Die AfD befindet sich im Dauerzwist mit den christlichen Kirchen
Die AfD befindet sich im Dauerzwist mit den christlichen Kirchen

Umfrage: Im Vergleich wählen mehr Frei- als Landeskirchler AfD

Die Landeskirchen und die Partei Alternative für Deutschland (AfD) feinden sich immer wieder öffentlich an. Umfragen zeigen, ob und in welchem Maß Christen die Partei wählen – mit einem klaren Ergebnis.

Immer wieder setzten die evangelischen Landeskirchen und die Katholische Kirche Zeichen gegen die Partei Alternative für Deutschland (AfD). Zum Beispiel dann, wenn bei AfD-Kundgebungen die Beleuchtung von Kirchengebäuden ausgeschaltet wurde. Das Verhältnis zwischen der Partei und den Landeskirchen ist zerrüttet bis feindlich, analysiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Montag.

Wasser auf die Mühlen der AfD sei auch die „bedingungslose Unterstützung“ der Landeskirchen von der Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin Angela Merkel, schreibt die FAZ. Vieles störe die AfD an den Landeskirchen: Zur „Interkulturellen Woche“ in Deutschland riefen etwa die Kirchen „gegen Rechts“ und zum Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“ auf. Auch das Engagement der Kirchen bei Integrationsprogrammen und der Asylberatung von Flüchtlingen durch Caritas und Diakonie schmecke der AfD nicht.

Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron warf den Landeskirchen vor, sich mit Hilfe der Wohlfahrtsverbände „unter dem Deckmantel der Nächstenliebe“ an der Flüchtlingskrise zu bereichern. Der AfD-Vorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, nannte die Katholische Kirche einen „Asylindustrieverband“.

Bis zu 17 Prozent bei Christen, denen die Kirche nur noch wenig sagt

Für die diesjährige Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die Forschungsgruppe Wahlen die Zahlen nach Konfession aufgeschlüsselt. Insgesamt kam die AfD auf 15,1 Prozent. Katholiken hatten zu 13 Prozent, die Protestanten zu 16 Prozent für die Partei gestimmt. Interessant sei aber, dass bei Katholiken mit sehr hoher Gottesdienstbesuchsfrequenz die AfD nur sieben Prozent erhielt. Am höchsten sei der Prozentsatz bei Protestanten gewesen, denen die Kirche wenig bis gar nichts mehr sagt (17 Prozent).

Allgemein seien zwischen Christen und der AfD auf diese Weise nur wenig Vorbehalte festzustellen. Dass die AfD für den Schutz des werdenden Lebens eintritt und sich klar gegen Gender-Mainstreaming und Frühsexualisierung positioniert, sind laut FAZ-Autor Daniel Deckers attraktive Wahlfaktoren für Christen.

Im Vergleich wählen mehr Freikirchler als Landeskirchler die AfD

Das in Erfurt ansässige Meinungsforschungsinstitut Insa-Consulere unterscheidet bei der Frage nach der Wahl zum Bundestag nach katholischen, evangelisch-freikirchlich und evangelisch-landeskirchlich orientierten Wählern. Die Unterschiede sind signifikant. Danach entscheiden sich aktuell acht Prozent der landeskirchlichen Protestanten für die AfD. Freikirchliche Wähler liegen dagegen bei fast 17 Prozent. Bei den Katholiken sind es laut der Umfrage 12,5 Prozent.

In absoluten Zahlen liegt die Zahl der AfD-Wähler mit landeskirchlichem oder katholischem Konfessionshintergrund deutlich höher als die derjenigen, die einer Freikirche anghören – denn deren Gesamtzahl ist deutlich niedriger. Außerdem wird bei der Betrachtung der absoluten Wählerzahlen klar: Der größte Anteil der AfD-Wähler gehört keiner christlichen Kirche an, sondern ist konfessionslos oder Anhänger einer anderen Religion. (pro)

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Von: mm

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