Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de Die aktuellen News bei Medienmagazin pro de https://www.pro-medienmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif Christliches Medienmagazin pro https://www.pro-medienmagazin.de 18 16 Die aktuellen News bei Medienmagazin pro TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Fri, 24 Mar 2017 07:02:07 +0100 <![CDATA[„Jesus ist mehr als ein Vorbild"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/03/23/jesus-ist-mehr-als-ein-vorbild/ In der Kirche interessiere Jesus oft nur noch als Vorbild. Diese Sorge habe schon Martin Luther gehabt, sagte der Theologe Michael Herbst am Donnerstag beim evangelischen Kongress Dynamissio in Berlin. Jesus aber sei mehr als ein Vorbild für Frieden, Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Gegen solche Tugenden sei zwar nichts einzuwenden, aber: „Er ist zuerst und vor allem ein Geschenk", stellte Herbst fest. Wer das verstehe, dessen Leben verändere sich. „Das Leben wird zum Evangelium."

Reformation bedeutet Befreiung

Michael Herbst ist Professor für Praktische Theologie an der Universität Greifswald. Er forscht zum Thema Evangelisation und Gemeindeentwicklung. In Berlin sagte er: „Reformationsgedenken ist die Erinnerung an eine Befreiungserfahrung." Gemeint sei die Befreiung durch Jesus Christus. Nichts sei deshalb auch mit Blick auf Martin Luther schöner, als das Evangelium weiterzugeben. Evangelium bedeute zum einen, dass jeder Einzelne so wichtig sei, dass Gott sich um ihn kümmere. Zum anderen wolle es die Welt versöhnen und erneuern – das Reich Gottes errichten. Die Basis dieses Glaubens sei aber die Erkenntnis, dass jeder Mensch Vergebung brauche. „Das Evangelium ist eine dynamische Nachricht“, sagte Herbst, und weiter: „Die Menschen, die es erreicht, werden frei und werden froh.“ Der Platz bei Gott sei sicher, deshalb drehe sich das Leben von Christen nicht mehr um sie selbst.

Der Braunschweiger Pastor Heinrich Christian Rust sagte beim Kongress: „Eine starke Mission ist nachhaltig nur durch starke Gemeinden möglich." Stark sei eine Gemeinde nicht etwa, wenn sie viel Geld oder viele Mitglieder habe, sondern wenn Christus in ihr präsent sei. Dazu zähle auch die Einigkeit der Konfessionen und Denominationen. „Es gibt viel Stolz bei Freikirchlern", warnte er. Doch auch die Landeskirchen hätten sich im Miteinander einiges zuschulden kommen lassen, etwa, indem sie den freikirchlichen Geschwistern das Abwerben von Mitgliedern vorgeworfen hätten.

Markus Dröge, Bischof der Landeskirche in Berlin, sagte, seine Kirche habe sich das Motto Mission ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. „Aus dieser Haltung heraus wollen wir Gemeinde Jesu Christi sein." Dröge sprach von einer „geistlichen Globalisierung". Der Heilige Geist verbinde Gemeinden in der ganzen Welt. Das sei gerade heute wichtig, wo „noch ganz andere Mächte" in der Welt wirkten. Dröge sagte das mit Blick auf die Terroranschläge in Berlin im Dezember und jüngst in London. Es sei ein Teil geistlicher Gemeinschaft, den Heiligen Geist zu spüren als eine Kraft, die vieles zusammenhalten kann.

Der Kongress Dynamissio hat das Ziel, Gemeinden und Gemeindemitarbeiter in ihrer missionarischen Arbeit zu stärken, insbesondere mit Blick auf das Reformationsjubiläumsjahr 2017. An der Organisation beteiligt sind landes- und freikirchliche Akteure, unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste, die Deutsche Evangelische Allianz, der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband und der Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden. Dazu sind laut Veranstaltern rund 2.300 Teilnehmer angereist. (pro)

Von: al

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Thu, 23 Mar 2017 13:35:00 +0100
<![CDATA[„Christen müssen Umweltschützer sein“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/03/23/christen-muessen-umweltschuetzer-sein/ Aus christlicher Sicht sei es bedeutsam, „ob die Erde aus Gier zerstört oder mit Umsicht für die kommenden Generationen bewahrt wird“. Daher sei Umweltschutz auch für Christen wichtig, sagt Ottmar Edenhofer, Ökonom am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Leiter der Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). Vor seiner Karriere als Wirtschaftswissenschaftler hat er katholische Theologie studiert und war Mitglied des Jesuitenordens.

Edenhofer kritisiert gegenüber Zeozwei eine Ansicht, die er vor allem bei konservativen Christen findet: Gott allein weiß, wann das Ende der Welt kommt, da dürfe man ihm nicht ins Handwerk pfuschen. Edenhofer: „Das ist aber theologisch vollkommen verkehrt. Wir leben im Angesicht des Todes, unsere Taten haben darum den Charakter der Endgültigkeit. Wir können unser Leben nicht wiederholen. Daher soll der Christ so leben, dass er vor sich, seinen Mitmenschen und Gott bestehen kann.“ Zeozwei ist eine Zeitschrift „für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft“ aus dem Verlag taz.

Auf die Frage, ob ökologische Sünden auch theologisch gesehen Sünden seien, antwortet der Theologe, wenn der Mensch den Planeten zerstört, heiße das auch aus theologischer Perspektive, dass er die Beziehung zu seinen Mitmenschen und zu Gott zerstöre. „Gott will ja die Welt nicht zerstören, sondern vollenden.“ Und der christliche Glaube sei aber ein Angebot zur Versöhnung – auch mit der Natur.

Angst vor „grünen“ Themen

In seiner Enzyklika „Laudato si’“ hatte Papst Franziskus im Juni 2015 vor allem Umwelt- und Klimaschutz auf die Agenda der Kirchen gesetzt. Die Kirchen blieben weit hinter dem Anspruch dieses Aufrufs zurück, findet Edenhofer. „Im Alltagsbewusstsein der Gemeinden und in der Ausbildung der Priester sind diese Themen noch wenig präsent.“ Das Klimathema werde als ein Thema der grünen Bewegung wahrgenommen und sei damit negativ belastet. Denn deren Positionen zu Familie, Frauenrechten, Abtreibung und Sexualität unterschieden sich von denen der katholischen Kirche sehr.

Der Klima-Ökonom fügt hinzu: „Viele konservative Christen haben den Eindruck, das Öko-Thema sei ein trojanisches Pferd, um die Haltung der Kirchen zu diesen Themen zu verändern. [...] Fundamentalistische Christen suchen Identität, Heimat, klare Strukturen und Regeln – für die Auseinandersetzung mit globalen Fragen ist da wenig Platz. Es war immer eine umstrittene Frage in den Kirchen, ob es wichtiger ist, fromm zu sein oder politisch aktiv.“

Dabei sei die Beschäftigung mit dem Thema wichtig: „Der Klimawandel verschärft das Wohlstandsgefälle zwischen Afrika und Europa, und es werden auch in Zukunft Menschen nach Europa fliehen.“ (pro)

Von: js

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Thu, 23 Mar 2017 12:24:00 +0100
<![CDATA["Ein starker Glaube ist wichtig für den Menschen"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/03/23/ein-starker-glaube-ist-wichtig-fuer-den-menschen/ Eine Rezension von Johannes Weil]]> Rolf Bauerdick ist von Hause aus Katholik. Als Journalist hat er schon viel von der Welt gesehen. Seine Beobachtungen über Religion und ihre Ausprägungen hat er in seinem Buch „Wenn Gott verschwindet, verschwindet der Mensch“ zusammengefasst. Er plädiert dafür, die spirituelle Dimension des menschlichen Daseins nicht zu verlieren. Aus seiner Sicht hat der Glauben eine wichtige Funktion für die Gesellschaft.

Für eine Gesellschaft sei es nicht gut, wenn ihr die vertikale Komponente fehlt. Gerade die Zeit der Bankenkrise habe gezeigt, was passiert, wenn sich Menschen von Luftschlössern und Zaubergötzen blenden ließen. Ein starker Glaube sei für die Menschen wichtig. Dieser könne dem „Sog des Nihilismus“ widerstehen – „ein schwacher nicht.“

Die Gesellschaft rede heute nicht mehr so selbstverständlich über Gott wie früher, bilanziert Bauerdick. Was die Kirchen verkündigten, lasse die Menschen auch oft „seltsam unberührt“. Statt in Kirchen finde die geistliche Pflege eher im Wellness-Bereich statt. Skeptisch äußert sich Bauerdick über fundamentalistische Christen. Früher seien die religiösen Eiferer eher humorlos und missmutig gewesen, heute bestächen sie durch ihre zur Schau getragene Verzückung.

Gottesdienst hatte keinen Gebrauchswert

In den einzelnen Kapiteln erzählt Bauerdick immer wieder Geschichten seiner Begegnungen mit gläubigen Menschen. Er erzählt von Padre Roberto, der am liebsten mit den Müllmenschen Mexikos – den Schwächsten in der Gesellschaft – unterwegs ist. Er berichtet von den exorzistischen Praktiken, die er in Rumänien erlebt hat. Und er erzählt von sich selbst. Aufgewachsen im katholischen Münsterland sah er im sonntäglichen Gottesdienst keinen echten Gebrauchswert für sein Leben.

In seinem Theologiestudium in Münster begegnen ihm die Hardliner der historisch-kritischen Exegese. Er trifft Menschen, die davon enttäuscht sind, dass die Kirche ihre frohe Botschaft nie wirklich lebt. Richtig befremdet ist Bauerdick von dem „grotesken Glauben“ der Evangelikalen Amerikas. Deren große Hoffnung in das Wirken des Heiligen Geistes ist ihm fremd. Zugleich beeindruckt ihn, wie sicher sie sich in ihrem Glauben fühlten. Trotzdem müsste es für die Freikirchen ein Lehramt geben, dass wenigstens „den gröbsten Unfug“ korrigiere, schlägt Bauerdick vor.

Mehr Themen, als dem Buch gut tun

Was er auf jeden Fall nicht möchte, ist eine anbiedernde Zeitgeist-Kirche: „Nachdem sie nicht erreicht hat, dass die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren“, zitiert er den kolumbianischen Philosophen Nicolas Gomez Davila. Im 20. Jahrhundert habe der Protestantismus versucht, die Bibel zu entmythologisieren. Viele Theologen sähen Jesu Auferstehung als ein Märchen.

Dies habe den Autor zweifeln lassen und ihm das „Bekenntnis zu einem Gott plötzlich unmöglich“ gemacht. Auf der anderen Seite sieht Bauerdick im Tod Jesu am Kreuz die Menschwerdung Gottes verwirklicht. Dies sei auch sein Kernthema des Glaubens.

Bauerdicks Buch ist eine Sammlung von Erinnerungen und Begegnungen, die er auf seinen Reportage-Reisen gemacht hat und in denen er vielen interessanten Menschen begegnet ist. Der Autor taucht mit dem Leser in die Gedankengänge Karl Rahners und Ludwig Feuerbachs ein und überfordert ihn damit an vielen Stellen sicher ein wenig. Diese Komplexität macht es sicher nicht zu einer einfachen Guten-Nacht-Lektüre. Trotzdem lohnt es sich, einige Themen, von denen das Buch mehr hat, als ihm gut tun, weiterzudenken. Auch wenn Bauerdick zum Teil diskutable Thesen in Glaubensfragen vertrtitt: Für ihn steht fest, dass der Glaube an sich ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft bleiben muss. (pro)

Rolf Bauerdick: „Wenn Gott verschwindet, verschwindet der Mensch: Eine Verteidigung des Glaubens“, 336 Seiten, Deutsche Verlagsanstalt, 19,99 Euro, ISBN 9783421046024

Von: jw

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Thu, 23 Mar 2017 10:51:00 +0100
<![CDATA[„Luther versperrt den Blick auf Gott“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/03/22/luther-versperrt-den-blick-auf-gott/ Eine Rezension von Jörn Schumacher]]> In seinem Buch „Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss? Fragen zum Luther-Jahr“, das im Ullstein-Verlag erschienen ist, philosophiert Heiner Geißler über 75 Seiten hinweg über die frustrierende Frage, warum Gott Leid zu lässt. „Das Reformationsfest anlässlich des Jubiläums beschäftigt sich mit dieser Frage kaum“, schreibt Geißler. Er studierte als Mitglied des Jesuitenordens einst Philosophie, später Rechtswissenschaften, war 25 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages, Landesminister, Bundesminister, Schlichter von Stuttgart 21 und Autor zahlreicher Bestseller, unter anderem von „Sapere aude!“ und „Was müsste Luther heute sagen?“

Angesichts von Millionen von Kindern, die in der Welt misshandelt werden, und Hunderttausenden, die getötet werden, lese man bei Luther die „schauerliche These, Leben, Schuld, Himmel und Hölle, also das Schicksal des Menschen, sei von Gott vorherbestimmt“. Angesichts der Krankheiten in der Welt fragt der ehemalige Politiker: „Gibt es einen Gott, der krebs- und polioerkrankten Kinder ‚wunderbar‘ erschaffen hat.“

Luther sei sein Leben lang von Krankheiten geplagt gewesen, „vor allem von Nieren- und Blasensteinen und deren blutigen Abgängen“. Er habe daraufhin die eigenen Sünden mitverantwortlich dafür gemacht. Vor allem aber habe Luther gemeint, man solle Gott nicht die Frage stellen, warum er dieses oder jenes tue. Geißler schließt daraus: „Der Mensch soll keine dummen Fragen stellen.“ Auf den Einwand, der Mensch habe doch aber von Gott den freien Willen bekommen, weil er ihn nur freiwillig lieben könne und nicht gezwungenermaßen, antwortet Geißler: „Aber was ist das für ein Gottesbild?“ Gott nehme für diese Liebe in Kauf, dass Menschen sterben und leiden.

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche verharrten, „was die Interpretation von massenhaftem Leid und Elend unter den Menschen betrifft, im Zustand eines geistigen Feudalismus“. Die Lehre von der Rechtfertigung durch Jesus und der Gnade Gottes verleugne die politische Botschaft des Evangeliums, also vor allem die Nächsten- und Feindesliebe und die Fürsorge für die Schwächsten.

Nur die Nächstenliebe zählt

Zur Lehre von der Erbsünde merkt Geißler an, damit schaffe es die christliche Theologie, dass Gott sich nicht für das Leid auf dieser Erde zu rechtfertigen habe. „Das ist die simpelste Lösung und Antwort auf die Frage nach dem gerechten Gott.“ Geißler fährt fort: „Für die evangelische Kirche ist der Mensch bekanntlich ohnehin von Grund auf verdorben. Die Verzweiflung, in die gläubige Menschen mit dieser Theorie gestürzt werden, ist beabsichtigt.“ Die Kirchen sollten „diese schwere Verletzung und Beleidigung der menschlichen Würde“ aus der Welt schaffen, findet Geißler.

Sein Gottesbild ist entsprechend undefiniert: „Warum zeigt sich Gott eigentlich nicht richtig? Und allen? Was soll das Versteckspiel? Gibt es ihn wirklich, dann ist er ein Wesen, das mit den Menschen spielt.“

In dem Buch „Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“ lauschen wir dem 87-jährigen Geißler bei seinen – häufig zynisch gestellen – Fragen. Der von den beiden großen Kirchen äußerst enttäuschte Jesuit kann mit dem Glauben an den Erlösertod Jesu nichts anfangen, bietet in seinem Buch aber auch keine alternativen Antworten. Die Kapitel folgen keinem erkennbaren stringenten Aufbau, manchmal schweifen die Gedanken auch ab und oszillieren zwischen Star Trek, Higgs-Bosom, Buddha und Sartre.

Geißler stellt fest: „Der Glaube an diesen Gott gibt uns keine Antwort, welchen Sinn das Leiden auf der Erde hat. Wir müssen also mit der Sinnlosigkeit des Leidens leben.“ Im Hinblick auf das Reformationsjubiläum schreibt er: „Die Sündentheologie des Martin Luther, die Erbsündenlehre des Paulus und Augustinus und die Rechtfertigungsdogmen beider Kirchen, die den Menschen alle Schuld zuschieben, sind nicht maßgebend für das Christsein und versperren den Weg zu einem möglichen Gott.“ Viel wertvoller sei das Praktizieren des Nächstenliebe. Und die sei ja sogar unabhängig von Religionen und Grenzen.

Geißler bezeichnet sich zu Beginn des Buches selbst als „getauften Christen“, der dies auch bleiben wolle. Allerdings beschleicht den Leser immer wieder das Gefühl, dass er die Bibel ausschließlich politisch verstehen will. Den Heilsaspekt, die Botschaft von der Erlösung durch das Blut Jesu, blendet er völlig aus, ja, geht ihn sogar äußerst kritisch an. So kann es in seinem Buch im Lutherjahr nur zu einem Konflikt kommen zwischen dem politisch denkenden Geißler und einem Martin Luther, dem die Rechtfertigung ausschließllich durch den Glauben, und nicht durch Taten, am wichtigsten war. (pro)

„Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss? Fragen zum Luther-Jahr“, Ullstein-Verlag, 80 Seiten, 7 Euro, ISBN 9783550050060

von: js

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Wed, 22 Mar 2017 15:06:00 +0100
<![CDATA[ZDF-Sendung begleitet Wege zu Gott]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/03/21/zdf-sendung-begleitet-wege-zu-gott/ Am Dienstag, den 28. März, um 22:15 Uhr zeigt das ZDF in seiner Sendung „37 Grad” eine Dokumentation mit dem Titel „Shalom, Salam, Halleluja – Drei auf ihrem Weg zu Gott“. Darin geben drei angehende Geistliche Einblick in ihr Leben. Das 30-minütige Format nimmt die Wege zu Gott in den Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum genauer unter die Lupe.

„Shalom, Salam, Halleluja“ begleitet drei junge Männer während ihrer Ausbildung bis zu ihrem Amtsantritt. Schon in Kindheit und Jugend war Religion Teil ihres Lebens. Die drei Deutschen haben unterschiedliche Gründe, warum sie Geistliche werden. In einer ZDF-Pressemitteilung heißt es, dass Sadiq (26) erlebte, wie nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 „das Ansehen des Islams in Deutschland Schaden nahm“. Als Imam will Sadiq dieser Entwicklung entgegentreten und zeigen, dass der Islam eine Religion des Friedens und der Barmherzigkeit ist.

Den Weg eines Geistlichen einzuschlagen und zu gehen, birgt zuweilen Zweifel, Verzicht sowie tiefe Hinhabe. So muss Claudius (28) als katholischer Priester beispielsweise auf eine eigene Familie verzichten. Eine Entscheidung, die ihm nicht leicht fiel, und die für Benjamin (28) Anlass gewesen wäre, sich gegen eine Ausbildung zum Rabbiner zu entscheiden.

„37 Grad“ ist eine Sendung, die wöchentlich im ZDF ausgestrahlt wird. Die Doku-Reihe beschäftigt sich mit Fragen und Themen mitten aus Leben, Gesellschaft, Religion oder Kultur. (pro)

Von: csc

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Wed, 22 Mar 2017 12:10:00 +0100
<![CDATA[Dialog mit AfD und Muslimen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/dialog-mit-afd-und-muslimen/ Erstmalig stellten die Organisatoren des Kirchentags am Dienstag das Programm der Großveranstaltung vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Brandenburg vor. Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au erklärte, beim diesjährigen Kirchentag gehe es vor allem um den Dialog. Man wolle sich begegnen und durchaus auch streiten, aber in reformatorischer Gelassenheit und mit protestantischem Selbstverständnis. Dazu haben die Organisatoren neben prominenten Politikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier oder SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz unter anderem Vertreter von Humanisten, der Alternative für Deutschland, muslimischer oder homosexueller Gruppen eingeladen. Es soll Führungen in Moscheen und eine „Weiße Tafel der Religionen", gestaltet von über 50 Religionsgemeinschaften, geben.

Klare Haltung zeigen, aber offen sein"

In einem „Genderzentrum" werden Fragen der Geschlechtergerechtigkeit besprochen, in einem „Zentrum Regenbogen" soll die Frage gestellt werden, wo der Platz homosexueller Muslime oder Christen in den Gemeinden sein kann. Der Humanistische Verband wird im Roten Rathaus zwei Veranstaltungen organisieren, eine zum Thema Toleranz und eine zum Thema Sterben. Bischof Markus Dröge stellt sich dem Streitgespräch mit Annette Schultner, Vertreterin der Gruppe „Christen in der AfD". „Es ist nicht sehr christlich, zu sagen, es gibt eine bestimmte Gruppe, mit der reden wir überhaupt nicht", rechtfertigte Aus der Au diesen Programmpunkt auf Nachfrage. Der Kirchentag wolle „klare Haltung" zeigen, sich aber „offen auf andere Sichtweisen einlassen".

Die Generalsekretärin des Kirchentags, Ellen Ueberschär, hob das Thema Rechtspopulismus hervor. Dem wolle sich die Großveranstaltung mit Blick auf Europa widmen und betonen „Europa braucht die Christen". Am Freitag um 12 Uhr unterbrechen die Organisatoren das laufende Programm zugunsten einer Schweigeminute „für alle die, die an den Grenzen Europas zu Tode gekommen sind", sagte Ueberschär. In einem „Begegnungszentrum Willkommenskultur" sollen Flüchtlinge selbst zu Wort kommen.

Berlins Bischof Markus Dröge sagte, er freue sich besonders auf ein Zentrum mit dem Titel „Berlin.Zunkunft.Kirche" am Alexanderplatz. Nach dem Vorbild der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen" müssen sich dort die Erfinder innovativer Projekte zum Thema vor einer Expertenjury behaupten. Die Veranstalter erwarten 100.00 Besucher. Der Schlußgottesdienst wird mit Blick auf das Reformationsjubiläum in Wittenberg stattfinden. (pro)

Von: al

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Tue, 21 Mar 2017 14:46:00 +0100
<![CDATA[„Verantwortung im Zeitalter von Fake News wächst“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/03/21/verantwortung-im-zeitalter-von-fake-news-waechst/ Bei vielen Fake News gehe es darum, Flüchtlinge die zu uns gekommen sind, zu diskreditieren, stellte Justizminister Heiko Maas am Montag fest. Er sprach zusammen mit anderen Teilnehmern in einer Diskussion zum Thema „Zwischen Fakten, Fakes und Manipulation - wie schützen wir die Demokratie im Netz?“

Er halte jedoch nichts von einem „Antidesinformationsgesetz“, fügte Maas hinzu. „Die ersten, die darunter fallen würden, wären diejenigen, die so etwas vorschlagen.“ Der Minister für Justiz und Verbraucherschutz fügte hinzu: „Es wird auf jeden von uns mehr Verantwortung zukommen, das, was man im Internet sieht und findet, nicht einfach vorbehaltlos zu übernehmen.“ Jeder müsse selbst verstärkt die Glaubwürdigkeit von Meldungen einschätzen und dabei auf Angebote wie die von Mimikama zurückgreifen. Hier allein auf den Gesetzgeber zu vertrauen, sei der falsche Weg.

„Unsere Demokratie hält einiges aus“

In Fake News sieht er jedoch keine Gefahr für die Demokratie. „Unsere Demokratie hält einiges aus. In der Vergangenheit gab es auch immer wieder Kampagnen, wo mit falschen Tatsachen gearbeitet wurde. Das ist jetzt ein bisschen einfacher geworden.“ Aber die Digitalisierung könne und sollte man nicht aufhalten, weil sie auch extrem viele Chancen biete. Mit dem Problem der Falschnachrichten müsse man sich schon in der Schule auseinandersetzen, sagte Maas. Es reiche nicht, den Kindern zu zeigen, wie man ins Internet kommt. „Wie sie unbeschadet wieder rauskommen, ist ebenso ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen sollte.“

Er widersprach der Meinung, dass Qualitätsjournalismus im Zeitalter der Digitalisierung keine Chance mehr habe. „Das, was es an Falschmeldungen gibt, hat ein Ausmaß angenommen, dass die Leute irgendwann ein Bedürfnis haben, irgendwo vertrauensvolle Medien oder Quellen zu haben, in denen sie Dinge überprüfen könne.“ Das sehe er als „Chance“ für den Qualitätsjournalismus. Die Menschen seien größtenteils gut in der Lage, mit Informationen vernünftig umzugehen.

An der Veranstaltung nahm auch Andre Wolf teil, der mit seiner Organisation „Mimikama“ versucht, Falschmeldungen und Internet-Betrug zu entlarven. Das Handwerkszeug dafür lieferte ihm unter anderem sein Theologie-Studium, wie er in einem Gespräch mit pro sagte. (pro)

von: js

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Tue, 21 Mar 2017 11:20:00 +0100
<![CDATA[Judas, der Fromme]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/03/20/judas-der-fromme/ Eine Rezension von Anna Lutz]]> Ben Becker spuckt und wütet, stampft auf den Boden, fällt auf die Knie, steht wieder auf, rauft sich das Haar, nur um schließlich zu Füßen Jesu zu fallen, beladen mit nur einem Wunsch, den er herausbrüllt: „Herr, rette meine Seele!" Er zieht sich den weiten weißen Ledermantel eng um das ebenfalls weiße Hemd, schließt die Arme um sich selbst und wimmert, vor ihm der Gekreuzigte, hinter ihm hunderte Zuschauer im ausverkauften Berliner Dom. Es ist nicht seine eigene Seele, für die der berühmte deutsche Schauspieler hier im Hilfe bittet. Es ist die des wohl bekanntesten Verräters der Geschichte: Judas Ischariot.

An diesem Abend steht Becker mit seinem Stück „Ich, Judas" im Dom hinter und vor der Kanzel. Er liest aus Amos Oz Buch „Judas" und zitiert Walter Jens' Werk „Ich, ein Jud: Verteidigungsrede des Judas Ischarioth". Beide Texte bemühen sich darum, das, was nicht nur Christen seit 2.000 Jahren glauben, auf den Kopf zu stellen: Judas war kein Verräter, so der Inhalt, er war gar der frömmste unter den Jüngern und wird bis heute missverstanden.

„Das nenne ich mal Feindesliebe, Herr Evangelist!"

Eine lange Tafel ziert an jenem Abend den Chorraum der Kirche. Auf ihm liegen zwei Bibeln und ein weißes Laken, das wohl an das Turiner Grabtuch erinnern soll. Die restliche Ausstattung ist auch da, wenn Ben Becker nicht auftritt: Der Gekreuzigte, ganz aus weißem Stein, blickt ins Mittelschiff, links und rechts von ihm sind auch die Jünger in Stein gehauen. Über allem thronen die vier Evangelisten. Matthäus, Johannes, Markus und Lukas blicken von der Kirchendecke auf die Besucher herab. Die auwändig gearbeiteten Mosaike sind in ihrer Quadratmeterzahl jeweils so groß wie manche Studentenbude. Becker, an diesem Abend Judas, hat es mit Walter Jens' Worten besonders auf einen dieser vier abgesehen. „Das nenne ich mal Feindesliebe, Herr Evangelist!“, schleudert er Johannes entgegen, in dessen Schriften Judas als „Teufel" und „Sohn des Verderbens" bezeichnet wird.

Dann holt der Tobende aus, um sich zu verteidigen: „Könnt ihr euch wirklich einen Gott vorstellen, der um der Erfüllung seines Plans willen einen Menschen zur Sünde verurteilt?“, fragt er ins Publikum? Nein, der Verrat sei Gottes Wille gewesen, ebenso wie die Kreuzigung, denn ohne sie bliebe die Erlösung aus. So fromm sei dieser Judas gewesen, dass er sogar bereit war, zum Attentäter zu werden. „Jesus ist nichts ohne Judas“, lautet die unumgängliche Schlussfolgerung dieses Plädoyers für die Amnestie des mutmaßlichen Täters. Falsch gedeutet habe man sein Tun durch die Geschichte hindurch, ein Missverständnis, das zu Luthers Antisemitismus und Hitlers Gaskammern geführt habe. Nun aber verlangt dieser Judas endlich den Respekt, der ihm für sein Opfer gebührt.

Ausverkaufte Kirchen

Ben Becker und das Wort Gottes - das ist eine Erfolgsgeschichte. Bereits 2008 ging der Schauspieler mit der Lesereihe „Die Bibel - eine gesprochene Symphonie" auf Tour. Gemeinsam mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg nahm er ein Hörbuch dazu auf, das nicht nur in Kirchengemeinden Interesse fand. In einem Interview mit der Bild am Sonntag sagte er damals: „Ich will weder mich noch andere bekehren! Es ist nicht mein Interesse, verlorene Schafe in die Kirche zurückzutreiben." Doch durch das Projekt sei er Gott nähergekommen. „In den letzten fünf Wochen habe ich mit dem lieben Gott kommuniziert, er ist jetzt mein Freund!“

2015 brachte Becker erstmals „Ich, Judas" auf die Bühne. Die Vorführung war derart stark nachgefragt, dass sich daraus eine Tournee und schließlich mehrere Verlängerungen ergaben, sodass das Stück mittlerweile seit zwei Jahren erfolgreich läuft. Alle Berliner Termine im März waren ausverkauft, ähnlich ist es in anderen deutschen Städten.

Bibel mit Pathos

Unumstritten ist wohl, dass Ben Becker den biblischen Stoff für sich entdeckt hat. Er fasziniert ihn und Becker wiederum versteht es, das geschriebene Wort mit seiner unverkennbaren Bassstimme zu beleben. So geschieht es auch im Berliner Dom, als Becker, ganz ungewohnt mit Oberlippenbart und älter wirkend, als erwartet, immer wieder biblische Originalpassagen vorträgt. Diese Lesungen folgen keiner Vortragslehrstunde. Becker betont jedes Wort als wäre es sein letztes. Selbst Präpositionen und Personalpronomen klingen bei ihm so unheilsschwanger, als stecke in ihnen eine Prophetie auf den Weltuntergang.

Erstaunlicherweise wirkt das erhaben statt übertrieben. Die stehenden Ovationen am Ende der Vorführung geben Becker recht: Wer die Bibel vorliest, darf sich im Pathos suhlen, wann, wenn nicht bei diesem Stoff. Die Orgeltöne am Beginn und Ende des Stücks tragen das Ihre dazu bei. Auch Walter Jens und Amos Oz steht Beckers Stimme gut und nach dieser zweistündigen Ein-Mann-Performance ist wohl jedem Zuschauer klar, dass dieser Ben Becker eben nicht durch seine Skandälchen berühmt geworden ist, sondern in erster Linie und nach wie vor ein großer Schauspieler ist.

Zweifeln, Fragen stellen, nachdenken

„Zweifeln, Fragen stellen, nachdenken - das kann ich doch wohl verlangen!“, fordert Becker an einer Stelle des Stücks vom Publikum. Es ist, als formuliere der Künstler hier auch die Idee hinter seiner Vorführung. Es ist das Gedankenspiel mit heiligen Texten, mit denen Gläubige es so gewohnt sind, umzugehen, dass sie das Denken gelegentlich unterlassen. Was wäre, wenn alles ganz anders gemeint war? Was, wenn Judas ein Heiliger sein könnte und Goliath ein Unschuldslamm? Was, wenn der gute Johannes ein Heuchler war und David am Ende nicht Gottes Gunst erwarb?

Perspektivwechsel können den Horizont erweitern, solange man sie nicht mit dem wirklichen biblischen Zeugnis verwechselt. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob er sich dem Gedankenspiel des Ben Becker, der hier auch Regie führte, aussetzen möchte. Kritisch fragen darf man, ob eine Kirche, die ja eigentlich als Verteidigerin der biblischen Tradition fungiert, der richtige Ort für solcherlei Kunst ist. Wer das Original nicht kennt, bleibt nach „Ich, Judas" vielleicht eher verwirrt als bereichert zurück. Wer es kennt, darf sich neue Fragen über die Gerechtigkeit Gottes stellen, die den Glauben am Ende hoffentlich stärken. Denn „Zweifeln, Fragen stellen, nachdenken“ - das ist erlaubt. Auch und erst recht in Gotteshäusern. (pro)

Ben Becker ist mit „Ich, Judas"im März, April, September, Oktober und November noch in verschiedenen deutschen Städten zu sehen.

Von: al

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Mon, 20 Mar 2017 15:14:00 +0100
<![CDATA[„Homosexualität ist keine zentrale Frage in der Allianz”]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/20/homosexualitaet-ist-keine-zentrale-frage-in-der-allianz/ Mit Ekkehart Vetter ist erstmals ein Vertreter der pfingstkirchlich-charismatischen Bewegung Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz. Der 60-Jährige ist Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden und Pastor in der Christusgemeinde in Mülheim. Deutschlandradio-Kultur-Autorin Anne Françoise Weber fragte Vetter in einem Interview: „Definieren Sie sich eigentlich als evangelikaler Christ, als Pfingstler oder als Charismatiker?“ Vetter fragte zurück, was sie mit „evangelikal“ meine, und erklärte: „Wenn Sie einen stockkonservativen, politisch stockkonservativen Menschen meinen, dann würde ich sagen, nein, ich bin nicht evangelikal. Wenn Sie jemanden meinen, der sagt, ich nehme die Bibel als geschriebenes Wort Gottes ernst, dann bin ich gerne evangelikal.“

Er komme aber aus einer charismatisch-pfingstlichen Tradition, so Vetter. „Also, insofern: Ja, charismatisch-pfingstlich, aber das lässt sich alles nicht so eindeutig differenzieren, wie diese Schubladenbegriffe es zu erkennen meinen.“ Gefragt nach den bei Pfingstlern betonten Geistesgaben, sagte Vetter, das Zungenreden werde in seiner Mülheimer Gemeinde nicht öffentlich praktiziert. Wer diese Gabe jedoch bekommen habe, mache dies persönlich.

Das Heilungsgebet wiederum habe im Neuen Testament sowohl bei Jesus als auch bei den Aposteln „einen sehr zentralen Stellenwert“, und es gehöre „zur normalen Praxis, übrigens nicht nur bei pfingstlich-charismatischen Christen, sondern hoffentlich auch bei vielen anderen Christen“. Jedoch dürfe das Gebet zur Heilung nicht einer medizinischen Therapie vorgezogen werden, und es dürften keine falschen Versprechungen gemacht werden, betont Vetter.

Vetter will Freundschaft mit der EKD

Angesprochen auf die Haltung der Allianz zur EKD sagte Vetter: „Wir bemühen uns um Freundschaft und Nähe und da, wo es inhaltliche Spannungen in diversen einzelnen Fragen gibt, seien es dogmatische oder ethische Fragen, da müssen wir im Dialog bleiben und aufeinander hören und Argumente austauschen und zu hoffentlich gemeinsamen Linien kommen.“

Homosexualität sei „keine zentrale Frage für die Evangelische Allianz“. Die sei ja „keine Kirche, sondern ein Netzwerk und damit ein sehr lockerer Verbund“, daher wolle sich die Allianz „an dieser Stelle nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“. Er persönlich stelle fest, dass es „nicht allzu viel“ Bibelstellen zum Thema Homosexualität gebe. „Aber die, die es gibt, setzen Homosexualität nicht in eine positive Beziehung zum Willen Gottes.“

Vetter fügt hinzu, die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte habe gezeigt, „dass vonseiten christlicher Kirchen Homosexuellen gegenüber viel Unrecht geschehen ist, viel Verurteilungen, viel Unangemessenes, Abwatschen und all diese Dinge“. Deshalb brauche es dies: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

Angesprochen auf seine Aussage, ein Evangelikaler könne unmöglich rechts sein, und zur Frage, wie sich die Evangelikalen zur AfD verhalten, erklärte Vetter, das sei eine Frage, wie man „rechts“ definiere. Im Sinne einer Partei wie der CSU sei das „natürlich möglich“. „Ich meine eben einen Rechtspopulismus und alles, was im Sinne einer tendenziell rechtsradikalen Position ist, ist aus meiner Sicht für einen Christen nicht möglich“. In der AfD seien seiner Auffassung nach viele Kräfte, „die an dieser Stelle völlig in die falsche Richtung gehen“. (pro)

von: js

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Mon, 20 Mar 2017 11:46:00 +0100
<![CDATA[Das Glück hat viele Gesichter]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/03/20/das-glueck-hat-viele-gesichter/ Das Leben ist schön, findet Sabine Langenbach. Die vielen kleinen Glücksmomente gelte es zu finden, zu genießen und abzuspeichern. Während die 48-Jährige das sagt, drückt ihre Tochter Birte ihr kleine Kärtchen, Pixiebücher und Zettel in die Hand. Eines nach dem anderen holt Birte aus einer kleinen schwarzen Handtasche auf ihrem Schoß. Auf dem großen Gartentisch vor dem weißen Haus, an dem Langenbach auf einer Bank sitzt, liegt ein buntes Kinderbuch. Daraus hatte sie dem Mädchen kurz zuvor vorgelesen, den Arm um sie gelegt, beide waren ganz vertieft in die Geschichte. Ein idyllischer Mutter-Tochter-Moment wie aus dem Bilderbuch.

Doch Birte ist bereits 17 Jahre alt. Sie ist mehrfach behindert und blind. Das Sprechen fällt ihr schwer. Alleine gehen kann sie noch nicht. „Bei uns ticken die Uhren anders“, sagt ihre Mutter. Es müsse viel mehr organisiert und abgeklärt werden, Birte brauche immer eine Betreuerin. Die Familie müsse im Alltag viel Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse des Mädchens. Langenbach erzählt das alles sehr trocken. Es ist Normalität. „Ich kann es mir nicht anders vorstellen“, sagt sie. Birte lacht und erzählt etwas vom „Chor“. Ihre Tochter sei in der Kantorei einer benachbarten Gemeinde dabei, erklärt Langenbach. Jeden Moment müsse „die Lena“ kommen, um sie abzuholen. Sie ist sehr dankbar für solche Freunde, die Birte besuchen oder etwas mit ihr unternehmen.

„Von inneren Impulsen leiten lassen“

Birte kam knapp anderthalb Jahre nach ihrem Bruder Niklas auf die Welt. Die Eltern wussten nicht, dass sie behindert sein würde. „Ich weiß noch wie heute, dass mein Mann und ich uns heulend gefragt haben: Warum?“, erinnert sich Langenbach. Ihrem Mann sei es aber gelungen, diese Frage sehr schnell „ad acta“ zu legen. Er sei ein sehr nüchterner Mensch. „Ich bin da ein bisschen hinterhergehinkt. Aber dann kam auch bei mir die Erkenntnis: Jetzt ist es eben so. Wir wissen nicht, warum.“

Diese Frage spiele mittlerweile keine Rolle mehr. Das klingt einfach und problemlos. Und die energiegeladene, fröhliche Art, mit der Langenbach das alles erzählt, verstärkt diesen Eindruck noch. Doch hinter dieser Einstellung steckt ein starker Glaube. Sie hätte das nicht geschafft, „wenn ich nicht die Gewissheit hätte, dass jeder Mensch, so wie er ist, von Gott geliebt ist. Wenn ich nicht wüsste, dass auch unsere Birte ein Gedanke Gottes ist und kein Ausrutscher oder Versehen, dann hätte ich ein Problem.“ Viele Gebete von Menschen, „die wir teilweise gar nicht kennen“, hätten die Familie in der ersten Zeit mit Birte begleitet. Das sei jetzt immer noch so.

Sie habe viel von ihrer Tochter gelernt, sagt Langenbach. Birte habe kaum Berührungsängste: „Sie macht das, was aus ihrem Herzen kommt.“ Das bewundert die Mutter an ihrer Tochter und das wünscht sie sich auch für ihr eigenes Leben. „Ich will lernen, mich immer mehr von meinen inneren Impulsen leiten zu lassen, und nicht nur das tun, was man tun sollte“, sagt sie und zitiert den französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry, der gesagt habe: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

Dabei hält sich die Moderatorin ohnehin weniger an Konventionen. Schon als kleines Mädchen „habe ich immer das gemacht und das angezogen, was ich wollte“. Am liebsten das, was ihre Mutter ihr häkelte und strickte. Dass die Klassenlehrerin ihrer Mutter riet, das Kind doch mal vernünftig anzuziehen, interessierte sie nicht. Auch ihren Job als Einzelhandelskauffrau gab Langenbach mit 19 Jahren auf, obwohl ihre Eltern in dem Bereich arbeiteten; ihr Weg wäre vorgezeichnet gewesen. Sie war in der Damenwäsche- und Miederwaren-Abteilung einer großen Kaufhauskette in Dortmund beschäftigt. Wer einen gut sitzenden BH brauchte oder die etwas eleganteren Dessous für den Abend suchte, dem stand Sabine Langenbach mit Rat und Tat zur Seite.

Die älteren Damen „sind oft unglaublich dankbar davongegangen, wenn ich ihnen ein anständiges Korselett verkauft habe, was endlich mal passte“. Die blonde Frau mit dem Kurzhaarschnitt lacht lauthals, als sie sich daran erinnert. Die Arbeit dort habe ihr „unheimlich Spaß gemacht“. Doch sie wollte aber lieber etwas „für Gott“ machen. Eine innere Stimme sei das gewesen.

Zu Hause spielten Kirche und Glaube kaum eine Rolle. Erst durch den Konfirmandenunterricht kam sie damit in Kontakt. Als junge Frau habe sie dann beim CVJM in Dortmund „Feuer gefangen“ für den christlichen Glauben. Heimlich schrieb Langenbach Initiativbewerbungen an christliche Werke, unter anderem an ERF Medien, das damals noch Evangeliumsrundfunk hieß. Bei einem seiner Konzerte traf sie den damaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Werth.

„Kirche live zu hören, ist faszinierend“

Obwohl der nichts von ihrer Bewerbung wusste, bot er der 19-Jährigen, die so „dreist nachgefragt“ hatte, spontan eine Stelle in der Telefonzentrale an. „Dann ging alles ganz schnell“, erinnert sich die Journalistin. Fortan nahm sie mit freundlicher Stimme Anrufe entgegen und stellte sie in die Büros durch, rief den Radio-Chefredakteur aus, wenn der sich am Empfang zu melden hatte, oder begrüßte gerade eingetroffene Gäste. Beinahe jeder Mitarbeiter im Haus kannte ihre Stimme. Als die Radio-Redaktion sie entdeckte, kam eins zum anderen und sie landete dort als Volontärin. Viel später kam auch eine Talksendung im ERF Fernsehen dazu.

Heute arbeitet sie zwar nicht mehr dort, die Leidenschaft für das Moderieren ist aber geblieben. Seit 1993 steht Langenbach jeden Sonntagmorgen beim Kirchenmagazin „kreuz & quer“ des Lokalsenders Radio MK vor dem Mikrofon. Die freie Journalistin findet es „faszinierend, dass Kirche dann live zu hören ist und ich auch auf aktuelle Themen eingehen kann“. Über ihre Arbeit bei „kreuz & quer“ sagt sie: „Ich bin Moderatorin, Chefredakteurin, Producerin – alles in einem.“ Sie ist für die Inhalte und deren Umsetzung in der Sendung allein verantwortlich.

„Wir brauchen als Christen nicht schüchtern zu sein.“

Im Vergleich zum christlich geprägten Rundfunk schätzt sie an „ihrer“ Sendung im säkularen Radio die Vielfalt der Meinungen und Einflüsse. Wer nur im „frommen Radio“ arbeite und im frommen Umkreis zu Hause sei, dem fehle manchmal der Kontakt zu „ganz normalen Menschen“, befürchtet sie. Langenbach mag es, die Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Besonders spannend findet sie es zum Beispiel, dass sie einen Sportredakteur für das Kirchenmagazin gewinnen konnte, der nun regelmäßig Beiträge für ihre Sendung produziert. Er sehe die kirchlichen Themen wesentlich kritischer und sei damit viel näher am Hörer dran. In einer säkularen Redaktion werde aber auch „mit harten Bandagen“ gekämpft, gibt sie zu und ist froh, ihre Nische zu haben. „Ich bin eher so die Freie“, sagt sie über sich.

Über das Glück gestolpert

Die Moderatorin wünscht sich, dass es bei den Hörern „klick macht, dass christlicher Glaube was mit dem Alltag zu tun hat und mit Lebensfreude“. Ihr geht es um ein befreiendes und glückliches Leben. „Durch den Glauben habe ich entdeckt, worauf es im Leben ankommt: Es kommt darauf an, dass ich eine Konstante habe und weiß, was ich wert bin. Weil ich ein Original Gottes bin, wie jeder andere Mensch auch.“

Als Referentin tritt sie am liebsten vor Menschen auf, die gar nichts mit dem christlichen Glauben zu tun haben. Sie wünscht sich, dass sie denen etwas von „ihrem“ Glück mitgeben kann. Auf die Frage, was das denn sei, lacht sie laut und sagt: „Die politisch korrekte Antwort ist wohl: Gott nahe zu sein.“ Dann wird sie ernst und erklärt, ihr Glück habe wirklich etwas mit dieser Aussage zu tun. „Ich fühle mich immer online mit Gott.“ Der Glaube sei wie eine Standleitung. Deshalb könne sie ihm auch jederzeit alles sagen: „Gott ist da.“ Für diesen Satz ist Langenbach beinahe schon berühmt. Wenn ihre Zuhörer sonst nichts mitnähmen, dieser Satz bleibe hängen. Hinter ihm steckt eine besondere Geschichte.

„Ich fühle mich immer online mit Gott.“

Die Aussage stammt von Birte. Wann ihre Tochter den Satz zum ersten Mal sagte, weiß Langenbach nicht mehr. Aber sie sage es, wenn sie merke, dass ihre Mutter „am Rad dreht“ oder unausgeglichen ist. Und, wenn es ihr selbst schlecht geht. „Amen. Amen. Gott ist da“, habe sie einmal in der Schule gesagt, als es ihr nicht gut ging. „Und es war keine fromme Mutti in der Gegend, die ihr das hätte einflüstern können“, sagt die Mutti augenzwinkernd.

Sie ist überzeugt, dass ihre Tochter weiß, wer Gott ist. Langenbach wird auf einmal ruhiger. Die Worte sprudeln nicht mehr so hervor, sondern sind bedachter, als sie sagt, dass sie trotz allem an Heilung für Birte glaubt. Gleichzeitig sagt sie, das klinge wohl verrückt. Aber „wenn ich höre, dass den Menschen in Afrika Gliedmaßen nachwachsen und Blinde sehen, warum sollte Gott in seiner himmlischen Datenbank nicht noch ein paar Augen für meine Tochter haben?“ Es sei eine „Gratwanderung“: Zwar wolle sie die Situation so annehmen, wie sie ist. Langenbach traut Gott aber auch zu, „dass es anders werden kann“. Er könne auch heute noch Wunder tun. Dafür will sie offen bleiben. „Aber Gott entscheidet, was, wie und wann“, betont sie. Birte selbst habe vor einiger Zeit davon gesprochen, ohne dass die Familie das Thema ihr gegenüber erwähnt hätte. Der Teenager sagte: „Augen schenken. Gott.“ In den Augen ihrer Mutter glitzert etwas.

Vielleicht Kabarett oder Chansons

Der Moment gedrückter Stimmung ist schnell verflogen. Sie könne anderen Menschen wohl nicht so viel vom Glück erzählen und Mut zum Leben machen, wenn die Situation ihrer Familie nicht so wäre, wie sie ist, sagt Langenbach wieder fröhlich. „Ich möchte Mut machen!“, prangt in großen Lettern auf ihrer Homepage. Das richtet sich auch an Christen. „Wir dürfen als Christen sagen, was wir können. Wir brauchen nicht schüchtern zu sein“, sagt sie. Langenbach versteht die Zurückhaltung nicht, die ihr oft begegnet. Christen sollten mutiger über ihren Glauben reden, findet sie.

Dann fügt sie mit einer ausholenden Handbewegung hinzu: „Ich hab‘ noch tausend Ideen!“ Ein hochwertiges Abendprogramm mit Dinner und guten Künstlern – das wäre was. Kabarett und Chansons kann sie sich auch gut vorstellen, Moderationsseminare sowieso. Und natürlich ein Glücksfestival. (pro)

Der Text stammt aus der Ausgabe 4/2015 des Christlichen Medienmagazins pro. Lesen Sie mehr über christliche Themen aus Politik, Pädagogik und Gesellschaft in der aktuellen Ausgabe 1/2017. Sie können Sie online bestellen, per E-Mail oder unter 06441/915151,

Von: sz

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Mon, 20 Mar 2017 11:34:00 +0100
<![CDATA[Methodisten haben neuen Bischof]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/19/methodisten-haben-neuen-bischof/ Harald Rückert ist am Sonntag als neuer Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland einsegnet worden. Er erhielt am Mittwoch im Rahmen der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Hamburg im vierten Wahlgang die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit für seinen Sieg. Seine Vorgängerin Rosemarie Wenner geht in den Ruhestand. Offiziell übernimmt Rückert das Amt am 12. Mai. Bereits am Sonntag wurde er in einem Gottesdienst gesegnet.

Die Deutsche Evangelische Allianz gratulierte Rückert am Donnerstag zur Wahl. Er übernehme das Amt in einer nicht leichten Zeit, teilte Generalsekretär Hartmut Steeb hinsichtlich schrumpfender Mitglieds- und Besucherzahlen von Gottesdiensten und Kirchen mit. Steeb hoffe, dass die Beziehungen zwischen Allianz und Methodisten „weiter so auf gutem Kurs vorangehen“.

Gott vertrauen, statt Statistiken wälzen

Auf Anfrage von pro, erklärte Rückert mit Bezug auf schrumpfende Mitgliedszahlen, Statistiken seien nicht alles: „Wir sollten uns immer daran erinnern: Abgerechnet wird im Himmel! Dort ist die Maßeinheit die Liebe. Ich bin überzeugt, wenn wir so leben und arbeiten, werden wir auch einmal wieder ganz entspannt auf Zahlen schauen können. Viel wichtiger sind aber die Menschen und ihr Leben, die in der Begegnung mit Gott Sinn und Ziel finden sollen.“ Christen sollten zunächst danach fragen, was Gott ihm auftrage, und sich dann „gehorsam, leidenschaftlich und risikobereit auf den Weg machen, um Gottes Liebe weiterzutragen“.

Rückert ist studierter Theologe und wurde in Bayern zum Pastor ordiniert. Zwölf Jahre lang war er leitender Pastor in Schweinfurt-Würzburg, danach war er zehn Jahre lang Superintendent für den Distrikt Reutlingen und bis 2017 leitender Pastor im Bezirk Reutlingen-Erlöserkirche. Rückert beschäftigte sich bisher intensiv mit Fragen des Gemeindegründungs- und Gemeindeneuaufbaus. Er ist verheiratet und hat zusammen mit seiner Frau drei erwachsene Kinder.

Zur Evangelisch-methodistischen Kirche zählen in Deutschland nach eigenen Angaben rund 50.000 Mitglieder. Weltweit gibt es 80 Millionen Menschen methodistischer Tradition. (pro)

Von: al

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Sun, 19 Mar 2017 12:30:00 +0100
<![CDATA[Jordanien: Christen koalieren mit Islamisten]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/03/18/jordanien-christen-koalieren-mit-islamisten/ Viele Christen in der arabischen Welt engagieren sich bei moderaten Islamisten wie den Muslimbrüdern. Die Autorin Mareike Enghusen ist für Christ & Welt (C&W), einer Beilage der Wochenzeitung Die Zeit, in Jordanien der Frage nachgegangen, was sie sich davon erhoffen. Sie traf dabei unter anderem auf den jordanischen Christen Akef Smeirat. Er ist eine politische Allianz mit der islamistischen Partei „Islamic Action Front“ (IAF) eingegangen, berichtet C&W.

Die Partei ist der politische Arm der jordanischen Muslimbruderschaft, die erstmals im vergangenen September bei den Parlamentswahlen antrat. Die IAF gehört zur „Nationalen Allianz für Reform“, der auch vier Christen als unabhängige Kandidaten angehören, schreibt das Blatt. Zwar habe keiner der Christen einen der 15 Sitze gewonnen, „doch allein die Tatsache, dass Christen und Islamisten gemeinsam antraten, hat Erstaunen und Spekulationen ausgelöst“, heißt es in dem Beitrag.

Der 60-jährige Smeirat ist Inhaber einer kleinen Solar-Firma in Amman. Er sagt: „Korruption schadet uns allen. Ich wollte etwas verändern.“ Sein Bündnis mit der IAF beschreibt er als reine Zweckgemeinschaft. „Wenn sie Gesetze gegen Christen eingebracht hätten, hätte ich dagegengestimmt“, sagt der Jordanier. Die Autorin erklärt: „Nur etwa vier Prozent der Jordanier sind Christen. Ihr Bevölkerungsanteil sinkt seit Jahrzehnten; verhältnismäßig viele wandern aus, zugleich sind muslimische Familien tendenziell kinderreicher.“ Zwar gewähre der Staat den Christen Religionsfreiheit und reserviere ihnen neun Sitze im Parlament. „Doch Aufstieg der IS-Terroristen, Attacken gegen Minderheiten in der Region und islamistische Umtriebe in Jordanien selbst machen viele Christen nervös.“

Hoffnung auf bessere Beziehungen zwischen Muslimen und Christen

Es gibt jedoch auch Christen, die sich mit den Islamisten wie den Muslimbrüdern verbünden wollen. Der Grund: Sie wollen sich vor noch radikaleren Gruppen schützen. Diese Haltung vertritt beispielsweise der 66-jährige Audeh Quawas, der prominenteste der vier Christen auf der Liste der Allianz, hauptberuflich Chirurg. „Ich bin überzeugt, dass die Kooperation mit der IAF der beste Weg ist, um die christliche Präsenz in dieser Region zu untermauern“, sagte er gegenüber C&W.

„Die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen könnten sich dadurch erheblich verbessern.“ Er wäre sogar einverstanden, der Scharia größeren Raum zu geben, solange die Christen ihre eigenen religiösen Gerichte unterhalten. Er ist überzeugt: „Ich muss mit Islamisten zusammenarbeiten, um ihnen die islamistischen Themen auszureden.“ Er orientiert sich an dem englischen Sprichwort „If you cannot beat them, join them“ – Wenn du sie nicht besiegen kannst, schließe dich ihnen an. (pro)

von: js

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Sat, 18 Mar 2017 12:28:00 +0100
<![CDATA[Orthodoxe wollen Christus feiern – nicht die Kirchenspaltung]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/17/orthodoxe-wollen-christus-feiern-nicht-die-kirchenspaltung/ Die Spaltung der Kirche könne nicht gefeiert werden. Das hielt die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) in einem Brief an den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) fest. Die Bischöfe wollen anlässlich des Reformationsjubiläums den Fokus auf die Einheit in Christus, dem „Urheber und Vollender unserer Glaubenslehre“, setzen.

Die Bischöfe sind sich der Unterschiede in Theologie und Glaubenslehre der evangelischen Kirche und der orthodoxen Kirche bewusst. In ihrem Schreiben bekräftigen sie jedoch den Wunsch nach „Freundschaft“ und „Einheit im Glauben“ mit der EKD. In den fünf Jahrhunderten seit der Reformation haben deutsche reformatorische Theologen und Ökumenische Patriarchen diesen Wunsch immer wieder zur Sprache gebracht.

Die OBKD ist froh, dass es bei dem Jubiläumsjahr der Reformation nicht „um eine Glorifizierung Martin Luthers oder anderer Gestalten der Reformationszeit“ geht. Vielmehr hat die EKD die Formulierung „Christus-Jahr“ gewählt. Dafür sind die Orthodoxen dankbar.

Die neun orthodoxen Diözesen in Deutschland bilden gemeinsam die OBKD. In einer Sitzung am 9. März stimmten die Bischöfe einstimmig für den Brief, welcher am Donnerstag veröffentlicht wurde. Metropolit Augoustos, Exarch von Zentraleuropa und Vorsitzender der OBKD, unterschrieb den Brief, der mit einem Text aus dem 5. Buch Mose schließt: „So habt nun acht, dass ihr tut, wie euch der HERR, euer Gott, geboten hat, und weicht nicht, weder zur Rechten noch zur Linken, sondern wandelt in allen Wegen, die euch der HERR, euer Gott, geboten hat.“ (pro)

Von: csc

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Fri, 17 Mar 2017 17:03:00 +0100
<![CDATA[Christliche Prominente gegen Trumps Kürzungen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/03/17/christliche-prominente-gegen-trumps-kuerzungen/ Mehr als 100 christliche Leiter und Künstler haben sich gegen US-Präsident Donald Trumps Vorhaben ausgesprochen, die Förderung ausländischer Hilfsprogramme massiv zu kürzen. Unter den Kritikern sind die bekannten christlichen Musiker Michael W. Smith und Amy Grant. Gegen das Vorhaben sprechen sich auch zwei christliche Vertreter aus, die am 20. Januar zu Trumps Amtseinführung gesprochen und gebetet haben: Der Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Michael Dolan, und der Präsident der Latino-Evangelikalen Kirche in den USA, Samuel Rodriguez. Die Gruppe ruft den Kongress dazu auf, gegen die Kürzung vorzugehen.

Das Weiße Haus veröffentlichte am Donnerstag die Budgetpläne zu Trumps Finanzprogramm „America First“. Die Entwürfe benennen neben einer geplanten Erhöhung der Militärausgaben Einsparungen bei vielen Regierungsbehörden. Der Plan sieht eine Kürzung von 28 Prozent des Budgets für das Außenministerium und der US-Behörde für Internationale Entwicklung vor. Diese unterhalten viele Auslandshilfsprogramme.

Trump erklärte zu seinen Plänen laut der Nachrichtenseite Christian Post: „Es ist Zeit, die Sicherheit und das Wohlergehen der Amerikaner zu priorisieren, und den Rest der Welt zu bitten, voranzugehen und seinen fairen Anteil zu zahlen.“

Förderung bringe jeden Tag Hoffnung

Die christlichen Leiter wenden sich in ihrem Brief an den Kongress, der letztendlich über die Finanzpläne verfügen kann: „Als Nachfolger Christi ist es unsere moralische Verantwortung, Sie aufzufordern, das Budget für Internationale Beziehungen zu fördern und zu schützen, und eine unverhältnismäßige Kürzung dieser wichtigen Programme zu verhindern.“ Diese Förderung bringe „armen, hungrigen, schwachen und vertriebenen Männer, Frauen und Kindern jeden Tag Hoffnung auf der ganzen Welt“. Matthäus, Kapitel 25, sage ihnen: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Als gläubige Menschen könnten Christen den Bedürftigen nicht den Rücken zukehren.

„Amerika ist mit fruchtbarem Land gesegnet, reich an natürlichen Ressourcen, einer starken Wirtschaft und treuen Bürgern, die die Religionsfreiheit schätzen“, heißt es in dem Brief weiter. „Aber außerhalb unserer Grenzen erleben viele Länder unvergleichliches Leid und Verlust des Lebens durch extreme Armut, Krankheit, Naturkatastrophen und Konflikte. Heute gibt es 65 Millionen Vertriebene, die meisten seit dem Zweiten Weltkrieg, und 795 Millionen Menschen gehen immer noch jede Nacht hungrig ins Bett.“

Die Unterzeichner kommen sowohl aus evangelischen und evangelikalen als auch aus der katholischen Kirchen. Neben Dolan und Rodriguez haben der Präsident von World Vision, Rich Stearns, der Geschäftsführer von Compassion International, Santiago Mellado, und der Präsident von World Relief Corporation, Scott Arbeiter, den Brief unterschrieben. (pro)

Von: mab

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Fri, 17 Mar 2017 14:23:00 +0100
<![CDATA[Einmal Döner mit Luther, bitte!]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2017/03/17/einmal-doener-mit-luther-bitte/ Es muss der Geist der Reformation sein, der dieser Tage im mittelhessischen Ewersbach weht. Wie sonst ist zu erklären, dass eine Originalschrift des Reformators Martin Luther auf wundersame Weise im Büro des Geschäftsführers der Allianz-Mission gelandet ist? Und zwar ausgerechnet durch die Hände eines muslimischen Dönerverkäufers.

Die Geschichte beginnt, wie so viele, beim Essen. Zusammen mit einem Mitarbeiter kehrt der Geschäftsführer der Missionsgesellschaft, Jochen Schmidt, regelmäßig zu Kebab und Fladenbrot in einem Dönerladen nahe dem gemeinsamen Arbeitsplatz ein. Als er für eine Veranstaltung im eigenen Haus unlängst raue Mengen des beliebten Fastfoods ordert, kommt er mit dem muslimischen Chef ins Gespräch. „Was macht ihr eigentlich so?“, fragte der. Schmidt erinnert sich für pro an seine Antwort: „Nun, wir sind eine Missionsgesellschaft. Christlich.“

Ein 500 Jahre altes Geschenk

Wochen später sehen sich die beiden Männer wieder. „Ihr habt also mit dem Christentum zu tun?", fragt der Ladenbesitzer. „Mit Luther auch?“ Wie habe er im Jahr des Reformationsjubiläums etwas anderes als Ja antworten können, berichtet Schmidt. Daraufhin erzählt der Dönerverkäufer, dessen Namen Schmidt noch nicht einmal kennt, von einem Freund, der ein Pfandleihhaus betreibe. In dessen Besitz befinde sich auch eine Originalseite aus Luthers Gesamtwerk von 1572. Mit der könnten sie als Moslems freilich wenig anfangen. Deshalb würde er gerne dafür sorgen, dass der Pfandleiher sie der Allianz-Mission schenke.

Schmidt kann es bis heute kaum glauben: Einen 500 Jahre alten Originaldruck von Luther – so etwas erwirbt man für viel Geld bei Ebay oder im Antiquariat. Er aber sollte sie nun einfach so bekommen. „Das war wirklich super!“, sagt Schmidt, der das Angebot selbstredend annimmt. Schon wenige Tage später schmückt das historische Dokument mit Echtheitszertifikat seine Bürowand. Dort hängt es bis heute. „Wenn wir das nächste Mal Döner essen, werden wir sicher noch einmal über Luther sprechen“, sagt er und freut sich schon auf die Begegnung. (pro)

Von: al

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Fri, 17 Mar 2017 08:50:00 +0100
<![CDATA[„Wir sind am Rande einer Katastrophe“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/03/16/wir-sind-am-rande-einer-katastrophe/ Millionen von Menschen droht in Ostafrika wegen extremer Dürre der Hungertod. Am Freitag warnte der UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien vor dem Weltsicherheitsrat vor der größten humanitären Katastrophe seit der Gründung der Vereinten Nationen. Betroffen sind Somalia, Äthiopien, Kenia, der Südsudan sowie der Jemen auf der Arabischen Halbinsel.

pro hat mit dem Leiter des Regionalbüros der Diakonie Katastrophenhilfe für das Südliche und Östliche Afrika mit Sitz in Nairobi, Clemens von Heimendahl, gesprochen. Er benennt einen gigantischen Hilfsbedarf vor Ort.

pro: Woran liegt es, dass 20 Millionen Menschen zu verhungern drohen?

Clemens von Heimendahl: Das muss man von mehreren Seiten betrachten. Es gibt die Dürre, die sich gerade am Horn von Afrika ausweitet. Das betrifft Somalia, Äthiopien, Kenia. Der klimatische Wandel führt dazu, dass der Wasserspiegel absinkt, dass das Vieh verhungert und verdurstet, weil einfach nichts mehr wächst. Im Südsudan haben hauptsächlich die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den großen Parteien dazu geführt, dass Kleinbauern aufgrund des Konflikts nicht anbauen konnten. Ihre Felder sind von Söldnern zerstört worden oder sie haben kein Geld für Saatgut. Wir sind eigentlich schon fast überfordert, auf all diese Nothilfeherde gleichzeitig zu reagieren und eingreifen zu können. Im Jemen auf der Arabischen Halbinsel ist die Situation wiederum anders. Dieser ist von Bürgerkrieg betroffen.

Wie engagiert sich Ihre Organisation vor Ort?

Wir als Diakonie Katastrophenhilfe sind derzeit am Horn von Afrika und im Südsudan aktiv. Dort machen wir Schulspeisungen für Kinder, damit sie zumindest einmal am Tag vollwertige Nahrung bekommen. Am Horn von Afrika beschäftigen wir uns vor allem damit, der Bevölkerung Zugang zu Wasser zu geben und zu schauen, dass die Menschen nicht verdursten. Insgesamt schaut alles nicht gut aus. Wir sind am Rande einer Katastrophe. Normalerweise gibt es dort jetzt eine kurze Regenzeit. Wenn diese Regenfälle ausbleiben, dann haben wir wirklich eine Katastrophe. Dann werden wir auch viele Leute haben, die daran sterben werden.

Wie konnte es soweit kommen, dass wir am Rande einer Katastrophe sind, wie Sie sagen?

Der Klimawandel, der die Erde erfasst hat, hat seine Auswirkungen. Die sind am stärksten da, wo man die Ärmsten der Armen findet. Die Regen in den vergangenen Jahren sind schon recht schwach gewesen, im vergangenen September und Oktober sind die Regen schließlich komplett ausgeblieben. Dadurch ist der Wasserspiegel abgesunken. Es ist extrem schwierig, Wasser an die Bevölkerung zu bringen. Die Menschen mit ihren Viehherden versuchen in andere Regionen vorzudringen, in denen die Situation noch etwas besser ist. Das fördert wieder Konflikte.

Was braucht es da, um vor Ort helfen zu können – nur Geld?

Die meisten Probleme kann man wirklich mit Geld lösen. Und zwar mit Geld, was rechtzeitig und relativ zweckungebunden zur Verfügung gestellt wird. So, dass man auf der einen Seite Löcher stopfen kann, aber auf der anderen Seite langfristige Strategien entwickeln kann, um den Menschen zu helfen. Es gibt verschiedene Arten von einkommensschaffenden Maßnahmen, die der Bevölkerung helfen können. Aber wir sind im Augenblick darauf fokussiert, ein Massensterben zu verhindern. Der Bedarf ist so gigantisch, dass es einfach intensive Solidarität braucht von Menschen, die dafür mit einstehen und dafür etwas geben wollen.

„Wir orientieren uns am Gebot der Nächstenliebe. Wir wissen, wie wir darauf reagieren, wenn wir jemanden sehen, der notleidend ist.“

Ein Beispiel: Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck spenden zusammen der Diakonie Katastrophenhilfe 60.000 Euro. Ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Was können Sie damit ausrichten?

Mit 60.000 Euro können Sie fünf bis sechs Ortschaften mit 4.000 bis 5.000 Menschen über zwei Monate lang mit Wasser versorgen. Ich meine Ortschaften, die nicht an Brunnensysteme angeschlossen sind, sondern außerhalb davon sind. Hierfür benötigen wir LKW, die das Wasser heranschaffen, damit auch das Kleinvieh etwas zu trinken hat. Zusätzlich ist gegebenenfalls ein bisschen Nahrungsmittelhilfe möglich.

Die Masse macht es am Ende aus. Was Sie ansprechen, ist eine Aktion zweier Landeskirchen. Wenn mehrere Landeskirchen etwas geben, können wir mehr tun. Mit mehr können wir auch vermehrt helfen. Aber jede einzelne Spende zählt und hilft, Menschenleben zu retten.

Wer kann noch helfen?

Die Vereinten Nationen sind gefordert, die Kirchen, die Nichtregierungsorganisationen, es sind aber auch die einzelnen Staaten gefordert, die internationale Gemeinschaft genauso wie die Länder, in denen die Menschen leben. Es wird nur in der Kombination zusammen funktionieren. Wir haben verschiedene Koordinationsgremien, in denen wir uns abstimmen, wer macht was, damit wir eine Verdoppelung verhindern. Es ist wirklich ein massives Problem, vor dem wir gerade stehen. Wir können nur an jeden appellieren, etwas zu geben, um zu helfen, die Katastrophe abzuwenden.

Wäre die Katastrophe abwendbar gewesen, wenn man früher eingegriffen hätte?

Bestimmt nicht komplett, aber man hätte es abfedern können, indem man die Haushalte besser darauf vorbereitet hätte.

Warum sind Christen zur Hilfe aufgerufen?

Wir orientieren uns am Gebot der Nächstenliebe. Wir wissen, wie wir darauf reagieren, wenn wir jemanden sehen, der notleidend ist. Zumindest für mich ist das relativ klar. Ich glaube, dass es für jeden, der einen christlichen Hintergrund hat, auch klar ist. Wir tragen alle Schuld am Klimawandel, fahren in Deutschland massenhaft Autos, was die Menschen in den betroffenen Ländern nicht in dem Ausmaß tun. Das hat alles dazu beigetragen. Hier gilt Nächstenliebe und Solidarität, Solidarität zu dem, der schwächer ist.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martina Blatt.

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Thu, 16 Mar 2017 16:54:00 +0100
<![CDATA[„Friedenskundgebung mit islamistischen Akteuren“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/03/16/friedenskundgebung-mit-islamistischen-akteuren/ Unter dem Motto „Religionen für ein weltoffenes Berlin“ möchte ein Bündnis aus Christen, Muslimen, Juden und weiteren Religionsgemeinschaften am Donnerstag in der Hauptstadt ein Zeichen für Frieden und Toleranz setzen. Die Friedensdemonstration soll auf dem Charlottenburger Breitscheidplatz stattfinden – dort, wo sich am 19. Dezember ein Terroranschlag ereignete. Der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller, hat geplant, als Ehrengast an der Demonstration teilzunehmen und ein Grußwort zu sprechen.

Über die inhaltliche Ausrichtung und den Teilnehmerkreis ist das Berliner Büro des American Jewish Committee (AJC) jedoch „äußerst besorgt“. In einer Mitteilung erklärt die AJC-Direktorin Deidre Berger: „Es ist empörend, wenn sich an einer Friedenskundgebung islamistische Akteure beteiligen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden und in einem Fall sogar Nähe zur palästinensischen Terrororganisation Hamas aufweisen.“

Anschlag werde instrumentalisiert

Für Berger sei es „unverständlich, dass im Aufruf der Wert der Verfassung hervorgehoben wird, die Kundgebung aber gleichzeitig von Islamisten unterstützt wird, die zum Teil verfassungsfeindliche Ziele verfolgen". So werde der „Anschlag auf unsere Demokratie“, der zwölf Menschen das Leben gekostet und zahlreiche mehr zum Teil schwer verletzt hat, „instrumentalisiert und die mörderische Ideologie der Täter trivialisiert“. Die AJC-Direktorin hebt mehrere Unterstützer der Kundgebung hervor, die sie dem islamistischen Spektrum zuzurechnet.

Wie die Berliner Zeitung berichtet, hatte die Idee zur Kundgebung die Neuköllner Begegnungsstätte. Das ist eine der vom Verfassungsschutz beobachteten Organisationen. Diese sei auf die Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirchen zugekommen. Nach interner Diskussion habe die Gemeinde beschlossen, darauf einzugehen, sagte Pfarrer Martin Germer laut der Zeitung. Germer erläuterte laut der Berliner Zeitung: „Es ist ja umgekehrt auch so, dass konservative Muslime das, was wir als moderne evangelische Kirche vertreten, befremdlich finden. Wichtig ist, dass wir ein gemeinsames Thema haben.“ In der Ankündigung der Veranstaltung sagte der Pfarrer: „So vielfältig unsere Religionen auch sind, so sehr eint uns der gemeinsame Wunsch nach Frieden und einem toleranten Miteinander in unserer Stadt.“

Das AJC kritisiert zudem, dass in dem Flyer zur Veranstaltung der Anschlag am Breitscheidplatz nicht benannt wird. Neben christlichen Kirchen und Vertreter des Judentums unterstützen sunnitische und schiitische Glaubensgemeinschaften gemeinsam den Aufruf zur Kundgebung, ebenso wie Vertreter des Hinduismus, Buddhismus und der Sikh. (pro)

Von: mab

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Thu, 16 Mar 2017 15:41:00 +0100
<![CDATA[Pakistan will soziale Medien sperren]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/03/16/pakistan-will-soziale-medien-sperren/ Die pakistanischen Behörden weiten ihre Aktivitäten gegen soziale Medien und Internetseiten mit angeblich gotteslästerlichen Inhalten aus. Ministerpräsident Nawaz Sharif wies am Dienstag das Innenministerium an, sofort alle Seiten und Foren mit solchen Inhalten zu sperren. „Alle Agenturen sollen aktiv versuchen, die Schuldigen zu finden und sicherzustellen, dass sie dem Gesetz gemäß bestraft würden.“ In Pakistan kann Blasphemie mit dem Tod bestraft werden.

Die strengen Blasphemiegesetze des Landes werden oft missbraucht von Menschen, die im teils tiefreligiösen Land Rivalen ausschalten wollen. Offenbar um einer Hexenjagd vorzubeugen, sagte Sharif, dass auch jene, die das Gesetz missbrauchten, bestraft werden müssten. Das Außenministerium solle „mit internationalen Institutionen und sozialen Medien in Kontakt treten, um das Problem zu lösen“.

Entführter Blogger wurde gefoltert

Schon vergangene Woche hatte ein Richter in der Hauptstadt Islamabad gedroht, Facebook zu sperren, sollten die beleidigenden Einträge nicht entfernt werden. Seit Januar sind mehrere religionskritische, aber auch andere liberale Seiten gesperrt worden.

Im Januar waren fünf Blogger entführt worden, die regierungs- und militärkritische Seiten betrieben hatten.Ihnen wurde auch Blasphemie vorgeworfen. Menschenrechtsaktivisten vermuteten, der Staat stecke dahinter. Vier der Blogger sind wieder aufgetaucht. Die meisten schwiegen. Einer sagte dem britischen Sender BBC, er sei gefoltert worden.

Der Internetvideo-Kanal YouTube war in Pakistan bis Anfang 2016 drei Jahre lang gesperrt, weil dort ein islamfeindlicher Film hochgeladen worden war. Auch Facebook war 2010 schon einmal für zwei Wochen wegen angeblich blasphemischer Inhalte abgeschaltet worden. (pro)

Von: dpa/jst

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Thu, 16 Mar 2017 14:52:00 +0100
<![CDATA[Augenzeugen berichten über Ostern]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/03/16/augenzeugen-berichten-ueber-ostern/ Eine Rezension von Christina Schießl]]> Viele Menschen waren bei den letzten Stunden vor Jesu Kreuzigung, Tod und Auferstehung vor knapp 2.000 Jahren mit dabei. Das neu erschienene Buch „Hoffnungsmorgen“, herausgegeben von Fabian Vogt, gibt 16 dieser Augenzeugen eine Stimme. In chronologischer Reihenfolge beleuchten die fiktionalen Berichte das Ostergeschehen. Sei es als innerer Monolog, Tagebucheintrag, Brief oder Dialog – mit verschiedenen Formen versuchen die Autoren ein volleres Bild zu zeichnen. Jeder einzelne Charakter kommt mit individuellem Sprachstil und Form zu Wort.

Die Namen der Charaktere sind ihrer ursprünglichen Sprache angepasst. So wird „Jesus“ zu „Jeshua“ und Jerusalem zu „Jeruschalajim“. Diese etwas ungewohnten, hebräischen Namen prägen die Atmosphäre des Buches und heben den nahöstlichen Schauplatz der Berichte hervor.

Lebendig und authentisch

Jeshua selbst ist Protagonist im ersten Kapitel des Buches. Die Kreuzigung des Sohnes Gottes steht bald bevor, als die Jünger beim letzten Abendmahl „hocken“ und miteinander „palavern“. In diesem Kontext erscheinen Ausdrücke wie „halt doch mal für einen Moment die Klappe, Mann“ oder „Alter, jetzt wird’s feierlich“ auf den ersten Blick ziemlich salopp. Doch macht in den Berichten gerade auch die Sprache die Ostergeschichte menschlich authentisch und lebendig.

Die Augenzeugen machen das Ostergeschehen zu einem Teil ihrer Lebensgeschichte und nehmen den Leser mit hinein. Besonders aus der Perspektive des Simon von Kyrene, dessen Kapitel fast vollständig einem Monolog gleicht, fühlt sich der Leser noch direkter angesprochen: „Ihr glaubt mir nicht? Meint ihr, das Erlebte hätte mir die Sinne verwirrt?“

Ein Mörder, der an der Seite Jeshuas ebenfalls an einem Kreuz auf Golgatha hing, beschreibt Rückblenden aus seiner Vergangenheit. Die Berichte zeigen: Personen und Ereignisse sind komplex. Kurze Sätze, Adjektive und Adverbien spiegeln die emotionale Ebene der Personen wider. „Hör mir zu, Mutter, lies langsam und – bitte! – glaub mir.“, schreibt Procula, Pilatus' Frau, in einem Brief. Wie viele der Beteiligten, betont auch sie, dass alles wahr sei – keine „Hirngespinste“ – und verweist auf weitere Augenzeugen, auch über das Buch hinaus.

Fragen muss man sich stellen

In einem Mosaik aus Erfahrungen geben die Charaktere Einblick in ihre Gedanken, Emotionen und persönliche Lebensgeschichte. Sie drücken ihren Zweifel, Unsicherheiten und Aufregung aus. Der Leser kann so auf die Motive ihres Handelns schließen. So betonen die Autoren des Buches die vielfältigen menschlichen Perspektiven auf die Ostergeschichte. Manche Protagonisten eines Kapitels treten an anderer Stelle des Buches wieder auf. Zum Teil mit ähnlicher Sicht der Dinge, zum Teil ändern sich im Zeitverlauf Sicht und Einstellung gegenüber Jesus und den Geschehnissen.

„Und während mir der Wind in die Augen fuhr, sah ich vor meinem inneren Auge diesen Blick voller Liebe, der sich mir tief eingebrannt hatte, und ich dachte: Ja, es stimmt, dieser Mann war wirklich Gottes Sohn.“ Hauptmann bei der Kreuzigung Jeshuas, aus: „Hoffnungsmorgen“

Vor der Kreuzigung beschuldigt etwa der Hohepriester Kajafas Jeshua als „Gotteslästerer“. In einem späteren Kapitel, schlägt er einem Gefangenen einen Deal vor: „Sag einfach, sie haben die Leiche gestohlen, und du bist ein freier Mann.“ Als sein Gegenüber nachhakt „Du glaubst selbst daran, dass Jeshua von den Toten auferstanden ist“, antwortet der Priester mit Schweigen und geht. Ist Jeshua wirklich der von Gott verheißene Messias und Gottes Sohn? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wurde der Leichnam Jeshuas gestohlen oder ist er wirklich auferstanden? Zentrale Fragen der Ostergeschichte, die im Buch immer wieder auftauchen und denen sich der Leser selbst stellen muss.

Viele Geschichten – ein Ganzes

Mit der Person Jeshua steht im ersten Kapitel die göttliche Perspektive der menschlichen direkt gegenüber. Durch geschickte Erzähltechnik erhält der Leser Jeshuas allwissende Sicht. Der Sohn Gottes ist sich der bevorstehenden Ereignisse sehr wohl bewusst, im Gegensatz zu seinen Freunden. Er weiß, welche Schmerzen ihm bevorstehen und dass Judas „in aller Heimlichkeit den großen Showdown organisiert hat“. Er kennt die Probleme und Motivationen seiner Jünger – sei es irreführende Leidenschaft oder ungeduldiges Eifern. Das Buch legt dem Leser nahe: Gott sieht die Verflechtungen von Einzelschicksalen, die im Ganzen Geschichte schreiben. Er kennt Motivation und Lebensgeschichte jedes Einzelnen.

Die Passions- und Ostergeschichte sind Teil der gesamten Bibelgeschichte. Das wird auch in dem Buch deutlich: Die Autoren zitieren unter anderen den Propheten Jesaja aus dem Alten Testament und beziehen sich auf Paulus aus dem Neuen Testament. Grundlage des Buches, Personen und Eckdaten basieren auf Bibelaufzeichnungen, um die herum die Autoren die persönclihen Berichte der AUgenzeuge ausschmücken. Der Leser sieht, dass die Evangelien viel des Geschehens festgehalten haben, jedoch nicht alles im Detail. Was hat die Bibel wirklich gesagt? Was wurde hinzugefügt? Fragen, die der Leser im Hinterkopf behalten sollte.

Wie die Augenzeugen, so haben auch die Autoren des Buches verschiedenste Hintergründe, kontrastreich in Beruf und Lebensgeschichte. Schriftstellerin Christina Brudereck, Theologe Albert Gralle, Reporterin Iris Völlnagel und Musiker Christoph Zehendner und andere – alle 16 Autoren sind Mitglieder der Christlichen Künstlergemeinschaft „das Rad“. Bei einer Tagung kam die Idee auf, die Ostergeschichte aus dem Blickwinkel verschiedener Beteiligter neu aufzusetzen.

Ostermorgen, Hoffnungsmorgen

Das Buch hält, was es verspricht: Mit neuen und überraschenden Perspektiven wird der Leser in das „größte Wunder der Weltgeschichte“ hineingenommen. Die Ostergeschichte wird persönlich, anschaulich und bewegend. Distanz tritt in den Hintergrund und der Leser wird Teil des Geschehens. Für Kajafas war Jeshua „ein einziger Alptraum“. Wer in ihm jedoch den „Messias“ und „Sohn Gottes“ sah, der hatte Hoffnung.

„Sein Sterben und Auferstehen haben ja unser aller Sterben erlöst,“ schreibt Pilatus' Frau in ihrem Brief. Seine Gleichnisse und Reden wurden zur „Hoffnungsgeschichten“ für die Augenzeugen, die sich entschieden „umzukehren“. Die Berichte zeigen, dass der einzelne Mensch eine zentrale Rolle in der Bibel einnimmt: Gott wünscht sich eine persönliche Beziehung. Mit dem leeren Grab wird selbst 2.000 Jahre später der Ostermorgen zum Hoffnungsmorgen. (pro)

Von: csc

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Thu, 16 Mar 2017 12:17:00 +0100
<![CDATA[Christlicher Sender verdoppelt Zuschauerzahl]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/03/16/christlicher-sender-verdoppelt-zuschauerzahl/ Der christliche Fernsehsender SAT-7 hat die Zahl seiner wöchentlichen Zuschauer seit 2011 von etwa 11 Millionen auf inzwischen 21 Millionen erhöht. Diese Erhebung präsentierte der Nordeuropa-Direktor des Senders, Kurt Johansen. Die Zahl enthalte nicht die zwei 24-Stunden-Fernsehkanäle von SAT-7 in Türkisch und Persisch, die ebenfalls für ein großes Publikum zugänglich sind.

Die Zahlen sind das Ergebnis einer Befragung von 57.000 Haushalten im Nahen Osten einschließlich Saudi-Arabiens und Nordafrika. SAT-7 sei ein Fernsehsender von Christen aus dem Nahen Osten und Nordafrika für die Christen in diesen Ländern. Dessen Ziel sei es, der christlichen Minderheit eine Stimme zu geben und in der arabischen Welt ausgewogen über Jesus, die Bibel und ihren Glauben zu informieren, erklärte Johansen.

Wachstum in Zeiten der Krise

Der Sender solle Christen aus ihrem Minderheitenstatus heraushelfen, damit sie die Gesellschaft ihrer Länder verändern können. Dass die Zuschauerzahl in einer Zeit von Krieg und Verfolgung wachse, sei hocherfreulich, betont Johansen. SAT-7 verbreite bewusst eine versöhnliche Botschaft – auch in der islamischen Welt.

Wenn sie gehört werde, könne sie Leben verändern, sagte Johansen bei der Deutschen Missions-Gemeinschaft (DMG) in Sinsheim. Vor allem in Ägypten habe die Gewalt gegen Christen zugenommen. In den Live-Sendungen kämen christliche Opfer dieser Gewalt zu Wort. Sie verbreiteten trotzdem die Botschaft der Vergebung und seien eine Stimme der Hoffnung für Millionen Menschen.

Christen bekennen Glauben vor Kamera

„Der Sender kann in seinen Studios in Kairo, Limassol, Istanbul, Beirut und London frei arbeiten“, erklärte Theo Volland, Öffentlichkeitsreferent der DMG, gegenüber pro. Die Beiträge produzierten die Christen aus dem Nahen Osten für ihre Glaubensgeschwister, so dass es sich um kein westliches Fernsehen handelt.

In Ägypten hat der Staat den Sender vor zwei Jahren einmal kurzzeitig geschlossen und die Ausrüstung konfisziert, weil den Behörden ein wichtiges Papier nicht vorlag. „Aber das hat sich innerhalb weniger Monate geklärt“, betonte Volland. Für die Zuschauer sei das Schauen der Sender kein Problem. SAT-7 habe einen guten Ruf. Problematischer werde es für Christen aus manchen Ländern, wenn sie sich vor laufender Kamera zu ihrem Christsein bekennen: „Aber dieses Risiko gehen viele der Menschen, die sich von SAT-7 interviewen lassen, ganz bewusst ein.“

Kreativer Unterricht für Kinder

Im Sommer 2017 will SAT-7 sein Schulfernsehen zu einem 24-Stunden-Fernsehkanal ausbauen. Der neue Kanal soll rund um die Uhr kreativen Unterricht für Kinder von der Vorschule bis zur fünften Klasse ausstrahlen. Neben den klassischen Fächern Arabisch, Englisch, Mathe und Biologie geht es auch um ethische Fragen und kindgerechte Lebenshilfe, die den Kindern bei der Verarbeitung ihrer Kriegserlebnisse helfen soll. Wenn der neue Kanal im Sommer auf Sendung geht, wird es dafür einen eigenen Youtube-Kanal geben. Die Unterrichtseinheiten gestalten sie mit Lehrern im Team, welche die Schulstunden vor laufender Kamera mit Schülern abhalten.

Nachts seien Programme für Eltern und Lehrer geplant, um im Zweifel auch Unterricht alleine in den Flüchtlingscamps durchzuführen oder zu Hause zu unterrichten. In Syriens Nachbarländern befänden sich drei bis vier Millionen Kinder auf der Flucht. In Syrien seien 4.400 Schulen zerstört oder hätten den Unterricht eingestellt, weil Lehrer geflohen sind. Den gebildeten syrischen Eltern tue es „extrem weh“, dass ihre Kinder durch Krieg und Vertreibung keine Chance auf Schulbildung erhalten, erklärte Johansen. Diese Lücke wolle SAT-7 schließen. Bildung schütze Kinder vor möglicher Radikalisierung und trage aktiv zum Frieden bei.

Christen benötigen „gesunde biblische Lehre“

Ausbauen will SAT-7 auch seine jungen Sendekanäle in Türkisch und Farsi (Persisch). Johansen dankte der türkischen Regierung, dass sie der christlichen Minderheit den Sendebetrieb erlaube. SAT-7 Türk ist seit zwei Jahren in Betrieb und berichtet über die 2.000-jährige christliche Geschichte der Türkei, die Bedeutung der Bibel und Nachrichten aus den kleinen christlichen Gemeinden im Land. Es gehe darum, Vorurteile abzubauen, und türkische Christen vorzustellen, die offen von ihrem Glauben und Leben erzählen.

Die meisten Programme für den persischen Kanal entstehen in London. Im Iran und dem persischsprachigen Teil Afghanistans gebe es viele neue Christen, die dringend auf „gesunde biblische Lehre“ angewiesen seien, erläuterte Johansen. Deshalb liege in Farsi der Schwerpunkt auf einem Glaubensgrundkurs, den SAT-7 per Satellit ausstrahle. Es sei das erste Mal in der jüngeren Geschichte des Iran, dass das Evangelium in Millionen von Haushalte gesendet werde. (pro)

Von: jw

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Thu, 16 Mar 2017 10:11:00 +0100
<![CDATA[Siegfried Winkler ist neuer Zweiter Allianz-Vorsitzender]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/15/siegfried-winkler-ist-neuer-zweiter-allianz-vorsitzender/ Neuer Zweiter Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) ist der Pastor der Evangelischen Gemeinschaft München, Siegfried Winkler. Mit großer Mehrheit wählte der DEA-Hauptvorstand den 52-Jährigen am Dienstag in Schwäbisch Gmünd zum Nachfolger und Stellvertreter von Ekkehart Vetter. Vetter selbst, im Hauptamt Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlich-evangelischer Gemeinden, hat seit Januar den Vorsitz der DEA inne. Damit stehen ein pfingtskirchlich-charismatischer Theologe sowie einer mit pietistischem Hintergrund an der Spitze des Netzwerkes.

Sein Amt als Vorsitzender der Evangelischen Allianz in München wird Winkler abgeben. Gegenüber pro erklärte er seine Erwartungen an sein neues Amt: „Ich möchte in meiner Aufgabe dazu beitragen, dass Christen sich miteinander verbinden, um gemeinsam Jesus durch Wort und Tat in dieser Welt sichtbar zu machen.“

Winkler absolvierte seine theologische Ausbildung an der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Der gelernte Bäcker arbeitet seit 1986 als hauptamtlicher Mitarbeiter in der Evangelischen Gemeinschaft München.

Am Dienstag ist zudem der neue Allianz-Vorsitzende Ekkehart Vetter eingesegnet worden. Mitte Dezember hatte ihn der Hauptvorstand des Netzwerks zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz gewählt. Zum 1. Januar 2017 trat er die Nachfolge von Michael Diener an. (pro)

Von: mab

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Wed, 15 Mar 2017 14:55:00 +0100
<![CDATA[Ministerium legt Ditib-Förderung auf Eis]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/03/15/ministerium-legt-ditib-foerderung-auf-eis/ Die Bundesregierung hat die staatliche Förderung für den islamischen Dachverband Ditib im Zusammenhang mit drei Projekten seit Januar auf Eis gelegt. Das berichtet das Hamburger Abendblatt am Mittwoch. Insgesamt hätten für die Projekte in diesem Jahr rund eine Million Euro aus dem Bundeshaushalt kommen sollen, bestätigte das Familienministerium in Berlin. Ditib wird unter anderem vorgeworfen, in Spitzel- und Spionageaktivitäten gegen türkische Regierungskritiker verwickelt zu sein.

Ein Sprecher des Ministeriums begründete den Schritt gegenüber der Zeitung: „Wir brauchen Klarheit darüber, ob Ditib auf dem Boden unserer freiheitlichen Grundordnung steht.“ Die Vorwürfe gegen die Religionsgemeinschaft seien schwerwiegend. Das Ergebnis der Ermittlungen werde zeigen, ob es sich dabei um Einzelfälle oder „eine strukturelle Verquickung von religiöser Arbeit und strafbarer geheimdienstlicher Agententätigkeit handelt“.

Bei zwei der drei betroffenen Projekte handelt es sich um Vorhaben im Rahmen des Programms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. Zudem wurde die finanzielle Förderung für die Mitwirkung von Ditib im Flüchtlingshilfeprogramm „Menschen stärken Menschen“ gekappt. (pro/dpa)

Von: mab/dpa

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Wed, 15 Mar 2017 13:51:00 +0100
<![CDATA[Das sind die Strategien gegen Fake News]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/03/15/das-sind-die-strategien-gegen-fake-news/ Wie schnell sich ein falsches Zitat in Sozialen Netzwerken verbreiten kann, zeigte zuletzt der Fall Renate Künast. Im Dezember verbreitete sich ein Foto der Grünen-Politikerin mit dem Zitat „Der traumatisierte junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen“ und der Quelle Süddeutsche Zeitung in Windeseile im Netz. Es ging damals um den Mord an einer Studentin und einem festgenommenen Verdächtigen. Drei Tage lang war der gefälschte Beitrag online. Die Poitikerin kritisierte Facebook scharf für die schleppende Verfolgung des gemeldeten erfundeten Zitats und wehrte sich zudem gerichtlich gegen den Urheber des Posts. Es sind Falschmeldungen wie diese, die 2017 sogar den Ausgang der Bundestagswahl beeinflussen könnten. Deshalb rüsten sich Politik, Soziale Netzwerke und Medienunternehmen nun für die kommenden Monate.

Bundesjustizminister Heiko Maas

Am Donnerstag hat das SPD-geführte Justizministerium in Berlin das sogenannte Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in Sozialen Netzwerken vorgestellt. Es handelt sich dabei um einen Entwurf, der noch nicht mit dem Bundeskabinett abgestimmt ist und der dafür sorgen soll, dass sich Falschmeldungen in Sozialen Netzwerken nicht mehr verbreiten. Netzwerke mit mehr als zwei Millionen Nutzern sollen dazu verpflichtet werden, rechtwidrige Inhalte innerhalb von 24 Stunden nach der ersten Beschwerde darüber zu sperren. Wenn die Posts nicht direkt als rechtswidrig erkennbar sind, haben die Betreiber der Plattformen sieben Tage Zeit dazu. Gelöschte Inhalte müssen zu Beweiszwecken aufbewahrt werden. Außerdem sollen Facebook, Twitter und Co. einen vierteljährlichen Bericht über den Umgang mit Beschwerden veröffentlichen. Verantwortliche Personen in den Unternehmen sollen bei Nichtbeachtung zu Strafzahlungen bis zu fünf Millionen Euro verurteilt werden können, die Firmen selber zu maximal 50 Millionen Euro.

Facebook

Bereits vor Wochen machte das weltgrößte Soziale Netzwerk Facebook Schlagzeilen damit, in großem Stil gegen Falschmeldungen vorgehen zu wollen. Dazu erklärte Geschäftsführer Mark Zuckerberg, in Deutschland mit einem Recherchebüro kooperieren zu wollen und suchte nach weiteren Medienpartnern. Fake News sollten dem Plan entsprechend nach der Meldung durch Nutzer mittels einer Software direkt an unabhängige Faktenprüfer in Redaktionen weitergeleitet werden. Diese sollten die Nachrichten dann als Fake entlarven. Nach Informtionen des Spiegel fiel es Facebook bisher schwer, Redaktionen für die Kooperation zu finden. Zuckerberg erklärte Medienberichten zufolge allerdings jüngst vor Studenten: „Keiner in unserer Gemeinschaft will falsche Informationen. Wir sind selbst Opfer davon und wollen es nicht auf unserer Seite.“

Presseagenturen, Zeit Online und internationale Medien

Nachrichtenagenturen wie dpa, Reuters, AFP und auch Zeit Online oder das ZDF sind in der First Draft Coalition organisiert. Sie wollen in einem virtuellen Newsroom im Netz auftauchende Geschichten prüfen. Die Rechercheergebnisse sollen öffentlich gemacht werden. Internationale Partner sind die TV-Sender BBC, NBC und ABC News, sowie die Zeitungen Guardian, der Trinity Mirror und die Washington Post. Auch der arabische Nachrichtensender Aljazeera, die Menschenrechtsorganistation Amnesty International, der Mirkrobloggingdienst Twitter, der Suchmaschinenbetreiber Google und das soziale Netzwerk Facebook beteiligen sich.

CDU

Verschiedene Unionspolitiker haben sich für eine Verschärfung des Strafrechts ausgesprochen. Der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling erklärte bereits im Dezember gegenüber der Rheinischen Post, er halte eine Strafverschärfung für sinnvoll, wenn Postings gezielten Kampagnencharakter hätten, etwa im Wahlkampf. Sein Kollege Patrick Sensburg will gar eine Prüfstelle einrichten, deren Aufgabe es ist, gezielt Propaganda-Seiten zu kennzeichnen und aufzudecken.

Öffentlich-Rechtliche Sender

Zur Bundestagswahl will das ZDF ein eigenes Faktencheck-Projekt unter dem Titel #ZDFcheck17 ins Leben rufen. Dazu soll ein hauseigenes Rechercheteam den Wahrheitsgehalt von Meldungen in Sozialen Netzwerken prüfen. Die crossmediale Recherche-Einheit, bestehend aus Redakteuren verschiedener Fachbereiche und mit unterschiedlichen Expertisen, soll den Informationssendungen und den Online- und Social-Media-Angeboten des ZDF zuarbeiten. Ähnliches plant der Bayerische Rundfunk unter dem Namen „BR-Verifikation". Laut dem Branchendienst Meedia soll das eine Art Anti-Fake-News-Einheit sein, die sich gezielt mit der systematischen Verbreitung gefälschter Nachrichten beschäftigt. Eine Trainingsphase dauert bis Ende März, dann will der Sender entscheiden, wie es mit dem Projekt weitergeht. Auch bei der ARD gibt es erste Überlegungen zu ähnlichen Strategien gegen Fake News.

Bündnis 90'/Die Grünen

Der Bundesvorstand der Grünen hat im Februar eine Selbstverpflichtung für einen fairen Bundestagswahlkampf veröffentlicht. Darin erklärt die Partei, keine Social Bots zu verwenden, Meinungsroboter also, die in Sozialen Netzwerken vortäuschen, Meinungen würden geteilt und so die Reichweite von Beiträgen erhöhen. Lügen und falsche Meldungen oder Zitate wollen die Politiker nicht verbreiten und „entschlossen dagegen vorgehen, dass sie Teil der Wahlkampfauseinandersetzung werden“. (pro)

Von: al

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Wed, 15 Mar 2017 13:07:00 +0100
<![CDATA[„Glaubensprüfung ist nicht Sache des Staates"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/glaubenspruefung-ist-nicht-sache-des-staates/ pro: Frau Käßmann, Sie haben jüngst bei einer Veranstaltung im Bundestag kritisiert, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Ernsthaftigkeit der Taufe von Geflüchteten anzweifelt. Was macht Sie so sicher, dass die Taufe tatsächlich ein Glaubensbekenntnis ist und kein Mittel zum Zweck, um Asyl zu erhalten?

Margot Käßmann: Mein Beruf ist Pfarrerin. Fast elf Jahre lang war ich Landesbischöfin einer Landeskirche mit rund 2.000 Pastorinnen und Pastoren. Niemand von uns tauft einfach mal so oder um einem Täufling einen Aufenthaltstatus zu sichern. Es ist für jeden Pfarrer und jede Pfarrerin eine sehr ernste Angelegenheit, ein Taufbegehren bei einem Erwachsenen zu prüfen, mindestens ein Taufgespräch zu führen, gegebenenfalls Taufunterricht zu erteilen und schließlich zu taufen.

Ist es Ihrer Meinung nach überhaupt Sache des Staates, die Ernsthaftigkeit eines religiösen Bekenntnisses zu prüfen?

Nein, ist es nicht. Der Staat hat zu prüfen, ob ein Asylbegehren zu einem Aufenthaltsrecht führt. Die Taufe ist dabei gewiss ein sehr relevanter Faktor. Über die Ernsthaftigkeit eines Taufbegehrens aber entscheidet die Kirche, nicht der Staat.

Das BAMF prüft den Glauben von Geflüchteten, die wegen religiöser Verfolgung Asyl beantragen, indem es ihnen in Anhörungen Fragen stellt wie „Kennen Sie die Namen der Söhne aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn?“ oder „Wie starb Martin Luther?“. Ist das in Ihren Augen rechtmäßig?

Ich respektiere die Arbeit des BAMF und kann verstehen, dass es Fluchtgründe prüft. Eine Glaubensprüfung ist meines Erachtens aber nicht Sache einer staatlichen Behörde.

Muss Deutschland mehr für christliche Flüchtlinge tun?

Ja, das denke ich. Ich halte es für richtig, dass unsere Kirchengemeinden ohne Ansehen der Person und damit ohne Ansehen der Religion Hilfesuchenden beistehen. Gerade die Geschwister im eigenen Glauben aber zu unterstützen, die bei einer Rückführung in den Iran oder nach Afghanistan schwerer Verfolgung ausgesetzt wären, ist ganz gewiss von uns zu erwarten.

Frau Käßmann, vielen Dank für das Gespräch! (pro)

Die Fragen stellte Anna Lutz

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Tue, 14 Mar 2017 16:51:00 +0100
<![CDATA[Ekkehart Vetter als neuer Allianz-Vorsitzender eingesegnet]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/ekkehart-vetter-als-neuer-allianz-vorsitzender-eingesegnet/ Ekkehart Vetter, Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlich-evangelischer Gemeinden, ist seit 1. Januar 2017 Erster Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). Beim offiziellen Einführungsgottesdienst am Dienstag im Christlichen Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd wurde zugleich Michael Diener aus seinem Amt verabschiedet. Diener gab die Aufgabe nach fünf Jahren ab. Am 12. Dezember 2016 hatte der Hauptvorstand Dieners bisherigen Stellvertreter Vetter zu dessen Nachfolger gewählt.

Diener „Vorsitzender mit Ecken und Kanten“

Jürgen Werth, der von 2007 bis 2011 Vorsitzender der DEA war, sagte bei der Feier an Diener gerichtet: „Du warst ein Vorsitzender mit Ecken und Kanten und mit Überzeugungen. Nicht so sehr Moderator wie dein Vorgänger. Kein glatter Diplomat, kein geschickter Taktierer.“ Diener sei ein „Leader“ gewesen, „der ein klares Bild hatte und hat von der Evangelischen Allianz“ und „ein kluger Theologe, mit einem weiten Denk- und Glaubenshorizont“. Einigkeit sollte man nicht mit Gleichförmigkeit verwechseln, sagte Werth. Und streiten sollte man miteinander, nicht gegeneinander.

Michael Diener stellte in seiner Rede die Einsegnung seines Nachfolgers unter das Bibelwort Epheser 2,14. „Christus ist dein Friede. Christus ist unser Friede“, sagte Diener, der im Hauptamt Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes ist. Eigentlich sei die Kirche immer auf dem Weg zum Frieden, aber: „Frieden stiften geht manchmal nicht, ohne dass auch Streit vom Zaun gebrochen wird.“ Diener sagte an Vetter gerichtet: „Du weißt, du musst nicht der Friedensstifter sein, weil Gott Frieden in Christus gemacht hat. Christus ist nicht dein Frieden oder mein Frieden, sondern unser Frieden.“ Diener versicherte seinem Nachfolger, er wolle ihn auch weiter begleiten und unterstützend hinter ihm stehen – „und vielleicht auch mit dem einen oder anderen Streit“.

„Christusliebe statt Machtkämpfe“

In seiner Predigt stellte Vetter die Bedeutung der Einheit in Christus in den Mittelpunkt. Diese sei in den 170 Jahren des Bestehens der DEA der „inhaltliche Dauerbrenner“ der Netzwerkbewegung gewesen. Seit einigen Jahrzehnten erkenne er ein „Aufeinanderzukommen“ zwischen den Strömungen innerhalb der Allianz. „Die Bandbreite der Jesusnachfolger ist offenbar breiter als es die Allianz in den früheren Jahrzehnten abgebildet hat“, stellte er fest.

Vetter beschrieb die Schwierigkeiten der vielfältig gestalteten Gemeinde in Korinth. Paulus spreche im 1. Korintherbrief „viele Seelsorgeprobleme“ an. Doch trotz Platzhirschen und Machtkämpfen nenne der Apostel die Korinther „Gemeinde Gottes“ und „die Geheiligten in Christus Jesus“. Vetter stellte klar: „Die Lösung lautet: ‚Nehmt einander an, wie Christus Euch angenommen hat.‘“ Es gehe nicht um den Kampf um Mehrheiten in Gremien, sondern um die Liebe in Christus: „Wo er im Mittelpunkt steht, werden unsere Probleme kleiner. Je größer die Gnade Gottes für uns ist, umso größer wird unsere Gnade für unsere Mitchristen.“ Einheit entstehe nicht, wenn sie als primäres Ziel im Mittelpunkt stehe. „Christus ist es, der Einheit schafft. Mit ihm ist sie da.“

„EKD und DEA verbindet das Gebet zu Jesus Christus“

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, dankte in ihrem Grußwort Michael Diener dafür, dass er „wie kein anderer“ die Spannungen in der Allianz ertragen und die Anliegen der Allianz im Rat der EKD vertreten habe. „Man hat dir immer die Freude im Glauben angemerkt“, sagte Schwaetzer.

Sie wolle im Namen der EKD-Synode betonen, „wie viel uns verbindet“, sagte sie im Hinblick auf die DEA. „Rat und Synode der EKD und auch die Landeskirchen leben ebenfalls von der Beteiligung von Laien. Dieses Engagement für die Verkündigung, für das Lob Gottes, für das Gebet zu unserem Herrn Jesus Christus, das verbindet uns.“ Beiden Organisationen sei „die wichtigste Aufgabe“ gemeinsam: die Erhaltung und das innere Wachstum der Kirche. „Wir dienen unserem Herrn Jesus Christus. Darin sind wir uns sehr ähnlich“, sagte Schwaetzer, die von 1987 bis 1991 Staatsministerin im Auswärtigen Amt und von 1991 bis 1994 Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau war.

Die EKD und die Allianz seien „einander verpflichtet und miteinander verbunden“, sagte Schwaetzer. Sie selbst komme aus einer anderen Tradition, doch die Allianz sei „der ganz wichtige fromme Flügel“. „Wir brauchen die Perspektive der Evangelikalen auf die Themen, um deren Verständnis wir ringen.“ Ebenso brauche die Allianz auch die Perspektive der Christen der EKD.

Das Ziel sei „ein kooperatives Netzwerk, das von außen wahrgenommen wird“. Kritik halte die Evangelische Kirche aus. „Theologischer Streit gehört dazu. Denn Streit ist nach meiner Auffassung nichts anderes als ein Ausdruck der Begrenztheit unserer Erkenntnis.“ Eine gegenseitige Ermahnung in dem, was wir tun, hält die ehemalige FDP-Politikerin für selbstverständlich. „Wichtig finde ich, dass wir immer respektvoll miteinander umgehen.“ (pro)

Von: js

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Tue, 14 Mar 2017 16:07:00 +0100
<![CDATA[Bier, Bibel und Boykott]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/03/14/bier-bibel-und-boykott/ Die australische Biermarke Coopers erlebt dieser Tage allerhand öffentlichen Protest. Der Grund ist ein Video der australischen Bibelgesellschaft, in dem zwei Politiker über die gleichgeschlechtliche Ehe debattieren und dabei Bier ebendieser Marke trinken. Die Abgeordneten Tim Wilson und Andrew Hastie tauschen in dem Siebenminüter ihre Argumente über das Für und Wider einer legalen gleichgeschlechtlichen Ehe aus, die es so in Australien nicht gibt.

Nach Angaben des Moderators soll der vor wenigen Tagen veröffentlichte Clip eine respektvolle Debatte über schwere Themen in der Gesellschaft befördern. Nun ist genau das Gegenteil eingetreten. Wie der Nachrichtensender BBC berichtet, schenken diverse Barbetreiber Coopers-Bier aus Protest gegen das Video nicht mehr aus. Der Vorwurf: Die Brauerei stelle sich gegen die Gleichstellung Homosexueller.

„Nehmt es leicht"

Online gestellt hatte das Video aber nicht Coopers selbst, sondern die australische Bibelgesellschaft. Diese feiert nämlich ihren 200. Geburtstag. Der Bierkonzern gratulierte mit dem Dosenaufdruck: „Herzlichen zweihundertsten Geburtstag für Australiens langlebigste Wohltätigkeitsorganisation von Australiens langlebigster Familienbrauerei.“ Coopers unterstützt die Bibelgesellschaft deren Angaben nach überdies dabei Bibeln für das Militär bereitzustellen. Die Bibelgesellschaft wiederum veröffentlichte besagtes Video mit dem Titel „Keeping it light“ (Deutsch: Es leicht nehmen). Es soll zeigen, wie schwierige Themen bei einer Flasche Light-Bier ruhig und fröhlich von zwei Kontrahenten diskutiert werden können.

Der homosexuelle Abgeordnete Tim Wilson erklärt darin, warum die Ehe seiner Meinung nach ohne Ansehen des Geschlechts gewährt werden muss. Sein Kollege Andrew Hastie hingegen argumentiert für des Schutz der traditionellen Eheverständnisses. Laut BBC warfen Kritiker den Machern des Videos aber Homophobie vor. Eine Hotelkette, die das Bier nun nicht mehr ausschenken will, argumentierte, der Titel „Keeping it light“ irritiere die Zuschauer, weil es sich eben nicht um ein leichtes Thema handle. Ein Barbetreiber aus Melbourne erklärte seinen Boykott damit, dass er die Werte von Coopers offensichtlich nicht teile.

Dabei ist die Biermarke selbst wohl völlig unbeteiligt an dem Video. Am Dienstag teilte die Brauerei mit, sie habe mit der Veröffentlichung des Clips nichts zu tun und auch keine Zustimmung erteilt. „Coopers hatte niemals die Absicht, ein solch wichtiges Thema leicht zu nehmen", heißt es in einer Presseerklärung. Die Firma erklärt darin auch, die gleichgeschlechtliche Ehe zu befürworten. Die Dosen mit dem Bibelgesellschaft-Aufdruck würden umgehend aus dem Programm genommen.

Auch die Bibelgesellschaft selbst hat bereits am Montag öffentlich erklärt, allein für das Video verantwortlich zu sein. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Das öffentliche Interesse an dieser Kampagne verstärkt die Botschaft des Videos - dass es wichtig für Australier ist, respektvolle Konversationen über schwierige Themen zu führen - das aber leicht zu nehmen." (pro)

Von: al

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Tue, 14 Mar 2017 15:13:00 +0100
<![CDATA[Ekkehart Vetter: Der Neue]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/13/ekkehart-vetter-der-neue/ Ekkehart Vetter ist in vielen Dingen so etwas wie der Antitypus seines Vorgängers. Michael Diener, groß und schlaksig, zuspitzend und zutiefst politisch, schied Ende des Jahres aus dem Amt des Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz aus. Seit dem 1. Januar hat Vetter übernommen, breitkreuzig und untersetzt, zurückhaltend und vorsichtig vor allem im Politischen. Letzteres mag daher rühren, dass es seinem Charakter entspricht.

Wahrscheinlicher aber ist, dass Vetter, der in den vergangenen Jahren unauffällig als Dieners Stellvertreter fungiert hat, aufmerksam war und die Fehler seines Vorgängers nicht wiederholen will. Diener kritisierte offen den Umgang der Evangelikalen mit Flüchtlingen, Andersdenken und Homosexuellen – und nahm am Ende seinen Hut. Offiziell zwar nicht wegen der daraus enstandenen Verstimmungen, inoffiziell aber ist klar: Ein Happy End gibt es vorerst nicht in der Beziehung Evangelische Allianz – Michael Diener.

In jeder Kritik einen Funken Wahrheit sehen

Wir treffen Ekkehart Vetter drei Wochen nach seiner Amtsübernahme in Berlin. Der Tag ist eisig, trotzdem nimmt er sich Zeit, im Tiergarten, vor dem Brandenburger Tor und dem Bundestag für Fotos zu posieren. Unkompliziert ist er, dieser neue Chef der Evangelikalen in Deutschland. Freundlich und offen ebenfalls, wie sich im späteren Interview zeigt. Wenn man Ekkehart Vetter etwas vorwerfen kann, dann, dass er noch nicht ganz angekommen ist im Geschäft mit der Öffentlichkeit. „Frontsituationen“, wie er es nennt, machen ihn noch nervös. Er spricht schnell, kommt ins Reden, rudert an manchen Stellen zurück und bittet um Augenmaß bei der Berichterstattung.

Fragt man ihn, wo die Allianz politisch hin will, hält er sich zurück. Gespräche mit dem Generalsekretär Hartmut Steeb zur künftigen Linie stünden noch aus, sagt er. Schon in den ersten Wochen seiner Tätigkeit hat er sich einen minderschweren Ausrutscher geleistet. In einem Interview des evangelischen Nachrichtenmagazins ideaSpektrum sagte er, ein Christ könne „unmöglich rechts sein“. Seine Klientel empörte sich in Leserbriefen, Vetter musste einlenken. Er habe den Begriff „rechts“ unklar verwendet, erklärte er. „Ich bin entspannt“, sagt er zu pro. Er habe sich vorgenommen, in jeder Kritik das Fünkchen Wahrheit zu sehen, auch wenn sie undifferenziert sei und in harschem Ton vorgetragen werde. Und dennoch versichert er uns und möglicherweise auch sich selbst: „Der evangelikalen Basis begegnet man auf Veranstaltungen, nicht in Leserbriefen.“

Unverständnis für US-Evangelikale

Was ist das, die evangelikale Basis? „Ein bunter Haufen“, antwortet er und ist selbst ein gutes Beispiel dafür. Vetter ist Vorsitzender des Mülheimer Verbandes und damit der erste charismatisch geprägte Christ an der Spitze der Evangelischen Allianz. Vetter verwahrt sich gegen jegliches Schubladendenken. Das gelte im Übrigen auch für die Frommen in Übersee, wo jüngst US-Präsident Donald Trump vereidigt wurde. Dennoch stellt Vetter klar, dass ihn vor allem sexistische und fremdenfeindliche Äußerungen des mächtigsten Mannes der Welt irritieren. „Wie kann das dort von Evangelikalen geschluckt werden?“, fragt er.

Das passt zu dem Umstand, dass Vetter vor allem die „radikale Zuwendung von Christen gegenüber Flüchtlingen“ ein Herzensanliegen ist. Es ist dieses eine politische Thema, über das er gerne und engagiert spricht: „Wir dürfen nicht die Islamisierung des Abendlandes heraufbeschwören.“ Flüchtlinge seien Chance statt Bedrohung. „Es bedrückt mich, bei diesem Thema immer wieder auch harsche Töne von Frommen zu hören“, sagt er, der selbst immer wieder die Begegnung mit dem Fremden sucht. Im Vorjahr reiste er mit seiner Frau drei Wochen in den Iran und schwärmt noch heute von der Gastfreundlichkeit der Menschen dort. In seinem Stadtteil in Mülheim leben Vetter zufolge Menschen aus 96 Nationen zusammen. In seiner Freizeit zieht er das türkische oder äthiopische Restaurant dem deutschen Wirtshaus vor.

Kein Sex für Singles und Homosexuelle

So sehr diese biografischen Daten auch zu einem linksintellektuellen Globetrotter passen würden, so konservativ zeigt sich Vetter, Vater von sechs Kindern, wenn es um theologische Dinge geht. In der Frage um die Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften will er „die Menschen zur Bibel zurückrufen“. Und die enthält für ihn „keine positive Wertung von Homosexualität“. Gott habe in seiner Schöpfungsordnung „Mann und Frau in eine lebenslange Treuegemeinschaft” gerufen, Singles und Homosexuelle hingegen seien zur Enthaltsamkeit aufgefordert. Bei diesem Thema sei er sich uneins gewesen mit seinem Vorgänger Diener, der sich in dieser Frage zwar selbst als konservativ bezeichnete, aber beharrlich dafür warb, auch andere Lehrmeinungen innerhalb der Allianz zuzulassen.

Einig sind sich die ungleichen Männer dann wieder bei einem christlichen Prinzip, das für Vetter wesentlich wichtiger ist als Gender- und Sexfragen: „Das Gebot der Nächstenliebe und der Gottesliebe steht über allem.“ Christen dürften niemanden verurteilen, auch wenn sie manche ethischen Überzeugungen anderer nicht teilten.

Bunt soll die Kirche sein

Passend dazu beschreibt Vetter in seinem Buch „Ruhrfeuer“ aus dem Jahr 2004 seinen Traum von Kirche: „Da sind alt und jung, Handwerker und Akademiker, Freaks und Etablierte, Schon-ewig-Fromme und Glaubens-Skeptiker, Kinderlose und Kinderreiche, Greise mit Stock und Babys an Mutters Brust [...] [D]ieses bunte Allerlei macht Gemeinde interessant und spannend. Nichts ist langweiliger als ein uniformiertes Grau-in-Grau, äußerlich und – schlimmer noch – innerlich.”

Wird es ihm auch möglich sein, dieser Vorstellung entsprechend die Deutsche Evangelische Allianz zu einen? Der Pfarrer und Evangelist Ulrich Parzany gründete zuletzt aus deren Mitte heraus das alternative Netzwerk „Bibel und Bekenntnis“, eine konservative Antwort auch auf die Haltung Dieners. „Wir würden beide unsere Namen unter die Glaubensbasis der Allianz setzen“, das ist für Vetter sicher. „Die Deutsche Evangelische Allianz lebt“, sagt er.

Am Dienstag wird er in Schwäbisch Gmünd offiziell in sein Amt eingeführt und sein Vorgänger Michael Diener verabschiedet. (pro)

Von: al/nob

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Mon, 13 Mar 2017 15:25:00 +0100
<![CDATA[„Dieser Tag ist ein Tag der Freude“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/12/dieser-tag-ist-ein-tag-der-freude/ Der Buß- und Versöhnungsgottesdienst von Evangelischer und Katholischer Kirche am Samstag stand unter dem Thema „Healing of Memories“, also dem Heilen der Erinnerungen. Er wurde im Rahmen des gemeinsamen Reformationsgedenkens in der Hildesheimer Michaeliskirche gefeiert. Der Gottesdienst sollte dazu dienen, die Wunden der Vergangenheit, die seit der Kirchenspaltung im 16. Jahrhundert auf beiden Seiten entstanden sind, zu benennen und Gott um Vergebung zu bitten.

Das taten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, während der Veranstaltung gemeinsam. Sie leiteten den Gottesdienst zusammen und bekannten in einer gemeinsamen Predigt einander die Schuld, die beide Konfessionen in den vergangenen Jahrhunderten aufgeladen hatten und baten Gott dafür gemeinsam um Vergebung. Außerdem verpflichteten sich die Vertreter beider Konfessionen, die Einheit unter den Christen zu stärken und weiter aufeinander zuzugehen.

„Gemeinsam Zeugnis von Gott ablegen“

„Wir wollen nach den gemeinsamen Wurzeln, den wechselseitigen Herausforderungen und den verbindenden Zukunftsaussichten suchen", sagte Bedford-Strohm. Er glaube, dass Christus die entstandenen Wunden heile und bitte um Vergebung für den „Mangel an Nächstenliebe“. „Wir wollen nicht vergessen, was wir einander angetan haben“, sagte er. Er wolle aber auch dafür danken, dass „wir einander haben“. Christus führe beide Konfessionen zusammen. Das Reformationsgedenken solle ein neuer Anfang zu einem Weg sein, der beide Kirchen zusammenbringe.

„Wir freuen uns, dass ihr als katholische Schwestern und Brüder mit uns zusammen den feiert, um den es Martin Luther gegangen ist: Jesus Christus.“ Beide Kirchen wollten „Zeugen Jesu Christi“ sein. „Wir wollen ausstrahlen, wovon wir sprechen.“ Die Liebe Gottes müsse weitergetragen werden. „Dieser Tag ist ein Tag der Freude, ist ein Tag der Hoffnung", sagte Bedford-Strohm. „Wir verpflichten uns, gemeinsam in dieser Welt Zeugnis von Gott abzulegen“, erklärte der Ratsvorsitzende. Beide Seiten wollten einander aktiv unterstützen und ihren theologischen Dialog vertiefen.

„Die Kirche ist dazu da, um Christus zu verkünden“

„Unser Wille nach Profilierung war stärker als die Suche nach Gemeinsamkeit“, bekannte Marx. Der neue, gemeinsame Anfang könne geschenkt werden, „weil Gott vergibt und durch ihn die Kraft der Vergebung möglich wird“. Er sei froh, mit dem Gottesdienst öffentlich ein Zeichen des versöhnten Miteinanders setzen zu können. „Wir nehmen unsere Geschichte an, aber sie wird zu einem neuen Auftrag“, sagte er. „Es ist ein Tag der Freude.“ Es sei „großartig“, dass evangelische Christen die Katholiken eingeladen hätten, das Reformationsjahr gemeinsam zu feiern. Das gemeinsame Gedenken sei als ein Aufbruch für das Zeugnis für Christus zu verstehen. „Die Kirche ist dazu da, um Christus zu verkünden. Wir haben einen Auftrag“, machte Marx deutlich. Mit der Ökumene bedeute nicht, sich um die Zukunft der Kirche zu sorgen, sondern den Auftrag wahrzunehmen, das Evangelium „in diesem Land zu bezeugen und zu verkündigen“.

Er setze darauf, dass in Zukunft viele ähnliche Gottesdienste wie der in Hildesheim gefeiert würden. „Im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes verpflichten wir uns, die grundlegenden Gemeinsamkeiten im Glauben hervorzuheben und auf dem Weg des ökumenischen Lernens kontinuierlich voranzuschreiten“, sagte Marx. In allen Gottesdiensten solle ab jetzt für die „ökumenischen Partnerinnen und Partner“ gebetet werden.

Um die gegenseitigen Versprechen zu bezeugen und ein Zeichen für die Einheit zu setzen, umarmten sich Bedford-Strohm und Marx zum Abschluss der Feier herzlich. Um den Neuanfang zu verdeutlichen, wurde vor der Predigt ein dreidimensionales Kreuz aufgerichtet, das zuvor wie eine Panzersperre im Altarraum gelegen hatte.

Gauck: Ein „geistliches Wunder“

Trotz der Betonung der Einheit, habe es kein gemeinsames Abendmal gegeben, berichtet der Evangelische Pressedienst (epd). „Noch immer haben wir keinen Weg gefunden, im eucharistischen Abendmahl unsere Gemeinschaft mit Christus untereinander zu feiern“, sagte Marx.

Unter den rund 400 Teilnehmern am Gottesdienst waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck und der Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert (CDU). Gauck sagte nach der Feier, zu den vielen politischen Wundern, die er erlebt habe, sei nun ein „geistliches Wunder hinzugekommen". (pro)

Von: sz

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Sun, 12 Mar 2017 14:35:00 +0100
<![CDATA[„Es gibt auch Hoffnung"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/03/12/es-gibt-auch-hoffnung/ pro: Herr Heinrich, Sie sind in der vergangenen Woche aus Ägypten zurückgekommen. Wie geht es den Christen im Land?

Frank Heinrich: Sehr unterschiedlich! Viele haben uns geschildert, dass Hoffnung aufkeimt und sie ihrer Gemeindearbeit ruhiger nachgehen können als noch vor einiger Zeit; andere stehen massiv unter Druck. Besonders in ländlichen Regionen und in Oberägypten scheint es oft noch gefährlich zu sein, sich als Christ zu erkennen zu geben.

In ihrem Jahresbericht mahnt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Christen in Ägypten würden durch Gesetze an der Ausübung ihrer Religion gehindert. Zudem komme es regelmäßig zu Übergriffen insbesondere auf Kopten. Ist das auch Ihr Eindruck?

Ich hatte die Gelegenheit, mit Vertretern verschiedenster Denominationen zu sprechen. Und ja, es stimmt, von Religionsfreiheit, wie wir sie verstehen und auch die UN sie fordert, ist Ägypten noch einige Schritte entfernt. Speziell das Recht, den Glauben öffentlich zu bekennen und Religionswechsel sind stark behindert. Allerdings bekam ich von vielen Christen auch die Meldung, dass sie bemerken, wie sich politisch, insbesondere durch die Haltung und Aussagen des Präsidenten, etwas zu ändern scheint. Auf sein Betreiben hin wurden Gesetze verändert, sodass nun Genehmigungen für Kirchenbau möglich sind. Darauf haben die Christen jahrzehntelang gehofft. Übergriffe gibt es wohl, aber die Menschen, mit denen ich gesprochen habe, sagten, dass der Präsident und andere hohe Regierungsvertreter diese zum ersten Mal öffentlich kritisiert haben. Einige Christen sagten, es gebe eine Aufbruchstimmung. Sie freuen sich über die Fortschritte.

Menschenrechtsgruppen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel jüngst vorgeworfen, sie beschönige die Lage der Christen in Ägypten, weil sie sie als „sehr gut“ bezeichnete und erklärte, die ägyptische Regierung unterstütze zum Beispiel die Kopten in beispielhafter Weise. Liegt die Kanzlerin falsch oder haben die Menschenrechtsorganisationen Unrecht?

Ich könnte keiner der beiden Seiten voll zustimmen. Die Christen haben uns deutlich gemacht, dass sich einiges zum Positiven zu verändern scheint. Wenn die Kanzlerin sich auf diese Hoffnungen und die ersten sichtbaren Schritte im Vergleich zu den letzten Jahren bezieht, hat sie recht. Die Fälle, die Amnesty und auch andere Menschenrechtsorganisationen schildern, sind dennoch auch wahr und machen uns sehr besorgt, denn wir können nicht wissen, in welche Richtung die Lage kippt. Insbesondere wenn die wirtschaftliche Situation im Land sich weiter destabilisiert und die Armut zunimmt. An dieser Stelle wurden wir von allen Beteiligten immer wieder darauf hingewiesen, dass Deutschland sich keinesfalls zurückziehen sollte und als Partner gebraucht wird. Allerdings eben auch als deutlicher Mahner.

Herr Heinrich, vielen Dank für das Gespräch! (pro)

Die Fragen stellte Anna Lutz.

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Sun, 12 Mar 2017 12:23:00 +0100
<![CDATA[„Wo Menschen Buße tun, fließt Segen“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/11/wo-menschen-busse-tun-fliesst-segen/ Katholiken und Protestanten feiern am Vorabend des zweiten Sonntags der Passions- und Fastenzeit im Hildesheimer Dom erstmals einen zentralen ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst. Anlass ist das diesjährige Reformationsjubiläum. Der Gottesdienst steht in der Tradition von „Healing of Memories“ (dt.: Heilen der Erinnerungen), einer Initiative, die auch schon in Südafrika und nach dem Balkankrieg Zeichen setzte. Im Gottesdienst sollen die Wunden der Vergangenheit, die auf beiden Seiten der Konfessionen entstanden sind, benannt und Gott um Vergebung gebeten werden.

„Wir wollen dafür einstehen, dass der Leib Christi zusammenwächst, ohne dass Unterschiede verwischt werden – nicht uniform, sondern ‚transform‘“, sagte der Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche, Henning Dobers, auf Anfrage von pro im Vorfeld der Veranstaltung über seine Bewegung. In diesem Sinne hält Dobers auch diesen Bußgottesdienst zwischen Katholiken und Protestanten in Deutschland für wichtig. Seiner Erfahrung nach segne Gott aufrichtige Buße. „Wo Menschen sich vertragen und Buße tun, fließt Segen.“ Dobers äußerte die Hoffnung, „dass sich ein Tor öffnet“ für das gemeinsame Abendmahl. „Kein katholisch-evangelisches Abendmahl, sondern dass wir uns gegenseitig einladen, am Abendmahl teilzunehmen“, erklärte er. Ganz im Sinne der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung, die unter anderem auf Beziehung setzt: „Wir suchen die Gemeinschaft mit allen, die an Jesus Christus glauben.“

In Bezug auf die Versöhnung und Buße zwischen Landes- und Freikirchen sagte Dobers, die evangelische Amtskirche müsse weiter auf die Freikirchen zugehen. „Jetzt geht die Arbeit erst los, ein Anfang ist gemacht, mit den Freikirchen geht es weiter.“ Klagen, dass die Freikirchen nicht am Gottesdienst im Hildesheimer Dom beteiligt seien, seien fehl am Platz. Man könne „nicht alles gleichzeitig“ machen.

Einsatz für eine „versöhnte Verschiedenheit“

Trotz des Anliegens der Versöhnung gehe es Katholischer und Evangelischer Kirche nicht um eine „Wiedervereinigung“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm im Vorfeld des Gottesdienstes. „Wir streben keine Einheitsorganisation an“, sagte er einem Bericht des Evangelischen Pressedienstes (epd) zufolge. Die Kirche des 21. Jahrhunderts könne nicht wieder zu derjenigen des 16. Jahrhunderts werden. Es gehe nicht darum, zu kitten, wiederherzustellen oder zu vereinigen, sondern darum, sich weiterzuentwickeln. Beide Konfessionen wollten jedoch gemeinsam auf Christus hören. In der Vergangenheit seien im Namen der Konfession Kriege geführt worden, es sei gemordet worden und man habe sich gegenseitig abgewertet. Dafür wolle man Gott um Vergebung bitten.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung plädierte dafür, eine „versöhnte Verschiedenheit“ weiter voranzutreiben. Das sagte er bei einem bei einem Vortrag vor Kirchenhistorikern. Auch Papst Franziskus habe bei der Begegnung mit Jung betont, Ziel sei es, „in einer bereits versöhnten Verschiedenheit die geistlichen und theologischen Gaben zu schätzen, die wir in der Reformation empfangen haben“. Jung erklärte außerdem, in der Geschichte des Christentums sei der Glaube schon immer „in verschiedenen Ausprägungen verstanden und gelebt“ worden. Schon immer hätten die Gemeinden auch darum gerungen, was an Verschiedenheit möglich sei und wo Abgrenzungen zu vollziehen seien.

Heute streite man zwar weniger um Fragen der Taufe und des Abendmahls, dafür um Themen wie die Beurteilung von Homosexualität oder um die Frauenordination. Trotz aller Differenzen müsse kirchliche Einheit auch immer die „die in Christus begründete und geschenkte Einheit“ im Blick haben. „Dieser Einheit in aller menschlichen Unzulänglichkeit und Verschiedenheit Ausdruck zu geben, ist der Auftrag der Kirche“, sagte Jung.

Den ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst überträgt die ARD am Samstag, den 11. März, um 17 Uhr live. Unter anderem nehmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck teil. (pro)

Von: sz

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Sat, 11 Mar 2017 12:43:00 +0100
<![CDATA[Aldi erklärt Ostern]]> https://www.pro-medienmagazin.de/wirtschaft/2017/03/11/aldi-erklaert-ostern/ Auch in diesem Jahr klärt das Kundenmagazin des Lebensmitteldiscounters Aldi-Süd wieder über die christliche Bedeutung von Ostern auf. Die kurzen Infotexte in der Broschüre geben Antwort auf die Frage, warum wir Ostern feiern und wo die Ursprünge von Osterhase, Eiersuche und anderen Osterbräuchen liegen. In kindgerechter Sprache wird erklärt, warum Ostern grundsätzlich ein christliches Fest ist und auf welchen biblischen Hintergründen es beruht.

„An Ostern feiern Christen auf der ganzen Welt die Auferstehung von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“

Die Feiertage von Palm- bis Ostersonntag werden der Reihe nach aufgeführt. Sie erzählen die Geschichte Jesu von seinem Einzug in Jerusalem, über den Tod am Kreuz, bis hin zu seiner Auferstehung. Auch biblische Zusammenhänge, wie die Bedeutung des Passahfestes, werden einfach dargestellt: „Damals haben die Menschen zum Passahfest für Gott ein Lamm geopfert. Dass wir heute ein Osterlamm backen, soll uns an diese Tradition erinnern.“

Daran schließen sich Basteltipps und weitere wissenswerte Informationen rund ums Osterfest an, zum Beispiel wie Ostern in anderen Ländern gefeiert wird, oder warum ein Osterhase ausgerechnet Eier in den Gärten verteilt. Schon im vergangenen Jahr hatte der Lebensmitteldiscounter Aldi in seinem Prosekt über den christlichen Hintergrund von Ostern aufgeklärt. (pro)

Von: amu

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Sat, 11 Mar 2017 10:04:00 +0100
<![CDATA[Bosbach warnt vor politischer Korrektheit]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/03/11/bosbach-warnt-vor-politischer-korrektheit/ „Ich gehe an die Decke, wenn ich höre, Deutschland sei ein Land mit ausländerfeindlichen Ressentiments", so der Innenpolitiker Wolfgang Bosbach (CDU) am Donnerstag auf dem Jahresempfang der Christlichen Polizeivereinigung in Nürnberg.

Deutschland habe mehr Flüchtlinge aufgenommen als der Rest der Europäischen Union zusammen. Sieben EU-Staaten hätten gar weniger als 1.000 Flüchtlinge aufgenommen. „Zur europäischen Solidarität gehört nicht nur, dass man mit größter Selbstverständlichkeit von wirtschaftlich stärkeren Nachbarn Milliardenhilfen Jahr für Jahr in Empfang nimmt.“ Dazu gehöre auch, dass man sich bereit erklärt, in humanitären Fragen solidarisch zu sein.

„Flüchtlingsentscheidung der Kanzlerin war richtig“

Es sei in Deutschland dennoch ausgesprochen schwierig, „auf Tatsachen hinzuweisen“, ohne gleich in die rechte Ecke geschoben zu werden. Wer in Deutschland nach der Scharia leben wolle, habe hier nichts verloren. Probleme bei der Integrationspolitik müssten unbedingt angesprochen werden. „Wenn wir die Menschen beim Thema Sicherheit enttäuschen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie sich radikalen Kräften links oder rechts zuwenden.“

Die Entscheidung der Bundeskanzlerin im September 2015, tausende Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland zu holen, befürwortet Bosbach. Jedoch: „Danach hätten wir unbedingt wieder zur Anwendung des geltenden Rechts kommen müssen.“

Obergrenzen, wie die CSU sie fordert, hält Bosbach für die falsche Lösung. In diesem Punkt werde es wohl bei unterschiedlichen Auffassungen bleiben. Das heiße nicht, dass Deutschlands Aufnahmekapazität unbegrenzt sei. Zwar finde er den Satz „Wir schaffen das" sehr sympathisch – „wir wissen nur nicht: Wer ist ‚wir‘ und was ist ‚das‘?“.

Söder fordert von Kirchen mehr Mut zum Bekennntis

Der TV-Journalist Peter Hahne sagte in seiner Predigt, der christliche Glaube sei das wichtigste Fundament in Zeiten, in denen ein politischer Riss durch die Gesellschaft bis in die Familien hinein gehe.

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) forderte die Kirchen in einem Grußwort zu mehr Bekenntnisfreude auf: Er sei sehr für Respekt und Toleranz gegenüber anderen Religionsgemeinschaften. Aber manchmal wünsche er sich, dass die Kirchen mit demselben Mut ihren eigenen Glauben verträten, wie sie Toleranz gegenüber anderen Religionen zeigten.

Die Christliche Polizeivereinigung ist nach eigenen Angaben ein überkonfessioneller Berufsverband, der aktive und pensionierte Polizisten, die Christen sind, unter anderem durch Vernetzung fördert. (pro)

Von: nf

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Sat, 11 Mar 2017 08:44:00 +0100
<![CDATA[Bei Kaffee und Kuchen über den Tod reden]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/03/10/bei-kaffee-und-kuchen-ueber-den-tod-reden/ Die Menschen setzen sich zusammen, reichen einander Kaffee und Kuchen und unterhalten sich dann über den Tod. Das erste „Death Café“ organisierte der Schweizer Soziologe Bernard Crettaz im Jahr 2004. Seitdem gibt es weltweit über 1.000 dieser Angebote, die an keinen festen Platz gebunden sind und die Menschen dazu bringen wollen, sich mit ihrer Endlichkeit auf Erden auseinanderzusetzen. Ein Reiz dieses Formats ist, dass sich dabei fremde Menschen, die sich nicht persönlich kennen, über ein so intimes Thema wie den Tod unterhalten.

Auch in Hamburg gibt es jetzt ein erstes „Death Café“. Am 23. Februar fand die Gesprächsrunde dazu in der Modern Life School, einer Art Philosophie-Café, statt. Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Ungefähr 40 Menschen lauschten bei einem Getränk den geladenen Gästen. Die saßen nicht erhöht auf einem Podium, sondern einfach nur vorne bei den beiden Moderatorinnen Pia Schaf und Louise Brown. Der ehemalige Hauptpastor der St.-Petri-Kirche in Hamburg Christoph Störmer war einer der geladenen Experten neben einer Trauerbegleiterin und einem Verfasser von Nachrufen für die Zeitung Tagesspiegel.

„Tod in der Gesellschaft total verdrängt“

„Der Name Death Café ist vielleicht zuerst etwas befremdlich“, erzählt Störmer gegenüber pro. Er findet es aber gut, dass sich Menschen mit dem Tod auseinandersetzen. Auch, dass die Veranstaltung dialogisch angelegt ist und nicht auf Vorträge setzt, gefällt ihm. In seinen Augen ist das Thema Tod in der heutigen Gesellschaft „total verdrängt“. Da helfe es, wenn Menschen sich an einem Ort der Begegnung und der Kommunikation darüber austauschen.

Hamburg ist nicht der erste Ableger des „Death Café“ in Deutschland. Auch in Bonn oder Oldenburg gibt es solche Veranstaltungen. Im deutschsprachigen Raum nennen sie sich gelegentlich „Café Totentanz“ oder „Totentanz-Café“. Das Treffen im Hamburger Gängeviertel soll ungefähr alle acht bis zwölf Wochen abgehalten werden.

„Glauben kann trösten und Gewissheit geben“

„Ich glaube, dass es für Menschen sogar leichter ist, in solch ein Café zu gehen als in ein ähnliches Angebot einer Kirchengemeinde“, erklärt Störmer, der seit über einem Jahr im Ruhestand ist. Hier sei die Schwelle einfach niedriger. Den ehemaligen Pastor überraschte, aus welchen verschiedenen Gesellschaftsbereichen die Zuhörer und Diskutanten kamen. Es sei auch ein frommer Muslim da gewesen, christliche wie agnostische Menschen. Als er noch selbst ähnliche Veranstaltungen in seiner Gemeinde anbot, seien hauptsächlich Menschen mit einem ausgeprägten Glauben gekommen.

Störmer denkt, dass es Gläubigen nicht unbedingt einfacher falle, zu sterben: „Aber Glaube kann trösten und Gewissheit geben.“ Er persönlich glaubt, dass es sich leichter mit Gottvertrauen stirbt. Missverständlicher Glaube könne aber auch Schuldgefühle hervorrufen und Ängste befördern. Am Abend im „Death Café“ berichtete er vom plötzlichen Tod seines Bruders, der im Schnee verschüttet wurde. Bei den Trauergesprächen in seinem Beruf habe Störmer die Erinnerung an seinen Bruder letztlich als tröstlich empfunden. (pro)

Von: mm

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Fri, 10 Mar 2017 15:14:00 +0100
<![CDATA[„Fundamentalismus greift um sich"]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/fundamentalismus-greift-um-sich/ Margot Käßmann sagte bei einer Tagung des Christlichen Arbeitskreises der SPD-Bundestagsfraktion am Freitag, Reformation sei kein rein religiöser Vorgang, sondern habe immense politische Konsequenzen gehabt. Dass jeder selbst die Bibel lesen könne, sei ein Befreiungs- und Demokratisierungsschlag gewesen. Das habe gerade heute Bedeutung, denn Fundamentalismus greife in allen Religionen um sich, auch im Christentum. Dabei verwies sie auf die USA, wo in vielen Kirchen ein Wohlstandsevangelium gepredigt werde, das Reichtum mit Gottes Segen gleichsetze. Fundamentalisten wollten entgegen dem Wunsch Luthers verhindern, dass Menschen selbstständig in der Bibel lesen und über Gottes Wort nachdenken.

„Luther wäre absolut schockiert, dass die Menschen in Deutschland die Bibel nicht mehr kennen“, sagte Käßmann. Die Bibel sei ein Bildungsbuch, auch für nichtkirchlich geprägte Menschen. Sie hoffe, dass das Reformationsjubiläum auch einen Zugang für jene ermögliche, die es nicht aus religiösen Gründen feierten.

Luther, Pegida und Donald Trump

Reformation bedeute überdies, energisch für die eigene, aber auch für die Freiheit anderer einzutreten. „Das christliche Abendland wird nur verteidigt, wenn auch das Recht der anderen, frei zu glauben, verteidigt wird“, sagte Käßmann, und weiter: „Das ist ein Argument, das bei Pegida schwer ankommt.“ Die Abschätzigkeit, mit der mittlerweile über Muslime gesprochen werde, halte sie für inakzeptabel. Auf die Frage, ob Luther twittern würde, antwortete Käßmann: „Ich fürchte, ja.“ Aber sie hoffe, dass er dabei mehr nachgedacht hätte, als etwa US-Präsident Donald Trump.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann erklärte bei der Tagung im Deutschen Bundestag, die Reformation habe die Grundlagen für die moderne Welt gelegt und sei eines der wirkungsmächtigsten Ereignisse der Geschichte. Luther habe ein neues Verständnis von Gerechtigkeit etabliert, indem er erklärt habe, dass jeder Mensch vor Gott gleich sei. Außerdem habe der Reformator die Eigenverantwortung jedes Menschen betont. Deshalb inspiriere das Jubiläum dazu, sich zu fragen, wo die Werte dieser Gesellschaft entstanden seien und wie man sie verteidige. (pro)

Von: al

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Fri, 10 Mar 2017 15:04:00 +0100
<![CDATA[Bei den Fakten bleiben]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/03/10/bei-den-fakten-bleiben/ Ein Leitartikel von Jonathan Steinert]]> Hillary Clinton soll einem Kinderpornoring angehören, der sich in den Hinterzimmern einer Pizzeria trifft. Papst Franziskus habe Donald Trump im Wahlkampf unterstützt. Meldungen wie diese haben den Präsidentschaftswahlkampf in den USA aufgemischt. Nur: Sie stimmen nicht. Sie sind erfunden, sogenannte Fake News. Sie stammen unter anderem von radikal-parteiischen Blogs und Facebook-Seiten oder fingierten Webseiten, die echten Nachrichtenseiten täuschend ähnlich sehen.

Auch in Deutschland gab es in den vergangenen Monaten offensichtliche Falschmeldungen. Als im Herbst in Freiburg eine Studentin von einem Flüchtling ermordet worden war, kursierte auf Facebook später ein Bild von der Grünen-Politikerin Renate Künast. Dazu ein angebliches Zitat von ihr: „Der traumatisierte junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen.“ Als Quelle war die Süddeutsche Zeitung angegeben. Verbreitet hat das Zitatbild unter anderem die Facebook-Seite „Widerstand deutscher Patrioten“. Nur: Künast hatte so etwas nie gesagt, die Zeitung hatte es nie geschrieben. Die Politikerin ließ den Eintrag löschen und stellte Strafanzeige.

Die Meldung, dass ein verschwundenes russlanddeutsches Mädchen von Flüchtlingen angeblich entführt und vergewaltigt worden sei, sorgte Anfang vergangenen Jahres für Furore – und diplomatische Spannungen zwischen Russland und Deutschland. Tatsächlich, so fand die Polizei schließlich heraus, hatte das Mädchen die Nacht bei seinem Freund verbracht.

Politiker treibt die Fake-News-Sorge um

Vor der US-Wahl konnten sich Falschmeldungen auf Facebook zum Teil weiter verbreiten als die Nachrichten etablierter Medien. Das haben Redakteure der Nachrichtenplattform Buzzfeed analysiert. Deshalb fürchten jetzt auch deutsche Politiker, Fake News, Hacker und Meinungskampagnen könnten den Bundestagswahlkampf beeinflussen. Zwar ist unklar, wie groß dieser Einfluss auf die Meinungsbildung und die Wahl tatsächlich sein kann. Schließlich gibt es in Deutschland ein sehr vielfältiges Medienangebot.

Aber die Sorge treibt die Politiker um: Es gibt dazu Expertenanhörungen im Bundestag, immer neue Vorschläge für den Kampf gegen Fake News kommen auf den Tisch. Bundesinnenminister Thomas de Maizière schlug im Dezember vor, ein „Abwehrzentrum gegen Desinformation“ einzurichten, meldete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Das Ministerium dementierte dies auf Anfrage von pro – es gebe keine solchen Pläne.

„Die Behauptung, dass an diesem Tag (Weihnachten; d. Red.) der Sohn Gottes geboren wurde, ist für Christen eine grundlegende Wahrheit. Für Juden und Moslems ist das Fake News. Muss Facebook dann die Weihnachtsgeschichte löschen?“ Mathias Döpfner, Chef des Axel-Springer-Verlags

Zensur gefürchtet

Auf politischen Druck hin verstärkt nun auch Facebook seine Bemühungen, Falschmeldungen zu entlarven. Dafür arbeitet es mit dem Recherchezentrum Correctiv zusammen. Dessen Mitarbeiter sollen Falschmeldungen überprüfen. Kommen sie zu dem Schluss, ein Beitrag ist nicht glaubwürdig, soll er entsprechend gekennzeichnet werden. Kritiker befürchten jedoch eine Zensur unliebsamer Meinungen im Netz und halten die Debatte für politisch aufgebauscht.

„Ein gesetzliches Vorgehen gegen Fake News birgt zu große Risiken für die Meinungs- und Pressefreiheit, aber auch für die Religionsfreiheit“, erklärte etwa Markus Reuter von Netzpolitik.org bei einem Fachgespräch des Bundestages im Januar. Dieses Risiko sei größer als der mögliche Nutzen daraus, Falschmeldungen abzuwehren. Er findet, der Einfluss von Fake News werde überschätzt.

Dem „Postfaktischen“ nicht nachgeben

Der Begriff „Fake News“ ist mittlerweile so strapaziert, dass gar nicht mehr klar zu sein scheint, was damit gemeint ist. Gezielte Falschmeldungen, journalistische Fehlleistungen, politische Propaganda oder Satire landen in der aufgeregten Debatte schnell im selben Topf. Dass Donald Trump bei seiner ersten Pressekonferenz Journalisten des Nachrichtensenders CNN eine Frage verweigerte mit der Begründung „You are Fake News“, machte den Begriff schließlich zur Groteske und zum Kampfbegriff. Die Wahrheit scheint für Mediennutzer irgendwo zwischen „Fake News“ und „Lügenpresse“ zu verschwinden. Was kann ich wem noch glauben?

Wohl der Information, die am besten in mein Weltbild passt – die eine oder andere Falschmeldung kann da nicht schaden. Das zumindest meint der Begriff „postfaktisch“, den die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ zum Wort des Jahres 2016 kürte. Er „verweist darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen ‚die da oben‘ bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren“, erklärte die Jury. Und sogleich erhob sie dieses Kunstwort zum Merkmal für ein ganzes Zeitalter.

Das ist bedenklich und gefährlich. Denn es wirkt wie eine Feststellung, an der sich nichts ändern lasse: „In unserem postfaktischen Zeitalter spielt Wahrheit nun einmal keine Rolle mehr, also müssen wir uns damit arrangieren und das Spiel mitspielen“, schwingt darin mit. Frei nach Pippi Langstrumpf: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt? Nein. Dieser fatalistischen Haltung sollten wir uns nicht hingeben.

Werden Falschmeldungen im Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen?

Quelle: Forsa; repräsentative Telefonumfrage unter 510 Deutschen

Eine Chance für die andere Meinung

Das Spiel um die Wahrheit ist nicht neu. Nicht erst seit es Medien gibt, gibt es Falschinformationen, Manipulationen, Halb- oder Unwahrheiten. Neu ist auch die Beobachtung nicht, dass Menschen solche Einflüsse und Informationen eher meiden, die nicht ihren Überzeugungen entsprechen – auch wenn sie wahr sind.

Der katholische Moraltheologe Eberhard Schockenhoff schreibt in seinem Buch „Zur Lüge verdammt?“ über die Mediennutzer, für sie bestehe „die sittliche Verpflichtung, sich als Zeitungsleser, Fernsehzuschauer oder sonstige Mediennutzer um eine möglichst breite und ausgewogene Information zu bemühen, was auch die Pflicht zur vorurteilsfreien Kenntnisnahme anderer Meinungen und Positionen einschließt“. Das gilt im „postfaktischen Zeitalter“ mehr denn je.

Das Besondere an der aktuellen Situation ist, dass sich über das Internet viele Informationen ungeprüft und ungefiltert verbreiten. Und das in einer rasenden Geschwindigkeit. Jeder kann alles schreiben und veröffentlichen. Journalistische Medien arbeiten anders: Sie wenden Regeln und Kriterien an, anhand derer sie Informationen prüfen und hinterfragen. Nur was wirklich belastbar ist, wird öffentlich. Das ist ihr Anspruch.

Journalismus kann sich beweisen

Diese Berufsethik haben sich Journalisten in Deutschland selbst gegeben und im Pressekodex aufgeschrieben: „Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.“ An diesem Maßstab müssen sich Journalisten messen lassen. Wenn sich Falschmeldungen dann als echte Nachrichten aus- oder sie etablierte Medien als Quelle angeben, ist das besonders perfide.

Doch in Panik müssen wir nicht verfallen. So undurchschaubar das Internet ist, es bietet für jeden – gerade aufgrund seiner unzähligen Informationen – auch eine nie dagewesene Möglichkeit, Dingen auf den Grund zu gehen, Berichte zu überprüfen, vielfältige Informationen zu einem Thema ausfindig zu machen. Und bei aller Kritik an den etablierten Medien: Sie liefern im Zweifel handfeste Informationen. Wenn nicht, so heißt es ebenfalls im Pressekodex: „Beschwerden sind begründet, wenn die Berufsethik verletzt wird.“ Für Journalisten ist die „Krise der Wahrheit“ daher auch eine Chance: Sie können durch gute Arbeit zeigen, was der Unterschied zwischen recherchierten Fakten und erfundenen Fake News ist – und damit bestenfalls das Vertrauen in ihre Zunft stärken.

„Fake News” sind gezielt veröffentlichte Falschinformationen. Wie stehen Sie zu folgenden Aussagen:

Quelle: Statista/YouGov

Es ist das eine, die Gegenwart als „postfaktisches Zeitalter“ zu charakterisieren. Es ist ein anderes, dieses Etikett so hinzunehmen. Wir dürfen als Medienmacher wie als Mediennutzer nicht nachlassen, nach der Wahrheit zu suchen. Denn wenn uns die Fakten verlorengehen, fehlt die Bezugsgröße für den gesellschaftlichen Diskurs. Wie sollen wir uns verständigen, wie einen Ausgleich schaffen, wenn wir nur noch Behauptungen aufstellen und uns gegenseitig Lüge vorwerfen?

Prüfen und das Gute behalten

Dann wäre unsere Demokratie am Ende. Dann bekämen diejenigen die Macht, die es am besten verstehen, Emotionen zu schüren. Das dürfen wir nicht zulassen. Denn Gefühle sind nicht die Basis für vernünftige und tragfähige Entscheidungen. Und die Geschichte hat gezeigt, wohin erfolgreiche Demagogen Menschen bringen können.

Das hat im Übrigen auch eine geistliche Komponente. Für den Apostel Paulus hat der Glaube selbst weniger mit Gefühl als mit Wissen zu tun. „Prüfet aber alles und das Gute behaltet“, mahnt er (1. Thessalonicher 5,21). Ihm geht es darum, dass mündige Christen sich nicht einfach etwas vorsetzen lassen. Sie sollen den Faktencheck machen: Überprüfen, ob das, was sie hören, mit diesen Wahrheiten des Glaubens, mit dem Evangelium übereinstimmt. Ganz im Sinne dieses Auftrags sind Christen heute auch als mündige Mediennutzer und Streiter für die Wahrheit gefragt. (pro)

Von: jst

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Fri, 10 Mar 2017 14:10:00 +0100
<![CDATA[Schöne Aussicht statt Luther]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/03/10/schoene-aussicht-statt-luther/ Ein Kommentar von Anna Lutz]]> 20 Millionen Euro lässt sich der Verein Reformationsjubiläum 2017 seine Weltausstellung „Tore der Freiheit“ in Wittenberg kosten. Ein Drittel davon trägt die Kirche, ein Drittel der Staat und ein Drittel Sponsoren. Wer das so liest, fragt schon aus dem Affekt heraus: Kann man mit so viel Geld nicht Sinnvolleres anstellen?

Die reine Summe aber ist nicht das Problem. Wie der Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, Thies Gundlach, zuletzt in einem Text im Magazin Zeitzeichen anmerkte, ist die Relevanz des Reformationsjubiläums für Politik und Gesellschaft gar nicht hoch genug einzuschätzen. Luther – das ist kein reines Kirchenthema. Die Fragen nach Rechtfertigung, Schuld und Sühne, Gnade und Glaube durchziehen unser aller Leben. Um das deutlich zu machen, darf die Kirche auch Geld in die Hand nehmen. Wichtiger ist, zu fragen, ob die Weltausstellung es schaffen kann, dem ganz normalen nichtkirchlich geprägten Besucher klar zu machen, was Reformation für ihn ganz persönlich bedeutet und wie Luthers Denken auch sein Leben beeinflusst hat. Eine kleine Vorausschau auf das Programm lässt ahnen: Das wird nur zum Teil gelingen.

Denn was haben die Veranstalter geplant: Es wird in der Stadt Wittenberg sieben Großinstallationen zu sieben Themen geben. Eine besteht zum Beispiel aus einer Wasserfläche, auf der Holzboote treiben – eine mahnende Erinnerung an die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer. Außerdem gestalten internationale Künstler wie Ai Weiwei Zellen eines alten Gefängnisses zu Themen Luthers. Am Wittenberger Bahnhof entsteht ein 25 Meter hoher Turm mit einer Bibel auf der Spitze, „so dass jeder gleich sehen kann, worauf wir uns beziehen“, wie Margot Käßmann bei der Vorstellung der Idee sagte. Ein 30 Meter hohes Riesenrad soll Raum für Seelsorge bieten. Musiker wie Joris, Laith Al-Deen, Culcha Candela oder Yvonne Catterfeld spielen auf.

Groß, größer, Reformationsjubiläum

Die Veranstalter setzen also vor allem auf Bildgewalt. Groß und unübersehbar soll das Luther-Jubiläum sein, für jeden verstehbar und bezogen aufs Heute. Dazu abstrahieren die Organisatoren mehr als dem Gedenken gut tut. Was hat ein Seelsorgeriesenrad mit dem Mönch aus Eisleben zu tun? Was kann ein internationaler Star wie Ai Weiwei der Welt Wichtiges über den Gedanken der Reformation erklären? Und wozu braucht es einen Bibelturm, der Wittenberg überragt, außer vielleicht für die schöne Aussicht? Selbst die Verbindung Luthers zur Flüchtlingskatastrophe ist weit hergeholt, sieht man mal von dem beide verbindenden Schlagwort „Freiheit“ ab.

Was bisher von der Weltausstellung bekannt ist, zeigt, dass sie Gefahr läuft, sich in Beliebigkeit zu verlieren. Groß, größer, Reformationsjubiläum – dieses Motto lässt sich nur schwer in Verbindung mit Martin Luther bringen, dem die Theologie doch das Wichtigste war, nicht das ganze Drumherum und erst recht nicht sein eigener Ruhm.

Spannend bleibt, mit welcher Art Bereicherung die erwarteten 500.000 Gäste Wittenberg von Mai bis September wieder verlassen. Ob sie danach davon erzählen, wieviel Reformation auch in ihnen steckt. Oder ob sie sich danach das neue Joris-Album kaufen, Ai Weiwei googeln oder ihre Vorliebe für schöne Ausblicke entdecken – sei es wegen des Riesenrads oder des Bibelturms.

Von: al

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Fri, 10 Mar 2017 09:30:00 +0100
<![CDATA[So glaubt Deutschland heute]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/2017/03/10/so-glaubt-deutschland-heute/ Ein halbes Jahrtausend nach Martin Luther stehen bundesweit Kirchengebäude leer, fremdenfeindliche Bewegungen berufen sich auf das christliche Abendland und der Name Jesus Christus ist vielen kaum ein Begriff. Jörg Gläscher hat sich anlässlich des Reformationsjubiläums auf die Suche nach dem christlichen Glauben in Deutschland gemacht. Seit August 2015 reiste der Fotograf durch die Republik und hat seine Beobachtungen in Bilder gebannt. Unter dem Titel „Lutherland“ zeigt er Momente des Christivals, von Open-Air-Andachten im Schnee oder lilafarbene Lutherstatuen.

Gläschers Fotografien sind vom 11. März bis zum 5. Juni im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden zu sehen. Der Bildband „Lutherland“ erscheint am 14. März. (pro)

Görg Gläscher: „Lutherland“, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 25 Euro, ISBN 9783374049554

Von: al

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Fri, 10 Mar 2017 09:00:00 +0100
<![CDATA[„Ich bin ein Sünder“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/09/ich-bin-ein-suender/ Im ersten Interview, das Papst Franziskus einem deutschen Medium gab, machte das Oberhaupt der Katholischen Kirche deutlich: Er sei ein „ganz normaler Mensch“, ein Glaubender mit Zweifeln, Fehlern und Krisen. Um Fragen der Theologie, Kirchen- und Weltpolitik ging es in dem Gespräch, das Giovanni di Lorenzo, der Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, mit Franziskus führte, eher am Rande.

„Ich sehe mich nicht als etwas Besonderes. Ich finde eher, dieses Bild wird mir nicht gerecht, es ist übertrieben”, sagte Franziskus. Er wehrte sich dagegen, idealisiert zu werden. Das tue ihm nicht gut. „Man gesteht mir nicht zu, ein fehlbarer Sünder zu sein“, sagte er, dabei sei er genau das: Sünder und fehlbar. Und: „Mein Herr ist ein Herr der Sünder, nicht der Gerechten.“

Franziskus bekannte zudem, im Glauben Momente der Leere und der Dunkelheit zu haben. „Wie oft in meinem Leben habe ich mich versündigt, weil ich entgegen meinem Glauben wie ein Ungläubiger gehandelt habe!” Glaube sei ein Geschenk von Gott, um das ein Mensch jeden Tag neu bitten müsse. Durch Krisen könne der Glaube wachsen.

Vergebung für Hitler und Stalin?

Di Lorenzo stellte fest, dass Franziskus in Bezug auf den Teufel „sehr konkret“ sei – im Gegensatz zu vielen deutschen Theologen, die den Satan als Metapher verstünden. Franziskus bestätigte, dass er von der Existenz des Teufels überzeugt sei. „Viele Versuchungen, mit denen ich zu kämpfen habe, sind nicht dem Teufel, sondern meinen persönlichen Schwächen geschuldet. Aber bei vielen anderen hat er sehr wohl die Finger im Spiel“, sagte er. Eifersucht, Neid, Kriege oder allgemein die Auflehnung gegen das „Werk Gottes“ und gegen „den Menschen als Abbild Gottes“ bezeichnete Franziskus als „Werk des Teufels“.

Auf die Frage, ob Gott Massenmördern wie Adolf Hitler oder Josef Stalin vergeben könne, sagte der Papst, dass er es nicht wisse, dass es aber möglich sei.

„Ich bin – ich will nicht sagen: ,ein armer Teufel‘, aber ich bin ein ganz normaler Mensch, der tut, was er kann.“

„Populismus braucht einen Messias“

Franziskus wiederholte in dem Gespräch auch seine Formulierung vom Dritten Weltkrieg. „Die ganze Welt befindet sich im Krieg“, sagte er, deshalb verwende er diesen Begriff, denn der Krieg werde mit modernen Waffen geführt und weite sich immer weiter aus. In Bezug auf Europa stellte er klar, dass sich die derzeitige gesellschaftliche und politische Situation nicht mit der Lage 1933 vergleichen ließe.

Gleichwohl mache ihm der derzeitige Populismus in einigen europäischen Ländern etwas Sorge. „Populismus ist böse und endet schlecht“, sagte er. Das habe das vergangene Jahrhundert gezeigt. Um den Begriff konkreter zu machen, erklärte er, Populismus brauche „einen Messias“, der das Volk benutze, und er benötige eine Rechtfertigung, wie etwa die Identität eines Volkes schützen zu wollen.

Besuch in Deutschland unwahrscheinlich

Für die Zukunft der Kirche sieht Franziskus ein großes Problem darin, dass es zu wenige Priester gebe. Es herrsche „ein Mangel an Berufungen”. Den Zölibat zu lockern ist für den Papst aber keine Lösung, betonte er. Die Kirche denke zwar weiterhin darüber nach, verheiratete, aber im Sinne der Kirche vorbildlich lebende Männer für weitergehende Dienste einzusetzen – „bewährte Männer“, sogenannte Viri probati. Doch ob und wie, dazu blieb Franziskus vage. Auch zur Frage, ob Frauen in den hauptamtlichen kirchlichen Dienst eingebunden werden, um dem Priestermangel zu begegnen, äußerte sich der Papst nicht näher.

Ob er in diesem Jahr anlässlich von 500 Jahren Reformation nach Deutschland kommen werde, ließ Papst Franziskus offen. Er deutete aber an, dass es in nächster Zeit aufgrund vieler anderer Reisen wohl nichts werde. Er wies darauf hin, dass er 2016 im schwedischen Lund das Reformationsgedenken zusammen mit den dortigen Lutheranern gefeiert habe. (pro)

Von: jst

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Thu, 09 Mar 2017 14:32:00 +0100
<![CDATA[Die Stadt heller und bunter machen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/03/09/die-stadt-heller-und-bunter-machen/ Lesen Sie den Artikel über Sunrise Magdeburg in der Ausgabe 1/2017 des Christlichen Medienmagazins pro. Das können Sie kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915151, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online hier.

Von: jw/js

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Thu, 09 Mar 2017 13:07:00 +0100
<![CDATA[Britney Spears' Schwester dankt Gott und Fans]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/panorama/2017/03/09/britney-spears-schwester-dankt-gott-und-fans/ Das Bangen und Beten um Popstar Britney Spears' Nichte Maddie hat nun ein Ende. Mit dem Hashtag #Godisgood (Gott ist gut) dankt Jamie Lynn Spears, die jüngere Schwester der Sängerin, über das soziale Netzwerk Instagram Gott und Fans für alle Gebete und das Wunder, dass ihre Tochter wieder gesund ist.

Anfang Februar soll Maddie mit einem Gelände-Quad in einem Teich versunken sein, berichteten verschiedene Medien. Da der Gurt des Fahrzeuges geklemmt habe, sei die Kleine mehrere Minuten unter Wasser gewesen, bis sie gerettet wurde. Die Achtjährige sei bewusstlos gewesen und mit dem Helikopter ins Krankenhaus transportiert worden. Dort folgten lange Behandlungen. Angehörige und Fans bangten und beteten. Spears habe sich „vollkommen hilflos“ gefühlt. Sie bezeichnete die Geschehnisse des letzten Monats als „den schlimmsten Albtraum einer Mutter“. Doch habe sie Gottes Gnade gespürt. Maddie habe sich inzwischen wieder erholt und keine bleibenden Schäden davongetragen, berichtete die Illustrierte Gala. Jamie Lynn Spears sagte, sie habe es nicht verdient, Gottes Barmherzigkeit erfahren zu haben. „Wir sind über die Maßen gesegnet und werden (…) Gottes unglaubliche Gnade niemals vergessen.“

Die Gnade Gottes erfahren

Vor drei Wochen, eine knappe Woche nach dem Unfall ihrer Tochter, postete die 25-jährige Mutter einen Auszug des Buches „Jesus Always: Embracing Joy in His Presence“ (deutsch: „Immer Jesus: die Freude Seiner Gegenwart dauerhaft genießen“). In dem Ausschnitt bezieht sich die US-amerikanische Schriftstellerin und Seelsorgerin, Sarah Young, auf Bibelstellen im Neuen Testament, in denen es um Freude am Glauben an Gott geht.

Nachdem Jamie Lynn Spears mit der Heilung ihrer Tochter ein Wunder selbst erlebt habe, werde sie niemals aufhören, sich für alle Gebete zu bedanken. Auf Instagram erklärte sie, sie sehe sich nicht als Predigerin, aber sie habe Gottes Gnade erfahren. Die Sängerin und Schauspielerin postet hin und wieder Kommentare in Instagram, mit denen sie sich auf Gebet, Glaube und Gemeinde bezieht.

Von: csc

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Thu, 09 Mar 2017 09:59:00 +0100
<![CDATA[„Deutsche Imame sollten im eigenen Land ausgebildet werden“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/03/08/deutsche-imame-sollten-im-eigenen-land-ausgebildet-werden/ Mit religiöser Toleranz werbe die Kairoer Al-Azhar-Universität neuerdings verstärkt, schreibt der Autor Joseph Croitoru in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), unter der Überschrift „Al-Azhar statt Ditib?“. Diese Botschaft verbreite die Universität, die sich seit jeher als die höchste Autorität der sunnitischen Welt begreift, auch im Ausland. Der FAZ-Autor fragt sich, inwiefern deutsche Imame an der Al-Azhar-Universität in Kairo ausgebildet werden sollten.

Mouhanad Khorchide, Professor am Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster, sagte auf Anfrage von pro: „Wir Muslime in Europa brauchen dringend einen europäisch geprägten Islam, der mit der Lebenswirklichkeit der Muslime in Europa korrespondiert und ihre Belange ernst nimmt. Weder ein Islamverständnis aus der Türkei noch aus Ägypten würde uns wirklich weiterhelfen. Denn der Islam ist das, was Muslime daraus machen.“

Muslime durch den Kontext geprägt

Muslime seien aber immer durch die Kontexte geprägt, in denen sie leben. „Dies gilt auch für die Gelehrten.“ Ein Gelehrter in Ägypten sehe und bewerte manche gesellschaftliche Belange anders als ein Gelehrter in Deutschland, sagte Khorchide. Daher plädiert er dafür, dass die Imame in Deutschland nach einer für den deutschen Kontext etablierten Theologie ausgebildet werden. „Viele junge Muslime türkischer Abstammung fühlen sich von türkischen Imamen nicht angesprochen, sie finden in den Moscheegemeinden keine spirituelle Beheimatung.“

Nur 23 Prozent der Angehörigen der zweiten und dritten Generation türkischstämmiger Muslime gehe mindestens einmal der Woche in eine Moschee, erklärte der Islamwissenschaftler. „Warum sollten sie diese Beheimatung bei durch den ägyptischen Kontext geprägten Imamen und Moscheen finden?“ Khorchide fügte hinzu: „Wir verlieren immer mehr den Lebensbezug der Religion. Die Missachtung von Menschenrechten, von Meinungsfreiheit, von dem Recht auf Selbstbestimmung in religiöser Hinsicht und so weiter in vielen islamischen Ländern ist außerdem mehr als alarmierend. Viele religiöse Institutionen unterstützen allerdings diese Repressionen im Namen des Islams. Auf solche Verhältnisse können wir hier in Deutschland getrost verzichten.“

De Maizière verzichtet auf Statements

Das Oberhaupt der Universität, Scheich Ahmad al Tayyeb, war im Frühjahr 2016 nach Deutschland gekommen. Eingeladen hatte ihn die Universität Münster auf Initiative des Leiters des dortigen Zentrums für Islamische Theologie, Khorchide, der zuvor selbst die Al-Azhar-Universität besucht hatte. Al Tayyeb sprach vor Bundestagsabgeordneten im Großen Protokollsaal des Reichstagsgebäudes. Zwei Wochen nach Al Tayyebs Besuch reiste Bundesinnenminister Thomas de Maizière nach Kairo. In seiner Rede an der ägyptischen Universität über „religiöse Toleranz“ sagte der Innenminister: „Wir zeigen Respekt. Aber wir fordern auch Respekt ein.“ Zu den Errungenschaften in Deutschland gehöre neben der Einführung des islamischen Religionsunterrichts auch die Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Theologie.

Gleiches unterstrich er im September bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Islamkonferenz in Berlin. Der FAZ-Autor bemerkt: Beim Vergleich der beiden Reden falle auf, dass de Maizière an der Al-Azhar auf zwei wichtige Statements verzichtete: „Die Bemerkung, dass im Laufe des innerdeutschen Dialogs ,das eine oder andere unnötige Tabu gebrochen wurde‘, fehlte ebenso wie der Passus ,Politische Einflussnahme aus dem Ausland auf Deutschland unter Berufung auf Religion können wir nicht akzeptieren, insbesondere wenn sie gegen die freiheitlich-demokratische Ordnung wirkt.‘“

Rücksicht auf islamische Institution

Warum man gegenüber der Kairoer Universität so viel Rücksicht genommen habe, werde „neuerdings etwas klarer“, schreibt die FAZ. Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer besuchte vor kurzem Ägypten und twitterte am 21. Februar: „Ausführliche Begegnung mit dem Großscheich der Al-Aksa Universität in Kairo: Zusammenarbeit bei der Ausbildung von deutschen Imamen“. Fünf Tage später, im Vorfeld des Kairoer Besuchs der Bundeskanzlerin, twitterte er: „Merkelreise nach Ägypten richtig, Kooperations Angebot Al Assar Univ. für Ausbildung von Imamen in Deutschland sinnvoller als durch Ditib“. Dies begründete Singhammer in einem Interview mit Welt damit, dass „uns die Ditib … zunehmend wegbricht“.

Die Bundeskanzlerin traf sich unter anderem mit Scheich Tayyeb. Bei dem Gespräch ging es auch um das Thema Fortbildung deutscher Imame durch die Al-Azhar. Die FAZ stellt fest: „Mit Tabus zu brechen gehört nicht zur Stärke dieser sunnitischen Institution. Gerade hat ihre Leitung die mündliche Verstoßung der Ehefrau durch den Mann als unantastbare Grundlage für eine islamische Scheidung verteidigt – gegen den Reformplan al Sisis. Politisch lässt sich die Al-Azhar dagegen vom repressiven Militärregime lenken. Dass sie nun deutsche Imame fortbilden könnte, müsste Innenminister de Maizière eigentlich missfallen.“ (pro)

Von: js

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Wed, 08 Mar 2017 17:02:00 +0100
<![CDATA[Kermani mit Zeitungspreis geehrt]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/03/08/kermani-mit-zeitungspreis-geehrt/ Der Deutsch-Iraner Navid Kermani ist Publizist, Buchautor und Orientalist. Die Jury des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, bestehend aus Chefredakteuren, würdigte mit der Auszeichnung nach eigenen Angaben Kermanis Engagement für Toleranz und eine zivile Gesellschaft. Insbesondere erhalte er den Preis für seine als Folge der Kölner Silvesternacht 2016 mit anderen prominenten Rheinländern formulierte „Kölner/Rheinischen Botschaft". Darin forderte er, sexuelle Übergriffe nicht zu tolerieren und bandenmäßige Kriminalität zu bekämpfen. Zudem brandmarkt der Text ein behördliches Versagen und spricht sich gegen Pauschalverdächtigungen gegen Migranten aus. Der Text ist in vier Zeitungen der Region erschienen.

Zum Hintergrund: In der Silvesternacht waren am Hauptbahnhof in Köln zahlreiche Frauen Opfer sexueller Übergriffe durch Nordafrikaner geworden. Presse und Behörden hatten zunächst nicht auf den Vorfall reagiert, erst nach und nach wurde das Ausmaß der Verbrechen bekannt.

Zeichen gegen Rechts setzen

Kermani sagte bei der Preisverleihung im Axel-Springer-Haus in Berlin, es sei ihm geradezu peinlich, dass er für etwas ausgezeichnet werde, für das er nur gemeinsam mit vielen anderen verantwortlich sei. Nach der Silvesternacht habe es eine Sprachlosigkeit in Köln gegeben. „Wir merkten, dass da ein Gesang von Rechts anschwoll“, erinnerte er sich. Das sei der Moment gewesen, ein Zeichen zu setzen. Natürlich sei die Mehrheit der Gesellschaft gegen Gewalt an Frauen. Das sei aber kein Grund, die Basis des Zusammenlebens über Bord zu werfen. Deshalb sei die „Botschaft“ erschienen. „Ohne die vielgescholtene ,Lügenpresse‘ wäre das nie bekannt geworden, was in Köln passiert ist“, lobte er die Arbeit der Medien.

Zeitungen seien heutzutage ganz entscheidend, weil Menschen wie der derzeit in der Türkei inhaftierte Journalist Deniz Yücel vor Ort seien, beobachteten, was tatsächlich geschehe und darüber informierten. Das könne sonst niemand leisten.

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger und Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, sagte über den Preisträger, er verstehe es, von der „Schönheit Gottes und der Hässlichkeit des Islamismus“ zu berichten und zugleich für Toleranz zu werben. Das sei der „Geist, der heutzutage gebraucht wird“.

Text, der in jedes Schulbuch gehört

Als einen Autor, dessen Bandbreite seinesgleichen suche, würdigte der Soziologe und Autor Wolf Lepenies Kermani. So berichte er als Reporter von den Flüchtlingsrouten dieser Welt, verfasse aber auch Kinderbücher. Der Grundton all seines Tuns sei der „Patriotismus für die Demokratie“. Er warne die Mehrheitsgesellschaft davor, Einheitlichkeit herstellen zu wollen und Multikulturalismus zu ersticken. Sein Text zur Silvesternacht sei ein deutliches Zeichen gegen Fremdenhass gewesen. „Dieser Text gehört in jedes Schulbuch“, sagte Lepenies.

Der Bürgerpreis wird seit dem Jahr 2010 vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger für herausragendes bürgerschaftliches Engagement ausgeschrieben und ist mit 20.000 Euro dotiert. In den Vorjahren ging der Preis an Elisabeth Ehninger, Gründerin des Vereins „Dresden - Place to be", der eine positive Willkommenskultur in der sächsichen Stadt etablieren will. Auch die christliche Aktivistin gegen Menschenhandel, Gaby Wentland, wurde von den Zeitungsmachern schon mit dem Preis geehrt. (pro)

Von: al

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Wed, 08 Mar 2017 12:56:00 +0100
<![CDATA[Ökumenischer Buß- und Versöhnungsgottesdienst im TV]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/08/oekumenischer-buss-und-versoehnungsgottesdienst-im-tv/ Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wollen im Festjahr zum 500. Reformationsjubiläum aufeinander zugehen und den christlichen Glauben bezeugen. Ein Ansatzpunkt ist der zentrale ökumenische Buß- und Versöhnungsgottesdienst am Samstag in der Michaeliskirche in Hildesheim. Das Gedenken wird ab 17 Uhr als Fernsehgottesdienst der ARD live übertragen.

Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundestagspräsident Norbert Lammert, der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Andreas Voßkuhle, und Niedersachsens Ministerpräsident, Stephan Weil, haben ihre Teilnahme angekündigt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm leiten den Gottesdienst gemeinsam. Außerdem wirken die methodistische Bischöfin Rosemarie Wenner als Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und Erzpriester Constantin Miron mit. Zudem beteiligen sich die Präses des Rates der EKD, Irmgard Schwaetzer, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, an der Gestaltung.

Zentrales Ereignis im Rahmen der Reformationsfeierlichkeiten

Der Gottesdienst am Vorabend des zweiten Sonntags der Passions- und Fastenzeit ist ein zentrales Ereignis im Rahmen der Reformationsfeierlichkeiten. Die Reformation Martin Luthers hat zu einer Kirchenspaltung geführt. In dem Gottesdienst soll es darum gehen, die Wunden der Vergangenheit zu benennen und Gott um Vergebung zu bitten. Das ist in dem Begriff „Healing of Memories“ zusammengefasst. Aus der Versöhnung heraus „erwachsen Verpflichtungen für das zukünftige Miteinander, die beide Seiten vor Gott eingehen“, heißt es in der Ankündigung für den Gottesdienst.

2017 wird erstmals seit dem Reformationszeitalter ein Reformationsjubiläum in ökumenischer Gemeinschaft gefeiert. Unter dem Leitmotiv „Christusfest“ haben die Evangelische und Katholische Kirche in Deutschland zahlreiche gemeinsame Projekte für das Jahr 2017 verabredet. In der Kirche St. Michaelis in Hildesheim sind bis heute der evangelische Kirchenraum und eine katholische Krypta baulich unmittelbar miteinander verbunden. (pro)

Ökumenischer Buß- und Versöhnungsgottesdienst: ARD, Samstag, 11. März, 17 bis 17.50 Uhr

Von: jw

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Wed, 08 Mar 2017 12:16:00 +0100
<![CDATA[„Journalisten verbreiten Propaganda“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2017/03/08/journalisten-verbreiten-propaganda/ Die Presse verbreite „subtile Propaganda“, sagte Ragg bei seinem Vortrag in der „Arche Potsdam“. Das geschehe oft allein durch die Wortwahl der Journalisten. So sei das Wort „Flüchtling“ ein wertender Begriff. Das neutrale Wort laute „Migranten“ oder „Zuwanderer". „Wenn ich alle Zuwanderer pauschal zu Flüchtlingen erkläre, verhindere ich das Nachdenken darüber, ob es unterschiedliche Gruppen unter ihnen gibt, die unterschiedlich zu behandeln sind“, warnte er.

Warum werde nur die AfD mit einem Attribut belegt, indem sie rechtspopulistisch genannt werde, fragte er weiter. Niemand spreche zum Beispiel von der sozialistischen Linken. „Wir kennen die AfD nun, ein erklärender Zusatz ist nicht mehr notwendig“, sagte Ragg.

Die Berichterstattung über die Silvesternacht 2016 in Köln nannte er „Fake News“. Bewusst hätten die Medien verbreitet, dass die Nacht friedlich verlaufen sei, obwohl sich im Nachhinein herausstellte, dass es zahlreiche scheinbar organisierte Übergriffe von Nordafrikanern auf Frauen gegeben hatte.

Lebensschützer oft Opfer der Medien

Christen seien oft Opfer von solcherlei Falschmeldungen. Regelmäßig ignorierten Medien Demonstrationen von Lebensschützern oder nannten zu geringe Teilnehmerzahlen etwa des Marschs für das Leben. Auch, dass das Thema Abtreibung für viele Amerikaner wahlentscheidend gewesen sei, hätten die Medien schlicht ignoriert. Das sei ein Grund dafür, dass viele vom Wahlsieg Donald Trumps derart überrascht gewesen seien.

In Magazinen oder Zeitungen müsse der Leser überdies aufpassen, dass die Überschrift auch zum Inhalt passe. Ragg erinnere sich an einen Artikel mit der Überschrift „leere Kirchen“, dessen Inhalt erklärte, 40 Prozent der Deutschen wollten an Ostern in einen Gottesdienst gehen. Dies und andere Beispiele zeigten die „gefärbte Brille, die Journalisten heute aufhaben“.

Das bleibe nicht ohne Folge für das Ansehen des Journalismus. So hätten laut Umfragen 60 Prozent der Deutschen kein oder wenig Vertrauen in die Medien. Dies zeige sich auch am massiven Rückgang der Auflage vieler Zeitungen. Allein die Bild-Zeitung habe seit dem Jahr 2000 60 Prozent ihrer Auflage verloren. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung habe seit 2010 30 Prozent Auflagenverluste gemacht.

Informieren statt erziehen

In der Bibel heiße es, der Mensch solle die Zeichen der Zeit erkennen. Zu diesem Zweck gebe es Medien. Wichtig sei aber vor allem deren Wahrhaftigkeit. Wenn Journalisten erziehen wollten anstatt zu informieren, blühten die Verschwörungstheorien. Jeder suche nach Antworten. Wer das Gefühl habe, die Presse liefere sie nicht mehr zuverlässig, suche an anderen Orten. Gerade in Zeiten des Internets boomten Verschwörungstheorien.

Tendenziöse Berichterstattung sei auch deshalb problematisch, weil der Mensch dazu tendiere, der Masse zu folgen. „Wenn die Leute zehntausend Mal aus allen Kanälen dieselben Falschmeldungen hören, neigen sie dazu, sie zu glauben. Zugleich verstummten mit der Zeit die kritischen Stimmen“, warnte Ragg.

Ragg war bis 2009 Pressesprecher des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“. Er hat bereits für Zeitungen wie die Welt am Sonntag oder den Rheinischen Merkur geschrieben und war unter anderem als Moderator bei Bibel TV tätig. (pro)

Von: al

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Wed, 08 Mar 2017 11:16:00 +0100
<![CDATA[Christlicher Sender zeigt TV-Reihe über Israel]]> https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/03/08/christlicher-sender-zeigt-tv-reihe-ueber-israel/ Christliche Gruppen in Amerika wollen in einer 13-teiligen Dokumentation die Bedeutung des Staates Israel für Christen und für die gesamte Welt aufzeigen. Die englischsprachige Reihe „Warum Israel wichtig ist“ (Why Israel Matters) zeigt der Senderzusammenschluss „Trinity Broadcasting Network“ (TBN) seit Ende Februar. Sie ist auch online zu sehen.

Die wöchentlichen Folgen präsentiert jeden Dienstag Mati Schoschani, der sich als messianischer Jude versteht. Er ist Leiter von TBN in Israel. Im ersten Teil geht es um die Rückkehr von Juden nach Israel. Schoschani hat dazu auch mit Juden aus China gesprochen, die ihre Beziehung zu Israel aufrecht erhalten haben. Eine chinesische Jüdin sagt etwa, ihr Vater habe die Bedeutung Israels deutlich gemacht. Er habe ihr gesagt: „Eines Tages musst du in das Land Israel zurückkehren. Denn das ist das Land, das Gott uns gegeben hat.“

In der Folge kommt auch Pnina Tamano-Schata zu Wort, die erste äthiopische Jüdin, die als Abgeordnete in der Knesset saß. Zudem ist ein Holocaust-Überlebender zu sehen, der in der Zeit der Nationalsozialisten neben Anne Frank wohnte. In weiteren Folgen geht es um Israels Weg im feindlich gesonnenen Nahen Osten, um die Fortschritte in den Bereichen Technologie, Wirtschaft und Militär, sowie um das gegenwärtige Leben in Israel.

Mehr Verständnis für Israel

Die Serie wurde im Verbund mit der evangelikalen Organisation „Liberty Council“ entwickelt, zu der auch die Organisation „Christians in Defense of Israel“ (CIDI) gehört. Nach eigenen Angaben gehören zu den beiden Organisationen mehr als 300.000 Israel-Unterstützer.

Der Vorsitzende von TBN Matt Crouch erklärte, der Sender habe seit der Gründung 1973 Israel unterstützt. Die neue Sendung gebe den Zuschauern einen „Einblick in diese Nation und das Volk, das dem Herzen Gottes so nahe ist“, heißt es in einer Mitteilung des Senders.

Der Gründer von CIDI und „Liberty Counsel“ Mat Staver sagte, die Serie vertiefe das Verständnis der starken Verbindung mit Israel durch den Glauben. „Niemals zuvor war es für Christen und andere wohlmeinende Menschen wichtiger, solidarisch mit dem Staat und dem Volk Israel zu sein.“

Von: df

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Wed, 08 Mar 2017 09:32:00 +0100
<![CDATA[„Ich schäme mich nicht für meinen Glauben“]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2017/03/07/ich-schaeme-mich-nicht-fuer-meinen-glauben/ Eine Rezension von Michael Müller]]> Das Massaker an der Columbine-High-School in der amerikanischen Stadt Littleton im Jahr 1999 hat diverse filmische Verarbeitungen nach sich gezogen. Am bekanntesten ist sicherlich Michael Moores sehr subjektive, zugespitzte Dokumentation „Bowling for Columbine“, welche das Verhältnis der Amerikaner zu Waffenbesitz analysiert. Die Frage nach den Motiven der beiden Amokläufer, die damals 13 Menschen ermordeten und 24 weitere verletzten, steht meist im Zentrum der Filme. In den besten Werken, wie zum Beispiel bei dem Gewinner der Goldenen Palme, „Elephant“ von Gus Van Sant, ist es das Hinterfragen einfacher Antworten, welche die Qualität ausmacht. „Elephant“ zeigt wertungsfrei und geradezu meditativ den Alltag einiger Schüler vor dem Amoklauf.

Der Film „Ja, ich glaube“, der jetzt in Deutschland auf DVD erschienen ist, wählt einen anderen Ansatz. Das Werk basiert auf den Tagebucheinträgen von Rachel Joy Scott (Newcomerin Masey McLain), die das erste Opfer des damaligen Massakers am 20. April war. An dem exemplarischen Beispiel der jungen Christin macht Regisseur Brian Baugh die Unmenschlichkeit der Tat fest.

Die 17-jährige Rachel ist in der zehnten Klasse der Columbine-High-School. Sie schwärmt für Theater und ihren Mitschüler Alex (Cameron McKendry), der ein eigenes Stück für die Theatergruppe adaptiert hat. Wenn sie nicht mit ihm Shakespeare rezitiert, hilft sie dem jungen Obdachlosen Nathan (Ben Davies) wieder auf die Beine, indem sie ihn mit in die Jugendgruppe der Kirche nimmt.

Herausforderung, Christ zu sein

Im Original heißt der Film „I'm Not Ashamed“. „Ich bin anders als meine Freunde. Ich kann mich nicht verstellen. Ich will jemanden, der will, was ich bin – und nicht die aufgesetzte Version, die ich denke, dass andere denken, die ich bin“, sagt Rachel nachts am Pool zu Alex. In diesem ein wenig umständlich formulierten Satz stecken alle Probleme des Teenagers und die Stärke des Films.

Denn in diesem Aspekt ist „Ja, ich glaube“ eine emotional genaue Beschreibung, was es für eine Herausforderung für einen jungen Christen sein kann, unter Gleichaltrigen den eigenen Grundsätzen treu zu bleiben. Rachels Tagebucheinträge erlauben Zweifel an Gott, eine emotionale Taubheit im Bezug auf Jesus, auch Selbstmordgedanken. Ihren Glauben verliert sie dabei nicht, aber sie spürt die Prüfungen des Lebens am eigenen Leib, vor allem in der verwirrend schmerzhaften Beziehung mit Alex.

Masey McLain trägt den Film

Die Rachel-Darstellerin Masey McLain erinnert optisch ein wenig an die junge Winona Ryder in dem vergessenen Teenie-Klassiker „Heathers“ aus dem Jahr 1988. Auch da geht es um Gewalteskalation an einer High School und den Druck in Mädchen-Cliquen, die den Schulflur als ihren Laufsteg begreifen. Nur ist „Heathers" von tiefschwarzem Humor überzogen, wohingegen „Ja, ich glaube“ Hoffnung machen und an Rachel Scott erinnern will. Es ist dem Film ein Anliegen, zu zeigen, welche Leben Rachel positiv beeinflusst hat.

Die beiden Amokläufer sind als Figuren schemenhaft angerissen, flackern gelegentlich im Gedächtnis des Zuschauers auf. Sie werden banal psychologisiert: Einer der beiden wird anfangs als menschliche Bowlingkugel verwendet, als ihn Mitschüler mit Öl einreiben und auf dem Schulflur entlang ziehen. In der nächsten Szene liest einer der Amokläufer schon Nazi-Literatur, dann spielen sie gemeinsam ein Ballerspiel auf dem Computer, dann schwärmen sie von Rassenlehre in der Cafeteria. Sie suchen sich beim Amoklauf Rachel bewusst als Opfer aus, weil sie wissen, dass sie gläubig ist.

Der Film „Ja, ich glaube“ hat teils kitschige Dialoge und auch die ein oder andere hölzerne Schauspielleistung zu bieten. Aber er vermittelt die Dynamiken unter jungen Menschen recht gut. Außerdem überzeugt Hauptdarstellerin Masey McLain, die den Film trägt. Von ihr ist in der Zukunft gewiss noch mehr zu erwarten. Rachel Scotts Tod inspirierte nach dem Columbine-Massaker die Gründung der Organisation „Rachel's Challenge“, die sich heute an amerikanischen Schulen gegen Gewalt einsetzt. (pro)

Von: mm

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Tue, 07 Mar 2017 13:54:00 +0100
<![CDATA[Millionenschwere Lutherausstellung öffnet im Mai]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/07/millionenschwere-lutherausstellung-oeffnet-im-mai/ Über 2.000 Veranstaltungen, 16 Themenwochen zum Thema Freiheit und eine Kunstausstellung mit internationalen Stars wie Ai Weiwei – das sind nur einige Eckdaten der am 20. Mai beginnenden Weltausstellung zum Reformationsjubiläum in Wittenberg. „Tore der Freiheit" ist der Titel des Events, das die Verantwortlichen bei der Vorstellung am Dienstag „die größte Veranstaltung Europas" nannten. Das lassen sie sich 20 Millionen Euro kosten, finanziert aus staatlichen und kirchlichen Mitteln sowie durch Sponsorengelder. Erwartet werden eine halbe Million Besucher.

Die Botschafterin für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, erklärte, der Titel „Tore der Freiheit" sei mit Bezug auf die Bibel enstanden. Darin seien Tore Orte der Begegnung gewesen. Märkte hätten dort stattgefunden oder Gerichtsprozesse seien abgehalten worden. In Toren würden Fragen gestellt und das solle auch beim Reformationsjubiläum geschehen, und zwar „international und ökumenisch". Die Bibel sei das Fundament der Weltausstellung, wichtig sei den Veranstaltern aber, dass man im Gespräch mit Menschen sei, „die anders glauben als wir oder nicht glauben" – daher auch der Titel „Weltausstellung“. „Wir wollen in Wittenberg die Fragen der Welt mit Menschen aus aller Welt diskutieren", fasste sie zusammen.

Die sieben Torräume der Weltausstellung werden unterschiedlich gestaltet sein. Käßmann kündigte einen Paradiesgarten, Glaspaläste und eine Installation mit Booten auf einem Schwanenteich als Erinnerung an die Flüchtlingsbewegungen auf dem Mittelmeer an. Doch nicht nur die Torräume sind ein zentrales Element der Ausstellung. Bis zum Ende am 10. September umfasst das Programm 16 Themenwochen zu Gerechtigkeit, Frieden oder Ökumene, aber auch zu Gender, interreligiöser Dialog oder Medien.

Seelsorge im Riesenrad

Die vielleicht ungewöhnlichste Idee der Ausstellung ist ein Riesenrad, in dem Seelsorger zum Gespräch einladen. Sie habe sich am Anfang auch gefragt, ob das eine sinnvolle Idee sei, gab Käßmann zu. Überzeugt habe sie, dass eine solche Einrichtung absolute Privatsphäre beim Gespräch biete. Für die Gottesdienste kündigte sie an, nicht an konfessionellen oder religiösen Unterschieden kleben zu wollen. So werde es ein Christuszelt geben, unter dessen Dach sich etwa Baptisten mit Katholiken oder Protestanten treffen sollen. Die Veranstalter bilden auch das Berliner „House of One" ab, eine geplante Begegnungs- und Bildungsstätte für Juden, Muslime und Christen. Damit trotz aller Interreligiosität jeder, der am Bahnhof ankomme, gleich sehe, worauf sich die Veranstalter beziehen, entstehe dort ein Turm mit der Bibel als Symbol an der Spitze.

André Schmitz, Vorsitzender des Kulturberatungskreises für die Weltausstellung, stellte das wohl am prominentesten besetzte Projekt der Ausstellung vor. Im alten Frauengefängnis der Stadt Wittenberg gestalten nationale und internationale Künstler wie Ai Weiwei, Jonathan Meese oder Günther Uecker Zellenräume. „Luther und die Avantgarde" lautet der Titel dieser Installation, bei der die Künstler die Themen Luthers aufgreifen sollen.

Der Wittenberger Oberbürgermeister Torsten Zugehör lobte die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern des Reformationsjubiläums: „Wir müssen darauf achten, was unsere Freunde von der Kirche in der Stadt tun, andererseits aber Vertreter des Staates im Rathaus sein", erklärte er. Das habe aber bisher wunderbar funktioniert. Amüsiert fügte er hinzu, er habe als zuständiger Standesbeamter bereits Anfragen für Trauungen im Riesenrad erhalten und ziehe das in Erwägung. Bei der Eheschließung werde er dann aber darauf achten, dass sich das Paar auf dem Weg nach oben das Ja-Wort gebe, und nicht an der steilsten Stelle. (pro)

Von: al

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Tue, 07 Mar 2017 13:00:00 +0100
<![CDATA[Mehr Verantwortung für Laien gefordert]]> https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/03/07/mehr-verantwortung-fuer-laien-gefordert/ Laien viel mehr als bislang in Kirchen einbinden – das schlägt Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), vor. Dieser Schritt sei unausweichlich angesichts des Priestermangels und des fehlenden Nachwuchses in Kirchen. Laien sollten in katholischen Gemeinden mehr Verantwortung übernehmen. Sei es als theologische und spirituelle Ansprechpartner oder als Leiter einer Kirchengemeinde. „Wir steuern auf eine Katastrophe zu, was die priesterliche Begleitung der Pfarrgemeinden betrifft“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Thomas Sternberg stellte klar, sich bei Laien auf „kompetente Männer und Frauen“ zu beziehen. Doch der Beruf des Priesters erscheine immer weniger attraktiv. Dazu trage außer dem Zölibat und dem Verzicht, Frauen zu ordinieren, auch bei, dass der Beruf des Priesters heutzutage als exotisch angesehen werde.

In der Evangelischen Kirche macht sich ebenso bemerkbar, dass die Zahl der Geistlichen sinkt. In den kommenden zehn bis 15 Jahren werden 30 bis 40 Prozent der Pfarrer in den Landeskirchen in den Ruhestand gehen, teilte das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland mit. Die bisherige Zahl von Pfarramtsstudenten werde jedoch nicht reichen, um diese Lücken zu füllen. Deshalb würden in den nächsten zehn Jahren bundesweit Tausende neue Pfarrerinnen und Pfarrer benötigt, erklärte die Leiterin der Bildungsabteilung im Kirchenamt, Oberkirchenrätin Birgit Sendler-Koschel, nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur.

Befragung: An Bereitschaft und Engagement mangelt es nicht

Die Sonderauswertung des vierten Freiwilligensurveys für die Evangelische Kirche zeigt, dass es an ehrenamtlichem Engagement nicht grundsätzlich fehlt. Fast ein Drittel aller Engagierten in Deutschland sind Mitglieder der evangelischer Kirchengemeinden (ohne Freikirchen). Hauptmotive für ihr Engagement seien dabei insbesondere Spaß und der Wunsch, mitzugestalten sowie mit anderen Menschen und Generationen zusammenzukommen. Jeder Zehnte von ihnen übt sein Engagement im Bereich „Kirche und Religion“ aus, von denen wiederum mehr als die Hälfte sich schon länger als fünf Jahre engagiert.

Diese Zahlen legen nahe, dass Mitglieder der Kirche bereit sind, im Kirchenleben mitzuarbeiten und es zu unterstützen. Insbesondere in evangelischen Freikirchen zeigen mehr als zwei Drittel der Mitglieder starkes ehrenamtliches Engagement. Der Einsatz im Bereich „Kirche und Religion“ wird jedoch von über 50 Prozent der sich engagierenden Freikirchlern als das zeitaufwendigste wahrgenommen.

Derzeit befassen sich die katholischen Orts- und Weihbischöfe in Deutschland auf ihrer Vollversammlung mit der Problematik des Priestermangels. Außerdem werden bei dem Treffen in Bergisch Gladbach Themen wie die Flüchtlingspolitik, Jugendseelsorge und der Umgang mit Populismus diskutiert. Die Versammlung begann am Montag und dauert bis Donnerstag. (pro)

Von: csc

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Tue, 07 Mar 2017 12:03:00 +0100
<![CDATA[Keine Angst vor großen Fragen]]> https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2017/03/07/keine-angst-vor-grossen-fragen/ Eine Rezension von Jonathan Steinert]]> Die Bibel als Theaterstück auf die Bühne zu bringen, ist ein kühnes Unterfangen. Schließlich ist die Bibel keine in sich geschlossene Erzählung mit einer angelegten Dramaturgie. Oder doch? Jedenfalls geht es von vorn bis hinten um Gott und seine Beziehung zu den Menschen, um Sinn, Woher und Wohin.

Das sind auch die Fragen, die das Theaterstück „Die Bibel“ des schwedischen Schriftstellers Niklas Rådström zusammenhalten. Das Theater Rudolstadt führt das Werk derzeit erstmals in deutscher Sprache auf. Ausgewählte Geschichten aus der Bibel werden dabei in 41 einzelnen Sequenzen aneinandergereiht, miteinander verknüpft und als Revue wie eine Collage zusammengefügt. Insgesamt 75 Rollen sind dabei mit 19 Schauspielern besetzt. Dreieinhalb Stunden dauert das Ganze und ist dabei so unterhaltsam wie tiefsinnig. Es geht los mit der Schöpfung und endet mit der Offenbarung – und Jona im Bauch des Wals. Dazu später mehr.

Adam und Eva in der Arche

Der erste Teil des Stückes erzählt biblische Episoden weitgehend chronologisch, wenn auch mit einigen Sprüngen. Die einzelnen, zum Teil nur wenige Minuten langen, in sich abgeschlossenen Sequenzen erscheinen dabei in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Der Schöpfungsbericht spielt auf einer Theaterbühne, die für ein neues Stück vorbereitet wird. Der Bericht von der Erschaffung der Welt ist gleichsam die Anweisung für Bühnenbildner und Beleuchter, wie die Szenerie einzurichten ist.

Es folgen Adam und Eva nahezu unbekleidet im Paradies und der Sündenfall, dann läuft Kain durchs Bild, der gerade seinen Bruder ermordet hat; weiter geht es mit der Sintflut, wobei sich Adam nun in Jeans und Eva im Minikleid als blinde Passagiere an Bord der Arche geschlichen haben. Nachdem Noah den Aktenordner dicken Vertrag des neuen Bundes mit Gott unterzeichnet hat, bauen er und seine Söhne mit am Turm von Babel, bevor sich die Handlung ausführlicher Abraham und Sarah widmet.

Mose sitzt in Blaumann-Hose, Unterhemd und Hosenträgern am Tisch und löffelt seine Suppe, als er im Radio hört, dass die Ägypter von den Israeliten in ihrem Land die Nase voll haben. Dann explodiert das Radio und Gott erteilt aus der Flamme Mose den Auftrag, sein Volk zu befreien. Später predigt Jesaja Touristen im Tempel das Gericht, während er sich nackt auf dem Boden wälzt, bevor er dann verprügelt wird. Durchaus bibelnah, aber in dieser Direktheit verstörend. Genauso wie Mose, als er wie im Wahn sein halbes Volk mit einem Maschinengewehr niederballert, weil die Israeliten mit Disko-Musik um das Goldene Kalb Party machen. Oder die brutalen Kriege, die das Volk führte, als es ins verheißene Land zieht.

Wer ist gerecht?

Indem diese Szenen in ein zeitgemäßes Umfeld gesetzt werden, werden sie viel greifbarer und konkreter, ihre Themen drängender, als wenn man sie einfach als „alte Geschichten“ läse. Bei allen Gags und humorvollen Anspielungen in dem temporeichen Stück: Es geht um ernsthafte Fragen. Fragen an Gott, an die Menschheit und an das Leben, Fragen nach Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit, nach Krieg, Flucht und Versöhnung, Glaube und Zweifel. „Ist es Gottes Ziel, dass sich die Menschen umbringen?“, fragt etwa einer der drei Engel des Herrn, die die Protagonisten und die Zuschauer das ganze Stück über begleiten.

Einer von ihnen entpuppt sich im weiteren Verlauf als Luzifer, der später Hiob prüft und Jesus versucht. Er verlässt seine Kollegen, weil er frustriert ist, das Gefühl hat, dass die Menschen ohnehin ihr eigenes Ding machen und nicht mehr auf den Rat der Engel hören. Die anderen beiden sitzen später bei Jesus und lauschen der Bergpredigt. Hin und wieder gibt es auch Kommentare und Erklärungen zum Bühnengeschehen, die direkt ans Publikum gerichtet sind.

Außer den Engeln tauchen auch Adam und Eva, oder einfach „Mann“ und „Frau“, immer wieder auf – bei den Israeliten in der Wüste, in babylonischer Gefangenschaft, in einer kurzen Begegnung mit Paulus. Als Paar, das miteinander durchs Leben irrt, sich verliert, sucht, schließlich irgendwann wiederfindet und seine Liebe in Worte aus dem Hohelied Salomos kleidet. Der Mann und die Frau stehen wie auch die meisten anderen Figuren in „Die Bibel“ für die Menschen, die mit oder ohne Gott versuchen, einen Weg durch das Leben zu finden. Immer wieder geht es um die Frage: „Wer ist ein Gerechter?“ – „Einer, der Gottes Willen tut“, was in dem Stück eher nach Druck als nach Freiheit klingt.

Fragen, die immer wieder gestellt werden

Bis einer der Engel sagt, Gott müsse sich neu erfinden, woraufhin Paulus' Hohes Lied der Liebe erklingt und Jesus ins Spiel kommt als derjenige, der dem spottenden Satan tatsächlich die andere Wange hinhält, die zweite Meile mit ihm geht und ihn schließlich den Rest des Weges selber trägt, als der nicht mehr kann.

Im zweiten Teil des Stückes geht es nicht mehr chronologisch zu. Die Szenen, die manchmal eher zu Handlungsschnipseln werden, springen zwischen Tod Jesu, babylonischer Gefangenschaft, Hiob, Bergpredigt, Zacharias, Paulus und Jona hin und her. Das ist zunächst etwas verwirrend, aber im Grunde sehr intelligent gemacht. Denn die Themen der jeweiligen Geschichten und die Fragen, die die Menschen stellen, sind zu allen Zeiten die gleichen, sie kehren immer wieder. Besonders deutlich wird das in der Szene, als Petrus im Zusammenhang der babylonischen Gefangenschaft Jesus verleugnet. Wer ist Gott und wie stehe ich zu ihm? Diese Frage mussten sich die Juden im Exil genauso wie zur Zeit Jesu stellen. Und die Menschen heute müssen es auch.

Am Ende des komplexen Werkes ringt der Prophet Jona im Bauch des Fisches im Gebet mit Gott. „Wo bist du?“, ist seine Frage. Im Hintergrund der Bühne zitieren Gestalten Texte aus der Offenbarung und eröffnen die Perspektive auf das Buch des Lebens, in dem die Namen der Geretteten stehen werden. „Keine Angst, keine Angst“, sprechen sie im Chor. Als letzter Laut in dem Stück ist ein Babyschrei zu hören. Steht der für die Geburt von Jesus, für die geistliche Neugeburt eines Menschen, für den Kreislauf des Lebens oder für etwas ganz anderes?

Ein neuer Blick auf die Bibel

Der Schluss, wie auch das ganze Werk überhaupt, lässt viel Raum für Interpretation. „Da hat man was zum Nachdenken“, sagt eine Zuschauerin nach der Vorführung. Da hat sie recht. Das Stück ist derart facettenreich, mit vielen Querverweisen, Anspielungen auf aktuelle weltpolitische Situationen und aufgeworfenen Fragen, dass in der Rückschau immer neue Aspekte hervortreten. Der kreative und originelle Zugang zu den Geschichten eröffnet ganz neue Blickrichtungen darauf.

Das Theater Rudolstadt hat mit „Die Bibel“ ein wirklich lohnendes und herausforderndes Stück auf die Bühne gebracht. Trotz der vielen Szenenwechsel und Sprünge gelingt es den Schauspielern, die Zuschauer auch in kurzen Szenen, ins Geschehen hineinzuziehen. Die Texte sind weitgehend sehr eng an der Bibel angelehnt und zu einem guten Teil wörtliche Zitate. Dabei lässt „Die Bibel“ offen, wie die Bibel historisch zu verstehen ist. An einer Stelle klingt an, dass darin doch eher Märchen seien, die mit neuem Sinn gefüllt werden müssten. Diese Distanz des Stückes zu seiner Vorlage schadet aber überhaupt nicht. Es hilft eher dabei, den Kern der Geschichten zu finden und sich den Fragen zu stellen – Fragen an die Bibel und an Gott selbst, wie auch der Frage nach dem eigenen Standpunkt dazu. (pro)

„Die Bibel“ von Niklas Rådström läuft im Theater Rudolstadt noch bis zum 6. Juni.

Von: jst

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Tue, 07 Mar 2017 11:09:00 +0100
<![CDATA[Neuer Streit um „Ehe für Alle”]]> https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/03/06/neuer-streit-um-ehe-fuer-alle/ Am Dienstag tagt die Große Koalition in Berlin und das Thema des Tages ist spätestens seit dem vergangenen Wochenende gesetzt. Die SPD will die „Ehe für Alle”. Das allein ist keine Überraschung, zog sie mit diesem Anliegen doch bereits in die letzte Bundestagswahl. Seitdem jedoch ist die Freigabe der Ehe für Homosexuelle und damit auch die Angleichung des Adoptionsrechts ins Stocken geraten. Zwar beschloss die Politik in der laufenden Legislaturperiode einen Abbau steuerlicher Nachteile von Lebenspartnern. Eine völlige Gleichstellung aber war mit der CDU bisher nicht zu machen.

„CDU und CSU sollten endlich über ihren Schatten springen und die 'Ehe für alle' nicht weiter blockieren", sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann am Sonntag dem Spiegel und erklärte die Liberalisierung zu einer „Frage der Gerechtigkeit". Schon seit längerem stand für die Koalitionstagung am Dienstag auf der Agenda, letzte noch durchzusetzende Anliegen vor der Bundestagswahl zu besprechen. Zum ersten Mal wird diese Woche auch Martin Schulz als designierter SPD-Chef an dem Treffen teilnehmen.

„Auf ein falsche Art konservativ"

Das ZDF hatte bereits Ende Februar darüber berichtet, dass der SPD-Kanzlerkandidat die Eheöffnung im Wahlkampf zum Thema machen will. Wer sich verspreche, in guten wie in schlechten Tagen füreinander da zu sein, der solle eine Ehe schließen könnnen, egal, ob es sich dabei um ein hetero- oder homosexuelles Paar handele, hieß es damals laut ZDF im Willy-Brandt-Haus. Die Partei wolle im Wahlkampf auch das volle Adoptionsrecht für Homosexuelle fordern. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) – von jeher eine Befürworterin der Eheöffnung – verstärkte die Forderung jüngst und erklärte laut der Tageszeitung Die Welt: „Politik darf Familien nicht einengen und vorschreiben, wie sie zusammen leben. Moderne Familienpolitik muss auch gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften unterstützen.“

Rückendeckung für die SPD gab es in den vergangenen Tagen bei diesem Thema nicht nur durch diverse Grünen- und Linke-Politiker. Ausgerechnet ein CDU-Mann sprang den Sozialdemokraten bei. Präsidiumsmitglied Jens Spahn sagte der „Bild am Sonntag": „Dass zwei Menschen in der Ehe verbindlich füreinander einstehen, ist ein Grundwert der Union." Er selbst würde gerne mit seinem Lebensgefährten Kinder adoptieren. „Aber leider ist meine eigene Partei da auf eine falsche Art konservativ." Bisher hatten sich führende Unionspolitiker wie Fraktionschef Volker Kauder und nicht zuletzt Kanzlerin Angela Merkel skeptisch gezeigt, was das Adoptionsrecht für Homosexuelle angeht.

Nicht die Bedürfnisse der Kinder im Blick

In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins Focus findet auch die Journalistin Birgit Kelle kritische Worte für eine völlige Gleichstellung. „Der natürlichste Lebensraum für ein Kind ist es, bei dem Vater und der Mutter groß zu werden, die es gemeinsam gezeugt haben. Die Natur ist unempfänglich für experimentelle Familiendefinitionen", schreibt sie in einem Kommentar, und weiter: „Steht der Urzustand nicht zur Verfügung, ist die Konstellation, die dem am nächsten kommt, schlicht ein anderer Mann mit einer anderen Frau."

Ihr Vorwurf an die Befürworter der „Ehe für Alle” lautet, sie opferten die Bedürfnisse von Kindern denen der Erwachsenen. „Wer ein Adoptionsrecht für Homosexuelle fordert, ist nicht primär am Wohl elternloser Kinder interessiert, sondern mit der – durchaus nachvollziehbaren – Sehnsucht von Erwachsenen nach einem Kind beschäftigt." (pro)

Von: al

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Mon, 06 Mar 2017 12:30:00 +0100