?

Armin Laschet: Wir haben in den vergangenen Jahren trotz großer Krisen – beispielsweise der Finanzkrise, der europäischen Schuldenkrise und der Flüchtlingskrise – in einem friedlichen, von Wohlstand geprägten Umfeld gelebt. Und heute gibt es neue, wichtige Herausforderungen: Dazu gehört aktuell natürlich die Bewältigung der Corona-Pandemie und die Sorge vieler Menschen, dass sie ihre Arbeit verlieren. Wir müssen außerdem um den Zusammenhalt der Europäischen Union kämpfen. Und wir müssen Wege finden, um unsere industrielle Struktur zu behalten und dem Klimaschutz gerecht zu werden. Wer Politik gestalten will, muss sich zutrauen, diese Herausforderungen zu meistern.

Das tun Sie?

Ich stelle mich dieser Verantwortung jeden Tag als Regierungschef eines Landes mit 18 Millionen Einwohnern. Meine Visitenkarte für den CDU-Bundesvorsitz ist unsere Regierungsarbeit seit drei Jahren für einen klaren Kurs bei der inneren Sicherheit, für einen starken Mittelstand und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft sowie eine gute Bildung. Und natürlich spielt unsere ausgewogene, abwägende Politik zur Bewältigung der Pandemie eine Rolle, bei der wir immer auch die sozialen und wirtschaftlichen Folgeschäden im Blick haben.

Was bedeutet für Sie das christliche Menschenbild, für das die CDU steht, konkret?

Das christliche Menschenbild ist eine grundlegende Vorstellung von der Frage, was der Mensch ist und wie der Mensch ist. Und aus dieser speziellen Haltung heraus kann man die Welt interpretieren und politisches Handeln gestalten. Wichtig finde ich dabei die Rückbindung des Menschen an seinen Schöpfer: Der Mensch soll die Erde gestalten, aber er soll nicht selbst Gott spielen. Das christliche Menschenbild betont auch, dass der Mensch sowohl ein unverwechselbares Individuum, als auch ein soziales Wesen und damit Teil der Gemeinschaft ist. Diese Doppelnatur der Person lässt sich auch in die Wirtschaftsordnung übertragen. Die Soziale Marktwirtschaft entspricht genau diesem Grundgedanken: Dort gilt es, Eigenanreize zu setzen und zugleich ein solidarisches System als Gesellschaft zu schaffen, von dem alle profitieren. Ein anderer, wichtiger Punkt ist die Stärkung der Familie; ebenso die europäische Vision, Menschenrechte nicht an nationalen Grenzen festzumachen, sondern für die Einheit Europas einzutreten. Alles das lässt sich aus dem christlichen Menschenbild ableiten.

Auch die Frage nach dem Lebensschutz steckt darin. Anfang des Jahres hat das Bundesverfassungsgericht das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe aufgehoben. Wie stehen Sie dazu?

Aus dem christlichen Menschenbild folgt, dass das Leben in jeder Phase geschützt werden muss. Sterbehilfe ist ein besonders existenzieller Fall. Die Regeln, die das Bundesverfassungsgericht formuliert hat, und seine Vorstellung von Selbstbestimmung sind schon sehr weitgehend. In diesem ethischen Konflikt muss man genau abwägen: Wie viel Selbstbestimmung hat man über sein eigenes Leben? Und wo ist Leben unverfügbar? Ich bin jedenfalls skeptisch, ob zur Persönlichkeitsfreiheit tatsächlich auch das Recht gehört, geschäftsmäßige Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu können.

Und was bedeutet für Sie das christliche Menschenbild am Anfang des Lebens?

Wir haben in Deutschland eine Lösung gefunden, das ungeborene Leben rechtlich weiterhin zu schützen, aber Frauen im Konfliktfall nicht alleine zu lassen. Deshalb sieht der Staat im Beratungsfall, der die Möglichkeit eröffnet, in Konfliktsituationen zu helfen, bei einem Schwangerschaftsabbruch von einer Strafbarkeit ab. Das basiert auch auf einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das dann am Ende in die gesetzliche Formulierung des Paragraphen 218a mündete.

Sie gelten nach Ansicht mancher als Unterstützer der Politik von Angela Merkel. Ihr Mitbewerber Friedrich Merz hat mehr Unterstützung von Konservativen. Wie wollen Sie auch die konservativen Mitglieder der CDU für sich gewinnen?

Die Frage ist: Was heißt konservativ? Einen klaren Kurs der inneren Sicherheit zu haben, würden manche als konservativ bezeichnen. Das praktizieren wir in Nordrhein-Westfalen. Unser Innenminister Herbert Reul setzt ein Null-Toleranz-Prinzip gegenüber Gewalttätern und Rechtsbrechern durch – und erntet hierfür bundesweit viel Anerkennung. Ein starker Rechtsstaat ist etwas, was viele Konservative schätzen. Dafür stehen meine Politik und die der gesamten Landesregierung von Nordrhein-Westfalen.

„Das sogenannte christliche Abendland war nie ein nationalistisches.“

Sie haben in einem Interview gesagt, dass die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel richtig war. Aber Sie sagen auch: Wir brauchen einen besseren Schutz an den EU-Außen­grenzen. Würden Sie Flüchtlinge eher zurückschicken oder eher einladen, nach Deutschland zu kommen?

Es entspricht dem christlichen Menschenbild jedenfalls nicht, Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen. Wir brauchen ein geordnetes System der Migration, das auch den Schutz der Außengrenzen sicherstellt. Die Entscheidung der Bundeskanzlerin damals war, nicht Binnengrenzen in Europa zu schließen, sondern Außengrenzen zu sichern und zu einem solidarischen Verteilungssystem zu gelangen. Das ist europäisches Handeln. Bei der Verteilung der Flüchtlinge gibt es noch eine Menge zu tun. Wir werden daran arbeiten. 

Es gibt immer wieder Berichte davon, dass zum Christentum konvertierte Flüchtlinge in ihre muslimischen Heimatländer abgeschoben werden sollen. In etlichen davon droht ihnen Verfolgung oder der Tod. Der CDU-Politiker Volker Kauder etwa hat gefordert, Konvertiten nicht in islamische Länder, insbesondere in den Iran, zurückzuschicken. Was sagen Sie dazu?

Man muss jeden Einzelfall prüfen. Im Prinzip sollte niemand, der abgeschoben wird, sich anschließend Todesgefahr aussetzen müssen. Das gilt natürlich auch für Christen und für zum Christentum Konvertierte. Das ist auch heute schon der Rechtsmaßstab.

Ganz real scheint der Staat da mitunter überfordert zu sein.

Nein. Jede Abschiebung ist eine, bei der man über Menschenschicksale entscheidet. Klar ist auch: Wer ohne Schutzbedürfnis ist, hat kein Recht auf Asyl. Das ist die Grundregel. Jemand, der wegen seiner Religion in seinem Heimatland verfolgt würde, hat ein Schutzbedürfnis. Ich habe großes Vertrauen, dass unsere Justiz gute Entscheidungen trifft.

Sie kommen aus Aachen. Den Dom, in dem Karl der Große begraben liegt, und Ihre Heimat beschreiben Sie als das Abendland. Was verstehen Sie darunter?

Das ist ein über Jahrhunderte entstandener Begriff, der heute eine andere Prägung hat. Das Abendland war der Versuch, nicht national, sondern aufgrund einer Idee einen Kontinent zu einen. Dafür stand Karl der Große mit der Grundüberzeugung, dass durch Bildung und ein gemeinsames Menschenbild ein gesellschaftliches Gefüge zusammengehalten werden kann. Aus dieser abendländischen Prägung sind viele philosophische, künstlerische und auch Werte-Entscheidungen in den Jahrhunderten entwickelt und geprägt worden. Wichtig ist: Dieses sogenannte christliche Abendland war nie ein nationalistisches. Wenn in Dresden manche Pegida-Demonstranten sich auf das christliche Abendland beziehen, um gegen Muslime Stimmung zu machen, war das nie die eigentliche Idee hinter dem Begriff. Es gab auch zu Zeiten Karls des Großen einen intensiven Austausch etwa mit Harun al-Raschid, dem Hof in Bagdad, und immer schon den Willen, Brücken zu anderen Kulturen zu schlagen.

Sie haben als Politiker und auch als katholischer Christ gesagt: Das Evangelium ist das Beste, was Christen dieser Welt bieten können. Was heißt das konkret? Die Bergpredigt in der Politik umsetzen – Helmut Schmidt hat gesagt, das geht nicht.

Die Botschaft des christlichen Menschenbildes, also der Res­pekt vor der anderen Person oder die Nächstenliebe, ist etwas, das der Welt guttäte, wenn sich jeder daran hielte. Natürlich kann man die Bibel nicht eins zu eins in Politik umsetzen. Das wird nicht funktionieren und es entspricht auch nicht ihrer Intention. Aber ein Kompass sollte die Bergpredigt schon sein. Für unser Handeln und im persönlichen Miteinander kann die gelebte Bergpredigt und kann gelebte Nächstenliebe eine Richtschnur für ein friedliches Zusammenleben in unserer Welt sein.

Sie sind selbst in einer katholischen Gemeinde aufgewachsen und engagieren sich in der Kirche, Ihre Frau haben Sie im Jugendchor kennengelernt. Wie gestaltet sich Ihr Glaubensleben heute?

Glaube ist ja etwas Privates, das jeder für sich gestaltet. Die enge Verbindung zur Gemeinde ist weiterhin da. Die Zeit für das Engagement in der Gemeinde ist natürlich leider anders als in der Jugendzeit.

Kommen Sie im Alltag zum Beten?

Ja, natürlich. Die Zeit muss man sich nehmen. Denn ich merke auch, wie gut das tut.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellten Christoph Irion und Jonathan Steinert

Dieses Interview erschien zuerst in der Ausgabe 4/2020 des Christlichen Medienmagazins pro. Sie können das Heft online bestellen oder telefonisch unter 06441/5667700.

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Sat, 16 Jan 2021 12:00:00 +0100
<![CDATA[Chefredakteur erhält gefälschte Quarantäne-Anordnung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2021/01/15/chefredakteur-erhaelt-gefaelschte-quarantaene-anordnung/ „Was einem nicht alles so passiert“, schrieb der Chefredakteur des Mindener Tageblattes am Donnerstag auf Twitter. „Heute wurde ich vom Kreis scheinbar unter Quarantäne gestellt – tatsächlich handelte es sich um eine Fälschung. Die Spurensicherung war schon da. Was für verrückte Zeiten...“ Das Schreiben, von dem Piel ein Foto anhängte, stammt auf den ersten Blick von der Landrätin des Kreises Minden-Lübbecke.

In dem täuschend echt aussehenden Brief ist die Rede von einer „Anordnung einer häuslichen Quarantäne zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes“. Piel werde demnach infolge eines Kontaktes mit einer Person, die mit dem Coronavirus infiziert ist, dazu aufgerufen, „eine behördlich angeordnete häusliche Quarantäne“ einzuhalten. Die gelte vom 17. bis zum 31. Januar.

Im Interview mit pro hatte der gläubige Journalist im November vorigen Jahres gesagt, er erlebe in der Corona-Krise stärker als zuvor, wie Journalisten wegen ihrer Berichterstattung angefeindet werden. In Minden wurde Ende Oktober eine Schaufensterpuppe an einer Brücke aufgehängt – mit Strick um den Hals und Schild vor der Brust, auf dem „Covid-Presse“ stand. Piel erklärte, dass man das als Journalist auch auf sich selbst oder einen Kollegen beziehe. „Da hängt ein ganzer Berufsstand am Galgen.“ Piel stellte damals klar: „Man kann Corona-Maßnahmen kritisieren und in Frage stellen. Aber es kippt eben sehr häufig auf eine unsachliche Ebene der Verschwörungstheorien.“ In der Debatte gebe es nicht nur zwei Positionen, entweder für oder gegen die Corona-Maßnahmen. „Natürlich muss es dazwischen eigentlich einen großen Bereich geben, über den man sachlich diskutieren kann.“ Er betonte: „Ich bin traurig darüber, dass uns Journalisten so stark die Rolle zugeschrieben wird: Ihr seid die, die diese Maßnahmen verteidigen.“

Mehrere Personen im Kreis betroffen

Wie Radio Lippe berichtet, traf das gefälschte Schreiben mehrere Menschen im Kreis. „Zwei Briefe gingen an Personen in Minden, zwei in Porta Westfalica“, teilte die Polizei dem Sender mit. „Wer die gefälschten Quarantäne-Anordnungen verschickt hat, ist noch unklar“, heißt es laut dem Bericht. Der Staatsschutz der Bielefelder Polizei habe die Ermittlungen übernommen. Derartige Briefe seien auch an mehrere Lokalpolitiker gegangen, hieß es. Piel sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass ihm der Briefkopf merkwürdig vorgekommen sei und er daher misstrauisch geworden sei.

Piel erhielt 2011 den Nachwuchsjournalistenpreis des Christlichen Medienverbundes KEP und mehrere weitere Journalistenpreise, etwa den renommierten Theodor-Wolff-Preis.

Von: Jörn Schumacher

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Fri, 15 Jan 2021 16:55:00 +0100
<![CDATA[Mutter des „Bergdoktors“: „Ohne Glauben würde ich verzweifeln“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2021/01/15/mutter-des-bergdoktors-ohne-glauben-wuerde-ich-verzweifeln/ Die Schauspielerin Monika Baumgartner, Jahrgang 1951, ist seit 2007 als Elisabeth Gruber in der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ zu sehen. In der Vergangenheit wirkte sie in den Fernsehkrimiserien „Derrick“, „Weißblaue Geschichten“ und „Der Bulle von Tölz“ mit, sowie in der Komödie „Der Superstau“ und dem oscar­nominierten Film „Das schreckliche Mädchen“. Mit ihrer Schwester führt sie ein Raumausstattungsgeschäft in München.

pro: Frau Baumgartner, Sie waren vor ein paar Jahren im TV-Zweiteiler „Der kalte Himmel“ als abergläubische Großmutter eines autistischen Kindes zu sehen. Wie steht es privat um Ihren Glauben?

Monika Baumgartner: Die Welt, uns Menschen, die Tiere und die Natur muss jemand erschaffen haben. Dieses Phänomen ist so groß, dass ich glaube: Da muss es etwas geben, was uns die Möglichkeit gibt, zu existieren. Deswegen bin ich auch ein gläubiger Mensch. Glauben setze ich aber nicht damit gleich, immer in die Kirche zu gehen, sondern damit, wie ich persönlich damit umgehe. Wenn ich im Auto sitze oder unterwegs bin, habe ich immer Zeit zum Reden. Dann rede ich mit dem Herrgott, sage ihm meine Gedanken und bedanke mich. Das gibt mir Kraft und hilft mir.

Wo hilft Ihnen Ihr Glaube im Alltag konkret?

Wenn ich Probleme und Sorgen habe, kann ich ein Zwiegespräch führen. Bis jetzt wurde ich nie enttäuscht. Der Glaube gibt mir die Möglichkeit, mit bestimmten Dingen anders umzugehen und sie leichter zu bewältigen. Das hilft mir. Ganz wichtig dabei ist mir, danke zu sagen für Dinge, um die ich gebeten hatte und die funktioniert haben. Das mache ich mit großer Freude.

Sie hatten viele Jahre gesundheitlich Probleme, einen Tumor in der Leiste und Fibromyalgie, einen Muskelschmerz. Wie sind Sie mit dieser Herausforderung des Schmerzes über die lange Zeit umgegangen?

Ich habe einfach nicht aufgehört, nach einer Lösung zu suchen, und immer noch gehofft, dass ich jemanden finde, der mir weiterhelfen kann. Das ist das Wichtigste: Nicht aufgeben, auch wenn das nicht immer leicht fällt. Bei mir waren das 15 Jahre, im Alter von 18 bis 33 Jahren. Da half mir natürlich auch der Glaube. Ich habe gesagt: „Herr, bitte, irgendwann muss doch jemand die Ursache meiner Beschwerden finden.“

Inwieweit sehen Sie den Glauben als einen Halt im Leben?

Wenn jemand gar nichts glauben kann, muss derjenige ja komplett verzweifeln. Das fände ich furchtbar. Ich habe einen Halt, eine Hoffnung. Ich möchte das nicht missen.

In einem Interview sprachen Sie über Existenzängste.

Wenn Sie nicht festangestellt sind, haben Sie immer Existenzängste. Sie wissen ja nicht, wie Ihr Jahr wird. Es ist ganz selten, dass ich das lange im Voraus weiß. Meistens ergibt sich ein Engagement kurzfristig. Sie müssen immer überlegen, wie es weitergeht. Es gab Zeiten, in denen es langsamer lief, dann kommen Zeit, in denen so viel gleichzeitig ist, dass man es kaum bewältigen kann. Das ist aber immer so: Entweder ist es zu viel oder zu wenig. Da brauche ich nicht zu jammern. Dass ich die Lisbeth bei „Der Bergdoktor“ spielen darf, ist für mich wie ein Sechser im Lotto. Ich bin 67 Jahre alt. (Anmerkung der Redaktion: Das Interview führten wir 2018.) Andere haben in dem Alter überhaupt keine Arbeit mehr – und ich darf in so einer Serie mitspielen. Das ist für mich ein großes Glück.

Sie waren vor rund zwei Jahren bei einer Generalaudienz von Papst Franziskus auf dem Petersplatz in Rom. Wie war das?

Das war super. Das war ein ganz tolles Erlebnis. Als ich zwei Minuten mit Franziskus sprechen konnte, er mir in die Augen schaute und seine Hand auf meinen Arm legte, hat er mir das Gefühl gegeben, ich sei der wichtigste Mensch auf der Welt für ihn. Und das macht er mehrmals in der Woche, mit all diesen Menschen, denen er unermüdlich zuhört und mit denen er spricht. Das ist für mich ein solcher Glücksmoment gewesen. Ich weiß das noch wie heute, weil ich diesen Papst einfach phantastisch finde. Und ich hoffe, dass er noch viel, viel bewirken kann. Er kommt aus der Einfachheit, aus der armen Welt. So, wie er sich gibt, ist es vorbildhaft.

Über was haben Sie mit Franziskus gesprochen?

Ich habe ihm auf Spanisch gesagt, dass ich hoffe, dass er noch lange da sein und viel verändern kann. Ich habe ihm gesagt, dass er so wichtig ist für die ganze Welt. Er hat nur „Gracias“ gesagt – danke. Ich habe ihm die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma (Anm. d. Red.: Weihnachtsgeschichte in bayerischer Mundart) in einer blau-weiß-karierten kleinen Tasche geschenkt. Das Bild von Papst Franziskus und mir steht bei mir zu Hause im Regal, obwohl ich sonst kein einziges Bild von mir selbst habe. Das Bild von diesem tollen Moment, wie er mich angeschaut hat und ich ihn anschaue, liebe ich heiß und innig.

Sie kümmern sich um Ihre 90-jährige Mutter und zeigen, dass generationsübergreifender Zusammenhalt funktioniert. Wie läuft Ihr Alltag ab?

Ich betreue meine Mutter seit drei Jahren gemeinsam mit meiner Schwester. Es geht um Arztbesuche, Wäsche waschen, einkaufen, Tabletten richten. Meine Mutter sagt oft: „Lasst mich wissen, wenn ich euch zu viel Arbeit mache.“ Dann sage ich ihr: „Du hast uns auch aufgezogen, als wir klein waren. Das ist so.“ Sie hat bis vor einem Jahr noch allein in ihrer Wohnung gelebt, dann ist sie gestürzt. Sie hatte sich die Hüfte und die Schulter gebrochen und war anschließend vorübergehend im Altersheim. Aber damit waren sie und wir sehr unglücklich. Nun hat sie eine 52-Quadratmeter-Wohnung im „Betreuten Wohnen“. Das habe ich alles organisiert, ebenso wie den Piepser, Herdwächter, Essen auf Rädern und so weiter.

Wird die Gesellschaft kälter und kümmert sich jeder nur noch um sich?

Ich kann das nicht sagen. Ich bin wegen meiner Mutter seit einem Jahr immer wieder im Altersheim und sehe da, wie sich die Menschen kümmern. Und ich sehe, wie zu wenig Geld da ist für die Heime, zu wenige Pflegedienste da sind. Ich wünsche mir, dass die Politik mehr Geld locker macht, auch für zusätzliche Pflegekräfte. Daran liegt es wirklich, dass die Menschen keine Zeit mehr füreinander haben. Wenn die Leute besser bezahlt würden, wenn sie ihren Job mehr liebten und auch die Möglichkeit hätten, mehr auf die Menschen einzugehen, dann wäre die Situation anders. Und es wird immer schwieriger, weil wir immer älter werden.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martina Blatt.

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Fri, 15 Jan 2021 16:30:00 +0100
<![CDATA[Neuer Intel-Chef ist gläubiger Christ]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2021/01/15/neuer-intel-chef-ist-glaeubiger-christ/ Pat Gelsinger hat am Freitag die Stelle des Vorstandsvorsitzenden (Chief Executive Officer) beim Chip-Giganten Intel angetreten. Der Halbleiterhersteller mit Sitz in Kalifornien mit einem Umsatz von 64 Milliarden US-Dollar ist der wichtigste Produzent von PC-Mikroprozessoren, das Unternehmen hat weltweit einen Marktanteil von etwa 80 Prozent.

Gelsinger ist kein Unbekannter bei Intel, er stieg bereits als 18-Jähriger 1979 in das Unternehmen ein. Drei Jahrzehnte blieb er in der Firma und war maßgeblich an der Entwicklung bahnbrechender IT-Technologien wie USB und Wi-Fi beteiligt. Unter seiner Leitung entwickelte sich Intel zum führenden Anbieter von Mikroprozessoren. Im Jahr 2009 verließ Gelsinger das Unternehmen, als klar wurde, dass ihm der Verwaltungsrat keine Chance auf den Stuhl des Vorstandsvorsitzenden in Aussicht stellen würde. Er wurde CEO von VMware, dessen Software Computer als virtuelle Maschinen über Netzwerke verfügbar macht. Im Jahr 2013 war er im Gespräch als möglicher Nachfolger des Microsoft-Chefs Steve Ballmer.

Der in Kingston auf Jamaika geborene Gelsinger wuchs in Pennsylvania auf. Er studierte an der Universität Stanford Elektrotechnik, an der Universität Santa Clara und am Lincoln Technical Institute.

„Ich werde von Intel bezahlt, aber ich arbeite für Christus“

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, stieg nach Bekanntwerden der Personalie der Aktienkurs von Intel um mehr als zehn Prozent. Der Kurs von Gelsingers bisherigem Arbeitgeber VMware hingegen sank um mehr als fünf Prozent. Unter der Überschrift „Ein Draht zu Gott“ schreibt die Zeitung: „Ungewöhnlich für Silicon-Valley-Verhältnisse ist nicht nur Gelsingers Firmentreue – es sind auch seine Ansichten zum Leben neben dem Beruf.“ In seinem Buch mit dem Titel „The Juggling Act“ habe der Firmenchef über den Balanceakt zwischen Familie und Arbeit geschrieben sowie über seinen Glauben, der wie selbstverständlich zu seinem Leben dazugehöre. „So sehr der neue Intel-Chef der Wirtschaftsrationalität verhaftet ist, betrachtet er seine Religiosität nicht nur als Privatangelegenheit“, heißt es in der FAZ.

Im Podcast „Family life“ der christlichen Organisation „Campus für Christus“ sprach Gelsinger 2007 über seine Wandlung von einem „Sonntagschristen“ zu einem Nachfolger Jesu. Er sei in einer Familie aufgewachsen, die sehr in einer lutherischen Kirche verankert war, so Gelsinger. „Ich ging zur Kirche, wurde getauft und konfirmiert. Ich dachte, ich sei Christ.“ Aber sein Leben habe er nicht danach gelebt, sagte der Unternehmer, der zur Zeit der Aufnahme das erste Mal bei Intel angestellt war. „Ich war ein Sonntagschrist.“ Im Jahr 1980 hörte er eine Predigt über die Bibelstelle Offenbarung 3,15: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ Das traf auf ihn zu, sagte er.

Nach seiner Bekehrung wollte er Pastor werden. „Aber ich merkte, der beste Ort, sein Leben in den Dienst zu stellen, ist der Arbeitsplatz. Und tatsächlich, als ich alles zu seiner Ehre tat, wurde das die Aufgabe für mein Leben.“ Für ihn sei es wichtig, gerade als Christ das Beste im Job zu geben. „Du betest, dass alle Investitionen absolut richtig getätigt werden, dass alles nach höchsten ethischen Maßstäben geschieht und man das absolut Beste bei seiner Arbeit tut.“ Gelsinger fügt hinzu: „Am Ende weiß man: Man verherrlicht Jesus. Ich werde von Intel bezahlt, aber ich arbeite für Christus.“ Der Firmenchef ist überzeugt: „Christen sollten die besten Angestellten sein, die ein Unternehmen hat. Vielleicht magst du deinen Chef nicht oder deinen Job. Aber du solltest der absolut Beste sein bei dem, was du tust. Denn du arbeitest für Jesus Christus, egal wo.“ Es gehe darum, die eigenen Gaben einzusetzen, nur das sei ein Leben mit Sinn.

Der Unternehmer gründete eine Gruppe namens „Transforming the Bay with Christ“. Mit „the Bay“ ist damit die Bay-Area genannte Region um San Francisco und das Silicon Valley gemeint. Die Vereinigung von Geschäftsleuten, Investoren, Leitern von Non-Profit-Organsiationen und Pastoren hat es sich zum Ziel gesetzt, von den rund acht Millionen in der Region lebenden Menschen möglichst viele zum Glauben an Jesus zu bringen. Dafür sammelt der Verein Geld für einen Fonds mit dem Namen „Start-up Church Fund“. Gelsinger selbst spende etwa die Hälfte seines Einkommens für wohltätige Zwecke, heißt es. Die Vorsitzende des Vereins ist Nancy Ortberg, Ehefrau des Theologen und Bestseller-Autors John Ortberg.

Von: Jörn Schumacher

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Fri, 15 Jan 2021 16:05:00 +0100
<![CDATA[Bedford-Strohm betont Schutz des Lebens]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/15/bedford-strohm-betont-schutz-des-lebens/ In der Debatte um Beihilfe zum Suizid in kirchlichen Einrichtungen hat sich Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), zu Wort gemeldet. In einem Beitrag des „heute-Journals“ im ZDF sagte er: „Ich entnehme dem fünften Gebot ‚Du sollst nicht töten‘ schon einen klaren Auftrag, sich für den Schutz des Lebens einzusetzen.“ Daher solle sich die Kirche nicht „an der organisierten Hilfe zum Suizid beteiligen“. Er machte aber auch deutlich, dass die Situationen, um die es in solchen Fällen gehe, zu kompliziert für einfache Lösungen seien.

Auf seinem Facebook-Profil führte Bedford-Strohm aus, dass er jede organisierte Beihilfe zum Suizid ablehne, die dazu beitrage, dass diese Form des Sterbens zu einer Option neben anderen werde. Die Kirche stehe an der Seite derer, die „aufgrund von Erkrankung oder einer anderen Notsituation keinen anderen Ausweg als die Selbsttötung sehen“. Sie setze alles daran, Menschen beim Sterben so zu begleiten, dass dies in Würde geschieht und ohne sich das Leben selbst zu nehmen. Es sei nicht Aufgabe der Kirche, Hilfe zum aktiven Beenden menschlichen Lebens zu organisieren. Es sei in seinen Augen ein Missverständnis von Selbstbestimmung, wenn das bedeute, dass Menschen sich das Leben nehmen. „Suizid ist immer etwas Tragisches, immer eine Niederlage.“

Rachel: „Zerrbild menschlicher Autonomie“

Auch weitere Kirchenvertreter haben sich in den vergangenen Tagen zu einem Vorstoß geäußert, den Diakonie-Präsident Ulrich Lilie mit den Theologen Reiner Anselm und Isolde Karle diese Woche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichte. In dem Text forderten die Autoren, auch in kirchlichen Einrichtungen Möglichkeiten für assistierten Suizid anzubieten oder zuzulassen. Unterstützt wird diese Position unter anderem von den EKD-Ratsmitgliedern Ralf Meister, dem Hannoverschen Landesbischof, und der Juraprofessor Jacob Joussen. Der CDU-Politiker und Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der Union Thomas Rachel – ebenfalls Ratsmitglied – bezeichnete es laut Evangelischem Pressedienst (epd) als „fatalen Irrweg“, wenn Kirche und Diakonie Hilfe zum Suizid ermöglichten. Das sei keine adäquate Form kirchlich-diakonischen Handelns.

Das Leitbild evangelischer Sterbebegleitung sieht er weiterhin in palliativmedizinischer und hospizlichen Begleitung und Seelsorge. Die Forderung nach einem vermeintlichen Recht auf assistierte Selbsttötung entspringe einem „Zerrbild menschlicher Autonomie“. Die Kirche müsse nicht ihre eigenen Normen anpassen, weil das Bundesverfassungsgericht das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe aufgehoben habe. Das entsprechende Urteil vom Februar vorigen Jahres hat eine neue gesetzliche Regelung notwendig gemacht. Die steht bislang aus.

Der neugewählte Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, sagte, Kirche begleite Sterbende und respektiere den Wunsch eines Menschen, aktiv aus dem Leben zu scheiden. Aber geschäftsmäßige Beihilfe dazu sei nicht ihre Aufgabe.

Vorstoß soll nur für schwerkranke alte Menschen gelten

Diakonie-Präsident Lilie, einer der Autoren des liberaleren Vorschlages, erklärte sich indes und verteidigte den Ansatz. Er wolle nicht, dass Suizid zum Normalfall werde. Ihm gehe es darum, zu helfen, das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende zu sichern, sagte er dem ZDF. Gegenüber dem epd betonte er: „Niemand von uns will den Tod organisieren.“ Das Anliegen sei nicht, einen Anspruch auf Sterbehilfe oder ein geregeltes Angebot zu schaffen. Die Debatte müsse sich darum drehen, „wie wir respektvoll, wertegebunden und ergebnisoffen mit dem Willen von Betroffenen umgehen“.

Seiner Ansicht nach müsse „das christliche Verständnis des Tötungsverbots und des Lebens als Gabe Gottes zusammen mit der grundlegenden Wertschätzung der Würde und Selbstbestimmung des Menschen“ neu bedacht werden. Diese Wertschätzung gehöre auch zur evangelischen Ethik. Wenn sich die Kirche gegenüber assistiertem Suizid verschließe, überlasse sie verzweifelte Menschen in dieser Lebensphase anderen Akteuren wie Sterbehilfeorganisationen, hob Lilie ein Argument hervor, das auch in dem Text angeführt wird.

Zudem machte Lilie klar, dass sich der Vorschlag, Hilfe zur Selbsttötung anzubieten, nur auf schwerkranke Menschen ohne Aussicht auf Besserung „am Ende eines langen Lebens“ beziehe. Er mahnte eine offene Debatte darüber in der Kirche an. Auf so grundlegende Fragen könne nicht vorschnell der „Deckel draufgelegt“ werden.

Von: Jonathan Steinert

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Fri, 15 Jan 2021 15:40:00 +0100
<![CDATA[Komplette „BasisBibel“ geht an den Start]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2021/01/15/komplette-basisbibel-geht-an-den-start/ Die 40 Übersetzer der „BasisBibel“ hatten bei ihrer Arbeit in den vergangenen 17 Jahren die Lesegewohnheiten der jungen Generation im Blick. Jetzt ist das Projekt der Deutschen Bibelgesellschaft abgeschlossen. Am 21. Januar wird die komplette Ausgabe von Neuem und Altem Testament in Stuttgart veröffentlicht.

Die „BasisBibel“ verwendet kurze Sätze, die selten mehr als 16 Worte haben. Sie soll in der digitalen Fassung insbesondere zum Lesen auf Bildschirmen sehr gut geeignet sein. Biblische „Fachbegriffe“ wie „Messias“ sind farblich markiert und werden am Seitenrand in einem Text kurz erklärt.

Gut geeignet für die „Erstbegegnung“

Vor zehn Jahren hatte ein BasisBibel-Team das Neue Testament übersetzt. Davon wurden nach Angaben der Deutschen Bibelgesellschaft bislang mehr als 200.000 Exemplare verkauft. Die Psalmen erschienen 2012. Im Zuge der jetzigen Übersetzungsarbeiten wurde auch das Neue Testament nochmal unter die Lupe genommen und sprachliche Anpassungen vorgenommen. Den Satz des Matthäus-Evangeliums „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ hat die BasisBibel ohne Konjunktive wie folgt übersetzt: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben dabei verliert?“

Aus Sicht des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eignet sich die BasisBibel für Menschen, die eine „Erstbegegnung mit der Bibel“ haben wollen. Er empfiehlt die BasisBibel offiziell für die kirchliche Arbeit mit der jungen Generation und sieht sie als Ergänzung zur Lutherbibel. Bei den insgesamt 31.170 Versen wurden an 34.461 Stellen zusätzliche Erklärungen eingefügt. Die BasisBibel Kompakt-Ausgabe umfasst rund 2.000 Seiten, die Komfortausgabe 3.000 Seiten.

„Menschen mit hineinnehmen und nicht ausschließen“

Für Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bibelgesellschaft, hat die BasisBibel eine Sprache, „die Menschen mit hineinnimmt und nicht ausschließt“. Damit leiste sie einen entscheidenden Beitrag, um die Bibel auch im 21. Jahrhundert als Buch der Bücher erfahrbar zu machen. Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Christoph Rösel, sieht die BasisBibel in der Tradition des Bibelübersetzers Martin Luther: Sie sei urtextnah und prägnant in der Sprache.

Die BasisBibel gibt es laut Pressemitteilung der Deutschen Bibelgesellschaft als gedrucktes Buch, in der Reihe „bibeldigital“ sowie kostenlos im Internet und als App für Smartphones und Tablets. Dies gilt auch für die die bisher erschienenen Teile Neues Testament, Psalmen und ausgewählte Texte des Alten Testaments, Unterstützt haben das Projekt die EKD, Landeskirchen, Gemeinden, Bibelgesellschaften, Verbände, Werke und Einzelpersonen. Das mit der Agentur „gobasil“ entwickelte Design wurde prämiert.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Fri, 15 Jan 2021 11:30:00 +0100
<![CDATA[Was Christen zur Bewältigung der Krise beitragen können]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/14/was-christen-zur-bewaeltigung-der-krise-beitragen-koennen/ Das Coronavirus mache deutlich, wie nutzlos die Kirche geworden ist. Das schreibt Gerhard Wegner, früherer Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland, in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Religiös Hilfreiches zum Umgang mit der Pandemie sei von ihnen nicht zu hören gewesen, fährt er fort. „Gleich zu Beginn der Pandemie haben es die Bischöfe auf den Punkt gebracht: Gott habe mit Covid-19 nichts zu tun. Damit schossen sie sich selbst aus allen Debatten zur Bewältigung der Krise raus.“ Selbst regelmäßige Totenwachen stellvertretend für die Verstorbenen habe es nicht gegeben – damit hätten die Kirchen eine zivilreligiöse Funktion wahrnehmen können. Stattdessen hätten sie sich auf „geistliche Digitalangebote für die Gemeinde“ konzentriert.

Kirche ist überflüssig geworden, stellt Wegner fest. Das habe Corona gezeigt, sei aber längst keine neue Entwicklung. Er erklärt das aus soziologischer Perspektive: In einer ausdifferenzierten Gesellschaft sind demnach Religion und Kirche nicht notwendig für die anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – Politik, Wirtschaft, Wissenschaft funktionieren auch ohne sie. Ebenso Kultur und Soziales: Nützlich seien die Einrichtungen der Kirche und Diakonie durchaus, aber es brauche sie nicht, um die Gesellschaft am Laufen zu halten. Glück können Menschen außerhalb der Konfessionen finden, auch für die Erklärung des Bösen spiele Gott keine Rolle mehr, heißt es in dem Artikel.

Warum sollte man sich dann überhaupt auf die Kirche einlassen? Es gebe immer weniger Anlass, aus nichtreligiösen Beweggründen religiös zu sein, also von außen in die Religion hineinzukommen, erklärt Wegner mit dem Systemtheoretiker Niklas Luhmann. „Sie löst keine Probleme in der Welt.“ Und: „Die Sündhaftigkeit des Menschen leuchtet nur denjenigen ein, die von ihr erlöst worden sind.“

Wegner stellt klar, dass Religion deshalb aber nicht sinnlos ist. Ihre „Sichtachsen zum Himmel“ hätten das Potenzial, die Welt gewissermaßen von außen zu beobachten und das, was darin als bedeutsam gilt, zu relativieren: „Dann muss die Steigerung des eigenen Lebens, der Machtgewinn des Egos oder die totale Vermarktlichung der Welt nicht das Letzte sein.“ Es ließe sich ergänzen: Auch Gesundheit muss dann nicht das höchste Gut und Tod der finale Feind sein. Religion eröffne neue Perspektiven, erklärt Wegner und sieht das Virus theologisch als Versuchung: „ein Test darauf, Glaube, Liebe und Hoffnung nicht zu verlieren“. Dem standzuhalten, sei der Beitrag, den Christen zur Bewältigung der Krise leisten können.

Von: Jonathan Steinert

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Thu, 14 Jan 2021 16:41:00 +0100
<![CDATA[Thorsten Latzel zum neuen rheinischen Präses gewählt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/14/thorsten-latzel-zum-neuen-rheinischen-praeses-gewaehlt/ Thorsten Latzel steht zukünftig an der Spitze der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Landessynode wählte den 50-jährigen Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt am Donnerstag für acht Jahre zum leitenden Geistlichen der zweitgrößten deutschen Landeskirche mit 2,4 Millionen Mitgliedern. Er setzte sich im ersten Wahlgang mit 113 von 190 Stimmen gegen den aus Bayern stammenden Theologieprofessor Reiner Knieling (57) und die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk (53), durch. Er sagte in seiner Vorstellungsrede, er brenne für die evangelische Kirche als weltoffene Gemeinschaft mit einem freien Glauben, der mit einer hohen sozialen Verantwortung einhergehe: „Unsere Aufgabe ist es, als Kirche Ort der Hoffnung für die Welt zu sein.“ Zu den Aufgaben gehöre aber auch, kirchliche Strukturen umzubauen, weil die Kirche in den kommenden Jahren „weniger, älter und ärmer“ werde.

Der in Bad Laasphe im Kreis Siegen-Wittgenstein aufgewachsene Latzel studierte Evangelische Theologie in Marburg und promovierte 2002 in Heidelberg mit einer Arbeit über den Heidelberger Katechismus. Nach einer Zeit als Vikar und Gemeindepfarrer wechselte er 2005 ins Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover, wo er als Oberkirchenrat das Projektbüro Reformprozess leitete und auch für die EKD-Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen zuständig war.

Seit 2013 leitet er die Evangelische Akademie in Frankfurt, die 2017 konzeptionell neu aufgestellt wurde. Der in Darmstadt lebende Theologe ist Mitglied der EKD-Bildungskammer und veröffentlicht im Blog „glauben-denken.de“ regelmäßig theologisch-essayistische Impulse. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Von der fundamentalistisch-konservativen Haltung seines Bruders Olaf, der kürzlich vom Bremer Amtsgericht wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, distanziert sich Thorsten Latzel vehement.

Die rheinische Kirche umfasst 37 Kirchenkreise mit 655 Gemeinden und erstreckt sich über Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Der Präses vertritt die Landeskirche nach außen und ist Vorsitzender der Landessynode und der Kirchenleitung sowie Chef des Kollegiums im Landeskirchenamt.

„Mich und mein Bruder trennen theologisch Welten“

Latzel, dessen Bruder Olaf im November wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, weil er zum Hass gegen Homosexuelle aufgestachelt habe, sagte in einem Interview mit epd, ihn trennten von seinem Bruder Welten. „Ich spreche nicht öffentlich über ein Mitglied meiner Familie. Aber ich halte es generell für inakzeptabel, wenn Menschen diskriminiert werden, aus welchen Gründen auch immer.“ Seine Kirche stehe wie er selbst „klar für Wertschätzung, Vielfalt und Freiheit. Das schließt die freie sexuelle Orientierung eines Menschen ein.“

Ihm sei im Präsesamt eine „geistliche Leitung“ wichtig, „um die Gemeinden zu stärken und evangelische Perspektiven in die Gesellschaft zu vermitteln“. Latzel weiter: „Wir müssen neu von Jesus Christus reden, von der Hoffnung, die uns trägt, von Gottes Liebe zu seiner ganzen Schöpfung und jedem Menschen.“ Das Evangelium sei nicht Privatsache, sondern habe immer einen politischen Anspruch, so Latzel. „Wir machen keine Parteipolitik, sondern stärken Demokratiefähigkeit, indem wir christliche Perspektiven einbringen. Dass Menschen nicht im Mittelmeer ertrinken und Verfolgte Asyl genießen, ist ein Menschenrecht. Gegen das Politikversagen der EU müssen wir dies öffentlich betonen. Als Kirche schaffen wir auch Begegnungsräume für Menschen verschiedenster Herkunft und Ansichten und tragen so zum Funktionieren der Zivilgesellschaft bei.“

Angesprochen auf die „Querdenker“, sagte der Theologe, die Möglichkeit zu demonstrieren sei ein fundamentales Grundrecht, aber mit ihrer Nähe zu Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern gefährdeten die Querdenker die Demokratie. „Ich kann verstehen, dass Menschen Sorgen haben oder einzelne Maßnahmen kritisieren. Ich habe aber kein Verständnis dafür, wenn die Gesundheit anderer Menschen mutwillig gefährdet wird.“

Von: epd

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Thu, 14 Jan 2021 16:02:00 +0100
<![CDATA[Für die Republikaner geht es ums moralische Überleben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2021/01/14/fuer-die-republikaner-geht-es-ums-moralische-ueberleben/ Ein Kommentar von Nicolai Franz]]> Der Sturm auf das US-Kapitol ist schon eine Woche her, doch die Bilder sind noch voll präsent: Horden bärtiger Krawallmacher, Trump-Fanatiker, Rechtsextremisten und QAnon-Anhänger drangen ins Herz der amerikanischen Demokratie vor, um eine aus haltlosen Wahlfälschungsvorwürfen gespeiste Agenda gewaltsam durchzusetzen. Verängstigte Abgeordnete kauerten unter Schreibtischen, Aufständische forderten den Tod von Vizepräsident Mike Pence. Szenen wie aus einer Bananenrepublik.

Natürlich war das ein Umsturzversuch, ein schamloser Angriff auf eine demokratische Institution, eine Pervertierung der Jahrhunderte alten Tradition des „peaceful transfer of power“, in der der Wahlverlierer seine Niederlage in Würde annimmt und seinem Nachfolger alles Gute wünscht. Nie stand dies so in Frage wie an jenem 6. Januar, einem Tag der Schande in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Es besteht kein Zweifel, dass Noch-Präsident Donald Trump einen erheblichen Anteil daran hatte. Kurz zuvor hatte er seine Anhänger unter dem Slogan „Save America“ zum Kapitol geschickt, „um Stärke zu zeigen“, und er mahnte: „Ihr werdet unser Land niemals mit Schwäche zurückgewinnen.“ Während der Mob wütete, rang sich Trump zwar zu einem halbherzigen Aufruf durch, friedlich nach Hause zu gehen. Doch statt die Aufständischen zu verurteilen, bekundete er sogar noch seine Sympathie: „Wir lieben euch, ihr seid sehr besondere Menschen.“

Zu Recht wird es einsam um den Präsidenten. Mehrere Regierungsmitglieder kehrten ihm den Rücken, wirtschaftliche Partner widerriefen ihre Verträge. Kaum jemand will noch etwas mit dem Mann zu tun haben, der in die Geschichte eingehen wird als erster Präsident, gegen den zweimal ein Amtsenthebungsverfahren eröffnet wurde (Anschuldigung des jetzigen: „Anstiftung zum Aufstand“). Umso schockierender ist es, dass es immer noch Republikaner, sogar prominente evangelikale Christen gibt, die weiterhin zu Trump halten.

Schluck aus dem Kelch der Macht

Nur zehn Republikaner haben am Mittwoch im Repräsentantenhaus für das Impeachment gestimmt, fast 200 dagegen. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass Trump vor Ende seiner Amtszeit nächste Woche des Amtes enthoben wird. Doch das Impeachment ist trotzdem sinnvoll, nämlich als Präzedenzfall: Kein Präsident soll glauben dürfen, dass er ungestraft demokratische Institutionen angreifen darf. Darum geht es: Wenn die Republikaner im Senat Trump nicht verurteilen, werden sie ihre moralische Glaubwürdigkeit auf Jahrzehnte verspielt haben.

Manche Konservative, darunter auch evangelikale Christen, konnten wegen Donald Trump einen großen Schluck aus dem Kelch der Macht trinken. Nun scheinen Manchen dadurch die Sinne vernebelt, wenn auch immer mehr Evangelikalen bewusst wird, mit wem sie sich eingelassen haben. Der ansonsten treue Trump-Unterstützer Franklin Graham distanzierte sich mehr oder weniger vom Präsidenten. Der Bonhoeffer-Biograph Eric Metaxas will davon hingegen nichts wissen und fabuliert weiter von einer „gestohlenen Wahl“. Er ist nicht alleine damit. Statt Selbstrechtfertigungsreflexen wäre etwas anderes angebracht: Buße, Demut und Umkehr.

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Thu, 14 Jan 2021 15:37:00 +0100
<![CDATA[Kauder nach 31 Jahren im Bundestag: „Wir sind fest in Gottes Hand“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2021/01/14/kauder-nach-31-jahren-im-bundestag-wir-sind-fest-in-gottes-hand/ Volker Kauder war von 2005 bis 2018 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im Jahr 2018 verlor er das Amt überraschend und knapp an Ralph Brinkhaus. Im September 2019 gab Kauder bekannt, dass er auf eine erneute Kandidatur für den Bundestag verzichten werde.

Auf die Frage der Reporter von Christ & Welt, wie viel C noch in der CDU stecke, antwortet Kauder: „Noch sehr viel. Wir machen Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.“ Das C sei der Kompass der Partei. Er fügte hinzu: „Der Mensch ist das Ebenbild Gottes mit einer einzigartigen Würde.“

Die Unterschiede würden beispielsweise deutlich in der Familienpolitik, so Kauder, beim Schutz des Lebens und bei der Bewahrung der Schöpfung. Auf den Einwand, dass sich die CDU in der Vergangenheit nicht gerade als Ökopartei hervorgetan habe, gesteht Kauder ein: „Wir haben in der Vergangenheit den Fehler gemacht, das nie nach vorn zu stellen. Dabei haben wir viel für die Umwelt getan, wir haben die Binnengewässer schon in den Sechzigerjahren durch Kläranlagen sauber gemacht.“ Den jungen Leuten der Fridays-for-Future-Bewegung in seinem Wahlkreis habe er gesagt: „Dann tretet doch in Parteien ein, die auch etwas anpacken.“

In der Flüchtlingspolitik gelte für ihn: „Jeder Flüchtling ist Ebenbild Gottes und jeder Flüchtling muss so behandelt werden, wenn er bei uns ist.“ Auch heute noch betone er vor seinen Parteifreunden, dass die Politik der CDU auf dem christlichen Menschenbild basiere. Andererseits erklärte Kauder: „Wir machen keine christliche Politik. Wir sind keine Kirche.“ Bei den Kandidaten für den Parteivorsitz – Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen – sehe er das C bei allen drei Kandidaten gleich gut aufgehoben, so Kauder.

Er sehe nicht die Gefahr, dass die CDU einen ähnlichen Weg gehe wie derzeit die Republikaner in den USA. Der Reporter wendet ein, dass alles mit einem Erstarken der Tea Party und der Evangelikalen in Amerika angefangen habe. Kauder antwortet: „Bei den Evangelikalen will ich mal darauf hinweisen, dass die in Deutschland nicht zu vergleichen sind mit denen in den Vereinigten Staaten oder auch in Südamerika. Dort wird aus Religion die nackte Ideologie.“

Wenn er im Herbst nach 31 Jahren den Bundestag verlässt, sehe er auch weiterhin eine große Hilfe im Glauben. „Wir sind nicht allein gelassen auf dieser Welt. Wir sind fest in Gottes Hand.“

Von: Jörn Schumacher

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Thu, 14 Jan 2021 15:21:00 +0100
<![CDATA[Einmeterfünfzig! Das Maß aller Dinge?]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2021/01/14/einmeterfuenfzig-das-mass-aller-dinge/ Jürgen Mette empfiehlt weiterhin: Abstand halten. Und ein gutes Trinkgeld für Kuriere, ohne die er in der Pandemie aufgeschmissen wäre.]]> Seit knapp einem Jahr werden wir kollektiv auf Distanz getrimmt. Weil es notwendig ist! Kein Corona-Leugner oder Besserwisser konnte auf die Frage: „Was hättest Du als Verantwortlicher für unser Land anstelle der Bundeskanzlerin und des RKI getan?“ eine vernünftige Antwort geben. Wer keine Verantwortung trägt, der kann leicht meckern und stänkern.

Einmeterfünfzig. Das Maß aller Dinge. Alle wissen es, aber die meisten verschätzen sich. Beschlagene Brillengläser nerven, aber daran gewöhne ich mich inzwischen. Lieber eine beschlagene Brille auf der Nase statt einen vernagelten Geist zwischen den Ohren. Meine Frau bekommt immer einen ihrer legendären Lachanfälle, wenn sie meine verkrumpelten Ohren sieht, die mir die zu kurzen Haltegummis bereiten.

Da ich mein Haus seit Weihnachten nur noch zur Physiotherapie oder Arztbesuch oder zu einem Spaziergang mit meiner Frau verlasse, erwacht der uralte Öko-Reflex in mir, wildfremde Menschen oberlehrerhaft auf ihren ungenügenden oder gar nicht vorhandenen Mund- und Nasenschutz anzusprechen oder eine illegale Party in der Nachbarschaft aufzuspüren. Wenn ich mich vorbildlich auf die Distanz von zwei Metern expandiere, dann darf ich das auch von allen anderen erwarten, oder?

Fast alles, was ich sonst in Buch-, Bau-, und Elektromärkten kaufen würde, wird online bestellt. Heute bestellt, gestern geliefert. Buy one – get one free! Und ewig plagt mich mein Gewissen, dass ich mit jeder Online-Bestellung dem Hundert-Milliarden-Dollar-Vermögen von Jeff Bezos (Amazon) noch ein Schippchen drauf lege und der arme Paketfahrer nichts davon bekommt. In unserer Marburger Altstadt/Oberstadt mit ihren eng verwinkelten Straßen und Gassen gibt es keinen Verkehrsteilnehmer, der so zum Inbegriff des Parksünders, Straßenverstopfers, Spiegel-Abbrechers und zum CO2-Ignoranten gestempelt worden ist. Das sind neben dem ärztlichen und pflegerischen Personal die Helden dieses Lockdowns.

Auf dem letzten Loch pfeifen

Diese Knechte der Konsumgesellschaft, oft Migranten, verdienen unser Lob und ein gutes Trinkgeld – mit täglich länger werdenden Armen und Maske in einem verschlossenen Umschlag liebevoll und herzlich serviert. Solange keiner eine bessere Idee präsentiert, bleibe ich in dem Modus. Ich hoffe sehr, Sie auch.

Denn wenn einige auf die Regeln pfeifen, dann pfeifen bald immer mehr auf dem letzten Loch. Und wenn in diesem Luftloch noch ein Tubus steckt und er oder sie nicht mehr aus dem künstlichen Koma herauskommt, dann wird es furchtbar traurig. Getrennt von meiner Frau zu sterben und ohne mich von meinen Kindern verabschieden zu können, ist wohl die jämmerlichste Art, diese Welt zu verlassen.

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Thu, 14 Jan 2021 15:03:00 +0100
<![CDATA[Alternativen zu WhatsApp – Lohnt sich der Wechsel?]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2021/01/14/alternativen-zu-whatsapp-lohnt-sich-der-wechsel/ Der Messaingdienst WhatsApp, der zu Facebook gehört, hat über zwei Milliarden Nutzer weltweit. Seit Kurzem weist die App die Nutzer darauf hin, dass demnächst die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geändert werden. Bis zum 8. Februar 2021 muss man zustimmen, ansonsten ist die Nutzung von WhatsApp nicht mehr möglich. Die Geschäftsbedingungen regeln unter anderem die Weitergabe der Daten durch Facebook. Auch weiterhin wird WhatsApp Daten an den Mutterkonzern Facebook weitergeben. Die neuen AGB erlauben aber zusätzlich die Verwendung der Daten für Werbezwecke.

WhatsApp erfasst folgende Daten des Nutzers: die eigene Telefonnummer sowie die der Kontakte im Adressbuch, das Modell des Handys und sein Betriebssystem, den Akku-Status, welches Mobilfunknetz genutzt wird, Profilbilder und den Standort. Übrigens: Wer einsehen möchte, welche Daten WhatsApp über einen gesammelt hat, kann die Informationen bei dem Unternehmen anfordern.

Für Nutzer innerhalb der EU wird sich allerdings kaum etwas ändern: Hier sind die Nutzer durch die Datenschutzgesetze der EU geschützt. Die neuen AGB von WhatsApp sind im Grunde identisch mit denen aus dem Jahr 2018. In Ländern außerhalb Europas dürfen WhatsApp und Facebook künftig allerdings die Daten für die Optimierung von Werbeanzeigen verwenden. Die Nachrichten, die über die App verschickt werden, kann das Unternehmen nach eigenen Angaben ohnehin nicht mitlesen. Sie landen verschlüsselt auf einem Server und werden nach der Zustellung dort auch wieder gelöscht.

Großer Ansturm auf Telegram

Die Ankündigung zu Änderungen der AGB hat den Konkurrenten von WhatsApp einen großen Zulauf beschert. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, bekam beispielsweise der Messagingdienst Telegram innerhalb von 72 Stunden etwa 25 Millionen neue Nutzer. Wie der russische Gründer Pawel Durow mitteilte, verzeichnet die Plattform derzeit rund 500 Millionen monatlich aktive Nutzer. Damit rückt Telegram näher an seinen US-Konkurrenten heran. Die Messaging-App wurde im Jahr 2013 von den russischen Brüdern Pavel und Nikolai Durow gegründet. Weil Telegram sich weigert, mit Behörden zu kooperieren und Verschlüsselungen weiterzugeben, ist die App unter anderem in Russland verboten.

Am 7. Januar sorgte eine bekannte Persönlichkeit mit einem Tweet für den Aufschwung einer anderen Alternative: Der Chef von Tesla und SpaceX, Elon Musk, twitterte am 7. Januar die zwei Worte: „Use Signal“ (also: „Benutzt Signal“). Damit bezog er sich auf den kostenlosen Messenger namens Signal, der Nachrichten verschlüsselt überträgt. Musk erhielt sofort Unterstützung von einem anderen prominenten Kenner der Informationstechnologie: der Whistleblower Edward Snowden twitterte seinerseits, dass auch er diese Anwendung täglich nutze.

Danach schossen die Zugriffszahlen in die Höhe, und mittlerweile liegt Signal auf Platz 1 in den App-Stores, wie das Fachmagazin Chip berichtet. „Hier chatten Sie völlig sicher und anonym“, heißt es bei den Experten. „Wer Wert auf Sicherheit und Verschlüsselung seiner Nachrichten und Anrufe legt, sollte auf den Krypto-Messenger Signal zurückgreifen.“ Bei Signal wird nicht nur der Inhalt der Nachricht, sondern auch der Absender verschlüsselt. Die App ersetzt den Namen des Absenders durch ein zeitlich begrenztes Zertifikat, das erst beim Empfänger entschlüsselt wird.

So wie WhatsApp und die meisten anderen Alternativen können über Signal Nachrichten, Fotos und Videoanrufe ausgetauscht werden. Auch Gruppenchats sind möglich. Zudem gibt es die Option, Nachrichten mit einem Ablaufdatum zu versehen. Signal gibt es für Android und iOS sowie als Desktop-Anwendung. Für die Anmeldung ist wie bei WhatsApp eine Telefonnummer nötig, nicht allerdings ein Klarname.

Klassiker in Sachen privates Chatten: Threema

Seit längerem beliebt unter all jenen, die Wert auf Privatsphäre legen, ist der Schweizer Messengerdienst Threema. Threema war einer der ersten Messenger, bei denen die Sicherheit höchste Priorität hatte. Auch hier können Nachrichten und Dateien verschickt werden. Es gibt die Software sowohl für iOS als auch für Android und mit Threema Web auch für den Desktop. Für die Anmeldung ist es nicht einmal erforderlich, die Telefonnummer anzugeben. Threema generiert stattdessen eine Nummer, und so gibt der Nutzer keine personenbezogenen Daten von sich preis. Threema kostet vier Euro. Im Dezember 2020 hat das Schweizer Unternehmen den Quellcode seiner App offengelegt, was die Entwickler als letztes „Puzzleteil zur kompletten Transparenz“ beschreiben. Auch Threema verzeichnet seit einer Woche eine Vervielfachung der Download-Zahlen.

Eine weitere Alternative zu Whatsapp ist Wire, das ebenfalls von Schweizer Entwicklern stammt. Zwar stehe die Dachgesellschaft mittlerweile in den USA, aber alle Server stünden auf dem Gebiet der EU, teilte das Unternehmen mit. Bei Wire muss der Nutzer anfangs seine Handynummer angeben und sogar eine Mailadresse mit Passwort hinterlegen. Die Chats sind allerdings Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Die Features sind nahezu identisch wie bei den Alternativen; Wire kann auch Gruppeanrufe starten, Gruppenchats mit bis zu 128 Teilnehmern sind möglich, jeder Nutzer kann bis zu acht Geräte anmelden. Wire gibt es für iOS-, Android-, sowie für Desktop-Computer. Auch die Entwickler von Wire haben den Quellcode im Jahr 2016 vollständig offengelegt, was für äußerste Transparenz spricht.

Von: Jörn Schumacher

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Thu, 14 Jan 2021 12:57:00 +0100
<![CDATA[Fünf Prozent der Deutschen gingen Weihnachten in die Kirche]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/14/fuenf-prozent-der-deutschen-gingen-weihnachten-in-die-kirche/ Jeder 20. Deutsche war am vergangenen Weihnachten in einem Gottesdienst vor Ort. Alternativen im Fernsehen, Radio, online oder im Familienkreis nahmen 9,9 Prozent der Befragten einer aktuellen Studie wahr. Insgesamt nahmen 11,4 Prozent der Bevölkerung in irgendeiner Form an einem Weihnachtsgottesdienst teil. Dies geht aus einer Mitteilung des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Donnerstag hervor, das an der Erhebung beteiligt war.

15 Prozent der Befragten hatten angegeben, ihnen wäre es wichtig gewesen, an Weihnachten einen Gottesdienst vor Ort besuchen zu können. Dieser Anteil liegt bei Angehörigen der evangelischen oder katholischen Kirche sogar bei 24,6 Prozent. Dabei waren Protestanten alternativen Gottesdienstformen im Rundfunk oder Internet gegenüber aufgeschlossener als Katholiken: Von ihnen verfolgten 7,9 Prozent einen Gottesdienst im Fernsehen oder Radio, unter Katholiken waren es 5,9 Prozent. 4,9 Prozent der Protestanten feierten online Gottesdienst, aber nur 4,1 Prozent der Katholiken.

Digitale Kommunikation kein guter Ersatz

Dafür feierten Katholiken häufiger vor Ort als Protestanten: 2,7 Prozent von ihnen nahmen an einem Gottesdienst im Freien teil, 4,6 Prozent an einem Gottesdienst in einem geschlossenen Raum. Unter Protestanten betrug der Anteil ein Prozent bei Gottesdiensten im Freien und 3,4 Prozent bei Gottesdiensten in geschlossenen Räumen. 88,6 Prozent aller Befragten besuchten gar keinen Gottesdienst.

49,7 Prozent der Befragten gaben laut SI an, dass es ihnen gefehlt habe, mit der erweiterten Familie persönlich zusammen zu sein. Gleichzeitig gaben 47 Prozent an, dass der Kontakt zur Familie über digitale Kommunikationswege kein guter Ersatz für das persönliche Zusammensein gewesen sei.

Der Befragung liegt den Angaben zufolge ein repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt mit 1.007 Befragten zugrunde. „Cosmo“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Erfurt, des Robert Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Leibniz-Institut für Psychologie, des Science Media Center, des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin und des Yale Institute for Global Health. In der vierten, siebten, fünfzehnten und zweiunddreißigsten Erhebungswelle im März, April, Juni und Dezember 2020 war das SI der EKD am Projekt beteiligt.

Von: epd

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Thu, 14 Jan 2021 12:28:00 +0100
<![CDATA[„Der Schutz der Menschenrechte wird immer mehr ausgehöhlt“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2021/01/14/der-schutz-der-menschenrechte-wird-immer-mehr-ausgehoehlt/ Der Kirchenhistoriker Christoph Picker hat davor gewarnt, zwischen einer Gesinnungs- und einer Verantwortungsethik zu unterscheiden: „Das hilft nicht weiter. Wer Politik macht, will normalerweise gestalten und die Welt besser machen“, sagte er in der Online-Diskussion „Aus den Augen, aus dem Sinn – Ethik und Moral versus Realpolitik in der Flüchtlingsfrage“ des Verein „Junges Europa“. Eine Moral und eine Ethik, die sich nicht mit den Gegebenheiten auseinandersetzten, seien schlecht.

Picker hatte kürzlich ein Buch zur Flüchtlingsethik vorgelegt. Er beobachte, dass die Flüchtlingspolitik aus dem Lot gerate: „Wir müssen mehr tun: mehr Flüchtlinge aufnehmen sowie sichere Zugangswege und Voraussetzungen in der Integrationspolitik schaffen.“ In der öffentlichen Debatte gelte es, sensibel zu argumentieren und keine Vorurteile zu verstärken. Dabei habe Kommunalpolitik eine große Bedeutung, weil sie in unmittelbarem Kontakt zur Zivilgesellschaft stehe.

„Erst die Fakten, dann die Moral“

Die Bochumer Humangenetikerin Sigrid Graumann bezeichnete die aktuelle Flüchtlingspolitik als „völlig inakzeptabel“. Das Recht auf Zugehörigkeit und die Möglichkeit der Zuflucht seien nicht gegeben. Sie wehrte sich auch dagegen, einen Gegensatz von Moral und Realpolitik aufzubauen. Die Länder müssten auf die Stabilität der gesellschaftlichen Ordnung achten. Problematisch sei das nationale Recht, jemanden abzuweisen. Graumann wünsche sich eine Verpflichtung zur Nothilfe. Im zweiten Schritt könne man politisch über das Recht auf Zugehörigkeit diskutieren: „Die Menschen fliehen nicht willkürlich, obwohl sie wissen, dass sie ertrinken können.“ Graumann lehnte es ab, die Flüchtlingspolitik auf geschlossene oder offene Grenzen zu reduzieren: „Der Schutz der Menschenrechte wird immer mehr ausgehöhlt. Wir stehen vor einem Bankrott der europäischen Flüchtlingspolitik.“

Anders sah das der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. Er benannte deutlich die Grenzen der Flüchtlingspolitik. Das moralische Dilemma, nicht allen helfen zu können, sei nicht auflösbar. Eine ethisch saubere Flüchtlingspolitik werde es nicht geben. In seinem neuen Buch spricht der Grünen-Politiker sich dafür aus, „erst die Fakten, dann die Moral“ zu beurteilen. Dies führe dazu, nicht die eigenen Vorstellungen der Welt zum Maßstab zu machen, sondern erst die Wirklichkeit zu betrachten.

Wer politisch moralisiere, stelle sich selbst auf eine höhere Stufe. Wenn Armut das Kriterium sein sollte, um Flüchtlinge aufzunehmen, könnten das die Staaten nicht mehr leisten. Einzelne Flüchtlinge auszuwählen, führe zu Ungerechtigkeiten: „Man wird immer schuldig, wenn man nicht allen hilft.“ Wer mehr Flüchtlinge aufnehme, handle auch nicht zwangsläufig moralischer. Palmer verwies auf effektivere Methoden, „als die Menschen zu uns zu holen“. Die Stadt Tübingen sei eine Städtepartnerschaft eingegangen und unterstütze die Partnerstadt auf wirtschaftlicher Ebene.

„Flüchtlingspolitik muss den Werten der Humanität entsprechen“

Er wolle mit seinen Thesen keine Ängste schüren, aber den Menschen auch „reinen Wein zur Sicherheitslage“ einschenken: „Während 95 Prozent der Flüchtlinge in der Kriminalstatistik nich auffallen, sind die übrigen fünf Prozent Mehrfach-Straftäter und Kristallisationspunkte für Ängste und Abwehr“, berichtete Palmer. In Tübingen habe diese Gruppe bereits den Drogenhandel der Stadt massiv beeinflusst.

Die CSU-Politikerin Astrid Freudenstein betonte, dass der Staat während der Flüchtlingskrise gezeigt habe, dass er funktioniere. Die zweite Bürgermeisterin der Stadt Regensburg verteidigte auch Innenminister Horst Seehofer. Dieser habe immer betont, dass die Flüchtlingspolitik den Werten der Humanität entsprechen müsse. Deutschland habe sich etwa als einziges Land bereiterklärt, Flüchtlinge von griechischen Inseln aufzunehmen.

Die Diskussionsrunde hatte der Verein „Junges Europa e.V.“ angeboten. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, „den in Deutschland geführten Europa-Diskurs zu verbessern und Europa fassbarer machen“.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Thu, 14 Jan 2021 12:09:00 +0100
<![CDATA[Ehemalige Kirche bei ebay Kleinanzeigen angeboten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2021/01/13/ehemalige-kirche-bei-ebay-kleinanzeigen-angeboten/ „Im Herzen der Altstadt, einzigartig und mit über 1000 Jahren Geschichte“, so wird die Kirche Sankt Johann bei ebay Kleinanzeigen angepriesen. Das Gebäude mit einer Fläche von 687 Quadratmetern steht im Zentrum von Konstanz, mit Blick auf das Münster. Sowohl der Rhein als auch der Bodensee sowie der Bahnhof und Parkhäuser liegen in direkter Umgebung.

Das Angebot umfasst die ehemalige Stiftskirche mit Kirchenschiff, Sakristei, Nebenräumen und einen Kellerraum. „Die Hauptfassade schmücken fünf gotische, bleiverglaste Fenster“, heißt es weiter. Die zwölf Säulen umfassten einen „Raum voller Licht und Weite“. Es gebe zudem sanitäre Anlagen mit Duschen sowie ein Appartement. „Sondernutzungsrecht erlaubt das Abstellen von PKW auf der Terrasse“, lockt die Anzeige. Als Baujahr wird zwar 1995 angegeben, doch sei dies lediglich das Jahr der Grundsanierung. Wer die Immobilie virtuell besuchen möchte, kann dies auf der Website https://lmy.de/s360 tun.

Brauerei, Hotel, Kaserne

Das Gebäude hat eine lange und wechselhafte Geschichte. Die Website zur Kirche klärt auf, dass St. Johann auf den Grundmauern einer spätantiken Kapelle steht und damit zu den beiden ältesten Kirchen der Stadt Konstanz gehört. Verbürgt sei die Gründung der Pfarrkirche um das Jahr 950. Im Mai 1813 feierte die Gemeinde den letzten Gottesdienst, dann wurde sie entweiht. Die Orgel und das Inventar gingen an die umliegenden Kirchen. Ursprünglich sollte die Kirche abgerissen werden, doch ein Bierbrauer kaufte das Gebäude und nutzte es für das Brauen und Verkaufen von Bier.

Später standen hier die Druckerpressen der „Konstanzer Nachrichten und der „Deutschen Bodenseezeitung“, es fanden Konzerte statt, und die Kirche wurde sogar zum Hotel umfunktioniert. Im Ersten Weltkrieg diente es für 150 Soldaten als Kaserne und wurde erneut Hotel. Im Jahr 1991 wurde es verkauft, und es entstanden kleine Eigentumswohnungen und diverse Gewerbeflächen.

Zuletzt nutzte der SWR die Kirche für die Aufzeichnung der wöchentlichen Talkshow „Talk am See mit Gaby Hauptmann“. Nach dem Ende der Produktionsstaffel wollen die Eigentümer die Immobilie veräußern.

Die Anzeige wurde am 9. Januar eingestellt und bislang rund 1.700 Mal aufgerufen. Der Verkauf gestaltet sich aber als schwierig, unter anderem wegen der strengen Denkmalschutzauflagen, wie der SWR berichtet.

Von: Jörn Schumacher

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Wed, 13 Jan 2021 14:59:00 +0100
<![CDATA[„Jeder hat seine kurzen Arme“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2021/01/13/jeder-hat-seine-kurzen-arme/ Bernd Hock leidet darunter, dass Menschen gerne über andere urteilen. Der Kabarettist betrachtet seine verkürzten Arme aber als Chance, um für den Glauben und für Gott zu werben. Das hat er 2016 im Gespräch mit dem Christlichen Medienmagazin pro erzählt. Jetzt wird seine Biographie unter dem Titel „Immer im Rampenlicht“ im SCM-Verlag veröffentlicht.

In dem Buch beschreibt er seine Erfahrungen als Mensch mit kurzen Armen in einer Gesellschaft, die es gewohnt ist, lange Arme zu sehen. Dabei verdeutlicht er, wie ihn seine Schlagfertigkeit, sein Humor und sein Glaube durch viele schwierige Situationen getragen haben.

Bernd Hock steht mit 20 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. In dem Buch bezeichnet er sein ganzes Leben als Bühne, weil er oft wegen seiner Behinderung im Mittelpunkt steht. Die Reaktionen anderer Menschen prägen sein Leben. In dem Buch möchte er laut einer Pressemitteilung des Verlags unterhaltsam schildern, „wer ihn begleitet und welche Menschen ihn besonders geprägt haben“.

Tiefgang, Zweifel und Glaube

SCM schreibt weiter: „Mit einer großen Portion Witz, aber auch viel Tiefgang, erzählt er von Zweifeln, schweren Erlebnissen und Entscheidungen: wie er zu seinem Glauben fand und Wunder erlebte und wie er zu dem geworden ist, der er heute ist: der Rampenbär. Hock lädt die Leser dazu ein, mit ihm zu lachen, aber auch mit ihm zu weinen.“

Lesen Sie das gesamte Porträt über Bernd Hock und seiner Frau Kerstin in der Ausgabe 4/2016 des Christlichen Medienmagazins pro. Sie können sich das PDF des Magazins kostenfrei herunterladen.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Wed, 13 Jan 2021 11:19:00 +0100
<![CDATA[Fall Latzel: Kirchenleitung weist Vorwürfe zurück]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/13/fall-latzel-kirchenleitung-weist-vorwuerfe-zurueck/ Im Fall des vorläufig vom Dienst enthobenen Bremer Pastors Olaf Latzel hat die Kirchenleitung Vorwürfe von Vertretern der theologisch konservativen Arbeitsgemeinschaft missionarische Kirche (AmK) in der Hansestadt zurückgewiesen. Die vorläufige Dienstenthebung sei ein rein personalrechtlicher Akt infolge eines gegen Latzel ergangenen Urteils in einem Strafprozess wegen Volksverhetzung, heißt es in einer Stellungnahme vom Dienstag. Sie hänge nicht mit theologischen Differenzen zusammen.

Latzel war als Pastor der St.-Martini-Gemeinde in der Bremer Innenstadt am 25. November vom Amtsgericht der Hansestadt wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt worden, umgewandelt zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 90 Euro (AZ: 96 Ds 225 Js 26577/20). Latzel hatte aus Sicht des Gerichts in einem auf Youtube verbreiteten „Eheseminar“ zum Hass gegen Homosexuelle aufgestachelt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil Pastor Latzel dagegen Berufung eingelegt hat. Bis zu einer endgültigen Entscheidung ruht auch ein kirchliches Disziplinarverfahren.

Noch kein Berufsverbot

Die AmK bezeichnete die vorläufige Dienstenthebung als einen Schritt „ohne Augenmaß“, der den Frieden in der theologisch pluralistischen Bremischen Evangelischen Kirche gefährde. Sie schränke Latzels St.-Martini-Gemeinde ein und sei „de facto“ ein „Berufsverbot“ für den betroffenen Pastor, der als „unliebsamer Verkündiger“ aus dem Dienst entfernt werden solle. Sie sei zudem ein Vorgriff auf das Ergebnis des Berufungsverfahrens und damit eine Missachtung des Rechtsweges.

Die vorläufige Dienstenthebung sei kein Berufsverbot, Latzels Bezüge blieben davon unberührt, heißt es in der Reaktion auf die Vorwürfe. Der leitende Kirchenausschuss achte die Unabhängigkeit der Justiz und übernehme dienstrechtliche Verantwortung. Er suche und führe das Gespräch mit der St. Martini-Gemeinde und Pastor Latzel. Die „leider zahlreich erfolgten Beleidigungen und Verunglimpfungen einzelner Mitglieder des Kirchenausschusses sowie die Kampf-Rhetorik“ würden entschieden zurückgewiesen.

Auf Wunsch werde die Bremische Evangelische Kirche der Gemeinde Vertretungskräfte für den pastoralen Dienst zur Verfügung stellen, hieß es weiter. Die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Kirche (AmK) ist ein Arbeitskreis von sieben Kirchengemeinden sowie Einzelpersonen innerhalb der Bremischen Evangelischen Kirche.

Von: epd

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Wed, 13 Jan 2021 10:54:00 +0100
<![CDATA[Sterbehilfe-Vorstoß evangelischer Theologen sorgt für Kritik]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/13/sterbehilfe-vorstoss-evangelischer-theologen-sorgt-fuer-kritik/ Bei der Frage nach assistiertem Suizid ist sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) uneins. Offiziell hat sich die Kirche kritisch gegenüber dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts positioniert, das das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe vor knapp einem Jahr kippte. „Wir befürchten, dass die Zulassung organisierter Angebote der Selbsttötung alte oder kranke Menschen auf subtile Weise unter Druck setzen kann, von derartigen Angeboten Gebrauch zu machen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung mit der Deutschen Bischofskonferenz. Die Kirchen „wollen und werden“ sich „weiterhin dafür einsetzen, dass organisierte Angebote der Selbsttötung in unserem Land nicht zur akzeptierten Normalität werden“. Dass dies nicht alle Verantwortlichen der EKD so sehen, wurde bereits im vergangenen Jahr sichtbar. Im August erklärte der Bischof der Hannoverschen Landeskirche, Ralf Meister, in Interviews, dass er assistierte Sterbehilfe theologisch für möglich und auch in kirchlichen Einrichtungen für denkbar hält.

Durch einen Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Montag haben die gegensätzlichen Positionen in der Evangelischen Kirche eine breite Öffentlichkeit bekommen und eine Debatte über die EKD hinaus ausgelöst. Verfasst haben ihn Personen, die durch ihre Ämter und Aufgaben Einfluss innerhalb der Kirche haben: Reiner Anselm, Vorsitzender der EKD-Kammer für öffentliche Verantwortung, Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sowie die Praktische Theologin Isolde Karle von der Ruhr-Universität Bochum. Sie plädieren dafür, „Möglichkeiten des assistierten Suizids“ in kirchlich-diakonischen Einrichtungen „anzubieten oder zumindest zuzulassen und zu begleiten“ – abgesichert durch Beratung im Vorfeld sowie pflegerische und palliativmedizinische Angebote. Die EKD-Ratsmitglieder Ralf Meister und Jacob Joussen sind zwar nicht als Mitautoren genannt, aber als Wegbegleiter im Diskussionsprozess für diesen Beitrag namentlich aufgeführt, ebenso wie der Palliativmediziner Friedemann Nauck.

Propaganda für Sterbeprozess im Hospiz?

„Anstatt durch eine Verweigerung Suizidwillige dazu zu zwingen, sich auf die Suche nach – möglicherweise durchaus eigennützig und nicht im Interesse des Lebensschutzes handelnden – Organisationen zu machen, dürfte es sehr viel eher Ausdruck verantwortlichen Handelns sein, entsprechende Möglichkeiten durch besonders qualifizierte interdisziplinäre Teams in den Einrichtungen zuzulassen“, argumentieren die Autoren. Kirchliche Einrichtungen könnten sichere Orte für Sterbewillige sein, weil sie diese „in einem aus dem christlichen Glauben entspringenden Respekt vor der Selbstbestimmung“ beraten, unterstützen und begleiten könnten. Den Gemeindepfarrer sehen die Autoren dabei in einer besonderen Rolle: Er könne am ehesten dem Druck von Angehörigen eines Suizidwilligen entgegenwirken und alle Beteiligten seelsorgerlich begleiten.

Nur wenn sich Suizidwillige in ihren Ängsten und ihrer Selbstbestimmtheit ernstgenommen fühlten, seien sie womöglich bereit, ihre Entscheidung für den Tod zu überdenken. Auch Hilfen fürs Weiterleben könnten dann leichter angeboten werden. Seelsorge dürfe nach Ansicht der Autoren keinen Druck ausüben und den Sterbeprozess etwa im Hospiz im Gegensatz zum Suizid als „Norm“ des Sterbens „propagieren“. Weite Kreise der Bevölkerung hätten Vertrauen in seelsorgerliches und diakonisches Handeln. Deshalb sei es wichtig, dabei „nicht vorschnell Partei zu ergreifen“, indem assistierter Suizid „als unvereinbar mit dem christlichen Glauben gebrandmarkt“ werde. Darin sehen die Autoren des Textes die Gefahr, die Betroffenen zu bevormunden.

Wer sein Leben beenden möchte, soll nach Auffassung von Anselm, Lilie und Karle „Unterstützungsangebote auch für den Suizid vorfinden“. Dabei müsse sichergestellt sein, dass es sich beim Sterbewunsch um eine freie und eigenverantwortliche Entscheidung handele. Gleichzeitig wollen die Autoren vermeiden, dass assistierter Suizid als normal und als selbstverständliche medizinische Leistung angesehen werde.

Kritik von EKD und Katholiken

Die EKD-Spitze wies den Ansatz ausdrücklich zurück. Sie lehne jede organisierte Hilfe zum Suizid ab, „die dazu beiträgt, dass die Selbsttötung zur Option neben anderen wird“, sagte ein Sprecher gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Mit palliativer Versorgung, Seelsorge, Beratung und den Hospizen versuche die Kirche zu verhindern, „dass Menschen nur noch die Möglichkeit des Suizids sehen“. Auch die Deutsche Bischofskonferenz widersprach: Respekt vor der Selbstbestimmung bedeute gerade nicht, den Wunsch oder die Entscheidung zum Suizid unhinterfragt hinzunehmen, sagte Sprecher Matthias Knop der KNA. Vielmehr sei es geboten, in solchen Situationen Lebensperspektiven zu entwickeln. Beihilfe zum Suizid zu ermöglichen, sei nach Überzeugung der Bischofskonferenz „nicht die richtige Antwort“.

Augsburgs Weihbischof Anton Losinger, Mitglied im bayerischen Ethikrat, bezeichnete den Vorstoß als „schiefe Ebene“, die „den Ball der aktiven Sterbehilfe auf fatale Weise beschleunigt und ins Rollen bringt. Sie erfordert Einspruch und Einhalt“. Auch Thomas Sternberg, Vorsitzender des Zentralkomitees deutscher Katholiken, kritisierte den Beitrag der evangelischen Theologen ebenso wie Caritas-Präsident Peter Neher. „In katholischen Einrichtungen kann es kein solches Angebot geben“, stellte er klar.

Aus der CDU wurden ebenfalls ablehnende Stimmen laut. Hermann Gröhe, in der Bundestagsfraktion Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften, hob hervor: „Wer Selbsttötungshilfe zum geregelten Angebot macht, schwächt die eigenen Möglichkeiten, auch in schwieriger Lage zum Leben zu ermutigen“. Gröhe ist Mitglied der EKD-Synode. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß forderte den Rücktritt Lilies als Diakonie-Präsident. Aus Landesverbänden der Diakonie kamen sowohl ablehnende wie auch zustimmende Reaktionen.

Im Februar 2020 hatte das Bundesverfassungsgericht das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe für nichtig erklärt und die Politik aufgefordert, eine gesetzliche Regelung für assistierten Suizid zu erarbeiten. Dazu haben auch die Kirchen Stellungnahmen abgegeben.

Von: Jonathan Steinert

Haben Sie Suizidgedanken? Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

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Wed, 13 Jan 2021 08:40:00 +0100
<![CDATA[Open Doors: Corona-Krise verschärft Christenverfolgung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2021/01/13/open-doors-corona-krise-verschaerft-christenverfolgung/ Die Corona-Krise wirkt als Katalysator für weltweite Christenverfolgung. Das geht aus dem Weltverfolgungsindex 2021 von Open Doors hervor. Christen – darunter überwiegend Konvertiten – seien aufgrund von Ausgangs- und Reisebeschränkungen gezwungen, mit Menschen in Häusern zu leben, die ihnen gegenüber feindlich gesinnt sind. Besonders Frauen und Kinder würden unter solchen Umständen leiden. Darüber hinaus müssten viele Christen den Kontakt zu ihren Glaubensgeschwister reduzieren. Insgesamt seien Strukturen der Unterdrückung und Diskriminierung durch die Pandemie gestärkt worden.

Zu beobachten sei außerdem, dass es trotz weltweiter Corona-Ausgangssperren weiterhin zu tödlichen Angriffen auf Christen kommt. Im Mai 2020 starben im nigerianischen Bundesstaat Kaduna mindestens 27 Menschen. Solche Angriffe sind symptomatisch für instabile Staaten der Subsahara, wie Open Doors erklärt. In der Region verzeichnete Open Doors bis zu 30 Prozent mehr Gewalttaten gegen Christen. Allein in Nigeria wurden von April bis August 2020 mindestens 2.200 Christen getötet. Im Weltverfolgungsindex resümiert Open Doors: „Islamistische Gewalt macht Subsahara-Afrika zur tödlichsten Region für Christen.“

Als Ursache für die steigende Gewalt in Afrika macht Open Doors Regierungsversagen aus. Regierungen seien „unfähig oder unwillig“, Christen und andere Minderheiten zu schützen. Islamisten würden diese Situation ausnutzen und sich teilweise sogar verbünden. Mehrere afrikanische Staaten belegen deshalb auch die oberen Plätze auf dem Weltverfolgungsindex 2021. Am stärksten leiden Christen in Somalia (3), Libyen (4), Eritrea (6) und Nigeria (9). Neu im Weltverfolgungsindex hat Open Doors die Demokratische Republik Kongo (40), Mosambik (45) und die Komoren (50) aufgenommen.

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Die ersten zehn Plätze des Weltverfolgungsindex'

1. Nordkorea (94 Punkte)

2. Afghanistan (94 Punkte)

3. Somalia (92 Punkte)

4. Libyen (92 Punkte)

5. Pakistan (88 Punkte)

6. Eritrea (88 Punkte)

7. Jemen (87 Punkte)

8. Iran (86 Punkte)

9. Nigeria (85 Punkte)

10. Indien (83 Punkte)

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Digitale Überwachung von Christen

China überwacht seine fast 1,4 Milliarden Einwohner mit mehr als 570 Millionen Kameras. Diese sind mit dem „Sozialkreditsystem“ verbunden, das die Bürger ideologisch bewertet und Loyalität gegenüber der Regierung belohnt. Religionszugehörigkeit wird negativ bewertet. Mit dem Hinweis auf Maßnahmen für die Eindämmung des Coronavirus beobachte das kommunistische Regime vermehrt auch die Online- und Offlineaktivitäten christlicher Gemeinden, erklärt Open Doors. Betroffen davon seien staatlich registrierte sowie nicht-registrierte Kirchen. Neben der permanenten Überwachung wurden 2020 mindestens 3.988 Kirchen geschlossen. Kindern und Jugendliche unter 18 Jahren dürften außerdem nicht an christlichen Veranstaltungen teilnehmen. China liegt aktuell auf Rang 17 des Weltverfolgungsindex'. 2018 rangierte das Land noch auf Rang 43.

Darüber hinaus importiere China seine Überwachungssysteme in Länder, die ebenfalls für Menschenrechtsverletzungen und Christenverfolgung bekannt sind und im Weltverfolgungsindex auftauchen: Darunter Saudi-Arabien (14), Myanmar (18) und der Iran (8).

Hightech zur Überwachung setzt auch Indien ein. In dem asiatischen Land drohe religiöser Nationalismus alles kirchliche Leben zu ersticken. Unter der hindunationalistischen Regierung von Premierminister Narendra Modi gilt die Agenda: „Jeder Inder muss ein Hindu sein“. Im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2018 haben sich nach Angaben von Open Doors die Übergriffe gegen Christen verfünffacht.

Der islamische Nationalismus von Präsident Recep Erdogan bedrohe sowohl Christen in der Türkei als auch in Nachbarstaaten. So habe die Militäroffensive im Nordirak abermals Christen vertrieben, die bereits vor einigen Jahren vor dem Islamischen Staat geflohen sind. Open Doors dokumentiert im Weltverfolgungsindex ebenfalls Christenverfolgung von syrischen Söldnern unter Führung der Türkei.

Regierung zum Handeln aufgerufen

Der Vorsitzende des Stephanuskreises in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heribert Hirte, bezeichnet den Weltverfolgungsindex in Verbindung mit dem Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Religionsfreiheit in einer Stellungnahme als „direkte Handlungsempfehlung (…) für die deutsche Außenpolitik“. Hirte fordert das Auswärtige Amt auf, Christenverfolgung zu thematisieren. „Scheindebatten über Aufbauprogramme für westliche Bündnispartner in Sachen Demokratieförderung gehören unzweifelhaft nicht zu den dringlichen Anliegen unserer Zeit und verkennen gleichzeitig die Dramatik der weltweit kritischen Situation der Menschenrechte eklatant.“

Wie schon in den Vorjahren liegt Nordkorea auf Platz 1 des Weltverfolgungsindex'. Die Herrscherdynastie der Kims lasse sich dort „wie ein Gott“ verehren. Wer eine Bibel besitzt, kann mit dem Tode bestraft werden. Zehntausende Christen müssten in Straflagern schwerste Zwangsarbeit leisten und würden gefoltert. Rang zwei geht erneut an Afghanistan.

309 Millionen Christen seien „sehr hoher bis extremer“ Verfolgung ausgesetzt. Open Doors analysiert mit Hilfe von Fragebögen verschiedene Lebensbereiche von Christen: das Privat- und Familienleben, das Leben in Gesellschaft und Staat sowie das kirchliche Leben. Zudem erfasst das Hilfswerk physische Gewalt gegen Christen. Mit einem Punktesystem ermittelt Open Doors dann den Grad der Verfolgung von Christen. Die Fragebögen werden von Fachleuten aus drei Bereichen beantwortet: von Forschern von Open Doors, die mit lokalen Kirchengemeinden zusammenarbeiten, von Analysten des Weltverfolgungsindex-Teams sowie von externen Experten. Der Index umfasst 50 Länder, zu denen das Hilfswerk detaillierte Berichte veröffentlicht. In weiteren 24 Ländern seien Christen einem „hohen“ Maß von Verfolgung ausgesetzt.

Von: Martin Schlorke

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Wed, 13 Jan 2021 05:00:00 +0100
<![CDATA[„Wir erwarten eine starke Welle der Verfolgung in China“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2021/01/13/wir-erwarten-eine-starke-welle-der-verfolgung-in-china/ pro: Herr Rode, was sind die wichtigsten Erkenntnisse des Weltverfolgungsindex (WVI) 2021?

Markus Rode: Zunächst: Nordkorea steht seit 20 Jahren auf Position 1 des Weltverfolgungsindex. Ein weiterer Punkt ist, dass alle 50 Länder des Index ein mindestens „sehr hohes“ Maß an Verfolgungsintensität haben. Die Skala reicht von „hoch“ über „sehr hoch“ bis hin zu „extrem“.

Laut Ihren Materialien zählen Sie neben den 50 Ländern im WVI weitere 24 Länder, in denen die Christenverfolgung mindestens „hoch“ ist.

Ja. Eine „hohe Verfolgung“ stellen wir dann fest, wenn ein Land im Index mindestens 41 bis 60 von 100 Punkten hat. Alle Länder im WVI haben also mindestens 61 Punkte. Nordkorea hat 94. Früher haben wir die Länder der Weltverfolgungskarte gelb, orange und rot hinterlegt. Heute gibt es nur noch Orange und Rot. Die Intensität hat also deutlich zugenommen.

Wie hat die Corona-Pandemie die Situation der verfolgten Christen beeinflusst?

Die Pandemie hat wie ein Katalysator für die Verfolgung gewirkt. Christen aus Westafrika und dem Jemen haben uns mitgeteilt, dass sie bei den Corona-Hilfen bewusst ausgeschlossen wurden, zum Beispiel bei der Lebensmittelverteilung. In Indien gaben 80 Prozent unserer Kontakte an, dass sie von offizieller Stelle bewusst von der Hilfslieferung ausgeschlossen wurden. Viele verfolgte Christen mussten ihre kleinen Geschäfte aufgeben, stehen mit leeren Händen da – weil sie bewusst als Christen benachteiligt werden. Außerdem werden Christen in manchen Ländern für die Pandemie verantwortlich gemacht.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Die Al-Shabaab-Miliz in Somalia hat offiziell gesagt, dass die Christen bestraft werden müssten dafür, dass sie das Virus in die Welt gebracht hätten. Sie seien schließlich die „Kreuzfahrer“. In mehreren Ländern von Subsahara-Afrika haben die Angriffe gegen Christen während der Pandemie zugenommen, weil immer weniger Schutzpersonal deren Sicherheit garantieren konnte. Islamisten haben das genutzt, um Christen in ihrem Land zu attackieren, Kirchen niederzubrennen, Frauen und Mädchen zu entführen und Christen zu ermorden. Besonders sieht man das in Nigeria, das erstmals unter den ersten zehn Ländern des WVI steht. Alleine in Nigeria haben wir im Untersuchungszeitraum 3.530 Morde an Christen dokumentiert. 91 Prozent aller ermordeten Christen, die wir registriert haben, lebten in Afrika. Insgesamt sind die von uns erfassten Morde im Vergleich zum vergangenen Zeitraum um 60 Prozent gestiegen.

Rechnen Sie damit, dass nun vermehrt Christen aus Afrika nach Europa fliehen werden?

Wenn sie es könnten, würden sie es tun. Auch ist der Druck auf Christen in Flüchtlingslagern in muslimischen Ländern sehr hoch. In den Lagern bilden sie die Minderheit, die meisten sind Muslime. Viele christliche Flüchtlinge sind deshalb gar nicht erst in die UN-Flüchtlingslager gegangen.

Es läge also bei Vielen ein klarer Asylgrund vor – Verfolgung aufgrund des Glaubens – aber es gibt so gut wie keine Möglichkeit für sie, Asyl in Europa zu bekommen.

Ja, aber vor allem deshalb, weil sie gar nicht erst so weit kommen. Außerdem wollen die europäischen Staaten ja möglichst keine Flüchtlinge.

China, die aufsteigende Supermacht, spielt wieder einmal eine besondere Rolle im Weltverfolgungsindex. Noch vor Jahren sah es doch so aus, als würde Peking den Wert des Christentums wertschätzen. Warum hat sich das geändert?

Die Erklärung ist einfach: Xi Jinping. Er will die Machtfülle haben, die Mao einst hatte. Er hat klar gemacht, dass er der Maßstab aller Dinge ist. Wir erleben gerade eine Art zweite Welle der Kulturrevolution, nur eben mit ausgeklügelteren Methoden, die Menschen gefügig zu machen.

Welche Methoden sind das?

Zum Beispiel das „Social Scoring“. Jeder Bürger wird digital in einem sozialen Netzwerk gescannt und in einem Punktesystem erfasst: Wie treu ist er der Kommunistischen Partei und Xi Jinping gegenüber? Dieses Punktesystem definiert die Stellung des Bürgers im System. Wer Xi Jinping gottgleich anerkennt, erhält mehr Punkte, wer das wie Christen nicht tut, steht automatisch weiter unten.

Christen bekommen also automatisch aufgrund ihres Glaubens Minuspunkte?

Definitiv. Gerade die älteren Christen in China sind verfolgungserprobt. Sie würden niemals anerkennen, dass Xi Jinping über Gott stehe. Seit Xi an der Macht ist, sind Tausende Kirchen zerstört worden. In den Kirchen hängen Kameras, mit denen die Gottesdienste und Besucher überwacht werden. Die Religion soll also vollständig kontrolliert werden. Ein Einlenken der Christen wird es aber nicht geben. Weil Christen Xi Jinping nicht über Gott stellen werden, erwarten wir eine starke Welle der Verfolgung in China.

Das klingt wie eine Folge aus der britischen dystopischen Serie „Black Mirror“. Der Kommunismus will die vollkommene Gleichheit aller Menschen – das Social Scoring klingt nach dem genauen Gegenteil.

So ist es. Xi will seine Macht als Diktator durch vollständige Loyalität sicherstellen. Das funktioniert nur über Kontrolle und ein hochentwickeltes Überwachungssystem, das mittlerweile auch in andere Länder wie den Iran exportiert wird.

China ist aus der globalisierten Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Kann man gegen dieses riesige Reich überhaupt etwas ausrichten?

Gerade in der Anfangsphase der neuen Verfolgungswelle können wir unsere Stimme erheben, unseren Geschwistern mit Hilfsprojekten und im Gebet zur Seite stehen. Die Bibel ist im Online-Handel bereits verboten worden.

Und sie wurde sogar umgeschrieben: Die Ehebrecherin erfährt keine Vergebung, stattdessen wird sie von Jesus gesteinigt.

Ja, die Bibel wird verfälscht, die kommunistische Ideologie soll Eingang finden in alle Lebensbereiche. Wir müssen zurückspulen auf die Zeit von Mao und hören, was die Christen brauchen. Wir werden als Open Doors weiter am Puls Chinas bleiben, damit wir gezielt helfen und beten können. Was die Politik angeht: Die Frage ist, ob man bereit ist, seine Seele an ein Regime zu verkaufen, das die Menschenrechte nicht einhält. Genau so, wie es Umweltstandards für Waren gibt, muss es auch Menschenrechtsstandards geben, die dann auch umgesetzt werden. Doch das ist momentan nicht der Fall. Deutschland muss so etwas einfordern. Ich wünsche mir mehr Engagement dafür, dass der Handel menschenrechtlichen Kriterien folgt.

In Bezug auf die Corona-Einschränkungen in Deutschland sprachen einige wenige Christen von „Verfolgung“. Was halten Sie von solchen Aussagen?

Dem kann ich schlicht nicht folgen. Die Ursache der Maßnahmen liegen im Schutz vor Ansteckungen. Außerdem sind alle Religionsgruppen und Versammlungen betroffen. Verfolgung ist eine Einschränkung der Religionsfreiheit aufgrund des Glaubens. Hier geht es um einen ganz anderen Hintergrund.

Was bringt der Weltverfolgungsindex den verfolgten Christen?

Er ist ein erster wesentlicher Schritt dahin, die Situation von mittlerweile 309 Millionen verfolgten Christen in den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex sichtbar zu machen. Hinter jeder dieser Zahlen stehen Menschen, deren Hilfeschrei ist: Bitte betet für uns, bitte unterstützt uns. Der WVI hat nur dann eine Berechtigung, wenn Menschen daraufhin handeln. Er soll Menschen aktivieren, ihren verfolgten Glaubensgeschwistern zur Seite zu stehen, denn es wird immer härter.

Gibt es auch Länder, in denen sich die Lage verbessert hat?

Leider kann ich nur ein Land nennen: den Sudan. 92 Prozent sind Muslime, 4,5 Prozent sind Christen. Letztes Jahr stand Sudan noch auf Rang sieben, jetzt ist er auf dem 13. Platz. Das liegt daran, dass der islamistische Diktator Al-Baschir, der jahrelang den Sudan dominiert hat, vom Militär gestürzt worden ist. Die neue Regierung hat als einen der ersten Schritte das Apostasie-Gesetz abgeschafft, das für Konvertiten das Todesurteil bedeutete. Das war ein großer Schritt nach vorne, auch wenn es noch viel zu tun gibt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Nicolai Franz.

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Wed, 13 Jan 2021 05:00:00 +0100
<![CDATA[Erzbistum lässt Vorwürfe gegen kritischen Pfarrer fallen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/12/erzbistum-laesst-vorwuerfe-gegen-kritischen-pfarrer-fallen/ Das Erzbistum Köln will offenbar keine dienstrechtlichen Schritte gegen den Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann wegen Kritik an Kardinal Rainer Maria Woelki einleiten. Der Vorgang sei „erledigt“ und werde „keine weiteren Schritte nach sich ziehen“, schreibt Personalchef Mike Kolb in einem Brief an Koltermann, der dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag) vorlag. „Aufgrund der von Ihnen ausgeführten Erläuterungen bestehen meinerseits keine Nachfragen mehr“, zitierte die Zeitung Kolb weiter.

Koltermann hatte den Kölner Erzbischof in Leserbriefen und in einem Zeitungsartikel scharf kritisiert, weil sich Woelki an Weihnachten nicht für eigene Fehler im Missbrauchsskandal, sondern nur für die an ihm geübte Kritik entschuldigt hatte.

Koltermann hatte darauf in einem Leserbrief erklärt, er könne in den Worten des Kardinals keine Reue über persönliches Fehlverhalten erkennen. Damit sei noch restlich vorhandene Glaubwürdigkeit verspielt worden. Dies wurde ihm von Kolb als möglicher Verstoß gegen seine Loyalitätspflicht als Pfarrer und sein priesterliches Gehorsamsversprechen ausgelegt. In einer vom Erzbistum angeforderten Stellungnahme berief sich Koltermann auf sein Gewissen und betonte, dass er mit seiner Kritik lediglich die Sorgen der Gläubigen ins Wort gebracht habe, denen er sich verpflichtet sehe. Dies werde er auch weiter tun.

Gutachten weiter unter Verschluss

In seinem Antwortbrief an Koltermann soll Kolb dem Theologe für dessen „ausführliche Darlegung“ danken und ihm ein „persönliches Gespräch“ anbieten, wie die Zeitung berichtete. Die vorangegangene Androhung etwaiger Strafmaßnahmen gegen den Pfarrer hatte massive Proteste unter anderem in Koltermanns Gemeinde ausgelöst. Auch die kirchenkritische katholische Laienbewegung „Wir sind Kirche“ solidarisierte sich mit dem katholischen Pfarrer aus Dormagen.

Woelki steht seit Monaten in der Kritik, weil er ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln wegen „methodischer Mängel“ unter Verschluss hält. Er gab stattdessen ein neues Gutachten in Auftrag, das im März veröffentlicht werden soll. Außerdem wird Woelki Vertuschung vorgeworfen, weil er 2015 nach Sicht der Personalakten einen mutmaßlichen Missbrauchsfall aus den 1970er Jahren nicht an den Apostolischen Stuhl in Rom gemeldet hatte.

Von: epd

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Tue, 12 Jan 2021 16:34:00 +0100
<![CDATA[Philipp Mickenbecker: „Gott nimmt Schweres nicht weg, sondern trägt uns durch“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2021/01/12/philipp-mickenbecker-gott-nimmt-schweres-nicht-weg-sondern-traegt-uns-durch/ Das erste Mal, als der Krebs kam, war Philipp Mickenbecker 16 Jahre alt. Wie ein Stein in der Lunge habe sich der Tumor angefühlt, erinnert sich der 23-Jährige, im Interview bei Bibel TV. „Mir ging es richtig dreckig.“ Damals gab ihm der Arzt nur wenige Monate zu leben – so wie jetzt auch. Viele bewunderten den jungen Mann derzeit, dass er so stark sei. „Ich bin eigentlich keine starke Person“, sagt Mickenbecker, der durch den YouTube-Kanal „The Real Life Guys“ bekannt ist. „Wenn ich meinen Glauben nicht hätte, wäre ich noch wie damals.“ Er habe als Teenager nicht über die Diagnose reden können. Dass die Menschen um ihn herum ihn bemitleideten, „konnte ich gar nicht haben“. Er habe damals auch noch nicht an Gott geglaubt, obwohl er christlich aufgewachsen sei. Nach der Diagnose habe er sich aber trotzdem an Gott gewandt, denn er habe immer geglaubt, dass es „irgendwo mehr gibt“. „Warum ich? Was soll der Scheiß?“, habe er Gott damals gefragt.

Durch eine Bibelstelle aus dem Buch Hiob habe er erkennen können, „wie groß Gott ist“. Er brauche keine konkrete Antwort auf die Frage nach dem Warum, sagt Mickenbecker. „Es reicht mir zu wissen, dass es einen guten Gott gibt. Und dass der einen guten Plan für mein Leben hat.“ Es sei aber ein langer Prozess gewesen, zu dieser Erkenntnis zu kommen. Zwischendurch habe er seinen Glauben „auch mal wieder über Bord geworfen“.

Als der Krebs zum zweiten Mal wiederkam, habe er dann ganz genau wissen wollen, ob es Gott gibt. „Gott hat sich mir so klar gezeigt, dass ich weiß, es gibt ihn.“ Er habe „eine übernatürliche Liebe“ gespürt. Es sei schwer zu beschreiben, sagt Mickenbecker. Es habe sich angefühlt, als „durchflute“ Gottes Liebe ihn. Dieser Moment habe sein Leben verändert. Ein weiterer Schicksalsschlag, kurz nach diesem Erlebnis, war der Flugzeugabsturz seiner Schwester, bei dem die 18-Jährige ums Leben kam. In dieser Zeit habe er gemerkt, wie der neu gewonnene Glaube ihm geholfen habe. „Gott nimmt die schweren Situationen nicht weg, sondern trägt uns da durch“, sagte Mickenbecker.

„Nach dem Tod wird es nicht langweilig sein“

Es gebe Dinge, die könne man nicht erklären. „Genauso wie mir kein Arzt erklären kann, warum ich mit einem Tumor in dem Stadium hier sitze und es mir einfach gut geht“, sagte Mickenbecker. Darin zeigt sich für ihn Gott. Auch darin, dass er nach der zweiten Krebsdiagnose zunächst ohne Chemotherapie gesund geworden war. Trotzdem sagt er: Es sei gut, zu zweifeln. Auch als der Tumor im vergangenen Jahr zum dritten Mal auftauchte, hatte der YouTuber zunächst Zweifel am Glauben.

Er habe nicht das Gefühl, noch „alles mitnehmen zu müssen, was geht“, weil er an ein Leben nach dem Tod glaube. „Ich bin da sehr entspannt. Nach dem Tod wird es nicht langweilig sein“, ist Mickenbecker überzeugt. „Gott hat dann bestimmt auch eine geniale Aufgabe für mich, die genau zu mir passt.“ Die Zeit, die er gerade habe, sieht er als Geschenk von Gott. „Und die nutze ich dafür, Leuten von meiner Hoffnung zu erzählen.“ Dass er derzeit von so vielen Medien für Interviews angefragt wird, sieht er als Gottes Führung. Er bekomme so viele handgeschriebene Briefe, in denen Menschen von ihren Erfahrungen berichten, dass er gar nicht auf alle antworten könne. Die Leute seien neugierig, wie man mit so einer Situation umgehen kann. „Es ist ja grad ein Wunder, dass ich hier noch sitze.“

„Mir reicht's auch, wenn Gott mich im Himmel gesund macht“

Eine erneute Chemotherapie kommt für Mickenbecker nach der Erfahrung mit dem ersten Tumor nicht in Frage. Denn die werde ihn auch nicht langfristig heilen. Es wäre lediglich eine palliative Therapie. „Aber wozu brauche ich eine palliative Chemo, wenn es mir gut geht?“ Angesichts seines guten Zustandes habe sein Arzt bereits eingestanden, dass es für einige Dinge keine wissenschaftliche Erklärung gebe.

Kurz nach der dritten Diagnose fuhr Mickenbecker im August 2020 mit seinem Bruder und Freunden nach Island. Da sei es ihm dann aber „richtig schlecht“ gegangen und er habe Gott gefragt: „Soll ich jetzt meine Beerdigung vorbereiten oder hast du noch mehr mit mir vor?“ Als er dann Polarlichter am Himmel sah, die den ganzen Campingplatz in Aufregung versetzt hätten, weil es sie im Sommer eigentlich nie zu sehen gibt, war das für Mickenbecker wie eine Antwort von Gott. „Es war ein Polarlichter-Bogen, wie ein Regenbogen aus Polarlichtern.“ Er fügt hinzu: „Mir reicht's aber auch, wenn Gott mich im Himmel gesund macht.“ Und: „Gott hat die Möglichkeit, zu uns zu sprechen.“ Es lohne sich, die eigene Situation vor Gott zu bringen.

Von: Swanhild Zacharias

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Tue, 12 Jan 2021 16:02:00 +0100
<![CDATA[Islamisten tarnen ihre Inhalte als „Teil der bunten Webkultur“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2021/01/12/islamisten-tarnen-ihre-inhalte-als-teil-der-bunten-webkultur/ Um Jugendliche im Internet zu erreichen, setzen Islamisten verstärkt auf die emotionale Ansprache der jungen Menschen in den sozialen Medien. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Kompetenzzentrums jugendschutz.net. Die islamistische Propaganda versuche, mit Kindern und Jugendlichen über subtile Themen wie Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Ohnmacht in Kontakt zu treten und die jungen Menschen zu ideologisieren. Ob „im Windschatten von Protesten gegen Rassismus und rechtem Terror oder in der Inszenierung als ‚moralische Autorität'“ – laut jugendschutz.net setzen die Islamisten bevorzugt jugendaffine Darstellungsformen auf Instagram oder YouTube für ihre Propaganda ein.

Explizite dschihadistische Inhalte haben nach Angaben des Leiters von jugendschutz.net, Stefan Glaser, mit dem Niedergang der Terrororganisation „Islamischer Staat“ abgenommen. Es gebe jedoch „keinen Grund zur Entwarnung“. Islamisten seien „im Netz weiter stark präsent, machen ihre Angebote anschlussfähig und tarnen sie als Teil der bunten Webkultur“. Terroranschläge wie in Hanau oder die Corona-Pandemie würden instrumentalisiert. Die Islamisten brächten mit ihren Parolen junge Menschen gegen Menschenrechte und Demokratie auf. Glaser sieht bei den Internetdiensteanbietern eine besondere Verantwortung und forderte, unzulässige Inhalte schneller zu löschen. Verbotene Inhalte blieben noch zu lange online.

Die Studie mit dem Titel „Islamismus im Netz 2019/20“ offenbart aber auch, dass die Islamisten versuchen, mit ihren Inhalten innerhalb der Grenzen des Erlaubten zu bleiben. Die „demokratiefeindliche Haltung“ zeige sich in der Gesamtbetrachtung der medialen Aktivitäten. „Die Menge und Vielfalt islamistischer Online-Propaganda, mit der Kinder und Jugendliche in Kontakt geraten können, bleibt groß“, heißt es in dem Bericht. Islamistische Akteure verknüpften ihre Weltsicht, Werte und Normen mit Lösungsangeboten für die Probleme junger Menschen.

Familienministerin Giffey: „Kinder und Jugendliche besonders schützen“

Für den Berichtszeitraum vom Januar bis zum Dezember 2019 registrierte jugendschutz.net demnach 891 Verstöße. Insgesamt seien 1.649 „Maßnahmen“ eingeleitet worden. Bei den meisten Verstößen handele es sich demnach um die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Mehr als 90 Prozent der registrierten Fälle hätten sich bei Social-Media-Diensten ereignet. Eigenen Angaben zufolge konnte jugendschutz.net in 85 Prozent der Fälle durch Hinweise an die Provider eine Löschung oder Sperrung der entsprechenden Inhalte erreichen.

„Angesichts der digitalen Lockangebote religiös oder politisch motivierter Extremisten ist ganz klar, dass Kinder und Jugendliche besonders geschützt werden müssen“, erklärte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, und weiter: „Verzerrte Weltbilder und demokratiefeindliches Gedankengut können gerade Jüngere beeinflussen und verstören.“ Dies gelte umso mehr, da sich islamistische Gruppen immer häufiger als Influencer inszenierten und Sorgen und Nöte von Heranwachsenden aufgriffen. Nach Giffeys Ansicht könne der Gefahr mit Medienkompetenzbildung und Demokratieerziehung begegnet werden. Ein Regierungsentwurf für ein modernes Jugendschutzgesetz sehe wirksame Schutz- und Informationspflichten für die Plattformanbieter vor sowie Möglichkeiten, die Regeln auch durchzusetzen. „Damit werden wir den Risiken und Gefahren im Netz begegnen“, erklärte Giffey.

jugendschutz.net ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz im Internet. Die Stelle recherchiert Gefahren und Risiken in jugendaffinen Diensten und fordert Anbieter und Betreiber auf, ihre Angebote so zu gestalten, dass Kinder und Jugendliche sie unbeschwert nutzen können. jugendschutz.net wurde 1997 gegründet und ist seit 2003 an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden. Finanziert wird jugendschutz.net von den Obersten Landesjugendbehörden, den Landesmedienanstalten und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Von: Norbert Schäfer

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Tue, 12 Jan 2021 14:17:00 +0100
<![CDATA[Splatter-Jesus-Film bei Amazon Prime]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2021/01/12/splatter-jesus-film-bei-amazon-prime/ „Splatter-Filme“ haben das Ziel, möglichst viel Blut auf möglichst lustige Art und Weise zu verspritzen. Das Genre macht vor keinem Tabu halt. Im Jahr 2012 nahmen die Spanier Adrián Cardona und David Muñoz Jesus in den Fokus. In ihrem Kurzfilm „Fist of Jesus“ fließt viel Blut.

Es beginnt eigentlich wie ein normaler Jesus-Film. Jesus von Nazareth hält die Bergpredigt und segnet die Menschen. Doch dann wird der Wunderheiler gebeten, zu Lazarus zu kommen, der kurz zuvor gestorben ist. Jesus vollbringt ein Wunder und erweckt Lazarus wieder zum Leben. So weit, so bibelgemäß. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes: der eben wiedererweckte Lazarus springt wie ein wild gewordenes Tier seine Mitmenschen an und beißt sie. Wie in einem klassischen Zombiefilm laufen die Gebissenen nun selbst als Zombie durch die Landschaft. Alle schreien in Panik, auch Jesus.

Wer das Filmangebot des Streamingdienstes von Amazon erkundet und auf diesen Filmtitel stößt, sollte sich nicht täuschen: Statt eines erbaulichen Jesus-Films erwartet ihn bei „Fist of Jesus“ eine blutige Komödie. „Braindead trifft Life of Brain“, heißt es in der Sendungsinformation von Amazon. Der Film hat seit seinem Erscheinen bereits einen gewissen Kultstatus erreicht; es gibt T-Shirts, Kühlschrankmagnete, Aufkleber und sogar Action-Figuren aus Kunststoff.

Von: Jörn Schumacher

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Tue, 12 Jan 2021 12:48:00 +0100
<![CDATA[Singles feiern gemeinsam den 15. Februar]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2021/01/12/singles-feiern-gemeinsam-den-15-februar/ Was kaum jemand weiß: Am 15. Februar, ein Tag nach dem Valentinstag, wird der Ehrentag der Singles gefeiert. „Der Tag wird im Englischen ‚Singles Awareness Day‘ genannt“, erklärt Astrid Eichler. Gemeinsam mit ihrem Team von Solo&Co initiiert sie das Dinner for One&Co in Anlehnung an das bekannte Slapstick-Stück mit Miss Sophie und ihrem Butler James.

Die Leiterin des christlichen Single-Netzwerks Solo&Co betont: „Wir wollen diesen Tag humorvoll begehen, weil wir das Leben lieben“. Zu dem Netzwerk gehören weit über tausend Frauen und Männer in Deutschland. Da sich Singles in diesem Jahr aufgrund der Pandemie-Regeln nicht in Restaurants oder Gemeindehäusern treffen können, soll in kleinerer Runde gefeiert werden.

Persönliches Treffen und Online-Vernetzung

Deswegen sind Interessierte aufgefordert, einen weiteren Single - oder mehrere, wenn die aktuellen Regeln es erlauben - zu sich einzuladen. Wer mehr Gemeinschaft will, könne sich online mit anderen vernetzen, verdeutlicht Eichler. „Miss Sophie konnte ihren Geburtstag nur dank ihres treuen Butlers James und viel Alkohol feiern“, sagt die Initiatorin. „Damit das nicht auch manchen Singles passiert, wollen wir aktiv und Gemeinschaft stiftend einen wunderbaren Abend erleben.“ Über die Internetseite des Netzwerks können Interessierte Gestaltungsideen, Rezepte, Dekorationsvorlagen herunterladen. EmwAg e.V. (Es muss was Anderes geben) wurde 2009 gegründet und ist Träger des Netzwerkes christlicher Singles Solo&Co (www.soloundco.net). Dabei geht es um Ermutigung, Inspiration und Vernetzung von Singles.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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Tue, 12 Jan 2021 11:44:00 +0100
<![CDATA[Dafür stehen die Kandidaten um den CDU-Vorsitz]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2021/01/11/dafuer-stehen-die-kandidaten-um-den-cdu-vorsitz/ Armin Laschet

Armin Laschet ist Katholik. Sein parteipolitisches Engagement sei die Fortsetzung seines kirchlichen Engagements in der Jugendzeit gewesen, sagte er 2017 bei einer Diskussionsveranstaltung in einer Kölner Gemeinde. Die Bergpredigt sollte ein Kompass für das politische Handeln und das gelebte Miteinander sein, erklärte Laschet im vorigen Jahr gegenüber pro. Das christliche Menschenbild, für das seine Partei stehe, binde den Menschen an seinen Schöpfer: „Der Mensch soll die Erde gestalten, aber er soll nicht selbst Gott spielen.“ Die soziale Marktwirtschaft entspricht in den Augen Laschets der Vorstellung, dass der Mensch unverwechselbares Inidivuduum und gleichzeitig Teil einer Gemeinschaft sei. Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft will der Vater von drei Kindern stärken.

Zudem ist er überzeugter Europäer und strebt eine bessere „Entscheidungsfähigkeit“ der EU an – mehr Mehrheits- statt einstimmige Entscheidungen. Europa soll ein „starker Akteur in einer multipolaren Welt“ werden, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Auf der Ebene der Bürger möchte Laschet den europäischen, grenzüberschreitenden Austausch ebenfalls fördern. Als europäisches Handeln rechtfertigt Laschet auch Angela Merkels Entscheidung, 2015 die Binnengrenzen für Flüchtlinge nicht zu schließen. Laschet hat selbst mehrfach betont, dass Europa in der Flüchtlingsfrage gemeinsam gefragt ist. Im vorigen Jahr besuchte er das Flüchtlingslager Moria in Griechenland. Er fordert ein geordnetes Einwanderungssystem und sichere EU-Außengrenzen. Gefährder, Straftäter und Migranten ohne Schutzbedürfnis sollen abgeschoben werden, um so die Akzeptanz für die Aufnahme Schutzbedürftiger zu erhöhen, schrieb er mit seinem Team-Partner Jens Spahn im Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Klimaschutz möchte Laschet mit den Anforderungen eines ökonomisch starken Industrielandes verbinden.

In der ersten Welle der Corona-Krise warb Laschet früher als andere Ministerpräsidenten dafür, die Einschränkungen der Grundrechte wieder zu lockern. Im Gespräch mit pro betonte er, dass seine Landesregierung in Nordrhein-Westfalen im Frühjahr 2020 keine Gottesdienste per Verordnung verboten habe. Religionsfreiheit einzuschränken sei etwas anderes, als eine Kneipe zu schließen. Auch vor Weihnachten und erklärte er angesichts der hohen Infektionzahlen, auf die Freiwilligkeit der Religionsgemeinschaften zu setzen.

Seit 2017 regiert Laschet Nordrhein-Westfalen, das mit circa 18 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Bundesland, in einer Koalition mit der FDP. Auch im nächsten Bundestag wünsche er sich starke Liberale, sagte er jüngst angesprochen auf mögliche Koalitionspartner, sollte er Kanzler werden. Die Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Baerbock seien menschlich sympathisch, vor allem im Bereich der Energiepolitik hätten sie jedoch sehr unterschiedliche Ansätze. Bevor Laschet Ministerpräsident wurde, hatte er Stationen im Bundestag, im Europäischen Parlament sowie als Landesminister. Vor seiner politischen Laufbahn war der studierte Jurist als Journalist für den Bayerischen Rundfunk tätig und während seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter als Geschäftsführer und Leiter des katholischen Einhard-Verlag in seiner Heimatstadt Aachen. Im Februar wird Laschet 60 Jahre alt.

Norbert Röttgen

Auch der Jurist Norbert Röttgen bewirbt sich um den CDU-Vorsitz. Der 55-Jährige gehört seit 1994 dem Deutschen Bundestag an. Von 2009 bis 2012 war er Bundesumweltminister im Kabinett von Angela Merkel. 2012 verlor er als Spitzenkandidat die Landtagswahl in seinem Bundesland Nordrhein-Westfalen und anschließend seinen Ministerposten.

Danach wurde die Außenpolitik sein politisches Steckenpferd. Seit 2014 ist er Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Röttgen trat 1982 als 17-Jähriger in die Partei ein. Er wurde später unter anderem Landesvorsitzender der Jungen Union, studierte Jura in Bonn und ist seit 1993 als Rechtsanwalt zugelassen. Seine Doktorarbeit schloss er 2001 erfolgreich ab.

Röttgen verkündete am 18. Februar 2020 als erster der drei Kandidaten seine Bewerbung für den Parteivorsitz. Er formulierte einen Sechs-Punkte-Plan mit seinen Zielen. Darin bezeichnet er die CDU als Partei der Mitte mit deutlichen Abgrenzungen nach rechts und links. Zudem sei sie die Partei der deutschen Einheit, die einen „Dialog auf Augenhöhe“ zwischen Ost und West ermögliche.

Röttgen kündigte an, sich gegen den erstarkten Rechtspopulismus einzusetzen, die Migration zu ordnen und die ökologische und klimapolitische Glaubwürdigkeit für die CDU zurückzugewinnen. Im sechsten Punkt seines Programms heißt es: „Die CDU muss politische Führung übernehmen: Für Weltoffenheit, für den Schutz der Bürger und Vernunft.“

Anfang März veröffentlichte Röttgen eine Wahlkampagne zu seiner Kandidatur unter dem Motto „Jetzt voran!“. Darin fordert er außenpolitisch eine engere Kooperation mit Frankreich, einen „neuen Deal“ mit den USA, ein stärkeres Engagement in der NATO sowie ein konstruktives aber konsequentes Auftreten gegenüber Russland. Seine Kampagne ließ er wegen der Corona-Pandemie ruhen.

In den 2000er Jahren galt Röttgen – in unterschiedlichen politischen Positionen – als einer der engsten Vertrauten von Angela Merkel. Kritik gab es an Röttgen, als er Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie werden und gleichzeitig sein Bundestagsmandat behalten wollte. Röttgen verzichtete letzten Endes darauf.

Aus seiner kritischen Einstellung zur Atomkraft machte der CDU-Politiker nie einen Hehl. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima verkündeten Merkel und Umweltminister Röttgen den Atomausstieg und die Einleitung der Energiewende, mit der Röttgen betraut wurde. Er äußerte 2009, dass Umweltschutz durch die christliche Ethik geboten sei. Gott habe die Natur und den Menschen geschaffen, und dies verpflichte zur „Wahrung der Schöpfung“, wofür die Bibelgeschichte von der Erschaffung der Welt im 1. Buch Moses Impulse geben könne.

Seit Januar 2014 ist Röttgen, der dem liberalen, bürgerlich-modernen Flügel der CDU zugeordnet wird, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Vor allem die Annexion der Krim durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisierte Röttgen sehr deutlich.

Röttgen gehört der römisch-katholischen Kirche an. Er ist mit der Anwältin Ebba Herfs-Röttgen verheiratet und lebt mit ihr in Königswinter. Das Paar hat drei Kinder. In einem Interview während seiner Ministerzeit hat er betont, dass die Bewahrung der Schöpfung so wichtig sei, weil der Mensch sonst keine Zukunft habe. Neben seinen Eltern habe ihn auch einer seiner Religionslehrer in einer „sehr intensiven Phase mit Glaubens- und Religionsfragen“ geprägt. Das Interesse an Glaube, Kirchgang und Gebet wolle er deswegen auch seinen Kindern weitergeben.

Friedrich Merz

Neben Norbert Röttgen und Armin Laschet ist Friedrich Merz der Dritte unter den Aspiranten auf den CDU-Vorsitz. Wie seine Mitwerber stammt der 65-Jährige (geb. 11.11.1955) aus Nordrhein-Westfalen. Merz hat aber im Gegensatz zu seinen Konkurrenten derzeit kein politisches Mandat und hat auch innerhalb der CDU keine tragende Funktion. Der Jurist ist seit 1972 CDU-Mitglied.

Merz ist im sauerländischen Brilon in einer als konservativ geltenden Juristenfamilie aufgewachsen. Seit 1994 lebt der Vater von drei erwachsenen Kindern mit seiner Frau Charlotte, einer Richterin, im nordrhein-westfälischen Arnsberg. Merz ist katholisch und war als Student Mitglied in der katholischen Studentenverbindung Bavaria Bonn.

2018 bewarb sich Merz neben Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn um das Amt des CDU-Parteivorsitzes. Er verlor im zweiten Wahlgang mit 48,25 Prozent der Stimmen gegen Kramp-Karrenbauer. Nachdem Kramp-Karrenbauer im Frühjahr 2020 angekündigt hatte, im Laufe des Jahres als Parteivorsitzender zurückzutreten, gab Merz Ende Februar seine erneute Kandidatur um den Parteivorsitz bekannt.

Über seine religiösen Überzeugungen ist wenig bekannt. Bei der Vorstellung der Kandidaten für den Parteivorsitz 2018 erklärte Merz, dass der Buchstabe „C“ im Parteinamen für das christliche Menschenbild stehe, für das die Union eintrete. Merz hält deshalb Werbung für Abtreibung für nicht vereinbar mit den Grundwerten der CDU. Insgesamt beinhalte das „C“ im Parteinamen auch das Wissen, „dass wir nur die vorletzten Antworten auf dieser Welt geben und nicht die letzten“. Merz tritt ein für ein Wertefundament, das von einer „christlich-abendländischen Tradition und Kultur geprägt ist“.

Nach Angaben des Spiegel befürwortete Merz eine deutsche „Leitkultur“ in der öffentlichen Debatte um die Einwanderungspolitik. Unter anderem kritisierte er, dass muslimische Lehrerinnen im Unterricht Kopftücher tragen. Merz wandte sich auch gegen das „grausame Schächten von Tieren“ und forderte einen Islamunterricht an deutschen Schulen und unter Schulaufsicht. „Wir dürfen unsere Augen nicht davor verschließen, dass bei uns zunehmend Parallelgesellschaften entstehen und durch solche Entwicklungen noch gefördert werden“, erklärte der Unionspolitiker. Nach Angaben der Welt fordert der Jurist von Muslimen, das deutsche Recht ohne jede Einschränkungen zu akzeptieren.

Mediales Aufsehen erregte der Finanzexperte 2003 mit seinem Steuerkonzept, mit Hilfe dessen jeder Bürger seine Einkommensteuer auf einem Bierdeckel ausrechnen können sollte.

Von 1989 bis 1994 gehörte Merz dem Europäischen Parlament an und saß von 1994 bis 2009 als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Hochsauerlandkreis im Bundestag. Nach der Bundestagswahl 1998 wurde der als konservativ geltende Unionspolitiker zunächst stellvertretender Fraktionsvorsitzender und im Februar 2000 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nach der Bundestagswahl 2002 beanspruchte die damalige CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel den Fraktionsvorsitz, und damit die Rolle als Oppositionsführerin, für sich. Merz blieb noch für zwei Jahre stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Im Dezember 2004 trat er von diesem Amt zurück. Der Jurist gilt seitdem als ausgesprochener Merkel-Kritiker. 2009 erklärte Merz, eine Politik-Pause einlegen zu wollen. Merz gehörte einer Reihe von Aufsichtsräten an. Von 2016 bis März 2020 war er Aufsichtsratsvorsitzender und Lobbyist für BlackRock in Deutschland, den größten Vermögensverwalter der Welt.

Von: Jonathan Steinert, Johannes Blöcher-Weil und Norbert Schäfer

In einer früheren Version des Artikels hieß es, die digitale Abstimmung über den Parteivorsitz finde am Sonntag statt. Das ist allerdings bereits am Samstag der Fall. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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Mon, 11 Jan 2021 15:59:00 +0100
<![CDATA[„Querdenken ist eine heterogene Misstrauensgemeinschaft“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2021/01/11/querdenken-ist-eine-heterogene-misstrauensgemeinschaft/ „Querdenken“ ist nicht mit einer religiösen Gruppierung zu vergleichen. Das sagte der Beauftragte der Landeskirche Bayern für Sekten- und Weltanschauungsfragen, Matthias Pöhlmann, in einem Pressegespräch am Montag. Grund dafür sei die weltanschauliche Diversität innerhalb der Bewegung. Grundsätzlich müsse zwischen Initiatoren und Demonstrierenden unterschieden werden. Vor allem bei Initiatoren und Rednern seien unterschiedliche weltanschauliche Orientierungen zu beobachten. So stehe „Querdenken“-Gründer Michael Ballweg esoterischen Strömungen nahe. Gleichzeitig trete bei „Querdenken“-Veranstaltungen Samuel Eckert auf, der einen adventistischen Hintergrund hat. Bei einer Demonstration in Leipzig habe der HNO-Arzt Bodo Schiffmann ein interreligiöses Gebet gesprochen. Ein weiterer Beleg für die Diversität innerhalb der Bewegung sei ein Strategietreffen zwischen führenden Köpfen von „Querdenken“ und dem Reichsbürger und selbsternannten „König von Deutschland“, Peter Fitzek, gewesen. Pöhlmann bezeichnet Querdenken daher als „heterogene Misstrauensgemeinschaft“.

Eine entscheidende Beteiligung von Christen kann Pöhlmann bei „Querdenken“ derweil nicht entdecken. Zu beobachten sei allerdings, dass eine zahlenmäßig kleine Gruppe aktiv ist. Vor allem adventistische Splittergruppen seien auf Anti-Corona-Demonstrationen zu erkennen. Diese würden die Pandemie als große Entscheidungsschlacht zwischen Licht und Finsternis deuten. Darüber hinaus seien „eher fundamentalistisch orientierte Christenmenschen“ auf „Querdenken“-Veranstaltungen zu finden. Diese pflegten generell ein Schwarz-Weiß-Denken und würden die aktuellen Geschehnisse endzeitlich interpretieren. Das sollte jedoch nicht überschätzt werden, sagte Pöhlmann. In Deutschland seien solche Christen, anders als in den USA, eine Minderheit.

„Rote Linien“ in Diskussionen ziehen

Den Umgang mit Verschwörungstheoretikern vergleicht Pöhlmann mit Ausdauersport. Menschen, die Verschwörungserzählungen glauben, müsse auf Augenhöhe, mit Geduld und Ausdauer begegnet werden. Oft stünden Lebensthemen oder Schicksale hinter den Ansichten. Diese gelte es zu verstehen und anzusprechen. Wichtig sei jedoch, dass in Diskussionen „rote Linien“ gezogen werden, erklärte Pöhlmann. Antisemitische oder rassistische Ansichten dürften zu keiner Zeit Platz haben. Außerdem spiele für die Gespräche eine große Rolle, wie lange Menschen einem Verschwörungsglauben anhängen. Je länger das der Fall sei, desto komplizierter werde es, diese Menschen noch zu erreichen, sagte der Landeskirchliche Beauftragte für geistige und religiöse Strömungen, Haringke Fugmann.

Belastbare Zahlen, ob religiöse Gruppen wegen der Pandemie Zuwachs verzeichnen, gebe es nicht, sagte Bernd Dürholt von der Beratungsstelle „Neue religiöse Bewegungen im Dekanatsbezirk München“. Zu beobachten sei allerdings, dass das Thema Corona von vielen Gruppierungen aufgenommen und mit eigenen Lehren und Vorstellungen verbunden werde.

Von: Martin Schlorke

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Mon, 11 Jan 2021 15:40:00 +0100
<![CDATA[Schwarzenegger: „Präsident Trump ist ein gescheiterter Führer“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2021/01/11/schwarzenegger-praesident-trump-ist-ein-gescheiterter-fuehrer/ Vor einer amerikanischen Flagge und einer des Bundesstaates Kalifornien sitzt der „Governator“ genannte Arnold Schwarzenegger in seinem Video. Der 72-Jährige, der als Bodybuilder und Schauspieler bekannt wurde und von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kalifornien war, richtet sich in dem Video an seine „amerikanischen Mitbürger und Freunde auf der ganzen Welt“. Am Sonntag lud Schwarzenegger das rund sieben Minuten lange Video hoch, und bereits am Montag war es bei Twitter über 30 Millionen Mal angesehen und über 380.000 Mal weitergeleitet worden. Bei YouTube wurde das selbe Video 3,6 Millionen Mal angeklickt.

„Ich ging zur Kirche und ging auf eine katholische Schule“

Unterlegt mit getragener klassischer Musik, spricht Schwarzenegger über den Angriff von Trump-Unterstützern auf das Kapitol am Mittwoch, der weltweit Entsetzen ausgelöst hat. Der ehemalige Gouverneur von Kalifornien beginnt mit der Erinnerung, dass er als Immigrant in die USA gekommen sei. „Ich wuchs in Österreich auf. Ich weiß sehr gut Bescheid über die Kristallnacht – der Nacht des zerbrochenen Glases. Es war eine Nacht des Angriffes gegen die Juden im Jahr 1938 von Menschen, die das Gegenstück zu den ‚Proud Boys' sind. Am Mittwoch war der Tag des zerbrochenen Glases in den Vereinigten Staaten. Das zerbrochene Glas war jenes des Kapitols. Aber der Mob hat nicht nur Glas zerbrochen, sondern auch Ideen, die wir längst für selbstverständlich hielten.“ Arnold Schwarzenegger wurde 1947 in der Steiermark geboren. Er wanderte 1968 in die USA aus und wurde einer der bekanntesten Action-Darsteller Hollywoods.

Der Mob habe am Mittwoch auf den Prinzipien herumgetrampelt, auf denen die Nation aufgebaut sei. Schwarzenegger warnt, dass in seinem Heimatland damals ebenfalls die Demokratie verloren ging und diese Katastrophe dramatische Konsequenzen gehabt habe. Die Männer im Land seiner Jugend hätten versucht, ihre Scham über die Taten in Alkohol zu ertränken. „Sie versuchten, ihre Schuld wegzuspülen. Mein Vater kam nach Hause und schlug mich und meine Mutter. Ich habe bisher nie darüber gesprochen, weil die Erinnerung an diese Zeit schmerzhaft ist“, so der republikanische Politiker.

„Damals begann alles mit Lügen, Lügen, Lügen und Intoleranz“, erklärt Schwarzenegger. „Ich, der ich aus Europa komme, weiß, wie Dinge außer Kontrolle geraten können.“ Nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington gebe es in Amerika, aber auch im Rest der Welt, Angst, dass dies gerade jetzt auch in den USA geschehen könnte. Der Schauspieler und Politiker warnt vor den Konsequenzen von „Egoismus und Zynismus“. „Präsident Trump hat versucht, das Ergebnis der gerechten Wahl zu seinen Gunsten zu kippen.“ Er habe die Menschen mit Lügen in die Irre geführt, ebenso wie damals die Nazis in Europa.

Schwarzenegger weiter: „Präsident Trump ist ein gescheiterter Führer. Er wird in die Geschichte eingehen als der schlechteste Präsident.“ Joe Biden sei rechtmäßig gewählter neuer US-Präsident, und jeder aus der Republikanischen Partei, der sich weiter hinter Trump stelle, habe kein Rückgrat und werde wohl kaum einen Platz in den Geschichtsbüchern finden.

„Ich wurde katholisch erzogen. Ich ging zur Kirche und ging auf eine katholische Schule. Ich las die Bibel und den Katechismus. Aus dieser Zeit kenne ich einen Ausdruck, der heute wichtig ist: das Herz eines Dieners haben.“ Es bedeute, einer Sache zu dienen, die größer ist als man selbst. „Was die derzeitigen gewählten Repräsentanten brauchen, ist das öffentliche Herz eines Dieners. Sie müssen jetzt einer Sache dienen, die größer ist als ihre eigene Macht oder ihre Partei.“ Die Demokratie sei letzen Endes stärker als Menschen, die sie für sich auszunutzen versuchen. Der Politiker endet mit den Worten: „Möge Gott Sie alle segnen und möge Gott Amerika segnen.“

Von: Jörn Schumacher

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Mon, 11 Jan 2021 15:32:00 +0100
<![CDATA[Erzbistum Köln droht Pfarrer nach Kritik an Woelki mit Konsequenzen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/10/erzbistum-koeln-droht-pfarrer-nach-kritik-an-woelki-mit-konsequenzen/ Nach öffentlicher Kritik an Kardinal Rainer Maria Woelki und dessen Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln drohen einem katholischen Pfarrer aus Dormagen dienstrechtliche Konsequenzen. Der Personalchef im Erzbistum, Mike Kolb, hat dem Pfarrer in einem Brief eine entsprechende Prüfung des Sachverhaltes angekündigt.

Er weise ihn darauf hin, „dass für Dich als leitender Pfarrer ein öffentliches Eintreten gegen die Katholische Kirche, das Erzbistum Köln oder dessen Amtsträger nicht mit Deinen Loyalitätsobliegenheiten im seelsorglichen Dienst vereinbar ist“, heißt es in dem Schreiben des Leiters der Hauptabteilung Seelsorge-Personal. Die „möglicherweise schwerwiegenden Verstöße“ könnten „Maßnahmen nach sich ziehen“.

Kolbs Brief ist vom 30. Dezember datiert. Darin bezieht sich der Personalchef auf einen Leserbrief und einen Artikel in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ), in denen sich der Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann kritisch zum Verhalten Woelkis geäußert hatte. Seiner Ansicht nach hat der Kardinal „jede restlich vorhandene Glaubwürdigkeit verspielt“, weil er im Umgang mit Missbrauchfällen im Erzbistum bislang keine „Gewissenforschung“ und damit ein Eingeständnis persönlicher Fehler erkennen lasse.

Konkret bezieht sich Koltermann auf die Christmette an Heiligabend, bei der Woelki sich in einem persönlichen Wort an die Gemeinde gewandt hatte. Ohne mögliche eigene Versäumnisse anzusprechen und auf konkrete Vorwürfe einzugehen, hatte der Erzbischof gesagt: „Was die von sexueller Gewalt Betroffenen und Sie in den letzten Tagen und Wochen vor Weihnachten im Zusammenhang mit dem Umgang des Gutachtens zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in unserem Erzbistum, was Sie an der Kritik darüber und insbesondere auch an der Kritik an meiner Person ertragen mussten. Für all das bitte ich Sie um Verzeihung.“

Woelki steht seit Monaten in der Kritik, weil er ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln wegen „methodischer Mängel“ unter Verschluss hält. Er gab stattdessen ein neues Gutachten in Auftrag, das im März veröffentlicht werden soll. Außerdem wird Woelki Vertuschung vorgeworfen, weil er 2015 nach Sicht der Personalakten einen mutmaßlichen Missbrauchsfall aus den 70er Jahren nicht an den Apostolischen Stuhl in Rom gemeldet hatte.

„Wir sind Kirche“ solidarisch mit Koltermann

Pfarrer Koltermann wies die Anschuldigungen gegen ihn in einer Stellungnahme an den Personalchef des Erzbistums „mit aller Entschiedenheit“ zurück. Eine „schwierige Gewissenssituation“ habe ihn dazu geführt, zum ersten Mal in seinem 28-jährigen Dienst als Priester öffentlich Position zu beziehen, schreibt der Pastor. „Zunehmende Kirchenaustritte und unüberhörbare Kritik sehr vieler Gläubiger am Verhalten des Herrn Kardinal Woelki, vor allem im Umgang mit den Missbrauchsfällen in unserer Erzdiözese und seiner persönlichen Verantwortung zumindest in einem Fall haben bei mir große Sorgen über die Zukunft unseres Erzbistums ausgelöst“, führt Koltermann aus. Er bestreitet zudem den Vorwurf Kolbes, den Rücktritt Woelkis gefordert zu haben.

Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ erklärte sich am Wochenende solidarisch mit Koltermann. Aufgabe eines Bischofs sei es, bei Differenzen das Gespräch zu suchen und „nicht sofort die Keule des Dienstrechts zu schwingen“, heißt es in einem Brief an den Pfarrer. Die Kirchenleitung in Köln wolle „mit Gewalt jeden Widerspruch niederwalzen“.

Er würde sich wünschen, dass sich die Pfarrer sowie haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitenden im Erzbistum Köln ebenfalls mit Koltermann solidarisch erklären, sagte der Sprecher der Bewegung, Christian Weisner, dem epd. Es bestehe eine Loyalitätspflicht innerhalb der Kirche, aber die könne nicht unbegrenzt sein. „Das käme einem Maulkorb gleich.“

Von: epd

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Sun, 10 Jan 2021 14:04:00 +0100
<![CDATA[Twitter sperrt Trump]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2021/01/09/twitter-sperrt-trump/ Der Online-Dienst Twitter hat das Konto des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump wegen „des Risikos einer weiteren Anstiftung zur Gewalt“ dauerhaft gesperrt. Nach dem Sturm des US-Kapitols am Mittwoch hatte Twitter den Account @realdonaldtrump bereits vorübergehend für zwölf Stunden gesperrt, eine Löschung mehrerer Tweets des Präsidenten gefordert und eine dauerhafte Sperrung bei weiteren Verstößen gegen die Richtlinien des Unternehmens angedroht.

Am Freitag setzte Trump dann zwei Tweets ab, die nach Darstellung von Twitter vom Freitag (Ortszeit) gegen die Richtlinie zur Verhinderung von Gewaltverherrlichung verstießen. Am Samstag war der Account Trumps nicht mehr aufrufbar. Der abgewählte US-Präsident hatte bei Twitter mehr als 88 Millionen Follower. Auch auf dem offiziellen Account des US-Präsidenten @potus war am Samstag kein Tweet mehr aufrufbar.

Trump spricht von „großer Ankündigung“

Bereits am Donnerstag hatten Facebook und Instagram Trumps Konten gesperrt. „Die schockierenden Ereignisse der vergangenen zwölf Stunden zeigen klar, dass Präsident Donald Trump seine verbleibende Amtszeit dafür nutzen will, die friedliche und gesetzmäßige Machtübergabe an seinen gewählten Nachfolger Joe Biden zu untergraben“, erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Die Sperre gelte „auf unbestimmte Zeit“, mindestens in den Wochen bis zur Amtsübergabe an den Demokraten Joe Biden am 20. Januar.

Trump erklärte laut einem Bericht der „New York Times“, Twitter wolle ihn zum Schweigen bringen. Er verhandele nun mit anderen Plattformen und sprach von einer baldigen „großen Ankündigung“.

Von: epd

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Sat, 09 Jan 2021 11:13:00 +0100
<![CDATA[USA: Evangelikaler Verband ruft zum Fasten und Beten auf]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2021/01/08/usa-evangelikaler-verband-ruft-zum-fasten-und-beten-auf/ Die National Association of Evangelicals (NAE) hat den Sturm von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington D.C. verurteilt: Der Aufstand mache den Hass und die Polarisierung in der amerikanischen Gesellschaft deutlich. Die NAE „prangert die Gewalt“ und die „Laster, die zu diesem Chaos geführt haben, an“, heißt es in einer Stellungnahme. Bilder von den Protesten zeigten eine „beunruhigende Verbindung“ von christlichem Glauben und nationalistischer Ideologie. Christen seien jedoch dazu berufen, Frieden zu stiften.

„Der Mob am Kapitol ist von Führern aufgestachelt worden, die Lügen und Verschwörungstheorien für ihre politischen Ziele benutzt haben – inklusive Präsident Trump“, heißt es weiter. Evangelikale seien jedoch der Wahrheit verpflichtet und sollten Unwahrheiten ablehnen. Das Netzwerk rief dazu auf, an diesem Wochenende zu beten und zu fasten. Die Gemeinden des Verbandes sollen für einen friedlichen Machtwechsel, Heilung und Frieden beten. Zudem forderte die NAE Pastoren dazu auf, ihren Gemeinden zu helfen, einen „christusgemäßen Ansatz“ in die Politik und das öffentliche Leben einzubringen.

Die NAE beklagte zudem, dass Rassismus das Land plage. Die Zahl der Todesopfer hätte noch höher sein können, wenn die Demonstranten von anderer Hautfarbe gewesen wären, gibt der Verband zu Bedenken und betonte: „Gott hat jeden Einzelnen mit gleichen Werten und Würde ausgestattet.“ Die NAE repräsentiert nach eigenen Angaben US-amerikanische evangelikale Christen aus mehr als 45.000 Gemeinden und über 40 Denominationen.

Am Mittwoch protestierten zahlreiche Anhänger Trumps vor dem Kapitol in Washington D.C., dem Sitz des Kongresses. Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses und des Senats sollten dort den Wahlsieg Joe Bidens bestätigen. Ein Mob stürmte das Gebäude und randalierte, sodass die Sitzung unterbrochen werden musste. Bei den Ausschreitungen kamen mindestens fünf Menschen zu Tode – darunter ein Polizist.

Soziologe sieht Mitverantwortung für Unruhen bei Evangelikalen

Der amerikanische Soziologe Philip Gorski von der Yale Universität sieht bei den Unruhen auch eine Mitverantwortung evangelikaler Christen. Bei dieser Gruppierung hätten nationalistische Tendenzen in den letzten Jahren zugenommen. Einige Aufrührer hatten Schilder mit der Aufschrift „Jesus2020“, „Jesus saves“ oder „Nancy Pelosi is Satan“ gezeigt. Außerdem hatten sie vor dem Kapitol ein riesiges Holzkreuz aufgestellt.

„In Trumps Amerika hat der Evangelikalismus zu einer Art Autoritarismus geführt“, sagte der Wissenschaftler dem Evangelischen Pressedienst (epd). Außerdem gebe es Verbindungen zu bewaffneten Bürgerwehren, den sogenannten Milizen, und zur Verschwörungsbewegung QAnon. Diese gefährliche Radikalisierung sei von vielen unterschätzt worden. Jetzt müssten vor allen Dingen die einflussreichen, führenden Evangelikalen wie der evangelikale Pastor Franklin Graham und der Präsident der Universität Southern Baptist Theological Seminary, Albert Mohler, ihre „Komplizenschaft anerkennen“ und dafür auch Buße tun, forderte Gorski. Sie hatten immer wieder gefordert, Trump mit aller Kraft zu unterstützen – von den weißen Evangelikalen hatten bei der Präsidentschaftswahl im November 76 Prozent für Trump gestimmt.

Auch generell sollten sich die weißen Christen dem verdrängten, aber großen Einfluss der „White Supremacy“, der Vorherrschaft der Weißen, auf ihre Theologie und ihre Kirchen stellen, meint Gorski. Sie müssten auch dem systematischen Rassismus in der US-Gesellschaft mit allen Kräften entgegenwirken. Gorski bezweifelt jedoch, dass sie den Mut dazu haben werden. Dies würde bewirken, dass sich viele junge Evangelikale vom Evangelikalismus distanzieren und eine post-evangelikale Bewegung aufbauen.

Joe Biden soll am 20. Januar in sein Amt eingeführt werden.

Von: Jonathan Steinert/epd

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Fri, 08 Jan 2021 18:40:00 +0100
<![CDATA[Studie: Freikirchler besonders empfänglich für Verschwörungstheorien]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2021/01/08/studie-freikirchler-besonders-empfaenglich-fuer-verschwoerungstheorien/ Carolin Hillenbrand und Detlef Pollack erforschen am Exzellenzcluster Religion und Politik der Universität Münster den Zusammenhang zwischen Religion und Einstellung zur Corona-Pandemie. Von Juli bis Dezember 2020 führten sie eine Online-Studie durch, an der sich 2.032 Personen aus ganz Deutschland beteiligten. Die Ergebnisse könnten allerdings nicht den Anspruch auf Repräsentativität erheben, da die Fallauswahl nicht einem Zufallsprinzip folgte, sondern der Online-Link zur Studie möglichst breit gestreut wurde, betonen die Forscher.

Das Ergebnis: Wer die eigene Religion als die einzig akzeptable ansieht, neigt stärker zum Verschwörungsglauben. Ebenso wer im Falle eines Widerspruchs zwischen Religion und Wissenschaft der Religion mehr vertraut als der Wissenschaft. Dies trifft der Studie zufolge besonders auf Gläubige des freikirchlichen Spektrums zu. „Die Zugehörigkeit zur katholischen oder zur evangelischen Kirche scheint hingegen die Abwehr gegenüber Verschwörungstheorien zu stärken“, schreiben die Autoren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch die befragten Muslime seien gut vor Verschwörungsmythen gefeit, während sich die Gruppe derer, die sich als spirituell, aber religiös ungebunden beschrieben, weder durch eine besondere Nähe noch durch einen besonderen Abstand zum Verschwörungsglauben auszeichneten.

Der Aussage: „Ich vertraue vor allem auf Wissenschaft und Technologie, um die Coronavirus-Pandemie zu überwinden“ stimmten in der Befragung fast zwei Drittel zu. Bei den Personen, die diese Aussage ablehnten, war eher eine Gebetshäufigkeit zu beobachten. Das aktive Engagement in einer Religionsgemeinschaft jedoch hing positiv mit Vertrauen in Wissenschaft zusammen. „Stimmten die Evangelikalen dem Glauben an den Einfluss böser Mächte überdurchschnittlich häufig zu, so lehnen sie die Aussage zur Kompetenz der Wissenschaft nun ab.“

Der Aussage „Hinter der Corona-Pandemie stecken böse, verborgene Mächte“ stimmten 196 Personen (knapp zehn Prozent) zu. Rund 80 Prozent kreuzten bei dieser Aussage hingegen „Stimme überhaupt nicht zu“ an. Der Aussage „Meine Religion ist die einzig akzeptable“ stimmten 51 Katholiken und 26 Protestanten zu, aber von den insgesamt eher unterrepräsentierten Freikirchlern 82. Die Aussage lehnten 773 Katholiken ab und 373 Protestanten. Bei den Freikirchlern lehnten 74 Personen diese Aussage als falsch ab.

Wissenschaftsskepsis sei nicht ein allgemeines Merkmal von Kirchlichkeit oder Religionszugehörigkeit, sondern betreffe nur ein eingegrenztes Segment im religiösen Feld. „Die religiös ungebundenen Spirituellen wiederum weisen jene Aufgeschlossenheit gegenüber Wissenschaft und Technik nicht auf, zeigen aber auch keine überdurchschnittlich ausgeprägte Skepsis gegenüber wissenschaftlicher und technologischer Kompetenz.“

Freikirchler nehmen Christentum ernster

Der Aussage „Diese Pandemie ist vor allem eine göttliche Strafe angesichts der menschlichen Sündhaftigkeit“ stimmen vor allem Personen mit einer hohen Religiosität zu, ebenso Personen, die nur ihre eigene Religion als akzeptabel ansehen und Religion über Wissenschaft stellen. Ob man häufig betet oder oft am Gottesdienst teilnimmt, mache hier keinen Unterschied. Auch die Zugehörigkeit zur katholischen oder evangelischen Kirche spiele keine Rolle. Freikirchlich-Evangelikale hingegen tendierten eher zur Interpretation der Pandemie als Strafe Gottes. Am stärksten ausgeprägt sei diese allerdings bei den befragten Muslimen.

Die Autoren der Studie vermuten in der Gruppe der Freikirchler „eine viel stärkere Gottesbeziehung“: „Offenbar ist die eigene religiöse Überzeugung hier so stark, dass man sie über andere Weltdeutungen stellt. Dieses Überlegenheitsgefühl kann sich auch in einer kritischen Haltung gegenüber Autoritäten, Wissenschaft und Staat äußern.“ Die Betonung der Selbstständigkeit habe bei den Freikirchlern und Evangelikalen eine lange Tradition, erklärten die Autoren gegenüber pro. „Man grenzte sich nicht nur vom Staat ab, sondern auch von den Landeskirchen und stellte demgegenüber die eigene religiöse Erfahrung oder die Bedeutung der Heiligen Schrift, also institutionell unabhängige Quellen des religiösen Wissens heraus.“

Die Geschichte der Freikirchen und Evangelikalen sei „von einem abgrenzenden Identitätsbedürfnis geprägt“, sagten die Forscher. „Theologisch geht es um ein ernsthafteres Christentum, als es andere leben, um das Seelenheil, um Tod und Leben, das Kreuz Christi, um das Ganze. Schon darin ist die Abgrenzung angelegt.“ Der Aussage „Wenn sich Religion und Wissenschaft widersprechen, ist die Religion im Recht“ stimmten 80 Freikirchler zu, 58 standen dem aber entgegen. Pollack und Hillenbrand betonen, dass die gefundenen Ergebnisse auch nicht auf alle Evangelikalen gleichermaßen zutreffen. „Unter den Evangelikal-Freikirchlichen können wir vielmehr zuweilen, etwa hinsichtlich der Bejahung eines exklusiven Glaubensverständnisses, eine beachtliche Polarisierung feststellen“, heißt es in ihrem Beitrag in der Frankurter Allgemeinen Zeitung.

Die Teilnehmer der Studie waren mit 45 Prozent mehrheitlich katholisch, 21 Prozent waren Protestanten. Zum evangelikal-freikirchlichen Spektrum zählten sich neun Prozent. Muslime waren mit vier Prozent vertreten, etwa genau so viele gaben keine Religionsangehörigkeit an. Die Teilnehmer waren zu 41 Prozent männlich, 58 Prozent weiblich und 0,5 Prozent divers. Die meisten Teilnehmer waren zwischen 20 und 59 Jahre alt und gehörten einer höher gebildete und höheren sozialen Schicht an. Die Mehrheit (88 Prozent) stammte aus Westdeutschland, nur elf Prozent kamen aus dem Osten Deutschlands. Bei der politischen Orientierung der Teilnehmer ist eine leichte Tendenz nach „links“ erkennbar, die Mehrheit verortete sich allerdings in der Mitte.

Von: Jörn Schumacher

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Fri, 08 Jan 2021 14:06:00 +0100
<![CDATA[Evangelische Zeitungsverlage starten umfassende Kooperation]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2021/01/08/evangelische-zeitungsverlage-starten-umfassende-kooperation/ Drei evangelische Verlage haben eine umfassende Zusammenarbeit begonnen, um Kosten zu senken und die journalistische Qualität ihrer Printpublizistik zu erhalten. Die insgesamt sechs Wochenzeitungen erscheinen am 10. Januar erstmals in einheitlichem Layout und mit einem gemeinsamen zehnseitigen Mantel, wie die Kooperationspartner in Bielefeld, Frankfurt am Main und Hamburg mitteilten. Zudem werden alle Titel in derselben Druckerei bei der Deister- und Weserzeitung in Hameln hergestellt. Zum Mantel steuert jeder Verlag drei Seiten bei, die verschiedenen Titelseiten bleiben erhalten.

Partner der Zeitungsallianz sind der Evangelische Presseverband für Westfalen und Lippe mit der Zeitung Unsere Kirche, das Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit der Evangelischen Sonntagszeitung und der Evangelische Presseverband Norddeutschland mit drei Ausgaben der Evangelischen Zeitung für Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie der Mecklenburgischen & Pommerschen Kirchenzeitung. Die Blätter erzielten nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) im dritten Quartal 2020 eine verkaufte Auflage von insgesamt gut 44.500 Exemplaren, die größte Zeitung Unsere Kirche verkaufte rund 22.000 Exemplare.

„Mit dieser Kooperation ermöglichen wir es, die evangelische Printpublizistik auch mit reduziertem Ressourcen-Einsatz aufrechtzuerhalten, was für die Einzelverlage nicht möglich wäre“, sagte die Geschäftsführerin des evangelischen Medienhauses in Frankfurt, Birgit Arndt, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie verwies auf steigende Kostendruck durch abnehmende Kirchenfinanzen sowie sinkende Abo-Auflagen und Anzeigenumsätze. Allein durch den gemeinsamen Druck der Zeitungen würden rund 60.000 Euro gespart. Mittelfristig seien Einsparungen bei Honoraren und durch die Nichtbesetzung freigewordener Stellen im Redaktionsbereich möglich.

Arndt hob die Bedeutung evangelischer Printpublizistik auch in digitalen Zeiten hervor. Die Kirchenzeitungen seien für viele eng verbundene Kirchenmitglieder sowie haupt- und ehrenamtlich Engagierte eine wichtige Stütze zur Information und Meinungsbildung, „aber auch als Inspirationsquelle für die eigene kirchliche Arbeit“. Die Kooperation solle angesichts dessen journalistische Qualität erhalten und Synergien ermöglichen.

Perspektivisch wollen die drei Partner ihre Zusammenarbeit auf weitere Bereiche wie Aboverwaltung und eine gemeinsame Web-Plattform erweitern, die bisherige Produkt-Vielfalt könnte „zu einer starken evangelischen Marke“ ausgebaut werden. Angestrebt wird auch, weitere evangelische Verlage für die gemeinsame Zeitungsproduktion zu gewinnen.

Von: epd

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Fri, 08 Jan 2021 11:22:00 +0100
<![CDATA[Friedensnobelpreisträger im Krieg]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2021/01/08/friedensnobelpreistraeger-im-krieg/ Ein Gastbeitrag von Martin Frank]]> Kaum im Amt als Premierminister, hatte Abiy Ahmed damals den seit Jahren anhaltenden Krieg mit dem Nachbarn Eritrea beendet. 2019 bekam er dafür den Friedensnobelpreis. Es lohnt sich, in seiner Rede nachzulesen: „Ich habe die Hässlichkeit des Krieges aus erster Hand miterlebt. Krieg ist für alle Beteiligten der Inbegriff der Hölle. Ich weiß das, weil ich dort war und zurückgekommen bin.“

Nun wurde unter seinem Kommando in den letzten Wochen die nördliche Region Tigray bombardiert. Über 100.000 Menschen sind in den Sudan geflüchtet. Das Gebiet ist nach wie vor abgesperrt, es scheinen auf allen Seiten schwere Menschenrechtsverletzungen begangen worden zu sein. Die politischen Folgen für die gesamte Region sind unabsehbar, nicht nur Eritrea ist stark involviert. Es droht ein endloser Guerillakrieg.

Sowohl das Nobelpreiskomitee als auch die internationale Gemeinschaft sind schockiert. Wie wohltuend waren vor über einem Jahr die Nachrichten vom Frieden mit Eritrea, von der Aussöhnung mit den Rebellengruppen der Oromo, von der Freilassung Tausender Gefangener, von der Heimkehr vieler aus der Diaspora. Nun rätseln alle über die Motive der Zentralregierung, mit militärischer Gewalt die Lösung für die ethnischen Spannungen in dem Vielvölkerstaat zu suchen.

War die Entmachtung der Kader der regionalen Regierungspartei Tigray People’s Liberation Front (TPLF), die das Land über Jahrzehnte beherrscht hatten, nach Abiys Wahl vor knapp drei Jahren nicht erfolgreich? Tigray hatte als einzige Region entgegen seiner Anweisung Wahlen abgehalten, währenddessen die Zentralregierung diese wegen der Pandemie auf unbestimmte Zeit aussetzen ließ. Seitdem ist sie nicht mehr demokratisch legitimiert, ein klarer Verfassungsbruch.

Die Bevölkerung leidet unter dem Konflikt

Es gibt andererseits viele Stimmen in Äthiopien, die die zunehmenden Anschläge, Morde und ethnischen Vertreibungen in den letzten zwei Jahren mit dem bewussten Versuch der tigrayischen Eliten erklären, das riesengroße Land zu destabilisieren, um wieder an Macht und Einfluss zu kommen. Die Tigray hatten in den letzten 25 Jahren einen ethnischen Föderalismus etabliert, der die neun Regionen des Landes entlang der Bevölkerungsgruppen einteilte, sie selbst aber an die Spitze stellte. Nun stehen sich im Land zwei politische Systeme gegenüber: eine starke Zentralregierung gegen autarke ethnische Regionen wie die in Tigray oder anderswo.

So wird dem Lastwagenfahrer aus Oromia, der in der Hauptstadt seine Waren abliefern möchte, von dem jungen Polizisten am Kontrollpunkt bedeutet, dass sein Führerschein aus dem Süden ab der Stadtgrenze nicht mehr gilt. Die Gefahr wächst bedrohlich, dass das Land auseinanderfliegt und sich die ethnischen Konflikte vielerorts verstärken. Im Westen Äthiopiens gibt es einen nicht erklärten Krieg von Regierungstruppen gegen die Oromo Liberation Front und weitere Rebellen, die ihre Waffen nach ihrer Rückkehr aus dem Exil nicht abgegeben haben.

Die Mitglieder der Partnerkirche des Berliner Missionswerks Mekane Yesus stehen oft zwischen den Fronten. Die Bevölkerung leidet, Ernten können nicht eingeholt werden, Zivilisten werden vertrieben oder massakriert. Der Interreligiöse Rat von Äthiopien fleht in seinem Aufruf um Mäßigung: „Wir möchten euch alle auffordern, euren Einfluss geltend zu machen und dabei zu helfen, dass der gewaltsame Konflikt zwischen Brüdern nicht eskaliert!“ Die Mekane-Yesus-Kirche hat sich in diesem Krieg nicht positioniert. Zu Beginn seines Amtsantritts hatte sie sich klar auf Abiy Ahmeds Seite gestellt. Aber einen Krieg der Regierungstruppen gegen eine autonome Region kann sie nicht gutheißen. Er könnte auch sie selbst, in deren Leitung Oromo dominieren, als Nächste treffen.

Es ist umso bewundernswerter, wie unsere Partner auch in diesem Jahr unverdrossen versucht haben, ihre Projekte weiterzutreiben. So konnten mehr junge Frauen als je zuvor ihr Theologiestudium abschließen. Sowohl in Dembi Dollo im Westen als auch in Arba Minch im Süden schaffen die Hostienbackmaschinen, die das Berliner Missionswerk gemeinsam mit der Evangelischen Landeskirche Anhalts gesponsert hatte, durch den Verkauf der Hostien nun eigenes Einkommen. Die kleinen Gemeinden auf dem Land versuchen, der militärischen Gewalt zu trotzen. Die Gemeinde in Zieko an der Elbe unterstützte sie vor Weihnachten, indem sie wie jedes Jahr gerade wieder hundert leckere Stollen im alten Backofen im Pfarrgarten gebacken hat.

Der Beitrag ist zuerst erschienen in der Mitteldeutschen Kirchenenzeitung Glaube + Heimat, Nr. 50/2020, meine-kirchenzeitung.de

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Fri, 08 Jan 2021 07:18:00 +0100
<![CDATA[Wie unsere Gemeinden zu Filialen der Liebe Gottes werden]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2021/01/07/wie-unsere-gemeinden-zu-filialen-der-liebe-gottes-werden/ pro-Kolumnist Jürgen Mette erklärt, was das bedeutet und welche Kraft darin steckt.]]> Mal angenommen, wir würden die Jahreslosung von der Barmherzigkeit Gottes in der ganzen Tiefe und Breite verstehen und als Lebenskonzept übernehmen: Dann wären unsere Gemeinden Filialen der Liebe Gottes, Quartier für die Verachteten, Herberge für die Rastlosen, Unterstand für die Missbrauchten, Anlaufstelle für Fragen, für die man sich nicht mehr schämen muss.

„Seid barmherzig!“

Begründung: Weil euer Vater (im Himmel) auch (mit euch) barmherzig ist!

Dieses Zitat Jesu aus der Feldrede bei Lukas (Kapitel 6,36) ist einfach, kompakt, konkret und einprägsam. Jeder des Lesens Kundige kann diesen Aufruf zur Barmherzigkeit erfassen und bedenken. Dieses Jesus-Wort soll mir im ersten Jahr nach Corona zu einem Lebensmotiv werden. Mal angenommen, wir würden in einer dienenden, hingegebenen und demütigen Weise jedes Geschöpf Gottes achten. Es ist eine Barmherzigkeit, die sich von Erbarmen Gottes her erschließt.

Barmherzigkeit ist nicht das kölsche „Et hätt noch emmer joot jejange.“, auch nicht das fränkische „Bast scho!“. Barmherzigkeit ist das Wahrnehmen eines Menschen, der unter die Räder gekommen ist, und ein Mühen um seine leibliche und seelische Gesundung.

Mal angenommen, du machst ernst mit der Jahreslosung. Deine Frau oder dein Mann werden das spüren, eure Kinder werden euch wie verwandelt vorkommen. Und sie werden bei ihren Eltern eine neue Liebe, Geduld, Verständnis und Zärtlichkeit entdecken. Wenn einer dem anderen in Demut und Respekt begegnet, dann herrscht nicht der Mann über seine Frau und die Frau nicht über ihren Mann. Göttliche Barmherzigkeit zu erfahren, ist das Tiefste, was sich in unserer Erinnerung speichern wird.

Lösemittel für festgefahrene Beziehungen

Wenn ich an meinen Vater denke: wie er als selbstständiger Holzbauunternehmer ein Leben lang hart gearbeitet hat und nach einem 14-Stunden-Tag nach Hause kam und mich noch über den Hausaufgaben sitzen sah, sich kurz von Mutter ein kleines Nachtessen servieren ließ und sich dann meiner erbarmte und meine Ladehemmung in Algebra überwand. Und das alles in einem freundlichen Ton, ohne Zorn und Zweifel. Mathe war nie mein Wohlfühlfach. Mein Vater hätte es nicht als Barmherzigkeit bezeichnet, aber für mich wurde das zum Anschauungsunterricht der besonderen Art. Ich frage mich, was aus mir geworden wäre, wenn ich nicht von Kindheit an pure Barmherzigkeit erlebt hätte. Weil mir so viel Barmherzigkeit geschenkt und gewährt wurde, darum kann ich nicht schweigen von dem Gott der Barmherzigkeit.

Barmherzigkeit ist das Lösemittel für festgefahrene Beziehungen. Nur einer muss den Anfang machen. Barmherzigkeit ist typisch Gott. Er hat sich in der Geschichte seines Volkes und der Christentumsgeschichte barmherzig gezeigt.

Von der Barmherzigkeit sind die getrieben, die aus dem Ruhestand als Ärzte und Pflegekräfte sich jetzt freiwillig für den Dienst an Covid-19-Infizierten melden.

Ja, ich höre schon den Protest derer, die das große „Aber“ aufrichten: Sie predigen Barmherzigkeit und gewähren sie nicht, sie reden von Gnade, aber sie erteilen sie nicht. Das „Aber“ ist vernünftig, ist biblisch fundiert, aber es ist das Gegenteil von Gnade und Barmherzigkeit.

Ich wünsche meinen Lesern die Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes. Unser Platz ist bei denen, die am Ende verloren haben.

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Thu, 07 Jan 2021 20:25:00 +0100
<![CDATA[Ein Licht am trüben Nachrichtenhimmel]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2021/01/07/ein-licht-am-trueben-nachrichtenhimmel/ Ein Kommentar von Jonathan Steinert]]> Die Begleitumstände des gerade gestarteten Jahres sorgen nicht gerade für Jubelstürme und freudige Erwartungen. Das zeigen die zwei Top-Nachrichtenthemen dieser Woche: Corona und die US-Wahl – alte Bekannte, die schon im vorigen Jahr über lange Zeit die Agenda bestimmten. Spätestens seit Dienstag sind die Hoffnungen zunichte, Kontakt- und andere Beschränkungen könnten bald zu Ende sein. Im Gegenteil: Bund und Länder haben die Maßnahmen, um die Pandemie zu bekämpfen, sogar noch einmal verschärft. Noch länger keine Schule, kein Präsenzunterricht an Hochschulen, keine Veranstaltungen, noch weniger Menschen, mit denen man sich treffen darf. Kliniken klagen über überlastetes Personal, viele Eltern mit Kindern sind ebenfalls an den Grenzen ihrer Kräfte, Einzelhändler fürchten das Ende ihrer wirtschaftlichen Existenz. Die psychische Belastung hat in der zweiten Welle noch einmal zugenommen, ergab eine Studie der Universität Basel.

Eine längerfristige Strategie, um mit der Existenz des Virus zu leben, hat die Politik noch nicht vorgelegt. Aber genau das wäre notwendig. Immer wieder das Land stillzulegen, wenn die Infektionszahlen nach oben gehen, kann auf Dauer keine Lösung sein. Die Impfkampagne soll Hoffnung machen. Eine Pflicht zum Impfen wiederum soll es nicht geben. Damit steigt die Sorge, ein Teil der Bevölkerung könnte sich „frei impfen“ und wieder Party machen, während andere Bürger weiterhin auf Grundrechte verzichten müssten. Grundrechte einzelnen Personen nur unter Bedingungen zu gewähren, ist kaum vermittelbar. Hier sind noch harte Diskussionen zu erwarten. Mit Blick auf die anstehenden Landtags- und die Bundestagswahl in diesem Jahr werden die nächsten Schritte zur Bewältigung der Krise für den einen oder anderen Kandidaten entscheidend sein.

Trump hat sein eigenes Motto verspielt

Apropos Wahl: Das zweite Thema, was die Welt in diesen Tagen bewegt, ist die Machtübergabe im Weißen Haus. Dass Anhänger des noch amtierenden, aber abgewählten Präsidenten Donald Trump den Sitz des amerikanischen Parlaments stürmten, bezeichnen Beobachter mit Recht als abschließenden Tiefpunkt seiner Amtszeit. Denn dass es so weit kam, ist nicht allein dem Wahn der Randalierer geschuldet. Trump selbst hat mit feindseliger Rhetorik immer wieder Stimmung gemacht gegen seinen Herausforderer Joe Biden, gegen den demokratischen Prozess und die staatlichen Institutionen. „Der Staat bin ich“, hat zwar nicht er gesagt, aber angesichts seines Verhaltens seit der Wahl wäre es ihm zuzutrauen. Mit diesem Abgang hat er auch sein eigenes Motto „Make America Great Again“ verspielt. Denn als Noch-Oberhaupt eines Staates, der einmal als Vorreiter der Demokratie in der Welt galt, gibt Trump gerade ein jämmerliches Bild ab – von sich und seinem Land. Größe ist etwas anderes.

Inmitten dieser turbulenten Woche feierten Millionen orthodoxe Christen Weihnachten. Hierzulande war in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt am 6. Januar wegen des Epiphanias-Festes ein gesetzlicher Feiertag. Es erinnert an die Weisen aus dem Morgenland: Sie folgten dem Stern, fanden Jesus und beteten ihn an. Ein gutes Bild für den Start in ein neues Jahr: Gott ist da, er wird sich finden lassen; bei aller Unsicherheit und Sorge, die der Blick auf die bevorstehende Zeit eröffnet, ist er der Fixpunkt. Folgen wir dem Stern!

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Thu, 07 Jan 2021 16:50:00 +0100
<![CDATA[„Es gibt keine Garantie auf Verurteilung aller Täter“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2021/01/07/es-gibt-keine-garantie-auf-verurteilung-aller-taeter/ pro: Sie sind als Strafverteidiger dafür verantwortlich, dass ein Angeklagter vor Gericht fair behandelt wird und einen sauberen Prozess bekommt. Was ist Ihre Motivation, auch Verbrecher zu verteidigen?

Hermann Frank: Meine Motivation als Verteidiger ist es, zu versuchen, das Recht, das Grundlage eines Urteils sein soll, zugunsten des Angeklagten anzuwenden, weil die Unsicherheit, dass er es vielleicht doch nicht war, mit eingepreist werden muss.

Wie meinen Sie das?

Mit menschlichem Ermessen ist schwer zu beurteilen, wann jemand schuldig oder unschuldig ist. Wir alle kennen Situationen, in denen wir meinten, diesen oder jenen richtig eingeschätzt zu haben – und dann war es doch ganz anders. Das kann auch Juristen und Experten so gehen. Zudem wissen wir: Jeder ist die Summe seiner Erfahrungen. Wir werden ja nicht als die Menschen geboren, die wir sind. Wir entwickeln uns, beeinflusst durch verschiedene Einwirkungen, Mitmenschen, Eltern, und sind von unserer Sozialisierung abhängig. Auch das muss bei der Schuldfrage berücksichtigt werden.

Dazu kommt, dass wir gar nicht wissen, ob jemand eine Tat begangen hat. In den seltensten Fällen gibt es davon Aufzeichnungen. Dann sind wir darauf angewiesen, Beweismittel zu würdigen. Und auch dabei sind die Verfahrensbeteiligten, Richter und Staatsanwälte auch von ihrer Sozialisierung und ihren Werten abhängig, wenn sie entscheiden, ob ein Handeln als Tatbeitrag gewürdigt wird oder nicht. Oder ob sie eine Zeugenaussage als glaubhaft betrachten. Schon oft haben Angeklagte aus bestimmten Gründen eine Tat gestanden, die sie nicht begangen haben. Es ist also nicht einfach zu sagen, dieser oder jener ist der Täter und weil er der Täter ist, muss er so oder so bestraft werden. Ich habe selbst schon einmal erlebt, wie schwer es ist, die eigene Unschuld zu beweisen.

Wobei?

Mir wurde vorgeworfen, einen Einbruchdiebstahl begangen zu haben. Weil meine Telefonnummer dort lag, soll ich der Täter gewesen sein. Die Vorwürfe waren absurd. Natürlich war ich das nicht und warum sollte ich meine Telefonnummer hinterlegen, wo ich eingebrochen bin? Aber die bloße Beteuerung hat erst mal nicht geholfen, sondern die Ermittlungen haben noch zwei Monate angedauert. Ich war da schon im Referendariat. Die möglichen Auswirkungen, die eine falsche Verurteilung auf mein Leben gehabt hätte, waren da für mich sehr greifbar. Im Ergebnis ist alles gut gegangen und meine Unschuld wurde festgestellt.

Ich stelle mir vor, dass die Sympathien in einem Prozess trotzdem eher bei denen liegen, die Verbrecher bestrafen – und weniger bei Ihnen als deren Verteidiger. Ficht Sie das an oder ist es ein Ansporn für Sie?

Das ist schwierig. Ich hatte mal einen Großvater zu vertreten, dem vorgeworfen wurde, seine Enkelin missbraucht zu haben. Er ist deswegen auch verurteilt worden. Die Mutter des Kindes hat mich, weil ich in der Verhandlung Fragen gestellt habe, angegangen und mir gewünscht, dass ich das Gleiche erlebe wie sie. Solche Situationen sind nicht erfreulich. Und das ist auch eine Anfechtung, es kann einen tagelang beschäftigen. Das passiert allerdings nicht so häufig. Nicht alle machen sich klar, dass sie theoretisch auch mal auf der Anklagebank sitzen könnten und dann froh wären, dass jemand anderes für sie eintritt.

Als Verteidiger bin ich es tatsächlich gewohnt, teilweise der einzige „Freund“ des Angeklagten zu sein – nicht aus Sympathie gegenüber seiner Tat oder seiner Person, sondern als Beistehender im Gerichtssaal. In Mord- oder Totschlag-Fällen sitzen da vielleicht fünf Richter, die Gegenseite, ein Staatsanwalt und noch ein, zwei Sachverständige, die alle auf einen Angeklagten zeigen. Da fühlt man sich natürlich schon alleine.

Im ARD-Filmprojekt „Feinde“ nach Ferdinand von Schirach wird ein Tatverdächtiger freigesprochen, der ein Mädchen entführt haben soll. Der Ermittler konnte nur schwache Indizien gegen ihn vorbringen und bringt ihn durch Folter zu einem Geständnis. Haben Sie auch schon einmal jemanden zum Freispruch verholfen, obwohl er mutmaßlich oder tatsächlich schuldig war?

Ja, na klar. Das ist meines Erachtens auch notwendig, dass das Rechtssystem das zulässt.

Warum?

Wir können nur Menschen verurteilen, wenn ihre Schuld erwiesen ist. Das bedeutet, dass auch die, die schuldig sind, aber deren Schuld nicht bewiesen werden kann, nicht einfach bestraft werden können. Grundsätzlich darf der Staat einen Menschen nur bestrafen, wenn er etwas Böses getan hat – zu schnell gefahren ist oder jemanden umgebracht hat. Dann müssen wir die nächste Frage stellen: Woher wissen wir, dass er zu schnell gefahren ist oder jemanden umgebracht hat? Weil üblicherweise keine Aufzeichnungen davon vorhanden sind, müssen Beweismittel den Nachweis erbringen. Über ihre Zuverlässigkeit lässt sich diskutieren. Erst die Zusammenfassung all dieser Beweise überführt dann jemanden, der meist erst einmal nicht geständig ist. Wenn er mit ausreichender Sicherheit der Täter war, darf er bestraft werden. Wenn nicht, ist er freizusprechen.

Können Sie ein Beispiel nennen, wo Sie einen „unberechtigten“ Freispruch erwirkt haben?

Ein Mandant hatte Bestellungsbetrügereien begangen, im Internet Sachen bestellt und nicht bezahlt. Er sollte über die IP-Adresse des Computers überführt werden. Die IP, die ihm dann zugeordnet wurde, lag im Leipziger Raum, aber seine Wohnung war nachweislich in Chemnitz. Allerdings hat in dem Fall niemand bedacht, dass er seine Bestellungen über ein Handy abgeschickt hatte. Er ist dann freigesprochen worden.

Ich hatte aber auch einen Fall, in dem jemand zu Recht freigesprochen wurde: ein Mann, der bestritten hat, seine Tochter missbraucht zu haben. Sie hatte behauptet, er habe sie vergewaltigt. Bei den Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass sie Jungfrau war. Das Besondere an dem Prozess war, dass die Richter im Kopf hatten: Irgendwas wird an den Vorwürfen schon dran sein. Statt anzuerkennen, dass der gynäkologische Befund den Vorwurf widerlegte, und meinen Mandanten freizusprechen, wurde ihm angeboten, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen – einfach aus einem menschlichen Bauchgefühl heraus. Am Ende hat er aber doch einen Freispruch bekommen.

„Was die menschliche Gerechtigkeit angeht, bin ich der Meinung, sollten wir uns einfach an Gesetze halten und die Unschuldsvermutung dabei ganz groß schreiben.“

In dem Film ist der Ermittler von der Schuld des Verdächtigen überzeugt und will das Leben des entführten Mädchens retten. Deshalb wendet er Gewalt gegen den Täter an. Aus menschlichen Empfinden kann es ungerecht sein, dass der Täter davon kommt, nur weil er nicht einwandfrei oder mit unlauteren Mitteln überführt wurde. Wie gehen Sie mit dieser Spannung um?

Ungerechtigkeit ist hier der falsche Begriff, denn es geschieht ja Recht. Auf Grundlage des Rechtes wird jemand freigesprochen. Der Richter kommt nicht aufgrund von Bauchgefühl zu seiner Entscheidung, sondern es gibt ein formales Verfahren, in dem die Wahrheit hervorgefördert werden soll. Wenn jemand schuldig ist, wird er seinen unbestechlichen Richter finden. Es gibt aber keine Garantie auf Verurteilung aller Täter.

Wäre es nicht besser, der Rechtsstaat würde Gerechtigkeit herstellen?

Wenn wir ehrlich sind, soll Gerechtigkeit, die wir uns alle so erhoffen, immer nur zu Lasten anderer geschehen. Die allermeisten wollen nicht, dass jeder eigene Geschwindigkeitsverstoß geahndet wird. Ich persönlich hoffe und vertraue darauf, dass einmal echte Gerechtigkeit geschehen wird. Aber durch einen unbestechlichen Richter, einen, der wirklich alle Zusammenhänge erkennt und sieht. Das werden wir im Himmel erleben. Das ist meine Hoffnung. Und darauf lege ich alles. Und was die menschliche Gerechtigkeit angeht, bin ich der Meinung, sollten wir uns einfach an Gesetze halten und die Unschuldsvermutung dabei ganz groß schreiben.

Der Verteidiger des Täters begründet im Film das Folterverbot mit der Menschenwürde. Was haben das Verbot von Folter und auch die Unschuldsvermutung mit der Menschenwürde zu tun?

Die Menschenwürde hat ganz verschiedene Ausprägungen. In diesem Fall hat das etwas mit der Selbstbelastungsfreiheit zu tun. Niemand darf gezwungen werden, sich selbst zu belasten. Und die Folter? Die soll ja dazu dienen, dass jemand eine Tat eingesteht, die ihn dann aber letztendlich einer Strafverfolgung und einer Verurteilung aussetzt. Aber Folter ist gerade nicht geeignet, die Wahrheit hervorzubringen. Jemand, der Angst vor Schmerzen hat, wird zur Vermeidung von Schmerzen alles Mögliche zugeben. Manchmal bedenkt er in dieser Situation vielleicht nicht einmal, dass ihm das das Leben oder die Freiheit kostet. In der Strafprozessordnung ist Folter nicht nur verboten. Die gesetzlich normierte Aufklärungspflicht fordert nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes sogar, dass jedes Geständnis auch geprüft werden muss, ob es glaubhaft ist oder nur ein Zweckgeständnis, etwa um jemanden zu schützen.

„Gott hat trotz seiner Allmacht nicht das Recht gebeugt, sondern hat sich an sein eigenes Recht gehalten. Er ist bis ins Ende hinein gerecht. So einem Gott kann ich vertrauen.“

In dem Film versucht die Frau des Anwalts, ihn von dem Mandat abzubringen, weil sie auch mit der Familie des entführten Mädchens befreundet ist. Welche Rolle spielt das für die Strafverteidigung, was die Angehörigen von Opfern durchleben? Können Sie das komplett ausblenden?

Ich muss es zwangsläufig ausblenden und mir sagen: Dass sie Opfer sind, ist unstreitig. Aber wer der Täter ist, ist noch nicht klar. Und manchmal ist vielleicht nicht einmal klar, ob es überhaupt eine Tat gab. Aber das ist tatsächlich schwierig. Ich habe mir deswegen eine Zeitlang verboten, Menschen zu verteidigen, die wegen Missbrauchs von Kindern angeklagt waren.

Warum?

Als unsere älteste Tochter gerade geboren war, habe ich mich gefragt: Was muss passieren, dass man so krank wird und Kindern so etwas antut? Ich habe mir ernsthaft Gedanken gemacht, ob ich dafür auch anfällig wäre. Wenn man die Akte zumacht, kriegt man die Gedanken daran und die Bilder nicht aus dem Kopf. Ich kann das nicht einfach so abschalten. Und andererseits wollte ich mich davon nicht beeinflussen lassen, die geschilderten Prinzipen aufzugeben. Ich darf den Mandanten nicht deshalb schlechter vertreten, weil er mir unter dem Gebot der Verschwiegenheit offenbart, dass er es tatsächlich getan hat. Deshalb habe ich nur solche Mandate angenommen, die ich ertragen kann. Es ist natürlich schwierig, da eine Wertigkeit vorzunehmen: Findet man den Totschläger erträglicher als jemanden, der ein Kleinkind anfasst? Derzeit hinterfrage ich das neu, aber bin ich noch nicht bis zum Ende gekommen, wie ich damit umgehen will.

Sie hatten es vorhin schon angedeutet: Gott wird in der Bibel unter anderem als Richter beschrieben, der sowohl Recht als auch Gerechtigkeit schafft. Was bedeutet das für Sie?

Vor einigen Jahren habe ich etwas begriffen, was mich total fasziniert hat. Ich war schon knapp 30 Jahre lang Christ, habe eine Gemeinde geleitet und mich engagiert. Aber dann hatte ich eine Begegnung mit Gott, die den Bruchteil einer Sekunde dauerte. Ich habe plötzlich verstanden, dass Gott heilig ist, dass er gerecht ist und dass ich bei diesem Maßstab in die Hölle gehe. Und es hat mich tief getroffen, dass ich gerechtfertigt werden kann durch das Blut Christi, durch den Tod von Jesus am Kreuz. Ich stand auf dem Hof mit einer Schubkarre in der Hand und hab geweint. So hat es mich berührt. Das hat mein ganzes Leben nochmal umgekrempelt.

Ich habe mich dann gefragt, warum Gott, wenn er das ganze Elend und die menschliche Verkommenheit auf der Erde sieht, nicht mit einem Hammer drein schlägt. Mir ist bewusst geworden: Der Grund ist Recht und Gerechtigkeit. Weil nämlich Gott ganz am Anfang seiner Schöpfung dem Menschen die Autorität und auch die Vollmacht auf Erden gegeben hat. Und der hat diese durch die Sünde an Satan verspielt. Jesus musste Mensch werden, damit die Macht und die Autorität über die Erde Gott über Jesus wieder zufallen. Gott ist ein Gott des Rechts. Er hat nicht etwa einfach gesagt: Kommt jetzt, gebt wieder her! Ihr habt’s verpfuscht mit der Erde! Er hat trotz seiner Allmacht nicht das Recht gebeugt, sondern hat sich an sein eigenes Recht gehalten. Er ist bis ins Ende hinein gerecht. So einem Gott kann ich vertrauen, so einem Gott kann ich mein Leben anvertrauen. Gott wird einmal Gerechtigkeit schaffen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir durch Jesus Vergebung bekommen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Jonathan Steinert

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Thu, 07 Jan 2021 09:19:00 +0100
<![CDATA[Prognose: Schwarzer Pastor wird neuer US-Senator]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2021/01/07/prognose-schwarzer-pastor-wird-neuer-us-senator/ Bei einer zweiten Stichwahl liege Warnocks demokratischer Parteikollege Jon Ossoff knapp vor seinem republikanischen Rivalen David Perdue. Das Ergebnis hat nationale Bedeutung. Die starke Beteiligung schwarzer Wähler hat nach Ansicht von Wahlbeobachtern den Ausschlag gegeben.

Gewinnt auch Ossoff, würden die Demokraten erstmals seit 2015 die Kontrolle im Senat übernehmen. Der künftige demokratische Präsident Joe Biden würde mit einem demokratisch kontrollierten Repräsentantenhaus und einer Mehrheit im Senat regieren.

Warnock sprach in der Wahlnacht über die historische Bedeutung seines Wahlsieges. Seine 82-jährige Mutter habe noch Baumwolle gepflückt und nun habe sie ihre Stimme für ihren Sohn zum Senat abgegeben.

Präsident Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence sowie Biden und die künftige Vizepräsidentin Kamala Harris reisten zum Wahlkampf nach Georgia im Südosten der USA. Der Erhalt der republikanischen Mehrheit sei wohl die „letzte Chance“, Amerika zu retten, sagte Trump.

Beim Wahlkampf im „Bibelgürtel“ der USA nahmen Glaubensfragen viel Platz ein. Warnock ist seit 2005 Pastor der Ebenezer Baptistenkirche in Atlanta, der Hauptstadt von Georgia. Dort predigte in den 1960er Jahren der Bürgerrechtler Martin Luther King.

Seit Jahren setzt sich Warnock für soziale Gerechtigkeit ein. Im Wahlkampf trat er für stärkere Coronahilfen, Klimaschutz und Krankenversicherung ein. Man müsse wählen gehen, sagte Warnock, denn Wählen sei „eine Art Gebet“ für eine Welt, in der man leben wolle.

Loeffler war wohl das reichste Mitglied des Senats. Sie hatte ihren Kontrahenten als „radikalsten liberalen Kandidaten“ in den ganzen USA bezeichnet. Warnock befürworte Marxismus und behaupte, die „weiße Kirche“ sei mitverantwortlich für Sklaverei in den USA. Für Loeffler mobilisierte der überwiegend weiße evangelikale Verband „Koalition für Glauben und Freiheit“.

Der Senatswahlkampf wurde überschattet von Trumps Beschwerden über Wahlbetrug. Bis vor kurzem galt Georgia als sicheres republikanisches Territorium. Unklar bleibt, ob die Republikaner das Ergebnis der Senatswahl anfechten werden.

Von: epd

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Thu, 07 Jan 2021 08:47:00 +0100
<![CDATA[Justin Bieber will kein Pastor werden]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2021/01/06/justin-bieber-will-kein-pastor-werden/ Justin Bieber will kein Pastor werden – „und auch nichts, was auch nur in diese Richtung geht“. Das erklärte der Popstar in einer Instagram-Story, wie Buzzfeed berichtet. „Ich habe kein Verlangen danach.“

Das Klatschblatt „OK! Magazine“ hatte unter Berufung auf eine angebliche Quelle berichtet, dass Bieber gerade studiere, um später Pastor zu werden. Die Meldung hat das Magazin mittlerweile wieder gelöscht. Verschiedene deutschsprachige Boulevard-Medien hatten die Falschmeldung ebenfalls veröffentlicht.

Außerdem erklärte Bieber, dass er nicht zur Hillsong Church New York City gehöre. Der Sänger gab in seiner Instagram-Story stattdessen an, zur Kirche „churchome“ zu gehören. Der Ex-Hillsong-Pastor Carl Lentz hatte die Kirche aufgrund „moralischen Fehlverhaltens“ vergangenes Jahr verlassen. Er teilte mit, er sei seiner Ehefrau untreu gewesen. Mit Lentz war Bieber lange befreundet, der Pastor hatte ihn in der Badewanne des NBA-Basketballspielers Tyson Chandler getauft.

Von: Nicolai Franz

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Wed, 06 Jan 2021 16:46:00 +0100
<![CDATA[„hoffnungsfest“ beginnt am Donnerstag]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2021/01/06/hoffnungsfest-beginnt-am-donnerstag/ Am Donnerstag, dem 7. Januar, sendet die Evangelisationsbewegung und Eventagentur proChrist um 19 Uhr ihr „hoffnungsfest“ live über Bibel TV. Das evangelistische Angebot wird zudem als Livestream angeboten und ist der Auftakt für eine Veranstaltungsreihe, die im November des Jahres stattfinden soll.

„hoffnungsfest 2021“ steht nach Angaben der Veranstalter als evangelistisches Angebot in der Tradition von proChrist, allerdings mit neuen Hauptakteuren. Die Theologie-Professorin Mihamm Kim-Rauchholz und der Islamwissenschaftler und Pastor Yassir Eric sowie die Musikerin Sarah Brendel werden in der Sendung über ihr Leben und ihren Glauben an Jesus Christus berichten und erklären, wie der christliche Glaube ihr Leben verändert hat. Zuschauer können während der Ausstrahlung Fragen in einem Live-Chat stellen. Die Hauptredner werden einige der Fragen direkt in der Sendung beantworten. Im Anschluss an die 75-minütige Veranstaltung können die Zuschauer die Sendung bewerten und den Produzenten Feedback geben.

Veranstaltung will Zuversicht vermitteln

Die Premiere am Donnerstag soll demnach Einblick gewähren, wie die Veranstaltungsreihe der „hoffnungsfest“-Übertragungswoche vom 7. bis 13. November 2021 aussehen wird. Ursprünglich war die europaweite Evangelisationskampagne „hoffnungsfest 2021 – Gott erleben, Jesus begegnen“ vom 13. März bis zum 19. Juni 2021 geplant. Weil wegen der Corona-Pandemie die Fußball-Europameisterschaft auf Juni 2021 verlegt wurde, hatte auch proChrist seine Veranstaltung verschoben, um einer Termin-Überschneidung aus dem Weg zu gehen.

„Wir hoffen, dass viele Christen einschalten und dass Gemeinden motiviert werden, sich für ein eigenes 'hoffnungsfest' anzumelden“, erklärte proChrist-Geschäftsführer Michael Klitzke in einer Pressemitteilung vom Dienstag. Demnach wird die „hoffnungsfest“-Premiere in einem TV-Studio gefilmt und live ausgestrahlt. Moderator der Sendung ist der Pfarrer Nicolai Hamilton.

Mit der „hoffnungsfest“-Premiere wollen die Veranstalter Menschen nach einem herausfordernden Jahr 2020 neue Zuversicht vermitteln. „Wir möchten deutlich die Einladung zum Vertrauen auf Jesus Christus aussprechen. Er ist der Grund unserer Hoffnung“, erklärte Roland Werner, Vorsitzender des Trägervereins proChrist, im Vorfeld der Veranstaltung, und weiter: „So ist die 'hoffnungsfest'-Premiere eine großartige missionarische Möglichkeit, die beste Botschaft der Welt gemeinsam weiterzugeben.“

Hintergrund

1993 wurde die erste proChrist-Woche in Essen mit dem US-Evangelisten Billy Graham veranstaltet und europaweit via Satellit übertragen. Eigenen Angaben zufolge haben seitdem mehr als zehn Millionen Gäste proChrist-Veranstaltung in Deutschland und rund 60 weiteren Ländern besucht. Träger der Veranstaltung ist der gleichnamige überkonfessionelle proChrist-Verein mit Sitz in Kassel. Dessen Ziel ist laut Satzung „die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus und die Förderung des christlichen Glaubens in Deutschland und Europa“. Der Verein arbeitet eigenen Angaben zufolge auf der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz. Die theologische Grundlage der Arbeit ist die Lausanner Verpflichtung von 1974. Diese orientiert sich an den Verhaltensempfehlungen von Mission Respekt und dem ökumenischen Dokument „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“.

Von: Norbert Schäfer

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Wed, 06 Jan 2021 15:01:00 +0100
<![CDATA[Mehr als 600.000 Menschen sahen „Weihnachten neu erleben“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2021/01/06/mehr-als-600000-menschen-sahen-weihnachten-neu-erleben/ Mehr als 600.000 Menschen haben die Aufzeichnung des Weihnachtsmusicals „Weihnachten neu erleben“ auf YouTube und Bibel TV gesehen. Das überkonfessionelle Projekt konnte aufgrund der Corona-Pandemie nur über digitale Kanäle ausgestrahlt werden. „Ich staune und bin extrem dankbar“, teilte der Projektleiter Michael Hoffmann in einer Presseerklärung mit. Ursprünglich waren Musical-Aufführungen mit 100.000 Zuschauern in Karlsruhe geplant. Die Macher wollten „im Jahr der Krise“ den Blick auf die Kernbotschaft von Weihnachten legen: „Hoffnung, Liebe und Zuversicht“.

Am Projekt beteiligten sich rund 740 Kirchgemeinden unterschiedlicher Konfessionen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz. Am Musical wirkten insgesamt 2.000 Menschen mit. Darunter Social-Media-Star Lisa Mantler, Influencerin Jana Highholder, die beiden YouTuber Johannes und Philipp Mickenbecker, Schauspieler Samuel Koch, die evangelische Regionalbischöfin von Bayreuth, Dorothea Greiner, und der Bischof der Diözese Paussau, Stefan Oster.

Teil des Projekts war auch das Buch „24x Weihnachten neu erleben“. Es wurden mehr als 76.000 Exemplare des Buchs verkauft. Die Erlöse belaufen sich auf 200.000 Euro und sollen an die „Kinder- und Jugend ARCHE Karlsruhe e.V.“ sowie an die deutschlandweite Arche Kinderstiftung gehen.

2021 geht es weiter

Für Weihnachten 2021 planen die Organisatoren ein großes Live-Event in Karlsruhe mit 100.000 physisch anwesenden Zuschauern. Parallel soll es außerdem eine Version für das Fernsehen geben. Gespräche mit verschiedenen Sendern laufen bereits, sagt Hoffmann.

Die Kampagne ist überkonfessionell und wird unter anderem vom CVJM und der Deutschen Evangelischen Allianz unterstützt. Mit dabei ist auch der Gründer des Gebetshauses in Augsburg, Johannes Hartl. Schirmherr ist der CDU-Politiker Volker Kauder.

Von: Martin Schlorke

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Wed, 06 Jan 2021 12:27:00 +0100
<![CDATA[Mehr als 100 Beschwerden gegen RTL-Sendung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2021/01/06/mehr-als-100-beschwerden-gegen-rtl-sendung/ Der Niedersächsischen Landesmedienanstalt liegen aktuell mehr als 100 Beschwerden vor über die am Sonntag ausgestrahlte RTL-Sendung „Train Your Baby Like a Dog – Die Hund-Kind-Methode“. Sie prüfe die Sendung momentan, teilte die für den Privatsender zuständige Landesmedienanstalt am Dienstag auf epd-Anfrage in Hannover mit. Bereits vor der Ausstrahlung wurde kritisiert, dass das Format gegen die Menschenwürde von Kindern verstoße, weil die Sendung bei der Kindererziehung auf Erkenntnisse der Konditionierung von Hunden setze. Mit einer Petition im Internet sollte die Ausstrahlung verhindert werden; bis zum Mittwochmorgen haben über 35.000 Menschen sie unterzeichnet.

Nach Angaben von RTL besucht die Hundetrainerin Aurea Verebes in der Sendung zwei Familien, die mit ihren Kindern vor Problemen stehen. Mit ihrer tiergestützten Methode will sie ihnen helfen, einen Weg aus der Negativ-Spirale zu finden, hin zu positiver Verstärkung. Dazu ist sie im ständigen Austausch mit dem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Niko Hüllemann, der das Geschehen professionell einordnet.

Man habe die fertig geschnittene Folge zuerst einer medienpädagogischen Fachkraft und danach dem Bezirksjugendamt Köln vorgelegt, hieß es weiter von RTL. Die Sendung sei vom Jugendschutz der FSF für das Tagesprogramm ab zwölf Jahren freigegeben worden. Das Thema Erziehung stelle viele Eltern, durch alle sozialen Schichten, vor große Herausforderungen. „Wir möchten uns damit beschäftigen und haben für die Sendung bewusst eine provokante These aufgestellt“, teilte RTL weiter mit.

Auch „Super-Nanny" übt Kritik

Auch die Pädagogin und Familienberaterin Katia Saalfrank übte vorab Kritik an der Sendung: „Kinder mit Belohnungen und Strafen trainieren zu wollen ist absolut überflüssig. Strafen sind absolut überflüssig, davon bin ich überzeugt und auch die Wissenschaft belegt das in zahlreichen Studien und den Forschungsergebnissen“, schrieb sie am Samstag auf Ihrer Facebook-Seite. „So bitte ich euch alle von Herzen: Schaltet nicht ein!“

Nach eigenen Angaben war Saalfrank von 2004 bis 2011 in der RTL-Sendung „Die Super Nanny“ als Pädagogin engagiert. Auch dieses Format hatte immer wieder für Diskussion und Kritik geführt, unter anderem auch vom Deutschen Kinderschutzbund.

epd

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Wed, 06 Jan 2021 08:43:00 +0100
<![CDATA[Journalist kritisiert zu unkritische Corona-Berichterstattung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2021/01/06/journalist-kritisiert-zu-unkritische-corona-berichterstattung/ Der Journalist Andreas Rosenfelder hat Teilen der Medien eine zu unkritische Corona-Berichterstattung attestiert. In der Zweckbeziehung von Politik und Öffentlichkeit sieht der Journalist eine Gefahr für den Journalismus und die Demokratie. In seinem Artikel vom Dienstag schreibt der Ressortleiter Feuilleton bei der Welt: „Unser System – das ist die von den Populisten verkannte Wahrheit – basiert nämlich seit der Aufklärung auf dem kritischen Verhältnis von Politik und Öffentlichkeit. Eine Symbiose zerstört es hingegen.“

Hintergrund für den Kommentar unter dem Titel „Die Regierungssprecher“ ist ein Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel über Defizite und Fehler von EU und Bundesregierung bei der Impfstoffbeschaffung. Mit der kritischen Berichterstattung über das Regierungshandeln in der Corona-Krise hat der Spiegel seinerseits eine Lawine der Kritik von Journalisten am eigenen Artikel losgetreten. Der Welt-Journalist stellt sich mit seinem Beitrag schützend vor die Berufskollegen und würdigt deren Bereitschaft, Kritik an der Regierung zu üben.

Journalismus „schützende Wagenburg“ der Regierung

Rosenfelder bemängelt nun, dass sich Medienvertreter „reihenweise in die Bresche“ geworfen hätten, um die Verantwortlichen zu schützen. Mit seinem Urteil zielt Rosenfelder vor allem auf Journalisten der öffentlich-rechtlichen Medien, die Kritik an der Regierung und politisch Verantwortlichen als „Blame Game“ bezeichneten. „Verfolgt man die mediale Diskussion über die Versäumnisse der Bundesregierung bei der Organisation des Corona-Impfstoffs, so kann man den Eindruck bekommen, nicht die Politik, sondern die Kritik daran sei der eigentliche Skandal“, schreibt Rosenfelder und wirft Journalisten vor, die Fehler der Verantwortlichen herunterzuspielen. „Die einen decken etwas auf, die anderen schütten es wieder zu.“ Dies sei jedoch nicht die Aufgabe von Journalismus. Der Versuch, „Vertrauen in die Politik zu retten“, beschädige das Vertrauen in den Journalismus und erzeuge „ein Meinungskonglomerat aus Politik und Medien, das jeden Kritiker der ‚Systemmedien‘ in seinen krudesten Fantasien“ bestätige.

Der Umgang etlicher Journalisten „mit den Versäumnissen beim Impfen“ ist nach Rosenfelders Ansicht beispielgebend für die Funktion der Medien in der Corona-Krise. „Noch nie zuvor, auch in der Flüchtlingskrise nicht, hat sich die deutsche Medienlandschaft so dicht um das Bundeskanzleramt geschart – diesmal allerdings nicht, um es gnadenlos zu belagern, [...], sondern im Gegenteil – als schützende Wagenburg“, schreibt der Feuilletonist.

Statt die Regierung zu kritisieren, hätten die „Hauptstadtmedien“ die Corona-Politik der Regierung gegen Angriffe abgeschirmt und stattdessen „die ‚unvernünftigen‘ Bürger“ gegeißelt. Wichtige Fragen an die Politik seien in der Krise liegen geblieben oder erst spät und dann „pflichtschuldig abgehandelt“ worden.

Journalismus hat „eigenen Wesenskern beschädigt“

Rosenfelder benennt in dem Artikel „ergebnisoffene Neugier“, „prinzipielles Misstrauen und Widerspruchsgeist“ als „alte Tugenden des Journalismus“, die jedoch die „Medienlandschaft im von der Krise gelähmten Deutschland“ nicht auszeichneten. Dies gilt seiner Ansicht nicht nur für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, sondern auch für Zeitungsverlage. „Der Leser ist schuld, wenn er die filigran im Programm versteckte Kritik nicht erkennt“, schreibt Rosenfelder und stellt fest, dass „die fragenden Stimmen verhallten in jener großen Kathedrale der Angst, die in der Krise von Politik und Medien gemeinsam errichtet wurde“.

Seiner Meinung nach habe der Journalismus mit der Berichterstattung über Corona „seinen eigenen Wesenskern beschädigt“, indem er aufklärerische Werte umgewertet habe. Das „verlorene Publikum“ habe sich stattdessen bei „alternativen“ Medien bedient und bleibt seiner Einschätzung zufolge „auf Dauer verloren". Der Verlust der „kritischen Energie" lässt sich nach Rosenfelders Einschätzung bis zur Flüchtlingskrise zurückverfolgen. Auf den „Frontalangriff“ der Populisten und deren Vorwurf, „Lügenpresse“ zu sein, hätten die Medien falsch reagiert. „Statt den richtigen Impuls aufzunehmen, den auch die falscheste Kritik für den klugen Interpreten bereithält, stellten sie sich verteidigend vor das politische System, als dessen Repräsentanten sie vom Mob auf der Straße angesprochen wurden – und verhielten sich so, als träfe der Vorwurf zu“, konstatiert Rosenfelder.

Von: Norbert Schäfer

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Wed, 06 Jan 2021 07:47:00 +0100
<![CDATA[Christlicher Glaube und Abstiegskampf]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2021/01/05/christlicher-glaube-und-abstiegskampf/ Sorgen und Ängste wegen des drohenden Abstiegs sollten nicht den Mut für das Leben überdecken. Fans könnten sich vielmehr von Gott getragen wissen. Das sagte der evangelische Pfarrer der Schalker Stadionkapelle, Ernst-Martin Barth, der Westfalenpost. Gott sei nicht nur Schalker, sondern für alle, auch für die Gegner, da. Wer das zu Ende denke, könne Trost finden. Der Glaube an Gott lebe von der Verheißung, dass es weitergehe: „Glaube ist Hoffnung. Und Hoffnung gibt Kraft, sich niemals aufzugeben. Und Gott eröffnet immer wieder Perspektiven.“

Auch in den aktuellen Niederlagen und im Misserfolg könnten Schalker Trost im Glauben finden, erklärt der katholische Priester Georg Rücker im Gespräch mit der Westfalenpost. Es sei christlich, mit vermeintlichen Niederlagen umzugehen: „Gott hat uns das Spiel geschenkt, parteiisch ist er nicht.“ Auch darin zeige sich für den Geistlichen die Liebe Gottes. Fußball sei zwar die „schönste Nebensache der Welt, mehr aber auch nicht“.

„Bratwurst und Veltins sind kein Abendmahl“

Neben seiner Gemeinde in Gelsenkirchen-Buer ist Rücker ebenfalls für die Kapelle in der Schalker Veltins-Arena verantwortlich. Obwohl sich die Kapelle seit 2001 im Schalker „Tempel“ befindet, ist sie nicht in den Vereinsfarben blau-weiß gehalten. Für Rücker sei das ein weiterer Beleg dafür, worauf es in schwierigen Zeiten ankomme: „Jederzeit Orte aufsuchen zu können, wo man Ruhe und zu sich findet.“ Gleichzeitig Fußballfan und Christ zu sein, passe für den Priester gut zusammen. Allerdings müsse beides auch getrennt voneinander betrachtet werden können. Die Kapelle sei etwas anderes als das Stadion, und Veltins mit einer Bratwurst sei kein Abendmahl. Daher betet Rücker auch nicht für Tore und Punkte.

Ähnlich sieht es Barth. Statt für Punkte betet er für den Verein, die Menschen und die Gesundheit der Spieler. In vielen Gesprächen mit Fans stehe natürlich das Sportliche im Mittelpunkt. Je länger solche Gespräche jedoch dauern, desto weniger spielt der Sport eine Rolle: „Meist geht es um die Menschen selbst, ihre Nöte, Ängste, Zweifel“. Viele sehnten sich nach Heil, nach Gutem. Die Frage nach einem Fußballgott verneint Barth, denn ein solcher verheiße kein ewiges Leben.

Mit Niederlagen hat der Bundesligist Schalke 04 in den vergangenen Monaten viel Erfahrung sammeln müssen. Seit 354 Tagen sind die Schalker ohne Sieg. Im Kalenderjahr 2020 holte die Mannschaft nur 13 von 90 möglichen Punkten. Bei einem weiteren Bundesligaspieltag ohne Sieg stellt Schalke den „ewigen“ Sieglosrekord von Tasmania Berlin ein. Die Berliner blieben in der Saison 1965/1966 31 Spiele in Folge ohne Sieg.

Von: Martin Schlorke

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Tue, 05 Jan 2021 16:49:00 +0100
<![CDATA[Im VR-Spiel als David gegen Goliath kämpfen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2021/01/05/im-vr-spiel-als-david-gegen-goliath-kaempfen/ Nur mit einer Schlinge soll David bewaffnet gewesen sein, als er, der einfache Hirtenjunge, gegen den ausgebildeten großen Soldaten Goliath von den Philistern kämpfte. So erzählt es das 1. Buch Samuel in der Bibel. Und nur mit einer Schlinge bewaffnet ist auch der Spieler des VR-Games „David vs. Goliath“ (DvG), das vor wenigen Tagen erschienen ist. In dem Computerspiel, das man mit einer VR-Brille spielt, wird der Spieler in die Rolle des Hirtenjungen David versetzt.

„Es gibt so viele Spiele, deren Inhalte moralisch fragwürdig sind“, sagt der Spieleentwickler Jarom Sidwell von der amerikanischen Softwareschmiede „Virtuous VR Gaming“ (VVRG), die hinter DvG steckt. „Wir wollten mit DvG ein erbauliches und familienfreundliches Spiel schaffen“, sagte Sidwell in einem Interview der Christian Post. Die neue Firma VVRG wurde von Bill Issler und Kevin Nguyen ins Leben gerufen, die bisher im Leitungsteam der Saddleback Church in Kalifornien tätig waren. Jarom Sidwell selbst war als Experte für visuelle Effekte bei Filmproduktionen in Hollywood und Neuseeland tätig. Er hat bei Filmen wie „The Avengers“, „Avatar“ oder „The Hobbit“ mitgearbeitet.

Nguyen erklärt gegenüber der Christian Post: „Wir wollen, dass die Qualität von VR-Spielen steigt, und dass es mehr förderliche, familienfreundliche Spiele-Erlebnisse gibt.“ Die neue Technologie könne Menschen darin bestärken, biblische Wahrheiten zu suchen. Bei der VR-Technik bekommt der Spieler über zwei kleine Bildschirme vor seinen Augen eine dreidimensionale Realität vorgespielt, in der er sich interaktiv bewegen kann. „Wir wünschen uns, dass andere Verleger und christliche Organisationen neue Technologien wie VR als Möglichkeiten betrachtet, die Gute Nachricht zu verbreiten“, so Nguyen. Gerade in der derzeitigen weltweisen Corona-Krise werde die VR-Technologie in den Bereichen Erziehung und Unterhaltung immer populärer. „Warum nicht Pioniere auf diesem Gebiet sein und die besten Köpfe sammeln und erbaulichen Inhalt in dieser neuen digitalen Kultur schaffen?“

„Du bist berufen zu etwas Größerem“

Beim Spiel „DvG: Conquering Giants“, das ab sofort für Oculus Rift S, VIVE und bei Steam VR erhältlich ist, werde „das größte Duell aller Zeiten“ nachgespielt, sagen die Entwickler. Zuerst muss der Spieler als Hirtenjunge David jedoch lernen, mit der Waffe umzugehen. Der Spieler kann dabei wählen zwischen einer klassischen Schleuder, die er schwingt und im richtigen Moment den Stein freigibt, oder einer Schleuder mit Holzgriff, die auch „Zwille“ genannt wird. Deutlich einfacher ist das Spiel mit der Zwille. Wer die Schleuder verwenden möchte, die wahrscheinlich auch David vor 3.000 Jahren benutzte, muss das Zielen deutlich länger üben.

Der Spieler muss zunächst die Schafe vor Angriffen von Wölfen, Löwen und Bären verteidigen. Wenn man diese Angriffe besteht, kann man sich auch dem größten Feind des Volkes Israel stellen: den Philistern. Und schließlich dem riesigen Goliath.

Entwickler Sidwell erklärt eine der wichtigsten Lektionen des Spiels: Jedes Schaf ist wichtig. „Die Herde ist deine Familie, und die Familie ist deine Herde.“ Und der Spieler verstehe vielleicht: „Du bist gesalbt, um große Dinge zu vollbringen. Vielleicht hilft das Spiel ja dabei zu erkennen, welche Hindernisse im eigenen Leben besiegt werden müssen“, so Sidwell.

Kostenlose Demo-Version erhältlich

„Ich habe das Spiel mit meinem zehnjährigen Sohn zunächst nicht als Bibelstunde betrachtet“, erzählt Firmengründer Nguyen. „Wir wollten einfach ein Spiel mit viel Action spielen, in dem man ein paar bösen Jungs den Hintern versohlt. Aber es kam etwas hinzu, das ich nicht erwartet hatte: Mein Sohn fragte mich, ob David wirklich seinen Gegner so besiegt hatte. Auch bei Filmen wie Star Wars will mein Sohn herausfinden, was Fiktion ist und was wirklich geschehen ist.“ David müsse zudem lernen, auf den Heiligen Geist zu vertrauen. Dies wurde im Spiel umgesetzt durch eine Art „übernatürlicher“ Hilfefunktion, bei der man die Gegner schon im Voraus gut erahnen kann.

Das Spiel ist mit 20,99 Euro nicht gerade billig, doch es gibt auch eine kostenlose Demo-Version. Die Grafik soll nicht realitätsnah sein, sondern ist eher im Comic-Stil gehalten. Wirklich brutal wird es auch nicht, alles ist mit einem augenzwinkernden Humor versehen. Dennoch kann es tatsächlich ein wenig furchteinflößend werden, wenn ein Wolf oder Bär auf einen zugerannt kommt und sich auf einen stürzt. Das Schießen mit der Zwille macht Spaß, man wird ein wenig erinnert an die VR-Version von „Angry Birds“, wo man ebenfalls mit einer Schleuder schießt. Demnächst soll es „DvG“ auch für die Oculus Quest 2 und die Playstation geben.

Nach „DvG“ sollen weitere Spiele folgen, kündigen die Entwickler an. „Wir haben gerade erst begonnen!“, sagt Nguyen. Man liebe Computerspiele, wenn sie eine gute Geschichte erzählen und ein gutes Spielkonzept beinhalten, so der Experte. „Ob man nun gläubig ist oder nicht.“ Er selbst könne Computerspiele mit allen möglichen Freunden genießen, unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund. „Digitale Erlebnisse können eine Tür aufstoßen für gute Gespräche“, ist sich Nguyen sicher. „Sie können helfen, dass Leute Fragen stellen. Wir sehen in der Spiele-Community einen unberührten Markt für Unterhaltung, die christliche Werte unterstützt. Bei den neuen Techniken wie VR können wir Geschichten erzählen, die die Leute fesseln.“

Von: Jörn Schumacher

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Tue, 05 Jan 2021 15:12:00 +0100