Birgit Kelle kritisiert die Thesen von Verena Brunschweiger scharf

Birgit Kelle kritisiert die Thesen von Verena Brunschweiger scharf

Kelle widerspricht: Verzicht auf Kinder soll Klima retten

Die Regensburger Lehrerin Verena Brunschweiger meint, dass Kinder dem Klima schaden. Damit verbreitet sie „Weltuntergangs-Neurosen für Fortgeschrittene“, sagt die Focus-Gastautorin Birgit Kelle.

Verena Brunschweiger hat mit ihrem Buch „Kinderfrei statt kinderlos“ eine kontroverse Debatte ausgelöst. Die Gymnasiallehrerin möchte keine Kinder – sich selbst und der Umwelt zuliebe. Über dieses Thema schreibt sie in ihrem Buch. Focus-Gastautorin Birgit Kelle hält die Thesen für veraltet, dass die Geburt von weniger Kindern das Weltklima schont. Zudem diene die Debatte nur dazu, das Buch zu vermarkten.

Brunschweiger sagt, dass jedes nichtgeborene Kind mehr als 58 Tonnen CO2 einspare. Das sei „ein wertvoller Beitrag zur Rettung des Weltklimas“, findet sie. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) betont die Autorin, dass sie ihr Buch aus „biografischer Betroffenheit“ geschrieben habe. Die kinderlose Feministin sieht sich oft im Rechtfertigungsdruck. Viele Menschen in ihrem Umfeld hegten die Erwartung, dass sie bald Mutter werde.

Aufmerksamkeit auf dem überreizten Buchmarkt erhaschen

„Eltern sind also Klimasünder, das lässt sich nicht mal mit lebenslänglich veganem Radfahren wieder aufholen“, schreibt die vierfache Mutter Birgit Kelle auf Focus Online. Die Aussagen dienten dazu, Aufmerksamkeit „auf dem überreizten Buchmarkt“ zu generieren: „Wenn man dann noch im Vorbeilaufen ein paar Millionen Eltern beleidigen kann und das ganze mit einer satten Portion moralischer Überhöhung untermauert, ist es fertig, das Buch für neurotische Frauen diesseits der Menopause“, findet Kelle.

Die These, dass zu viele Kinder dem Klima schadeten, habe sie selbst zum ersten Mal mit neun Jahren auf dem Pausenhof gehört. Auch der „Club of Rome“ verbreite seine entsprechenden Weltuntergangs-Orakelsprüche schon seit den 70er Jahren: „Wahrscheinlich war Frau Brunschweiger damals schon geboren und hatte Glück, dass ihre eigene Mutter nicht bereits im feministischen Gebärstreik, alternativ Klimakatastrophenmodus war, als sich Klein-Verena ankündigte, sonst wäre uns heute ja viel Spaß entgangen.“

Der kollektive Freitod bewusster Klima-Rettungs-Lemminge wäre in diesem Zusammenhang übrigens die konsequenteste Variante ökologischer Eigenverantwortung, findet Kelle. Freiwillig aussterben für das Klima, könne die Devise lauten, meint die freie Journalistin und Kolumnistin verschiedener Online-Medien.

Kinderfreie Frauen von schlechtem Ruf befreien

Nach der Veröffentlichung ihres Buches wird Brunschweiger medial angefeindet, meldet die dpa. Sie habe aber auch positive Reaktionen bekommen. Vielen Frauen habe sie aus der Seele gesprochen habe, erklärte die Autorin gegenüber dpa. Für diese wolle sie eine Stimme sein in einem Land, in dem das „pro-natalistische Dogma" herrsche. In ihrem Buch fasse sie „ja nur zusammen, was außerhalb Deutschlands längst bekannt ist“.

Mit ihrem „Manifest“ wolle sie „kinderfreie Frauen von ihrem schlechten Ruf befreien“. Für die derzeitige Zahl an Menschen „bräuchten wir drei Erden“. In Interviews hatte sich die 38 Jahre alte Brunschweiger als Radikalfeministin und überzeugte Nicht-Mutter bezeichnet. Vor einigen Jahren hatte die israelische Soziologin Orna Donath mit dem Buch „Regretting Motherhood“ für Aufsehen gesorgt. Damals räumten Frauen öffentlich ein, dass sie es zumindest zeitweise bedauern, Mutter geworden zu sein. Das galt vielen als Tabubruch.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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