Ostersonntag: Als an diesem ersten Tag der neuen Woche die Sonne aufging, hatte sich die Welt verändert.

Ostersonntag: Als an diesem ersten Tag der neuen Woche die Sonne aufging, hatte sich die Welt verändert.

„Ich lebe und ihr sollt auch leben!“

Frühaufsteher kennen das: Die Morgenstunde an der Schwelle des neuen Tages. Die Nacht schwindet. Das Licht dämmert herauf. Es wird heller. In einer solchen Stunde stehen zwei Frauen in Jerusalem vor einem leeren Grab. Es ist der erste Tag der neuen Woche. Ostermorgen. Jesus ist auferstanden. Ein neuer Morgen für die Menschheit ist da. Ein Impuls von Egmond Prill

Am Ende war alles sehr schnell gegangen: Gefangennahme, Verurteilung, Hinrichtung. Die aufgestachelte Volksmenge durfte mitreden und schrie: „Kreuzige, kreuzige!“ Der religiöse Rebell aus der Provinz wurde vor den Toren der Stadt Jerusalem nach römischer Weise ans Kreuz gehängt. Jesus von Nazareth hauchte sein Leben aus und starb. Der Tod hatte gesiegt. Aus.

So hatten sich das die religiösen Behörden und die römischen Beamten gedacht. Ein Aufrührer weniger, die staatliche Ordnung gesichert. Das war das Geschehen am Karfreitag vor rund zweitausend Jahren. Die „Akte Jesus“ war geschlossen. Allerdings nur übers Wochenende, dann machte Gott das Grab auf. Ein neues Kapitel der Weltgeschichte wurde eröffnet: Gott hat Jesus auferweckt. Das war schon damals eine Zumutung, selbst für die nächsten Freunde des Toten. Der engste Kreis um Jesus hatte Wunder und Wunderheilungen gesehen, aber das war doch zu viel für ihre Vorstellungskraft. Angesichts des leeren Grabes machte sich Angst breit.

„Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat.“ (Matthäus 28,5–6).

Jesus ist vom Tode auferstanden, unglaublich! Und doch Wirklichkeit bis heute. Als an diesem ersten Tag der neuen Woche die Sonne aufging, hatte sich die Welt verändert. Eine neue Welt Gottes begann an jenem Ostermorgen inmitten der alten Welt des Todes und der Friedhöfe. Die ganze Welt ist neu geworden. Einer ist gegen den Tod aufgestanden, hat den Tod hinter sich gelassen. Das ist Ostern. Jesus ist wahrhaftig zu einem neuen Leben erweckt worden. Jesus will nicht ein Wundermacher sein, der Brot regnen lässt. Jesus ist nicht einfach ein großer Tugendlehrer – er ist mehr. Jesus ist nicht das leuchtende Vorbild für den Humanisten – er ist mehr. Jesus ist nicht der frühe Kampfgenosse für den Sozialisten – er ist mehr. Jesus ist das Leben und er will uns lebendig machen. Der eiskalten Welt will er Wärme geben.

Ostern ist das Fest des Lebens, einer ungeahnten Lebensfülle. Dem Tod wurde die Macht genommen, denn das letzte Wort hat das Leben. Das ist ein neues Leben mit Ewigkeitswert. Das ist Gottes Wunsch und Wille: Ihr sollt leben! Der auferstandene Christus begegnete seinen Freunden und er kommt zu uns.

„Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 14,18-19).

Er hat jeden von uns ins Dasein gerufen, um uns am Ende ewiges Leben zu geben. Das ist keine Vertröstung auf den Himmel, sondern die Vernichtung des Todes. Wo sich das Feuer ausgetobt hat, ist der Brand durch. Wo der Brand durch ist, keimt neues Leben, wird es grün werden. So feiern wir Ostern mit frischen Zweigen und einer Schale Ostergras. Dabei ist der erwachende Frühling nur ein unvollkommenes Bild für das, was am Ostermorgen geschah. Jesus ist der Erste einer ganz neuen Schöpfung, einer Welt jenseits der Todeslinie. Jeder Mensch ist neu zum Leben gerufen. Mitten in der alten Welt fängt mit dem Glauben an Jesus Christus etwas Neues an. Das ist Ostern.

Gesegnete Zeit!

Von: Egmond Prill

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