Im Kurzfilm „Watu Wote“ bedroht eine islamistische Miliz Busreisende an der kenianisch-somalischen Grenze

Im Kurzfilm „Watu Wote“ bedroht eine islamistische Miliz Busreisende an der kenianisch-somalischen Grenze

Film über Christenrettung triumphiert

Ein deutscher Kurzfilm, der die Rettung von Christen in Kenia thematisiert, gewinnt den prestigeträchtigen Studenten-Oscar. Die Regisseurin findet, dass es eine Geschichte ist, die wichtig für die ganze Welt ist.

„Der Oscar für den besten Film geht an ...“, wird es am 12. Oktober in Los Angeles heißen. Die deutsche Regisseurin Katja Benrath wird die Bühne betreten und den Goldjungen für ihren Kurzfilm „Watu Wote/All of Us“ (Wir alle) entgegennehmen. Wie die Akademie bekanntgegeben hat, gewinnt der Film über die Rettung von Christen in Kenia einen Studenten-Oscar.

Seit Jahrzehnten wird Kenia von Terroranschlägen der islamistischen Miliz Al-Shabaab erschüttert. Zwischen Christen und Muslimen wachsen Angst und Misstrauen. Bis dann am 21. Dezember 2015 den Passagieren eines Reisebusses ein Zeugnis der Menschlichkeit gelingt. Im kenianisch-somalischen Grenzgebiet erzählt der Film die Geschichte einer Christin, die sich nach der Ermordung ihrer Familie auf eine mehrtägige Busreise macht. Als Männer der Al-Shabaab-Miliz den Bus angreifen und die christlichen Reisenden erschießen wollen, schützen die muslimischen Insassen instinktiv ihre Mitreisenden. Die Musliminnen verteilen Kopftücher an die Christinnen, um sie zu tarnen. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit.

„Wichtige Geschichte, die wir alle brauchen“

„Dass Menschen in einer absolut bedrohlichen Situation füreinander eingestanden sind und sich gegenseitig geschützt haben, ist in unserer Zeit eine wichtige Geschichte, die wir alle brauchen“, sagt Benrath gegenüber dem NDR. Vor allem, weil es in einer Art Schwarmintelligenz gemeinsam gelungen sei, ohne sich abzusprechen. Die Muslime ließen sich damals durch die Miliz nicht von den Christen trennen und setzten ihre Körper zum Schutz ein. „Wir hatten das dringende Bedürfnis, dass diese Geschichte eine Form erhält, welche die Welt sehen kann“, sagt die 38-jährige Regisseurin.

Benrath schreibt im März 2016 über die Recherche zu den Dreharbeiten auf ihrer Webseite: „Heute waren wir bei der Familie des Businsassen Salah Farah, der sich sehr für die Christen eingesetzt hat, und dabei angeschossen wurde. Er starb Monate später an seinen Verletzungen und hinterließ eine Frau und fünf Kinder.“ Benrath berichtet von der kenianischen Region Mandera an der somalischen Grenze. Ihr Team sei mit hochbewaffneten Sicherheitsleuten unterwegs: „Wir haben das Gefühl, dass es notwendig ist, hier zu sein und mit den Betroffenen zu sprechen, wenn wir auch nur im Ansatz einen authentischen und vor allem nicht anmaßenden Film machen wollen.“ Die Regisseurin will selbst nur eine Helferin sein, die dieser Geschichte auf die Welt hilft.

Bronze, Silber und Gold

„Watu Wote“ ist Benraths Abschlussfilm an der Hamburg Media School. Im Vorfeld des Studenten-Oscar hatte das Werk, deren Drehbuch Julia Drache geschrieben hat, bereits mehr als 20 Auszeichnungen auf Filmfestivals gewonnen. Ob der Film bei den Studenten-Oscars Gold, Silber oder Bronze gewinnt, entscheidet sich am Abend der Preisverleihung. Dabei konkurriert „Watu Wote“ mit den Filmen „Facing Mecca“ aus der Schweiz und „When Grey Is a Colour“ aus den Niederlanden.

Unter 1.587 weltweiten Einsendungen hat sich „Watu Wote“ bei den 44. Studenten-Oscars durchgesetzt. Damit tritt die deutsche Regisseurin in die Fußstapfen solch prominenter Vorgänger wie John Lasseter („Toy Story“), Spike Lee („Do the Right Thing“) und Robert Zemeckis („Forrest Gump“). Eine Woche lang werden die Gewinner vor der Preisverleihung am 12. Oktober in Los Angeles an Treffen und Veranstaltungen der Industrie und der Akademie teilnehmen. Die Studenten-Oscars gibt es seit 1972. Sie sollen weltweit Talente fördern und Verbindungen in die Filmindustrie vermitteln. (pro)

Von: mm

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus