Die Abtreibungszahlen gehen in Deutschland leicht zurück. Dennoch sind es mehr Kinder, als eine Stadt wie Kaiserslautern Einwohner hat.
Die Abtreibungszahlen gehen in Deutschland leicht zurück. Dennoch sind es mehr Kinder, als eine Stadt wie Kaiserslautern Einwohner hat.

Keine Freude über weniger Abtreibungen

Die Zahl der Abtreibungen ist im vergangenen Jahr wieder leicht zurückgegangen. Das vermeldete das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Für Lebensschützer dennoch kaum ein Grund zur Freude.

Es scheint einen leichten, aber kontinuierlichen Trend zu geben: Die Zahl der abgebrochenen Schwangerschaften sinkt seit mehreren Jahren. Im vergangenen Jahr wurden 99.237 ungeborene Kinder abgetrieben, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Das sind 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. In den vergangenen zehn Jahren ist die absolute Zahl der Abtreibung von mehr als 124.000 stetig zurückgegangen.

Knapp Dreiviertel der Frauen, die ihr Kind 2015 abtrieben ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt. Der Anteil der minderjährigen Frauen lag bei drei Prozent. Vier von hundert Schwangerschaften wurden aus kriminologischen oder medizinischen Gründen abgebrochen, also beispielsweise nach einer Vergewaltigung.

Oft ist nicht das Kind das Problem

Die Entwicklung der absoluten Abtreibungszahlen ist für Lebensschützer dennoch kein Grund zur Freude. Paula von Ketteler, Sprecherin des Projektes „1000plus“ zur Schwangerschafts- und Konfliktberatung, warnt davor, diese Werte isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenhang mit Schwangerschaften, Geburten und Fehlgeburten. Der Anteil an Frauen, „die kein Ja zu ihrem Baby finden“, habe sich in den vergangenen Jahren kaum verändert, sagte sie auf Anfrage von pro.

„Es ist und bleibt eine unvorstellbar große, traurige Zahl von Frauen, die in ihrer verzweifelten Situation keinen anderen Ausweg gesehen haben als eine Abtreibung.“ Allein im vergangenen Jahr hatte die Organisation über 2.400 Beratungsfälle. Dabei werde deutlich, dass die meisten Frauen eine positive Lösung der Probleme einem Schwangerschaftsabbruch vorzögen. „Denn nicht das Kind ist die Ursache des Schwangerschaftskonfliktes, sondern in der Regel ein Problem in der Partnerschaft, der ‚falsche Zeitpunkt‘ oder schlichtweg Überforderung.“

Bei den Geburten gibt es seit den vergangenen Jahren einen positiven Trend. 2014 kamen 715.000 Kinder in Deutschland zur Welt, das war der höchste Stand seit elf Jahren. (pro)

Von: jst

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