Heinrich Bedford-Strohm will, dass bei Diskussionen im Internet die Würde von Menschen geachtet wird

Heinrich Bedford-Strohm will, dass bei Diskussionen im Internet die Würde von Menschen geachtet wird

Bedford-Strohm: Menschenwürde auch im Internet

Im Kampf gegen Antisemitismus fordert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, eine Ausrichtung des Internets an Werten – nicht nur am Kommerz. Die Menschenwürde müsse auch dort zum Tragen kommen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, fordert angesichts des immer lauter geäußerten Antisemitismus eine Ausrichtung des Internets an Werten – nicht nur am Kommerz. Man müsse viel breiter darüber nachdenken, wie man Inhalte an den Auftrag der Verfassung binden und das Internet sozial verantwortlich machen könne, sagte Bedford-Strohm am Donnerstag bei einem Podiumsgespräch der Evangelischen Akademie Tutzing in München. Als Beispiel nannte er „die Logik des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.

Der Landesbischof der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern unterstützt deshalb den Ruf nach einer europäische Internetplattform, wie sie etwa der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm gefordert hat. Die Unantastbarkeit der Würde des Menschen mache den Kern des Grundgesetzes aus. „Es kann nicht sein, dass wir ein breites Feld öffentlicher Kommunikation haben, das von diesem Grundwert völlig unbeleckt bleibt.“

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, begrüßte bei dem Gespräch die Solidarität, die er nach dem Anschlag von Halle erfahren habe. „In der Form habe ich es bis jetzt nicht erlebt“, sagte er. „Das ist etwas, was mir Mut macht.“ Der weitaus größte Teil der Bevölkerung in Deutschland habe kein antisemitisches Gedankengut. „Ich hoffe, dass es auch so bleibt, trotzdem heißt es, aktiv dagegen anzugehen.“

Von: dpa

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