Ab welchem Alter sollen Kinder ein Smartphone nutzen? Laut Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt gefährdet ein Smartphone für Achtjährige das Kindeswohl nicht grundsätzlich.

Ab welchem Alter sollen Kinder ein Smartphone nutzen? Laut Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt gefährdet ein Smartphone für Achtjährige das Kindeswohl nicht grundsätzlich.

Smartphone gefährdet das Kindeswohl nicht

Wenn Eltern ihrem Kind ein Smartphone überlassen, gefährden sie damit nicht unbedingt dessen Wohl. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt festgestellt. Es entschied zugunsten einer Mutter, deren achtjährige Tochter ein Smartphone besaß und zugleich im Haushalt über andere digitale Geräte Zugang zum Internet hatte.

Gefährdet es das Kindeswohl, wenn ein achtjähriges Mädchen ein Smartphone besitzt? Mit diesem Sachverhalt musste sich das Oberlandesgericht Frankfurt befassen. Die getrennt lebenden Eltern des Mädchens hatten zuvor vor dem Amtsgericht darüber gestritten, bei wem das Mädchen leben darf.

Das Familiengericht entschied sich für die Mutter. Es machte ihr jedoch zur Auflage, dem Kind bis zum zwölften Lebensjahr kein Smartphone zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollte sie für ihre Tochter Regeln mit verbindlichen Zeiten und Inhalte zur Nutzung anderer Medien im Haushalt wie Fernseher, Computer oder Spielkonsole festlegen.

Konkrete Anhaltspunkte müssen vorliegen

Das Oberlandesgericht hob mit seinem am Montag veröffentlichten Beschluss die Anordnungen des Amtsgerichts mit der Begründung auf, diese verletzten die grundrechtlich geschützten Elternrechte der Mutter. Allein der Besitz eines Smartphones oder anderer digitaler Medien rechtfertige nicht die Annahme, „dass Eltern durch die Eröffnung eines Zugangs ihr Kind schädigen“.

Medien- und Internetkonsum berge zwar Gefahren für Kinder, heißt es weiter. Für eine mögliche Schädigung mit gerichtlichen Auflagen müssten aber im Einzelfall konkrete Anhaltspunkte vorliegen. Generell stehe es in der eigenen Verantwortung der Eltern, den Medienkonsum ihrer Kinder mit zeitlichen und inhaltlichen Kontrollen zu steuern.

Von: dpa

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