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Putin will Waffenruhe zu orthodoxem Weihnachten

Am 7. Januar feiern orthodoxe Christen Weihnachten. Russlands Präsident Putin will, dass zum Fest die Waffen seiner Armee in der Ukraine schweigen. Das angegriffene Land hält wenig davon.
Von Jonathan Steinert
Roter Platz Moskau, Basiliuskathedrale
Die Basiliuskathedrale am Roten Platz in Moskau ist das Wahrzeichen der russischen Hauptstadt

Angesichts des bevorstehenden orthodoxen Weihnachtsfests am 7. Januar hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine anderthalbtägige Feuerpause in der Ukraine angeordnet. Putin wies das russische Verteidigungsministerium an, von Freitagmittag bis in die Nacht auf Sonntag die Kampfhandlungen im Nachbarland einzustellen, wie aus einer Kreml-Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht.

Die Ukraine bezeichnete die angeordnete Waffenruhe als „Heuchelei“. „Russland muss die besetzten Gebiete verlassen – nur dann wird es eine ‚zeitweilige Waffenruhe‘ geben“, schrieb der Berater im Präsidentenbüro, Mychajlo Podoljak, am Donnerstag beim Kurznachrichtendienst Twitter. Im Gegensatz zum russischen Gegner würde die Ukraine kein fremdes Territorium angreifen und Zivilisten töten. Das mache nur Russland. Präsident Wolodymyr Selenskij warf Russland in einer Videobotschaft vor, die Pause nutzen zu wollen, um die Erfolge der ukrainischen Armee im Donbas zu stoppen und neue Ausrüstung, Munition und Truppen näher an ukrainische Stellungen zu bringen.

Die russische Armee ist Ende Februar vorigen Jahres in die Ukraine einmarschiert und hat im September große Teile der Ost- und Südukraine völkerrechtswidrig annektiert.

In der Ukraine sind der 7. Januar und seit 2017 auch der 25. Dezember gesetzliche Feiertage zu Weihnachten. Im vorigen Jahr erlaubte die 2019 gegründete Orthodoxe Kirche der Ukraine den Gläubigen, auch am 25. Dezember ihre Weihnachtsgottesdienste zu feiern. Sie steht der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, die zum Moskauer Patriarchat gehörte, rivalisierend gegenüber. Diese kritisierte die Schwesterkirche für ihren Schritt und warf ihr laut Medienberichten vor, eine politische, keine religiöse Organisation zu sein.

PRO/dpa

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2 Antworten

  1. Was wir erleben in der Ukraine, ist doch LÄNGST ein neuer Weltkrieg. Was wäre die Ukraine ohne die Unterstützung etlicher Länder der westlichen Welt? Nichts. Die ukrainischen Soldaten bedienen die Waffen, die ihnen die westliche Welt zur Verfügung stellt. Natürlich weiß das Putin, natürlich ist es für ihn längst ein Weltkrieg – (noch) mit konventionellen Waffen.

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