Pastor Everaldo Pereira (links)

Pastor Everaldo Pereira (links)

Er taufte Bolsonaro: Evangelikaler Pastor festgenommen

Im Rahmen einer Operation gegen ein Korruptionsnetzwerk im Gesundheitssystem sind mehrere Mitglieder der Regierung von Rio de Janeiro festgenommen worden. Unter ihnen: Der evangelikale Pastor Everaldo Pereira, der Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro im Jordan getauft hatte.

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat den Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Wilson Witzel, wegen Verdachts auf Unregelmäßigkeiten bei Anschaffungen in der Corona-Pandemie vorübergehend vom Dienst freigestellt. Dies ging aus einer Veröffentlichung der Bundesstaatsanwaltschaft am Freitag hervor. Die Maßnahme gilt demnach zunächst für 180 Tage.

Die Verteidigung des Gouverneurs nahm die Entscheidung „mit großer Überraschung“ zur Kenntnis, wie Witzel auf Twitter schrieb. Die Anwälte würden auf die Dokumente warten, um die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen.

Ausgeklügeltes Korruptionsnetzwerk

Im Rahmen der „Tris in Idem“ genannten Operation waren Dutzende Haft- und Durchsuchungsbefehle bei wichtigen Mitgliedern der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro ausgeführt worden. Neben Gouverneur Witzel waren auch Vize-Gouverneur Cláudio Castro und Landtagspräsident André Ceciliano betroffen. Der evangelikale Pastor und Vorsitzende der rechtsreligiösen Christlich-Sozialen Partei, Everaldo Pereira, der sowohl Witzel als auch Präsident Jair Bolsonaro im Jordan getauft hatte, wurde festgenommen.

Ihnen wird vorgeworfen, Teil eines ausgeklügelten Korruptionsnetzwerkes im Gesundheitssystem rund um Witzel gewesen zu sein. Es geht dabei um die Unterschlagung öffentlicher Gelder bei überteuerten Anschaffungen über soziale Organisationen in der Corona-Krise.

Nach Medienberichten soll es sich um Ankäufe wie Beatmungsgeräte für die provisorischen Kliniken gehandelt haben, die die Regierung des Bundesstaats Rio de Janeiro errichtet hatte, um die Kapazitäten im Gesundheitswesen zu erhöhen. Der Landtag hatte deswegen ein Amtsenthebungsverfahren gegen Witzel eingeleitet.

Von: dpa/Nicolai Franz

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