Weltweit geraten Christen immer stärker in Bedrängnis

Weltweit geraten Christen immer stärker in Bedrängnis

Politiker fordern Schutz für Christen im Ausland

Nach den verheerenden Bombenanschlägen mit Hunderten Todesopfern und Verletzten in Sri Lanka beklagen Politiker die wachsende Bedrohung von Christen weltweit. Forderungen nach mehr Schutz werden laut.

Nach den Selbstmordanschlägen in Sri Lanka mit Hunderten Toten beklagen Politiker von CDU, FDP und Grünen die gewachsene Bedrohung christlicher Minderheiten in vielen Staaten. „Der Terror in Sri Lanka reiht sich ein in verschiedene Anschläge gegen Christen weltweit“, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), der Tageszeitung Die Welt. „Christen sind weltweit das Ziel von radikalen Muslimen. Das ist eigentlich unverständlich, weil das Christentum ja mit dem Islam verwandt ist.“

Zwar gebe es in Deutschland derzeit keine derartige Bedrohung, sagte Grübel. Hierzulande müssten aber alle Menschen zur religiösen Toleranz erzogen werden.

Schutz und Dialog

Der frühere Unionsfraktionschef Volker Kauder hatte bereits am Montag gegenüber Bild-Online erklärt: „Ich sehe mit großer Besorgnis die wachsende Christenverfolgung im gesamten asiatischen Raum. Nationalistische Bewegungen von Buddhisten, Hindus und Muslimen werden hier immer militanter.“ Von der Regierung in Sri Lanka müsse seiner Ansicht nach „mit allem Nachdruck“ gefordert werden, dass mehr zum Schutz von Kirchen getan werde.

Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak forderte mehr Schutz für Christen. Wichtig sei nun, sich nicht spalten zu lassen und den Dialog der Religionen aufrechtzuerhalten. „Dazu gehört aber auch, die Unterdrückung von Christen deutlich anzusprechen und klar für die Einhaltung der Religionsfreiheit einzutreten.“

Dem „Kampf der Kulturen" wehren

Der religionspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hermann Gröhe (CDU), sagte der Rheinischen Post: „Religiöse Intoleranz richtet sich heute in besonderer Weise gegen Christen, die an der Freiheit der Religionsausübung gehindert werden sollen.“

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer sagte: „Mehr als 100 Millionen Christen leben in Ländern, in denen ihr Menschenrecht auf Religionsfreiheit nicht geachtet wird.“ Damit seien Christen in vielen Regionen die größte verfolgte Gemeinschaft, sei es in China, Nordkorea, Pakistan oder Teilen Nigerias. In Sri Lanka hätten die Terroristen ein Land erschüttern wollen, in dem vier große Weltreligionen bislang - trotz aller politischen Konflikte - friedlich miteinander lebten. Es müsse vermieden werden, dass es zu einem „Clash of Civilisations“ (Kampf der Kulturen) komme.

Der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold sagte der Welt, die Religionsfreiheit von Christen sei in vielen Teilen der Welt bedroht. „Europa muss sich nachdrücklich auf der Welt für das Recht auf Religionsfreiheit einsetzen.“

Der Hindergrund

Die Regierung Sri Lankas macht eine radikale Islamistengruppe des Landes für die Selbstmordattentate vom Ostersonntag verantwortlich. Die Gruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) soll nach Überzeugung der Regierung die Bombenanschläge mit der Unterstützung eines internationalen Netzwerkes ausgeführt haben. Die Anschläge in Sri Lanka waren nach ersten Erkenntnissen als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht. Das erklärte Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene am Dienstag im Parlament.

Muslime sind in dem Land eine Minderheit. Etwa zehn Prozent der rund 21 Millionen Einwohner des Landes sind Muslime, sieben Prozent Christen und rund 13 Prozent Hindus. Islamistischen Terror hatte es bislang in Sri Lanka nicht gegeben.

Am Ostersonntag war es in Sri Lanka zu einer Reihe blutiger Bombenanschläge gekommen. Bei insgesamt acht Explosionen kamen mehr als 300 Menschen ums Leben, mindestens 500 wurden verletzt und wurden in Krankenhäuser gebracht. Unter den Opfern befinden sich auch zahlreiche Ausländer. Ziel der Selbstmordattentäter waren Luxushotels und christliche Kirchen. Dort hatten sich Christen zu Ostergottesdiensten versammelt. Sie haben die meisten Opfer zu beklagen.

Von: dpa

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