Die Polizei in London hat nach dem Mord an einem Soldaten in Woolwich bereits acht Verdächtige festgenommen. Mindestens zwei von ihnen waren dem Geheimdienst bekannt

Londoner Attentäter protestierten gegen Christen

Die Männer, die am Mittwoch einen britischen Soldaten getötet haben sollen, sind dem britischen Geheimdienst schon lange als radikal bekannt. Als Mitglieder einer Gruppe namens „Muslime gegen Kreuzfahrer” haben wohl mindestens zwei der Täter 2010 gegen Christen protestiert.

Einer der beiden Männer, die sich am vergangenen Mittwoch zu der Bluttat an einem britischen Soldaten im Londoner Stadtteil Woolwich bekannten, ist dem Inlandsgeheimdienst MI5 seit mindestens zwei Jahren bekannt. Das berichtet die Tageszeitung Die Welt. Damals hätten die Agenten den Mann namens Michael Adebolajo kontaktiert und um Hilfe bei der Recherche in radikalen-islamischen Kreisen gebeten. Der heute 28-Jährige lehnte ab. In den Akten des MI5 hieß es anschließend, Adebolajo sei "nicht lebensgefährlich".

Er und mindestens ein weiterer Tatverdächtiger gehörten zu der 2005 verbotenen radikalen Sekte al-Muhajiroun, die heute unter anderem als "Muslime gegen Kreuzfahrer" agiert. 2010 soll Adebolajo gegen Christen demonstriert haben. „Euer Papst ist ein Pädophiler", zitiert die Welt ihn aus einem Video, und: „Nehmt den Islam an, zu eurer eigenen Sicherheit. Sonst werden wir die Drohung Allahs, des Allmächtigen, über euch bringen. Wir sind zum Märtyrertod oder zum Sieg aufgerufen.” Ein anderes Mal soll er die Todesstrafe für Blasphemie gefordert haben. Nach dem Mord am Mittwoch waren zwei Männer am Tatort festgenommen worden. Sie hatten erklärt, sie seien auf ihr Opfer losgegangen, um die Taten britischer Soldaten in muslimischen Ländern zu sühnen. Mittlerweile hat die Polizei acht Verdächtige in Gewahrsam.

Zu viel Meinungsfreiheit in England?


Der zweite am Mittwoch festgenommene Mann, der 22-jährige Michael Adebowale, ist wohl vor zwei Wochen in Woolwich durch das Verteilen radikaler Flugblätter aufgefallen. Die Polizei ermahnte ihn und untersagte die Tätigkeit. Dazu schreibt Welt-Autor Thomas Kielinger: „Diese Reaktion ist typisch für die ‚softly, softly’-Methode, mit der in England solche Verstöße oft geahndet werden. In keinem anderen europäischen Land wird das Recht der freien Rede so extrem tolerant ausgelegt.” Häufig träten Radikale in Universitäten auf, um dort „unter dem Deckmantel freier Religions- und Meinungsäußerung” ihre Ideen zu verbreiten. So habe ein gewisser Abu Usamah at-Thahabi vor einiger Zeit am King's College in London Osama Bin Laden loben und ausführen dürfen: „Wenn ich Homosexuelle pervertierte, schmutzige, dreckige Hunde nennen würde, die man ermorden sollte, das fiele doch unter meine Redefreiheit, oder?” Ein Dr. Haitham al-Haddad habe auf einer Vortragsreise geäußert, es sei „vollkommen sinnvoll”, die Todesstrafe zu verhängen, wenn jemand den Islam verlasse. Laut der Studentenorganisation Student Rights sind im vergangen Jahr 180 solcher Veranstaltungen an 60 Universitäten abgehalten worden. (pro)

Von: al

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