Die Bapisten wehren sich gegen den Vorwurf der Religionsvermischung.

Baptisten verteidigen Fernsehgottesdienst

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (EFG) hat sich gegen den Vorwurf gewandt, beim ZDF-Fernsehgottesdienst der EFG Kamp-Lintfort Religionsvermischung zu betreiben. Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake, habe sich "entgegen jedem journalistischen Ethos nicht die geringste Mühe" gemacht, sich über den kritisierten Gottesdienst zu informieren. Baake, der im Vorfeld gegen das Zitieren von Koranversen im Gottesdienst protestiert hatte, widerspricht.

In einer Pressemitteilung erklärte Friedrich Schneider, Mitglied der Geschäftsführung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, es habe "einige kontroverse Rückmeldungen zum geplanten ZDF-Fernsehgottesdienst am 17. Juni aus der EFG Kamp-Lintfort" gegeben. Fast alle würden sich auf die Berichterstattung des Christlichen Medienverbundes KEP beziehen. Deren Geschäftsführer Wolfgang Baake habe einen "scharfen offenen Brief" an die Gemeinde geschrieben. Schneider wirft Baake vor, im Vorfeld nicht recherchiert zu haben. Der Vorwurf der Religionsvermischung treffe nicht zu. Im Gottesdienst "aus der vom Bergbau geprägten Stadt und Gemeinde" gehe es um das Thema "Barmherzigkeit – Bodenschätze des Glaubens" am Beispiel des barmherzigen Samariters. "Jesus provoziert hier die Frommen seiner Zeit damit, dass er ausgerechnet einen 'Falschgläubigen' ... als Vorbild darstellt, die 'Rechtgläubigen' aber wegen der Verweigerung naheliegender Nächstenliebe kritisiert werden. Die helfende Tat wird hier höher gewertet als das richtige Bekenntnis", erklärt Schneider. Im Fernsehgottesdienst solle es um "nachbarschaftliche Freundschaft zwischen Christen und Muslimen" gehen, "die in der besonderen Situation unter Tage gewachsen ist und heute in der Gemeinde lebt".

Schneider erklärte, im Gottesdienst werde nur eine Stelle aus dem Koran zitiert, der auch "Christen jeglicher Glaubensprägung zustimmen können, ohne ihren Glauben zu verleugnen: 'Frömmigkeit besteht nicht darin, dass ihr euer Gesicht nach Osten und Westen wendet ... Fromm sind auch die, ... die in Not und Leid und zur Zeit der Gewalt geduldig sind.'" Im Gottesdienst werde deutlich, "dass wir nicht zu demselben Gott beten". Schneider kritisierte, dass ein Koranzitat "bei manchen Christen leider sofort reflexartig zu einem undifferenzierten Protest" führe. "Uns als Baptisten ist die Achtung der Menschen wichtig, die einen anderen Glauben vertreten. Diese Einstellung widerspricht nicht dem biblischen Zeugnis, im Gegenteil: Sie ist ihm verpflichtet", so Schneider.

Baake: Keine Koransuren im Gottesdienst

Wolfgang Baake widersprach Schneiders Vorwurf, er habe sich im Vorfeld nicht informiert. Außerdem habe er keinen "offenen Brief" geschrieben. Sein Brief sei nur an den Pastor und die Mitglieder der Gemeindeleitung in Kamp-Lintfort gegangen sowie an die Leitung des Bundes EFG und an den Medienbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF). Er sei nicht veröffentlicht worden, sondern lediglich in einer Pressemitteilung des Christlichen Medienverbundes KEP teilweise zitiert worden, so Baake weiter.

"In der Pressemitteilung des ZDF steht eindeutig, dass 'Bergleute beider Religionen mitwirken' werden. Weiter heißt es: 'Neben ihren Erfahrungen kommen Texte aus den Heiligen Schriften zum Thema Barmherzigkeit zur Sprache.' Woran sollte man da sonst denken als an eine Vermischung von Islam und Christentum? Außerdem hat das ZDF von 'Texten', also Plural, gesprochen." Jetzt werde kommuniziert, dass der Beitrag von Muslimen nur ein einziges Koranzitat umfasse. "Entweder wurde die Planung des Gottesdienstes geändert, oder die Informationen im Vorfeld waren irreführend", erklärte Baake. "Achtung vor Menschen mit einem anderen Glauben ist in der Tat ein biblisches Prinzip. Jeder Mensch hat durch seine Gottesebenbildlichkeit dieselbe menschliche Würde. Deswegen sind Angehörige anderer Religionen herzlich eingeladen, christliche Gottesdienste zu besuchen. Aber das bedeutet doch nicht, dass muslimische Elemente ein Teil davon werden. Es bleibt dabei: Koransuren gehören nicht in einen christlichen Gottesdienst." (pro)

Von: pro

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