Eine verschleierte Mutter in Essen stellt für die betroffene Kita kein Problem dar (Symbolbild)
Eine verschleierte Mutter in Essen stellt für die betroffene Kita kein Problem dar (Symbolbild)

Kita: „Vollverschleierte Mutter kein Problem“

Mehrere Medien haben vergangene Woche über eine evangelische Kita in Essen und deren Umgang mit einer vollverschleierten Muslima berichtet – auch das Christliche Medienmagazin pro. Die Kita korrigiert: Der vorliegende Fall ist kein Problem.

Der Fall, über den heftig diskutiert wurde, ist schnell erzählt: Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) hatte über eine evangelische Kindertagesstätte berichtet, in der das Kind einer Muslima betreut wird, die sich mit der Niqab verschleiert. Da bei dieser Form der Verschleierung nur die Augen der Person zu sehen sind, hätten die Erzieherinnen laut WAZ vor einem Problem gestanden - schließlich dürften sie ein Kind nur von einer Person abholen lassen, die sie kennen und deren Gesicht sie sehen. Die WAZ berichtete deswegen von „gravierenden Problemen“ und zitierte die Leiterin einer benachbarten Kita, die erklärt, sich bislang keine Gedanken darüber gemacht zu haben, „wie wir mit diesem neuartigen Phänomen umgehen“.

Dass sich der konkret vorliegende Fall nicht zur Aufregung eigne, erklärte Stefan Koppelmann, Pressesprecher der Evangelischen Kirche in Essen. Die Muslima sei den Erzieherinnen gut bekannt und habe sich erst vor einer Weile entschlossen, eine Niqab zu tragen. Weder Kinder noch Erzieherinnen hätten ein Problem damit. „Auch rechtlich gab es für die Erzieherinnen kein Problem, denn die Mutter hat bei der Abholung ihren Schleier von vornherein im Gruppenraum immer bereitwillig und ohne Aufforderung abgenommen, sodass jeder sie erkennen konnte“, sagte Koppelmann gegenüber pro.

Guter Dialog zwischen Erzieherinnen und Muslima

Die Mutter habe die Gründe erklärt, die sie zum Tragen eines Niqabs bewegen. Das Kita-Team habe seinerseits auf mögliche Probleme hingewiesen, und gemeinsam sei ein Weg gefunden worden, sodass die Betreuung des Kindes nicht beendet werden musste. Die Kita habe die Bereitschaft zu Dialog und Kooperation der Muslima hervorgehoben, erklärte Koppelmann. Der Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises habe diese Information schon an dem Abend, bevor der Artikel in der WAZ erschien, als korrekt bestätigt.

Die Kita habe sich richtig verhalten, das Gespräch zu suchen. „Das kann morgen, in einem anderen Fall, anders sein, und die Erzieherinnen wissen das sehr wohl“, sagte Koppelmann. Der Fall, über den die WAZ berichtet habe, eigne sich aber nicht zum „Skandalisieren“. (pro)In einem pro-Artikel vom Samstag hieß es, es gebe einen Konflikt wegen des Tragens der Niqab. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Von: mb

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