Fake News, Beleidigungen und Hetze sind im Netz verbreitet. Gefallen tut das fast keinem.

Fake News, Beleidigungen und Hetze sind im Netz verbreitet. Gefallen tut das fast keinem.

Studie: Rauer Ton im Netz gefällt fast niemandem

Im Internet herrscht ein rauer Ton: Es wird beschimpft, beleidigt und gezielt gelogen. Eine Studie bringt nun ans Licht: Fast niemandem gefällt das, die Ablehnung ist nahezu einhellig. Eine Altersgruppe zeigt sich jedoch vergleichsweise abgebrüht.

Beleidigungen, Beschimpfungen und Fake News stoßen bei nahezu allen Internetnutzern in Deutschland auf Ablehnung. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen zum bundesweiten „Safer Internet Day“ an diesem Dienstag hervor. Dafür wurden bundesweit mehr als 1.000 Internetnutzer ab einem Alter von 14 Jahren befragt. Die Ergebnisse der Studie lagen der Deutschen Presse-Agentur am Montag vor.

Das Beschimpfen und Beleidigen von Menschen in sozialen Netzwerken stößt demnach bei 98 Prozent auf Ablehnung. 59 Prozent gaben an, sich mit Opfern von Beleidigungen im Internet zu solidarisieren und diese zu unterstützen. Befragte über 45 Jahren solidarisieren sich dabei tendenziell häufiger als Jüngere. 16 Prozent gaben allerdings zu, selbst schon einmal einen „unsachlichen Kommentar“ geschrieben zu haben.

Jüngere weniger empfindlich bei Beleidigungen

96 Prozent finden es nicht in Ordnung, wenn falsche Informationen, also Fake News, im Internet verbreitet werden. Die Hälfte der Befragten gab an, sich an öffentlichen Diskussionen im Netz hin und wieder zu beteiligen. Ostdeutsche, Männer und unter 45-Jährige beteiligen sich laut Studie überdurchschnittlich an solchen Netz-Debatten.

Meinungsfreudig und abgebrüht gegenüber Kritik zeigten sich die jüngeren Befragten: 72 Prozent der 14- bis 24-Jährigen gaben an, dass es ihnen leicht falle, im Internet ihre Meinung zu sagen. Fast die Hälfte (49 Prozent) dieser Altersgruppe behauptete, dass ihnen beleidigende Kommentare egal seien und sie diese einfach ignorierten.

Mangelhafte Diskussionskultur

Insgesamt gab aber fast jeder dritte (32 Prozent) Befragte zu, aus Angst vor beleidigenden Kommentaren nichts online zu stellen. Gut jeder Vierte (27 Prozent) traut sich laut Umfrage nicht, seine Meinung im Internet kundzutun, weil er befürchtet, bloßgestellt zu werden.

Der am häufigsten genannte Grund, sich nicht an Netz-Debatten zu beteiligen, ist die mangelhafte Diskussionskultur: 84 Prozent gaben an, dort werde nicht wirklich diskutiert, sondern es reihten sich lediglich Meinungen aneinander. 70 Prozent gaben an, dafür hätten sie einfach keine Zeit.

Der „Safer Internet Day“ findet seit 15 Jahren im Februar statt. Er wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien getragen. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Lauter als Hass“. Die Veranstalter fordern dazu auf, sich gegen Hetze im Netz zu stellen und sich für Zivilcourage im Internet einzusetzen.

Von: dpa/Swanhild Zacharias

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