In Jakarta, mit rund 10 Millionen Einwohnern die größte Stadt Südostasiens, konnte sich der christliche chinesisch-stämmige Amtsinhaber Basuki Tjahaja Purnama bei der Stichwahl zum Gouverneur nicht behaupten

In Jakarta, mit rund 10 Millionen Einwohnern die größte Stadt Südostasiens, konnte sich der christliche chinesisch-stämmige Amtsinhaber Basuki Tjahaja Purnama bei der Stichwahl zum Gouverneur nicht behaupten

Christ unterliegt bei Gouverneurswahl in Jakarta

Bei der Stichwahl zum Gouverneur in Indonesiens Hauptstadt Jakarta ist der bisherige Amtsinhaber Basuki Tjahaja Purnama seinem muslimischen Herausforderer Anies Baswedan unterlegen. Purnama droht eine Bewährungsstrafe wegen abfälliger Äußerungen über den Koran.

Anies Baswedan steht als Sieger der Gouverneurswahl in der indonesischen Hauptstadt Jakarta fest. Das berichtet die Süddeutschen Zeitung (SZ) am Donnerstag. Der Muslim setzte sich demnach in einer Stichwahl gegen den bisherigen Amtsinhaber, den chinesisch-stämmigen Christen Basuki Tjahaja Purnama, durch. Nach Angaben der Zeitung hatte Purnama bereits am Mittwoch seine Niederlage eingestanden und seinen Anhängern mitgeteilt: „Ich weiß, dass ihr traurig seid. Aber das ist der Wille Gottes." Nach Angaben der Zeitung konnte der Herausforderer Baswedan 58 Prozent der Stimmen der 10 Millionenstadt auf sich vereinigen. Der bisherige Amtsinhaber Purnama hatte im ersten Wahlgang noch vor Baswedan gelegen. Mit dem amtlichen Ergebnis der Wahl ist nach Angaben der SZ nicht vor Mai zu rechnen. Die Republik Indonesien ist das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung. Von den rund 255 Millionen Einwohnern sind etwa 220 Millionen, das sind rund 87 Prozent, Muslime. Nur etwa neun Prozent der Bevölkerung sind Christen.

Freikirchen unter Druck

Die Wahl galt daher nach Einschätzung der SZ auch als Test dafür, wie in dem Land mit Minderheiten umgegangen wird. Nach Angaben von „Open Doors” stehen vor allem Konvertiten sowie – wegen ihrer missionarischen Tätigkeiten – evangelische Freikirchen in dem Land unter Druck. Im Vorfeld der Wahl war auch der bisherige Amtsinhaber Purnama ins Visier geraten, weil er sich angeblich kritisch über den Koran geäußert haben soll. Wegen der mutmaßlichen abfälligen Bemerkungen musste sich der Politiker seit Dezember 2016 vor Gericht verantworten.

Nach Angaben der Frankfurter Rundschau hatte Purnama „Politiker kritisiert, die mit Verweis auf den Koran behauptet hatten, Muslime dürften sich nicht von 'Ungläubigen' regieren lassen". Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom Donnerstag hat die Staatsanwaltschaft gegen Purnama ein Jahr Haft auf Bewährung beantragt. Das würde dem 50-jährigen christlichen Politiker eine drohende fünfjährige Gefängnisstrafe wahrscheinlich ersparen. (pro)

Von: nob/dpa

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