Er gilt als einer der am meisten gelesenen evangelischen Theologen: Jörg Zink ist im Alter von 93 Jahren gestorben
Er gilt als einer der am meisten gelesenen evangelischen Theologen: Jörg Zink ist im Alter von 93 Jahren gestorben

„Medienpfarrer“ Jörg Zink gestorben

Der Pfarrer und Publizist Jörg Zink ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Zink hat über 200 Bücher geschrieben und mehr als 17 Millionen Exemplare von ihnen verkauft. Der meistgelesene evangelische Theologe Deutschlands galt als umstritten.

Mehr als hundert Mal sprach Jörg Zink in der ARD das „Wort zum Sonntag“. Zudem gestaltete der Theologe viele Filme und Radiosendungen. Sein populärstes Werk dürfte die als Jörg-Zink-Bibel bekannte Bibelübersetzung sein. Laut Informationen der Familie ist Zink bereits am vergangenen Freitag im Alter von 93 Jahren in seiner Wohnung in Stuttgart gestorben.

Zink wurde 1922 im hessischen Schlüchtern geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern wuchs er bei seiner Stiefmutter und Verwandten auf. 1944 überlebte er einen Flugzeugabschuss während des Krieges über dem Atlantik. Nach amerikanischer Kriegsgefangenschaft studierte er Philosophie und evangelische Theologie in Tübingen. 1951 wurde er Vikar in Stuttgart.

Meistgelesener deutscher Theologe war Gründungsmitglied der Grünen

Bei Helmut Thielicke wurde er mit einer Arbeit zum Thema „Der Kompromiss als ethisches Problem“ promoviert. Als Pfarrer war er anschließend in Gelnhausen und Berlin tätig, wo er auch enge Kontakte zur kirchlichen Jugendarbeit der DDR pflegte. Anschließend wurde er Fernsehbeauftragter der Württembergischen Landeskirche im Süddeutschen Rundfunk.

Er produzierte Dokumentarfilme, Radiosendungen und Spielfilme, die sich vor allem mit den Ländern des Nahen Ostens beschäftigen. Bis zu seinem Ruhestand war er als freier Publizist tätig. Seine 200 Bücher wurden mehr als 17 Millionen Mal verkauft. Damit gilt Zink als der am meisten gelesene evangelische Theologe Deutschlands.

Zink war Sprecher der Friedens- und Ökologie-Bewegung und Gründungsmitglied der Grünen in Baden-Württemberg. Der frühere EKD-Präses Nikolaus Schneider würdigte anlässlich seines 90. Geburtstages Zinks hohes Alter als Zeichen des Segens Gottes. Diesen Segen habe er weiter gegeben an die „Kirche und an all die Menschen, die Sie mit Ihren Texten und Liedern, Filmen und Büchern reich gemacht haben“.

Umstrittene Äußerungen zu Selbstmordattentaten

Wegen mancher politischer oder theologischer Äußerungen galt Zink als umstritten. 2003 äußerte er in der ARD-Sendung des Talkmasters Jürgen Fliege Verständnis für palästinensische Selbstmordattentätern. In einem Interview mit der Mitteldeutschen Kirchenzeitung forderte Zink einst die Aufgabe kirchlicher Mission zugunsten eines Dialogs mit Naturreligionen „auf Augenhöhe“. Außerdem erklärte er, Juden, Christen und Muslime würden zum gleichen Gott beten wie auch alle anderen Religionen.

Zink war verheiratet und hatte drei Töchter, einen Sohn sowie vier Enkel. (pro)

Von: jw

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