Trauernde legen nach dem Anschlag in Charleston Blumen nieder und gedenken der Opfer
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Charleston-Attentäter zum Tode verurteilt

Ein US-Bundesgericht hat den Schützen von Charleston, Dylann Roof, zum Tode verurteilt. Er hatte im Juni 2015 einen Anschlag in einer Kirche verübt, bei dem neun Afroamerikaner starben.

Ein US-Bundesgericht hat den Attentäter von Charleston, Dylann Roof, zum Tode verurteilt. Während einer Bibelstunde in einer von Afroamerikanern besuchten Kirche hatte der weiße Täter am 17. Juni 2015 acht Gläubige und den Pastor erschossen. Dafür soll er per Todesspritze hingerichtet werden. So entschied eine Jury am Dienstag in Charleston.

Dies sei das erste Mal, dass ein US-Bundesgericht einen Menschen wegen eines sogenannten Hassverbrechens zum Tode verurteilt, schreibt der Spiegel. Die Jury befand Roof bereits im Dezember in 33 Punkten einstimmig für schuldig, die Tat in der Emanuel African Methodist Episcopal Church begangen zu haben. Roof war unter anderem wegen Mordes und Hassverbrechens angeklagt. Die Jury bestand aus neun Weißen und drei Afroamerikanern, berichtet die New York Times.

Als Richter Richard M. Gergel das Urteil bekannt gab, habe Roof keine Gefühlsregung gezeigt. Pastor Anthony B. Thompson, der Witwer der getöteten Mary Thompson, sagte in einem Interview am Dienstag, es errege in ihm immer noch „Furcht“ zu sehen, wie sehr Roof seine Tat genoss. Auf seine Vergebung gegenüber Roof würde der Geistliche dennoch nicht verzichten: „Ich habe ihm vergeben, und ich werde es nie zurücknehmen“, sagte er laut der New York Times.

„Gib dein Leben Jesus Christus“

Mehrere Angehörige der neun Opfer des Massakers waren 2015 zwei Tage nach der Tat zu dem Anhörungstermin gekommen. Thompson sagte damals zu dem Schützen: „Ich vergebe dir, meine Familie vergibt dir. Wir möchte dir die Möglichkeit geben, zu bereuen, zu beichten. Gib dein Leben demjenigen, der der Wichtigste ist – Jesus Christus –, damit er dein Leben verändern kann.“ Auf dem online veröffentlichten Video ist Roof mit fast regungslosem Gesicht zu sehen, als er den Hinterbliebenen zuhört.

Die Mitglieder der Familie des Täters hatten sich seit der Verhaftung mit öffentlichen Äußerungen weitestgehend zurückgehalten. Am Dienstag erklärten sie, dass sie „solange sie leben, damit kämpfen würden, um zu verstehen, warum er diesen schrecklichen Angriff begangen hat, der so vielen Menschen so viel Schmerz verursacht hat“. (pro)

Von: mab

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