Auf Sanisbar kommt es immer wieder zu Angriffen auf Christen

Sansibar: Mit Gewalt zur Unabhängigkeit

Auf Sanisbar kommt es immer wieder zu Angriffen auf Christen. Diese wurden Opfer von Säureattacken. Unter Verdacht steht auch eine als radikal eingestufte muslimische Organisation, die für die Unabhänigigkeit der Insel von Tansania kämpft.

Ins Visier der Attentäter waren Repräsentanten vor allem christlicher Einrichtungen geraten. Erst durch einen Säureanschlag auf zwei britische Kindergärtnerinnen einer katholischen Einrichtung in Sansibar-Stadt im August wurde die Öffentlichkeit auf die Gewalt aufmerksam. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe. Demnach waren bereits 2011 ein katholischer Priester angeschossen und eine Kirche niedergebrannt worden. Im Mai diesen Jahres wurde gar ein Pastor erschossen, dann im Juli ein katholischer Priester mit Säure übergossen.

Als möglicher Urheber der Anschläge gilt dem Artikel zufolge der „Verein zur Förderung des Islam und seiner Werte“, der sich selbst „Uamsho“ (Swahili für „Erwachen“) nennt. Nach eigenen Angaben will Uamsho mit der Unabhängigkeit der Insel der „Kolonisierung“ durch Jobsuchende vom Festland vorbeugen. Dies sind zumeist Christen. Der Polizeichef von Sanisibar, Mussa Ally Mussa, erkennt in den Methoden von Uamsho auch solche, die von radikalislamischen Bewegungen eingesetzt würden. Mussa schloss daher die Radikalisierung der Übergriffe nicht aus. Für eine Zusammenarbeit mit der islamistischen somalischen Organisation al Shabaab, ihrerseits Mitglied des Terrornetzwerkes al-Qaida, fehlten nach Angaben Mussas bislang die Beweise.

Aber nicht nur Christen wurden bislang Opfer von Säureattacken, schreibt die Zeitung. Auch der hochrangige mulimische Geistliche Sheik Soraga wurde Opfer eines Attentats. Als rechte Hand des Mufti ist Soraga der Oberaufseher für Religionsfragen auf Sanisbar und hatte sich öffentlich gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen von Uamsho ausgesprochen. Nur einen Tag später wurde dem Mann morgens beim Joggen eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht geschüttet. Dies führte zu lebensbedrohlichen Verletzungen und bleibenden Entstellungen des Gesichts.

Als einen Grund für die steigende Gewalt im dem als tolerant geltenden Sanisbar nennt Soraga in dem Artikel Studienhilfen der Regierung und religiöser Stiftungen. Sie ermöglichten vielen Studenten ein Studium in Saudi-Arabien oder dem Iran. Dort würden die Studenten allerdings einer Gehirnwäsche unterzogen.

Uamsho soll nach Angaben der Zeitung für insgesamt 6 Anschläge in den vergangen 18 Monaten verantwortlich sein. Offizielle Vertreter des Vereins dementieren die Vorwürfe. Sie sehen Uamsho selbst als Opfer der Regierung. Ihnen würden die Anschläge lediglich in die Schuhe geschoben.

Die meisten der rund 1,5 Millionen Sansibaris, davon sind etwa ein Prozent Christen, leben vom Tourismus. Dieser deckt fast 80 Prozent der Einnahmen der Insel. (pro)

Von: nos

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