Roul Åkesson (r.) mit Wacken-Besuchern aus Mexiko. Die Metal-Bibel hat sein Team als spanische Ausgabe dabei
Roul Åkesson (r.) mit Wacken-Besuchern aus Mexiko. Die Metal-Bibel hat sein Team als spanische Ausgabe dabei
Das Metal-Bibel-Verteil-Team besteht aus rund 50 Mitarbeitern
Das Metal-Bibel-Verteil-Team besteht aus rund 50 Mitarbeitern
Am Donnerstag startet das Wacken-Festival offiziell
Am Donnerstag startet das Wacken-Festival offiziell

15.000 Metal-Bibeln für Wacken

Am Donnerstag startet das weltgrößte Heavy-Metal-Festival „Wacken“. Zehntausende Heavy-Metal-Fans pilgern nach Norddeutschland. Mit dabei sind Christen, die dort spezielle Metal-Bibeln verteilen wollen. pro hat mit dem Herausgeber über den Einsatz gesprochen.

Der Schwede Roul Åkesson ist in der Metal-Szene zu Hause. Er gibt die Metal-Bibel heraus, die sich aus dem Neuen Testament und Lebensberichten unter anderem von Metal-Stars zusammensetzt. Der Evangelist vertritt zudem den Verein „Bible for the Nations“, der weitere Editionen wie die Biker- oder die Kicker-Bibel herstellt.

Seit Sonntag ist Åkesson bereits in Wacken – zu seinem vierten Einsatz, mit über 15.000 Bibeln und 4.000 Gebetsbüchern im Gepäck. Das Ziel von ihm und seinem aus rund 50 freiwilligen Mitarbeitern bestehenden Team ist es, möglichst vielen Festival-Besuchern die 128 Seiten dünne Bibel im Pocketformat mitzugeben und ihnen von Jesus zu erzählen.

pro: Herr Åkesson, Bibeln und Wacken – wie passt das zusammen?

Roul Åkesson: Sehr gut. Wie sich die Festival-Besucher zeigen, schwarz gekleidet, mit Piercings, langen Haaren oder mit Schottenrock, spielt keine Rolle. Sie sind sehr offen. Die Leute auf dem Festival sind erst überrascht und wollen wissen, ob es eine echte Bibel ist. Dann nehmen sie die Metal-Bibel aber gern. In Ausnahmefällen schmeißen sie sie weg. Dann heben wir sie wieder auf und verteilen sie weiter.

Wo ist evangelisieren einfacher: in einer Fußgängerzone oder bei Wacken?

Meine Erfahrung: Auf dem Festival. Die Leute haben mehr Zeit, sie sind hier um Party zu machen, am Anfang der Woche sind sie oft sehr fröhlich, am Ende gibt es vielleicht ein bisschen Frustration. Hier auf dem Festival ist es aber viel persönlicher und somit einfacher zu evangelisieren.

Wie laufen Ihre Einsätze ab?

Wir habe eine Base 50 Meter vom Festival-Haupteingang entfernt, wo wir alle Bibeln lagern. Von dort gehen wir mit Bollerwagen raus auf die Hauptstraße, wo auch Imbissbuden stehen und alle Leute vorbeikommen, wenn sie ins Dorf gehen, um Lebensmittel und Bier zu kaufen oder zum Geld holen.

Wir haben Schilder, auf denen steht in mehreren Sprachen „Bitteschön, kostenlose Metal-Bibel“. Wir fragen die Leute, ob sich eine Metal-Bibel haben möchten. Manche sagen „Nein“ oder „Hab ich schon“, andere nehmen sie gern. Wir haben in den vergangenen Jahren zum Wacken rund 40.000 der Bibeln verbreitet. Die Metal-Bibel haben wir auch auf Englisch, Spanisch, Dänisch, Schwedisch, Französisch, Italienisch. Es sind ja viele Festival-Besucher aus dem Ausland hier.

Und Sie verteilen auch Gebetsbücher.

Das Metal-Prayer, ein Gebetsbuch mit vorformulierten Gebeten, die sie sprechen können bei Angstzustände, Schlafstörungen, für die Befreiung von Alkoholproblemen. Außerdem sind die Psalmen, die Sprüche und das Lukas-Evangelium drin.

Am Dienstag kam jemand, der noch ein Metal-Prayer haben wollte. Letztes Jahr hatte er eins bekommen, was nun kaputt gegangen ist. Hier merkt man, die Leute lesen diese Gebetsbücher.

Was ist das Besondere an der Metal-Bibel?

Das sind 128 Seiten, bestehend aus dem Neuen Testament als Neues Leben-Übersetzung und Zeugnissen und Berichten von Musikern und anderen Leuten, die früher in der Metal-Szene waren oder immer noch sind – nur mit der Botschaft von Jesus Christus. Darin erzählen Nicko McBrain von „Iron Maiden“ und Brain Welch von „Korn“, beides erfolgreiche Musiker, wie sie zu Jesus gefunden haben.

Welche besonderen Erlebnisse haben Sie beim Wacken?

Einige Leute öffnen sich seelsorgerlich. Ich habe hier schon mit Festival-Besuchern gebetet. Am Dienstag hat eine Frau gesagt: „Das war schön. Das war ein gutes Gefühl.“ Wenn wir mit den Menschen auf der Straße beten, spüren sie etwas. Sie spüren, da ist irgendwas. Einige fragen, was das war. Wir erleben Menschen, die wieder Freude, Lebensmut bekommen. Sie sind sehr dankbar, dass wir da sind.

Wir fangen mit den Einsätzen vormittags um etwa 11 Uhr an und bleiben bis 21 Uhr. Abends gibt es eine kleine Andacht, bei der wir auch berichten, was tagsüber gelaufen ist. Am Dienstag erzählte ein Mitarbeiter aus dem Team von einer Gruppe junger Männer. Einer wollte etwas über das Heil und die Errettung durch Jesus wissen. Sie haben dem unserem Mitarbeiter eine Stunde zugehört, als er über die Heilsgeschichte erzählt hat.

Hat sich durch die Metal-Bibel schon jemand für ein Leben mit Jesus entschieden?

Ja, ein Mann hat beispielsweise eine Metal-Bibel bekommen, sie mitgenommen, sie gelesen, und sich dadurch bekehrt und geht nun in eine Gemeinde in Wiesbaden. Für das Wacken vergangenes Jahr hatte er sich bereits ein Ticket gekauft, sich danach für Jesus entschieden, und deswegen wollte er nicht mehr rein aufs Festival, sondern auf die Straße gehen. Jetzt ist er freiwilliger Mitarbeiter und verteilt Metal-Bibeln.

Wir haben aus der Gegend auch ein Mädchen im Team, die früher in der Metal-Szene und Festival-Besucherin war. Am Sonntag lässt sie sich in ihrer Gemeinde in Itzehoe tauften.

Was bedeutet für Sie persönlich das Wacken-Festival?

Es gibt nichts Besseres, als auf ein Festival zu gehen und die Botschaft von Jesus weiterzugeben. Das ist das Beste in meinem Leben. Ich mache auch Gefängnismission, das ist ein genauso tolles Erlebnis, die frohe Botschaft an Menschen weiterzugeben, die hoffnungslos sind, keine Zukunft haben und dann zu spüren, dass sich Leute öffnen.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martina Schubert (pro)

Von: ms

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus