Die Süddeutsche Zeitung hat sich von einem freien Mitarbeiter getrennt, nachdem Zweifel an dem Wahrheitsgehalt seiner Geschichte auftauchten

Die Süddeutsche Zeitung hat sich von einem freien Mitarbeiter getrennt, nachdem Zweifel an dem Wahrheitsgehalt seiner Geschichte auftauchten

Süddeutsche trennt sich nach Fälschung von freiem Mitarbeiter

Die Süddeutsche Zeitung hat sich von einem freien Mitarbeiter getrennt. Er hat nach Überzeugung der Chefredaktion in einer Geschichte einen Protagonisten erfunden.

Die Süddeutsche Zeitung hat die Zusammenarbeit mit einem freien Mitarbeiter beendet. Er hat nach Angaben des Blatts in einer noch nicht veröffentlichten Geschichte des Süddeutsche Zeitung Magazins einen Protagonisten erfunden. Der Autor habe zugegeben, dass Zweifel an der Geschichte berechtigt seien, teilten die Chefredaktionen beider Titel am Mittwoch in München mit. Sie sehen das als „groben Verstoß gegen die journalistischen Standards“. Das Branchenportal Meedia hatte darüber berichtet.

Bei der Überprüfung weiterer Texte habe sich herausgestellt, dass „in einer Geschichte des Journalisten fremdsprachige Zitate unsauber wiedergegeben wurden und dadurch Sachverhalte ungenau dargestellt worden sind“. Anhaltspunkte für weitere „schwerwiegende Verstöße“ gegen die journalistischen Standards der beiden Titel habe es nicht gegeben.

Spiegel-Betrug im Dezember aufgedeckt

Der freie Journalist soll auch für andere Medien geschrieben haben. Eine Sprecherin der Zeit-Verlagsgruppe erklärte laut Meedia: „Wir prüfen intensiv alle Texte des freien Mitarbeiters. Dies geschieht unter Mithilfe des Autors, der uns seine Rechercheunterlagen zur Verfügung gestellt hat. Die Prüfung hält noch an. Bislang haben sich alle Orte, Personen und Ereignisse als real erwiesen.“ Allerdings seien in einem Teil der Texte sachliche Fehler und Ungenauigkeiten aufgefallen.

Im Dezember hatte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel einen schweren journalistischen Betrugsfall im eigenen Haus aufgedeckt und öffentlich gemacht. Dabei ging es um Fälschungen des Reporters Claas Relotius, der zunächst als freier Mitarbeiter und dann als Redakteur für das Nachrichtenmagazin gearbeitet hatte. Von ihm sind dem Spiegel zufolge seit 2011 knapp 60 Texte im Heft und bei Spiegel Online erschienen. Nach Spiegel-Angaben hat der Journalist in „großem Umfang seine eigenen Berichte gefälscht und Protagonistenberfunden“. Die neue Chefredaktion um Steffen Klusmann setzte eine Kommission aus internen und externen Experten ein, die den Fälschungen nachgeht.

Von: dpa

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige