Die Jugendreferentin Natalie Halfmann gibt jungen Christen in Bad Blankenburg eine Möglichkeit, ihre Beziehung mit Jesus Christus zu überprüfen

Die Jugendreferentin Natalie Halfmann gibt jungen Christen in Bad Blankenburg eine Möglichkeit, ihre Beziehung mit Jesus Christus zu überprüfen

99 Tage lang Jesus nachfolgen

Wie ist es in der heutigen Zeit für junge Menschen möglich, Jesus und seinen Ansprüchen an ein christliches Leben so nah wie möglich zu kommen? Die Jugendreferentin Natalie Halfmann hat sich eine spielerische Herausforderung ausgedacht, bei der jeder mitmachen kann.

„Es wird Auswirkungen auf dein Leben haben“, sagt Natalie Halfmann. Die Jugendreferentin vom Rheinisch-Westfälischen Jugendverband „Entschieden für Christus“ hat sich selbst eine Herausforderung für junge Menschen ausgedacht. „Jesus hat das so nicht konzipiert, aber vielleicht ist das für euch heute eine Hilfestellung“, sagt die 32-Jährige. In 99 Tagen, so die Idee, sollen die Teilnehmer Gott näher gekommen sein.

Was auf den ersten Blick im Alltagsstress schwierig erscheint, wird für die zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Seminar der Bad Blankenburger Allianzkonferenz schnell nachvollziehbar. Im Gottesdienstraum der alten Druckerei „Harfe“ sind die Teilnehmer am Freitag trotz der sommerlichen Hitze im Halbkreis zusammengerückt. Halfmann erklärt, dass sie die sechs Herausforderungen für die 99 Tage bei 16- bis 35-Jährigen in ihrem Bekanntenkreis und unter Freunden erfragt hat.

Sexuelle Reinheit, Ehrlichkeit und Verbindlichkeit

Die am häufigsten genannten Herausforderungen für junge Christen, Jesus nachzufolgen, seien: Täglich in der Bibel zu lesen und zu beten, ihre Eltern zu ehren, vor allen Leuten zu Gott zu stehen, sexuelle Reinheit zu bewahren, ehrlich zu sein und verbindlich Zeit in eine Gemeinde zu investieren. Halfman schlägt vor, dass sich jeder Teilnehmer drei Punkte aussucht, die ihn persönlich herausfordern, einen neuen Lebensstil zu bekommen.

Sie nennt ein Beispiel: Seit fünf Monaten ist sie Mutter einer Tochter, die sehr aktiv ist. Das Baby schlafe nicht viel. So sei es für sie eine echte Herausforderung, die Ruhe für das tägliche Beten zu finden. Sie wisse, dass sie an diesem Punkt arbeiten müsse. Von daher würde für sie diese Herausforderung in Frage kommen.

Kein „Second-Hand-Glaube“

Halfmann erläutert anschaulich und locker die einzelnen Herausforderungen für die Gruppe: Zum täglich Beten sagt sie, dass es die Beziehung zu Gott pflege, wenn man sich die Zeit nehme. 15 Minuten seien zum Beispiel ein sinnvoller Richtwert. Explizit schließt sie bei dieser Zeit „Second-Hand-Glaube“ aus, nämlich nicht die Bibel, sondern Bücher zu lesen, die einem die Bibel vorkauen. Zusätzlich könne aber gerne ein christlicher Podcast gehört oder ein Andachtsbuch gelesen werden. Die Eltern zu ehren, egal wie sich die Eltern den Teilnehmern gegenüber verhalten haben, sei eine weitere Herausforderung. „Das heißt nicht, zu allem Ja und Amen zu sagen“, erklärt Halfmann. Aber es bedeute, sich zu kümmern. Das falle manchen leicht und anderen wiederum ganz schwer.

Zur sexuellen Reinheit sagt sie: Bei Unverheirateten bedeute das in diesen Tagen beispielsweise, keinen Geschlechtsverkehr zu haben. Es gelte aber auch für den Konsum von Pornografie. Auch ein Gedanke könnte sei: Führe ich andere Menschen durch meine Kleidung in sexuelle Versuchungen? Die Herausforderung, nicht zu lügen, heiße auch, nichts zu verschweigen. Das gelte für das zu viel zurückbekommene Wechselgeld im Supermarkt wie für das Studententicket, obwohl man gar nicht mehr studiert.

Erfinderin hilft per SMS mit guten Gedanken

Diese Challenge ist keine hochwissenschaftliche Angelegenheit. Das zeigt sich schon daran, dass der Zeitraum der 99 Tage ein Mittelwert aus Studienergebnissen ist. Manche Studien gehen von 60 Tagen, andere von mehr als 100 Tagen aus, um eine Angewohnheit ändern zu können. Halfmann gefiel außerdem der Klang des Titels: „99 Tage neues Leben“. Wer will, schreibt am Ende des Seminars einen Zettel. Darauf stehen der Name, die eigene Handy-Nummer und die drei Herausforderungen, die der Teilnehmer in den nächsten 99 Tagen angehen will.

Halfmann verspricht, die Daten diskret zu verwahren und sich bei den Teilnehmern zu melden. Sie werde den Teilnehmern zu ihren Herausforderungen passend gute Gedanken oder einen Bibelspruch zuschicken. Es ist aber keine Pflicht, eine Herausforderung aufzuschreiben. Auf jedem Zettel steht das vorgedruckte Bibelzitat: „Denn Gott bewirkt in euch den Wunsch, ihm zu gehorchen, und er gibt euch auch die Kraft zu tun, was ihm Freude macht.“ (Philipper 2,13)

Einfach mal selbst ausprobieren

Es gehe bei dem Seminar nur um einen kleinen Teil der Jüngerschaft. Aber dieser kleine Teil, sich etwas vorzunehmen und den inneren Schweinehund zu überwinden, komme ihrer Erfahrung nach in christlichen Veranstaltungen immer etwas zu kurz. „Wir müssen das nicht aus eigener Kraft tun. Wir dürfen das aus der Kraft von Jesus Christus tun“, versichert Halfmann.

Die Seminarteilnehmer haben jetzt ihre Zettel und gute Vorsätze. Halfmann wird versuchen, sie bei der Challenge zu motivieren. Das Schöne an dem 99-Tage-Projekt ist aber doch wohl, dass es eigentlich jeder selbst ausprobieren kann. So lässt sich auch leicht der Unterschied zwischen Theorie und Praxis des christlichen Lebens überprüfen. Vielleicht ist es besser, zuerst mit nur einer oder zwei Herausforderungen zu beginnen. Aber es ist auf jeden Fall eine spielerische Art, sich auf diese Weise hinterfragen zu können.

Von: Michael Müller

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