EKD-Migrationsexperte Manfred Rekowski sieht eine verlängerte Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit Sorge

EKD-Migrationsexperte Manfred Rekowski sieht eine verlängerte Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit Sorge

EKD warnt vor Einschränkung des Familiennachzugs von Flüchtlingen

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) kritisiert die weitere Begrenzung des Familiennachzugs für Bürgerkriegsflüchtlinge. An die Bundestagsabgeordneten appelliert sie, die verzweifelte Situation dieser Menschen zu berücksichtigen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat die weitere Begrenzung des Familiennachzugs für Bürgerkriegsflüchtlinge vor allem aus Syrien kritisiert. „Sollte sich der jetzt vorgesehene Kompromiss, der vorsieht, als humanitäre Maßnahme pro Monat 1.000 Menschen nachzuholen, durchsetzen, dann würde ein Rechtsanspruch durch einen Gnadenakt ersetzt“, erklärte der rheinische Präses und EKD-Migrationsexperte Manfred Rekowski am Donnerstag in Düsseldorf. Dies gefährde das Vertrauen in den Rechtsstaat und erschwere die Integration hier bereits anerkannter Flüchtlinge.

Er hätte von der künftigen Bundesregierung schon erwartet, den erleichterten Familiennachzug auch für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus wieder zu ermöglichen, sagte der Präses. „Es ist beschämend, in Sonntagsreden die Familie hoch zu halten, aber die hehren Worte dann nicht in der Alltagspolitik Wirklichkeit werden zu lassen.“

„Wer von seiner Familie getrennt ist und Angst hat um das eigene Kind, die Frau oder den Mann, der findet keine innere Ruhe“, sagte der Präses. „Der ist nicht mit Kopf und Herz dabei, um unsere Sprache zu lernen, eine Ausbildung, eine Arbeit, eine Aufgabe anzunehmen und auch Menschen von hier kennenzulernen.“ Rekowski appellierte an alle Abgeordneten, sich die verzweifelte Situation dieser Menschen vor Augen zu führen und bei ihrer Entscheidung zu berücksichtigen.

Woelki: „Aus christlicher Perspektive ein Skankal“

Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hat die von SPD und CDU/CSU beschlossene Nachzugsregelung für Flüchtlinge als „Skandal“ bezeichnet. „Ich halte diesen Kompromiss für nicht gelungen“, sagte der Chef des größten deutschen Bistums der Kölnischen Rundschau. „Aus christlicher Perspektive halte ich ihn sogar für einen Skandal.“ Die Regelung werde großes menschliches Elend nach sich ziehen: „Es geht um 50.00 bis 100.000 Menschen, die da betroffen sind. Wenn ich mir vorstelle, dass Kinder dabei sind, die ihre Eltern erst dann wiedersehen dürfen, wenn sie erwachsen sind, dann finde ich das skandalös.“

In den laufenden Koalitionsverhandlungen hatten sich SPD und Union darauf geeinigt, dass der derzeit ausgesetzte Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus eng begrenzt bleiben soll – limitiert auf 1.000 Menschen pro Monat zuzüglich einer Härtefallregelung.

Von: dpa

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