Weltweit werden Christen verfolgt oder wegen ihres Bekenntnisses getötet
Weltweit werden Christen verfolgt oder wegen ihres Bekenntnisses getötet

Experte: „Alle sechs Minuten wird ein Christ getötet”

Weltweit sind Christen die am häufigsten verfolgte Religionsgruppe. Der italienische Soziologe Massimo Introvigne spricht von rund 90.000 Ermordeten im vergangenen Jahr – das Hilfswerk Open Doors von deutlich geringeren Zahlen.

Im Jahr 2016 sind weltweit mehr als 90.000 Christen ermordet worden. Das berichtete die christliche Online-Zeitung Christian Post vor dem Jahreswechsel auf ihrer Internetseite und beruft sich dabei auf ein Interview von Radio Vatikan mit dem italienischen Soziologen Massimo Introvigne. Verschiedene Institute weltweit versuchen, eine Größenordnung der jährlich ermordeten Christen zu ermitteln. Introvigne vom „Center for Studies on New Religions“ beruft sich auf eine Erhebung des amerikanischen „Center for Study of Global Christianity“.

Nach Angaben von Introvigne werde demnach durchschnittlich alle sechs Minuten ein Christ getötet. Seinen Angaben zufolge wurden etwa 70 Prozent der Getöteten Opfer ethnischer Konkflikte in Afrika. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Opfer weltweit gesunken. 2015 waren nach Angaben Introvignes noch rund 105.000 Christen getötet worden.

Open Doors nennt niedrigere Zahlen

Zu den veröffentlichten Zahlen auf Christian Post erklärte Ado Greve vom Pressebüro des christlichen Hilfswerkes Open Doors: „Wir geben jährlich die Zahl der Christen bekannt, die wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus Christus ermordet werden. Dabei kann Open Doors dies auch nur in dem Umfang tun, wie uns entsprechende Information vorliegt." Open Doors wisse nicht um alle wegen ihres Bekenntnisses getöteten Christen. „Werden Christen bei Unruhen oder im Kriegsgeschehen ermordet, so ist nicht in jedem Fall davon auszugehen, dass sie deshalb ermordet wurden, weil sie sich zu Jesus bekannten", erklärte Greve. Deshalb komme Open Doors zu wesentlich niedrigeren Zahlen als manche andere Organisation. „Da geht es nicht um richtig oder falsch", sagte Greve. Den verschiedenen Angaben lägen „unterschiedliche Bemessungsansätze zugrunde".

Im aktuellen Weltverfolgungsindex berichtet Open Doors von etwa 7.100 aus Glaubensgründen ermordeten Christen im Jahr 2015. „Die Zahl dürfte wesentlich höher sein. In den genannten Fällen bestätigen jedoch Zeugen den Tod der Christen um ihres Glaubens willen", erklärte Greve. Am 11. Januar wird die christliche Menschenrechtsorganisation ihren „Weltverfolgungsindex 2017" mit den Zahlen für 2016 veröffentlichen. „Es bleibt ein schmerzhaftes Thema, dass weltweit Christen alleine deshalb ermordet werden, weil sie sich zu Jesus bekennen", sagte Greve. (pro)

Von: nob

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