V.l.n.r.: Johannes Sczepan, Geschäftsführer von Plansecur, Jury-Chef Jürgen Stark, Nicola Leibinger-Kammüller und Laudator Holger Steltzner
V.l.n.r.: Johannes Sczepan, Geschäftsführer von Plansecur, Jury-Chef Jürgen Stark, Nicola Leibinger-Kammüller und Laudator Holger Steltzner

„Vordenker-Preis“ für Nicola Leibinger-Kammüller

Die Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller ist mit dem „Vordenker-Preis 2015“ des Finanzberatungsunternehmens Plansecur geehrt worden. Christliche Werte sind für sie „Gerüst, Fundament und Navigationssystem“.

Leibinger-Kammüller ist Vorsitzende der Geschäftsführung des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf. Die Auszeichnung erhielt sie laut Worten des Juryvorsitzenden Jürgen Stark für die von ihr gepflegte Unternehmenskultur, die statt auf kurzfristige Gewinne auf Fairness, Nachhaltigkeit und Partnerschaft setze. Bei der Preisverleihung sagte sie am Montag in Frankfurt gegenüber pro, christliche Werte seien für ihre Arbeit „das Gerüst, das Fundament und das Navigationssystem“. In ihrer Dankesrede erinnerte sie an den Unternehmergeist zu Zeiten des Wirtschaftswunders und wünschte sich „mehr Lust, unser Land nach vorne zu bringen“. Teile der Gesellschaft stellten Wachstum an sich in Frage, sie hingegen wünsche sich, dass Deutschland den erfolgreichen Weg der sozialen Marktwirtschaft weitergehe.

Die Mutter von vier Kindern ist engagierte Christin. Über ihren Glauben sagte sie 2013 beim Kongress christlicher Fürhungskräfte: „Ich bin der festen Überzeugung, dass mir mein christlicher Glaube die Grundlage für verantwortliches Handeln gibt.“ Holger Steltzner, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, nannte Leibinger-Kammüller in seiner Laudatio eine Vorzeigeunternehmerin, die christliche Werte in die Unternehmensführung einfließen lasse. „Einer dieser Werte lautet: ‚Wir verzeihen Fehler‘“, erklärte er. Es dauere bei Trumpf sehr lange, bis man sich von einem Mitarbeiter trenne – zunächst werde umfangreich nach den Ursachen für seine Leistungsschwäche gesucht. Der Vordenkerpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die Leibinger-Kammüller für einen guten Zweck spenden will.

Kirchhof kritisiert Familienpolitik

Die Preisverleihung fand im Rahmen des „Finanzforums Vordenken“ der Plansecur statt, bei dem Ökonomen und Experten über die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands diskutieren. Einer der früheren Preisträger, der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof, referierte über den gesellschaftlichen Wandel in Deutschland und regte unter anderem an, neu über die Betreuung von Kleinkindern nachzudenken. Eltern, die ihr Kind in eine Krippe geben, würden vom Staat mit der Förderung von Krippen – rund 1.000 Euro pro Platz und Monat – deutlich bevorzugt gegenüber denen, die ihr Kind zu Hause betreuen, und dafür nichts bekommen, außer neuerdings das Betreuungsgeld. „Wäre es nicht besser, diese 1.000 Euro gleich den Familien zu geben, und sie dann entscheiden zu lassen?“, fragte Kirchhof.

Brun-Hagen Hennerkes, der Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Familienunternehmen, machte bei einer Podiumsdiskussion darauf aufmerksam, dass der demografische Wandel auch die Unternehmenskultur beeinflusse. Jüngere Menschen hätten von vielen Dingen andere Vorstellungen als ältere. Leibinger-Kammüller habe dem Rechnung getragen und beispielsweise ein gezieltes System zur Förderung von Frauen in ihrem Unternehmen eingeführt, wie auch eine flexiblere Arbeitszeitregelung.

Plansecur berät seit fast 30 Jahren

Die bundesweit tätige Finanzberatungsgruppe Plansecur mit Sitz in Kassel setzt nach eigenen Angaben auf verbindliche ethische Grundsätze. „Richtschnur des Handelns ist eine von christlichen Grundwerten geprägte humane Ethik“, erklärte Johannes Sczepan beim 25-jährigen Jubiläum des Unternehmens im Mai 2011. Zu den bisherigen Vordenker-Preisträgern gehören der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, und Norbert Walter, ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank. (pro)

Von: mb

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