Heinrich Bedford-Strohm ist mit dem Kompromiss von CDU, CSU und SPD zum Familiennachzug von Flüchtlingen nicht einverstanden

Heinrich Bedford-Strohm ist mit dem Kompromiss von CDU, CSU und SPD zum Familiennachzug von Flüchtlingen nicht einverstanden

Bedford-Strohm kritisiert Koalitionsvertrag

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hat den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD kritisiert. Das Recht auf Familiennachzug sei darin aufgegeben worden.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat den Kompromiss von CDU, CSU und SPD zum Familiennachzug von Flüchtlingen kritisiert. Die Kirche sehe mit großer Sorge, dass das Recht auf Familiennachzug im neuen Koalitionsvertrag aufgegeben worden sei, sagte Bedford-Strohm der „Berliner Zeitung“ am Freitag. Der Familiennachzug sei für die Integration von großer Bedeutung. Wer in ständiger Angst um seine Familie lebe, könne sich in Deutschland viel schlechter integrieren.

Entweder gilt das Asylrecht, oder es gilt nicht

Laut Koalitionsvertrag (PDF) soll der Zuzug von Flüchtlingen die Zahl von 180.000 bis 220.000 pro Jahr nicht überschreiten, der Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus auf 1.000 Menschen pro Monat begrenzt werden.

Der bayerische Landesbischof kritisierte zudem die Pläne, Asylbewerber künftig in Aufnahmezentren unterzubringen. „Es heißt, dass Flüchtlinge dort immer nur für kurze Zeit leben sollen, faktisch ist es aber anders, das wissen wir aus den beiden Aufnahmezentren in Bayern. Das bringt große Probleme mit sich." Es sei klar, dass es Grenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen gebe – man könne diese aber nicht an einer bestimmten Zahl festmachen. „Entweder gilt das Asylrecht, oder es gilt nicht. Es ist vernünftig, über Korridore zu diskutieren, sie dürfen nur nicht starr sein, sondern müssen immer reagieren auf Notsituationen."

Von: dpa/Norbert Schäfer

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