Der koptische Papst Tawadros II. (hier 2013 in Wien) eröffnete am Sonntag die größte Kirche des Nahen Ostens nahe Kairo

Der koptische Papst Tawadros II. (hier 2013 in Wien) eröffnete am Sonntag die größte Kirche des Nahen Ostens nahe Kairo

Größte Kirche des Nahen Ostens in Kairo eröffnet

Am Sonntag ist in der neuen Verwaltungshauptstadt östlich von Kairo die bisher größte Kirche für die koptische Minderheit im gesamten Nahen Osten eingeweiht worden. Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi eröffnete die Kathedrale, die der Geburt Jesu Christi gewidmet ist.

Das Kirchengebäude der Kopten bietet über 8.000 Gläubigen Platz und ist damit eine der größten Kirchen des Nahen Ostens, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Kopten stellen rund zehn Prozent im muslimisch geprägten Ägypten. Insgesamt leben rund hundert Millionen Menschen in dem Land. Der Kopten-Papst Tawadros II. nannte die Eröffnung „in der Geschichte beispiellos“. Die Kirche wurde in einer neuen Verwaltungshauptstadt rund 45 Kilometer östlich von Kairo in der Wüste errichtet. Diese neue Hauptstadt befindet sich noch im Bau und soll in den kommenden Jahren zum Regierungssitz und zur Heimat von Millionen Menschen werden und die Millionenstadt Kairo entlasten. In der ägyptischen Hauptstadt leben derzeit über 20 Millionen Menschen.

Am Montag feiern die Kopten das Weihnachtsfest. Wegen Anschlagsgefahr auf die religiöse Minderheit waren die Sicherheitsvorkehrungen im gesamten Land erhöht. Der Überlieferung nach gründete der Evangelist Markus die Kirche in Ägypten vor rund 2000 Jahren. Sie ist heute die größte christliche Gemeinschaft im Nahen und Mittleren Osten.

Al-Sisis Regierung hat die Finanzierung der Kathedrale übernommen, um auf mehrere Anschläge gegen koptischen Christen im Land zu reagieren. Erst am Samstag starb ein Polizist in Nasr nahe Kairo, als er versuchte, Sprengstoff von einem Dach nahe einer Kirche zu entfernen, berichtete die staatliche Zeitung Al-Ahram.

US-Präsident Donald Trump gratuliert per Twitter

Laut dpa sehen Experten trotz des neuen Symbols für religiöse Toleranz in Ägypten tiefgreifende Probleme für die Freiheit der Millionen Kopten. So gebe es weiterhin Benachteiligungen der Gläubigen durch den Sicherheitsapparat und ungesetzliche Kirchenschließungen, schrieb das „Project on Middle East Democracy“ (Pomed) im Dezember. Nötig sei ein gesetzlicher Rahmen, der gleichberechtigt für alle in Ägypten ausgeübten Religionen gelte. Das Regime Al-Sisis habe es bislang nicht vermocht, die Einschränkungen der christlichen Glaubensfreiheit im Land zu beenden.

Die Sicherheitslage in Ägypten ist seit den arabischen Aufständen 2011 zerbrechlich. Häufig sind Sicherheitskräfte oder Kopten das Ziel von extremistischen Attacken. Im Jahr 2016 waren bei einem Anschlag auf die Kirche St. Peter und Paul in Kairo 27 Christen getötet worden.

Wie dpa berichtet, veröffentlichte der Vatikan anlässlich der Kathedralen-Eröffnung eine Video-Botschaft von Papst Franziskus. Darin sagt das Oberhaupt der Katholischen Kirche: „Möge der Friedensfürst Ägypten, dem Mittleren Osten und der ganzen Welt Frieden und Wohlstand spenden.“ Die koptische Kirche habe auch in den schwierigsten Momenten „ein wahres Zeugnis des Glaubens und der Nächstenliebe“ abgeben können. „Liebe Brüder und Schwestern, ihr habt Märtyrer, die eurem Glauben Stärke verleihen. Danke für euer Beispiel.“

US-Präsident Donald Trump schrieb am Sonntag auf Twitter: „Ich freue mich, dass unsere Freunde in Ägypten die größte Kathedrale des Nahen Ostens eröffnet haben. Präsident Al-Sisi führt sein Land in eine inklusivere Zukunft!“

Von: dpa/Jörn Schumacher

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